{"id":70870,"date":"2019-06-30T12:51:17","date_gmt":"2019-06-30T10:51:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70870"},"modified":"2019-06-30T12:51:17","modified_gmt":"2019-06-30T10:51:17","slug":"iii-b-80-18-elektronische-gerichtsakte-unterschriften-der-beteiligten-richter-und-des-protokollfuehrers-unter-urteil-und-protokoll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-80-18-elektronische-gerichtsakte-unterschriften-der-beteiligten-richter-und-des-protokollfuehrers-unter-urteil-und-protokoll\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;80\/18 &#8211; Elektronische Gerichtsakte; Unterschriften der beteiligten Richter und des Protokollf&uuml;hrers unter Urteil und Protokoll"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 3.4.2019, III B 80\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.030419.IIIB80.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Elektronische Gerichtsakte; Unterschriften der beteiligten Richter und des Protokollf&uuml;hrers unter Urteil und Protokoll<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Der in &sect; 94 FGO i.V.m. &sect; 163 Abs. 1 Satz 1 ZPO f&uuml;r das Protokoll und in &sect; 105 Abs. 1 Satz 2 FGO f&uuml;r das Urteil vorgeschriebenen handschriftlichen Unterzeichnung durch den Richter bzw. den Urkundsbeamten der Gesch&auml;ftsstelle wird gem&auml;&szlig; &sect; 52a Abs. 7 Satz 1 FGO in der ab dem 1. Januar 2018 geltenden Fassung auch dadurch gen&uuml;gt, dass das Protokoll und das Urteil als elektronisches Dokument aufgezeichnet werden und die verantwortenden Personen am Ende des Dokuments ihren Namen hinzuf&uuml;gen und das Dokument mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Sind dem Protokoll und dem Urteil Transfervermerke angeheftet, aus denen sich ergibt, dass die in den elektronischen Dokumenten ausgewiesenen verantwortenden Personen (Protokollf&uuml;hrer, beteiligte Richter) das jeweilige Dokument vor Absendung mit einer qualifizierten elektronischen Unterschrift versehen haben und weisen die Transfervermerke bei allen Signaturen hinsichtlich der Integrit&auml;t und der G&uuml;ltigkeit des Zertifikats die Eintragung &quot;g&uuml;ltig&quot; auf, kann grunds&auml;tzlich von der Echtheit der Signatur ausgegangen werden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 17. Mai 2018&nbsp;&nbsp;1 K 432\/18 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet und deshalb durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Sofern Zulassungsgr&uuml;nde &uuml;berhaupt in einer den Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gen&uuml;genden Form geltend gemacht wurden, liegen sie jedenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Soweit die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) r&uuml;gt, mangels formwirksamer Unterschrift unter dem Sitzungsprotokoll sei von einer fehlenden Verk&uuml;ndung des Urteils auszugehen und das angegriffene Urteil sei nicht formwirksam unterschrieben worden, liegen diese Verfahrensm&auml;ngel nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a)&nbsp;aa) Nach &sect;&nbsp;104 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO wird das Urteil, wenn eine m&uuml;ndliche Verhandlung stattgefunden hat, in der Regel in dem Termin, in dem die m&uuml;ndliche Verhandlung stattgefunden hat, verk&uuml;ndet. Die Verk&uuml;ndung des Urteils geh&ouml;rt zu den wesentlichen Vorg&auml;ngen der m&uuml;ndlichen Verhandlung und ist nach &sect;&nbsp;94 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;160 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;7 der Zivilprozessordnung (ZPO) im Protokoll festzustellen. Das Protokoll ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;94 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;163 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 ZPO von dem Vorsitzenden und von dem Urkundsbeamten der Gesch&auml;ftsstelle zu unterschreiben. Sofern das Protokoll keine &auml;u&szlig;eren M&auml;ngel aufweist, die seine Beweiskraft in Frage stellen, erbringt es gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;94 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;165 Satz&nbsp;1 ZPO den Beweis daf&uuml;r, dass die darin aufgef&uuml;hrten F&ouml;rmlichkeiten der m&uuml;ndlichen Verhandlung beachtet wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach &sect;&nbsp;105 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO ist das Urteil schriftlich abzufassen und von den Richtern, die bei der Entscheidung mitgewirkt haben, zu unterzeichnen. Der Unterschrift der ehrenamtlichen Richter bedarf es nicht (&sect;&nbsp;105 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Soweit eine handschriftliche Unterzeichnung durch den Richter oder den Urkundsbeamten der Gesch&auml;ftsstelle vorgeschrieben ist &#8211;wie in &sect;&nbsp;94 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;163 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 ZPO f&uuml;r das Protokoll und in &sect;&nbsp;105 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO f&uuml;r das Urteil der Fall&#8211;, gen&uuml;gt dieser Form gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 FGO in der ab dem 1.&nbsp;Januar 2018 geltenden Fassung die Aufzeichnung als elektronisches Dokument, wenn die verantwortenden Personen am Ende des Dokuments ihren Namen hinzuf&uuml;gen und das Dokument mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen. Eine qualifizierte elektronische Signatur ist eine fortgeschrittene elektronische Signatur, die von einer qualifizierten elektronischen Signaturerstellungseinheit erstellt wurde und auf einem qualifizierten Zertifikat f&uuml;r elektronische Signaturen beruht (Art.&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 der Verordnung (EU) Nr.&nbsp;910\/2014 des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 23.&nbsp;Juli 2014 &uuml;ber elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste f&uuml;r elektronische Transaktionen im Binnenmarkt und zur Aufhebung der Richtlinie 1999\/93\/EG, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union 2014 Nr.&nbsp;L 257, 73).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall hat das FG im Laufe des Beschwerdeverfahrens die dem Bundesfinanzhof (BFH) vorgelegte Papierakte durch zwei Transfervermerke vom 19.&nbsp;Februar 2019 vervollst&auml;ndigt. Aus dem dem Sitzungsprotokoll vom 17.&nbsp;Mai 2018 angehefteten Transfervermerk ergibt sich, dass dieses am 18.&nbsp;Mai 2018 durch den Verhandlungsf&uuml;hrer, A, und am 28.&nbsp;Mai 2018 durch die Urkundsbeamtin der Gesch&auml;ftsstelle mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem dem Urteil vom 17.&nbsp;Mai 2018 angehefteten Transfervermerk ergibt sich, dass dieses am 24.&nbsp;Mai 2018 durch A und den B sowie am 25.&nbsp;Mai 2018 durch den C mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen wurde.<br \/>Die Transfervermerke weisen bei allen Signaturen hinsichtlich der Integrit&auml;t und der G&uuml;ltigkeit des Zertifikats die Eintragung &quot;g&uuml;ltig&quot; auf. Der erkennende Senat sieht daher keine Anhaltspunkte daf&uuml;r, an der Echtheit der Signatur zu zweifeln. Auch die Kl&auml;gerin hat keine entsprechenden Anhaltspunkte vorgetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit die Kl&auml;gerin vortr&auml;gt, dass ihr im Rahmen der zur Vorbereitung der Nichtzulassungsbeschwerde vom FG gew&auml;hrten Akteneinsicht nicht die vollst&auml;ndige Akte zug&auml;nglich gemacht worden sei, hat sie bereits nicht dargelegt, inwieweit die angegriffene Entscheidung auf einem etwaigen sich hieraus ergebenden Verfahrensmangel beruhen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der von der Kl&auml;gerin ger&uuml;gte Verfahrensfehler in Gestalt einer Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO) liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r umfasst das Recht der Verfahrensbeteiligten, sich vor Erlass einer Entscheidung zu den entscheidungserheblichen Tatsachen und &#8211;gegebenenfalls&#8211; Beweisergebnissen zu &auml;u&szlig;ern, sowie in rechtlicher Hinsicht alles vorzutragen, was sie f&uuml;r wesentlich halten. Dar&uuml;ber hinaus gebietet es der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r, f&uuml;r die Prozessbeteiligten &uuml;berraschende Entscheidungen zu unterlassen. Eine &Uuml;berraschungsentscheidung liegt vor, wenn das Finanzgericht (FG) sein Urteil auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten oder nicht bekannten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt st&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter selbst unter Ber&uuml;cksichtigung der Vielzahl vertretbarer Auffassungen nach dem bisherigen Verlauf der Verhandlung nicht rechnen musste. Dies kann insbesondere der Fall sein, wenn ein entscheidungserheblicher Umstand vom FG erst mit dem Endurteil in das Verfahren eingebracht wird (vgl. u.a. BFH-Beschl&uuml;sse vom 23.&nbsp;Februar 2017 IX&nbsp;B&nbsp;2\/17, BFH\/NV 2017, 746, und vom 11.&nbsp;Mai 2017 IX&nbsp;B&nbsp;23\/17, BFH\/NV 2017, 1059).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Daran gemessen liegt ein Versto&szlig; gegen das Gebot rechtlichen Geh&ouml;rs nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Frage der Bewertung der im Rahmen der Betriebsaufgabe entnommenen Grundst&uuml;cke bildete den zentralen Streitpunkt des Rechtsstreits. Das FG hat im Rahmen des Verfahrens &uuml;ber die Aussetzung der Vollziehung (AdV) mit Beschluss vom 18.&nbsp;April 2018&nbsp;&nbsp;1&nbsp;V&nbsp;3005\/17 bereits deutlich gemacht, dass es im Gegensatz zur Auffassung des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt) das Sachwertverfahren f&uuml;r die sachgerechte Bewertungsmethode h&auml;lt und die Bodenwerte aus der Bodenwertkarte entnehmen will. Durch den in der Ladung vom 26.&nbsp;April 2018 enthaltenen Hinweis auf die sich aus dem AdV-Beschluss ergebenden Erfolgsaussichten der Klage wurde zudem erkennbar, dass das FG an dieser Auffassung festhalten wollte, zumal die Kl&auml;gerin ihrerseits von der ihr einger&auml;umten M&ouml;glichkeit, ein privates Sachverst&auml;ndigengutachten vorzulegen, innerhalb der daf&uuml;r bis 31.&nbsp;M&auml;rz 2018 gew&auml;hrten Frist keinen Gebrauch gemacht hatte. Die fachkundig vertretene Kl&auml;gerin musste daher damit rechnen, dass das FG auch im Rahmen des Endurteils bei dieser Wertermittlungsmethode und bei einer eigenen Wertermittlung bleibt. Eines zus&auml;tzlichen Hinweises in der m&uuml;ndlichen Verhandlung bedurfte es unter diesen Umst&auml;nden nicht, da es f&uuml;r die fachkundig vertretenen Beteiligten auch so hinreichend erkennbar wurde, dass die Wertermittlung entsprechend dem Ergebnis des AdV-Verfahrens erfolgen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Revision ist nicht wegen einer Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO erforscht das Gericht den Sachverhalt von Amts wegen. Hierbei haben die Beteiligten mitzuwirken (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 FGO). Kommen sie ihrer Mitwirkungspflicht nicht nach, vermindert sich die Ermittlungspflicht des FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Stellen Beteiligte, die in der m&uuml;ndlichen Verhandlung rechtskundig vertreten sind, keine auf eine weitere Sachaufkl&auml;rung gerichteten Antr&auml;ge, kommt eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht durch das FG nur in Betracht, wenn sich dem FG eine weitere Aufkl&auml;rung auch ohne Antrag h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschluss vom 19.&nbsp;September 2013 III&nbsp;B&nbsp;47\/13, BFH\/NV 2014, 72). In der Beschwerdebegr&uuml;ndung muss deshalb schl&uuml;ssig dargelegt werden, warum ein im finanzgerichtlichen Verfahren fachkundig vertretener Kl&auml;ger nicht von sich aus in der m&uuml;ndlichen Verhandlung einen entsprechenden Beweisantrag gestellt hat (z.B. Senatsbeschluss vom 28.&nbsp;November 2003 III&nbsp;B&nbsp;7\/03, BFH\/NV 2004, 645).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die Verpflichtung zur Sachaufkl&auml;rung zu den Verfahrensvorschriften geh&ouml;rt, auf deren Beachtung die Prozessbeteiligten verzichten k&ouml;nnen (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 ZPO), muss der Beschwerdef&uuml;hrer auch vortragen, dass die Nichterhebung eines angebotenen oder vom FG von sich aus zu erhebenden Beweises in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ger&uuml;gt wurde oder weshalb diese R&uuml;ge nicht m&ouml;glich war (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Juli 1998 V&nbsp;R&nbsp;68\/96, BFHE 186, 161, BStBl II 1998, 637; Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;120 Rz&nbsp;69&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dem gen&uuml;gt der kl&auml;gerische Vortrag nicht. Es wird nicht deutlich, weshalb die Kl&auml;gerin nicht von sich aus ein Sachverst&auml;ndigengutachten beantragt hat. Auch wird nicht schl&uuml;ssig dargelegt, woraus sich unter den gegebenen Umst&auml;nden die Berechtigung der Annahme ergab, dass das FG von sich aus ein Sachverst&auml;ndigengutachten einholen w&uuml;rde, obwohl eine solche Beweiserhebung in der m&uuml;ndlichen Verhandlung weder von den Beteiligten noch vom FG thematisiert wurde. Ebenso wenig wird deutlich, weshalb es der Kl&auml;gerin nicht m&ouml;glich gewesen sein soll, die Nichterhebung des Beweises in der m&uuml;ndlichen Verhandlung zu r&uuml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Revision ist schlie&szlig;lich auch nicht wegen des Fehlens von Urteilsgr&uuml;nden zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein Verfahrensmangel i.S. des &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 FGO liegt nur dann vor, wenn die Urteilsgr&uuml;nde ganz oder zum Teil fehlen und sie den Prozessbeteiligten keine Kenntnis dar&uuml;ber vermitteln, auf welchen Feststellungen, Erkenntnissen und rechtlichen &Uuml;berlegungen das Urteil beruht, d.h. wenn den Beteiligten die M&ouml;glichkeit entzogen ist, die getroffene Entscheidung auf ihre Rechtm&auml;&szlig;igkeit hin zu &uuml;berpr&uuml;fen (vgl. dazu z.B. BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;Januar 2014 XI&nbsp;B&nbsp;120\/13, BFH\/NV 2014, 686, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben kann im Streitfall von einem Fehlen der Entscheidungsgr&uuml;nde i.S. von &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 FGO nicht ausgegangen werden. Die Kl&auml;gerin r&uuml;gt, die Entscheidungsgr&uuml;nde lie&szlig;en nicht deutlich werden, woraus der Senat die eigene Sachkunde ableite. Aus den Entscheidungsgr&uuml;nden wird jedoch hinreichend ersichtlich, dass der Senat von einem einfach gelagerten Bewertungsfall ausging, dass er seine eigene Sachkunde in der Anwendung des Sachwertverfahrens aus zahlreichen gleichgelagerten F&auml;llen ableitete und dass mangels Besonderheiten des Streitfalls und mangels entsprechender Beweisantr&auml;ge der Beteiligten ein Sachverst&auml;ndigenbeweis nicht notwendig erschien. Da den Beteiligten hierdurch die M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet wurde, die getroffene Entscheidung auf ihre Rechtm&auml;&szlig;igkeit hin zu &uuml;berpr&uuml;fen, r&uuml;gt die Kl&auml;gerin im Ergebnis allenfalls eine l&uuml;ckenhafte Urteilsbegr&uuml;ndung, nicht aber &#8211;wie erforderlich&#8211; das Fehlen von Urteilsgr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Von einer Darstellung des Sachverhalts und einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat ab (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 3.4.2019, III B 80\/18ECLI:DE:BFH:2019:B.030419.IIIB80.18.0 Elektronische Gerichtsakte; Unterschriften der beteiligten Richter und des Protokollf&uuml;hrers unter Urteil und Protokoll Leits&auml;tze 1. 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