{"id":70948,"date":"2019-07-20T13:59:04","date_gmt":"2019-07-20T11:59:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70948"},"modified":"2019-07-20T13:59:49","modified_gmt":"2019-07-20T11:59:49","slug":"vi-r-36-16-fahrtkosten-eines-gesamthafenarbeiters-nach-neuem-reisekostenrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-36-16-fahrtkosten-eines-gesamthafenarbeiters-nach-neuem-reisekostenrecht\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;36\/16 &#8211; Fahrtkosten eines Gesamthafenarbeiters nach neuem Reisekostenrecht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.4.2019, VI R 36\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.110419.VIR36.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Fahrtkosten eines Gesamthafenarbeiters nach neuem Reisekostenrecht<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Lohnsteuerrechtlicher Arbeitgeber eines Gesamthafenarbeiters, der sowohl in einem unbefristeten Arbeitsverh&auml;ltnis zur Gesamthafen-Betriebsgesellschaft steht als auch durch die arbeitst&auml;gliche Arbeitsaufnahme ein weiteres befristetes Arbeitsverh&auml;ltnis bei einem Hafeneinzelbetrieb begr&uuml;ndet, ist der Hafeneinzelbetrieb.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. F&uuml;r die Frage, ob der Gesamthafenarbeiter &uuml;ber eine erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte i.S. des &sect; 9 Abs. 4 Satz 1 EStG verf&uuml;gt, weil er einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung dauerhaft zugeordnet ist, kommt es deshalb allein auf das jeweilige mit dem Hafeneinzelbetrieb begr&uuml;ndete Arbeitsverh&auml;ltnis an.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Unerheblich ist, dass das Arbeitsverh&auml;ltnis zu einem Hafeneinzelbetrieb regelm&auml;&szlig;ig auf einen Tag befristet ist. Denn von einer dauerhaften Zuordnung ist nach &sect; 9 Abs. 4 Satz 3&nbsp;&nbsp;2. Alternative EStG dann auszugehen, wenn der Arbeitnehmer f&uuml;r die Dauer des (befristeten) Dienst- oder Arbeitsverh&auml;ltnisses an einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung t&auml;tig werden soll. Der Gesetzgeber war nicht verpflichtet, f&uuml;r den vorliegenden atypischen Fall eine Ausnahmeregelung zu schaffen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 30.08.2016 &#8211; 2 K 218\/15 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Hamburg zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Verfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist seit dem &#8230; 2010 f&uuml;r den Gesamthafenbetrieb Hamburg als sogenannter Gesamthafenarbeiter im Bereich der Logistik t&auml;tig. Nach dem Arbeitsvertrag (&quot;Einstellungsvertrag Logistik&quot;) &uuml;bernimmt der Gesamthafenbetrieb gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger insoweit die Funktion eines Arbeitgebers, als diese nicht von den Logistikbetrieben auszu&uuml;ben ist (Ziffer&nbsp;2 des Einstellungsvertrags). Der Kl&auml;ger hat sich nach n&auml;herer Bestimmung der Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft m.b.H. (GHBG) zur Arbeitseinteilung an den daf&uuml;r vorgesehenen Stellen einzufinden, wobei er nach Ma&szlig;gabe der vorhandenen Besch&auml;ftigungsm&ouml;glichkeiten Anspruch auf Einteilung zur Logistikarbeit hat (Ziffer&nbsp;3 des Einstellungsvertrags). W&auml;hrend der Arbeit bei den Logistikbetrieben geh&ouml;rt der Kl&auml;ger mit allen Rechten und Pflichten auch zur Belegschaft des jeweiligen Logistikbetriebs. Die Auszahlung des Lohns erfolgt durch die GHBG (Ziffer&nbsp;5 des Einstellungsvertrags).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesamthafenbetrieb Hamburg ist durch Vereinbarung &uuml;ber die Schaffung eines besonderen Arbeitgebers f&uuml;r Hafenarbeiter in Hamburg vom 9.&nbsp;Februar 1951 zwischen der Arbeitsgemeinschaft Hamburger Hafen-Fachvereine und der Gewerkschaft &Ouml;ffentliche Dienste, Transport und Verkehr auf der Grundlage des Gesetzes &uuml;ber die Schaffung eines besonderen Arbeitgebers f&uuml;r Hafenarbeiter (Gesamthafenbetrieb) vom 3.&nbsp;August 1950 (BGBl I 1950, 352) gegr&uuml;ndet worden. Nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 der Satzung f&uuml;r den Gesamthafenbetrieb Hamburg vom 30.&nbsp;April 1969 i.d.F. vom 26.&nbsp;Juni 1994 (Satzung) geh&ouml;ren Gesamthafenarbeiter w&auml;hrend der Arbeit bei den Hafeneinzelbetrieben mit allen Rechten und Pflichten auch zu deren Belegschaft. Der Lohnanspruch der Gesamthafenarbeiter richtet sich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 der Satzung gegen den Hafeneinzelbetrieb, bei dem sie besch&auml;ftigt waren. Die GHBG &uuml;bernimmt im Fall der Zahlungsunf&auml;higkeit des Hafeneinzelbetriebs die Ausfallb&uuml;rgschaft f&uuml;r den Lohnanspruch der von ihr dem Hafeneinzelbetrieb zugeteilten Gesamthafenarbeiter (&sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 der Satzung). Die Auszahlung des Lohns f&uuml;r die Gesamthafenarbeiter erfolgt durch die GHBG (&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 der Satzung). Die Hafeneinzelbetriebe haben daf&uuml;r zu sorgen, dass auf dem f&uuml;r sie bei der GHBG gef&uuml;hrten Konto ein ausreichendes Guthaben zur Abdeckung der durch die Besch&auml;ftigung der Gesamthafenarbeiter entstehenden Kosten vorhanden ist (&sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 der Satzung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die T&auml;tigkeit der Gesamthafenarbeiter ist im Drei-Schicht-System organisiert. Die Schichtzeiten werden von der GHBG vorgegeben und orientieren sich an den Zeiten der Hafenbetriebe. Die Einteilung zur Arbeit erfolgt grunds&auml;tzlich t&auml;glich, wobei die Gesamthafenarbeiter am Vortag ab 14:00&nbsp;Uhr bei den Einteilern der GHBG anzurufen haben, die ihnen dann ihren Einsatzbetrieb und die Schichtzeit mitteilen. Falls eine Arbeitseinteilung mangels Nachfrage nicht m&ouml;glich ist, m&uuml;ssen sich die Gesamthafenarbeiter zur kurzfristigen Einteilung bereithalten (&quot;Stand By&quot;), wobei dies auch zu Hause erfolgen kann, wenn ein rechtzeitiges Erreichen des Einsatzbetriebs gew&auml;hrleistet ist. Sofern keine Vermittlung erfolgt, sind die Gesamthafenarbeiter nicht verpflichtet, sich in den Gesch&auml;ftsr&auml;umen des GHBG aufzuhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es kommt auch vor, dass Gesamthafenarbeiter von der GHBG l&auml;ngerfristig &#8211;f&uuml;r Wochen, Monate oder sogar Jahre&#8211; zur Arbeit bei einem Hafenbetrieb eingeteilt werden, falls dort ein entsprechender Bedarf besteht (sog. Betriebsgruppen). Dies erfolgt in Abstimmung mit dem Mitarbeiter und dem anfordernden Betrieb.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war im Streitjahr (2014) nach arbeitst&auml;glicher Zuteilung durch die GHBG bei insgesamt f&uuml;nf verschiedenen Hafeneinzelbetrieben t&auml;tig, &#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er ist zu diesen Betrieben, die im Gebiet des Hamburger Hafens ans&auml;ssig sind und dort &uuml;ber ein eigenes Betriebsgel&auml;nde verf&uuml;gen, jeweils von seiner Wohnung aus mit dem PKW gefahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seiner Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr machte der Kl&auml;ger auf Grundlage einer Einsatzwechselt&auml;tigkeit Fahrtkosten in H&ouml;he von 3.612&nbsp;EUR geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte die Einkommensteuer unter Ber&uuml;cksichtigung von Fahrtkosten in H&ouml;he von lediglich 1.877&nbsp;EUR fest. Er ging dabei davon aus, dass der Kl&auml;ger als Hafenarbeiter gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4a Satz&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (EStG) in einem weitr&auml;umigen T&auml;tigkeitsgebiet besch&auml;ftigt und deshalb f&uuml;r die Fahrten von der Wohnung zum n&auml;chstgelegenen Zugang zum T&auml;tigkeitsgebiet (V-&nbsp;Stra&szlig;e) und auch innerhalb des T&auml;tigkeitsgebiets die Entfernungspauschale von 0,30&nbsp;EUR pro Entfernungskilometer anzuwenden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf den Einspruch des Kl&auml;gers ber&uuml;cksichtigte das FA alle Fahrten innerhalb des Hamburger Hafengel&auml;ndes mit 0,30&nbsp;EUR je gefahrenem Kilometer. Die Fahrtkosten erh&ouml;hten sich dadurch auf 2.944&nbsp;EUR. Gegen den &Auml;nderungsbescheid legte der Kl&auml;ger wiederum Einspruch ein, den das FA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckwies.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen gerichtete Klage blieb aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte&nbsp;&nbsp;2016, 1937 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er beantragt,<br \/>das Urteil des Finanzgerichts (FG) aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2014 vom 18.&nbsp;Juni 2015 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 15.&nbsp;September 2015 dahingehend zu &auml;ndern, dass bei den Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit weitere Werbungskosten in H&ouml;he von 668&nbsp;EUR ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des Kl&auml;gers ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des FG-Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Beruflich veranlasste Fahrtkosten sind Erwerbsaufwendungen. Handelt es sich bei den Aufwendungen des Arbeitnehmers um solche f&uuml;r die Wege zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 EStG, ist zu deren Abgeltung f&uuml;r jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte aufsucht, grunds&auml;tzlich eine Entfernungspauschale f&uuml;r jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte von 0,30&nbsp;EUR anzusetzen (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte ist nach der Legaldefinition in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG die ortsfeste betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens (&sect;&nbsp;15 des Aktiengesetzes) oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten, der der Arbeitnehmer dauerhaft zugeordnet ist. Der durch das Gesetz zur &Auml;nderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts vom 20.&nbsp;Februar 2013 (BGBl I 2013, 285) neu eingef&uuml;hrte und in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG definierte Begriff der &quot;ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte&quot; tritt an die Stelle des bisherigen unbestimmten Rechtsbegriffs der &quot;regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ortsfeste betriebliche Einrichtungen sind r&auml;umlich zusammengefasste Sachmittel, die der T&auml;tigkeit des Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten dienen und mit dem Erdboden verbunden oder dazu bestimmt sind, &uuml;berwiegend standortgebunden genutzt zu werden. Eine (gro&szlig;r&auml;umige) erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte liegt auch vor, wenn eine Vielzahl solcher Mittel, die f&uuml;r sich betrachtet selbst&auml;ndige betriebliche Einrichtungen darstellen k&ouml;nnen (z.B. Werkst&auml;tten und Werkshallen, B&uuml;rogeb&auml;ude und -etagen sowie Verkaufs- und andere Wirtschaftsbauten), r&auml;umlich abgrenzbar in einem organisatorischen, technischen oder wirtschaftlichen Zusammenhang mit der betrieblichen T&auml;tigkeit des Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten stehen. Demgem&auml;&szlig; kommt als eine solche erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte auch ein gro&szlig;fl&auml;chiges und entsprechend infrastrukturell erschlossenes Gebiet (z.B. Werksanlage, Betriebsgel&auml;nde, Bahnhof oder Flughafen) in Betracht (s. hierzu auch Senatsurteile vom 11.&nbsp;April 2019 &#8211; VI&nbsp;R&nbsp;40\/16 und VI&nbsp;R&nbsp;12\/17, jeweils zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Zuordnung zu einer solchen Einrichtung wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG durch die dienst- oder arbeitsrechtlichen Festlegungen sowie die diese ausf&uuml;llenden Absprachen und Weisungen bestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der gesetzlichen Konzeption &#8211;und der die Neuordnung des steuerlichen Reisekostenrechts pr&auml;genden Grundentscheidung&#8211; wird die erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte vorrangig anhand der arbeits(vertrag)- oder dienstrechtlichen Zuordnung des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber bestimmt, hilfsweise mittels quantitativer Kriterien (BTDrucks 17\/10774, S.&nbsp;15; ebenso Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 24.&nbsp;Oktober 2014 &#8211; IV&nbsp;C&nbsp;5&nbsp;S&nbsp;2353\/14\/10002, BStBl I 2014, 1412, Rz&nbsp;2; Niermann, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2013, 1015; Isenhardt, DB 2014, 1316; Thomas, Deutsches Steuerrecht 2014, 497; Bl&uuml;mich\/Th&uuml;rmer, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;559; Schmidt\/Kr&uuml;ger, EStG, 38.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;303; Oertel in Kirchhof, EStG, 18.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;52; K&ouml;hler in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;1402; kritisch Bergkemper, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2013, 1017; ders. in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;546).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zu den arbeits- oder dienstrechtlichen Weisungen und Verf&uuml;gungen (im weiteren Verlauf: arbeitsrechtliche) z&auml;hlen alle schriftlichen, aber auch m&uuml;ndlichen Absprachen oder Weisungen (BTDrucks 17\/10774, S.&nbsp;15). Die Zuordnung kann also insbesondere im Arbeitsvertrag oder durch Aus&uuml;bung des Direktionsrechts (beispielsweise im Beamtenverh&auml;ltnis durch dienstliche Anordnung) kraft der Organisationsgewalt des Arbeitgebers oder Dienstherrn (im weiteren Verlauf: Arbeitgeber) vorgenommen werden. Die Zuordnung zu einer ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte muss dabei nicht ausdr&uuml;cklich erfolgen. Sie setzt auch nicht voraus, dass sich der Arbeitgeber der steuerrechtlichen Folgen dieser Entscheidung bewusst ist. Wird der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber einer betrieblichen Einrichtung zugeordnet, weil er dort seine Arbeitsleistung erbringen soll, ist diese Zuordnung aufgrund der steuerrechtlichen Ankn&uuml;pfung an das Dienst- oder Arbeitsrecht vielmehr auch steuerrechtlich ma&szlig;gebend. Deshalb bedarf es neben der arbeitsrechtlichen Zuordnung zu einer betrieblichen Einrichtung keiner gesonderten Zuweisung zu einer ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte f&uuml;r einkommensteuerrechtliche Zwecke. Denn der Gesetzgeber wollte mit der Neuregelung des steuerlichen Reisekostenrechts auch das Auseinanderfallen der arbeitsrechtlichen von der steuerrechtlichen Einordnung bestimmter Zahlungen als Reisekosten verringern (BTDrucks 17\/10774, S.&nbsp;15). Entscheidend ist, ob der Arbeitnehmer aus der Sicht ex ante nach den arbeitsrechtlichen Festlegungen an einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten t&auml;tig werden sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die arbeitsrechtliche Zuordnungsentscheidung des Arbeitgebers als solche muss f&uuml;r ihre steuerliche Wirksamkeit nicht dokumentiert werden (a.A. BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 1412, Rz&nbsp;10). Eine Dokumentationspflicht ist &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG nicht zu entnehmen. Die Feststellung einer entsprechenden Zuordnung ist vielmehr durch alle nach der Finanzgerichtsordnung zugelassenen Beweismittel m&ouml;glich und durch das FG im Rahmen einer umfassenden W&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls zu treffen. So entspricht es regelm&auml;&szlig;ig der Lebenswirklichkeit, dass der Arbeitnehmer der betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers zugeordnet ist, in der er tats&auml;chlich t&auml;tig ist oder werden soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Ist der Arbeitnehmer einer bestimmten T&auml;tigkeitsst&auml;tte arbeitsrechtlich zugeordnet, kommt es aufgrund des Direktionsrechts des Arbeitgebers f&uuml;r das Auffinden der ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte auf den qualitativen Schwerpunkt der T&auml;tigkeit, die der Arbeitnehmer dort aus&uuml;bt oder aus&uuml;ben soll, entgegen der bis 2013 geltenden Rechtslage nicht mehr an (BTDrucks 17\/10774, S.&nbsp;15; BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 1412, Rz&nbsp;8; Niermann, DB 2013, 1015; Bergkemper, FR 2013, 1017; Bl&uuml;mich\/Th&uuml;rmer, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;551, 554 und 559; Schmidt\/Kr&uuml;ger, a.a.O., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;303; Oertel in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;52; K&ouml;hler in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;1402; Lochte in Frotscher\/Geurts, EStG, Freiburg 2018, &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;122b und 252a; A. Cla&szlig;en in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;68; Schramm\/Harder-Buschner, Neue Wirtschafts-Briefe 2014, 26, 33; kritisch HHR\/Bergkemper, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;546).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erforderlich, aber auch ausreichend ist, dass der Arbeitnehmer am Ort der ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte zumindest in geringem Umfang T&auml;tigkeiten zu erbringen hat, die er arbeitsvertraglich oder dienstrechtlich schuldet und die zu dem von ihm ausge&uuml;bten Berufsbild geh&ouml;ren. Nur dann kann die &quot;erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte&quot; als Ankn&uuml;pfungspunkt f&uuml;r den Ansatz von Wegekosten nach Ma&szlig;gabe der Entfernungspauschale und als Abgrenzungsmerkmal gegen&uuml;ber einer ausw&auml;rtigen beruflichen T&auml;tigkeit dienen. Dies folgt nach Auffassung des erkennenden Senats insbesondere aus &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG, der zumindest f&uuml;r den Regelfall davon ausgeht, dass der Arbeitnehmer an diesem Ort auch t&auml;tig werden soll. Dar&uuml;ber hinaus ist das Erfordernis einer arbeitsvertrag- oder dienstrechtlich geschuldeten Bet&auml;tigung an diesem Ort nicht zuletzt dem Wortsinn des Tatbestandsmerkmals &quot;erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte&quot; geschuldet. Denn ein Ort, an dem der Steuerpflichtige nicht t&auml;tig wird (oder f&uuml;r den Regelfall nicht t&auml;tig werden soll), kann nicht als T&auml;tigkeitsst&auml;tte angesehen werden. Schlie&szlig;lich zwingt auch das objektive Nettoprinzip, den Begriff der ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte dahingehend auszulegen. Denn anderenfalls bestimmt sich die Steuerlast nicht &#8211;gleichheitsrechtlich geboten&#8211; nach der individuellen Leistungsf&auml;higkeit des Steuerpflichtigen, sondern nach dem Belieben seines Arbeitgebers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Von einer dauerhaften Zuordnung ist ausweislich der in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG aufgef&uuml;hrten Regelbeispiele insbesondere auszugehen, wenn der Arbeitnehmer unbefristet, f&uuml;r die Dauer des Dienstverh&auml;ltnisses oder &uuml;ber einen Zeitraum von 48&nbsp;Monaten hinaus an einer solchen T&auml;tigkeitsst&auml;tte t&auml;tig werden soll. Fehlt eine solche dienst- oder arbeitsrechtliche Festlegung auf eine T&auml;tigkeitsst&auml;tte oder ist sie nicht eindeutig, ist erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte entsprechend &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG die betriebliche Einrichtung, an der der Arbeitnehmer dauerhaft<br \/>1. typischerweise arbeitst&auml;glich t&auml;tig werden soll oder<br \/>2. je Arbeitswoche zwei volle Arbeitstage oder mindestens ein Drittel seiner vereinbarten regelm&auml;&szlig;igen Arbeitszeit t&auml;tig werden soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine Zuordnung ist unbefristet i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Alternative EStG, wenn die Dauer der Zuordnung zu einer T&auml;tigkeitsst&auml;tte aus der ma&szlig;geblichen Sicht ex ante nicht kalenderm&auml;&szlig;ig bestimmt ist und sich auch nicht aus Art, Zweck oder Beschaffenheit der Arbeitsleistung ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Zuordnung erfolgt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative EStG f&uuml;r die Dauer des Arbeits- oder Dienstverh&auml;ltnisses, wenn sie aus der ma&szlig;geblichen Sicht ex ante f&uuml;r die gesamte Dauer des Arbeits- oder Dienstverh&auml;ltnisses Bestand haben soll. Dies kann insbesondere angenommen werden, wenn die Zuordnung im Rahmen des Arbeits- oder Dienstverh&auml;ltnisses unbefristet oder (ausdr&uuml;cklich) f&uuml;r dessen gesamte Dauer erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG ist von anderen Grunds&auml;tzen ausgegangen. Der erkennende Senat kann aufgrund der Feststellungen des FG nicht pr&uuml;fen, ob dieses zu Recht davon ausgegangen ist, dass der Kl&auml;ger, der als Gesamthafenarbeiter von der GHBG t&auml;glich zur Arbeit bei einem Hafeneinzelbetrieb eingeteilt wurde, im Streitjahr eine erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 EStG hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Lohnsteuerrechtlicher Arbeitgeber des Kl&auml;gers im Streitjahr waren die Hafeneinzelbetriebe. Im Streitfall besteht die Besonderheit, dass der Kl&auml;ger als Gesamthafenarbeiter nicht nur in einem Arbeitsverh&auml;ltnis zur GHBG stand, sondern gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 der Satzung an den Tagen, an denen er f&uuml;r einen Hafeneinzelbetrieb t&auml;tig wurde, auch ein Arbeitsverh&auml;ltnis zu diesem begr&uuml;ndete. Insoweit kommt f&uuml;r die Dauer des jeweiligen Einsatzes im Hafeneinzelbetrieb ein (weiteres) Arbeitsverh&auml;ltnis zwischen dem Inhaber des Hafeneinzelbetriebs und dem Gesamthafenarbeiter dadurch zustande, dass der Gesamthafenarbeiter bei dem Hafeneinzelbetrieb, dem er zugeteilt ist, zur Arbeit antritt (Beschluss des Bundesarbeitsgerichts &#8211;BAG&#8211; vom 25.&nbsp;November 1992 &#8211; 7&nbsp;ABR&nbsp;7\/92, BAGE 72, 12).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit und solange ein Gesamthafenarbeiter in einem Hafeneinzelbetrieb eingesetzt ist, ist die Arbeitgeberstellung der GHBG nur subsidi&auml;r. Denn der Gesamthafenbetrieb nimmt im Rahmen seiner Aufgaben gegen&uuml;ber dem Gesamthafenarbeiter die Funktionen eines Arbeitgebers nur insoweit wahr, als diese nicht von dem Hafeneinzelbetrieb auszu&uuml;ben sind (BAG-Beschluss in BAGE 72, 12, unter B.II.2.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese besondere Konstruktion bezweckt, den Gesamthafenarbeitern einen im Verh&auml;ltnis zu den im Regelfall nur schichtweise besch&auml;ftigenden Hafeneinzelbetrieben zus&auml;tzlichen Arbeitgeber zu verschaffen, damit diese gerade auch w&auml;hrend der Zeit, in der sie nicht in einem Hafeneinzelbetrieb eingesetzt sind, einen vertraglichen Arbeitgeber haben und nicht arbeitslos sind. Der GHBG kommt damit lediglich eine Auffangfunktion zu. W&auml;hrend der Zeiten der Besch&auml;ftigung ist prim&auml;rer &#8211;und damit auch lohnsteuerrechtlich ma&szlig;geblicher&#8211; Arbeitgeber der Hafeneinzelbetrieb. Dieser nimmt insoweit die wesentlichen Arbeitgeberfunktionen wahr. So ist nur der Hafeneinzelbetrieb in der Lage, von dem Gesamthafenarbeiter die geschuldete Arbeitsleistung unter Aus&uuml;bung des Arbeitgeber-Weisungsrechts zu verlangen; umgekehrt ist nur der Hafeneinzelbetrieb &#8211;und nicht der Gesamthafenbetrieb&#8211; Lohnschuldner des Gesamthafenarbeiters f&uuml;r die Dauer des Einsatzes im Hafeneinzelbetrieb (BAG-Beschluss in BAGE 72, 12, unter B.II.2.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) In Bezug auf das jeweilige Arbeitsverh&auml;ltnis zu den Hafeneinzelbetrieben lagen aufgrund des insoweit bestehenden Weisungsrechts dauerhafte Zuordnungen i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2. Alternative EStG vor, da sie jeweils die Dauer des gesamten Arbeitsverh&auml;ltnisses zum Hafeneinzelbetrieb umfassten. Denn das Arbeitsverh&auml;ltnis des Kl&auml;gers mit dem jeweiligen Hafeneinzelbetrieb dauerte nach der Rechtsprechung des BAG (Beschluss in BAGE 72, 12), der sich der erkennende Senat anschlie&szlig;t, so lange, wie der Kl&auml;ger f&uuml;r den Hafeneinzelbetrieb aufgrund der Einteilung durch die GHBG t&auml;tig wurde, im Streitfall folglich jeweils einen Tag. Dies stand bereits aus der Sicht ex ante fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach dem Wortlaut des Gesetzes ist unerheblich, dass das jeweilige Arbeitsverh&auml;ltnis nur einen Tag bestand. Dies ist Folge der vom Gesetzgeber gew&auml;hlten Typisierung, wonach auch bei befristeten Arbeits- oder Dienstverh&auml;ltnissen von einer dauerhaften Zuordnung auszugehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber ist bei der Ordnung von Massenerscheinungen berechtigt, die Vielzahl der Einzelf&auml;lle in dem Gesamtbild zu erfassen, das nach den ihm vorliegenden Erfahrungen die regelungsbed&uuml;rftigen Sachverhalte zutreffend wiedergibt. Auf dieser Grundlage darf er grunds&auml;tzlich generalisierende, typisierende und pauschalierende Regelungen treffen, ohne allein schon wegen der damit unvermeidlich verbundenen H&auml;rten gegen den allgemeinen Gleichheitssatz zu versto&szlig;en. Der Gesetzgeber darf sich grunds&auml;tzlich am Regelfall orientieren und ist nicht gehalten, allen Besonderheiten jeweils durch Sonderregelungen Rechnung zu tragen (Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 9.&nbsp;Dezember 2008 &#8211; 2&nbsp;BvL1\/07, 2&nbsp;BvL 2\/07, 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/08, 2&nbsp;BvL&nbsp;2\/08, BVerfGE 122, 210, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den vorliegenden atypischen Sonderfall, dass ein Arbeitnehmer t&auml;glich ein neues Arbeitsverh&auml;ltnis begr&uuml;ndet, musste der Gesetzgeber nicht sehen und entsprechend auch nicht besonders regeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der erkennende Senat kann allerdings nicht beurteilen, ob die dauerhaften Zuordnungen jeweils auch zu ortsfesten betrieblichen Einrichtungen i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG erfolgt sind. Das FG hat lediglich festgestellt, dass die Hafeneinzelbetriebe, bei denen der Kl&auml;ger im Streitjahr t&auml;tig war, im Gebiet des Hamburger Hafens ans&auml;ssig waren und dort &uuml;ber eigene Betriebsgel&auml;nde verf&uuml;gten. Es hat jedoch &#8211;aus seiner Sicht zu Recht&#8211; keine Feststellungen dar&uuml;ber getroffen, ob diese auf ihrem jeweiligen Gel&auml;nde &uuml;ber eine ortsfeste betriebliche Einrichtung verf&uuml;gten, an der der Kl&auml;ger t&auml;tig werden sollte (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 i.V.m. Satz&nbsp;3 EStG). Dies wird das FG im zweiten Rechtsgang nachzuholen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte es im Einzelfall an einer ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 EStG fehlen, w&auml;ren die Fahrten des Kl&auml;gers insoweit nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4a S&auml;tze&nbsp;1 und 2 EStG mit den tats&auml;chlichen Aufwendungen oder alternativ mit 0,30&nbsp;EUR je gefahrenen Kilometer anzusetzen. Da es im Streitfall auf die Besch&auml;ftigung durch die Hafeneinzelbetriebe ankommt, ist &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4a Satz&nbsp;3 EStG nicht einschl&auml;gig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.4.2019, VI R 36\/16ECLI:DE:BFH:2019:U.110419.VIR36.16.0 Fahrtkosten eines Gesamthafenarbeiters nach neuem Reisekostenrecht Leits&auml;tze 1. Lohnsteuerrechtlicher Arbeitgeber eines Gesamthafenarbeiters, der sowohl in einem unbefristeten Arbeitsverh&auml;ltnis zur Gesamthafen-Betriebsgesellschaft steht als auch durch die arbeitst&auml;gliche Arbeitsaufnahme ein weiteres befristetes Arbeitsverh&auml;ltnis bei einem Hafeneinzelbetrieb begr&uuml;ndet, ist der Hafeneinzelbetrieb. 2. F&uuml;r die Frage, ob der Gesamthafenarbeiter &uuml;ber eine erste &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-36-16-fahrtkosten-eines-gesamthafenarbeiters-nach-neuem-reisekostenrecht\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;36\/16 &#8211; Fahrtkosten eines Gesamthafenarbeiters nach neuem Reisekostenrecht<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70948","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70948","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70948"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70948\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70948"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70948"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70948"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}