{"id":70788,"date":"2019-06-08T14:01:07","date_gmt":"2019-06-08T12:01:07","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70788"},"modified":"2019-06-08T14:01:07","modified_gmt":"2019-06-08T12:01:07","slug":"v-r-19-17-berufsbetreuer-und-bestandskraft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-19-17-berufsbetreuer-und-bestandskraft\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;19\/17 &#8211; Berufsbetreuer und Bestandskraft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.3.2019, V R 19\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.270319.VR19.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Berufsbetreuer und Bestandskraft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Ein Steuerbescheid ist auch bei einem erst nachtr&auml;glich erkannten Versto&szlig; gegen das Unionsrecht nicht unter g&uuml;nstigeren Bedingungen als bei einer Verletzung innerstaatlichen Rechts &auml;nderbar, da das Korrektursystem der &sect;&sect; 172 ff. AO die Durchsetzung der sich aus dem Unionsrecht ergebenden Anspr&uuml;che ohne Versto&szlig; gegen das Unionsrecht abschlie&szlig;end regelt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts N&uuml;rnberg vom 27. September 2016 2 K 514\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war in den Streitjahren 2004 und 2005 als Berufsbetreuer t&auml;tig. Der am 8.&nbsp;Dezember 2006 eingereichten Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung 2004 entsprach der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit &Auml;nderungsbescheid vom 5.&nbsp;Dezember 2007. Der am 8.&nbsp;Dezember 2006 eingereichten Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung 2005 stimmte das FA ohne &Auml;nderung zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 28.&nbsp;November 2012 beantragte der Kl&auml;ger unter Hinweis auf das Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) Zimmermann vom 15.&nbsp;November 2012 C-174\/11 (EU:C:2012:716) die &quot;Erstattung&quot; der f&uuml;r die Jahre 2005 bis 2009 geleisteten Umsatzsteuerzahlungen, da seine Leistungen zwar nicht nach dem in den Streitjahren geltenden nationalen Recht, aber nach Art.&nbsp;13 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) steuerfrei seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA lehnte dies f&uuml;r das Streitjahr 2005 &#8211;anders als f&uuml;r die Folgejahre&#8211; ab. Auch einen Antrag vom 6.&nbsp;Juni 2013 f&uuml;r das Streitjahr 2004 sah das FA als unbegr&uuml;ndet an. Einspruch und Klage hiergegen hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) begr&uuml;ndete sein in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1496 ver&ouml;ffentlichtes Urteil damit, dass nach &sect;&sect;&nbsp;172&nbsp;ff. der Abgabenordnung (AO) aufgrund des Eintritts der Festsetzungsverj&auml;hrung keine M&ouml;glichkeit zur &Auml;nderung der Steuerbescheide bestehe. Eine abweichende Beurteilung ergebe sich auch nicht aus dem EuGH-Urteil Emmott vom 25.&nbsp;Juli 1991 C-208\/90 (EU:C:1991:333) oder der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH). In Bezug auf einen nach der m&uuml;ndlichen Verhandlung eingereichten Schriftsatz ging das FG im Rahmen der Urteilsbegr&uuml;ndung davon aus, dass es nach seiner Rechtsauffassung auf den dortigen Vortrag des Kl&auml;gers zum Vorm&uuml;nder- und Betreuer-Verg&uuml;tungsgesetz und die M&ouml;glichkeit einen Verg&uuml;tungsantrag als Rechnung anzusehen, nicht ankomme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich der Kl&auml;ger mit seiner Revision. Das FG habe in gesetzwidriger Besetzung geurteilt. In die Beurteilung seines Vortrags in dem nachgereichten Schriftsatz seien die ehrenamtlichen Richter nicht einbezogen gewesen. Als &quot;Kammertorso&quot; k&ouml;nne das Urteil aufgrund einer &quot;Kammeramputation&quot; keine Bestandskraft entfalten. EuGH- und BFH-Urteile seien als r&uuml;ckwirkende Ereignisse i.S. von &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO anzusehen. Es &quot;verstrichen immerhin 20&nbsp;Jahre (!) bis die einschl&auml;gige Europa-Richtlinie in der BRD durchdrang&quot;, was im Sinne des EuGH-Urteils Emmott (EU:C:1991:333) zu ber&uuml;cksichtigen sei. Der Fristenlauf habe aufgrund von EuGH- und BFH-Rechtsprechung erst 2012 begonnen. Aufgrund eines daher fehlenden Rechtsgrunds sei auch keine Erstattungsverj&auml;hrung eingetreten. Werde das FA innerhalb der Erstattungsfrist zur Zahlung aufgefordert, gen&uuml;ge dies zur Fristenhemmung. Eine Zahlung sei nach &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO ohne rechtlichen Grund geleistet, wenn sie den materiell-rechtlichen Anspruch &uuml;bersteigt. Auch nach der formellen Rechtsgrundtheorie sei zu erstatten, da im Hinblick auf das &uuml;bergeordnete und bindende Europarecht bereits die formellen Voraussetzungen f&uuml;r die Erhebung der Umsatzsteuer fehlten. Das FG habe sich zudem nicht mit der Frage besch&auml;ftigt, ob das FA einen Abrechnungsbescheid h&auml;tte erlassen m&uuml;ssen. Es gebe auch Erstattungsanspr&uuml;che f&uuml;r deren Verwirklichung es keines vorangehenden Steuerbescheids bed&uuml;rfe. Aufgrund seiner Anspruchsanzeige mit dem Hinweis auf ein EuGH-Verfahren vom 28.&nbsp;November 2012 sei keine Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten. Im Streitfall sei die Steuer von vornherein rechtsgrundlos erhoben worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das Urteil des FG und die Einspruchsentscheidung aufzuheben, den Umsatzsteuerbescheid 2004 vom 5.&nbsp;Dezember 2007 und den nie f&ouml;rmlich erlassenen Umsatzsteuerbescheid 2005 f&uuml;r nichtig zu erkl&auml;ren und das FA anzuweisen, die als Umsatzsteuer deklarierten und hinterlegten Geldbetr&auml;ge der Jahre 2004 und 2005 zzgl. Zinsen herauszugeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es liege kein Verfahrensmangel vor. Der Erstattung st&uuml;nden die bestandskr&auml;ftigen Steuerfestsetzungen f&uuml;r die Streitjahre entgegen. Festsetzungsverj&auml;hrung sei eingetreten. Es liege kein r&uuml;ckwirkendes Ereignis vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h&auml;lt einstimmig die Revision f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Wie das FG in seinem Urteil S.&nbsp;6 zutreffend ausgef&uuml;hrt hat, ist mit Ablauf des 31.&nbsp;Dezember 2010 Festsetzungsverj&auml;hrung f&uuml;r beide Streitjahre eingetreten, so dass der Kl&auml;ger alle weiteren Verfahrenshandlungen erst nach Ablauf der Festsetzungsfrist vorgenommen hat. Daher ist seinem &Auml;nderungsverlangen nach nationalem Verfahrensrecht nicht nachzukommen. Das FG hat weiter zutreffend unter Bezugnahme auf die BFH-Rechtsprechung entschieden, dass eine &Auml;nderung der Rechtsprechung kein r&uuml;ckwirkendes Ereignis begr&uuml;ndet (BFH-Urteil vom 21.&nbsp;M&auml;rz 1996 XI&nbsp;R&nbsp;36\/95, BFHE 179, 563, BStBl II 1996, 399, unter II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der erkennende Senat hat bereits ausdr&uuml;cklich entschieden, dass ein Steuerbescheid auch bei einem erst nachtr&auml;glich erkannten Versto&szlig; gegen das Unionsrecht nicht unter g&uuml;nstigeren Bedingungen als bei einer Verletzung innerstaatlichen Rechts &auml;nderbar ist, da das Korrektursystem der &sect;&sect;&nbsp;172&nbsp;ff. AO die Durchsetzung der sich aus dem Unionsrecht ergebenden Anspr&uuml;che abschlie&szlig;end regelt, und dass nach den Vorgaben des Unionsrechts das steuerrechtliche Verfahrensrecht auch keine weitergehenden Korrekturm&ouml;glichkeiten f&uuml;r Steuerbescheide vorsehen muss (BFH-Urteil vom 16.&nbsp;September 2010 V&nbsp;R&nbsp;57\/09, BFHE 230, 504, BStBl II 2011, 151, Leitsatz). Abweichendes ergibt sich nicht aus dem EuGH-Urteil Emmott (EU:C:1991:333; BFH-Urteil in BFHE 230, 504, BStBl II 2011, 151, unter II.3.). Ob der Steuerpflichtige im Zeitpunkt des Ablaufs einer Rechtsbehelfs- oder Rechtsmittelfrist wissen konnte oder wissen musste, dass eine Steuerbefreiung nach Art.&nbsp;13 der Richtlinie 77\/388\/EWG unmittelbar zu seinen Gunsten anwendbar ist, spielt keine Rolle. Sieht der Steuerpflichtige von der Einlegung von Rechtsmitteln ab, nimmt er den Eintritt der Bestandskraft auch f&uuml;r den Fall einer sp&auml;teren Rechtsprechungs&auml;nderung bewusst in Kauf (BFH-Urteil in BFHE 230, 504, BStBl II 2011, 151, unter II.5.c&nbsp;cc).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Auf die &Uuml;berlegungen des Kl&auml;gers zu &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO kommt es nicht an. Denn ein derartiger Erstattungsanspruch kann nach st&auml;ndiger BFH-Rechtsprechung erst durchgesetzt werden, wenn die ihm entgegenstehende Steuerfestsetzung ge&auml;ndert oder aufgehoben worden ist (BFH-Urteile vom 29.&nbsp;Oktober 2002 VII&nbsp;R&nbsp;2\/02, BFHE 200, 88, BStBl II 2003, 43, unter II.2.b, und vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2012 XI&nbsp;R&nbsp;6\/10, BFHE 237, 296, BStBl II 2014, 607, unter II.2.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der geltend gemachte Verfahrensfehler liegt nicht vor. Erst nach dem Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung eingereichte, nicht vom Gericht nachgelassene Schrifts&auml;tze sind grunds&auml;tzlich nicht mehr zu ber&uuml;cksichtigen. Ob das FG deshalb die m&uuml;ndliche Verhandlung wiederer&ouml;ffnet, steht grunds&auml;tzlich in seinem Ermessen. Das FG hat von Amts wegen nur zu entscheiden, ob es aufgrund des eingereichten Schriftsatzes die m&uuml;ndliche Verhandlung wiederer&ouml;ffnet oder die Wiederer&ouml;ffnung nicht f&uuml;r geboten erachtet. Es muss zum Ausdruck bringen, dass entsprechende Erw&auml;gungen angestellt worden sind; denn andernfalls l&auml;sst sich nicht nachpr&uuml;fen, ob das Gericht sein Ermessen fehlerfrei ausge&uuml;bt hat. Dabei reicht es aus, wenn das FG seine Entscheidung, die m&uuml;ndliche Verhandlung nicht wieder zu er&ouml;ffnen, erst in dem von den Berufsrichtern unterschriebenen Urteil begr&uuml;ndet (BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;April 2004 III&nbsp;B&nbsp;73\/03, juris; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;96 FGO&nbsp;&nbsp;Rz&nbsp;300&nbsp;ff.). So ist es im Streitfall, wie sich aus dem FG-Urteil S.&nbsp;10 ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.3.2019, V R 19\/17ECLI:DE:BFH:2019:B.270319.VR19.17.0 Berufsbetreuer und Bestandskraft Leits&auml;tze NV: Ein Steuerbescheid ist auch bei einem erst nachtr&auml;glich erkannten Versto&szlig; gegen das Unionsrecht nicht unter g&uuml;nstigeren Bedingungen als bei einer Verletzung innerstaatlichen Rechts &auml;nderbar, da das Korrektursystem der &sect;&sect; 172 ff. AO die Durchsetzung der sich aus dem Unionsrecht ergebenden Anspr&uuml;che ohne Versto&szlig; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-19-17-berufsbetreuer-und-bestandskraft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;19\/17 &#8211; Berufsbetreuer und Bestandskraft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70788","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70788","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70788"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70788\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70788"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70788"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70788"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}