{"id":71029,"date":"2019-08-22T18:03:59","date_gmt":"2019-08-22T16:03:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71029"},"modified":"2019-08-22T18:03:59","modified_gmt":"2019-08-22T16:03:59","slug":"i-r-66-17-besteuerungsrecht-fuer-den-auf-dienstreisen-entfallenden-teil-des-arbeitslohns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-66-17-besteuerungsrecht-fuer-den-auf-dienstreisen-entfallenden-teil-des-arbeitslohns\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;66\/17 &#8211; Besteuerungsrecht f&uuml;r den auf Dienstreisen entfallenden Teil des Arbeitslohns"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.1.2019, I R 66\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.160119.IR66.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Besteuerungsrecht f&uuml;r den auf Dienstreisen entfallenden Teil des Arbeitslohns<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Ma&szlig;geblich f&uuml;r die Bestimmung eines Staats als T&auml;tigkeitsstaat, dem nach Art. 13 Abs. 1 Satz 1 DBA-Frankreich das ausschlie&szlig;liche Recht zur Besteuerung der Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zusteht, ist allein der Ort der Arbeitsaus&uuml;bung des Arbeitnehmers.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Dem in Art. 13 Abs. 1 Satz 1 DBA-Frankreich enthaltenen Relativsatz &quot;aus der die Eink&uuml;nfte herr&uuml;hren&quot; kommt f&uuml;r die Bestimmung eines Staats als T&auml;tigkeitsstaat keine Bedeutung zu.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Nach Art. 18 DBA-Frankreich steht dem Ans&auml;ssigkeitsstaat des Arbeitnehmers das Recht zu, die Eink&uuml;nfte aus einer in Drittstaaten ausge&uuml;bten nichtselbst&auml;ndigen Arbeit zu besteuern.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 10. Januar 2017&nbsp;&nbsp;13 K 10148\/15 aufgehoben. Die Einkommensteuerbescheide 2010 und 2011, jeweils in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 23. April 2015, werden dahingehend abge&auml;ndert, dass ein steuerpflichtiger Bruttoarbeitslohn im Jahr 2010 in H&ouml;he von &#8230; EUR und im Jahr 2011 in H&ouml;he von &#8230; EUR angesetzt wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die in den Streitjahren (2010 und 2011) ihren Wohnsitz in Frankreich hatten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war Arbeitnehmer eines franz&ouml;sischen Industriekonzerns. Dieser entsandte ihn im Zeitraum Dezember 2009 bis Dezember 2013 an eine deutsche Tochtergesellschaft, die den Kl&auml;ger fortan besch&auml;ftigte. Seinen Familienwohnsitz behielt Letzterer &uuml;ber den gesamten Entsendezeitraum bei, er mietete allerdings eine Wohnung im Inland an, in der er sich unter der Woche regelm&auml;&szlig;ig aufhielt. An den Wochenenden reiste er zu seiner Familie nach Frankreich. W&auml;hrend des Entsendezeitraumes arbeitete der Kl&auml;ger &uuml;berwiegend im Inland, regelm&auml;&szlig;ige Dienstreisen f&uuml;hrten ihn allerdings auch nach Frankreich, Finnland, Italien und in andere Staaten. Von den 229&nbsp;Arbeitstagen des Jahres 2010 entfielen hierauf 50&nbsp;Tage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihren beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eingereichten Einkommensteuererkl&auml;rungen wiesen die Kl&auml;ger den auf solche Dienstreisetage entfallenden Teil des Arbeitslohns als steuerfrei aus. Dem folgte das FA in den streitgegenst&auml;ndlichen Einkommensteuerbescheiden nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben erfolglos. Das Nieders&auml;chsische Finanzgericht (FG) ging in seinem Urteil vom 10.&nbsp;Januar 2017&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;10148\/15 davon aus, dass der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) nach dem mit der Franz&ouml;sischen Republik abgeschlossenen Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerungen und &uuml;ber gegenseitige Amts- und Rechtshilfe auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen sowie der Gewerbesteuern und der Grundsteuern vom 21.&nbsp;Juli 1959 (BGBl II 1961, 398, BStBl I 1961, 343), ge&auml;ndert durch das Zusatzabkommen vom 20.&nbsp;Dezember 2001 (BGBl II 2002, 2372, BStBl I 2002, 892) &#8211;DBA-Frankreich&#8211;, das Recht zustehe, den gesamten vom Kl&auml;ger bezogenen Arbeitslohn zu besteuern. Dass die Arbeit zum Teil in Frankreich und in Drittstaaten ausge&uuml;bt worden sei, rechtfertige keine andere Beurteilung. Denn auch die f&uuml;r die T&auml;tigkeit in diesen Staaten geleistete Verg&uuml;tung r&uuml;hre aus einem inl&auml;ndischen Arbeitsverh&auml;ltnis her.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wenden sich die Kl&auml;ger mit ihrer Revision. Sie r&uuml;gen eine Verletzung des Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 DBA-Frankreich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragen, das Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die Einkommensteuerbescheide 2010 und 2011, jeweils in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 23.&nbsp;April 2015, dahingehend abzu&auml;ndern, dass der steuerpflichtige Bruttoarbeitslohn im Jahr 2010 in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR und im Jahr 2011 in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR angesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;ger ist begr&uuml;ndet. Das angegriffene Urteil ist aufzuheben und der Klage stattzugeben (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der in den Streitjahren geltenden Fassung (EStG) sind nat&uuml;rliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz haben, unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig. Die unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht erstreckt sich nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 EStG auf das Welteinkommen und damit auch auf Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Solche Eink&uuml;nfte sind allerdings dann von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer auszunehmen, wenn sie nach dem DBA-Frankreich nur in Frankreich besteuert werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 DBA-Frankreich k&ouml;nnen Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit vorbehaltlich etwaiger (hier nicht einschl&auml;giger) Sonderregelungen nur in dem Vertragsstaat besteuert werden, in dem die pers&ouml;nliche T&auml;tigkeit, aus der die Eink&uuml;nfte herr&uuml;hren, ausge&uuml;bt wird (Satz&nbsp;1). Als Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit gelten nach Satz&nbsp;2 der Regelung insbesondere Geh&auml;lter, Besoldungen, L&ouml;hne, Gratifikationen oder sonstige Bez&uuml;ge sowie alle &auml;hnlichen Vorteile, die von anderen als den in Art.&nbsp;14 DBA-Frankreich bezeichneten Personen (das sind bestimmte &ouml;ffentliche Kassen) gezahlt oder gew&auml;hrt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Frankreich regelt hiernach ein ausschlie&szlig;liches Besteuerungsrecht des T&auml;tigkeitsstaats. Ma&szlig;geblich f&uuml;r die Bestimmung eines Staats als T&auml;tigkeitsstaat ist der Ort der Arbeitsaus&uuml;bung (Arbeitsort). Dieser befindet sich dort, wo der Arbeitnehmer sich zur Aus&uuml;bung seiner T&auml;tigkeit tats&auml;chlich aufh&auml;lt. Ausschlaggebend hierf&uuml;r ist seine physische Anwesenheit im T&auml;tigkeitsstaat (st&auml;ndige Senatsrechtsprechung, vgl. Senatsurteil vom 25.&nbsp;November 2014 I&nbsp;R&nbsp;27\/13, BFHE 248, 153, BStBl II 2015, 448, m.w.N.; zum DBA-Frankreich vgl. au&szlig;erdem Senatsurteil vom 29.&nbsp;Januar 1986 I&nbsp;R&nbsp;296\/82, BFHE 146, 136, BStBl II 1986, 513; Kramer in Wassermeyer Frankreich Art.&nbsp;13 Rz&nbsp;21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) H&auml;lt sich der Arbeitnehmer bei seiner Arbeitsaus&uuml;bung (physisch) nicht in einem der beiden Vertragsstaaten, sondern in einem Drittstaat auf, so steht demjenigen Vertragsstaat, in dem der Arbeitnehmer &uuml;blicherweise seiner Arbeit nachgeht, kein Besteuerungsrecht an den auf die Drittstaatent&auml;tigkeit entfallenden Teil der Arbeitsverg&uuml;tung zu. Denn sein Besteuerungsrecht setzt eine Arbeitsaus&uuml;bung auf seinem Staatsgebiet voraus, woran es bei einer Arbeitsaus&uuml;bung in Drittstaaten fehlt (vgl. Senatsurteil in BFHE 248, 153, BStBl II 2015, 448).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Welchem Staat das Besteuerungsrecht f&uuml;r die Verg&uuml;tungen, die auf eine T&auml;tigkeit in einem Drittstaat entfallen, zusteht, richtet sich nach Art.&nbsp;18 DBA-Frankreich. Diese Abkommensbestimmung setzt Eink&uuml;nfte voraus, die in den vorhergehenden Artikeln nicht behandelt sind. Zu solchen Eink&uuml;nften rechnen insbesondere Drittstaateneink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit, da Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 DBA-Frankreich allein (ausschlie&szlig;liche) Besteuerungsrechte der beiden Vertragsstaaten hinsichtlich der im jeweiligen Vertragsstaat ausge&uuml;bten Arbeitnehmert&auml;tigkeiten regelt (strenges Arbeitsortprinzip) und somit Eink&uuml;nfte aus T&auml;tigkeiten, die in Drittstaaten ausge&uuml;bt werden, tatbestandlich nicht erfasst (Kramer, a.a.O., Art.&nbsp;18 Rz&nbsp;11; Wassermeyer\/Kaeser in Wassermeyer MA Art.&nbsp;21 Rz&nbsp;17 und 51; Tcherveniachki in Sch&ouml;nfeld\/Ditz, DBA, Art.&nbsp;21 Rz&nbsp;58). Danach k&ouml;nnen die Drittstaateneink&uuml;nfte nur in demjenigen Vertragsstaat besteuert werden, in dem der Bezugsberechtigte, dem diese Eink&uuml;nfte zustehen, ans&auml;ssig ist (Art.&nbsp;18 DBA-Frankreich). Das ist bei Drittstaateneink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit der Ans&auml;ssigkeitsstaat des Arbeitnehmers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;gaben stand Deutschland nicht das Recht zu, die auf die Dienstreisen des Kl&auml;gers nach Frankreich sowie in Drittstaaten entfallenden Teile des Arbeitslohns zu besteuern. Diese sind vielmehr steuerfrei zu stellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da der Kl&auml;ger im Inland &uuml;ber eine Wohnung verf&uuml;gte, war er zwar unbeschr&auml;nkt im Inland mit s&auml;mtlichen Arbeitseink&uuml;nften einkommensteuerpflichtig. Da sich sein Lebensmittelpunkt indes am Familienwohnsitz in Frankreich befand, gilt er f&uuml;r die Zwecke des Abkommens als in Frankreich ans&auml;ssig (vgl. Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Buchst.&nbsp;b Doppelbuchst.&nbsp;aa DBA-Frankreich). Das (ausschlie&szlig;liche) Recht Deutschlands zur Besteuerung des Arbeitslohnes setzte eine im Inland ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit voraus. Zu einer inl&auml;ndischen Arbeitsaus&uuml;bung kam es im Streitfall allerdings nur insoweit, als der Kl&auml;ger sich tats&auml;chlich k&ouml;rperlich im Inland aufhielt, um seinen arbeitsvertraglichen Pflichten gegen&uuml;ber seinem Arbeitgeber nachzukommen. Nach dem eindeutigen Abkommenswortlaut erstreckt sich das deutsche Besteuerungsrecht als T&auml;tigkeitsstaat indes nicht auf solche Verg&uuml;tungen, die aus T&auml;tigkeiten herr&uuml;hrten, die der Kl&auml;ger im Rahmen seiner Dienstreisen in Frankreich oder in Drittstaaten erbracht hatte. Hinsichtlich der Dienstreisen nach Frankreich steht Frankreich als dem T&auml;tigkeitsstaat das ausschlie&szlig;liche Besteuerungsrecht gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Frankreich zu. Was die Dienstreisen in Drittstaaten angeht, so geb&uuml;hrt im Verh&auml;ltnis zu Deutschland ebenfalls Frankreich als Ans&auml;ssigkeitsstaat das ausschlie&szlig;liche Besteuerungsrecht auf der Grundlage des Art.&nbsp;18 DBA-Frankreich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das Urteil der Vorinstanz widerspricht dem Vorstehenden. Es ist deshalb aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zur Begr&uuml;ndung seiner abweichenden Rechtsauffassung zu Unrecht auf die Senatsurteile vom 12.&nbsp;Januar 2011 I&nbsp;R&nbsp;49\/10 (BFHE 232, 436, BStBl II 2011, 446, und vom 24.&nbsp;Juli 2013 I&nbsp;R&nbsp;8\/13, BFHE 245, 291, BStBl II 2014, 929) abgestellt. Beide Verfahren betrafen Sachverhalte, in denen wegen der Arbeitsaus&uuml;bung in Frankreich sowie in Deutschland deren ausschlie&szlig;liches Besteuerungsrecht als jeweilige T&auml;tigkeitsstaaten au&szlig;er Frage stand. Daran anschlie&szlig;end war vom Senat nur noch zu entscheiden, ob das Besteuerungsrecht des T&auml;tigkeitsstaats sich sachlich auch auf bestimmte Verg&uuml;tungen (Abfindung bzw. Bez&uuml;ge in der Freistellungsphase bei Altersteilzeit nach dem sog. Blockmodell) erstreckte. Nur um diese Frage &#8211;positiv&#8211; zu beantworten, hat der Senat ma&szlig;geblich auf den in Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 DBA-Frankreich enthaltenen Relativsatz &quot;aus der die Eink&uuml;nfte herr&uuml;hren&quot; abgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall geht es indes nicht um die Bestimmung des Umfangs des Besteuerungsrechts des T&auml;tigkeitsstaats, sondern um die Bestimmung, welcher Staat im Rechtssinne der T&auml;tigkeitsstaat ist. Diese Festlegung richtet sich sowohl nach dem Wortlaut des Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 DBA-Frankreich als auch nach dem Text des Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 des Musterabkommens der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD-Musterabkommen) allein nach dem Ort der Arbeitsaus&uuml;bung und damit nach der k&ouml;rperlichen Anwesenheit des Arbeitnehmers. Es kommt entgegen der Meinung des FG insbesondere nicht darauf an, ob die Verg&uuml;tung f&uuml;r eine tats&auml;chlich nicht im T&auml;tigkeitsstaat ausge&uuml;bte Arbeit von einem im T&auml;tigkeitsstaat ans&auml;ssigen Arbeitgeber gezahlt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.1.2019, I R 66\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.160119.IR66.17.0 Besteuerungsrecht f&uuml;r den auf Dienstreisen entfallenden Teil des Arbeitslohns Leits&auml;tze 1. NV: Ma&szlig;geblich f&uuml;r die Bestimmung eines Staats als T&auml;tigkeitsstaat, dem nach Art. 13 Abs. 1 Satz 1 DBA-Frankreich das ausschlie&szlig;liche Recht zur Besteuerung der Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zusteht, ist allein der Ort der Arbeitsaus&uuml;bung des Arbeitnehmers. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-66-17-besteuerungsrecht-fuer-den-auf-dienstreisen-entfallenden-teil-des-arbeitslohns\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;66\/17 &#8211; Besteuerungsrecht f&uuml;r den auf Dienstreisen entfallenden Teil des Arbeitslohns<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71029","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71029","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71029"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71029\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71029"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71029"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71029"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}