{"id":70951,"date":"2019-07-20T13:58:57","date_gmt":"2019-07-20T11:58:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70951"},"modified":"2019-07-20T13:59:44","modified_gmt":"2019-07-20T11:59:44","slug":"vi-r-12-17-erste-taetigkeitsstaette-einer-luftsicherheitskontrollkraft-nach-neuem-reisekostenrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-12-17-erste-taetigkeitsstaette-einer-luftsicherheitskontrollkraft-nach-neuem-reisekostenrecht\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;12\/17 &#8211; Erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte einer Luftsicherheitskontrollkraft nach neuem Reisekostenrecht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.4.2019, VI R 12\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.110419.VIR12.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte einer Luftsicherheitskontrollkraft nach neuem Reisekostenrecht<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ortsfeste betriebliche Einrichtungen sind r&auml;umlich zusammengefasste Sachmittel, die der T&auml;tigkeit des Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten dienen und mit dem Erdboden verbunden oder dazu bestimmt sind, &uuml;berwiegend standortgebunden genutzt zu werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Eine (gro&szlig;r&auml;umige) erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte liegt auch vor, wenn eine Vielzahl solcher Mittel, die f&uuml;r sich betrachtet selbst&auml;ndige betriebliche Einrichtungen darstellen k&ouml;nnen, r&auml;umlich abgrenzbar in einem organisatorischen, technischen oder wirtschaftlichen Zusammenhang mit der betrieblichen T&auml;tigkeit des Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten stehen. Demgem&auml;&szlig; kommt als eine solche erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte auch ein gro&szlig;fl&auml;chiges und entsprechend infrastrukturell erschlossenes Gebiet (z.B. Werksanlage, Betriebsgel&auml;nde, Bahnhof oder Flughafen) in Betracht.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Ein Arbeitnehmer, der auf einem Flughafen an wechselnden Kontrollstellen zur Durchf&uuml;hrung von Sicherheitskontrollen eingesetzt wird, hat auf dem Flughafengel&auml;nde seine erste (gro&szlig;r&auml;umige) T&auml;tigkeitsst&auml;tte.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 09.02.2017 &#8211; 11 K 2508\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Fahrten eines Arbeitnehmers zum Flughafengel&auml;nde, auf dem er an t&auml;glich wechselnden Kontrollstellen zur Durchf&uuml;hrung von Sicherheitskontrollen eingesetzt wird, unter der Geltung des neuen Reisekostenrechts nach Dienstreisegrunds&auml;tzen oder lediglich nach Ma&szlig;gabe der Entfernungspauschale als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen sowie Mehraufwendungen f&uuml;r Verpflegung anzusetzen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wurden f&uuml;r das Streitjahr (2014) als Ehegatten zur Einkommensteuer zusammen veranlagt. Der Kl&auml;ger erzielte Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Er ist als Luftsicherheitskontrollkraft bei der Firma X&nbsp;GmbH besch&auml;ftigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die X&nbsp;GmbH ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der FX&nbsp;GmbH, die den Flughafen X betreibt. Die X&nbsp;GmbH f&uuml;hrt in den Bereichen Terminal&nbsp;1 und Terminal&nbsp;2 des Flughafens X im Auftrag der FX&nbsp;GmbH die Absicherung der beiden Terminals und der Baustelle &#8230; sowie Besch&auml;ftigtenkontrollen durch. Im Au&szlig;enbereich f&uuml;hrt die X&nbsp;GmbH an den Kontrollstellen des Flughafens X Personal-, Waren- und Kfz-Kontrollen durch und &uuml;bernimmt die Sicherheitsabfertigung sowie Frachtkontrollen f&uuml;r Fluggesellschaften und Absicherungsaufgaben nach &sect;&nbsp;8 und 9 des Luftsicherheitsgesetzes. Zus&auml;tzlich nimmt sie Aufgaben im Sonderkontrollbereich f&uuml;r Amerika-Fl&uuml;ge wahr und f&uuml;hrt &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen bei der Post und Luftpost durch. Sie hat ihren Sitz in der Y-Stra&szlig;e in X.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger wurde im Streitjahr nach einem Dienstplan an t&auml;glich wechselnden Einsatzorten ohne festes Schema auf dem Flughafen X, der eine Fl&auml;che von ca.&nbsp;1&nbsp;500&nbsp;ha umfasst, besch&auml;ftigt. Bei den &#8211;kurzfristig zugeteilten&#8211; Einsatzorten handelte es sich um von der X&nbsp;GmbH betreute Kontrollstellen auf dem Gel&auml;nde des Flughafens X. Der Kl&auml;ger fuhr die jeweiligen Einsatzstellen, an denen er Sicherheitskontrollen durchzuf&uuml;hren hatte und die sich in einer Entfernung von wenigen hundert Metern bis zu etwa 2,5&nbsp;km von dem Sitz der X&nbsp;GmbH befanden, im Streitjahr mit seinem privaten PKW an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger machte im Streitjahr Reisekosten im Zusammenhang mit einer Einsatzwechselt&auml;tigkeit f&uuml;r 211&nbsp;Fahrten zu 0,30&nbsp;EUR (insgesamt 4.685&nbsp;EUR) und Verpflegungsmehraufwendungen bei einer Abwesenheit von &uuml;ber acht Stunden an 211&nbsp;Tagen von 2.532&nbsp;EUR als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte die geltend gemachten Fahrtkosten lediglich in H&ouml;he der Entfernungspauschale. Mehraufwendungen f&uuml;r Verpflegung setzte das FA nicht an. Der Kl&auml;ger sei nicht ausw&auml;rts t&auml;tig, sondern einer ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte zugeordnet. Die nach erfolglosem Vorverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2017, 1427 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragen,<br \/>das Urteil des FG M&uuml;nchen vom 9.&nbsp;Februar 2017 &#8211; 11&nbsp;K&nbsp;2508\/16 sowie die Einspruchsentscheidung des FA vom 9.&nbsp;August 2016 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2014 vom 30.&nbsp;November 2015 dahingehend zu &auml;ndern, dass bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit Reisekosten in H&ouml;he von 4.684,20&nbsp;EUR und Verpflegungsmehraufwendungen in H&ouml;he von 2.532&nbsp;EUR als Werbungskosten ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ist dem Rechtsstreit beigetreten. Einen Antrag hat es nicht gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;ger ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend entschieden, dass im Streitjahr der Flughafen X erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte des Kl&auml;gers war. Es hat deshalb zu Recht die Aufwendungen des Kl&auml;gers f&uuml;r die Fahrten von seiner Wohnung dorthin lediglich mit der Entfernungspauschale ber&uuml;cksichtigt sowie die geltend gemachten Verpflegungsmehraufwendungen nicht zum Werbungskostenabzug zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Beruflich veranlasste Fahrtkosten sind Erwerbsaufwendungen. Handelt es sich bei den Aufwendungen des Arbeitnehmers um solche f&uuml;r die Wege zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (EStG), ist zu deren Abgeltung f&uuml;r jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte aufsucht, grunds&auml;tzlich eine Entfernungspauschale f&uuml;r jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte von 0,30&nbsp;EUR anzusetzen (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Wird der Arbeitnehmer au&szlig;erhalb seiner Wohnung und ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte beruflich t&auml;tig (ausw&auml;rtige berufliche T&auml;tigkeit), ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4a Satz&nbsp;1 EStG zur Abgeltung der ihm tats&auml;chlich entstandenen, beruflich veranlassten Mehraufwendungen eine Verpflegungspauschale nach Ma&szlig;gabe des Satzes&nbsp;3 anzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte ist nach der Legaldefinition in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG die ortsfeste betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens (&sect;&nbsp;15 des Aktiengesetzes &#8211;AktG&#8211;) oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten, der der Arbeitnehmer dauerhaft zugeordnet ist. Der durch das Gesetz zur &Auml;nderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts vom 20.&nbsp;Februar 2013 (BGBl I 2013, 285) neu eingef&uuml;hrte und in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG definierte Begriff der &quot;ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte&quot; tritt an die Stelle des bisherigen unbestimmten Rechtsbegriffs der &quot;regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ortsfeste betriebliche Einrichtungen sind r&auml;umlich zusammengefasste Sachmittel, die der T&auml;tigkeit des Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten dienen und mit dem Erdboden verbunden oder dazu bestimmt sind, &uuml;berwiegend standortgebunden genutzt zu werden. Eine (gro&szlig;r&auml;umige) erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte liegt auch vor, wenn eine Vielzahl solcher Mittel, die f&uuml;r sich betrachtet selbst&auml;ndige betriebliche Einrichtungen darstellen k&ouml;nnen (z.B. Werkst&auml;tten und Werkshallen, B&uuml;rogeb&auml;ude und -etagen sowie Verkaufs- und andere Wirtschaftsbauten), r&auml;umlich abgrenzbar in einem organisatorischen, technischen oder wirtschaftlichen Zusammenhang mit der betrieblichen T&auml;tigkeit des Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten stehen. Demgem&auml;&szlig; kommt als eine solche erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte auch ein gro&szlig;fl&auml;chiges und entsprechend infrastrukturell erschlossenes Gebiet (z.B. Werksanlage, Betriebsgel&auml;nde, Bahnhof oder Flughafen) in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Zuordnung zu einer solchen Einrichtung wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG durch die dienst- oder arbeitsrechtlichen Festlegungen sowie die diese ausf&uuml;llenden Absprachen und Weisungen bestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der gesetzlichen Konzeption &#8211;und der die Neuordnung des steuerlichen Reisekostenrechts pr&auml;genden Grundentscheidung&#8211; wird die erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte vorrangig anhand der arbeits(vertrag)- oder dienstrechtlichen Zuordnung des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber bestimmt, hilfsweise mittels quantitativer Kriterien (BTDrucks 17\/10774, S.&nbsp;15; ebenso BMF-Schreiben vom 24.&nbsp;Oktober 2014 &#8211; IV&nbsp;C&nbsp;5&nbsp;S&nbsp;2353\/14\/10002, BStBl I 2014, 1412, Rz&nbsp;2; Niermann, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2013, 1015; Isenhardt, DB 2014, 1316; Thomas, Deutsches Steuerrecht 2014, 497; Bl&uuml;mich\/Th&uuml;rmer, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;559; Schmidt\/Kr&uuml;ger, EStG, 38.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;303; Oertel in Kirchhof, EStG, 18.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;52; K&ouml;hler in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;1402; kritisch Bergkemper, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2013, 1017; ders. in Herrmann\/ Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;546).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zu den arbeits- oder dienstrechtlichen Weisungen und Verf&uuml;gungen (im weiteren Verlauf: arbeitsrechtliche) z&auml;hlen alle schriftlichen, aber auch m&uuml;ndlichen Absprachen oder Weisungen (BTDrucks 17\/10774, S.&nbsp;15). Die Zuordnung kann also insbesondere im Arbeitsvertrag oder durch Aus&uuml;bung des Direktionsrechts (beispielsweise im Beamtenverh&auml;ltnis durch dienstliche Anordnung) kraft der Organisationsgewalt des Arbeitgebers oder Dienstherrn (im weiteren Verlauf: Arbeitgeber) vorgenommen werden. Die Zuordnung zu einer ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte muss dabei nicht ausdr&uuml;cklich erfolgen. Sie setzt auch nicht voraus, dass sich der Arbeitgeber der steuerrechtlichen Folgen dieser Entscheidung bewusst ist. Wird der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber einer betrieblichen Einrichtung zugeordnet, weil er dort seine Arbeitsleistung erbringen soll, ist diese Zuordnung aufgrund der steuerrechtlichen Ankn&uuml;pfung an das Dienst- oder Arbeitsrecht vielmehr auch steuerrechtlich ma&szlig;gebend. Deshalb bedarf es neben der arbeitsrechtlichen Zuordnung zu einer betrieblichen Einrichtung keiner gesonderten Zuweisung zu einer ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte f&uuml;r einkommensteuerrechtliche Zwecke. Denn der Gesetzgeber wollte mit der Neuregelung des steuerlichen Reisekostenrechts auch das Auseinanderfallen der arbeitsrechtlichen von der steuerrechtlichen Einordnung bestimmter Zahlungen als Reisekosten verringern (BTDrucks 17\/10774, S.&nbsp;15). Entscheidend ist, ob der Arbeitnehmer aus der Sicht ex ante nach den arbeitsrechtlichen Festlegungen an einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten t&auml;tig werden sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die arbeitsrechtliche Zuordnungsentscheidung des Arbeitgebers als solche muss f&uuml;r ihre steuerliche Wirksamkeit nicht dokumentiert werden (a.A. BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 1412, Rz&nbsp;10). Eine Dokumentationspflicht ist &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG nicht zu entnehmen. Die Feststellung einer entsprechenden Zuordnung ist vielmehr durch alle nach der Finanzgerichtsordnung zugelassenen Beweismittel m&ouml;glich und durch das FG im Rahmen einer umfassenden W&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls zu treffen. So entspricht es regelm&auml;&szlig;ig der Lebenswirklichkeit, dass der Arbeitnehmer der betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers zugeordnet ist, in der er tats&auml;chlich t&auml;tig ist oder werden soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Ist der Arbeitnehmer einer bestimmten T&auml;tigkeitsst&auml;tte arbeitsrechtlich zugeordnet, kommt es aufgrund des Direktionsrechts des Arbeitgebers f&uuml;r das Auffinden der ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte auf den qualitativen Schwerpunkt der T&auml;tigkeit, die der Arbeitnehmer dort aus&uuml;bt oder aus&uuml;ben soll, entgegen der bis 2013 geltenden Rechtslage nicht mehr an (BTDrucks 17\/10774, S.&nbsp;15; BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 1412, Rz&nbsp;8; Niermann, DB 2013, 1015; Bergkemper, FR 2013, 1017; Bl&uuml;mich\/Th&uuml;rmer, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;551, 554 und 559; Schmidt\/ Kr&uuml;ger, a.a.O., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;303; Oertel in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;52; K&ouml;hler in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;1402; Lochte in Frotscher\/Geurts, EStG, Freiburg 2018, &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;122b und 252a; A.&nbsp;Cla&szlig;en in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;9 EStG Rz 68; Schramm\/Harder-Buschner, Neue Wirtschafts-Briefe 2014, 26, 33; kritisch HHR\/Bergkemper, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;546).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erforderlich, aber auch ausreichend ist, dass der Arbeitnehmer am Ort der ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte zumindest in geringem Umfang T&auml;tigkeiten zu erbringen hat, die er arbeitsvertraglich oder dienstrechtlich schuldet und die zu dem von ihm ausge&uuml;bten Berufsbild geh&ouml;ren. Nur dann kann die &quot;erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte&quot; als Ankn&uuml;pfungspunkt f&uuml;r den Ansatz von Wegekosten nach Ma&szlig;gabe der Entfernungspauschale und als Abgrenzungsmerkmal gegen&uuml;ber einer ausw&auml;rtigen beruflichen T&auml;tigkeit dienen. Dies folgt nach Auffassung des erkennenden Senats insbesondere aus &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG, der zumindest f&uuml;r den Regelfall davon ausgeht, dass der Arbeitnehmer an diesem Ort auch t&auml;tig werden soll. Dar&uuml;ber hinaus ist das Erfordernis einer arbeitsvertrag- oder dienstrechtlich geschuldeten Bet&auml;tigung an diesem Ort nicht zuletzt dem Wortsinn des Tatbestandsmerkmals &quot;erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte&quot; geschuldet. Denn ein Ort, an dem der Steuerpflichtige nicht t&auml;tig wird (oder f&uuml;r den Regelfall nicht t&auml;tig werden soll), kann nicht als T&auml;tigkeitsst&auml;tte angesehen werden. Schlie&szlig;lich zwingt auch das objektive Nettoprinzip, den Begriff der ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte dahingehend auszulegen. Denn anderenfalls bestimmt sich die Steuerlast nicht &#8211;gleichheitsrechtlich geboten&#8211; nach der individuellen Leistungsf&auml;higkeit des Steuerpflichtigen, sondern nach dem Belieben seines Arbeitgebers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Von einer dauerhaften Zuordnung ist ausweislich der in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG aufgef&uuml;hrten Regelbeispiele insbesondere auszugehen, wenn der Arbeitnehmer unbefristet, f&uuml;r die Dauer des Dienstverh&auml;ltnisses oder &uuml;ber einen Zeitraum von 48&nbsp;Monaten hinaus an einer solchen T&auml;tigkeitsst&auml;tte t&auml;tig werden soll. Fehlt eine solche dienst- oder arbeitsrechtliche Festlegung auf eine T&auml;tigkeitsst&auml;tte oder ist sie nicht eindeutig, ist erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte entsprechend &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG die betriebliche Einrichtung, an der der Arbeitnehmer dauerhaft<br \/>1. typischerweise arbeitst&auml;glich t&auml;tig werden soll oder<br \/>2. je Arbeitswoche zwei volle Arbeitstage oder mindestens ein Drittel seiner vereinbarten regelm&auml;&szlig;igen Arbeitszeit t&auml;tig werden soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine Zuordnung ist unbefristet i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Alternative EStG, wenn die Dauer der Zuordnung zu einer T&auml;tigkeitsst&auml;tte aus der ma&szlig;geblichen Sicht ex ante nicht kalenderm&auml;&szlig;ig bestimmt ist und sich auch nicht aus Art, Zweck oder Beschaffenheit der Arbeitsleistung ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Zuordnung erfolgt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative EStG f&uuml;r die Dauer des Arbeits- oder Dienstverh&auml;ltnisses, wenn sie aus der ma&szlig;geblichen Sicht ex ante f&uuml;r die gesamte Dauer des Arbeits- oder Dienstverh&auml;ltnisses Bestand haben soll. Dies kann insbesondere angenommen werden, wenn die Zuordnung im Rahmen des Arbeits- oder Dienstverh&auml;ltnisses unbefristet oder (ausdr&uuml;cklich) f&uuml;r dessen gesamte Dauer erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist das FG zu Recht davon ausgegangen, dass der Flughafen X im Streitjahr die erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte des Kl&auml;gers war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach den bindenden (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) Feststellungen des FG handelt es sich beim Flughafen X um ein wenn auch gro&szlig;fl&auml;chiges, so doch r&auml;umlich abgegrenztes infrastrukturell erschlossenes Betriebsgel&auml;nde eines mit dem Arbeitgeber des Kl&auml;gers (X&nbsp;GmbH) verbundenen Unternehmens i.S. des &sect;&nbsp;15 AktG (FX&nbsp;GmbH). Mit dem Schutz ihres gesamten Betriebsgel&auml;ndes hat die FX&nbsp;GmbH die X&nbsp;GmbH als Sicherheitsunternehmen betraut.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einwand des Kl&auml;gers, die Einsatzorte, an denen er t&auml;tig geworden sei, seien nicht betriebliche Einrichtungen seiner lohnsteuerlichen Arbeitgeberin bzw. eines verbundenen Unternehmens i.S. des &sect;&nbsp;15 AktG &#8211;der X&nbsp;GmbH&#8211;, sondern betriebliche Einrichtungen von Kunden der X&nbsp;GmbH, die er auf Weisung seines Arbeitgebers t&auml;glich wechselnd aufgesucht habe, kann deshalb nicht verfangen. Die Einsatzorte und Kontrollstellen, die der Kl&auml;ger w&auml;hrend seines Dienstes aufsuchte, stellen f&uuml;r ihn keine &quot;selbst&auml;ndigen&quot; T&auml;tigkeitsst&auml;tten i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG dar. Sie stehen vielmehr in einem organisatorischen und wirtschaftlichen Zusammenhang und sind unabh&auml;ngig von ihrer infrastrukturellen Ausgestaltung und r&auml;umlichen Belegenheit, auch soweit sie in Bereichen liegen, die im &Uuml;brigen von Kunden der X&nbsp;GmbH genutzt werden, der ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte, dem Betriebsgel&auml;nde des Flughafens&nbsp;X, zuzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zudem hat das FG ohne Rechtsfehler entschieden, dass der Kl&auml;ger von seinem Arbeitgeber dem Betriebsgel&auml;nde der FX GmbH dauerhaft zugeordnet wurde und dort seinen Beruf als Luftsicherheitskraft tats&auml;chlich vollschichtig ausge&uuml;bt hat. Hiervon gehen auch die Beteiligten zu Recht &uuml;bereinstimmend aus. Der Senat sieht deshalb insoweit von weiteren Ausf&uuml;hrungen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Folglich stellt der Einsatz des Kl&auml;gers auf dem Betriebsgel&auml;nde des Flughafens X keine ausw&auml;rtige berufliche T&auml;tigkeit i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;4a EStG dar. Es handelt sich vielmehr um eine T&auml;tigkeit innerhalb einer &#8211;wenngleich gro&szlig;r&auml;umigen&#8211; ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte, an der der Kl&auml;ger seine arbeitsvertraglich geschuldete Leistung zu erbringen hat. Da der Kl&auml;ger im Streitfall nicht au&szlig;erhalb seiner ersten T&auml;tigkeitsst&auml;tte und seines Wohnorts t&auml;tig war, k&ouml;nnen weder Verpflegungsmehraufwendungen noch Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte nach Reisekostengrunds&auml;tzen ber&uuml;cksichtigt werden. Die vom Kl&auml;ger aufgeworfene Frage, ob der Flughafen X ein weitr&auml;umiges T&auml;tigkeitsgebiet i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4a Satz&nbsp;3 EStG ist, stellt sich im Streitfall damit nicht. Denn einer Antwort auf diese Frage bedarf es nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4a Satz&nbsp;1 EStG nur, wenn der Steuerpflichtige &uuml;ber keine erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte verf&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Ein Versto&szlig; gegen das objektive Nettoprinzip ist durch die Anwendung des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 und Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG im Streitfall nicht zu beklagen. Es begegnet keinen verfassungsrechtlichen Bedenken, dass durch die Entfernungspauschale Aufwendungen f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte abgegolten werden (Senatsurteil vom 4.&nbsp;April 2019 &#8211; VI&nbsp;R&nbsp;27\/17, zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.4.2019, VI R 12\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.110419.VIR12.17.0 Erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte einer Luftsicherheitskontrollkraft nach neuem Reisekostenrecht Leits&auml;tze 1. Ortsfeste betriebliche Einrichtungen sind r&auml;umlich zusammengefasste Sachmittel, die der T&auml;tigkeit des Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten dienen und mit dem Erdboden verbunden oder dazu bestimmt sind, &uuml;berwiegend standortgebunden genutzt zu werden. 2. Eine (gro&szlig;r&auml;umige) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-12-17-erste-taetigkeitsstaette-einer-luftsicherheitskontrollkraft-nach-neuem-reisekostenrecht\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;12\/17 &#8211; Erste T&auml;tigkeitsst&auml;tte einer Luftsicherheitskontrollkraft nach neuem Reisekostenrecht<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-70951","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70951","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70951"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70951\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70951"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70951"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70951"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}