{"id":70950,"date":"2019-07-20T13:59:09","date_gmt":"2019-07-20T11:59:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70950"},"modified":"2019-07-20T13:59:54","modified_gmt":"2019-07-20T11:59:54","slug":"vi-r-6-17-erste-taetigkeitsstaette-bei-einem-befristeten-beschaeftigungsverhaeltnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-6-17-erste-taetigkeitsstaette-bei-einem-befristeten-beschaeftigungsverhaeltnis\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;6\/17 &#8211; Erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte bei einem befristeten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.4.2019, VI R 6\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.100419.VIR6.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte bei einem befristeten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Bei einem befristeten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis kommt eine unbefristete Zuordnung i.S. des &sect; 9 Abs. 4 Satz 3 1. Alternative EStG zu einer ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte nicht in Betracht.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. War der Arbeitnehmer im Rahmen eines befristeten Arbeits- oder Dienstverh&auml;ltnisses bereits einer ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte zugeordnet und wird er im weiteren Verlauf einer anderen T&auml;tigkeitsst&auml;tte zugeordnet, erfolgt diese zweite Zuordnung nicht mehr gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 4 Satz 3&nbsp;&nbsp;2. Alternative EStG f&uuml;r die Dauer des Dienstverh&auml;ltnisses.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Wird ein befristetes Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis vor Ablauf der Befristung schriftlich durch blo&szlig;es Hinausschieben des Beendigungszeitpunkts bei ansonsten unver&auml;ndertem Vertragsinhalt verl&auml;ngert, liegt ein einheitliches befristetes Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis vor. F&uuml;r die Frage, ob eine Zuordnung f&uuml;r die Dauer des Dienstverh&auml;ltnisses erfolgt, ist daher auf das einheitliche Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis und nicht lediglich auf den Zeitraum der Verl&auml;ngerung abzustellen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 30.11.2016 &#8211; 9 K 130\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) war seit dem 2.&nbsp;Mai 2012 bei der &#8230; GmbH in X als Helfer besch&auml;ftigt. Die GmbH verf&uuml;gt &uuml;ber eine Erlaubnis zur gewerbsm&auml;&szlig;igen Arbeitnehmer&uuml;berlassung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 des Arbeitnehmer&uuml;berlassungsgesetzes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter &sect;&nbsp;3 des Arbeitsvertrags wurde der Kl&auml;ger darauf hingewiesen, er k&ouml;nne an verschiedenen Orten bundesweit eingesetzt werden. Er musste arbeitsvertraglich sein Einverst&auml;ndnis erkl&auml;ren, anderen Firmen zur Arbeitsleistung &uuml;berlassen zu werden. Der Kl&auml;ger wurde zudem darauf hingewiesen, dass der Verleiher sich vorbehalte, aus betrieblichen Gr&uuml;nden Umsetzungen und Versetzungen vorzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Leiharbeitsverh&auml;ltnis war zun&auml;chst bis zum 30.&nbsp;November 2012 befristet. Jeweils mit Ablauf der Befristung erfolgte eine Verl&auml;ngerung des Leiharbeitsverh&auml;ltnisses (bis 31.&nbsp;Juli 2013 gem&auml;&szlig; Vertrags&auml;nderung vom 2.&nbsp;November 2012; bis 31.&nbsp;Juli 2014 gem&auml;&szlig; Vertrags&auml;nderung vom 26.&nbsp;Juni 2013; bis 1.&nbsp;Mai 2015 gem&auml;&szlig; Vertrags&auml;nderung vom 19.&nbsp;Juni 2014).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bis zum 30.&nbsp;Oktober 2012 war der Kl&auml;ger bei der &#8230; AG in Y eingesetzt. Auf schriftliche Weisung des Leiharbeitgebers war er anschlie&szlig;end f&uuml;r die AG in X &#8211;und dort in verschiedenen Arbeitsbereichen zum Abbau von Arbeitsspitzen&#8211; t&auml;tig. Im Mai 2015 m&uuml;ndete das Zeitarbeitsverh&auml;ltnis schlie&szlig;lich in eine Festanstellung bei der AG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 27.&nbsp;September 2013 unterrichtete die GmbH den Kl&auml;ger dar&uuml;ber, dass die AG und die GmbH den Gesch&auml;ftsbereich Zeitarbeit auf das neu gegr&uuml;ndete Unternehmen &#8230; GmbH &#038; Co. OHG &uuml;bertragen w&uuml;rden und damit auch das Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis des Kl&auml;gers &#8211;unter Fortgeltung der bislang geltenden vertraglichen Vereinbarungen&#8211; zum 1.&nbsp;Januar 2014 auf die neue Gesellschaft &uuml;bergehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr (2014) wurde der Kl&auml;ger ausschlie&szlig;lich als Helfer bei der AG in X eingesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Einkommensteuererkl&auml;rung 2014 beantragte der Kl&auml;ger die Ber&uuml;cksichtigung der Fahrtkosten zur AG als Reisekosten im Rahmen einer Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit mit 0,30&nbsp;EUR je gefahrenen Kilometer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte die Fahrtkosten lediglich im Rahmen der Entfernungspauschale. Er ging davon aus, dass keine Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit vorliege, weil der Kl&auml;ger dem Entleihbetrieb dauerhaft zugeordnet gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der hiergegen gerichtete Einspruch hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) gab der im Anschluss erhobenen Klage aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2017, 202 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung formellen und materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ist dem Rechtsstreit beigetreten. Einen Antrag hat es nicht gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat das Vorliegen einer ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte des Kl&auml;gers im Ergebnis zu Recht verneint. Es hat deshalb zu Recht die Aufwendungen des Kl&auml;gers f&uuml;r die Fahrten von seiner Wohnung zu dem Werk der AG in X nach Reisekostengrunds&auml;tzen zum Werbungskostenabzug zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Beruflich veranlasste Fahrtkosten sind Erwerbsaufwendungen. Handelt es sich bei den Aufwendungen des Arbeitnehmers um solche f&uuml;r die Wege zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (EStG), ist zu deren Abgeltung f&uuml;r jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte aufsucht, grunds&auml;tzlich eine Entfernungspauschale f&uuml;r jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte von 0,30&nbsp;EUR anzusetzen (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte ist nach der Legaldefinition in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG die ortsfeste betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens (&sect;&nbsp;15 des Aktiengesetzes) oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten, der der Arbeitnehmer dauerhaft zugeordnet ist. Der durch das Gesetz zur &Auml;nderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts vom 20.&nbsp;Februar 2013 (BGBl I 2013, 285) neu eingef&uuml;hrte und in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG definierte Begriff der &quot;ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte&quot; tritt an die Stelle des bisherigen unbestimmten Rechtsbegriffs der &quot;regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ortsfeste betriebliche Einrichtungen sind r&auml;umlich zusammengefasste Sachmittel, die der T&auml;tigkeit des Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten dienen und mit dem Erdboden verbunden oder dazu bestimmt sind, &uuml;berwiegend standortgebunden genutzt zu werden. Eine (gro&szlig;r&auml;umige) erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte liegt auch vor, wenn eine Vielzahl solcher Mittel, die f&uuml;r sich betrachtet selbst&auml;ndige betriebliche Einrichtungen darstellen k&ouml;nnen (z.B. Werkst&auml;tten und Werkshallen, B&uuml;rogeb&auml;ude und -etagen sowie Verkaufs- und andere Wirtschaftsbauten), r&auml;umlich abgrenzbar in einem organisatorischen, technischen oder wirtschaftlichen Zusammenhang mit der betrieblichen T&auml;tigkeit des Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten stehen. Demgem&auml;&szlig; kommt als eine solche erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte auch ein gro&szlig;fl&auml;chiges und entsprechend infrastrukturell erschlossenes Gebiet (z.B. Werksanlage, Betriebsgel&auml;nde, Bahnhof oder Flughafen) in Betracht (s. hierzu auch Senatsurteile vom 11.&nbsp;April 2019&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;40\/16 und VI&nbsp;R&nbsp;12\/17, jeweils zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Zuordnung zu einer solchen Einrichtung wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG durch die dienst- oder arbeitsrechtlichen Festlegungen sowie die diese ausf&uuml;llenden Absprachen und Weisungen bestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der gesetzlichen Konzeption &#8211;und der die Neuordnung des steuerlichen Reisekostenrechts pr&auml;genden Grundentscheidung&#8211; wird die erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte vorrangig anhand der arbeits(vertrag)- oder dienstrechtlichen Zuordnung des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber bestimmt, hilfsweise mittels quantitativer Kriterien (BTDrucks 17\/10774, S.&nbsp;15; ebenso BMF-Schreiben vom 24.&nbsp;Oktober 2014&nbsp;&#8211; IV&nbsp;C&nbsp;5&nbsp;S&nbsp;2353\/14\/10002, BStBl I 2014, 1412, Rz&nbsp;2; Niermann, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2013, 1015; Isenhardt, DB 2014, 1316; Thomas, Deutsches Steuerrecht 2014, 497; Bl&uuml;mich\/ Th&uuml;rmer, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;559; Schmidt\/Kr&uuml;ger, EStG, 38.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;303; Oertel in Kirchhof, EStG, 18.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;52; K&ouml;hler in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;1402; kritisch Bergkemper, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2013, 1017; ders. in Herrmann\/Heuer\/ Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;546).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zu den arbeits- oder dienstrechtlichen Weisungen und Verf&uuml;gungen (im weiteren Verlauf: arbeitsrechtliche) z&auml;hlen alle schriftlichen, aber auch m&uuml;ndlichen Absprachen oder Weisungen (BTDrucks 17\/10774, S.&nbsp;15). Die Zuordnung kann also insbesondere im Arbeitsvertrag oder durch Aus&uuml;bung des Direktionsrechts (bspw. im Beamtenverh&auml;ltnis durch dienstliche Anordnung) kraft der Organisationsgewalt des Arbeitgebers oder Dienstherrn (im weiteren Verlauf: Arbeitgeber) vorgenommen werden. Die Zuordnung zu einer ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte muss dabei nicht ausdr&uuml;cklich erfolgen. Sie setzt auch nicht voraus, dass sich der Arbeitgeber der steuerrechtlichen Folgen dieser Entscheidung bewusst ist. Wird der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber einer betrieblichen Einrichtung zugeordnet, weil er dort seine Arbeitsleistung erbringen soll, ist diese Zuordnung aufgrund der steuerrechtlichen Ankn&uuml;pfung an das Dienst- oder Arbeitsrecht vielmehr auch steuerrechtlich ma&szlig;gebend. Deshalb bedarf es neben der arbeitsrechtlichen Zuordnung zu einer betrieblichen Einrichtung keiner gesonderten Zuweisung zu einer ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte f&uuml;r einkommensteuerrechtliche Zwecke. Denn der Gesetzgeber wollte mit der Neuregelung des steuerlichen Reisekostenrechts auch das Auseinanderfallen der arbeitsrechtlichen von der steuerrechtlichen Einordnung bestimmter Zahlungen als Reisekosten verringern (BTDrucks 17\/10774, S.&nbsp;15). Entscheidend ist, ob der Arbeitnehmer aus der Sicht ex ante nach den arbeitsrechtlichen Festlegungen an einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten t&auml;tig werden sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die arbeitsrechtliche Zuordnungsentscheidung des Arbeitgebers als solche muss f&uuml;r ihre steuerliche Wirksamkeit nicht dokumentiert werden (a.A. BMF-Schreiben in BStBl&nbsp;I 2014, 1412, Rz&nbsp;10). Eine Dokumentationspflicht ist &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG nicht zu entnehmen. Die Feststellung einer entsprechenden Zuordnung ist vielmehr durch alle nach der FGO zugelassenen Beweismittel m&ouml;glich und durch das FG im Rahmen einer umfassenden W&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls zu treffen. So entspricht es regelm&auml;&szlig;ig der Lebenswirklichkeit, dass der Arbeitnehmer der betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers zugeordnet ist, in der er tats&auml;chlich t&auml;tig ist oder werden soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Ist der Arbeitnehmer einer bestimmten T&auml;tigkeitsst&auml;tte arbeitsrechtlich zugeordnet, kommt es aufgrund des Direktionsrechts des Arbeitgebers f&uuml;r das Auffinden der ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte auf den qualitativen Schwerpunkt der T&auml;tigkeit, die der Arbeitnehmer dort aus&uuml;bt oder aus&uuml;ben soll, entgegen der bis 2013 geltenden Rechtslage nicht mehr an (BTDrucks 17\/10774, S.&nbsp;15; BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 1412, Rz&nbsp;8; Niermann, DB 2013, 1015; Bergkemper, FR 2013, 1017; Bl&uuml;mich\/ Th&uuml;rmer, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;551, 554 und 559; Schmidt\/Kr&uuml;ger, a.a.O., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;303; Oertel in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;52; K&ouml;hler in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;1402; Lochte in Frotscher\/Geurts, EStG, Freiburg 2018, &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;122b und 252a; A. Cla&szlig;en in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;9 EStG Rz 68; Schramm\/Harder-Buschner, Neue Wirtschafts-Briefe 2014, 26, 33; kritisch HHR\/Bergkemper, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;546).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erforderlich, aber auch ausreichend ist, dass der Arbeitnehmer am Ort der ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte zumindest in geringem Umfang T&auml;tigkeiten zu erbringen hat, die er arbeitsvertraglich oder dienstrechtlich schuldet und die zu dem von ihm ausge&uuml;bten Berufsbild geh&ouml;ren. Nur dann kann die &quot;erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte&quot; als Ankn&uuml;pfungspunkt f&uuml;r den Ansatz von Wegekosten nach Ma&szlig;gabe der Entfernungspauschale und als Abgrenzungsmerkmal gegen&uuml;ber einer ausw&auml;rtigen beruflichen T&auml;tigkeit dienen. Dies folgt nach Auffassung des erkennenden Senats insbesondere aus &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG, der zumindest f&uuml;r den Regelfall davon ausgeht, dass der Arbeitnehmer an diesem Ort auch t&auml;tig werden soll. Dar&uuml;ber hinaus ist das Erfordernis einer arbeitsvertrag- oder dienstrechtlich geschuldeten Bet&auml;tigung an diesem Ort nicht zuletzt dem Wortsinn des Tatbestandsmerkmals &quot;erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte&quot; geschuldet. Denn ein Ort, an dem der Steuerpflichtige nicht t&auml;tig wird (oder f&uuml;r den Regelfall nicht t&auml;tig werden soll), kann nicht als T&auml;tigkeitsst&auml;tte angesehen werden. Schlie&szlig;lich zwingt auch das objektive Nettoprinzip, den Begriff der ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte dahingehend auszulegen. Denn anderenfalls bestimmt sich die Steuerlast nicht &#8211;gleichheitsrechtlich geboten&#8211; nach der individuellen Leistungsf&auml;higkeit des Steuerpflichtigen, sondern nach dem Belieben seines Arbeitgebers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Von einer dauerhaften Zuordnung ist ausweislich der in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG aufgef&uuml;hrten Regelbeispiele insbesondere auszugehen, wenn der Arbeitnehmer unbefristet, f&uuml;r die Dauer des Dienstverh&auml;ltnisses oder &uuml;ber einen Zeitraum von 48&nbsp;Monaten hinaus an einer solchen T&auml;tigkeitsst&auml;tte t&auml;tig werden soll. Fehlt eine solche dienst- oder arbeitsrechtliche Festlegung auf eine T&auml;tigkeitsst&auml;tte oder ist sie nicht eindeutig, ist erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte entsprechend &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG die betriebliche Einrichtung, an der der Arbeitnehmer dauerhaft<br \/>1. typischerweise arbeitst&auml;glich t&auml;tig werden soll oder<br \/>2. je Arbeitswoche zwei volle Arbeitstage oder mindestens ein Drittel seiner vereinbarten regelm&auml;&szlig;igen Arbeitszeit t&auml;tig werden soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine Zuordnung ist unbefristet i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Alternative EStG, wenn die Dauer der Zuordnung zu einer T&auml;tigkeitsst&auml;tte aus der ma&szlig;geblichen Sicht ex ante nicht kalenderm&auml;&szlig;ig bestimmt ist und sich auch nicht aus Art, Zweck oder Beschaffenheit der Arbeitsleistung ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist das Arbeitsverh&auml;ltnis seinerseits befristet, kommt eine unbefristete Zuordnung zu einer ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte im Rahmen dieses Arbeitsverh&auml;ltnisses nicht in Betracht. Denn es ist in einem solchen Fall ausgeschlossen, dass &quot;der Arbeitnehmer unbefristet &#8230;&nbsp;&nbsp;an einer solchen T&auml;tigkeitsst&auml;tte t&auml;tig werden soll&quot;, wie es &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG nach seinem insoweit eindeutigen Wortlaut voraussetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Zuordnung erfolgt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative EStG f&uuml;r die Dauer des Arbeits- oder Dienstverh&auml;ltnisses, wenn sie aus der ma&szlig;geblichen Sicht ex ante f&uuml;r die gesamte Dauer des Arbeits- oder Dienstverh&auml;ltnisses Bestand haben soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>War der Arbeitnehmer im Rahmen eines befristeten Arbeits- oder Dienstverh&auml;ltnisses bereits einer ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte zugeordnet und wird er im weiteren Verlauf einer anderen T&auml;tigkeitsst&auml;tte zugeordnet, erfolgt diese zweite Zuordnung nicht mehr f&uuml;r die Dauer des Arbeits- oder Dienstverh&auml;ltnisses. Denn in Bezug auf die zweite Zuordnung steht (aus der auch insoweit ma&szlig;geblichen Sicht ex ante) fest, dass sie nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative EStG f&uuml;r die (gesamte) Dauer des Dienstverh&auml;ltnisses gilt, sondern lediglich f&uuml;r die Dauer des verbleibenden Arbeits- oder Dienstverh&auml;ltnisses.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist das FG im Ergebnis zutreffend davon ausgegangen, dass der Kl&auml;ger im Streitfall nicht &uuml;ber eine erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte verf&uuml;gte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Beteiligten gehen zun&auml;chst zu Recht &uuml;bereinstimmend davon aus, dass es sich bei dem Werk der AG in X um eine ortsfeste betriebliche Einrichtung i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG jedenfalls eines vom Arbeitgeber des Kl&auml;gers bestimmten Dritten handelte. Denn nach den vorstehenden Ausf&uuml;hrungen kann insbesondere auch ein gr&ouml;&szlig;eres, r&auml;umlich abgrenzbares Gebiet &#8211;wie eine gro&szlig;e Werksanlage&#8211; eine ortsfeste betriebliche Einrichtung bilden. Der Senat sieht deshalb von weiteren Ausf&uuml;hrungen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dieser ortsfesten betrieblichen Einrichtung war der Kl&auml;ger im Streitfall zwar auch zugeordnet. Die Zuordnung war aber nicht dauerhaft. Entgegen der Ansicht des FG schlie&szlig;t dabei das Vorliegen eines befristeten Leiharbeitsverh&auml;ltnisses die Annahme einer dauerhaften Zuordnung jedoch nicht aus. Insbesondere steht der dem Direktionsrecht des Arbeitgebers geschuldete allgemeine Vorbehalt der jederzeitigen Umsetzung oder Versetzung im Arbeitsvertrag einer dauerhaften Zuordnung an sich nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Da der Kl&auml;ger lediglich befristet besch&auml;ftigt war, kommt nach den Ausf&uuml;hrungen unter II.2.c&nbsp;aa die Annahme der 1.&nbsp;Alternative des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG von vornherein nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Kl&auml;ger war dem Werk in X infolge seiner urspr&uuml;nglich erfolgten Zuordnung zu dem Werk in Y auch nicht f&uuml;r die Dauer seines befristeten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative EStG) zugeordnet. Er wurde vielmehr w&auml;hrend seines einheitlichen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses nacheinander zwei verschiedenen T&auml;tigkeitsst&auml;tten zugeordnet. Damit war es aus der Sicht ex ante ausgeschlossen, dass er der zweiten T&auml;tigkeitsst&auml;tte &quot;f&uuml;r die Dauer des Dienstverh&auml;ltnisses&quot; zugeordnet werden konnte, wie es das zweite Regelbeispiel in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG erfordert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders w&auml;re dies nur, wenn jede Verl&auml;ngerung der Befristung zugleich ein neues Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis darstellen w&uuml;rde. Bei einer blo&szlig;en Verl&auml;ngerung wird das bisherige befristete Arbeitsverh&auml;ltnis nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) jedoch lediglich &uuml;ber den zun&auml;chst vereinbarten Endtermin bis zu dem neu vereinbarten Endtermin fortgesetzt. Dies ist der Fall, wenn die Vereinbarung &uuml;ber das Hinausschieben des Beendigungszeitpunkts zum einen noch vor Abschluss der Laufzeit des bisherigen Vertrags in schriftlicher Form vereinbart wird und der Vertragsinhalt zum anderen ansonsten unver&auml;ndert bleibt; andernfalls handelt es sich um den &#8211;nicht ohne weiteres zul&auml;ssigen&#8211; Neuabschluss eines befristeten Arbeitsvertrags (s. z.B. BAG-Urteile vom 16.&nbsp;Januar 2008&nbsp;&#8211; 7&nbsp;AZR&nbsp;603\/06, BAGE 125, 248, und vom 26.&nbsp;Oktober 2016&nbsp;&#8211; 7&nbsp;AZR&nbsp;535\/14, Rz&nbsp;18 und 24).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da nach den bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) die Verl&auml;ngerungen jeweils schriftlich vor Ablauf der Befristung erfolgten und der &uuml;brige Vertragsinhalt in diesem Zusammenhang ansonsten nicht ge&auml;ndert wurde, lag im Streitfall danach nur ein einziges, wiederholt verl&auml;ngertes Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Zwar handelt es sich bei &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG lediglich um Regelbeispiele f&uuml;r eine dauerhafte Zuordnung. Eine dauerhafte Zuordnung kann daher grunds&auml;tzlich auch unter anderen Voraussetzungen gegeben sein. Dies erfordert jedoch, dass diese anderen Voraussetzungen den im Gesetz genannten Regelbeispielen zumindest vergleichbar sein m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall liegen indes keine Umst&auml;nde vor, die den Schluss auf eine mit den gesetzlichen Regelbeispielen vergleichbare dauerhafte Zuordnung des Kl&auml;gers zu dem Werk in X zulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.4.2019, VI R 6\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.100419.VIR6.17.0 Erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte bei einem befristeten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis Leits&auml;tze 1. Bei einem befristeten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis kommt eine unbefristete Zuordnung i.S. des &sect; 9 Abs. 4 Satz 3 1. Alternative EStG zu einer ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte nicht in Betracht. 2. 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