{"id":71012,"date":"2019-08-05T11:03:04","date_gmt":"2019-08-05T09:03:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71012"},"modified":"2019-08-05T11:03:04","modified_gmt":"2019-08-05T09:03:04","slug":"x-b-96-18-hoehe-des-verlustruecktrags-im-ruecktragsjahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-96-18-hoehe-des-verlustruecktrags-im-ruecktragsjahr\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;96\/18 &#8211; H&ouml;he des Verlustr&uuml;cktrags im R&uuml;cktragsjahr"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.6.2019, X B 96\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.250619.XB96.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">H&ouml;he des Verlustr&uuml;cktrags im R&uuml;cktragsjahr<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die Entscheidung im Verlustr&uuml;cktragsjahr setzt neben der Bestimmung der H&ouml;he des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte auch Aussagen zur H&ouml;he des Verlustr&uuml;cktrags voraus.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Ist dem Antrag des Steuerpflichtigen die H&ouml;he des zu ber&uuml;cksichtigenden Verlustr&uuml;cktrags nicht eindeutig und zweifelsfrei zu entnehmen, hat das FA bzw. FG diese im Wege der rechtsschutzgew&auml;hrenden Auslegung zu bestimmen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 06.06.2018 &#8211; 4 K 87\/17 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Nieders&auml;chsische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Beschwerdeverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erzielte im Streitjahr 2010 gewerbliche Eink&uuml;nfte aus dem Betrieb einer Zimmerei. Da er seine Einkommensteuererkl&auml;rung nicht einreichte, sch&auml;tzte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Besteuerungsgrundlagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund eines Verlustr&uuml;cktrags aus dem Jahr 2011 in das Streitjahr in H&ouml;he von 17.047&nbsp;EUR setzte das FA die Einkommensteuer im &Auml;nderungsbescheid vom 14.&nbsp;April 2014 auf 1.780&nbsp;EUR herab. Dieser Bescheid wurde bestandskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer steuerlichen Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r das Jahr 2011 verringerte das FA den Verlustr&uuml;cktrag auf 9.659&nbsp;EUR und erh&ouml;hte die Einkommensteuerfestsetzung auf 3.882&nbsp;EUR. Im sich hieran anschlie&szlig;enden Einspruchsverfahren reichte der Kl&auml;ger eine Gewinnermittlung nach und begehrte die Ber&uuml;cksichtigung des dort angegebenen Gewinns sowie der von ihm erkl&auml;rten Vorsorgeaufwendungen. Au&szlig;erdem verlangte er die Ber&uuml;cksichtigung des Verlustr&uuml;cktrags aus dem Jahr 2011 in der urspr&uuml;nglichen H&ouml;he.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA ber&uuml;cksichtigte in seiner Entscheidung zwar die erkl&auml;rten Vorsorgeaufwendungen. Es erh&ouml;hte den Gewinn jedoch um den von ihm f&uuml;r die Jahre 2011 bis 2013 festgestellten durchschnittlichen Kassenfehlbetrag. Einen erh&ouml;hten Verlustr&uuml;cktrag aus dem Jahr 2011 lehnte das FA aufgrund der sich aus dieser Gewinnerh&ouml;hung ergebenden beschr&auml;nkten Anfechtbarkeit nach &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) ab. Denn eine niedrigere Einkommensteuer als die im &Auml;nderungsbescheid vom 14.&nbsp;April 2014 (1.780&nbsp;EUR) d&uuml;rfe nicht festgesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Klage wandte sich der Kl&auml;ger gegen die Erh&ouml;hung des Gewinns aus Gewerbebetrieb um den gesch&auml;tzten Kassenfehlbetrag. Daneben begehrte er (weiterhin) die Ber&uuml;cksichtigung eines erh&ouml;hten Verlustr&uuml;cktrags.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage im ersten Rechtszug als unbegr&uuml;ndet ab. Da das Urteil nicht mit Gr&uuml;nden versehen war, hob der Senat es durch Beschluss vom 9.&nbsp;Februar 2017&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;49\/16 (BFH\/NV 2017, 721) auf und verwies die Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ck. Das FG h&auml;tte auf die H&ouml;he der Gewinnsch&auml;tzung im Streitjahr eingehen m&uuml;ssen, um dem Kl&auml;ger so nicht nur die M&ouml;glichkeit zur &Uuml;berpr&uuml;fung der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Hinzusch&auml;tzung zu geben, sondern es ihm auch zu erm&ouml;glichen, das Volumen seines Verlustr&uuml;cktrags zu bestimmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im zweiten Rechtszug kam das FG zu dem Ergebnis, dass die Klage aufgrund der vom Kl&auml;ger eingereichten Gewinnermittlung f&uuml;r das Streitjahr ausgehend von der Summe der Kassenfehlbetr&auml;ge teilweise begr&uuml;ndet sei. Es reduzierte die Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb und folgend den Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte auf 36.922&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Herabsetzung der Einkommensteuer unter den Betrag von 1.780&nbsp;EUR sei aufgrund der Anfechtungsbeschr&auml;nkung des &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO i.V.m. &sect;&nbsp;42 der Finanzgerichtsordnung (FGO) auch unter Ber&uuml;cksichtigung dieses niedrigeren Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger r&uuml;gt zum einen (weiterhin), das FG habe fehlerhaft das Klageverfahren nicht bis zur Entscheidung &uuml;ber die H&ouml;he des gewerblichen Verlusts im Einspruchsverfahren gegen die Einkommensteuerfestsetzung 2011 ausgesetzt. Insoweit k&ouml;nne die vom FG aufgeworfene Frage im Zusammenhang mit &sect;&nbsp;177 Abs.&nbsp;1 AO keine Rolle spielen. Zum anderen sei in der Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr &uuml;ber die H&ouml;he des Verlustr&uuml;cktrags verbindlich zu entscheiden. Insoweit sei das FG-Urteil nicht mit Gr&uuml;nden versehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA tritt der Beschwerde entgegen. Das FG-Urteil sei mit Gr&uuml;nden versehen. Auch habe der Kl&auml;ger keinen Antrag auf Beschr&auml;nkung des Verlustr&uuml;cktrags gestellt. Eine Verpflichtung des FG zur Aussetzung des Verfahrens bis zur Entscheidung gegen die Einkommensteuerfestsetzung 2011 liege nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im ersten Rechtsgang hatte der Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung beantragt, die Einkommensteuer unter Ber&uuml;cksichtigung eines Verlustr&uuml;cktrags aus 2011 in der erforderlichen H&ouml;he auf 0&nbsp;EUR herabzusetzen. Da der Kl&auml;ger zum Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung im zweiten Rechtszug nicht mehr anwesend war, stellte er im zweiten Rechtsgang keinen Antrag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde des Kl&auml;gers ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt erneut zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO kann der Bundesfinanzhof (BFH) das angefochtene Urteil aufheben und den Rechtsstreit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckverweisen, wenn die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO vorliegen. Ein Verfahrensfehler im Sinne der letztgenannten Vorschrift liegt vor, wenn das Urteil &quot;nicht mit Gr&uuml;nden versehen ist&quot; (&sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 FGO). Dies ist hier der Fall, da das FG in seinem Urteil nicht dargelegt hat, in welcher H&ouml;he ein Verlustr&uuml;cktrag im Streitjahr zu ber&uuml;cksichtigen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Verfahrensmangel nach &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 FGO liegt nur vor, wenn die Urteilsgr&uuml;nde ganz oder zum Teil fehlen und sie den Prozessbeteiligten keine Kenntnis dar&uuml;ber vermitteln, auf welchen Feststellungen, Erkenntnissen und rechtlichen &Uuml;berlegungen das Urteil beruht. Dies erfordert nicht, dass jedes Vorbringen der Beteiligten im Einzelnen er&ouml;rtert werden m&uuml;sste; vielmehr liegt dieser Verfahrensmangel erst dann vor, wenn den Beteiligten die M&ouml;glichkeit entzogen ist, die getroffene Entscheidung auf ihre Rechtm&auml;&szlig;igkeit hin zu &uuml;berpr&uuml;fen. Dagegen ist ein dahingehender Verfahrensmangel nicht gegeben, wenn noch zu erkennen ist, welche &Uuml;berlegungen f&uuml;r das Gericht ma&szlig;geblich waren. Anerkannt ist, dass das FG auf andere eigene Entscheidungen Bezug nehmen darf. Dies ist der Fall, wenn beide Entscheidungen zwischen den Beteiligten ergangen, gleichzeitig verk&uuml;ndet und am gleichen Tag zugestellt worden sind. Auch eine Bezugnahme des FG in seinem Urteil auf die Einspruchsentscheidung des FA nach &sect;&nbsp;105 Abs.&nbsp;5 FGO ist m&ouml;glich und ausreichend, wenn das FA in dieser Entscheidung bereits zu allen vom Kl&auml;ger im Klageverfahren vorgebrachten entscheidungserheblichen Einwendungen Stellung genommen hat (vgl. insoweit insgesamt Senatsbeschluss in BFH\/NV 2017, 721, Rz&nbsp;11, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der erkennende Senat hatte dem FG im ersten Rechtsgang aufgegeben, sich &uuml;ber die H&ouml;he des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte Klarheit zu verschaffen, insoweit &uuml;ber die H&ouml;he der Gewinnsch&auml;tzung zu entscheiden und dies in den Entscheidungsgr&uuml;nden den Beteiligten darzulegen und zu erl&auml;utern. Grund daf&uuml;r war &#8211;hierauf hatte der Senat ausdr&uuml;cklich in diesem Zusammenhang hingewiesen&#8211;, dass im Rahmen der streitigen Einkommensteuerfestsetzung &uuml;ber die H&ouml;he des Verlustr&uuml;cktrags zu entscheiden ist (s. Senatsbeschluss in BFH\/NV 2017, 721, Rz&nbsp;15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine solche Entscheidung zur H&ouml;he des im Jahr 2010 abgezogenen Verlustr&uuml;cktrags hat das FG auch in dem vorliegenden Urteil nicht getroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ausweislich des Tatbestands des FG-Urteils (dort S.&nbsp;3) hatte der Kl&auml;ger im ersten Rechtszug beantragt, die &quot;Steuer unter Ber&uuml;cksichtigung eines Verlustr&uuml;cktrags aus 2011 in der erforderlichen H&ouml;he auf 0&nbsp;EUR&quot; herabzusetzen. Damit macht das FG das Kl&auml;gerbegehren deutlich. Obwohl die Kl&auml;gerseite zum Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht mehr anwesend war, ging das FG von dem Fortbestehen des in diesem Antrag formulierten Begehrens aus. Unabh&auml;ngig hiervon ist zu beachten, dass &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211; (auch) einen nur teilweisen Verlustr&uuml;cktrag zul&auml;sst. Ob dies im vorliegenden Fall das Begehren des Kl&auml;gers ist bzw. von ihm nach &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;6 EStG beantragt worden ist, muss neben der H&ouml;he des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte im Jahr des Verlustr&uuml;cktrags klar benannt werden. Folglich muss das FG auch die H&ouml;he des Verlustr&uuml;cktrags aus dem Jahr 2011 nennen. Hierzu schweigt das FG-Urteil. Soweit es auf den Verlustr&uuml;cktrag aus dem Jahr 2011 eingeht, erl&auml;utert das FG nur, dass auch &uuml;ber &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG ein h&ouml;herer Verlustr&uuml;cktrag als der vom FA in der Einspruchsentscheidung angesetzte Betrag von 9.659&nbsp;EUR nicht zu einer Unterschreitung des festgesetzten Einkommensteuerbetrags von 1.780&nbsp;EUR f&uuml;hren k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein Eingehen auf die H&ouml;he des Verlustr&uuml;cktrags im Streitjahr w&auml;re erforderlich gewesen, da der Kl&auml;ger jedenfalls im ersten Rechtszug den Verlustr&uuml;cktrag ggf. nur teilweise begehrte. Ausdr&uuml;cklich hat der Kl&auml;ger beantragt, den Verlustr&uuml;cktrag f&uuml;r sein Klagebegehren, die Einkommensteuern auf 0&nbsp;EUR festzusetzen, in der <em>erforderlichen<\/em> H&ouml;he zu ber&uuml;cksichtigen. Ob dies dem vom FA bislang ber&uuml;cksichtigten Verlustr&uuml;cktrag in H&ouml;he von 9.659&nbsp;EUR entspricht, bleibt schon angesichts der Reduzierung des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte um 3.356&nbsp;EUR unklar. Dar&uuml;ber hinaus k&ouml;nnte der Antrag des Kl&auml;gers, obwohl dieser steuerlich beraten war, im Wege der rechtsschutzgew&auml;hrenden Auslegung entsprechend &sect;&nbsp;133 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches so zu verstehen sein, dass dieser &#8211;auch unter Ber&uuml;cksichtigung der Auffassung des FG zur Anfechtungsbegrenzung nach &sect;&nbsp;42 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO, welche der Senat teilt&#8211; auf den noch notwendigen teilweisen Verlustr&uuml;cktrag begrenzt sein soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Zwar hat der Kl&auml;ger gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;6 EStG die H&ouml;he des Verlustr&uuml;cktrags im Antrag anzugeben, durch die Bezugnahme auf den lediglich im ersten Rechtszug gestellten Kl&auml;gerantrag wird aber deutlich, dass das FG hierin das Begehren des Kl&auml;gers gesehen hat. Fehlt es, wie hier, jedoch an einer eindeutigen und zweifelsfreien Erkl&auml;rung des wirklich Gewollten, so ist im Zweifel davon auszugehen, dass der Steuerpflichtige denjenigen Rechtsbehelf in dem Umfang einlegen wollte, der seinem materiell-rechtlichen Begehren am ehesten zum Erfolg verhilft (vgl. nur BFH-Urteil vom 31.&nbsp;Oktober 2000&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;47\/98, BFH\/NV 2001, 589, unter II.1.a, m.w.N.; nachfolgend auch Senatsurteil vom 19.&nbsp;August 2013&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;44\/11, BFHE 243, 304, BStBl II 2014, 234, Rz&nbsp;19).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Eine solche Verpflichtung des FG zur rechtsschutzgew&auml;hrenden Auslegung des Kl&auml;gerbegehrens ergibt sich in erh&ouml;htem Ma&szlig;e aus der Un&uuml;bersichtlichkeit und Komplexit&auml;t der verfahrensrechtlichen Lage im Zusammenhang mit dem Verlustr&uuml;cktrag (vgl., wenn auch zum Verh&auml;ltnis zwischen dem Einkommensteuerbescheid einerseits und dem Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs nach &sect;&nbsp;10d EStG andererseits: BFH-Beschluss vom 6.&nbsp;Juli 2005&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;45\/03, BFH\/NV 2005, 2029, Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Somit setzt eine Entscheidung im Verlustr&uuml;cktragsjahr neben der Bestimmung der H&ouml;he des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte auch Aussagen zur H&ouml;he des Verlustr&uuml;cktrags voraus. Denn nur im R&uuml;cktragsjahr ist verbindlich dar&uuml;ber zu befinden, in welcher H&ouml;he mit Blick auf die in diesem Veranlagungszeitraum verwirklichten Besteuerungsmerkmale ein Verlustr&uuml;cktrag in Betracht kommt; diese Entscheidung &uuml;ber die H&ouml;he der &quot;abgezogenen &#8230; Betr&auml;ge&quot; geht als Berechnungsgrundlage in den Feststellungsbescheid des Verlustentstehungsjahres ein, ohne dort selbst&auml;ndig anfechtbare Besteuerungsgrundlage zu sein (so Senatsbeschluss in BFH\/NV 2017, 721, Rz&nbsp;14, m.w.N.)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vorliegend h&auml;tte das FG im Rahmen der streitigen Einkommensteuerfestsetzung &uuml;ber die H&ouml;he des Verlustr&uuml;cktrags entscheiden m&uuml;ssen. Die Klarheit &uuml;ber die H&ouml;he des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte ist (lediglich) Vorbedingung. Die H&ouml;he des Verlustr&uuml;cktrags wird vom FG in den Entscheidungsgr&uuml;nden den Beteiligten &#8211;anders als die H&ouml;he des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte&#8211; weder dargelegt noch erl&auml;utert. Dies betrifft insbesondere auch die Frage, ob der Kl&auml;ger einen vollst&auml;ndigen oder (nur) einen teilweisen Verlustr&uuml;cktrag nach &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;6 EStG beantragt hat. Das Urteil ist deshalb insoweit ohne Gr&uuml;nde i.S. des &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Senat h&auml;lt es f&uuml;r sachgerecht, nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO zu verfahren, das angefochtene Urteil aufzuheben und den Rechtsstreit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. &Uuml;ber die Frage, inwieweit das FG das Verfahren bis zur Entscheidung &uuml;ber das Einspruchsverfahren gegen die Einkommensteuerfestsetzung des Veranlagungszeitraums 2011 nach &sect;&nbsp;74 FGO aussetzen musste, ist im vorliegenden Verfahren zwar (wiederum) nicht mehr zu entscheiden. Zur weiteren Verfahrensf&ouml;rderung weist der Senat jedoch insbesondere den Kl&auml;ger auf &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG hin. Danach w&auml;re bei &Auml;nderung der Verlustfeststellung zum 31.&nbsp;Dezember 2011 die Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr (erneut) zu &auml;ndern, jedoch unter Ber&uuml;cksichtigung der Anfechtungsbeschr&auml;nkung nach &sect;&nbsp;42 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO. Diese &Auml;nderung, die auch die H&ouml;he des Verlustr&uuml;cktrags im Streitjahr betreffen kann, ist unabh&auml;ngig von der hier vorzunehmenden Beurteilung. Eine Vorgreiflichkeit der Verlustfeststellung zum 31.&nbsp;Dezember 2011 f&uuml;r das Streitverfahren vermag der Senat deshalb nicht zu erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.6.2019, X B 96\/18ECLI:DE:BFH:2019:B.250619.XB96.18.0 H&ouml;he des Verlustr&uuml;cktrags im R&uuml;cktragsjahr Leits&auml;tze 1. NV: Die Entscheidung im Verlustr&uuml;cktragsjahr setzt neben der Bestimmung der H&ouml;he des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte auch Aussagen zur H&ouml;he des Verlustr&uuml;cktrags voraus. 2. NV: Ist dem Antrag des Steuerpflichtigen die H&ouml;he des zu ber&uuml;cksichtigenden Verlustr&uuml;cktrags nicht eindeutig und zweifelsfrei zu entnehmen, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-96-18-hoehe-des-verlustruecktrags-im-ruecktragsjahr\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;96\/18 &#8211; H&ouml;he des Verlustr&uuml;cktrags im R&uuml;cktragsjahr<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71012","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71012","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71012"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71012\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71012"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71012"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71012"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}