{"id":70705,"date":"2019-05-11T16:18:30","date_gmt":"2019-05-11T14:18:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70705"},"modified":"2019-05-11T16:18:30","modified_gmt":"2019-05-11T14:18:30","slug":"x-r-34-16-einkommensteuerrechtliche-qualifikation-von-preisgeldern-aus-turnierpokerspielen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-34-16-einkommensteuerrechtliche-qualifikation-von-preisgeldern-aus-turnierpokerspielen\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;34\/16 &#8211; Einkommensteuerrechtliche Qualifikation von Preisgeldern aus Turnierpokerspielen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.11.2018, X R 34\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.071118.XR34.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Einkommensteuerrechtliche Qualifikation von Preisgeldern aus Turnierpokerspielen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die Teilnahme an Turnierpokerspielen kann als Gewerbebetrieb i.S. von &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, Abs. 2 EStG zu qualifizieren sein.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Das Turnierpokerspiel ist nach einkommensteuerrechtlichen Ma&szlig;st&auml;ben im Allgemeinen nicht als reines &#8211;und damit per se nicht steuerbares&#8211; Gl&uuml;cksspiel, sondern als Mischung aus Gl&uuml;cks- und Geschicklichkeitsspiel einzustufen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Da Zahlungsanspr&uuml;che des FA gegen den Steuerschuldner auch w&auml;hrend eines Rechtsstreits &uuml;ber die Steuerfestsetzung verj&auml;hren und damit erl&ouml;schen k&ouml;nnen, sofern das FA in dieser Zeit keine taugliche Unterbrechungshandlung vornimmt, ist der Eintritt der Zahlungsverj&auml;hrung in jeder Lage des Verfahrens zu pr&uuml;fen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 18. Juli 2016 14 K 1370\/12 E,G aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nster zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erzielte in den Jahren 2004 bis 2006 Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit als Angestellter. Dar&uuml;ber hinaus nahm er in den Streitjahren 2005 bis 2007 h&auml;ufig an Pokerturnieren teil. Die Turniere fanden in verschiedenen St&auml;dten und L&auml;ndern (A, B, C, D, E, F) statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus der Teilnahme an den Turnieren erzielte der Kl&auml;ger in den Streitjahren aufgrund seines Spielerfolges wiederholt Preisgelder. Es fielen dabei Reisekosten, Teilnahmegeb&uuml;hren und Ausgaben f&uuml;r am Gewinn beteiligte Dritte an. Ferner nahm der Kl&auml;ger in Spielcasinos au&szlig;erhalb von Turnieren an verschiedenen sog. &quot;Cash Games&quot; und &quot;Black Jack&quot; teil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ab April 2008 arbeitete der Kl&auml;ger wieder bei seinem fr&uuml;heren Arbeitgeber als Angestellter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 16.&nbsp;Oktober 2009 wurde gegen den Kl&auml;ger ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Verk&uuml;rzung der Einkommensteuer f&uuml;r das Jahr 2007 eingeleitet. Das Finanzamt f&uuml;r Steuerstrafsachen und Steuerfahndung (StrafaFA) begann am 1.&nbsp;Dezember 2009 eine Fahndungspr&uuml;fung, die u.a. die Einkommen- und Gewerbesteuer f&uuml;r die Jahre 2005 bis 2007 zum Gegenstand hatte. Im Rahmen einer Hausdurchsuchung wurde eine Aufstellung beschlagnahmt, die vom Kl&auml;ger erstellt worden war. Diese Aufstellung beinhaltet die H&ouml;he der Spielgewinne des Kl&auml;gers aus der Teilnahme an Pokerturnieren sowie die damit im Zusammenhang stehenden Startgelder, Trinkgelder, Reisekosten und die an Dritte abgef&uuml;hrten Gewinnbeteiligungen. Nach dieser Aufstellung nahm er insgesamt an 91 Tagen an turnierm&auml;&szlig;igen Pokerveranstaltungen teil. Der damalige Bevollm&auml;chtigte des Kl&auml;gers &auml;u&szlig;erte gegen&uuml;ber der zust&auml;ndigen Fahndungspr&uuml;ferin, der Kl&auml;ger habe in den Jahren 2004 und 2005 in etlichen Spielbanken an Gl&uuml;cks- und Geschicklichkeitsspielen (u.a. &quot;Black Jack&quot;) teilgenommen und insoweit &ouml;fter f&uuml;r den Spieleinsatz Bargeld abgehoben und bei entsprechendem Gewinn Bareinzahlungen get&auml;tigt. Das StrafaFA stufte die Bet&auml;tigung als Pokerspieler als gewerbliche T&auml;tigkeit ein und sch&auml;tzte die Eink&uuml;nfte aus der Teilnahme an Pokerturnieren auf Grundlage der im Rahmen der Hausdurchsuchung vorgefundenen Aufstellung. Die au&szlig;erhalb von Pokerturnieren in Spielcasinos erzielten Gewinne sch&auml;tzte das StrafaFA in H&ouml;he von 25.000&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte der Auffassung des StrafaFA und erlie&szlig; am 7.&nbsp;Februar 2011 f&uuml;r das Jahr 2006 einen &Auml;nderungsbescheid zur Einkommensteuer (festgesetzte Einkommensteuer: 70.502&nbsp;EUR) und setzte am selben Tag erstmalig Einkommensteuer f&uuml;r das Jahr 2005 (20.233&nbsp;EUR) sowie mit Bescheiden vom 26.&nbsp;Februar 2011 erstmalig Gewerbesteuer-Messbetr&auml;ge f&uuml;r die Jahre 2005 bis 2007 (2005: 214&nbsp;EUR, 2006: 7.805&nbsp;EUR und 2007: 0&nbsp;EUR) fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der hiergegen eingelegte Einspruch hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) wies die daraufhin erhobene Klage mit in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1864 ver&ouml;ffentlichtem Urteil ab. Der Kl&auml;ger habe sowohl mit seiner T&auml;tigkeit als Kartenspieler bei Turnierpokerveranstaltungen als auch bei &quot;Cash Games&quot; (u.a. &quot;Black Jack&quot;) in Spielcasinos Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) erzielt. Der Ansatz seiner Eink&uuml;nfte aus dieser gewerblichen T&auml;tigkeit sei im Ergebnis auch der H&ouml;he nach nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger, in verfahrensrechtlicher Hinsicht habe das FG den Sachverhalt bez&uuml;glich seiner vermeintlichen Spielf&auml;higkeiten nicht ausreichend aufgekl&auml;rt. Die Spielfertigkeiten seien anhand der sog. &quot;kritischen Wiederholungsh&auml;ufigkeit&quot; des einzelnen Spielers zu bestimmen (sog. CRF-Wert). Der Erfolg beim Pokerspiel h&auml;nge sowohl vom Gl&uuml;ck als auch von der Geschicklichkeit der Spieler ab. Je h&auml;ufiger das Spiel wiederholt werde, desto gr&ouml;&szlig;er werde die Bedeutung des Geschicks f&uuml;r das Spielergebnis. Ma&szlig;geblich sei zudem das Geschick der anderen Mitspieler. Zur Feststellung seiner Spielerf&auml;higkeiten h&auml;tte das FG den CRF-Wert des Kl&auml;gers und seiner Mitspieler unter Ber&uuml;cksichtigung der von ihm gespielten Turniere ermitteln m&uuml;ssen. Eine Besteuerung des Gewinns komme nur in Betracht, sofern das Ergebnis des Pokerturniers nicht ma&szlig;geblich vom Gl&uuml;ck, sondern wesentlich vom Geschick des Spielers abh&auml;ngig gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Frage, ob ein Spiel den Tatbestand des Gl&uuml;cksspiels erf&uuml;lle, sei keine Tatsache, sondern eine rechtliche W&uuml;rdigung. Die rechtliche Beurteilung des FG, wonach es sich bei dem Turnierpokerspiel um ein Geschicklichkeitsspiel handele, sei fehlerhaft. Das FG beziehe sich zwar auf straf- und verwaltungsrechtliche Literatur zur Untersuchung der Gl&uuml;cksspieleigenschaft des Pokerspiels, diese belege die Einordnung des Turnierpokerspiels als Geschicklichkeitsspiel indes nicht. Die internationale Rechtsprechung und Literatur gehe vielmehr mehrheitlich von der Gl&uuml;cksspieleigenschaft des Pokerspiels aus. Insbesondere komme f&uuml;r &Ouml;sterreich der dortige unabh&auml;ngige Finanzsenat in seiner Entscheidung vom 24.&nbsp;Juli 2007 ZI&nbsp;RV\/0369-W\/02 zu der zutreffenden Wertung, dass auch das bei Turnieren durchgef&uuml;hrte Pokerspiel in der Variante &quot;Texas&nbsp;Hold&#8217;em&quot; ein Gl&uuml;cksspiel darstelle. Die Annahme, im Rahmen der Teilnahme an Pokerturnieren &uuml;berwiege die Geschicklichkeitskomponente die Gl&uuml;ckskomponente, sei daher unzutreffend. Vielmehr zeige sich, dass der Zufall bzw. das Gl&uuml;ck die ma&szlig;gebliche Determinante bilde. Ein Leistungsaustausch finde daher nicht statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) seien Einnahmen aus Gl&uuml;cksspielen, wie Rennwetten und Lotteriespielen nicht als steuerbar angesehen worden. Vor diesem Hintergrund &uuml;berzeuge auch die Aussage des erkennenden Senats nicht, der einkommensteuerrechtliche Begriff des Gewerbebetriebs kenne das Tatbestandsmerkmal des Gl&uuml;cksspiels weder in positiver noch in negativer Hinsicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zumindest bei den Turnieren, an denen der Kl&auml;ger teilgenommen habe, sei eine Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 EStG auszuschlie&szlig;en. Das FG stelle darauf ab, dass der Kl&auml;ger eine T&auml;tigkeit am Markt gegen Entgelt f&uuml;r Dritte &auml;u&szlig;erlich erkennbar angeboten habe, indem er seine spielerischen F&auml;higkeiten als Dienstleistung gegen&uuml;ber dem Veranstalter bei Pokerturnieren &ouml;ffentlich dargeboten habe. Beim Turnierpoker sei die Leistung des einzelnen Spielers gegen&uuml;ber dem Veranstalter jedoch nicht in seiner Spielt&auml;tigkeit, sondern allein in dem jeweiligen Einsatz, dem &quot;Buy-In&quot; des Spielers, zu sehen. Der Spieler sei nicht Leistender, sondern blo&szlig;er Konsument des Spielangebotes; er kaufe mit seinem Einsatz lediglich eine Gewinnchance. Der Kl&auml;ger habe die Preisgelder damit nicht als Entgelt f&uuml;r eine Leistung erhalten. Bei den vom Kl&auml;ger besuchten Pokerturnieren handele es sich nicht um Unterhaltungsveranstaltungen, die nahezu ausschlie&szlig;lich von der Mitwirkung der Kandidaten lebten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch in Bezug auf die Beurteilung von &quot;Cash Games&quot; stelle sich das Urteil des FG als materiell rechtsfehlerhaft dar. &quot;Black Jack&quot; sei ein Gl&uuml;cksspiel. Dies werde durch zahlreiche fachwissenschaftliche Studien belegt. Selbst bei einer optimalen Spielstrategie k&ouml;nne der Spieler keine guten Gewinnchancen beim &quot;Black Jack&quot; erreichen. Entscheidend sei hierbei nicht das Geschick des Spielers, sondern der Zufall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dasselbe gelte auch in Bezug auf das &quot;Poker Cash Game&quot;. Mit Urteil vom 10.&nbsp;Oktober 2014 RV\/3100566\/2012 habe das &Ouml;sterreichische Bundesfinanzgericht entschieden, dass bei der als &quot;Cash Game&quot; gespielten Art von Poker nicht das spielerische Geschick, sondern zumindest vorwiegend der Zufall bei der Verteilung der Karten &uuml;ber den Spielausgang entscheide. Die Annahme des FG, der Kl&auml;ger habe die Ergebnisse bei seiner Teilnahme an &quot;Poker Cash Spielen&quot; positiv beeinflussen k&ouml;nnen, sei damit fehlerhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Zahlungsanspr&uuml;che des FA seien ferner zwischenzeitlich verj&auml;hrt. Die Zahlungsanspr&uuml;che aus den Einkommensteuerbescheiden 2005 und 2006 seien im Jahr 2011 f&auml;llig gewesen. Damit sei bei diesen Zahlungsanspr&uuml;chen Verj&auml;hrung eingetreten. Unterbrechungstatbest&auml;nde i.S. des &sect;&nbsp;231 der Abgabenordnung (AO) l&auml;gen im ma&szlig;geblichen F&uuml;nfjahreszeitraum nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass die Einkommensteueranspr&uuml;che f&uuml;r die Jahre 2005 und 2006 aufgrund der eingetretenen Verj&auml;hrung erloschen seien, habe gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;35b des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) auch Bedeutung f&uuml;r die Gewerbesteuermessbescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil sowie die Einspruchsentscheidung vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2012 aufzuheben und die Einkommensteuerbescheide 2005 und 2006 vom 7.&nbsp;Februar 2011 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Gewinne des Kl&auml;gers aus der Teilnahme an Pokerturnieren und &quot;Cash&nbsp;Games&quot; nicht als gewerbliche Eink&uuml;nfte ber&uuml;cksichtigt werden sowie die Gewerbesteuermessbescheide 2005 bis 2007 vom 26.&nbsp;Februar 2011 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision des Kl&auml;gers zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der BFH habe Einnahmen, die beim &quot;Backgammon-Spiel&quot; erzielt wurden, als gewerblich klassifiziert (Verweis auf das BFH-Urteil vom 11.&nbsp;November 1993 XI&nbsp;R&nbsp;48\/91, BFH\/NV 1994, 622). Die Erfolgschancen beim &quot;Backgammon&quot; hingen ma&szlig;geblich vom W&uuml;rfelgl&uuml;ck ab, so dass kein signifikanter Unterschied zum Poker bestehe. Entsprechendes gelte auch beim &quot;Black Jack&quot; sowie dem &quot;Poker Cash Game&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Pf&auml;ndungs- und Einziehungsverf&uuml;gung vom 16.&nbsp;August 2011 habe die Zahlungsverj&auml;hrung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;231 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 AO unterbrochen. Die Pf&auml;ndung habe die R&uuml;ckst&auml;nde in H&ouml;he von 109.545,26&nbsp;EUR aus der Einkommensteuer 2005 und 2006 einschlie&szlig;lich der bis dahin angefallenen S&auml;umniszuschl&auml;ge und Vollstreckungskosten beinhaltet. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;231 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 AO dauere eine Verj&auml;hrungsunterbrechung bis zum Erl&ouml;schen des Pf&auml;ndungspfandrechts an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur erneuten Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die vom Kl&auml;ger aus Turnierpokerspielen erzielten Eink&uuml;nfte dem Grunde nach in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb zugeordnet (unter 1.). Das angefochtene Urteil ist jedoch aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen, da es weitere Feststellungen zu den aus Kartenspielen in Spielbanken erzielten Gewinnen des Kl&auml;gers (unter 2.) sowie zu der Frage treffen muss, ob die Anspr&uuml;che des FA zwischenzeitlich durch Zahlungsverj&auml;hrung erloschen sind (unter 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Auffassung des FG, die vom Kl&auml;ger in den Streitjahren vereinnahmten Preisgelder aus Pokerturnieren seien dem Grunde nach als gewerbliche Eink&uuml;nfte i.S. von &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG steuerbar, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gewerbebetrieb ist nach der Definition in &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG eine selbst&auml;ndige und nachhaltige Bet&auml;tigung, die mit Gewinnerzielungsabsicht unternommen wird, sich als Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt und nicht als Aus&uuml;bung von Land- oder Forstwirtschaft oder selbst&auml;ndiger Arbeit anzusehen ist; dar&uuml;ber hinaus darf es sich bei der T&auml;tigkeit nach der Rechtsprechung nicht um private Verm&ouml;gensverwaltung handeln (vgl. z.B. Senatsurteil vom 19.&nbsp;Oktober 2010 X&nbsp;R&nbsp;41\/08, BFH\/NV 2011, 245, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Selbst&auml;ndigkeit der Bet&auml;tigung des Kl&auml;gers als Turnierpokerspieler ist nach den vom FG getroffenen Feststellungen zu bejahen und wird auch vom Kl&auml;ger nicht in Zweifel gezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger war ferner mit seiner Bet&auml;tigung als Pokerspieler &#8211;wie das FG rechtsfehlerfrei annahm&#8211; nachhaltig t&auml;tig. Eine T&auml;tigkeit ist nachhaltig, wenn sie von der Absicht getragen ist, sie zu wiederholen und daraus eine st&auml;ndige Erwerbsquelle zu machen, und sie objektiv erkennbar auf Wiederholung angelegt ist (Senatsurteil vom 22.&nbsp;April 1998 X&nbsp;R&nbsp;17\/96, BFH\/NV 1998, 1467, unter II.2.a). Da die Wiederholungsabsicht eine innere Tatsache ist, die nur anhand &auml;u&szlig;erlicher Merkmale beurteilt werden kann, kommt den &#8211;nach au&szlig;en tretenden&#8211; tats&auml;chlichen Umst&auml;nden besondere Bedeutung f&uuml;r die Beurteilung zu (vgl. Senatsurteil vom 22.&nbsp;April 2015 X&nbsp;R&nbsp;25\/13, BFHE 250, 55, BStBl II 2015, 897, Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen war die Spielt&auml;tigkeit des Kl&auml;gers im Streitfall als nachhaltig anzusehen. Nach einem vom FG in Bezug genommenen Medienbericht hat der Kl&auml;ger allein in dem Zeitraum von Ende 2005 bis Ende 2006 an 28 Pokerturnieren teilgenommen. Dass er gewillt war, Gewinne aus Pokerturnieren zu einer st&auml;ndigen Erwerbsquelle zu machen, wird zudem daran deutlich, dass er seine Berufst&auml;tigkeit als Angestellter zwischenzeitlich einstellte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG hat &uuml;berdies zu Recht die Absicht des Kl&auml;gers bejaht, durch seine Bet&auml;tigung als Turnierpokerspieler einen Totalgewinn zu erzielen. Dabei ist die Vorinstanz zutreffend davon ausgegangen, dass es sich bei der Gewinnerzielungsabsicht um ein subjektives Tatbestandsmerkmal handelt, das nicht nach den Absichtserkl&auml;rungen des Steuerpflichtigen, sondern nach den &auml;u&szlig;erlichen Merkmalen zu beurteilen ist (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 25.&nbsp;Juni 1984 GrS&nbsp;4\/82, BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751, unter C.IV.3.c&nbsp;bb). Der Kl&auml;ger hat w&auml;hrend der Streitjahre bei der Teilnahme an Pokerturnieren Ertr&auml;ge in erheblicher H&ouml;he erzielt. Die Gewinnerzielungsabsicht des Kl&auml;gers folgt insbesondere auch daraus, dass er w&auml;hrend der Zeit von Ende 2006 bis M&auml;rz 2008 nicht als Angestellter arbeitete. Die aus der Teilnahme von Pokerturnieren resultierenden Einnahmen bildeten somit die einzige Erwerbsquelle des Kl&auml;gers in jener Zeit. Danach hat das FG aus den objektiv feststellbaren Umst&auml;nden zu den Turnierpokeraktivit&auml;ten des Kl&auml;gers in den Streitjahren in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise auf das Vorliegen der Gewinnerzielungsabsicht des Kl&auml;gers geschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Anders als der Kl&auml;ger meint, nahm er auch am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dieses Tatbestandsmerkmal verlangt, dass eine T&auml;tigkeit am Markt gegen Entgelt und f&uuml;r Dritte &auml;u&szlig;erlich erkennbar angeboten wird. Die T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen muss nach au&szlig;en hin in Erscheinung treten und sich an eine &#8211;wenn auch begrenzte&#8211; Allgemeinheit wenden (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 1994, 622, unter II.1.). Aus dem Gewerbebetrieb sollen solche T&auml;tigkeiten ausgeklammert werden, die zwar in Gewinnerzielungsabsicht ausge&uuml;bt werden, aber nicht auf Leistungs- oder G&uuml;teraustausch gerichtet sind, wobei neben Sach- und Dienstleistungen auch geistige und andere immaterielle Leistungen Gegenstand gewerblicher T&auml;tigkeit sein k&ouml;nnen. Die Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr setzt keinen G&uuml;teraustausch gegen festes Entgelt voraus. Vielmehr kann das Entgelt auch erfolgsabh&auml;ngig bestimmt werden (vgl. Senatsurteil vom 16.&nbsp;September 2015 X&nbsp;R&nbsp;43\/12, BFHE 251, 37, BStBl II 2016, 48, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Bezug auf die steuerrechtliche Beurteilung von Spielgewinnen bzw. Preisgeldern ist in der h&ouml;chstrichterlichen Finanzrechtsprechung anerkannt, dass bei einem reinen Gl&uuml;cksspiel keine Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr vorliegt, da es an einer Verkn&uuml;pfung von Leistung und Gegenleistung fehlt (vgl. Senatsurteil in BFHE 251, 37, BStBl II 2016, 48, Rz&nbsp;19). Ein Gewerbebetrieb ist daher verneint worden bei Abschluss von Rennwetten (Urteil des Reichsfinanzhofs &#8211;RFH&#8211; vom 30.&nbsp;Juni 1927 VI&nbsp;A&nbsp;261\/27, RFHE 21, 244; BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Oktober 1969 IV&nbsp;R&nbsp;139\/68, BFHE 98, 494, BStBl II 1970, 411) oder bei der Teilnahme an Lotteriespielen (RFH-Urteil vom 14.&nbsp;M&auml;rz 1928 VI&nbsp;A&nbsp;783\/27, RStBl 1928, 181; BFH-Urteil vom 16.&nbsp;September 1970 I&nbsp;R&nbsp;133\/68, BFHE 100, 199, BStBl II 1970, 865). Spielgewinne seien mehr oder minder vom Zufall abh&auml;ngige Einnahmen, die zwar ohne Beteiligung am Spiel nicht zu erzielen seien, die jedoch nicht ein Entgelt f&uuml;r die Spielt&auml;tigkeit darstellten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dies zugrunde gelegt, scheidet eine Teilnahme des Kl&auml;gers am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr nicht deshalb aus, weil das Turnierpokerspiel ein reines Gl&uuml;cksspiel w&auml;re, dem es an einer Verkn&uuml;pfung zwischen Leistung und Gegenleistung fehlen w&uuml;rde. Das FG hat im angefochtenen Urteil festgestellt, bei den vom Kl&auml;ger bestrittenen Pokerturnieren &uuml;berwiege die Geschicklichkeitskomponente. Es hat seine &Uuml;berzeugung unter Auswertung zahlreicher Publikationen darauf gest&uuml;tzt, dass Turnierpokerspiele nach dem Ergebnis wissenschaftlicher Studien schon bei einem Durchschnittsspieler als Spiele einzuordnen seien, bei denen nicht das Zufallsmoment &uuml;berwiege.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als der Kl&auml;ger in seiner Revisionsbegr&uuml;ndung vortr&auml;gt, handelt es sich bei der Frage, ob Turnierpoker als Gl&uuml;cks- oder Geschicklichkeitsspiel einzuordnen ist, um eine Tatsachenw&uuml;rdigung, die das Revisionsgericht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindet (vgl. Senatsurteil in BFHE 251, 37, BStBl II 2016, 48, Rz&nbsp;29; die Verfassungsbeschwerde wurde gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;93a, 93b des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes nicht zur Entscheidung angenommen (vgl. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 16.&nbsp;August 2017&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;2387\/15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Einordnung als &quot;reines Gl&uuml;cksspiel&quot; &#8211;nur in einem solchen Fall hat die angef&uuml;hrte &auml;ltere Rechtsprechung eine Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr verneint&#8211; ist damit nach den bindenden Feststellungen des FG f&uuml;r die vom Kl&auml;ger gespielten Pokerturniere auszuschlie&szlig;en. Es kann damit dahinstehen, ob der Kl&auml;ger als Spieler mit &uuml;berdurchschnittlichen F&auml;higkeiten zu beurteilen ist. Weitere Sachverhaltsermittlungen des FG zu den Spielf&auml;higkeiten bzw. des sog. CRF-Wertes des Kl&auml;gers waren folglich nicht veranlasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Kl&auml;ger in der Revisionsbegr&uuml;ndung zitierten Urteile von Gerichten anderer Staaten sind f&uuml;r das deutsche Einkommensteuerrecht nicht ma&szlig;geblich (vgl. Senatsurteil in BFHE 251, 37, BStBl II 2016, 48, Rz&nbsp;34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Das FG ist &uuml;berdies anhand einer W&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise zu der Schlussfolgerung gelangt, dass der Kl&auml;ger seine T&auml;tigkeit am Markt f&uuml;r Dritte &auml;u&szlig;erlich erkennbar angeboten hat. Es hat darauf abgestellt, dass der Kl&auml;ger als international anerkannter Pokerspieler dem Verkehrskreis der Turnierpokerspieler angeh&ouml;rte. Er nahm wiederholt erfolgreich an hoch dotierten Pokerturnierveranstaltungen teil, die von einer breiten &Ouml;ffentlichkeit wahrgenommen worden sind. Der Kl&auml;ger verf&uuml;gte zudem &uuml;ber eine beachtliche Pr&auml;senz im Internet (z.B. sein Profil in der Internetdatenbank &quot;Hendon Mob Poker Database&quot;) sowie in den Printmedien und wurde dabei als bekannte Gr&ouml;&szlig;e in der Turnierpokerszene dargestellt. Dar&uuml;ber hinaus wurde er w&auml;hrend eines Pokerturniers von einem TV-Sender begleitet. Somit bot der Kl&auml;ger den Veranstaltern der von ihm besuchten Pokerturniere nicht nur das &quot;Buy-In&quot; an, sondern auch die &ouml;ffentliche Darbietung seiner spielerischen F&auml;higkeiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In diesem Zusammenhang ist auch zu ber&uuml;cksichtigen, dass der Kl&auml;ger mit Dritten Vereinbarungen getroffen hat, wonach diese einen bestimmten Anteil des Startgelds f&uuml;r ein bestimmtes Turnier &uuml;bernehmen und auch einen entsprechenden Anteil an einem eventuellen Gewinn erhalten sollten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Der erkennende Senat weicht damit nicht vom BFH-Urteil vom 30.&nbsp;August 2017 XI&nbsp;R&nbsp;37\/14 (BFHE 259, 175) zur Unternehmereigenschaft und Steuerbarkeit der Leistungen eines Berufspokerspielers nach dem Umsatzsteuergesetz (UStG) ab, da die Rechtsgrundlagen im UStG bzw. den zugrunde liegenden Mehrwertsteuer-Richtlinien sich wesentlich von denen des EStG unterscheiden. W&auml;hrend ein Umsatz gegen Entgelt das Bestehen eines unmittelbaren Zusammenhangs zwischen dieser Leistung und einer tats&auml;chlich vom Steuerpflichtigen empfangenen Gegenleistung voraussetzt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 259, 175, Rz&nbsp;18), reicht es f&uuml;r die Annahme eines Gewerbebetriebs i.S. von &sect;&nbsp;15 EStG aus, dass eine Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr gegeben ist. Diese setzt keinen G&uuml;teraustausch gegen festes Entgelt voraus. Vielmehr kann das Entgelt auch erfolgsabh&auml;ngig bestimmt werden (vgl. Senatsurteil in BFHE 251, 37, BStBl II 2016, 48, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Das FG ist ferner unter Zugrundelegung des Gesamtbilds der von ihm festgestellten Verh&auml;ltnisse und der Verkehrsanschauung ohne Rechtsversto&szlig; davon ausgegangen, dass die Bet&auml;tigung des Kl&auml;gers als Turnierpokerspieler den Rahmen privater Verm&ouml;gensverwaltung &uuml;berschritten hat. Der Kl&auml;ger investierte einen Gro&szlig;teil seiner Zeit und seiner finanziellen Mittel in die Teilnahme an Turnieren und agierte damit wie ein professioneller Pokerspieler. In den Medien wurde er wiederholt als international anerkannte Gr&ouml;&szlig;e in der Turnierpokerszene dargestellt. Die Teilnahme des Kl&auml;gers an Turnierpokerveranstaltungen ist damit im Rahmen der gebotenen Gesamtbetrachtung nach der Verkehrsauffassung als gewerblich anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das angefochtene Urteil ist jedoch deshalb aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen, weil die Feststellungen des FG nicht ausreichen, um dem Senat eine einkommensteuerrechtliche Beurteilung auch der aus Kartenspielen in Spielbanken (&quot;Cash Games&quot; und &quot;Black Jack&quot;) erzielten Ergebnisse zu erm&ouml;glichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG wird deshalb im zweiten Rechtsgang ermitteln m&uuml;ssen, welche Art von Spielen der Kl&auml;ger durchgef&uuml;hrt hat und welche Regeln hierf&uuml;r jeweils gelten. Im Tatbestand des angefochtenen Urteils wird insoweit lediglich ausgef&uuml;hrt, der Kl&auml;ger habe in Spielcasinos au&szlig;erhalb von Turnieren wiederholt an verschiedenen sog. &quot;Cash Games&quot; (u.a. &quot;Black Jack&quot;) teilgenommen, wobei die Angabe &quot;u.a.&quot; darauf hindeutet, dass der Kl&auml;ger sich an weiteren vom FG nicht ausdr&uuml;cklich bezeichneten Spielen beteiligt hat. In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass es sich bei &quot;Black Jack&quot; um ein Kartenspiel handelt, das nicht mit dem Pokerspiel vergleichbar ist. Dar&uuml;ber hinaus sind Feststellungen dazu erforderlich, ob es sich bei den betreffenden Spielen jeweils um reine Gl&uuml;cksspiele handelt, was zur Folge h&auml;tte, dass das Tatbestandsmerkmal der Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr zu verneinen w&auml;re (vgl. Senatsurteil in BFHE 250, 55, BStBl II 2015, 897, Rz&nbsp;19).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Schlie&szlig;lich wird rechtlich zu w&uuml;rdigen sein, ob der Kl&auml;ger mit den Ergebnissen aus den betreffenden Spielen &#8211;wie das FG angenommen hat&#8211; gewerbliche Eink&uuml;nfte erzielt hat. Das FG hat seine Auffassung zum einen auf die Grunds&auml;tze des Senatsurteils vom 2.&nbsp;September 2008 X&nbsp;R&nbsp;25\/07 (BFHE 223, 35, BStBl II 2010, 550) gest&uuml;tzt. Diese Entscheidung betrifft den Gewinn aus einer von einem Kosmetikhersteller veranstalteten Verlosung, an der ein Vertriebsmitarbeiter teilnehmen durfte, da er einen bestimmten Umsatz erzielt hatte. Damit stellte sich die Zuwendung der Lose &#8211;und der damit erzielte Gewinn&#8211; als Zusatzverg&uuml;tung f&uuml;r ohnehin im Rahmen eines Gewerbebetriebs erbrachte Leistungen dar; es handelte sich um eine betriebsbedingte, wenn auch von einem Losverfahren abh&auml;ngige bzw. in ein Losverfahren eingebundene Pr&auml;mie (vgl. Senatsurteil in BFHE 223, 35, BStBl II 2010, 550, unter II.2.). Zum anderen hat das FG zur Begr&uuml;ndung daf&uuml;r, dass die sonstigen Spielgewinne des Kl&auml;gers aus der Teilnahme an Kartenspielen in Spielbanken als Betriebseinnahmen aus seiner gewerblichen T&auml;tigkeit als Turnierpokerspieler zu erfassen sind, das BFH-Urteil vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;60\/03 (BFHE 212, 535, BStBl II 2006, 650) herangezogen. Danach ist eine f&uuml;r den Gewerbebetrieb eines Steuerpflichtigen bestimmte Erbschaft als Betriebseinnahme zu erfassen, sofern die Zuwendung einen wirtschaftlichen Bezug zum Betrieb aufweist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wird zu pr&uuml;fen haben, ob die Sachverhalte dieser BFH-Entscheidungen mit demjenigen des vorliegenden Falles vergleichbar sind, da die Gewinne des Kl&auml;gers (u.a.) aus &quot;Cash&nbsp;Games&quot; und &quot;Black Jack&quot; in Spielbanken (au&szlig;erhalb von Pokerturnieren) nicht zwangsl&auml;ufig als Zusatzverg&uuml;tung oder Betriebseinnahmen seiner Turnierteilnahmen angesehen werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Hinsichtlich der angefochtenen Einkommensteuerfestsetzungen wird das FG im zweiten Rechtsgang zudem Feststellungen zu der Frage zu treffen haben, ob die Anspr&uuml;che des FA aus den Einkommenssteuerbescheiden 2005 und 2006 zwischenzeitlich durch Zahlungsverj&auml;hrung erloschen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;228 Satz&nbsp;1 AO unterliegen Anspr&uuml;che aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis einer besonderen Zahlungsverj&auml;hrung. Die Verj&auml;hrungsfrist betr&auml;gt grunds&auml;tzlich f&uuml;nf Jahre, &sect;&nbsp;228 Satz&nbsp;2 AO. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;229 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO beginnt die Verj&auml;hrung mit Ablauf des Kalenderjahrs, in dem der Anspruch erstmals f&auml;llig geworden ist. Da Zahlungsanspr&uuml;che des FA gegen den Steuerschuldner auch w&auml;hrend eines Rechtsstreits &uuml;ber die Steuerfestsetzung verj&auml;hren und damit erl&ouml;schen k&ouml;nnen, sofern das FA in dieser Zeit keine taugliche Unterbrechungshandlung vornimmt, ist der Eintritt der Zahlungsverj&auml;hrung in jeder Lage des Verfahrens zu pr&uuml;fen (vgl. BFH-Urteil vom 18.&nbsp;November 2003 VII&nbsp;R&nbsp;5\/02, BFH\/NV 2004, 1057, unter II.1., und BFH-Beschluss vom 6.&nbsp;August 1996 VII&nbsp;B&nbsp;24\/96, BFH\/NV 1997, 95).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Zahlungsanspr&uuml;che aus den Einkommensteuerbescheiden 2005 und 2006 waren am 10.&nbsp;M&auml;rz 2011 f&auml;llig. Die f&uuml;nfj&auml;hrige Verj&auml;hrungsfrist begann folglich mit Ablauf des Kalenderjahrs 2011. Ohne Eintritt einer Hemmung (&sect;&nbsp;230 AO) oder Unterbrechung (&sect;&nbsp;231 AO) der Verj&auml;hrung w&auml;ren die Zahlungsanspr&uuml;che mit Ablauf des Jahres 2016 verj&auml;hrt und damit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;232 AO erloschen. Zwar hat sich das FA darauf berufen, dass die Verj&auml;hrung durch eine Vollstreckungsma&szlig;nahme gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger (Erlass einer Pf&auml;ndungs- und Einziehungsverf&uuml;gung nach &sect;&nbsp;231 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 AO) unterbrochen worden sei. Entsprechende Nachweise befinden sich jedoch weder in den Steuerakten noch wurden sie vom FA im Revisionsverfahren vorgelegt. Insoweit ist weitere Sachaufkl&auml;rung durch das FG erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Verj&auml;hrung der Zahlungsanspr&uuml;che aus den Einkommensteuerbescheiden 2005 und 2006 w&uuml;rde sich jedoch &#8211;anders als der Kl&auml;ger meint&#8211; nicht ohne Weiteres auf die Gewerbesteuermessbescheide 2005 bis 2007 auswirken. Zwar ist ein Gewerbesteuermessbescheid gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;35b Abs.&nbsp;1 GewStG aufzuheben oder zu &auml;ndern, wenn der Einkommensteuerbescheid des dem Erhebungszeitraum entsprechenden Veranlagungszeitraums aufgehoben wird und die Aufhebung den Gewinn aus Gewerbebetrieb ber&uuml;hrt. Die Aufhebung des Einkommensteuerbescheids aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden f&uuml;hrt jedoch nicht zur Aufhebung oder &Auml;nderung des entsprechenden Gewerbesteuermessbescheids (vgl. Senatsurteil vom 24.&nbsp;Juni 2009 X&nbsp;R&nbsp;36\/06, BFHE 225, 407, BStBl II 2010, 171, Rz&nbsp;20, zur Aufhebung eines Einkommensteuerbescheids wegen Festsetzungsverj&auml;hrung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das FG wird ferner im zweiten Rechtsgang die von ihm vorgenommene Sch&auml;tzung n&auml;her begr&uuml;nden m&uuml;ssen. Es hat f&uuml;r s&auml;mtliche Streitjahre pauschal einen Sicherheitszuschlag von 20&nbsp;% den vom FA auf Grundlage der im Rahmen der Hausdurchsuchung vorgefundenen Aufstellung ermittelten Eink&uuml;nften aus Pokerturnieren hinzugerechnet. Dies ist nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, da die vom Kl&auml;ger aufgezeichneten Gewinne im Wesentlichen mit den zu seiner Person aufgef&uuml;hrten Ergebnissen einer im Internet abrufbaren Rankingliste f&uuml;r Berufspokerspieler &uuml;bereinstimmten. Insbesondere f&uuml;r das Streitjahr 2007 erschlie&szlig;t sich zudem nicht, weshalb das FG einen Sicherheitszuschlag in H&ouml;he von 6.510,10&nbsp;EUR angesetzt hat, obwohl die vom FA ermittelten Eink&uuml;nfte negativ waren. Insoweit hat das FG seine eigene Sch&auml;tzungssystematik verlassen, was stets einer n&auml;heren Begr&uuml;ndung bedarf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG sollte schlie&szlig;lich pr&uuml;fen, ob die Beteiligung Dritter an den Startgeldern und den Gewinnen des Kl&auml;gers ausnahmsweise eine Mitunternehmerschaft i.S. von &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG begr&uuml;nden k&ouml;nnte, wof&uuml;r nach bisheriger Aktenlage derzeit allerdings keine durchgreifenden Anhaltspunkte bestehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.11.2018, X R 34\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.071118.XR34.16.0 Einkommensteuerrechtliche Qualifikation von Preisgeldern aus Turnierpokerspielen Leits&auml;tze 1. NV: Die Teilnahme an Turnierpokerspielen kann als Gewerbebetrieb i.S. von &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, Abs. 2 EStG zu qualifizieren sein. 2. NV: Das Turnierpokerspiel ist nach einkommensteuerrechtlichen Ma&szlig;st&auml;ben im Allgemeinen nicht als reines &#8211;und damit per &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-34-16-einkommensteuerrechtliche-qualifikation-von-preisgeldern-aus-turnierpokerspielen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;34\/16 &#8211; Einkommensteuerrechtliche Qualifikation von Preisgeldern aus Turnierpokerspielen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70705","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70705","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70705"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70705\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70705"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70705"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70705"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}