{"id":70718,"date":"2019-05-11T16:19:12","date_gmt":"2019-05-11T14:19:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70718"},"modified":"2019-05-11T16:19:12","modified_gmt":"2019-05-11T14:19:12","slug":"v-r-10-19-v-r-60-16-ferienwohnungsvermietung-als-reiseleistung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-10-19-v-r-60-16-ferienwohnungsvermietung-als-reiseleistung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;10\/19&nbsp;(V&nbsp;R&nbsp;60\/16) &#8211; Ferienwohnungsvermietung als Reiseleistung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.3.2019, V R 10\/19 (V R 60\/16)<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.270319.VR10.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Ferienwohnungsvermietung als Reiseleistung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Vermietung von Ferienwohnungen, die der Unternehmer von anderen Unternehmern angemietet hat, unterliegt der Margenbesteuerung nach &sect; 25 UStG unter Anwendung des Regelsteuersatzes.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 8. Juni 2016&nbsp;&nbsp;3 K 3557\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) vermietete im Streitjahr 2011 im eigenen Namen H&auml;user im Inland sowie in &Ouml;sterreich und Italien zu Urlaubszwecken an Privatkunden. Sie mietete diese ihrerseits f&uuml;r die Zeitr&auml;ume der eigenen Vermietung von dem jeweiligen Eigent&uuml;mer an. Die Kundenbetreuung vor Ort erfolgte durch die jeweiligen Eigent&uuml;mer oder deren Beauftragte. Zu den Leistungen geh&ouml;rte neben der Bereitstellung der Unterkunft typischerweise auch die Reinigung der Unterkunft sowie gegebenenfalls ein W&auml;sche- und Semmelservice.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin berechnete die Steuer nach der sogenannten Margenbesteuerung des &sect;&nbsp;25 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) unter Anwendung des Regelsteuersatzes. Mit Schreiben vom 6.&nbsp;Mai 2013 beantragte sie die &Auml;nderung der Steuerfestsetzung und die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lehnte dies ebenso wie das Finanzgericht (FG) ab. Das FG begr&uuml;ndete dies damit, dass unter Ber&uuml;cksichtigung der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) zu Art.&nbsp;26 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG und zu der sp&auml;ter in Kraft getretenen Richtlinie des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem 2006\/112\/EG (MwStSystRL) die sogenannte Margenbesteuerung f&uuml;r Reiseleistungen nach &sect;&nbsp;25 UStG im Streitfall anzuwenden sei. Die zus&auml;tzliche Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes komme nicht in Betracht, da die Reiseleistung des &sect;&nbsp;25 UStG nicht im Katalog der Steuersatzerm&auml;&szlig;igungen des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 UStG genannt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision der Kl&auml;gerin, mit der sie geltend macht, dass im Rahmen der Margenbesteuerung der erm&auml;&szlig;igte Steuersatz anzuwenden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Umsatzsteuer 2011 unter &Auml;nderung des Umsatzsteuerbescheids vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2013 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 6.&nbsp;November 2013 auf 377,74&nbsp;EUR festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe zutreffend entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Revisionsverfahren hat der erkennende Senat mit Beschluss vom 3.&nbsp;August 2017 V&nbsp;R&nbsp;60\/16 (BFHE 258, 558, BStBl II 2018, 37) den EuGH um Vorabentscheidung zur Kl&auml;rung folgender Fragen zur Auslegung der MwStSystRL ersucht:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;1. Unterliegt eine Leistung, die im Wesentlichen in der &Uuml;berlassung einer Ferienwohnung besteht und bei der zus&auml;tzliche Leistungselemente nur als Neben- zur Hauptleistung anzusehen sind, entsprechend dem EuGH-Urteil Van Ginkel vom 12.&nbsp;November 1992 C-163\/91 (EU:C:1992:435) der Sonderregelung f&uuml;r Reiseb&uuml;ros nach Artikel&nbsp;306 MwStSystRL?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Bei Bejahung der Frage zu 1.: Kann diese Leistung neben der Sonderregelung f&uuml;r Reiseb&uuml;ros nach Artikel&nbsp;306 MwStSystRL zus&auml;tzlich auch der Steuersatzerm&auml;&szlig;igung f&uuml;r die Beherbergung in Ferienunterk&uuml;nften im Sinne von Artikel&nbsp;98 Absatz&nbsp;2 MwStSystRL in Verbindung mit Anhang&nbsp;III Nummer&nbsp;12 unterliegen.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierzu hat der EuGH in seinem Urteil Alpenchalets Resorts vom 19.&nbsp;Dezember 2018 C-552\/17 (EU:C:2018:1032) wie folgt geantwortet:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;1. Die Art.&nbsp;306 bis 310 der Richtlinie 2006\/112\/EG &#8230; sind dahin auszulegen, dass die blo&szlig;e &Uuml;berlassung einer von anderen Steuerpflichtigen angemieteten Ferienwohnung durch ein Reiseb&uuml;ro oder eine solche &Uuml;berlassung einer Ferienwohnung mit zus&auml;tzlichen, als Nebenleistungen einzustufenden Leistungselementen unabh&auml;ngig von dem Stellenwert dieser zus&auml;tzlichen Leistungen jeweils eine einheitliche Leistung darstellt, die der Sonderregelung f&uuml;r Reiseb&uuml;ros unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Art.&nbsp;98 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 2006\/112 ist dahin auszulegen, dass die in der Beherbergung in Ferienunterk&uuml;nften bestehende Dienstleistung von Reiseb&uuml;ros, die unter Art.&nbsp;307 der Richtlinie f&auml;llt, nicht dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz oder einem der erm&auml;&szlig;igten Steuers&auml;tze im Sinne von Art.&nbsp;98 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie unterliegen kann.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin weist hierzu darauf hin, dass nach dem EuGH-Urteil bereits dann eine Einordnung als Reiseveranstalter zu erfolgen habe, wenn Vorleistungen in Anspruch genommen werden. Nicht entschieden habe der EuGH aber, unter welchen Voraussetzungen ein Reiseb&uuml;ro vorliege. Sie erbringe keine Reiseleistungen. Die blo&szlig;e Vermietung k&ouml;nne hierf&uuml;r nicht ausreichen. Der erm&auml;&szlig;igte Steuersatz sei anzuwenden. Es k&ouml;nnten nicht alle Kettengesch&auml;fte unter die Sonderregelung fallen. Die Sonderregelung sei auf die Erbringung einer einzelnen Leistung durch einen anderen Unternehmer als ein Reiseb&uuml;ro nicht anzuwenden. Hierf&uuml;r spr&auml;chen Wortlaut, Sinn und Zweck sowie eine historische Auslegung. Es m&uuml;sse eine Leistung durch einen Reiseveranstalter vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA verweist auf das Urteil des EuGH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Kl&auml;gerin hat mit der Vermietung von Ferienwohnungen, die sie von anderen Unternehmern angemietet hat, Leistungen erbracht, die der Margenbesteuerung nach &sect;&nbsp;25 UStG unter Anwendung des Regelsteuersatzsatzes unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Im Streitfall ist &sect;&nbsp;25 UStG anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 UStG gelten die nachfolgenden Vorschriften f&uuml;r Reiseleistungen eines Unternehmers, die nicht f&uuml;r das Unternehmen des Leistungsempf&auml;ngers bestimmt sind, soweit der Unternehmer dabei gegen&uuml;ber dem Leistungsempf&auml;nger im eigenen Namen auftritt und Reisevorleistungen in Anspruch nimmt. Die Leistung des Unternehmers ist als sonstige Leistung anzusehen. Erbringt der Unternehmer an einen Leistungsempf&auml;nger im Rahmen einer Reise mehrere Leistungen dieser Art, so gelten sie als eine einheitliche sonstige Leistung. Der Ort der sonstigen Leistung bestimmt sich nach &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;1 UStG. Reisevorleistungen sind Lieferungen und sonstige Leistungen Dritter, die den Reisenden unmittelbar zugute kommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unionsrechtlich beruht dies auf Art.&nbsp;306 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL. Danach wenden die Mitgliedstaaten auf Ums&auml;tze von Reiseb&uuml;ros die Mehrwertsteuer-Sonderregelung dieses Kapitels an, soweit die Reiseb&uuml;ros gegen&uuml;ber dem Reisenden in eigenem Namen auftreten und zur Durchf&uuml;hrung der Reise Lieferungen von Gegenst&auml;nden und Dienstleistungen anderer Steuerpflichtiger in Anspruch nehmen. Diese Sonderregelung gilt nicht f&uuml;r Reiseb&uuml;ros, die lediglich als Vermittler handeln und auf die zur Berechnung der Steuerbemessungsgrundlage Art.&nbsp;79 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c MwStSystRL anzuwenden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hierzu hat der EuGH in seinem Urteil Alpenchalets Resorts (EU:C:2018:1032, Leitsatz&nbsp;1) entschieden, dass nach Art.&nbsp;306&nbsp;ff. MwStSystRL die blo&szlig;e &Uuml;berlassung einer von anderen Steuerpflichtigen angemieteten Ferienwohnung durch ein Reiseb&uuml;ro oder eine solche &Uuml;berlassung einer Ferienwohnung mit zus&auml;tzlichen, als Nebenleistungen einzustufenden Leistungselementen unabh&auml;ngig von dem Stellenwert dieser zus&auml;tzlichen Leistungen jeweils eine einheitliche Leistung darstellt, die der Sonderregelung f&uuml;r Reiseb&uuml;ros unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der EuGH hat dies ausdr&uuml;cklich damit begr&uuml;ndet, dass er entgegen den Bedenken, die der erkennende Senat in seinem Vorlagebeschluss in BFHE 258, 558, BStBl II 2018, 37 formuliert hat, an seiner bisherigen Rechtsprechung zu dieser Sonderregelung festh&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&uuml;rden vom Anwendungsbereich von Art.&nbsp;306 MwStSystRL Leistungen eines Reiseb&uuml;ros allein deswegen ausgeschlossen, weil sie nur die Unterkunft umfassen, so f&uuml;hrte das zu einer komplexen steuerlichen Regelung, in der die anwendbaren Mehrwertsteuervorschriften davon abhingen, welche Bestandteile die dem Reisenden angebotenen Leistungen umfassten. Eine solche Steuerregelung widerspr&auml;che den Zielen der Richtlinie (EuGH-Urteil Alpenchalets Resorts, EU:C:2018:1032, Rz&nbsp;25). Dem schlie&szlig;t sich der erkennende Senat an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach Ma&szlig;gabe dieser Rechtsprechung unterliegt die Kl&auml;gerin entgegen ihren Einwendungen somit als Reiseb&uuml;ro i.S. von Art.&nbsp;306 MwStSystRL der Margenbesteuerung, da sie eine Anmietung von Unterk&uuml;nften an Ferienorten erm&ouml;glichte. Der EuGH ist auf die gegen die Anwendung der Sonderregelung bestehenden Bedenken nicht eingegangen. Es liegen auch keine Anhaltspunkte f&uuml;r Leistungsbez&uuml;ge von Nichtunternehmern vor (EuGH-Urteil Alpenchalets Resorts, EU:C:2018:1032, Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Steuersatzerm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;11 UStG kommt nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;11 UStG erm&auml;&szlig;igt sich die Steuer auf 7&nbsp;% f&uuml;r die Vermietung von Wohn- und Schlafr&auml;umen, die ein Unternehmer zur kurzfristigen Beherbergung von Fremden bereith&auml;lt, sowie die kurzfristige Vermietung von Campingfl&auml;chen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unionsrechtliche Grundlage hierf&uuml;r ist Art.&nbsp;98 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL. Danach k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten einen oder zwei erm&auml;&szlig;igte Steuers&auml;tze anwenden. Die erm&auml;&szlig;igten Steuers&auml;tze sind gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;98 Abs.&nbsp;2 Unterabs.&nbsp;1 MwStSystRL nur auf die Lieferungen von Gegenst&auml;nden und die Dienstleistungen der in Anhang&nbsp;III genannten Kategorien anwendbar. Anhang&nbsp;III Nr.&nbsp;12 zur MwStSystRL bezieht sich dabei auf die Beherbergung in Hotels und &auml;hnlichen Einrichtungen, einschlie&szlig;lich der Beherbergung in Ferienunterk&uuml;nften, und Vermietung von Campingpl&auml;tzen und Pl&auml;tzen f&uuml;r das Abstellen von Wohnwagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hierzu hat der EuGH in seinem Urteil Alpenchalets Resorts (EU:C:2018:1032, Leitsatz&nbsp;2) entschieden, dass nach Art.&nbsp;98 Abs.&nbsp;2 MwStSystRL die in der Beherbergung in Ferienunterk&uuml;nften bestehende Dienstleistung von Reiseb&uuml;ros, die unter Art.&nbsp;307 MwStSystRL f&auml;llt, nicht dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz unterliegen kann. Dem schlie&szlig;t sich der erkennende Senat an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.3.2019, V R 10\/19 (V R 60\/16)ECLI:DE:BFH:2019:U.270319.VR10.19.0 Ferienwohnungsvermietung als Reiseleistung Leits&auml;tze Die Vermietung von Ferienwohnungen, die der Unternehmer von anderen Unternehmern angemietet hat, unterliegt der Margenbesteuerung nach &sect; 25 UStG unter Anwendung des Regelsteuersatzes. Tenor Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 8. Juni 2016&nbsp;&nbsp;3 K 3557\/13 wird &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-10-19-v-r-60-16-ferienwohnungsvermietung-als-reiseleistung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;10\/19&nbsp;(V&nbsp;R&nbsp;60\/16) &#8211; Ferienwohnungsvermietung als Reiseleistung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70718","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70718","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70718"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70718\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70718"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70718"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70718"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}