{"id":70896,"date":"2019-07-05T17:58:15","date_gmt":"2019-07-05T15:58:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70896"},"modified":"2019-07-05T17:58:15","modified_gmt":"2019-07-05T15:58:15","slug":"x-r-29-16-teilweise-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-20-februar-2019-x-r-28-17-vom-mitteilungspflichtigen-zu-vertretende-verspaetete-uebermittlung-einer-rentenbezugsmitteilung-als-voraussetzung-fuer-d","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-29-16-teilweise-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-20-februar-2019-x-r-28-17-vom-mitteilungspflichtigen-zu-vertretende-verspaetete-uebermittlung-einer-rentenbezugsmitteilung-als-voraussetzung-fuer-d\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;29\/16 &#8211; Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 20. Februar 2019 X R 28\/17 &#8211; Vom Mitteilungspflichtigen zu vertretende versp&auml;tete &Uuml;bermittlung einer Rentenbezugsmitteilung als Voraussetzung f&uuml;r die Erhebung des Versp&auml;tungsgeldes"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.2.2019, X R 29\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.200219.XR29.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 20. Februar 2019 X R 28\/17 &#8211; Vom Mitteilungspflichtigen zu vertretende versp&auml;tete &Uuml;bermittlung einer Rentenbezugsmitteilung als Voraussetzung f&uuml;r die Erhebung des Versp&auml;tungsgeldes<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ob eine mitteilungspflichtige Stelle die versp&auml;tete &Uuml;bermittlung gem&auml;&szlig; &sect; 22a Abs. 5 Satz 3 EStG nicht zu vertreten hat, ist anhand des auf die allgemeinen Verkehrsbed&uuml;rfnisse ausgerichteten objektiven Sorgfaltsma&szlig;stabs zu beurteilen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Ein Softwareunternehmer ist als Erf&uuml;llungsgehilfe der mitteilungspflichtigen Stelle anzusehen, wenn er eine individualisierte Software im Hinblick auf die konkrete &Uuml;bermittlung der Rentenbezugsmitteilungen schuldet.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Eine Doppelbestrafung liegt jedenfalls dann nicht vor, wenn gegen einen Mitteilungspflichtigen ausschlie&szlig;lich ein Versp&auml;tungsgeld gem&auml;&szlig; &sect; 22a Abs. 5 EStG, nicht aber auch eine Geldbu&szlig;e nach &sect; 50f EStG erhoben wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Die Regelungen des &sect; 22a Abs. 1 und Abs. 5 EStG sind mit dem Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz vereinbar.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 12. November 2015&nbsp;&nbsp;5 K 10235\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Berlin-Brandenburg zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">A.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist ein Versorgungswerk. Dieses hat als K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts die gesetzliche Verpflichtung, seinen Mitgliedern und sonstigen Leistungsberechtigten die Versorgung nach Ma&szlig;gabe des Gesetzes &uuml;ber die Alters- und Hinterbliebenenversorgung zu gew&auml;hren. Im Jahr 2012 f&uuml;hrte die Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (Deutsche Rentenversicherung Bund, Zentrale Zulagenstelle f&uuml;r Altersverm&ouml;gen &#8211;ZfA&#8211;) beim Kl&auml;ger eine auf die rechtzeitige und vollst&auml;ndige &Uuml;bermittlung der Rentenbezugsmitteilungen des Jahres 2011 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (EStG) bezogene Au&szlig;enpr&uuml;fung durch. Dabei stellte sich heraus, dass bis zum 6.&nbsp;Oktober 2012&nbsp;&nbsp;23&nbsp;Meldungen unterblieben und 2&nbsp;939&nbsp;Meldungen versp&auml;tet eingereicht worden waren. Die ZfA setzte daraufhin ein Versp&auml;tungsgeld gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG in H&ouml;he von 30.690&nbsp;EUR fest. Der Kl&auml;ger sah die versp&auml;tete &Uuml;bermittlung als f&uuml;r ihn unvermeidbar an. Er habe bereits Anfang 2012 Kontakt zu dem Softwarehersteller (S) aufgenommen und von diesem die Information erhalten, der entsprechende Men&uuml;punkt in der Software sei deaktiviert worden, weil eine ge&auml;nderte Schnittstelle zuvor noch getestet werden m&uuml;sse. S habe ihm am 9.&nbsp;Februar 2012 mitgeteilt, die Daten m&uuml;ssten gepr&uuml;ft und etwaige Problemf&auml;lle anhand der von ihm zur Verf&uuml;gung gestellten Liste untersucht und gegebenenfalls bereinigt werden. Nachdem Ende Februar 2012 noch kein Ergebnis vorgelegen habe, habe S auf Nachfrage des Kl&auml;gers die Pr&uuml;fung der selektierten F&auml;lle &uuml;bernommen und am 27.&nbsp;Februar 2012 best&auml;tigt, die Daten seien nunmehr ordnungsgem&auml;&szlig; und k&ouml;nnten unver&auml;ndert bleiben. Anschlie&szlig;end seien im Echtbetrieb die entsprechenden Verarbeitungen vorgenommen und die Rentenbezugsmitteilungen erstellt worden. Bei nochmaliger &Uuml;berpr&uuml;fung seien aber neue Fehler festgestellt worden, die nach Reklamation durch zwei Software-Updates am 28.&nbsp;Februar 2012 und am 6.&nbsp;M&auml;rz 2012 behoben worden seien. Da die Verz&ouml;gerung vom Kl&auml;ger demzufolge nicht zu vertreten gewesen sei, scheide die Festsetzung eines Versp&auml;tungsgeldes aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesem Vorbringen folgte die ZfA im Einspruchsverfahren nicht, so dass das Versp&auml;tungsgeld nur aus einem anderen &#8211;zwischen den Beteiligten unstreitigen&#8211; Grund geringf&uuml;gig herabgesetzt wurde. Die gegen die Einspruchsentscheidung gerichtete Klage hatte &uuml;berwiegend Erfolg. Das Finanzgericht (FG) war der Auffassung, die ZfA h&auml;tte hinsichtlich der Mitte M&auml;rz 2012 &uuml;bersandten 2&nbsp;939&nbsp;Mitteilungen nach &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG von der Erhebung des Versp&auml;tungsgeldes absehen m&uuml;ssen, weil die Frist&uuml;berschreitung insoweit auf Gr&uuml;nden beruhe, die der Kl&auml;ger nicht zu vertreten gehabt habe. Anhaltspunkte f&uuml;r eine vors&auml;tzliche versp&auml;tete &Uuml;bersendung l&auml;gen nicht vor, ein fahrl&auml;ssiges Verhalten des Kl&auml;gers sei bei Zugrundelegung des unstreitigen Sachverhalts ebenfalls zu verneinen. Auch ein Auswahlverschulden hinsichtlich des S k&ouml;nne nicht festgestellt werden, da Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass es bereits zuvor Schwierigkeiten bei der Beseitigung von Fehlern durch S gegeben habe, nicht vorl&auml;gen. Dem Kl&auml;ger sei auch ein etwaiges Verschulden des S nicht zuzurechnen, da es sich bei S nicht um seinen Erf&uuml;llungsgehilfen gehandelt habe. Verpflichtet zur rechtzeitigen Daten&uuml;bermittlung nach &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG sei ausschlie&szlig;lich der Kl&auml;ger gewesen. In die Erf&uuml;llung dieser Pflicht habe der Kl&auml;ger den S nicht eingebunden, er habe von diesem lediglich das Programm bezogen, mit dem er selbst die Datenverarbeitung und -&uuml;bermittlung vorgenommen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die ZfA begr&uuml;ndet ihre Revision mit der Verletzung materiellen Rechts sowie mit Verfahrensfehlern des FG. Das FG lege das Vertretenm&uuml;ssen i.S. des &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 EStG unzutreffend als subjektives Verschulden aus. Dar&uuml;ber, welche Gr&uuml;nde der Mitteilungspflichtige nicht zu vertreten habe und was unter Vertretenm&uuml;ssen &uuml;berhaupt zu verstehen sei, treffe &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 EStG zwar keine Aussage. Es sei aber davon auszugehen, dass der Mitteilungspflichtige gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG alle Gr&uuml;nde f&uuml;r Versp&auml;tungen bei der Daten&uuml;bermittlung der Rentenbezugsmitteilungen zu vertreten habe, die in seinem Einflussbereich, in seiner Sph&auml;re verursacht worden seien. Insoweit k&ouml;nne auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 17.&nbsp;Dezember 2014 II&nbsp;R&nbsp;41\/12 (BFHE 248, 197, BStBl II 2015, 663, Rz&nbsp;12) zum Nichtvertretenm&uuml;ssen des Steuerschuldners in &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 des Grundsteuergesetzes (GrStG) verwiesen werden. Diese Auslegung stehe sowohl mit der Gesetzessystematik als auch mit dem Telos des &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 EStG im Einklang.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbst wenn das Vertretenm&uuml;ssen in &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG nicht i.S. des Sph&auml;rengedankens ausgelegt, sondern ein objektiver Sorgfaltsma&szlig;stab f&uuml;r ma&szlig;geblich gehalten w&uuml;rde, h&auml;tte der Kl&auml;ger nicht die Sorgfalt beachtet, die zur fristgem&auml;&szlig;en Daten&uuml;bertragung der Rentenbezugsmitteilungen vern&uuml;nftigerweise im Verkehr erforderlich sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Auffassung des FG, ein Softwareunternehmer sei kein Erf&uuml;llungsgehilfe, f&uuml;hre zu einem faktischen Unterlaufen des Gesetzeszwecks, wenn sich ein Mitteilungspflichtiger &#8211;wie das FG meine&#8211; unter Hinweis auf die Hilfeleistung eines Softwareherstellers entlasten k&ouml;nne, da die Beauftragung eines Softwareherstellers im Rentenbezugsmitteilungsverfahren geradezu typisch sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe zudem keinen ausreichenden Sachverhalt ermittelt, um beurteilen zu k&ouml;nnen, ob und wie S in die Erf&uuml;llung der gesetzlichen Mitteilungspflichten des Kl&auml;gers eingebunden gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die ZfA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Regelung des &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 EStG sei verfassungsrechtlich unter dem Gesichtspunkt der Doppelsanktion bedenklich, da neben dem Versp&auml;tungsgeld auch eine Geldbu&szlig;e gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;50f EStG erhoben werden k&ouml;nne, wenn die mitteilungspflichtige Stelle vors&auml;tzlich oder leichtfertig entgegen &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG die dort genannten Daten nicht, nicht richtig, nicht vollst&auml;ndig oder nicht rechtzeitig &uuml;bermittle. Das Versp&auml;tungsgeld versto&szlig;e zudem gegen den aus dem Rechtsstaatsprinzip abzuleitenden Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz, denn &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 EStG beachte nicht in hinreichendem Ma&szlig;e das Verh&auml;ltnis zwischen der H&ouml;he der Sanktion und dem eingetretenen Nachteil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem sei der Kl&auml;ger nicht der origin&auml;re Steuerpflichtige, der zu einem bestimmten Verhalten anzuhalten sei. Steuerpflichtiger sei vielmehr der Rentenbezieher. Daher k&ouml;nne es sich bei dem Versp&auml;tungsgeld auch nicht um eine steuerliche Nebenleistung i.S. des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;4 der Abgabenordnung (AO) handeln, so dass sich bereits die Frage nach der Legitimation des &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 EStG stelle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall liege kein Verschulden gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 S&auml;tze&nbsp;3 und 4 EStG vor. Es gebe keinen Grund, aus der Formulierung des Gesetzes abzuleiten, der Gesetzgeber habe mit &quot;vertreten m&uuml;ssen&quot; kein &quot;Verschulden&quot; gemeint. Sollte es sich bei dem Versp&auml;tungsgeld um einen pauschalierten Schadensersatz handeln, w&auml;re &sect;&nbsp;276 Abs.&nbsp;2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) anwendbar, da der Grundsatz &quot;kein Schadensersatz ohne Verschulden&quot; gelte. Diese zivilrechtliche Sicht lasse sich auch &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;4 EStG entnehmen, da der Gesetzgeber dort das Handeln eines gesetzlichen Vertreters oder Erf&uuml;llungsgehilfen dem eigenen Handeln gleichgestellt und dabei ebenfalls zivilrechtliche Rechtsbegriffe verwandt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem unstreitigen Verfahrensablauf lasse sich weder ein vors&auml;tzliches noch ein fahrl&auml;ssiges Verhalten des Kl&auml;gers ableiten. Ein schuldhaftes Verhalten eines Erf&uuml;llungsgehilfen k&ouml;nne ihm ebenfalls nicht zugerechnet werden, weil er S in seine Daten&uuml;bermittlungspflicht nach &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG nicht eingebunden, sondern von ihm lediglich das Programm bezogen habe, mit dem er selbst die Datenverarbeitung und -&uuml;bermittlung vorgenommen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ist dem Revisionsverfahren beigetreten. Es hat keinen Antrag gestellt, unterst&uuml;tzt in der Sache aber die Auffassung der ZfA. Es weist insbesondere darauf hin, dass das Verbot der Doppelbestrafung nicht in der Europ&auml;ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) selbst, sondern in Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 des 7.&nbsp;Zusatzprotokolls zur EMRK geregelt sei, das die Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) bisher aber nicht ratifiziert habe. Das Versp&auml;tungsgeld versto&szlig;e zudem nicht gegen den Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz. Die Eignung und Erforderlichkeit der pr&auml;ventiven Regelung &uuml;ber das Versp&auml;tungsgeld zeige sich schon daran, dass die Quote fristgerecht &uuml;bermittelter Rentenbezugsmitteilungen von 72,25&nbsp;% im Jahr des Inkrafttretens des &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 EStG (2010) kontinuierlich bis auf 97,8&nbsp;% im Jahr 2016 gestiegen sei. Die Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit i.e.S. sei auch im Hinblick auf die Verpflichtung des Kl&auml;gers als Dritten gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">B.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil wird aufgehoben und die Sache an das FG zur&uuml;ckverwiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Im Streitfall liegt weder ein Versto&szlig; gegen das Verbot der Doppelbestrafung vor (unter I.) noch verletzt die gesetzliche Regelung des &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;5 EStG den Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz (unter II.). Bedenken gegen &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 EStG ergeben sich auch nicht aus anderen Gr&uuml;nden (unter III.). Die Auffassung des FG, dem Kl&auml;ger sei kein Verschulden an der Fristvers&auml;umnis anzulasten, h&auml;lt einer revisionsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung nicht stand. Der festgestellte Sachverhalt reicht dem erkennenden Senat indes nicht aus, um abschlie&szlig;end beurteilen zu k&ouml;nnen, ob die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 S&auml;tze&nbsp;3 und 4 EStG gegeben sind (unter IV.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist weder einer Doppelbestrafung im verfassungs-, menschen- oder unionsrechtlichen Sinne ausgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der angefochtene Bescheid verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;3 des Grundgesetzes (GG), wonach niemand wegen derselben Tat aufgrund der allgemeinen Strafgesetze mehrmals bestraft werden darf. Der Senat kann offenlassen, ob der Kl&auml;ger als K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts &uuml;berhaupt Tr&auml;ger des grundrechtsgleichen Rechts nach Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;3 GG sein kann. Selbst wenn er in dessen pers&ouml;nlichen Schutzbereich fiele, w&auml;re jedenfalls der sachliche Schutzbereich nicht er&ouml;ffnet, denn gegen den Kl&auml;ger ist im Zusammenhang mit der von der ZfA angenommenen versp&auml;teten &Uuml;bermittlung von Rentenbezugsmitteilungen f&uuml;r 2011 niemals ein zweites Verfahren &#8211;insbesondere kein Bu&szlig;geldverfahren nach &sect;&nbsp;50f EStG&#8211; eingeleitet worden. Die ZfA hat sogar erkl&auml;rt, von &sect;&nbsp;50f EStG bisher noch in keinem Fall Gebrauch gemacht zu haben. Dar&uuml;ber hinaus liegen im Streitfall keine Anhaltspunkte daf&uuml;r vor, dass die materiell-rechtlichen Voraussetzungen dieses Bu&szlig;geldtatbestands &#8211;insbesondere die im subjektiven Bereich geforderte Leichtfertigkeit&#8211; &uuml;berhaupt erf&uuml;llt sein k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger kann sich auch nicht auf eine verb&uuml;rgte Garantie der EMRK berufen, weil eine dem Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;3 GG entsprechende Gew&auml;hrleistung nicht in der EMRK selbst, sondern lediglich in Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 ihres 7.&nbsp;Zusatzprotokolls enthalten ist. Dieses 7.&nbsp;Zusatzprotokoll ist von Deutschland zwar am 22.&nbsp;November 1984 unterzeichnet, bislang aber nicht ratifiziert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem angefochtenen Bescheid steht die Gew&auml;hrleistung des Art.&nbsp;50 der Charta der Grundrechte der Europ&auml;ischen Union (EUGrdRCh) ebenfalls nicht entgegen, wonach niemand wegen einer Straftat, deretwegen er bereits in der Union nach dem Gesetz rechtskr&auml;ftig verurteilt oder freigesprochen worden ist, in einem Strafverfahren erneut verfolgt oder bestraft werden darf. Vorliegend wendet sich der Kl&auml;ger nicht gegen eine erneute Verfolgung oder Bestrafung, sondern bereits gegen die erste &#8211;und in seinem Fall auch einzige&#8211; Verwaltungssanktion. Der Schutzbereich des Art.&nbsp;50 EUGrdRCh ist damit von vornherein nicht ber&uuml;hrt. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf das Senatsurteil vom 20.&nbsp;Februar 2019 X&nbsp;R&nbsp;28\/17 (&#8211;www.bundesfinanzhof.de, Entscheidungen online&#8211; unter B.II.) verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch soweit der Kl&auml;ger den Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz durch die Erhebung des Versp&auml;tungsgeldes als verletzt ansieht, kann der Senat dem nicht zustimmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz genie&szlig;t Verfassungsrang und ergibt sich aus dem Rechtsstaatsprinzip (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG) sowie aus dem Wesen der Grundrechte selbst, die als Ausdruck des allgemeinen Freiheitsanspruchs des B&uuml;rgers gegen&uuml;ber dem Staat von der &ouml;ffentlichen Gewalt jeweils nur so weit beschr&auml;nkt werden d&uuml;rfen, als es zum Schutz &ouml;ffentlicher Interessen unerl&auml;sslich ist (s. Beschl&uuml;sse des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 15.&nbsp;Dezember 1965&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;513, 65, BVerfGE 19, 342, unter III.2., und vom 12.&nbsp;Mai 1987&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1226\/83, 2&nbsp;BvR 101\/84, 2&nbsp;BvR&nbsp;313\/84, BVerfGE 76, 1, unter C.I.5.b&nbsp;aa).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Abgesehen von der Frage, inwieweit sich der Kl&auml;ger als K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts &uuml;berhaupt auf den im Rechtsstaatsprinzip wurzelnden Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz berufen kann (vgl. dazu u.a. Urteil des BVerfG vom 7.&nbsp;November 2017&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvE&nbsp;2\/11, BVerfGE 147, 50, Rz&nbsp;239, m.w.N.), wurden in &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;5 EStG die Grenzen des Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatzes beachtet. Dies gilt insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass dem Kl&auml;ger als Dritten die Pflicht zur &Uuml;bermittlung der Rentenbezugsmitteilungen auferlegt worden ist. Der Senat verkennt zwar nicht, dass die gesetzlich auferlegte &Uuml;bermittlungspflicht bei den meldepflichtigen Stellen zus&auml;tzlichen zeitlichen, personellen und finanziellen Aufwand verursacht. Er sieht diese Belastung im Hinblick auf das verfassungsrechtlich gebotene Ziel der gleichm&auml;&szlig;igen Besteuerung der Eink&uuml;nfte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a und Nr.&nbsp;5 EStG indes als noch angemessen an. Auch ist der Senat nach Abw&auml;gung der vom Gesetzgeber mit dem Versp&auml;tungsgeld letztendlich verfolgten Ziele, eine effektive und m&ouml;glichst einfache Verwaltung zu gew&auml;hrleisten, mit der hierdurch eintretenden Belastung des jeweiligen Mitteilungspflichtigen nicht der Auffassung, dass die Regelung des &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 EStG unangemessen ist. Zur n&auml;heren Begr&uuml;ndung wird auf das Senatsurteil X&nbsp;R&nbsp;28\/17 vom heutigen Tage (www.bundesfinanzhof.de, Entscheidungen online) unter B.III. verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Charakter des Versp&auml;tungsgeldes als steuerlicher Nebenleistung steht nicht entgegen, dass die als Schuldner des Versp&auml;tungsgeldes in Betracht kommenden mitteilungspflichtigen Stellen nicht zugleich Steuerschuldner sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Nebenleistungen des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;4 AO dienen nicht nur der Absicherung und Durchsetzung der Steuerzahlungspflicht, sondern auch der daneben bestehenden Pflichten des Steuerpflichtigen sowie Dritter (so auch Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;3 AO Rz&nbsp;93). Der Kl&auml;ger verneint zwar selbstredend seine Steuerschuldnerschaft, &uuml;bersieht aber, dass er gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 AO Steuerpflichtiger ist, da Steuerpflichtiger u.a. auch der ist, der durch die Steuergesetze auferlegte Verpflichtungen &#8211;im Streitfall die &Uuml;bermittlung der Rentenbezugsmitteilungen durch die mitteilungspflichtigen Stellen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;1 EStG&#8211; zu erf&uuml;llen hat (vgl. &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 a.E. AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">IV.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Auffassung des FG, der Kl&auml;ger habe die Fristvers&auml;umnis nicht zu vertreten, h&auml;lt einer revisionsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung nicht stand. Anders als das FG meint, ist bei der Pr&uuml;fung des &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG kein subjektiver, sondern vielmehr der auf die allgemeinen Verkehrsbed&uuml;rfnisse ausgerichtete objektive Sorgfaltsma&szlig;stab anzuwenden (unter 1.). Ob auch unter Zugrundelegung dieses Ma&szlig;stabs ein Vertretenm&uuml;ssen des Kl&auml;gers im Streitfall zu verneinen ist, kann vom Senat nicht abschlie&szlig;end entschieden werden (unter 2.). Inwieweit dem Kl&auml;ger ein m&ouml;gliches Verschulden des Softwareherstellers gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;4 EStG zugerechnet werden kann, vermag der Senat mangels Kenntnis der zugrundeliegenden Vertragsverh&auml;ltnisse ebenfalls nicht abschlie&szlig;end zu beurteilen (unter 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Wenn das FG meint, es k&ouml;nne kein eigenes Verschulden des Kl&auml;gers feststellen, da ein fahrl&auml;ssiges Verhalten anhand eines subjektiven Ma&szlig;stabs bei Zugrundelegung des unstreitigen Sachverhalts zu verneinen sei, kann der Senat dieses Ergebnis nicht teilen. Der Senat stimmt zwar nicht der von der ZfA und dem BMF vertretenen Auffassung zu, der Mitteilungspflichtige habe alle in seiner Sph&auml;re liegenden Umst&auml;nde zu vertreten, meint aber &#8211;anders als das FG&#8211; nicht, dass der Pr&uuml;fung des &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG ein subjektiver Fahrl&auml;ssigkeitsbegriff zugrunde zu legen sei. Vielmehr ist im Rahmen des &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG der auf die allgemeinen Verkehrsbed&uuml;rfnisse ausgerichtete objektive Sorgfaltsma&szlig;stab ma&szlig;geblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Wortlaut des &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG l&auml;sst keine R&uuml;ckschl&uuml;sse darauf zu, wie der Begriff &quot;nicht zu vertreten&quot; zu verstehen ist. Auch kann der Senat den Gesetzesmaterialien &#8211;im Gegensatz zur Auffassung des BMF&#8211; nicht entnehmen, dass die Gr&uuml;nde, die der Gesetzgeber f&uuml;r ein solches Nichtvertretenm&uuml;ssen vor Augen gehabt habe, lediglich v&ouml;llig au&szlig;erhalb des Verantwortungs- und Einflussbereichs der mitteilungspflichtigen Stellen liegende Umst&auml;nde seien, wie z.B. h&ouml;here Gewalt kurz vor Ablauf der &Uuml;bermittlungsfrist oder ausschlie&szlig;lich im Verantwortungsbereich der ZfA liegende Umst&auml;nde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Vielmehr ist die &Auml;hnlichkeit der Regelung des &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG mit dem zivilrechtlichen Vertretenm&uuml;ssen des &sect;&nbsp;276 Abs.&nbsp;1 BGB augenf&auml;llig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) In dieser Vorschrift wird der Grundsatz normiert, dass der Schuldner Vorsatz und Fahrl&auml;ssigkeit zu vertreten hat. In &sect;&nbsp;276 Abs.&nbsp;2 BGB wird zudem gesetzlich definiert, dass fahrl&auml;ssig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt au&szlig;er Acht l&auml;sst. Die &Uuml;bereinstimmung mit dem Zivilrecht wird noch deutlicher bei einem Vergleich des &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;4 EStG mit &sect;&nbsp;278 Satz&nbsp;1 BGB. Nach &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;4 EStG steht das Handeln eines gesetzlichen Vertreters oder eines Erf&uuml;llungsgehilfen dem eigenen Handeln gleich, w&auml;hrend nach &sect;&nbsp;278 Satz&nbsp;1 BGB der Schuldner ein Verschulden seines gesetzlichen Vertreters und der Personen, deren er sich zur Erf&uuml;llung seiner Verbindlichkeit bedient, in gleichem Umfang zu vertreten hat wie eigenes Verschulden. Daher liegt der Schluss nahe, dass der Gesetzgeber das zivilrechtliche Begriffsverst&auml;ndnis dessen, was ein Schuldner zu vertreten hat, auch auf das Vertretenm&uuml;ssen eines Mitteilungspflichtigen in &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 EStG &uuml;bertragen wollte. Diese Annahme wird dadurch best&auml;tigt, dass der Gesetzgeber ausweislich der Gesetzesbegr&uuml;ndung mit dem Versp&auml;tungsgeld u.a. den Ausgleich des vermehrten Verwaltungsaufwands wegen der versp&auml;teten Rentenbezugsmitteilungen bezweckte (vgl. dazu BTDrucks 17\/3549, S.&nbsp;19), so dass auch insoweit eine gewisse N&auml;he zum (pauschalen) &quot;Schadensersatz&quot; gegeben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Abweichend vom Strafrecht gilt im Zivilrecht kein individueller, sondern ein auf die allgemeinen Verkehrsbed&uuml;rfnisse ausgerichteter objektiv-abstrakter Sorgfaltsma&szlig;stab (vgl. dazu Palandt\/Gr&uuml;neberg, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 78.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;276, Rz&nbsp;15, m.w.N.). Es kommt daher nicht darauf an, welche F&auml;higkeiten und Fertigkeiten der Schuldner individuell besitzt; Ma&szlig;stab f&uuml;r das Verschulden ist vielmehr, welche Sorgfalt von einem Schuldner in dessen Lage erwartet werden kann (st&auml;ndige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211;, vgl. z.B. Urteil vom 11.&nbsp;April 2000 X&nbsp;ZR&nbsp;19\/98, Betriebs-Berater 2000, 1264, Rz&nbsp;13). Den tragenden Gesichtspunkt hierf&uuml;r liefert der Vertrauensgrundsatz. Jeder Teilnehmer am Rechtsverkehr muss darauf vertrauen k&ouml;nnen, dass jeder andere Teilnehmer mit derjenigen Sorgfalt vorgeht, die normal ist (so Staudinger\/ Caspers, BGB &sect;&nbsp;276, Rz&nbsp;29; Jauernig\/Stadler, BGB, 17.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;276, Rz&nbsp;29). Dieser Vertrauensgedanke pr&auml;gt auch das Verh&auml;ltnis zwischen der ZfA und den mitteilungspflichtigen Stellen. Die ZfA kann und muss sich darauf verlassen k&ouml;nnen, dass der Kl&auml;ger als Mitteilungspflichtiger mit der gebotenen, von ihm als Versorgungswerk, das f&uuml;r die Alterssicherung einer Vielzahl von Steuerpflichtigen verantwortlich ist, zu erwartenden Sorgfalt seinen Pflichten zur rechtzeitigen Daten&uuml;bermittlung nachkommt. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass diese Pflicht im Grundsatz bereits seit 2005 bestand, aber erstmals ab dem 1.&nbsp;Oktober 2009 zu erf&uuml;llen war (s. Schreiben des Bundeszentralamts f&uuml;r Steuern vom 28.&nbsp;Oktober 2008, BStBl I 2008, 955).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Mit der Zugrundelegung des objektiven Sorgfaltsma&szlig;stabs wird zudem ber&uuml;cksichtigt, dass die Exkulpationsm&ouml;glichkeit notwendig ist, um eine unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ige Belastung der mitteilungspflichtigen Stellen zu verhindern. Es w&auml;re unangemessen, demjenigen, der als Garant f&uuml;r die ordnungsgem&auml;&szlig;e Besteuerung der Eink&uuml;nfte Dritter in Anspruch genommen wird (vgl. dazu das Senatsurteil vom 20.&nbsp;Februar 2019 X&nbsp;R&nbsp;28\/17, &#8211;www.bundesfinanzhof.de, Entscheidungen online&#8211; unter B.III.1.), eine derart umfassende Verantwortlichkeit aufzuerlegen, dass er nur bei v&ouml;llig au&szlig;erhalb seines Verantwortungs- und Einflussbereichs liegenden Umst&auml;nden eine Versp&auml;tung der &Uuml;bermittlung nicht zu vertreten hat (&auml;hnlich auch BFH-Urteil vom 28.&nbsp;August 2012 I&nbsp;R&nbsp;10\/12, BFHE 239, 1, BStBl II 2013, 266, Rz&nbsp;20 zur Auslegung des &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;2&nbsp;b AO, wonach es ausgeschlossen ist, im Rahmen des Entschlie&szlig;ungsermessens von einer Vorpr&auml;gung auszugehen, d.h. jede Verletzung der Mitwirkungspflichten &#8211;unabh&auml;ngig davon, ob den Steuerpflichtigen ein Schuldvorwurf trifft&#8211; grunds&auml;tzlich zur Festsetzung eines Verz&ouml;gerungsgeldes f&uuml;hrt).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Aus diesem Grunde kann auch nicht &#8211;wie die ZfA meint&#8211; die Rechtsprechung des BFH zum Vertretenm&uuml;ssen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrStG bei der Auslegung des &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG herangezogen werden. Es handelt sich um zwei v&ouml;llig unterschiedliche Konstellationen und Interessenlagen. Der teilweise Erlass der Grundsteuer wegen einer wesentlichen Ertragsminderung, der nur dann gew&auml;hrt wird, wenn der Steuerschuldner diese Minderung nicht zu vertreten hat, kann nicht mit der streitgegenst&auml;ndlichen Erhebung eines Versp&auml;tungsgeldes verglichen werden, das den Mitteilungspflichtigen dazu anhalten soll, die Rentenbezugsmitteilungen rechtzeitig zu &uuml;bermitteln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat demgegen&uuml;ber seiner Pr&uuml;fung einen subjektiven Fahrl&auml;ssigkeitsbegriff zugrunde gelegt. Ob der Kl&auml;ger im Streitfall die versp&auml;tete &Uuml;bermittlung der Rentenbezugsmitteilungen auch dann nicht zu vertreten hatte, wenn die Fahrl&auml;ssigkeit nach objektiv-abstrakten Ma&szlig;st&auml;ben zu beurteilen ist, kann jedenfalls auf der Grundlage des festgestellten Sachverhalts nicht abschlie&szlig;end beurteilt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob die Aktivit&auml;ten des Kl&auml;gers in den Monaten Januar und Februar 2012 ausreichten, um die Sorgfalt bejahen zu k&ouml;nnen, die von einem Mitteilungspflichtigen erwartet werden kann, h&auml;ngt u.a. auch davon ab, wie die Vertragsbeziehungen zwischen dem Kl&auml;ger und S ausgestaltet waren. Sollte das Vorbringen des Kl&auml;gers zutreffen, er habe bei S lediglich eine Software bestellt, reicht sein von ihm selbst beschriebenes Handeln jedenfalls nicht aus, um zu belegen, dass er sich sorgf&auml;ltig und den Anforderungen an das Mitteilungsverfahren entsprechend verhalten hat. Dazu h&auml;tte der Kl&auml;ger darlegen m&uuml;ssen, aus welchen Gr&uuml;nden er darauf h&auml;tte vertrauen d&uuml;rfen, dass S ihm eine fehlerfreie Software so rechtzeitig zur Verf&uuml;gung stellen w&uuml;rde, dass ihm die fristgerechte &Uuml;bermittlung der Rentenbezugsmitteilungen bis zum 1.&nbsp;M&auml;rz 2012 m&ouml;glich gewesen w&auml;re. Zudem h&auml;tte er darlegen m&uuml;ssen, dass ihn kein Auswahlverschulden bei der Beauftragung des S trifft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor allem h&auml;tte der Kl&auml;ger nachvollziehbare Gr&uuml;nde darlegen m&uuml;ssen, warum er erst Ende Februar 2012 aktiv geworden ist, obwohl er bereits am 9.&nbsp;Februar 2012 von S auf Probleme hingewiesen worden war. Ein entsprechendes Vorbringen fehlt. Beim derzeitigen Kenntnisstand sind f&uuml;r den Senat auch keine Gr&uuml;nde erkennbar. Der Kl&auml;ger h&auml;tte vielmehr entweder bei S intensiver und fr&uuml;her intervenieren oder sich ggf. um einen anderen Softwarehersteller bem&uuml;hen m&uuml;ssen. Auch w&auml;re es eventuell m&ouml;glich gewesen, das von der ZfA angebotene Pr&uuml;fverfahren zu nutzen. Es entspricht jedenfalls keinem an dem gebotenen Sorgfaltsma&szlig;stab ausgerichteten Verhalten und d&uuml;rfte als fahrl&auml;ssig anzusehen sein, lediglich bis zum Ablauf einer Frist abzuwarten, ob eine mangelfreie Software von einem Dritten zur Verf&uuml;gung gestellt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Mangels Kenntnis der zugrundeliegenden Vertragsverh&auml;ltnisse kann der Senat nicht beurteilen, ob dem Kl&auml;ger nicht zudem ein m&ouml;gliches Verschulden des Softwareherstellers S gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;4 EStG zugerechnet werden k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat die Auffassung vertreten, S sei als Softwarehersteller kein Erf&uuml;llungsgehilfe des Kl&auml;gers, und hat ihn mit einem Lieferanten verglichen, dessen von ihm geliefertes und fehlerhaftes Einzelteil von einem Werkunternehmer bei der Erstellung eines Werkes verwendet wird und der nach der Rechtsprechung des BGH kein Erf&uuml;llungsgehilfe des Werkunternehmers ist (s. Urteile vom 9.&nbsp;Februar 1978 VII&nbsp;ZR&nbsp;84\/77, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1978, 1157, und vom 12.&nbsp;Dezember 2001 X&nbsp;ZR&nbsp;192\/00, NJW 2002, 1565, unter I.2.d). Dieser Ansicht kann der Senat nicht uneingeschr&auml;nkt folgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein Erf&uuml;llungsgehilfe gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;278 BGB ist, wer nach den tats&auml;chlichen Gegebenheiten des Falles mit dem Willen des Schuldners bei der Erf&uuml;llung einer diesem obliegenden Verbindlichkeit als seine &quot;Hilfsperson&quot; t&auml;tig wird, so dass sich die T&auml;tigkeit des Erf&uuml;llungsgehilfen als eine vom Schuldner gewollte oder gebilligte Mitwirkung bei der Vertragserf&uuml;llung darstellt (s. BGH-Urteil in NJW 1978, 1157, unter 1.a). Diese Rechtsprechung ist auch bei der Auslegung des &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;4 EStG heranzuziehen, denn hier ist ebenfalls bedeutsam, ob ein Dritter in den Pflichtenkreis des Schuldners &#8211;hier des Mitteilungspflichtigen&#8211; einbezogen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) F&uuml;r den Streitfall ist damit entscheidend, wie der Softwarehersteller S in die &Uuml;bermittlung der Rentenbezugsmitteilungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG eingebunden war. Dabei ist auf den gesamten Prozess der Daten&uuml;bermittlung, einschlie&szlig;lich der Datenverarbeitung, abzustellen, nicht lediglich auf den finalen Daten&uuml;bertragungsakt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte lediglich eine Standardsoftware geschuldet sein, d&uuml;rfte der Softwarehersteller regelm&auml;&szlig;ig nicht in den Pflichtenkreis des Mitteilungspflichtigen einbezogen sein, so dass er auch nicht als Erf&uuml;llungsgehilfe anzusehen ist. Schuldet der Softwareunternehmer hingegen eine auf die Verh&auml;ltnisse des Mitteilungspflichtigen bezogene Software im Hinblick auf konkrete &Uuml;bermittlung der von diesem zu &uuml;bermittelnden Rentenbezugsmitteilungen, d&uuml;rfte er dessen Erf&uuml;llungsgehilfe sein. Sein Handeln steht in einer solchen Konstellation gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;4 EStG dem eigenen Handeln des Mitteilungspflichtigen gleich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Sollte nach Auswertung der Vertragsbeziehungen zwischen S und dem Kl&auml;ger S als Erf&uuml;llungsgehilfe des Kl&auml;gers anzusehen sein, ist weiter zu pr&uuml;fen, inwieweit S in diesem Fall seinen vertraglichen Pflichten mit der von ihm objektiv zu erwartenden Sorgfalt nachgekommen ist, er also die versp&auml;tete Bereitstellung der Software nicht zu vertreten hat. Hierzu hat das FG &#8211;von seinem rechtlichen Ausgangspunkt aus zu Recht&#8211; keine Feststellungen getroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Streitsache wird daher an das FG zur&uuml;ckverwiesen, um ihm die M&ouml;glichkeit zu geben, zu ermitteln, ob das Verhalten des Kl&auml;gers in Bezug auf die streitgegenst&auml;ndlichen Rentenbezugsmitteilungen nicht nur nach seinen pers&ouml;nlichen Kenntnissen und F&auml;higkeiten, sondern insbesondere auch nach einem auf die allgemeinen Verkehrsbed&uuml;rfnisse ausgerichteten objektiven Sorgfaltsma&szlig;stab als fahrl&auml;ssig zu betrachten ist, sowie ob der Softwareunternehmer S als Erf&uuml;llungsgehilfe anzusehen ist und dieser die versp&auml;tete Bereitstellung der Software zu vertreten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">V.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die Revision bereits aus materiell-rechtlichen Gr&uuml;nden Erfolg hat, kommt es auf die geltend gemachten Verfahrensr&uuml;gen nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">VI.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kostenentscheidung wird dem FG &uuml;bertragen (&sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.2.2019, X R 29\/16ECLI:DE:BFH:2019:U.200219.XR29.16.0 Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 20. Februar 2019 X R 28\/17 &#8211; Vom Mitteilungspflichtigen zu vertretende versp&auml;tete &Uuml;bermittlung einer Rentenbezugsmitteilung als Voraussetzung f&uuml;r die Erhebung des Versp&auml;tungsgeldes Leits&auml;tze 1. Ob eine mitteilungspflichtige Stelle die versp&auml;tete &Uuml;bermittlung gem&auml;&szlig; &sect; 22a Abs. 5 Satz 3 EStG nicht zu vertreten hat, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-29-16-teilweise-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-20-februar-2019-x-r-28-17-vom-mitteilungspflichtigen-zu-vertretende-verspaetete-uebermittlung-einer-rentenbezugsmitteilung-als-voraussetzung-fuer-d\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;29\/16 &#8211; Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 20. Februar 2019 X R 28\/17 &#8211; Vom Mitteilungspflichtigen zu vertretende versp&auml;tete &Uuml;bermittlung einer Rentenbezugsmitteilung als Voraussetzung f&uuml;r die Erhebung des Versp&auml;tungsgeldes<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70896","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70896","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70896"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70896\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70896"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70896"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70896"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}