{"id":70922,"date":"2019-07-14T22:27:07","date_gmt":"2019-07-14T20:27:07","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70922"},"modified":"2019-07-14T22:27:07","modified_gmt":"2019-07-14T20:27:07","slug":"x-b-16-19-erledigung-eines-antrags-auf-augenscheinsbeweis-in-bezug-auf-die-bildschirmdarstellung-einer-software-durch-vorlage-einer-bildschirmkopie-durch-den-prozessgegner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-16-19-erledigung-eines-antrags-auf-augenscheinsbeweis-in-bezug-auf-die-bildschirmdarstellung-einer-software-durch-vorlage-einer-bildschirmkopie-durch-den-prozessgegner\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;16\/19 &#8211; Erledigung eines Antrags auf Augenscheinsbeweis in Bezug auf die Bildschirmdarstellung einer Software durch Vorlage einer Bildschirmkopie durch den Prozessgegner"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.4.2019, X B 16\/19<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.160419.XB16.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Erledigung eines Antrags auf Augenscheinsbeweis in Bezug auf die Bildschirmdarstellung einer Software durch Vorlage einer Bildschirmkopie durch den Prozessgegner<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Wenn ein Beteiligter die Erhebung eines Augenscheinsbeweises &uuml;ber die Bildschirmdarstellung einer bestimmten Software beantragt und der Prozessgegner daraufhin eine Bildschirmkopie der einschl&auml;gigen Bildschirmdarstellung vorlegt, die vom Beweisf&uuml;hrer nicht bestritten wird, darf das FG davon ausgehen, dass sich der Beweisantrag erledigt hat.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Wer einen Verzicht auf die Durchf&uuml;hrung einer m&uuml;ndlichen Verhandlung erkl&auml;rt, verzichtet damit zugleich auf alle Beweiserhebungen, die nur in einer m&uuml;ndlichen Verhandlung vorgenommen werden k&ouml;nnen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 14. November 2018 2 K 1805\/17 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) wurde f&uuml;r das Streitjahr 2014 mit seiner &#8211;nicht am Verfahren beteiligten&#8211; Ehefrau (E) zur Einkommensteuer zusammenveranlagt. E leistete im Jahr 2014 f&uuml;r eine freiberufliche rentenversicherungspflichtige T&auml;tigkeit Beitr&auml;ge an die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) in H&ouml;he von insgesamt 18.377,04&nbsp;EUR. Dabei handelte es sich nicht nur um laufende Beitr&auml;ge f&uuml;r das Jahr 2014 (3.298,14&nbsp;EUR), sondern auch um Nachzahlungen f&uuml;r fr&uuml;here Beitragsjahre (15.078,90&nbsp;EUR). Dar&uuml;ber hinaus wurden f&uuml;r E im Jahr 2014 aus einer nichtselbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit Rentenversicherungsbeitr&auml;ge von 333&nbsp;EUR geleistet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erstellte die gemeinsame Einkommensteuererkl&auml;rung der Eheleute f&uuml;r das Streitjahr am 29.&nbsp;Mai 2015 unter Nutzung einer kommerziell vertriebenen Software. Er erkl&auml;rte darin f&uuml;r E nur die Rentenversicherungsbeitr&auml;ge aus der nichtselbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit (333&nbsp;EUR). Zu diesem Zeitpunkt lag ihm die Bescheinigung der DRV &uuml;ber die nachgezahlten Beitr&auml;ge f&uuml;r die Jahre 2009 bis 2013 bereits vor; die Bescheinigung &uuml;ber die laufenden Beitr&auml;ge f&uuml;r 2014 versandte die DRV hingegen erst am 9.&nbsp;Juni 2015.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte die Eheleute mit Bescheid vom 22.&nbsp;Juli 2015 insoweit erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; zur Einkommensteuer. Der Bescheid, der nicht unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung erging, wurde bestandskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit einem am 26.&nbsp;Juli 2016 beim FA eingegangenen Schreiben beantragte der Kl&auml;ger die &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids 2014 nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO). Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte er aus, er habe nicht grob fahrl&auml;ssig gehandelt, weil er im Jahr 2014 wegen mehrerer Nachzahlungen (Mehrsteuern nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung, Rentenversicherungsbeitr&auml;ge der E, Ausbildungskosten) und des t&auml;glichen &quot;Existenzkampfs&quot; eines Freiberuflers &quot;durch den Wind&quot; gewesen sei. Er erf&uuml;lle seine beruflichen und steuerrechtlichen Pflichten stets zuverl&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem das FA die beantragte &Auml;nderung abgelehnt hatte, behauptete der Kl&auml;ger erstmals im Einspruchsverfahren, er habe sich beim Erstellen der elektronischen Einkommensteuererkl&auml;rung der Funktion &quot;Daten&uuml;bernahme aus dem Vorjahr&quot; bedient. Hierbei hebe die Steuersoftware diejenigen Daten, die bereits im Vorjahr steuerlich relevant gewesen seien, optisch hervor und biete sie zur Bearbeitung an. Bis einschlie&szlig;lich 2013 h&auml;tten E und er noch niemals Beitragszahlungen an die DRV in die Steuersoftware eingetragen, so dass der entsprechende Eingabebereich in der Einkommensteuererkl&auml;rung 2014 nicht zur Bearbeitung angeboten worden sei. Daher habe er die notwendige Eintragung unterlassen; dabei handele es sich um einen unbewussten mechanischen Fehler.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA wies den Einspruch zur&uuml;ck. Nach der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung sei der in &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO verwendete Begriff des groben Verschuldens bei elektronischen Steuererkl&auml;rungen in derselben Weise auszulegen wie bei schriftlichen Steuererkl&auml;rungen. Dabei sei allerdings zu ber&uuml;cksichtigen, dass am Bildschirm ein &Uuml;berblick &uuml;ber die ausf&uuml;llbaren Felder mitunter schwieriger zu erlangen sei als in einer Steuererkl&auml;rung in Papierform. Es sei grob fahrl&auml;ssig, wenn der Steuerpflichtige eine im Steuererkl&auml;rungsformular ausdr&uuml;cklich gestellte und f&uuml;r ihn verst&auml;ndliche Frage nicht beantworte. Die Frage nach &quot;Beitr&auml;gen zu gesetzlichen Rentenversicherungen von Nichtarbeitnehmern&quot; werde in der Steuererkl&auml;rung aber ausdr&uuml;cklich gestellt. Die erst nach &Uuml;bermittlung der Steuererkl&auml;rung, aber noch vor Zugang des Einkommensteuerbescheids &uuml;bersandte Bescheinigung der DRV &uuml;ber die f&uuml;r 2014 geleisteten Beitr&auml;ge h&auml;tte der Kl&auml;ger zudem zum Anlass nehmen m&uuml;ssen, diese Beitr&auml;ge jedenfalls im Einspruchsverfahren gegen den Erstbescheid geltend zu machen. Der Kl&auml;ger habe auch nicht dargelegt, dass die f&uuml;r das Jahr 2014 behauptete &Uuml;berlastungssituation noch im Zeitpunkt der Erstellung der Steuererkl&auml;rung (Ende Mai 2015) fortbestanden habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies auch die Klage ab. Zur Begr&uuml;ndung bezog es sich &#8211;nebst einigen erg&auml;nzenden Ausf&uuml;hrungen&#8211; gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;105 Abs.&nbsp;5 der Finanzgerichtsordnung (FGO) im Wesentlichen auf die Einspruchsentscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger begehrt die Zulassung der Revision wegen Divergenz und eines Verfahrensmangels.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA h&auml;lt die Beschwerde f&uuml;r unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist &#8211;bei Zweifeln daran, ob die gesetzlichen Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO &uuml;berhaupt erf&uuml;llt sind&#8211; jedenfalls unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die ger&uuml;gte Divergenz zum Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 10.&nbsp;Februar 2015 IX&nbsp;R&nbsp;18\/14 (BFHE 249, 195, BStBl II 2017, 7) hat der Kl&auml;ger nicht hinreichend dargelegt. Dies h&auml;tte die Gegen&uuml;berstellung einander widersprechender abstrakter Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil des FG einerseits und der herangezogenen Divergenzentscheidung andererseits vorausgesetzt (Senatsbeschluss vom 18.&nbsp;Januar 2011 X&nbsp;B&nbsp;34\/10, BFH\/NV 2011, 813, unter 1.c, m.w.N.). Daran fehlt es, zumal der Kl&auml;ger in seiner Beschwerdebegr&uuml;ndung selbst ausdr&uuml;cklich &#8211;und zutreffend&#8211; darauf hinweist, dass die Feststellung, ob ein Beteiligter grob fahrl&auml;ssig gehandelt hat, im Wesentlichen eine Tatfrage darstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Kl&auml;ger r&uuml;gt sinngem&auml;&szlig; als Verfahrensmangel (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO), das FG habe seinen Beweisantrag aus dem Schriftsatz vom 11.&nbsp;Januar 2018 &uuml;bergangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In diesem Schriftsatz hatte der Kl&auml;ger zum Beweis der Tatsache, dass die von ihm genutzte Steuersoftware lediglich die Rentenversicherungsbeitr&auml;ge des aktuellen Jahres, nicht aber Beitr&auml;ge f&uuml;r Vorjahre abfrage, eine Inaugenscheinnahme der Steuersoftware, die Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens, die Zeugenvernehmung der beiden Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Softwareunternehmens und seine eigene Vernehmung beantragt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hatte daraufhin im Schriftsatz vom 22.&nbsp;Februar 2018 &#8211;unter Vorlage einer Kopie der einschl&auml;gigen Bildschirmdarstellung der Software&#8211; dargelegt, dass die Software entgegen der Behauptung des Kl&auml;gers nicht zwischen Beitr&auml;gen f&uuml;r das laufende Jahr und Beitr&auml;gen f&uuml;r die Vergangenheit differenziere, sondern einheitlich &quot;die geleisteten Beitr&auml;ge&quot; zu Rentenversicherungen von Nichtarbeitnehmern abfrage. Dem ist der Kl&auml;ger im weiteren Verlauf des Verfahrens nicht mehr entgegen getreten. Das FG hat sich in seinem Urteil (Bl.&nbsp;8 oben) ausdr&uuml;cklich auf die vom FA vorgelegte Bildschirmkopie bezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Vor diesem prozessualen Hintergrund h&auml;tte der Kl&auml;ger n&auml;her darlegen m&uuml;ssen, weshalb das FG trotz der Vorlage der Bildschirmkopie durch das FA, deren Inhalt der Kl&auml;ger nicht widersprochen hatte, davon h&auml;tte ausgehen m&uuml;ssen, dass der Beweisantrag des Kl&auml;gers noch nicht erledigt war. Die Einf&uuml;hrung der Bildschirmkopie in das Klageverfahren ist im Streitfall als der vom Kl&auml;ger beantragten Inaugenscheinnahme der Steuersoftware gleichwertig anzusehen; das FG hat sich in seinem Urteil ausdr&uuml;cklich auf dieses vom FA vorgelegte Beweismittel bezogen. In der Beschwerdebegr&uuml;ndung h&auml;tte daher ausgef&uuml;hrt werden m&uuml;ssen, welche &#8211;anderen&#8211; Tatsachen sich bei Durchf&uuml;hrung der vom Kl&auml;ger urspr&uuml;nglich begehrten Beweisaufnahme ergeben h&auml;tten (allgemein dazu Senatsbeschluss vom 8.&nbsp;Juni 2011 X&nbsp;B&nbsp;214\/10, BFH\/NV 2011, 2073, unter II.2.a, m.w.N.). Daran fehlt es.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinzu kommt, dass der Kl&auml;ger am 7.&nbsp;November 2018 auf die Durchf&uuml;hrung einer m&uuml;ndlichen Verhandlung verzichtet hat. Mit einer solchen Erkl&auml;rung wird zugleich der Verzicht auf alle Beweiserhebungen erkl&auml;rt, die nur in einer m&uuml;ndlichen Verhandlung vorgenommen werden k&ouml;nnen (zum Zeugenbeweis BFH-Beschl&uuml;sse vom 2.&nbsp;August 2006 VII&nbsp;S&nbsp;56\/05 (PKH), BFH\/NV 2006, 2116, unter II.1., und vom 29.&nbsp;Juni 2010 III&nbsp;B&nbsp;168\/09, BFH\/NV 2010, 1847, Rz&nbsp;6). Dies betraf vorliegend jedenfalls die Antr&auml;ge auf Augenscheinsbeweis, Zeugenbeweis und Beteiligtenvernehmung. Zwar hatte der Kl&auml;ger seinen Verzicht auf die Durchf&uuml;hrung einer m&uuml;ndlichen Verhandlung bereits am 9.&nbsp;November 2018 &#8211;wenn auch ohne Angabe eines prozessual beachtlichen Grundes&#8211; widerrufen. Seine durch die urspr&uuml;ngliche Verzichtserkl&auml;rung erledigten Beweisantr&auml;ge hat er aber nicht erneut gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit der Kl&auml;ger &#8211;ohne Subsumtion unter einen der gesetzlichen Zulassungsgr&uuml;nde&#8211; behauptet, das FG sei &quot;davon ausgegangen, dass es eine &#8218;ausdr&uuml;ckliche Nachfrage&#8216; des Steuerprogramms zu der Frage der Rentenversicherungsbeitr&auml;ge aus Vorjahren gegeben habe&quot;, trifft dies nicht zu. Das angefochtene Urteil enth&auml;lt den vom Kl&auml;ger beanstandeten Satz weder ausdr&uuml;cklich noch sinngem&auml;&szlig;. Das FG ist vielmehr &#8211;entsprechend der vom FA vorgelegten und vom Kl&auml;ger inhaltlich nicht bestrittenen Bildschirmkopie&#8211; davon ausgegangen, dass die Software eine ausdr&uuml;ckliche Eintragungsm&ouml;glichkeit f&uuml;r Rentenversicherungsbeitr&auml;ge vorsah, ohne dabei nach laufenden oder nachgezahlten Beitr&auml;gen zu differenzieren. So sieht es im &Uuml;brigen auch der amtliche Vordruck f&uuml;r die Einkommensteuererkl&auml;rung vor, der jedenfalls dem Softwarehersteller als Ma&szlig;stab dienen muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Ebenfalls unzutreffend behauptet der Kl&auml;ger, das FG habe es unterlassen, die Verschuldensumst&auml;nde im Einzelnen festzustellen. Das Gegenteil ist der Fall, da im angefochtenen Urteil &#8211;sowie in der Einspruchsentscheidung, auf die das FG Bezug genommen hat&#8211; eine ausf&uuml;hrliche W&uuml;rdigung der einzelfallbezogenen subjektiven Umst&auml;nde vorgenommen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Letztlich beanstandet der Kl&auml;ger mit seinen Einwendungen die materiell-rechtliche Einzelfallw&uuml;rdigung des FG. Damit kann die Zulassung der Revision aber nicht erreicht werden (vgl. BFH-Urteil vom 30.&nbsp;August 2017 II&nbsp;R&nbsp;48\/15, BFHE 259, 127, BStBl II 2018, 24, Rz&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Von einer weiteren Darstellung des Sachverhalts sowie einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.4.2019, X B 16\/19ECLI:DE:BFH:2019:B.160419.XB16.19.0 Erledigung eines Antrags auf Augenscheinsbeweis in Bezug auf die Bildschirmdarstellung einer Software durch Vorlage einer Bildschirmkopie durch den Prozessgegner Leits&auml;tze 1. NV: Wenn ein Beteiligter die Erhebung eines Augenscheinsbeweises &uuml;ber die Bildschirmdarstellung einer bestimmten Software beantragt und der Prozessgegner daraufhin eine Bildschirmkopie der einschl&auml;gigen Bildschirmdarstellung vorlegt, die vom &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-16-19-erledigung-eines-antrags-auf-augenscheinsbeweis-in-bezug-auf-die-bildschirmdarstellung-einer-software-durch-vorlage-einer-bildschirmkopie-durch-den-prozessgegner\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;16\/19 &#8211; Erledigung eines Antrags auf Augenscheinsbeweis in Bezug auf die Bildschirmdarstellung einer Software durch Vorlage einer Bildschirmkopie durch den Prozessgegner<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70922","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70922","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70922"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70922\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70922"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70922"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70922"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}