{"id":70786,"date":"2019-06-08T14:01:04","date_gmt":"2019-06-08T12:01:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70786"},"modified":"2019-06-08T14:01:04","modified_gmt":"2019-06-08T12:01:04","slug":"ix-b-117-18-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-zulassung-wegen-divergenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-117-18-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-zulassung-wegen-divergenz\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;117\/18 &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung; Zulassung wegen Divergenz"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.3.2019, IX B 117\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.270319.IXB117.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung; Zulassung wegen Divergenz<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) verlangt substantiierte Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer hinreichend bestimmten &#8211;abstrakt beantwortbaren&#8211; Rechtsfrage, die im konkreten Streitfall voraussichtlich kl&auml;rbar\/kl&auml;rungsf&auml;hig (entscheidungserheblich) ist und deren Beurteilung zweifelhaft oder umstritten ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: F&uuml;r die schl&uuml;ssige R&uuml;ge einer Divergenz gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO sind die angeblichen Divergenzentscheidungen genau &#8211;mit Datum und Aktenzeichen oder Fundstelle&#8211; zu bezeichnen sowie tragende, abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil des FG einerseits und aus den behaupteten Divergenzentscheidungen andererseits gegen&uuml;berzustellen, um die Abweichung deutlich zu machen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;ger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 12. September 2018 2 K 2140\/17 wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) haben die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde der grunds&auml;tzlichen Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;, dazu unter 1.) und der Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung in Gestalt einer Divergenz (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2&nbsp;Nr.&nbsp;2&nbsp; 2.&nbsp;Alternative FGO, dazu unter 2.) nicht entsprechend den gesetzlichen Anforderungen des &sect;&nbsp;116&nbsp;Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115&nbsp;Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) verlangt substantiierte Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer hinreichend bestimmten &#8211;abstrakt beantwortbaren&#8211; Rechtsfrage, die im konkreten Streitfall voraussichtlich kl&auml;rbar\/kl&auml;rungsf&auml;hig (entscheidungserheblich) ist und deren Beurteilung zweifelhaft oder umstritten ist. Hierzu muss sich der Beschwerdef&uuml;hrer mit der einschl&auml;gigen Rechtsprechung, insbesondere des BFH, sowie den &Auml;u&szlig;erungen im Schrifttum auseinandersetzen. Dabei sind Ausf&uuml;hrungen erforderlich, aus denen sich ergibt, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und umstritten ist (vgl. Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;116 Rz&nbsp;32).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daran fehlt es hier. Es fehlen Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;ger, wonach auf der Grundlage der einschl&auml;gigen Rechtsprechung des BFH und den &Auml;u&szlig;erungen im Schrifttum die vom Finanzgericht (FG) entschiedene Frage umstritten und damit kl&auml;rungsbed&uuml;rftig sein soll. Vielmehr wenden sich die Kl&auml;ger im Stil einer Berufungsbegr&uuml;ndung gegen die tats&auml;chliche und rechtliche W&uuml;rdigung des FG. So tragen die Kl&auml;ger zu den streitigen Fragen, ob eine ganzj&auml;hrige Vermietungst&auml;tigkeit vorliegt und ob wegen Unterschreitung der orts&uuml;blichen Vermietungszeit eine &Uuml;berschussprognose vorzulegen ist, lediglich eine abweichende tats&auml;chliche und rechtliche Sichtweise vor. Dass eine Entscheidung sich aus Sicht der Kl&auml;ger als tats&auml;chlich oder rechtlich fehlerhaft erweist, vermag eine Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung indes nicht zu rechtfertigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die schl&uuml;ssige R&uuml;ge einer Divergenz erfordert die Darlegung, dass das FG bei gleichem oder vergleichbarem Sachverhalt in einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage eine andere Auffassung vertritt als der BFH oder ein anderes FG. Gleiches gilt f&uuml;r Entscheidungen eines anderen obersten Bundesgerichts. Dabei muss das FG seinem Urteil einen entscheidungserheblichen (tragenden) abstrakten Rechtssatz zugrunde gelegt haben, der mit den ebenfalls tragenden Rechtsausf&uuml;hrungen in der Divergenzentscheidung des anderen Gerichts nicht &uuml;bereinstimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einzelnen sind f&uuml;r die schl&uuml;ssige R&uuml;ge einer Divergenz gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO die angeblichen Divergenzentscheidungen genau &#8211;mit Datum und Aktenzeichen oder Fundstelle&#8211; zu bezeichnen sowie tragende, abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil des FG einerseits und aus den behaupteten Divergenzentscheidungen andererseits gegen&uuml;berzustellen, um die Abweichung deutlich zu machen. Dies erfordert auch die Darlegung, dass es sich im Streitfall um einen gleichen oder vergleichbaren Sachverhalt handelt, so dass sich in der angefochtenen und in der Divergenzentscheidung dieselbe Rechtsfrage stellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Voraussetzungen erf&uuml;llt das Vorbringen der Kl&auml;ger nicht. Die Kl&auml;ger benennen weder m&ouml;gliche Divergenzentscheidungen noch arbeiten sie tragende abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil und den m&ouml;glichen Divergenzentscheidungen heraus, die in Widerspruch zueinander stehen. Stattdessen bringen sie lediglich vor, die angefochtene Entscheidung sei tats&auml;chlich und rechtlich fehlerhaft und wenden sich damit gegen die inhaltliche Richtigkeit der Entscheidung. Damit kann eine Zulassung der Revision wegen Divergenz nicht erreicht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Von einer weiter gehenden Begr&uuml;ndung wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO abgesehen. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135&nbsp;Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.3.2019, IX B 117\/18ECLI:DE:BFH:2019:B.270319.IXB117.18.0 Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung; Zulassung wegen Divergenz Leits&auml;tze 1. NV: Die Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) verlangt substantiierte Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer hinreichend bestimmten &#8211;abstrakt beantwortbaren&#8211; Rechtsfrage, die im konkreten Streitfall voraussichtlich kl&auml;rbar\/kl&auml;rungsf&auml;hig (entscheidungserheblich) ist und deren Beurteilung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-117-18-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-zulassung-wegen-divergenz\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;B&nbsp;117\/18 &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung; Zulassung wegen Divergenz<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70786","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70786","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70786"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70786\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70786"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70786"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70786"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}