{"id":71009,"date":"2019-08-05T11:02:26","date_gmt":"2019-08-05T09:02:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71009"},"modified":"2019-08-05T11:02:26","modified_gmt":"2019-08-05T09:02:26","slug":"iv-r-30-16-keine-geringfuegigkeitsgrenze-bei-abfaerbung-von-gewerblichen-beteiligungseinkuenften-durch-gewerbliche-beteiligungseinkuenfte-umqualifizierte-gewerbliche-einkuenfte-sind-aber-nicht-gewerbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-30-16-keine-geringfuegigkeitsgrenze-bei-abfaerbung-von-gewerblichen-beteiligungseinkuenften-durch-gewerbliche-beteiligungseinkuenfte-umqualifizierte-gewerbliche-einkuenfte-sind-aber-nicht-gewerbe\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;30\/16 &#8211; Keine Geringf&uuml;gigkeitsgrenze bei Abf&auml;rbung von gewerblichen Beteiligungseink&uuml;nften; durch gewerbliche Beteiligungseink&uuml;nfte umqualifizierte gewerbliche Eink&uuml;nfte sind aber nicht gewerbesteuerbar"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.6.2019, IV R 30\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.060619.IVR30.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Geringf&uuml;gigkeitsgrenze bei Abf&auml;rbung von gewerblichen Beteiligungseink&uuml;nften; durch gewerbliche Beteiligungseink&uuml;nfte umqualifizierte gewerbliche Eink&uuml;nfte sind aber nicht gewerbesteuerbar<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. &sect; 15 Abs. 3 Nr. 1 Alternative 2 EStG ist in einkommensteuerrechtlicher Hinsicht auch ohne Ber&uuml;cksichtigung einer Geringf&uuml;gigkeitsgrenze, bis zu deren Erreichen die gewerblichen Beteiligungseink&uuml;nfte nicht auf die &uuml;brigen Eink&uuml;nfte abf&auml;rben, verfassungsgem&auml;&szlig;.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. &sect; 2 Abs. 1 Satz 2 GewStG ist verfassungskonform dahin auszulegen, dass ein gewerbliches Unternehmen i.S. des &sect; 15 Abs. 3 Nr. 1 Alternative 2 EStG nicht als nach &sect; 2 Abs. 1 Satz 1 GewStG der Gewerbesteuer unterliegender Gewerbebetrieb gilt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 22. 04. 2016 &#8211; 13 K 3651\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>An der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), einer KG, sind die Eheleute E und V als alleinvertretungsberechtigte, nicht am Gesellschaftsverm&ouml;gen beteiligte Komplement&auml;re, und deren vier Kinder als Kommanditisten beteiligt. Die Kl&auml;gerin erzielte zun&auml;chst Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung sowie aus Kapitalverm&ouml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2008 &uuml;bertrug V seine Kommanditbeteiligungen von 7&nbsp;v.H. an der T-GmbH &#038; Co.&nbsp;KG (T-KG) und von 2,5225&nbsp;v.H. an der L-GmbH &#038; Co.&nbsp;KG (L-KG) unentgeltlich auf die Kl&auml;gerin. Bei beiden Gesellschaften handelte es sich um Flugzeugleasingfonds, deren Verm&ouml;gen jeweils nur aus einem Flugzeug bestand. Die Eink&uuml;nfte der Fondsgesellschaften wurden als solche aus Gewerbebetrieb vom jeweiligen Betriebsst&auml;ttenfinanzamt gesondert und einheitlich festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf Grund der gewerblichen Beteiligungseink&uuml;nfte stellte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) seit dem Jahr 2008 s&auml;mtliche Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) als solche aus Gewerbebetrieb fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2008 ver&auml;u&szlig;erten die T-KG und im Jahr 2010 die L-KG die Flugzeuge vertragsgem&auml;&szlig; an die jeweiligen Leasingnehmer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch f&uuml;r 2011 (Streitjahr) stellten die jeweiligen Betriebsst&auml;ttenfinanz&auml;mter die Eink&uuml;nfte der Fondsgesellschaften gesondert und einheitlich fest. Auf die Kl&auml;gerin entfielen ausweislich der Mitteilungen an das FA Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von .\/.&nbsp;1.804,15&nbsp;EUR (T-KG) bzw. .\/. 497,95&nbsp;EUR (L-KG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA vertrat weiterhin die Rechtsauffassung, dass die Eink&uuml;nfte aus der verm&ouml;gensverwaltenden T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin durch die gewerblichen Beteiligungseink&uuml;nfte infiziert seien, und stellte in dem Bescheid f&uuml;r 2011 &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen (Gewinnfeststellungsbescheid) vom 11.&nbsp;April 2013 Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb und einen laufenden Gesamthandsgewinn in H&ouml;he von insgesamt &#8230;&nbsp;EUR fest. Darin enthalten waren &#8211;neben den gewerblichen Beteiligungseink&uuml;nften&#8211; umqualifizierte Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR und umqualifizierte Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein, mit dem sie sich gegen die Umqualifizierung der Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung und aus Kapitalverm&ouml;gen wandte. Mit dem Verkauf der Flugzeuge sei die unternehmerische T&auml;tigkeit der Fondsgesellschaften eingestellt worden, denn diese seien in die gesetzlich vorgeschriebene Liquidationsphase eingetreten. Die Gewerbebetriebe der Fondsgesellschaften h&auml;tten daher bereits vor dem Streitjahr geendet. Eine Abf&auml;rbung nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG komme daher mangels Vorliegens eines Gewerbebetriebs nicht mehr in Betracht. Jedenfalls w&auml;re die Anwendung der Abf&auml;rberegelung angesichts des &quot;&auml;u&szlig;erst geringen Anteils&quot; der im Streitjahr der Kl&auml;gerin zugerechneten gewerblichen Beteiligungseink&uuml;nfte unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer gegen das klageabweisende Urteil des Finanzgerichts (FG) gerichteten Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt,<br \/>die Vorentscheidung und die Einspruchsentscheidung vom 16.&nbsp;Oktober 2013 aufzuheben und den Gewinnfeststellungsbescheid 2011 vom 11.&nbsp;April 2013 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umqualifizierung der Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung und aus Kapitalverm&ouml;gen r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das dem Verfahren beigetretene Bundesministerium der Finanzen hat keinen Antrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zu Recht hat das FG die Klage der Kl&auml;gerin abgewiesen, denn der angegriffene Gewinnfeststellungsbescheid, mit dem die Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin insgesamt als solche aus Gewerbebetrieb festgestellt wurden, ist rechtm&auml;&szlig;ig und verletzt die Kl&auml;gerin nicht in ihren Rechten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 EStG gilt als Gewerbebetrieb in vollem Umfang die mit Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht unternommene T&auml;tigkeit u.a. einer KG, wenn die Gesellschaft auch eine T&auml;tigkeit im Sinne des Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 aus&uuml;bt (Alternative&nbsp;1) oder gewerbliche Eink&uuml;nfte im Sinne des Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 bezieht (Alternative&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwischen den Beteiligten ist nicht im Streit, dass die Kl&auml;gerin im Streitjahr 2011 mit Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht ihr Kapitalverm&ouml;gen verwaltet und Grundbesitz vermietet hat. Insoweit sieht der Senat von weiteren Ausf&uuml;hrungen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zudem hat die Kl&auml;gerin im Streitjahr aus der Beteiligung an der T-KG und an der L-KG gewerbliche Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG bezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung des Gewinnfeststellungsverfahrens der T-KG und der L-KG zust&auml;ndigen Betriebsst&auml;ttenfinanz&auml;mter haben f&uuml;r diese jeweils Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb festgestellt und anteilig der Kl&auml;gerin als an diesen Gesellschaften beteiligte Mitunternehmerin zugerechnet. Die entsprechenden Gewinnfeststellungsbescheide f&uuml;r diese Gesellschaften sind f&uuml;r das f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung des Gewinnfeststellungsverfahrens f&uuml;r die Kl&auml;gerin zust&auml;ndige FA u.a. hinsichtlich der Mitunternehmerstellung der Kl&auml;gerin und der Art und H&ouml;he der festgestellten Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;182 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) bindend. Einwendungen gegen die Feststellungen in einem (wirksamen) Grundlagenbescheid k&ouml;nnen daher mit Erfolg nur in einem gegen einen solchen Bescheid gerichteten Verfahren, nicht aber in einem Verfahren gegen den Folgebescheid geltend gemacht werden (vgl. &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;2 AO, &sect;&nbsp;42 FGO). Im Verfahren gegen den Folgebescheid kann lediglich die Unwirksamkeit bzw. Nichtigkeit eines Grundlagenbescheids geltend gemacht werden, denn ein unwirksamer bzw. nichtiger Grundlagenbescheid erzeugt keine Bindungswirkung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass die Gewinnfeststellungsbescheide f&uuml;r die T-KG und die L-KG nichtig waren, sind jedoch nicht ersichtlich. Soweit die Kl&auml;gerin meint, die f&uuml;r die T-KG und die L-KG in den f&uuml;r sie ergangenen Gewinnfeststellungsbescheiden getroffenen Feststellungen gewerblicher Eink&uuml;nfte seien deshalb nichtig, weil diese Gesellschaften in den Streitjahren ihre werbende T&auml;tigkeit bereits eingestellt h&auml;tten, kann ihr der Senat nicht folgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG ist auch ohne Ber&uuml;cksichtigung einer Geringf&uuml;gigkeitsgrenze, bis zu deren Erreichen die gewerblichen (Beteiligungs-)Eink&uuml;nfte nicht auf die &uuml;brigen Eink&uuml;nfte der Gesellschaft abf&auml;rben, verfassungsgem&auml;&szlig;. Danach f&uuml;hrt einkommensteuerrechtlich jede Beteiligung, aus der die Gesellschaft gewerbliche Eink&uuml;nfte bezieht, zu einer Umqualifizierung aller weiteren Eink&uuml;nfte dieser Gesellschaft in solche aus Gewerbebetrieb. Allerdings bedarf es nach Ansicht des Senats einer verfassungskonformen Auslegung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) dahin, dass ein Unternehmen, das nur kraft der Fiktion des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG als Gewerbebetrieb gilt, nicht der Gewerbesteuer unterliegt. Andernfalls enthielte &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG eine nicht gerechtfertigte Schlechterstellung der Personengesellschaft gegen&uuml;ber einem Einzelunternehmer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG wurde durch das Jahressteuergesetz 2007 vom 13.&nbsp;Dezember 2006 (BGBl I 2006, 2878) eingef&uuml;gt. Der Gesetzgeber reagierte damit auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 6.&nbsp;Oktober 2004&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;53\/01 (BFHE 207, 466, BStBl II 2005, 383). In diesem Urteil hatte der BFH entschieden, dass die Abf&auml;rbewirkung nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 EStG a.F. (jetzt: &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG) nicht eingreife, wenn eine verm&ouml;gensverwaltende Personengesellschaft, die lediglich Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung erziele, an einer gewerblich t&auml;tigen anderen Personengesellschaft beteiligt sei. Denn auch wenn sie Mitunternehmerin dieser (Unter-)Gesellschaft sei, &uuml;be sie keine T&auml;tigkeit i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 (Satz&nbsp;1) Nr.&nbsp;1 EStG aus, wie dies von &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 EStG&nbsp;a.F. vorausgesetzt werde, sondern erziele Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 (Satz&nbsp;1) Nr.&nbsp;2 EStG. Nach Ansicht des IX.&nbsp;Senats des BFH lag darin eine Abweichung vom Urteil des IV. Senats des BFH vom 8.&nbsp;Dezember 1994&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;7\/92 (BFHE 176, 555, BStBl II 1996, 264) und vom Urteil des VIII. Senats des BFH vom 18.&nbsp;April 2000&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;68\/98 (BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359). Beide Senate hatten der Abweichung zugestimmt, der IV. Senat mit der Ma&szlig;gabe, dass dies nur f&uuml;r die Beteiligung einer verm&ouml;gensverwaltenden Obergesellschaft gelte, es also f&uuml;r die Beteiligung einer betrieblichen (im Urteilsfall in BFHE 176, 555, BStBl II 1996, 264 einer landwirtschaftlich t&auml;tigen) Personengesellschaft an einer gewerblich t&auml;tigen Untergesellschaft bei der Abf&auml;rbung bleibe (BFH-Beschluss vom 6.&nbsp;November 2003&nbsp;&#8211; IV&nbsp;ER&nbsp;&#8211;S-&nbsp;3\/03, BFHE 207, 462, BStBl II 2005, 376).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Begr&uuml;ndung des Gesetzentwurfs sollte mit der Einf&uuml;gung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG die bisherige Rechtsprechung und Verwaltungsauffassung (R&nbsp;15.8 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;4 der Einkommensteuer-Richtlinien 2005) wieder hergestellt und gesetzlich abgesichert werden, wonach eine land- und forstwirtschaftlich, freiberuflich oder verm&ouml;gensverwaltend t&auml;tige Personengesellschaft, zu deren Gesamthandsverm&ouml;gen eine Beteiligung an einer gewerblich t&auml;tigen Gesellschaft geh&ouml;rt, in vollem Umfang gewerbliche Eink&uuml;nfte bezieht (BTDrucks&nbsp;16\/2712, S.&nbsp;44). Auch die Beteiligung an einer gewerblich t&auml;tigen Personengesellschaft stelle eine Beteiligung an einem gewerblichen Unternehmen i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;1 (Satz&nbsp;1) Nr.&nbsp;1 EStG dar; &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 (Satz&nbsp;1) Nr.&nbsp;2 EStG habe insoweit nur deklaratorische Bedeutung. Selbst wenn man aber der neuen Auffassung des BFH folgen wollte, der zufolge die Obergesellschaft durch ihre Beteiligung an einer gewerblichen Untergesellschaft keine gewerbliche T&auml;tigkeit i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 (Satz&nbsp;1) Nr.&nbsp;1 EStG entfalte, weil sie lediglich gewerbliche Beteiligungseink&uuml;nfte beziehe, so solle die Vorschrift des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 EStG jedenfalls doch verhindern, dass bei einer Personengesellschaft neben gewerblichen Eink&uuml;nften solche weiterer Einkunftsarten entstehen. Dieses Ziel werde aber verfehlt, wenn die Obergesellschaft neben gewerblichen Eink&uuml;nften als Mitunternehmerin noch Eink&uuml;nfte aus einer anderen Einkunftsart erzielen w&uuml;rde. Das bereits durch Auslegung des bisherigen &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 EStG gefundene Ergebnis werde jetzt aus Gr&uuml;nden der Rechtsklarheit gesetzlich abgesichert. Zudem f&uuml;hrte die Aufgabe der bisherigen Rechtsprechung und Verwaltungspraxis zu weitreichenden Folgewirkungen mit schwierigen &Uuml;bergangsfragen, da sich die bisherige Annahme von Betriebsverm&ouml;gen r&uuml;ckwirkend als unrichtig erweisen w&uuml;rde. Durch die gesetzliche Festschreibung der bisherigen Auffassung in Rechtsprechung und Verwaltung w&uuml;rden daher komplizierte &Uuml;bergangsregelungen vermieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wie &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG f&uuml;hrt auch &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG &#8211;ohne entsprechende verfassungskonforme Auslegung&#8211; dazu, dass infolge der Umqualifizierung s&auml;mtlicher Eink&uuml;nfte der Gesellschaft in solche aus Gewerbebetrieb der von der Personengesellschaft insgesamt erzielte Gewinn nach Ma&szlig;gabe der Bestimmung &uuml;ber die Ermittlung des Gewerbeertrags (&sect;&sect;&nbsp;7&nbsp;ff. GewStG) der Gewerbesteuer unterf&auml;llt. Auf diese Weise werden auch an sich nicht gewerbliche Eink&uuml;nfte mit Gewerbesteuer belastet. Darin liegt eine Ungleichbehandlung (Schlechterstellung) der Personengesellschaft gegen&uuml;ber dem Einzelunternehmer, der gleichzeitig mehrere verschiedene Einkunftsarten verwirklichen kann mit der Folge, dass bei ihm nur die origin&auml;r gewerbliche T&auml;tigkeit der Gewerbesteuer unterf&auml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bezogen auf die Regelung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG ist diese Ungleichbehandlung der Personengesellschaft gegen&uuml;ber einem Einzelunternehmer sachlich gerechtfertigt. Insoweit hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) zu der Regelung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 EStG in der im Jahr 1988 geltenden Fassung f&uuml;r einen Fall, der seit Einf&uuml;gung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG unter &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG f&auml;llt, ausgef&uuml;hrt, diese Ungleichbehandlung gen&uuml;ge den verfassungsrechtlichen Vorgaben aus Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG). Mit dem Ziel, die Ermittlung der Eink&uuml;nfte gemischt t&auml;tiger Personengesellschaften zu vereinfachen, indem sie alle Eink&uuml;nfte typisierend auf die Einkunftsart gewerblicher Eink&uuml;nfte konzentriere, und dem weiteren Ziel, die Substanz der Gewerbesteuer zu erhalten, verfolge sie legitime Gesetzeszwecke. Mit ihrer Typisierung f&uuml;ge sich die Abf&auml;rberegelung in das Regelungssystem von Einkommen-, K&ouml;rperschaft- und Gewerbesteuer ein. Die mit der Typisierung der Regelung f&uuml;r die Personengesellschaften verbundenen Nachteile st&uuml;nden auch in einem vertretbaren Verh&auml;ltnis zu den mit der Regelung verfolgten Zielen. Das Gewicht der mit ihr einhergehenden Ungleichbehandlung der Personengesellschaften sei zwar erheblich, weil die Vorschrift nicht gewerbliche Eink&uuml;nfte grunds&auml;tzlich ohne R&uuml;cksicht auf ihre H&ouml;he und ihr Verh&auml;ltnis zum Gesamtgewinn der Gewerbesteuer unterwerfe, die beim Einzelunternehmer gewerbesteuerfrei bleiben. Die Belastung werde allerdings gemildert durch eine restriktive Interpretation der Vorschrift durch den BFH und vor allem durch die M&ouml;glichkeit, der Abf&auml;rberegelung durch gesellschaftsrechtliche Gestaltung auszuweichen. F&uuml;r die Zeitr&auml;ume ab 1993 k&auml;men schlie&szlig;lich die Tarifbegrenzung des &sect;&nbsp;32c EStG&nbsp;a.F. und nunmehr die Anrechnungsregelung des &sect;&nbsp;35 EStG hinzu, die der Gewerbesteuer als Zusatzbelastung neben der Einkommensteuer erheblich an Gewicht nehme. Vor diesem Hintergrund erweise sich die Abf&auml;rberegelung als verfassungsrechtlich vertretbar (BVerfG-Beschluss vom 15.&nbsp;Januar 2008&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;2\/04, BVerfGE 120, 1, Rz&nbsp;117&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese verfassungsrechtliche Argumentation kann f&uuml;r die Regelung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG nicht ohne weiteres &uuml;bernommen werden. So gibt es jedenfalls f&uuml;r die durch die Abf&auml;rberegelung in &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG ausgel&ouml;sten gewerbesteuerrechtlichen Folgen keine hinreichend gewichtigen Gr&uuml;nde, die die erhebliche Schlechterstellung von Personengesellschaften gegen&uuml;ber Einzelunternehmern rechtfertigen k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Anders als f&uuml;r die Regelung in &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG scheidet der Schutz des Gewerbesteueraufkommens f&uuml;r die Regelung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG als legitimer Gesetzeszweck aus. Denn anders als bei einer Personengesellschaft, die neben einer anderen T&auml;tigkeit auch eine origin&auml;r gewerbliche T&auml;tigkeit aus&uuml;bt, besteht bei einer Personengesellschaft (Obergesellschaft), die eine nicht gewerbliche T&auml;tigkeit aus&uuml;bt und gewerbliche Eink&uuml;nfte lediglich aus einer Beteiligung an einer gewerblichen Personengesellschaft (Untergesellschaft) bezieht, nicht die Gefahr, dass infolge unzureichender Abgrenzungsm&ouml;glichkeiten zwischen verschiedenen T&auml;tigkeiten einer Gesellschaft gewerbliche Eink&uuml;nfte der Gewerbesteuer entzogen werden. Denn die gewerblichen Beteiligungseink&uuml;nfte, die bei der Obergesellschaft dazu f&uuml;hren, dass ihre gesamten Eink&uuml;nfte in solche aus Gewerbebetrieb umqualifiziert werden, werden bei ihr ohnehin nicht mit Gewerbesteuer belastet. Vielmehr wird ihr Gewinn f&uuml;r Zwecke der Ermittlung ihres Gewerbeertrags nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GewStG um die Anteile am Gewinn einer in- oder ausl&auml;ndischen oHG, einer KG oder einer anderen Gesellschaft, bei der die Gesellschafter als Unternehmer (Mitunternehmer) des Gewerbebetriebs anzusehen sind, gek&uuml;rzt, wenn die Gewinnanteile bei der Ermittlung des Gewinns angesetzt worden sind. Im Ergebnis werden also nur die abgef&auml;rbten, nicht origin&auml;r gewerblichen Eink&uuml;nfte der Obergesellschaft bei ihr mit Gewerbesteuer belastet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Obergesellschaft wird allerdings insoweit auch nicht besser gestellt als ein Einzelunternehmer, der jedenfalls mit den Eink&uuml;nften aus seiner gewerblichen T&auml;tigkeit der Gewerbesteuer unterf&auml;llt. Denn der Gewinn der Untergesellschaft, der der Obergesellschaft anteilig zugerechnet wird, wurde im Regelfall schon auf der Ebene der Untergesellschaft mit Gewerbesteuer belastet, so dass die von der Obergesellschaft aus ihrer Beteiligung bezogenen gewerblichen Eink&uuml;nfte schon um die darauf entfallende Gewerbesteuer gemindert sind. Insgesamt bleibt es also vielmehr bei der Schlechterstellung der Personengesellschaft gegen&uuml;ber dem Einzelunternehmer, der mit seinen nicht gewerblichen T&auml;tigkeiten nicht der Gewerbesteuer unterf&auml;llt, w&auml;hrend die Personengesellschaft insoweit gewerbesteuerpflichtig ist. Diese Schlechterstellung kann, wie dargelegt, nicht mit dem Schutz des Gewerbesteueraufkommens gerechtfertigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Allein Vereinfachungsgr&uuml;nde bei der Eink&uuml;nfteermittlung k&ouml;nnen die erhebliche Schlechterstellung, zu der die Abf&auml;rberegelung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG f&uuml;r Personengesellschaften gegen&uuml;ber Einzelunternehmern in gewerbesteuerrechtlicher Hinsicht f&uuml;hrt, nach Ansicht des Senats nicht rechtfertigen. Dies gilt insbesondere auch deshalb, weil eine Vereinfachung der Eink&uuml;nfteermittlung im Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG schon nicht in dem Umfang gegeben ist wie im Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG. Denn anders als im Fall einer gemischt t&auml;tigen Gesellschaft (Alternative&nbsp;1), bei der auf der Ebene der Gesellschaft die Eink&uuml;nfte aus unterschiedlichen T&auml;tigkeiten zu ermitteln sind, werden im Fall einer nicht gewerblich t&auml;tigen Obergesellschaft mit Beteiligung an einer gewerblichen Untergesellschaft die Beteiligungseink&uuml;nfte nicht auf der Ebene der Obergesellschaft, sondern auf der der Untergesellschaft ermittelt und der Obergesellschaft nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG lediglich zugerechnet. Bei dieser Sachlage kommt dem Vereinfachungsbed&uuml;rfnis f&uuml;r die Eink&uuml;nfteermittlung weniger Bedeutung zu als im Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Anders als die Regelung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG wird die Regelung in &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG, jedenfalls hinsichtlich der durch sie ausgel&ouml;sten gewerbesteuerrechtlichen Folgen, damit nicht durch hinreichend gewichtige Gr&uuml;nde gerechtfertigt. Abweichendes ergibt sich auch nicht daraus, dass die Personengesellschaft die drohende Erstreckung der Gewerbesteuer auf nicht gewerbliche Eink&uuml;nfte und die entsprechende Verstrickung der zugeh&ouml;renden Verm&ouml;genswerte weitgehend risikolos und ohne gro&szlig;en Aufwand durch Gr&uuml;ndung einer zweiten, personenidentischen Schwestergesellschaft vermeiden kann. Diese Ausweichm&ouml;glichkeit f&uuml;hrt zwar dazu, dass die Regelung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG, f&uuml;r die ein erhebliches Vereinfachungsbed&uuml;rfnis sowie das Bed&uuml;rfnis bestehen, das Gewerbesteueraufkommen zu sch&uuml;tzen, im Ergebnis insgesamt, auch in gewerbesteuerrechtlicher Hinsicht, verfassungsgem&auml;&szlig; ist. Sie kann aber nicht zur Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit einer Regelung f&uuml;hren, die, wie &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG, zu einer vergleichbaren gewerbesteuerrechtlichen Ungleichbehandlung f&uuml;hrt, aber nicht durch hinreichend gewichtige Gr&uuml;nde gerechtfertigt ist. Andernfalls w&auml;re eine Regelung unabh&auml;ngig davon, ob f&uuml;r sie &uuml;berhaupt legitime Gr&uuml;nde sprechen, schon dann verfassungsgem&auml;&szlig;, wenn der Steuerpflichtige sich ihr weitgehend risikolos und ohne gro&szlig;en Aufwand entziehen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Nach Ansicht des Senats f&uuml;hrt die Regelung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG daher in gewerbesteuerrechtlicher Hinsicht zu einer nicht durch sachliche Gr&uuml;nde gerechtfertigten Schlechterstellung der Personengesellschaft gegen&uuml;ber einem Einzelunternehmer. Dabei kann dahinstehen, ob auch der Bezug von gewerblichen Eink&uuml;nften aus der Beteiligung an einer gewerblichen Untergesellschaft als gewerbliche T&auml;tigkeit i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG anzusehen ist. Denn selbst wenn man mit dieser Begr&uuml;ndung auch die F&auml;lle der zweiten Alternative bereits als von &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG erfasst ansehen w&uuml;rde, f&uuml;hrten die dargelegten Gr&uuml;nde dazu, dass in diesem Fall &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG hinsichtlich des Bezugs von gewerblichen Eink&uuml;nften einschr&auml;nkend auszulegen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) In einkommensteuerrechtlicher Hinsicht ist &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG allerdings nach Ansicht des Senats selbst ohne Bagatellgrenze verfassungsgem&auml;&szlig;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Auch in einkommensteuerrechtlicher Hinsicht liegt zwar eine Ungleichbehandlung der Personengesellschaft bzw. &#8211;bezogen auf das Steuerrechtssubjekt&#8211; ihrer Gesellschafter gegen&uuml;ber einer Einzelperson vor. W&auml;hrend die Einzelperson auch dann noch gleichzeitig eine bzw. mehrere Einkunftsarten verwirklichen kann, wenn sie sich an einer gewerblichen Personengesellschaft beteiligt, k&ouml;nnen die Gesellschafter einer Personengesellschaft, die sich an einer gewerblichen Personengesellschaft beteiligt, in dieser Personengesellschaft keine weiteren Einkunftsarten verwirklichen, da die gesamte T&auml;tigkeit der Personengesellschaft als solche aus Gewerbebetrieb gilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese Ungleichbehandlung ist &#8211;in einkommensteuerrechtlicher Hinsicht&#8211; jedoch sachlich gerechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Auch mit der Regelung in &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG verfolgt der Gesetzgeber die Erleichterung der Eink&uuml;nfteermittlung durch die Konzentration auf nur eine Einkunftsart. Dabei handelt es sich um einen legitimen Gesetzeszweck (vgl. dazu auch BVerfG-Beschluss in BVerfGE 120, 1, Rz&nbsp;118&nbsp;ff.). Das gilt auch unter Ber&uuml;cksichtigung des Umstandes, dass das Ausma&szlig; der Vereinfachung der Gewinnermittlung im Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG geringer ist als im Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG, da die Beteiligungseink&uuml;nfte bereits auf der Ebene der Untergesellschaft ermittelt und der Obergesellschaft nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG lediglich zugerechnet werden, w&auml;hrend bei gemischt t&auml;tigen Personengesellschaften die Gewinnermittlung f&uuml;r alle T&auml;tigkeiten dieser Gesellschaft auf ihrer Ebene erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die Regelung ist im Hinblick auf den verfolgten Zweck auch verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(a) Sie f&uuml;gt sich mit ihrer Typisierung in das Regelungssystem von Einkommen- und K&ouml;rperschaftsteuer ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenso wie &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG gleicht auch die zweite Alternative dieser Vorschrift, was die steuerliche Verstrickung von Wirtschaftsg&uuml;tern betrifft, die Stellung von Personengesellschaften derjenigen von Kapitalgesellschaften an, die nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes ausschlie&szlig;lich Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb erzielen und nicht unterschiedliche Einkunftsarten verwirklichen k&ouml;nnen. Das vom Gesetzgeber auch mit der Abf&auml;rberegelung in &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG praktizierte Typisierungsmuster, Eink&uuml;nfte einer Einkunftsart unter bestimmten Voraussetzungen insgesamt einer anderen zuzuordnen, ist dem Einkommensteuerrecht im &Uuml;brigen nicht fremd. So sind Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;8 EStG gegen&uuml;ber Eink&uuml;nften aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbst&auml;ndiger Arbeit oder aus Vermietung und Verpachtung subsidi&auml;r, das hei&szlig;t bei wirtschaftlicher Zugeh&ouml;rigkeit diesen zuzurechnen. Gleiches gilt f&uuml;r Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;3 EStG und &#8211;eingeschr&auml;nkt&#8211; f&uuml;r Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;2 EStG. Sind diese Vorschriften auch vom Gedanken der Subsidiarit&auml;t der nachrangigen Einkunftsart getragen, wohingegen bei der Abf&auml;rberegelung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG das Vereinfachungsbed&uuml;rfnis dominiert, so findet sich das Typisierungsmuster doch &auml;hnlich auch in s&auml;mtlichen genannten Vorschriften (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 120, 1, zu &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 EStG&nbsp;a.F. &#8211;jetzt: Alternative&nbsp;1&#8211;). Nicht zuletzt erg&auml;nzt &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG die in Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 geregelte Alternative&nbsp;1, indem nun sowohl das Erzielen gewerblicher Eink&uuml;nfte als auch deren Bezug aus der Beteiligung an einer gewerblichen Personengesellschaft zum Abf&auml;rben dieser Eink&uuml;nfte auf alle &uuml;brigen Eink&uuml;nfte f&uuml;hrt, die die Gesellschafter der Personengesellschaft in ihrer gesamth&auml;nderischen Verbundenheit erzielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(b) Die mit &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG verbundenen Nachteile f&uuml;r die Personengesellschaft bzw. ihre Gesellschafter stehen in einem vertretbaren Verh&auml;ltnis zu dem mit der Regelung verfolgten Ziel. Zwar ist die bezweckte Vereinfachung der Eink&uuml;nfteermittlung im Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG weniger gewichtig als in dem des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG, und anders als f&uuml;r jene bedarf es der Regelung auch nicht zum Schutz des Gewerbesteueraufkommens. Andererseits wiegen aber die mit der Regelung verbundenen Nachteile auch weitaus weniger schwer als die der Regelung in &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG. So f&uuml;hrt die Regelung infolge der erforderlichen verfassungskonformen Auslegung, wie dargelegt, zu keinen gewerbesteuerrechtlichen Belastungen, insbesondere nicht zu einer Belastung dem Grunde nach nicht gewerblicher Eink&uuml;nfte mit Gewerbesteuer. Einkommensteuerrechtlich f&uuml;hrt die Regelung zwar insbesondere zur steuerlichen Verstrickung der der Personengesellschaft zuzurechnenden Wirtschaftsg&uuml;ter &#8211; sofern diese nicht aufgrund der sonstigen T&auml;tigkeit(en) der Personengesellschaft ohnehin schon steuerverstrickt sind. Zudem kann insbesondere die Umqualifizierung von Kapitaleink&uuml;nften in solche aus Gewerbebetrieb, f&uuml;r die keine Abgeltungsteuer gilt, je nach dem pers&ouml;nlichen Steuersatz des einzelnen Gesellschafters zu einer h&ouml;heren Steuerbelastung f&uuml;hren. Andererseits darf nicht &uuml;bersehen werden, dass die mit der Abf&auml;rbewirkung verbundene Gewerblichkeit &#8211;insbesondere bei der Umqualifizierung von Eink&uuml;nften aus der Verm&ouml;gensverwaltung&#8211; auch zu steuerlichen Vorteilen f&uuml;hren kann. So sind nach einer Umqualifizierung Ver&auml;u&szlig;erungsverluste steuerlich ber&uuml;cksichtigungsf&auml;hig und Teilwertabschreibungen m&ouml;glich. Steuermindernde R&uuml;cklagen nach &sect;&nbsp;6b EStG k&ouml;nnen gebildet und Investitionsabzugsbetr&auml;ge nach &sect;&nbsp;7g EStG ber&uuml;cksichtigt werden. Zudem k&ouml;nnen auch die an das Betriebsverm&ouml;gen ankn&uuml;pfenden erbschaft- und schenkungsteuerlichen Freibetr&auml;ge und Bewertungsabschl&auml;ge in Anspruch genommen werden (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 120, 1, Rz&nbsp;138). Vor allem aber f&uuml;hrt die dem Steuerpflichtigen zumutbare M&ouml;glichkeit, den mit der Abf&auml;rbung verbundenen Belastungen durch entsprechende gesellschaftsrechtliche Gestaltung, insbesondere die Gr&uuml;ndung einer zweiten, personenidentischen Gesellschaft, zu entgehen, dazu, dass die Abf&auml;rberegelung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG keine &uuml;berm&auml;&szlig;ige Belastung f&uuml;r die betroffene Personengesellschaft und ihre Gesellschafter entfaltet (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 120, 1, Rz&nbsp;132&nbsp;ff.). So gesehen er&ouml;ffnet die Abf&auml;rberegelung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG f&uuml;r Personengesellschaften sogar eine Wahlm&ouml;glichkeit, die dem Einzelunternehmer in diesem Umfang nicht er&ouml;ffnet ist. Denn er kann nicht ohne weiteres in seinem gewerblichen Einzelunternehmen auch dem Grunde nach nicht gewerbliche T&auml;tigkeiten aus&uuml;ben, um auf diese Weise von den Vorteilen gewerblicher Eink&uuml;nfte zu profitieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach allem erweist sich die Abf&auml;rberegelung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG bei verfassungskonformer Auslegung durch Beschr&auml;nkung ihrer Folgen nur auf den Bereich des Einkommensteuerrechts als verfassungsgem&auml;&szlig;, ohne dass es einer weiteren Beschr&auml;nkung durch Einf&uuml;hrung einer Bagatellgrenze bedarf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die erforderliche Beschr&auml;nkung der Folgen der Abf&auml;rberegelung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG in gewerbesteuerrechtlicher Hinsicht erfolgt durch entsprechende verfassungskonforme Auslegung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GewStG unterliegt jeder stehende Gewerbebetrieb, soweit er im Inland betrieben wird, der Gewerbesteuer. Als Gewerbebetrieb definiert &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG ein gewerbliches Unternehmen im Sinne des Einkommensteuergesetzes. Diese Bestimmung ist nach Ansicht des Senats verfassungskonform dahin auszulegen, dass danach ein gewerbliches Unternehmen i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG nicht als nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Gewerbesteuer unterliegender Gewerbebetrieb gilt. Denn in diesem Fall fingiert das Einkommensteuerrecht allein aus einem Vereinfachungsbed&uuml;rfnis bei der Gewinnermittlung einkommensteuerrechtlich einen Gewerbebetrieb, was nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG dazu f&uuml;hren w&uuml;rde, dass ausschlie&szlig;lich dem Grunde nach nicht gewerbliche Eink&uuml;nfte der Gewerbesteuer unterworfen w&uuml;rden. Dies f&uuml;hrte, wie dargelegt, zu unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen Folgen und ist auch gewerbesteuerrechtlich nicht geboten. Denn anders als in den anderen F&auml;llen des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 EStG ist eine Einbeziehung dem Grunde nach nicht gewerblicher Eink&uuml;nfte in diesem Fall nicht erforderlich. Anders als in den F&auml;llen des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG geht es im Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG nicht um die Einbeziehung nicht gewerblicher Eink&uuml;nfte zum Schutz des Gewerbesteueraufkommens (zu diesem Zweck des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 120, 1) und es geht auch, anders als in den F&auml;llen des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 EStG, nicht um gewerblich gepr&auml;gte Personengesellschaften, bei denen die Pr&auml;gung durch eine Kapitalgesellschaft es sachlich rechtfertigt, die dergestalt gepr&auml;gte Personengesellschaft als Gewerbebetrieb anzusehen und die erzielten Eink&uuml;nfte als solche aus Gewerbebetrieb der Gewerbesteuer zu unterwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Mit dieser einschr&auml;nkenden Auslegung einer gewerbesteuerlichen Norm f&uuml;r Zwecke der Verfassungskonformit&auml;t der Abf&auml;rberegelung in &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG bewegt sich der Senat im Rahmen der bisherigen Rechtsprechung. Diese hat schon in anderen Fallgestaltungen nicht gewerbliche Eink&uuml;nfte, die einkommensteuerrechtlich als gewerblich gelten, nicht als gewerbesteuerpflichtig angesehen, wenn dies gewerbesteuerrechtlich nicht geboten ist, weil das Gewerbesteueraufkommen nicht gef&auml;hrdet ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So umfasst z.B. die Gewerbesteuerfreiheit der gewerblichen T&auml;tigkeit einer Personengesellschaft auch die T&auml;tigkeit, die ohne Abf&auml;rbung nicht gewerblich w&auml;re: &Uuml;bt eine Personengesellschaft neben einer nicht gewerblichen T&auml;tigkeit auch eine (origin&auml;r) gewerbliche T&auml;tigkeit aus, so ist ihre T&auml;tigkeit infolge der &quot;Abf&auml;rberegelung&quot; des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 (Alternative&nbsp;1) EStG zwar auch dann (einkommensteuerrechtlich) insgesamt als gewerblich anzusehen, wenn die (origin&auml;r) gewerbliche T&auml;tigkeit von der Gewerbesteuer befreit ist; die Gewerbesteuerfreiheit erstreckt sich in solchen F&auml;llen aber (gewerbesteuerrechtlich) auch auf die T&auml;tigkeit, die ohne die &quot;Abf&auml;rbung&quot; nicht gewerblich w&auml;re. Denn der mit &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG in gewerbesteuerrechtlicher Hinsicht verfolgte Zweck, zu verhindern, dass infolge unzureichender Abgrenzungsm&ouml;glichkeiten zwischen den beiden T&auml;tigkeiten gewerbliche Eink&uuml;nfte der Gewerbesteuer entzogen werden, erfordert in diesem Fall keine Abf&auml;rbung &#8211; eine Gewerbesteuer, die nicht besteht, kann auch nicht gef&auml;hrdet werden (vgl. BFH-Urteil vom 30.&nbsp;August 2001&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;43\/00, BFHE 196, 511, BStBl II 2002, 152).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus vergleichbaren Gr&uuml;nden erstreckt sich nach st&auml;ndiger Rechtsprechung in F&auml;llen der Betriebsaufspaltung eine Gewerbesteuerbefreiung der Betriebsgesellschaft auf die Vermietungs- und Verpachtungst&auml;tigkeit der Besitzgesellschaft. Anders als im Fall der gemischt t&auml;tigen Personengesellschaft, in dem es lediglich um die Ausdehnung einer Gewerbesteuerbefreiung innerhalb desselben Unternehmens geht, kommt es bei der Betriebsaufspaltung zwar zur Erstreckung des Befreiungstatbestands &uuml;ber die Unternehmensgrenzen der Betriebsgesellschaft hinweg auf das rechtlich selbst&auml;ndige Besitzunternehmen. Im Kern soll allerdings auch bei der Betriebsaufspaltung eine (insbesondere auch gewerbesteuerrechtliche) Besserstellung des aufgespaltenen Unternehmens gegen&uuml;ber dem &quot;Einheitsunternehmen&quot; verhindert werden. Dieser Zweck ist obsolet, wenn das als Alternative zur Betriebsaufspaltung gedachte Einheitsunternehmen infolge eines Befreiungstatbestands von der Gewerbesteuer befreit w&auml;re. Auch insoweit gilt daher, dass eine Gewerbesteuerpflicht, die (f&uuml;r das &quot;Einheitsunternehmen&quot;) nicht besteht, (durch eine Betriebsaufspaltung) auch nicht umgangen werden kann (z.B. BFH-Urteile vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2006&nbsp;&#8211;&nbsp;X&nbsp;R&nbsp;59\/00, BFHE 213, 50, BStBl II 2006, 661, unter II.3.i, und vom 19.&nbsp;Oktober 2006&nbsp;&#8211;&nbsp;V&nbsp;R&nbsp;22\/02, BFHE 215, 268, BStBl II 2006, 2207; vom 20.&nbsp;August 2015&nbsp;&#8211;&nbsp;IV&nbsp;R&nbsp;26\/13, BFHE 251, 53, BStBl II 2016, 408).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gedanke, dass die Belastung nicht gewerblicher Eink&uuml;nfte mit Gewerbesteuer nicht geboten ist, wenn das Gewerbesteueraufkommen nicht gef&auml;hrdet ist, liegt nicht zuletzt auch der Rechtsprechung des BFH zur Bagatellgrenze bei Anwendung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG zugrunde. Danach kommt es nicht zur Abf&auml;rbung &#8211;mit der weiteren Folge, dass die nicht gewerblichen Eink&uuml;nfte nicht der Gewerbesteuer unterfallen&#8211;, wenn die Nettoumsatzerl&ouml;se aus der (origin&auml;r) gewerblichen T&auml;tigkeit der (gemischt t&auml;tigen) Personengesellschaft 3&nbsp;v.H. der Gesamtnettoumsatzerl&ouml;se und den Betrag von 24.500&nbsp;EUR nicht &uuml;bersteigen. Dieser H&ouml;chstbetrag von 24.500&nbsp;EUR orientiert sich &#8211;unter Ber&uuml;cksichtigung des Normzwecks des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG, das Gewerbesteueraufkommen zu sch&uuml;tzen&#8211; an dem gewerbesteuerlichen Freibetrag f&uuml;r Personengesellschaften nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GewStG. Denn im Regelfall droht kein Ausfall von Gewerbesteuer, wenn bereits die gewerblichen Ums&auml;tze unter dem gewinnbezogenen Freibetrag von 24.500&nbsp;EUR liegen (BFH-Urteile vom 27.&nbsp;August 2014 &#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;6\/12, BFHE 247, 513, BStBl II 2015, 1002; VIII&nbsp;R&nbsp;41\/11, BFHE 247, 506, BStBl II 2015, 999; VIII&nbsp;R&nbsp;16\/11, BFHE 247, 499, BStBl II 2015, 996). Dementsprechend k&ouml;nnen erst recht auch negative Eink&uuml;nfte aus einer (origin&auml;r) gewerblichen T&auml;tigkeit im Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 EStG nicht zur Abf&auml;rbung und damit zur Belastung nicht gewerblicher Eink&uuml;nfte mit Gewerbesteuer f&uuml;hren (BFH-Urteil vom 12.&nbsp;April 2018 &#8211; IV&nbsp;R&nbsp;5\/15, BFHE 261, 157).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist danach folgerichtig, auch in den F&auml;llen, in denen es nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG einkommensteuerrechtlich zu einer Abf&auml;rbung gewerblicher Beteiligungseink&uuml;nfte auf nicht gewerbliche Eink&uuml;nfte kommt, durch entsprechende Auslegung gewerbesteuerrechtlicher Normen zu verhindern, dass an sich nicht gewerbliche und damit auch nicht gewerbesteuerbare Eink&uuml;nfte mit Gewerbesteuer belastet werden. Denn im Fall der Abf&auml;rbung gewerblicher Beteiligungseink&uuml;nfte kann es, wie dargelegt, auf Ebene der Obergesellschaft nicht zu einer Gef&auml;hrdung des Gewerbesteueraufkommens kommen, da die gewerblichen Beteiligungseink&uuml;nfte infolge ihrer K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;2 GewStG auf der Ebene der Obergesellschaft schon nicht der Gewerbesteuer unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Bezogen auf den Streitfall ist das FA in dem angegriffenen Gewinnfeststellungsbescheid danach zu Recht davon ausgegangen, dass die gewerblichen Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin aus der Beteiligung an der T-KG und der L-KG nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 EStG zur Umqualifizierung ihrer &uuml;brigen Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen und aus Vermietung und Verpachtung f&uuml;hren. Im Ergebnis zu Recht hat das FG danach die Klage abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.6.2019, IV R 30\/16ECLI:DE:BFH:2019:U.060619.IVR30.16.0 Keine Geringf&uuml;gigkeitsgrenze bei Abf&auml;rbung von gewerblichen Beteiligungseink&uuml;nften; durch gewerbliche Beteiligungseink&uuml;nfte umqualifizierte gewerbliche Eink&uuml;nfte sind aber nicht gewerbesteuerbar Leits&auml;tze 1. &sect; 15 Abs. 3 Nr. 1 Alternative 2 EStG ist in einkommensteuerrechtlicher Hinsicht auch ohne Ber&uuml;cksichtigung einer Geringf&uuml;gigkeitsgrenze, bis zu deren Erreichen die gewerblichen Beteiligungseink&uuml;nfte nicht auf die &uuml;brigen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-30-16-keine-geringfuegigkeitsgrenze-bei-abfaerbung-von-gewerblichen-beteiligungseinkuenften-durch-gewerbliche-beteiligungseinkuenfte-umqualifizierte-gewerbliche-einkuenfte-sind-aber-nicht-gewerbe\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;30\/16 &#8211; Keine Geringf&uuml;gigkeitsgrenze bei Abf&auml;rbung von gewerblichen Beteiligungseink&uuml;nften; durch gewerbliche Beteiligungseink&uuml;nfte umqualifizierte gewerbliche Eink&uuml;nfte sind aber nicht gewerbesteuerbar<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71009","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71009","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71009"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71009\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71009"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71009"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71009"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}