{"id":70956,"date":"2019-07-20T13:58:51","date_gmt":"2019-07-20T11:58:51","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=70956"},"modified":"2019-07-20T13:59:39","modified_gmt":"2019-07-20T11:59:39","slug":"xi-r-14-17-zum-beweiswert-eines-freistempler-aufdrucks-mit-datumsanzeige","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-14-17-zum-beweiswert-eines-freistempler-aufdrucks-mit-datumsanzeige\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;14\/17 &#8211; Zum Beweiswert eines &quot;Freistempler&quot;-Aufdrucks mit Datumsanzeige"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.5.2019, XI R 14\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.150519.XIR14.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zum Beweiswert eines &quot;Freistempler&quot;-Aufdrucks mit Datumsanzeige<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Dem &quot;Freistempler&quot;-Aufdruck kommt eine geringere Beweiskraft zu als dem Poststempel. Die Freistempelung des Briefes besagt lediglich, dass die Sendung versandfertig gemacht worden, nicht aber, dass es auch tats&auml;chlich zur rechtzeitigen Versendung gekommen ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 12. Januar 2017&nbsp;&nbsp;5 K 23\/15 U wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), einer GbR, wegen Umsatzsteuer 2013 war erfolglos (Urteil des Finanzgerichts &#8211;FG&#8211; M&uuml;nster 12.&nbsp;Januar 2017&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;23\/15&nbsp;U, abgedruckt in Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2017, 703).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG ist den Beteiligten am 20.&nbsp;Februar 2017 durch Empfangsbekenntnis zugestellt worden. Die Revisionsbegr&uuml;ndungsschrift ist am Freitag, den 21.&nbsp;April 2017, beim Bundesfinanzhof (BFH) eingegangen. Der Freistempel auf dem Briefumschlag der Revisionsbegr&uuml;ndungsschrift weist als Datum den 18.&nbsp;April 2017 aus. Nachdem die Gesch&auml;ftsstelle des XI.&nbsp;Senats des BFH den Prozessbevollm&auml;chtigten mit Schreiben vom 24.&nbsp;April 2017 auf die versp&auml;tet eingegangene Begr&uuml;ndung der Revision hingewiesen hat (zugestellt mit Zustellungsurkunde am 27.&nbsp;April 2017), beantragte die Kl&auml;gerin mit Schreiben vom 28.&nbsp;April 2017 (beim BFH eingegangen am 4.&nbsp;Mai 2017) die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unzul&auml;ssig. Die Kl&auml;gerin hat die Frist zur Begr&uuml;ndung der Revision vers&auml;umt. Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ist nicht zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ist die Revision beim BFH innerhalb eines Monats nach Zustellung des Urteils schriftlich einzulegen und sp&auml;testens innerhalb eines weiteren Monats zu begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall ist die Begr&uuml;ndung der Revision versp&auml;tet beim BFH eingegangen. Das Urteil des FG vom 12.&nbsp;Januar 2017 ist am 20.&nbsp;Februar 2017 per Empfangsbekenntnis zugestellt worden. Erst am 21.&nbsp;April 2017 reichte die Kl&auml;gerin die Begr&uuml;ndung der Revision beim BFH ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die mit Schriftsatz vom 28.&nbsp;April 2017 beantragte Wiedereinsetzung in den vorigen Stand kann nicht gew&auml;hrt werden. Die Voraussetzungen sind nicht glaubhaft gemacht worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 FGO kann auf Antrag gew&auml;hrt werden, wenn jemand ohne Verschulden verhindert war, eine gesetzliche Frist einzuhalten. Hiernach schlie&szlig;t jedes Verschulden &#8211;also auch einfache Fahrl&auml;ssigkeit&#8211; die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand aus (st&auml;ndige Rechtsprechung, s. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 15.&nbsp;Mai 2002 X&nbsp;B&nbsp;156\/01, BFH\/NV 2002, 1461, unter II.1.; vom 22.&nbsp;Mai 2018 XI&nbsp;R&nbsp;22\/17, BFH\/NV 2018, 961, Rz&nbsp;15). Der Beteiligte muss sich ein Verschulden seines Prozessbevollm&auml;chtigten zurechnen lassen (&sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;2 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wiedereinsetzung erfordert in formeller Hinsicht, dass innerhalb einer Frist von einem Monat (&sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 FGO) nach Wegfall des Hindernisses die vers&auml;umte Rechtshandlung nachgeholt und diejenigen Tatsachen vorgetragen und im Verfahren &uuml;ber den Antrag glaubhaft gemacht werden, aus denen sich die schuldlose Verhinderung ergeben soll. Die Tatsachen, die eine Wiedereinsetzung rechtfertigen k&ouml;nnen, sind innerhalb dieser Frist vollst&auml;ndig (alle entscheidungserheblichen Umst&auml;nde), substantiiert und in sich schl&uuml;ssig darzulegen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 25.&nbsp;Juni 2003 XI&nbsp;B&nbsp;186\/02, BFH\/NV 2003, 1589, unter 2.a; vom 15.&nbsp;Dezember 2011 II&nbsp;R&nbsp;16\/11, BFH\/NV 2012, 593, unter II.1., m.w.N.; vom 13.&nbsp;September 2012 XI&nbsp;R&nbsp;13\/12, BFH\/NV 2013, 60, Rz&nbsp;13; BFH-Urteil vom 31.&nbsp;Januar 2017 IX&nbsp;R&nbsp;19\/16, BFH\/NV 2017, 885, Rz&nbsp;21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dem Antrag der Kl&auml;gerin auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand l&auml;sst sich eine vollst&auml;ndige und substantiierte Darlegung der Tatsachen, aus denen sich die schuldlose Verhinderung der Fristeinhaltung ergibt, nicht entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Kl&auml;gerin st&uuml;tzt sich mit ihrem Vortrag darauf, dass sie als Postkunde darauf vertrauen konnte, dass zur Fristeinhaltung gegen&uuml;ber Beh&ouml;rden und Gerichten eine Zustellung am n&auml;chsten Werktag erfolge. Da sie die Revisionsbegr&uuml;ndungsschrift am 18.&nbsp;April 2017 zur Post aufgegeben habe &#8211;dies belege der Stempel mit Datum auf dem Briefumschlag der Sendung&#8211;, h&auml;tte sie daher auf eine rechtzeitige &Uuml;bermittlung der Revisionsbegr&uuml;ndungsschrift vertrauen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Steuerpflichtige darf zwar darauf vertrauen, dass die von der Post nach ihren organisatorischen und betrieblichen Vorkehrungen f&uuml;r den Normalfall festgelegten Postlaufzeiten eingehalten werden. Werden sie &uuml;berschritten, darf dem Steuerpflichtigen dieser Umstand, da er darauf keinen Einfluss hat, im Rahmen der Wiedereinsetzung nicht als Verschulden zur Last gelegt werden (vgl. BFH-Urteile vom 24.&nbsp;Juni 1988 III&nbsp;R&nbsp;177\/85, BFH\/NV 1989, 351; vom 24.&nbsp;Januar 2002 III&nbsp;R&nbsp;5\/01, BFH\/NV 2002, 778; vom 11.&nbsp;Juli 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;10\/05, BFHE 214, 18, BStBl II 2007, 96, jeweils m.w.N.; vom 28.&nbsp;Oktober 2008 VIII&nbsp;R&nbsp;36\/04, BFHE 223, 166, BStBl II 2009, 190, unter B.I.2., Rz&nbsp;31). Zwar kann man daher darauf vertrauen, dass werktags im Bundesgebiet aufgegebene Postsendungen unabh&auml;ngig davon, ob sie bei der Deutschen Post&nbsp;AG oder bei privaten lizenzierten Postdienstleistungsunternehmen aufgegeben werden, am folgenden Werktag im Bundesgebiet ausgeliefert werden (vgl. BFH-Urteil in BFHE 223, 166, BStBl II 2009, 190, unter B.I.2., Rz&nbsp;31, m.w.N.). Dies setzt aber voraus, dass der streitige Schriftsatz rechtzeitig zur Post aufgegeben worden ist. Dies hat die Kl&auml;gerin nicht substantiiert und vollst&auml;ndig dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Soweit sich die Kl&auml;gerin darauf bezieht, dass die rechtzeitige Aufgabe zur Post durch den Stempel auf dem Briefumschlag der Revisionsbegr&uuml;ndungsschrift nachgewiesen wurde, kann dem nicht gefolgt werden. Dem &quot;Freistempler&quot;-Aufdruck (mit Datum &quot;18.04.17&quot; und Werbeteil des Prozessbevollm&auml;chtigten) kommt eine geringere Beweiskraft zu als dem Poststempel (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 28.&nbsp;Februar 1985 VIII&nbsp;R&nbsp;261\/84, BFH\/NV 1986, 30, unter 2.; vom 4.&nbsp;August 1997 I&nbsp;B&nbsp;22\/97, juris, Rz&nbsp;3; vom 27.&nbsp;Februar 2002 III&nbsp;B&nbsp;134\/01, juris, Rz&nbsp;5; BFH-Urteil vom 27.&nbsp;September 2001 X&nbsp;R&nbsp;66\/99, BFH\/NV 2002, 358, unter II.2.b&nbsp;aa). Die Freistempelung des Briefes besagt lediglich, dass die Sendung versandfertig gemacht worden ist, nicht aber, dass es auch tats&auml;chlich zur rechtzeitigen Versendung gekommen ist (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 10.&nbsp;August 2004 I&nbsp;B&nbsp;40\/04, juris, Rz&nbsp;8; vom 27.&nbsp;Februar 2002 III&nbsp;B&nbsp;134\/01, juris, Rz&nbsp;5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Im Rahmen eines Wiedereinsetzungsantrags nach &sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;2 FGO bedarf es daher einer weiteren Darlegung und Glaubhaftmachung, wann ein Schriftst&uuml;ck zur Post gegeben worden ist. Insbesondere sind Angaben dazu erforderlich, wann (Tag, Uhrzeit) und von wem die Sendung in welcher Weise (Einwurf in einem bestimmten Briefkasten oder Abgabe bei einer bestimmten Postfiliale) zur Post gegeben wurde (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 19.&nbsp;Juni 1996 I&nbsp;R&nbsp;13\/96, BFH\/NV 1997, 120; vom 26.&nbsp;November 1993 VIII&nbsp;R&nbsp;53\/93, BFH\/NV 1994, 645; vom 4.&nbsp;August 1997 I&nbsp;B&nbsp;22\/97, juris, Rz&nbsp;3; vom 10.&nbsp;August 2004 I&nbsp;B&nbsp;40\/04, juris, Rz&nbsp;7; BFH-Urteile in BFH\/NV 2002, 358, unter II.2.b&nbsp;aa; in BFH\/NV 2017, 885, Rz&nbsp;22). Solche Angaben sind anhand geeigneter (pr&auml;senter) Beweismittel, wie z.B. einer eidesstattlichen Versicherung, einem Postausgangsbuch und einem Fristenkontrollbuch glaubhaft zu machen (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 1986, 30, unter 2.; BFH-Urteil in BFH\/NV 2017, 885, Rz&nbsp;22, m.w.N.). Dies hat die Kl&auml;gerin unterlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Ablauf der Frist des &sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO k&ouml;nnen wesentliche L&uuml;cken in der Darstellung nicht mehr geschlossen, Widerspr&uuml;che nicht mehr beseitigt, nachtr&auml;glich vielmehr allenfalls Erl&auml;uterungen gegeben werden (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteil in BFH\/NV 2002, 358; BFH-Beschl&uuml;sse vom 20.&nbsp;Juni 1996 X&nbsp;R&nbsp;95\/93, BFH\/NV 1997, 40, m.w.N.; vom 23.&nbsp;Februar 2011 VIII&nbsp;B&nbsp;146\/09, BFH\/NV 2011, 1366, Rz&nbsp;6; vom 2.&nbsp;Dezember 2014 III&nbsp;B&nbsp;36\/14, BFH\/NV 2015, 505, Rz&nbsp;13; s.a. Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;56 FGO Rz&nbsp;18, m.w.N.). Dieser Begr&uuml;ndungspflicht sind die Prozessbevollm&auml;chtigten hier in mehrfacher Hinsicht nicht nachgekommen; dies muss sich die Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;2 ZPO zurechnen lassen (s. BFH-Beschl&uuml;sse vom 29.&nbsp;Oktober 1999 VI&nbsp;R&nbsp;36\/99, BFH\/NV 2000, 470; vom 18.&nbsp;Februar 2000 I&nbsp;B&nbsp;136\/99, BFH\/NV 2000, 1108; vom 4.&nbsp;September 2017 XI&nbsp;B&nbsp;107\/16, BFH\/NV 2017, 1412, Rz&nbsp;36). Die Prozessbevollm&auml;chtigten haben in diesem Sinne weder vorgetragen wer zu welcher Zeit und in welcher Weise das fristgebundene Revisionsbegr&uuml;ndungsschreiben zur Post gegeben hat noch wurden pr&auml;sente Beweismittel hierzu beigebracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.5.2019, XI R 14\/17ECLI:DE:BFH:2019:B.150519.XIR14.17.0 Zum Beweiswert eines &quot;Freistempler&quot;-Aufdrucks mit Datumsanzeige Leits&auml;tze NV: Dem &quot;Freistempler&quot;-Aufdruck kommt eine geringere Beweiskraft zu als dem Poststempel. Die Freistempelung des Briefes besagt lediglich, dass die Sendung versandfertig gemacht worden, nicht aber, dass es auch tats&auml;chlich zur rechtzeitigen Versendung gekommen ist. 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