{"id":71054,"date":"2019-08-22T18:05:39","date_gmt":"2019-08-22T16:05:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71054"},"modified":"2019-08-22T18:06:51","modified_gmt":"2019-08-22T16:06:51","slug":"vi-r-28-17-uebernahme-von-steuerberatungskosten-bei-nettolohnvereinbarung-und-abtretung-der-steuererstattungsansprueche-kein-arbeitslohn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-28-17-uebernahme-von-steuerberatungskosten-bei-nettolohnvereinbarung-und-abtretung-der-steuererstattungsansprueche-kein-arbeitslohn\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;28\/17 &#8211; &Uuml;bernahme von Steuerberatungskosten bei Nettolohnvereinbarung und Abtretung der Steuererstattungsanspr&uuml;che kein Arbeitslohn"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.5.2019, VI R 28\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.090519.VIR28.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">&Uuml;bernahme von Steuerberatungskosten bei Nettolohnvereinbarung und Abtretung der Steuererstattungsanspr&uuml;che kein Arbeitslohn<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>&Uuml;bernimmt der Arbeitgeber, der mit dem Arbeitnehmer unter Abtretung der Steuererstattungsanspr&uuml;che eine Nettolohnvereinbarung abgeschlossen hat, die Steuerberatungskosten f&uuml;r die Erstellung der Einkommensteuererkl&auml;rungen des Arbeitnehmers, wendet er damit keinen Arbeitslohn zu (Aufgabe des BFH-Urteils vom 21.01.2010 &#8211; VI R 2\/08, BFHE 228, 80, BStBl II 2010, 639).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 21.12.2016 &#8211; 1 K 1605\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist in der A-Branche t&auml;tig. Sie ist ein Tochterunternehmen der X-Inc., eines weltweit t&auml;tigen Unternehmens der A-Industrie mit Hauptsitz in Y<em>. <\/em>Der X-Konzern besch&auml;ftigt in 60&nbsp;L&auml;ndern ca.&nbsp;26&nbsp;000&nbsp;Arbeitnehmer. Im Inland ist er durch die Kl&auml;gerin vertreten, die an zwei Standorten ca.&nbsp;1&nbsp;900&nbsp;Arbeitnehmer besch&auml;ftigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der X-Konzern f&ouml;rdert den weltweiten Austausch von Mitarbeitern. Die Organisation und Abwicklung internationaler Arbeitnehmerentsendungen wird f&uuml;r den X-Konzern von der S mit Sitz in Z koordiniert. Die Einzelheiten sind konzernweit in &#8222;Assignment Policies&#8220; (Entsenderichtlinien) geregelt. Hiernach unterst&uuml;tzt der X-Konzern seine Arbeitnehmer auch bei der Erledigung ihrer steuerlichen Pflichten sowohl im Herkunfts- als auch im Entsendeland. Den Arbeitnehmern wird im Vorfeld der Entsendung eine Steuerberatung durch einen Steuerberater in ihrem jeweiligen Herkunftsland angeboten (Pre-Assignment Tax Consultation). Au&szlig;erdem tr&auml;gt der X-Konzern f&uuml;r die Jahre des Wechsels zwischen Herkunfts- und Entsendeland die Aufwendungen f&uuml;r die Erstellung der Steuererkl&auml;rungen in beiden L&auml;ndern. F&uuml;r die Jahre, in denen die Mitarbeiter nur im Entsendeland t&auml;tig sind, &uuml;bernimmt der X-Konzern auch die Kosten f&uuml;r die Erstellung der pers&ouml;nlichen Einkommensteuererkl&auml;rungen der Mitarbeiter im Gastland.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Unterst&uuml;tzung gew&auml;hrt der X-Konzern nur, wenn die Arbeitnehmer die vom X-Konzern benannte Steuerberatungsgesellschaft in Anspruch nehmen. Sollten die Arbeitnehmer andere steuerliche Berater beauftragen, leistet der X-Konzern weder Unterst&uuml;tzung noch erstattet er entsprechende Beratungskosten. Soweit die entsendeten Arbeitnehmer neben den bei der Kl&auml;gerin bzw. im X-Konzern erzielten Eink&uuml;nften weitere Eink&uuml;nfte beziehen, tr&auml;gt die Kl&auml;gerin die darauf entfallenden Deklarationskosten ebenfalls nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Arbeitnehmer des X-Konzerns, die zur Kl&auml;gerin entsendet und f&uuml;r diese t&auml;tig werden, schliessen mit der S Arbeitsvertr&auml;ge, die eine Nettolohnvereinbarung enthalten. In den Arbeitsvertr&auml;gen ist die Geltung der jeweils einschl&auml;gigen Entsenderichtlinie vereinbart. Die Kl&auml;gerin erstattet der S s&auml;mtliche Aufwendungen in Zusammenhang mit der Besch&auml;ftigung der zu ihr entsendeten Arbeitnehmer. Steuererstattungsanspr&uuml;che treten die Arbeitnehmer an die Kl&auml;gerin ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitzeitraum (Januar 2009 bis Dezember 2010) nahmen alle zur Kl&auml;gerin entsandten Arbeitnehmer die vom X-Konzern gew&auml;hrten Leistungen in Zusammenhang mit der Erstellung der Einkommensteuererkl&auml;rungen in Anspruch. Diese als Paket angebotenen Leistungen beinhalteten die Erstellung der Steuererkl&auml;rungen, die Pr&uuml;fung der Steuerbescheide und die Einlegung von Standardeinspr&uuml;chen. Die Kl&auml;gerin zahlte hierf&uuml;r an die beauftragte Steuerberatungsgesellschaft pro Arbeitnehmer eine pauschale Verg&uuml;tung. Lohnsteuer f&uuml;hrte die Kl&auml;gerin wegen der Zahlungen an die Steuerberatungsgesellschaft nicht ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer bei der Kl&auml;gerin f&uuml;r den Streitzeitraum durchgef&uuml;hrten Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung vertrat der Pr&uuml;fer die Auffassung, die &Uuml;bernahme der Steuerberatungskosten f&uuml;hre bei den Arbeitnehmern zu steuerpflichtigem Arbeitslohn. Die Kl&auml;gerin beantragte daraufhin die Pauschalierung der Lohnsteuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2, Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte der Auffassung des Pr&uuml;fers und forderte entsprechend von der Kl&auml;gerin Lohnsteuer nach. Mit der Einspruchsentscheidung setzte das FA die Lohnsteuer-Nachforderungsbetr&auml;ge aus hier nicht im Streit stehenden Gr&uuml;nden herab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1205 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden statt. Die &Uuml;bernahme der Steuerberatungskosten sei kein Arbeitslohn, da die Kl&auml;gerin diese Kosten im ganz &uuml;berwiegend eigenbetrieblichen Interesse getragen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Zahlung der Steuerberatungskosten durch die Kl&auml;gerin nicht zu Arbeitslohn gef&uuml;hrt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG hat der Arbeitgeber die Lohnsteuer f&uuml;r Rechnung des Arbeitnehmers bei jeder Lohnzahlung einzubehalten, den Lohnsteuerabzug bei unbeschr&auml;nkt und beschr&auml;nkt steuerpflichtigen Arbeitnehmern durchzuf&uuml;hren (&sect;&nbsp;39b EStG), die Lohnsteuer anzumelden (&sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG) und an das Betriebsst&auml;ttenfinanzamt abzuf&uuml;hren (&sect;&nbsp;41a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG). Dies gilt auch &#8211;wie im Streitfall&#8211; bei Vorliegen einer Nettolohnvereinbarung (Schmidt\/Kr&uuml;ger, EStG, 38.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;38 Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG ist inl&auml;ndischer Arbeitgeber in den F&auml;llen der Arbeitnehmerentsendung auch das in Deutschland ans&auml;ssige aufnehmende Unternehmen, das den Arbeitslohn f&uuml;r die ihm geleistete Arbeit wirtschaftlich tr&auml;gt. Zwischen den Beteiligten steht nicht in Streit, dass die Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG wirtschaftlicher Arbeitgeber der bei der S zivilrechtlich angestellten, in das Inland entsandten Arbeitnehmer war. Der Senat sieht daher insoweit von einer weiteren Begr&uuml;ndung ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Hat der Arbeitgeber die Lohnsteuer nicht zutreffend angemeldet, kann das Betriebsst&auml;ttenfinanzamt die Lohnsteuer ihm gegen&uuml;ber durch Steuerbescheid festsetzen (&sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung). Ist Lohnsteuer in einer gr&ouml;&szlig;eren Zahl von F&auml;llen nachzuerheben, kann das Betriebsst&auml;ttenfinanzamt &#8211;wie im Streitfall&#8211; auf Antrag des Arbeitgebers zulassen, dass die Lohnsteuer mit einem unter Ber&uuml;cksichtigung der Vorschriften des &sect;&nbsp;38a EStG zu ermittelnden Pauschsteuersatz erhoben wird (&sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Allerdings setzt auch die Entstehung der pauschalen Lohnsteuer, die der Arbeitgeber zu &uuml;bernehmen hat (&sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG) voraus, dass dem Arbeitnehmer Arbeitslohn zuflie&szlig;t (Senatsurteil vom 6.&nbsp;Mai 1994&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;47\/93, BFHE 174, 363, BStBl II 1994, 715, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. a) Zu den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geh&ouml;ren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG &#8211;neben Geh&auml;ltern und L&ouml;hnen&#8211; auch andere Bez&uuml;ge und Vorteile, die &quot;f&uuml;r&quot; eine Besch&auml;ftigung im &ouml;ffentlichen oder privaten Dienst gew&auml;hrt werden, unabh&auml;ngig davon, ob ein Rechtsanspruch auf sie besteht und ob es sich um laufende oder um einmalige Bez&uuml;ge handelt (&sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG). Diese Bez&uuml;ge oder Vorteile gelten dann als f&uuml;r eine Besch&auml;ftigung gew&auml;hrt, wenn sie durch das individuelle Dienstverh&auml;ltnis veranlasst sind, ohne dass ihnen eine Gegenleistung f&uuml;r eine konkrete (einzelne) Dienstleistung des Arbeitnehmers zugrunde liegen muss. Eine Veranlassung durch das individuelle Dienstverh&auml;ltnis ist vielmehr zu bejahen, wenn die Einnahmen dem Empf&auml;nger mit R&uuml;cksicht auf das Dienstverh&auml;ltnis zuflie&szlig;en und sich als Ertrag der nichtselbst&auml;ndigen Arbeit darstellen, wenn sich die Leistung des Arbeitgebers also im weitesten Sinne als Gegenleistung f&uuml;r das Zurverf&uuml;gungstellen der individuellen Arbeitskraft des Arbeitnehmers erweist (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteile vom 7.&nbsp;Mai 2014&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;73\/12, BFHE 245, 230, BStBl II 2014, 904, Rz&nbsp;15, und vom 19.&nbsp;November 2015&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;74\/14, BFHE 252, 129, BStBl II 2016, 303, Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Vorteile, die sich bei objektiver W&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde nicht als Entlohnung, sondern lediglich als notwendige Begleiterscheinung betriebsfunktionaler Zielsetzungen erweisen, sind dagegen nicht als Arbeitslohn anzusehen. Vorteile besitzen danach keinen Arbeitslohncharakter, wenn sie im ganz &uuml;berwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers gew&auml;hrt werden. Das ist der Fall, wenn sich aus den Begleitumst&auml;nden wie Anlass, Art und H&ouml;he des Vorteils, Auswahl der Beg&uuml;nstigten, freie oder nur gebundene Verf&uuml;gbarkeit, Freiwilligkeit oder Zwang zur Annahme des Vorteils und seiner besonderen Geeignetheit f&uuml;r den jeweils verfolgten betrieblichen Zweck ergibt, dass diese Zielsetzung ganz im Vordergrund steht und ein damit einhergehendes eigenes Interesse des Arbeitnehmers, den betreffenden Vorteil zu erlangen, vernachl&auml;ssigt werden kann (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteile vom 14.&nbsp;November 2013&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;36\/12, BFHE 243, 520, BStBl II 2014, 278, Rz&nbsp;10, und vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2016&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;58\/14, BFHE 253, 243, BStBl II 2016, 621, Rz&nbsp;17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob sich eine unentgeltlich oder verbilligt &uuml;berlassene Sachzuwendung als geldwerter Vorteil oder als notwendige Begleiterscheinung betriebsfunktionaler Zielsetzung des Arbeitgebers erweist, h&auml;ngt von den Umst&auml;nden des Einzelfalls ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ergibt die W&uuml;rdigung, dass sich die Zuwendung nahezu ausschlie&szlig;lich als notwendige Begleiterscheinung betriebsfunktionaler Zielsetzung darstellt und daher im ganz &uuml;berwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers gew&auml;hrt wird, liegt insgesamt kein steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Dies gilt auch, wenn die Zuwendung f&uuml;r den Arbeitnehmer mit angenehmen Begleitumst&auml;nden verbunden ist (Senatsurteile vom 21.&nbsp;November 2018&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;10\/17, BFHE 263, 196, Rz&nbsp;14, und vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2010&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;7\/08, BFHE 228, 505, BStBl II 2010, 763, Rz&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Liegt ein ganz &uuml;berwiegend eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers nicht vor und ist die Zuwendung nach W&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls durch das Dienstverh&auml;ltnis und nicht durch ein Sonderrechtsverh&auml;ltnis veranlasst, ist der geldwerte Vorteil hingegen regelm&auml;&szlig;ig in vollem Umfang Arbeitslohn (vgl. Senatsurteile vom 25.&nbsp;April 2018&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;34\/16, BFHE 261, 313, BStBl II 2018, 600, Rz&nbsp;14, und vom 1.&nbsp;September 2016&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;67\/14, BFHE 255, 125, BStBl II 2017, 69, Rz&nbsp;21, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Etwas anderes gilt nur, wenn eine gemischt veranlasste Zuwendung vorliegt, die nach objektiven Kriterien aufteilbar ist, weil sie sowohl abgrenzbare Elemente beinhaltet, bei denen die betriebliche Zielsetzung des Arbeitgebers ganz im Vordergrund steht, als auch solche, die mangels &uuml;berwiegend eigenbetrieblicher Interessen des Arbeitgebers Arbeitslohn darstellen. In diesem Fall ist der Vorteil entsprechend letzterer Zuordnung in Arbeitslohn und eine Zuwendung im ganz &uuml;berwiegend eigenbetrieblichen Interesse aufzuteilen (grundlegend Senatsurteil vom 18.&nbsp;August 2005&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;32\/03, BFHE 210, 420, BStBl II 2006, 30, sowie Senatsurteil vom 30.&nbsp;April 2009&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;55\/07, BFHE 225, 58, BStBl II 2009, 726).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist die W&uuml;rdigung des FG, die &Uuml;bernahme der Steuerberatungskosten durch die Kl&auml;gerin stelle keinen Arbeitslohn der entsandten Arbeitnehmer dar, nicht zu beanstanden. Denn diese Gesamtw&uuml;rdigung ist revisionsrechtlich nur begrenzt &uuml;berpr&uuml;fbar (Senatsurteil vom 21.&nbsp;Januar 2010&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;2\/08, BFHE 228, 80, BStBl II 2010, 639, Rz&nbsp;11, m.w.N.). Sie ist unter den im Streitfall vorliegenden Umst&auml;nden nicht nur m&ouml;glich, sondern naheliegend und l&auml;sst keinen Rechtsfehler erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat alle f&uuml;r die Beurteilung ma&szlig;geblichen Umst&auml;nde in seine Gesamtw&uuml;rdigung einbezogen. Dies gilt &#8211;entgegen der Ansicht der Revision&#8211; insbesondere auch hinsichtlich der Nettolohnvereinbarung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorinstanz hat der Frage, in wessen Interesse der Abschluss der Nettolohnvereinbarung lag, f&uuml;r die im Streitfall vorzunehmende Beurteilung der &Uuml;bernahme der Steuerberatungskosten als Arbeitslohn bei seiner Gesamtw&uuml;rdigung allerdings nicht die entscheidende Bedeutung beigemessen, wie es das FG D&uuml;sseldorf in seinem Urteil vom 5.&nbsp;Dezember 2007&nbsp;&#8211; 7&nbsp;K&nbsp;1743\/07&nbsp;H(L) (EFG 2008, 545) getan hat. Zwar hat der Senat die W&uuml;rdigung des FG D&uuml;sseldorf seinerzeit revisionsrechtlich nicht beanstandet (Senatsurteil in BFHE 228, 80, BStBl II 2010, 639). Er h&auml;lt an der in seinem Urteil in BFHE 228, 80, BStBl II 2010, 639 vertretenen Auffassung aber nicht l&auml;nger fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorinstanz hat zutreffend erkannt, dass der Abschluss der Nettolohnvereinbarungen mit den entsandten Arbeitnehmern als solche nicht im ganz &uuml;berwiegend eigenbetrieblichen Interesse der Kl&auml;gerin lag. Diese W&uuml;rdigung h&auml;lt der Senat weiterhin f&uuml;r zutreffend. Er tritt aber ebenfalls der Ansicht der Vorinstanz bei, dass aus dem beiderseitigen Interesse am Abschluss der Nettolohnvereinbarungen (und am Entsendesystem insgesamt) noch nicht geschlossen werden kann, dass auch die &Uuml;bernahme der Steuerberatungskosten f&uuml;r die Erstellung der Einkommensteuererkl&auml;rungen und die damit zusammenh&auml;ngenden Folgeleistungen (Pr&uuml;fung der Einkommensteuerbescheide und Einlegung von Standardeinspr&uuml;chen), um deren Beurteilung es im Streitfall geht, zu Arbeitslohn f&uuml;hrte. Denn eine solche, die Nettolohnvereinbarung einseitig in den Vordergrund stellende Betrachtung w&uuml;rde nicht alle in die Gesamtw&uuml;rdigung einzubeziehenden Gesichtspunkte entsprechend ihrer rechtlichen Bedeutung in den Blick nehmen, sondern die Bewertung im Wesentlichen auf einen Aspekt verengen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die &Uuml;bernahme der Steuerberatungskosten durch die Kl&auml;gerin lag insofern im Interesse der entsandten Arbeitnehmer, als sie nach dem EStG zur Abgabe von Einkommensteuererkl&auml;rungen im Inland und\/oder in ihren jeweiligen Heimatl&auml;ndern nach dem dort geltenden Steuerrecht verpflichtet waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;bernimmt der Arbeitgeber die Aufwendungen f&uuml;r die Erf&uuml;llung einer &ouml;ffentlich- oder privatrechtlichen Verpflichtung des Arbeitnehmers, liegt hierin ein Vorteil, dem Entlohnungscharakter zukommen kann. Nichts anderes gilt im Ergebnis in den F&auml;llen der Antragsveranlagung, zumal die Arbeitnehmer nach dem Arbeitsvertrag und den dort vereinbarten Entsenderichtlinien des X-Konzerns in diesen F&auml;llen ebenfalls Steuererkl&auml;rungen abzugeben hatten. Zudem kann selbst in der &Uuml;bernahme freiwilliger Aufwendungen des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber die Zuwendung eines Vorteils liegen, der bei Veranlassung durch das Dienstverh&auml;ltnis Arbeitslohn darstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG hat aber in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise entschieden, dass die Kl&auml;gerin den entsandten Arbeitnehmern diese Vorteile nicht als Entlohnung, sondern in ganz &uuml;berwiegend eigenbetrieblichem Interesse zuwandte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorinstanz hat diesbez&uuml;glich insbesondere darauf abgestellt, dass die Kl&auml;gerin durch die Gestellung der Steuerberatung eine m&ouml;glichst weitgehende Reduzierung ihrer Lohnkosten erzielen wollte, da allein ihr die sich durch die Veranlagungen der Arbeitnehmer ergebenden Steuererstattungen zustanden. Denn die entsandten Arbeitnehmer hatten ihre Steuererstattungsanspr&uuml;che an die Kl&auml;gerin abgetreten; sie konnten daher von dem wirtschaftlichen Ergebnis der Steuerberatung aufgrund der Nettolohnvereinbarungen und der Abtretung der Erstattungsanspr&uuml;che nicht profitieren. Die wirtschaftlichen Vorteile aus der Erstellung der Einkommensteuererkl&auml;rungen, der Pr&uuml;fung der Steuerbescheide und der Einlegung etwaiger Standardeinspr&uuml;che waren f&uuml;r sie nicht privat verf&uuml;gbar. Bei der &Uuml;bernahme der Steuerberatungskosten handelte es sich letztlich um einen Reflex des von der Kl&auml;gerin in erster Linie verfolgten Ziels, m&ouml;glichst hohe Steuererstattungen &#8211;und damit wirtschaftliche Vorteile f&uuml;r sich&#8211; zu erlangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Arbeitnehmer waren in tats&auml;chlicher Hinsicht auch &#8211;jedenfalls faktisch&#8211; gezwungen, die von der Kl&auml;gerin beauftragte und auch bezahlte Steuerberatung f&uuml;r die Erstellung ihrer Steuererkl&auml;rungen etc. in Anspruch zu nehmen. Denn nach den Entsenderichtlinien des X-Konzerns, die vertraglich zur Grundlage der Auslandsentsendungen gemacht wurden, wurde von den entsandten Arbeitnehmern erwartet, eng mit den arbeitgeberseits ausgew&auml;hlten Steuerberatern zusammenzuarbeiten und diesen zeitgerecht alle Informationen und Unterlagen zur Bearbeitung der Steuererkl&auml;rungen zur Verf&uuml;gung zu stellen. Geschah dies nicht, machte sich der entsandte Arbeitnehmer nach den Entsenderichtlinien schadenersatzpflichtig. Diese sahen au&szlig;erdem vor, dass die Zahlung von Beihilfen und Zulagen an die Arbeitnehmer, die in den Entsenderichtlinien vorgesehen waren, eingestellt werden konnte, falls sie notwendige Informationen zur Durchf&uuml;hrung der Einkommensteuerveranlagungen nicht an die Steuerberatung weitergaben. Die zivilrechtliche (Un-)Wirksamkeit der entsprechenden Regelungen in den Entsenderichtlinien (s. dazu Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 23.&nbsp;August 2012&nbsp;&#8211; 8&nbsp;AZR&nbsp;804\/11, BAGE 143, 62) ist f&uuml;r die vorliegend vorzunehmende steuerrechtliche Beurteilung dabei ohne Bedeutung. Denn nach den Feststellungen des FG kamen die entsandten Arbeitnehmer den sich aus den Entsenderichtlinien des X-Konzerns ergebenden Verpflichtungen zur Inanspruchnahme der arbeitgeberseits ausgew&auml;hlten Steuerberatung tats&auml;chlich nach.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r ein ganz &uuml;berwiegend eigenbetriebliches Interesse der Kl&auml;gerin spricht auch die besondere Eignung der &Uuml;bernahme der Steuerberatungskosten zur Erreichung der damit verfolgten wirtschaftlichen Zwecke. Die Kl&auml;gerin hat insoweit unwidersprochen vorgetragen, durch die Beauftragung der vom X-Konzern ausgew&auml;hlten, international erfahrenen Steuerberatungsgesellschaft solle innerhalb des X-Konzerns sichergestellt werden, dass die steuerlichen Arbeitgeberpflichten entsprechend den gesetzlichen Vorgaben erf&uuml;llt w&uuml;rden. Insbesondere sollten die Arbeitsl&ouml;hne im Rahmen der bei Auslandsentsendungen vertraglich vereinbarten Nettolohnabreden &#8211;auch bei der mitunter schwierigen Abgrenzung der Eink&uuml;nfte zwischen Heimat- und Entsendestaat&#8211; zutreffend ermittelt werden, um gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche finanzielle Vorteile durch Steuererstattungen zu erlangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Arbeitnehmer ergab sich durch die Einschaltung der arbeitgeberseits ausgew&auml;hlten und beauftragten Steuerberatungsgesellschaft demgegen&uuml;ber der Nachteil, dass sie zu der Steuerberatung keine eigenen Vertragsbeziehungen unterhielten. Sie waren folglich den zwischen der Steuerberatung und dem X-Konzern ausgehandelten Vertragsbedingungen unterworfen, ohne darauf Einfluss nehmen zu k&ouml;nnen. Die Arbeitnehmer konnten der Steuerberatung dementsprechend auch keine Weisungen erteilen und hatten aus eigenem Recht keine Schadenersatzanspr&uuml;che gegen die Steuerberatungsgesellschaft bei etwaigen Fehlleistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorgehensweise innerhalb des X-Konzerns griff zudem in das Recht der Arbeitnehmer auf informationelle Selbstbestimmung ein. Denn die Arbeitnehmer mussten einer von ihnen nicht ausgesuchten und nicht beauftragten Steuerberatungsgesellschaft Steuerdaten, und damit Daten hochsensiblen Inhalts, mitteilen, die weitreichende Einblicke in ihre pers&ouml;nliche Lebensf&uuml;hrung erm&ouml;glichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufwendungen f&uuml;r von den entsandten Arbeitnehmern selbst ausgew&auml;hlte und beauftragte Steuerberater &uuml;bernahm die Kl&auml;gerin nicht. Gleiches galt nach den Feststellungen der Vorinstanz f&uuml;r die Kosten der arbeitgeberseits ausgew&auml;hlten Steuerberatung, die sich auf andere als die bei der Kl&auml;gerin bzw. im X-Konzern erzielten Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit bezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen der Gesamtw&uuml;rdigung ist auch zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Kl&auml;gerin keine Auswahl unter den Arbeitnehmern traf, f&uuml;r die sie die Kosten zur Erstellung der Einkommensteuererkl&auml;rungen &uuml;bernahm. Nach den Feststellungen des FG waren vielmehr alle entsandten Arbeitnehmer berechtigt (und verpflichtet), die Leistungen der vom X-Konzern ausgew&auml;hlten Steuerberatung in Anspruch zu nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Bei dieser Sachlage konnte das FG in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise zu dem Ergebnis gelangen, dass die &Uuml;bernahme der Kosten f&uuml;r die Erstellung der Einkommensteuererkl&auml;rungen und die damit in Zusammenhang stehenden Folgeleistungen nicht zu Arbeitslohn f&uuml;hrte. Die Kl&auml;gerin entlohnte die zu ihr entsandten Arbeitnehmer mit der &Uuml;bernahme der Steuerberatungskosten nicht. Sie wandte die Steuerberatungskosten vielmehr im ganz &uuml;berwiegend eigenbetrieblichen Interesse auf, um die erheblichen, ihr allein zustehenden Steuererstattungen zu erlangen und ihren Verpflichtungen zur zutreffenden Berechnung der Arbeitsl&ouml;hne im Rahmen der Nettolohnvereinbarungen nachzukommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.5.2019, VI R 28\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.090519.VIR28.17.0 &Uuml;bernahme von Steuerberatungskosten bei Nettolohnvereinbarung und Abtretung der Steuererstattungsanspr&uuml;che kein Arbeitslohn Leits&auml;tze &Uuml;bernimmt der Arbeitgeber, der mit dem Arbeitnehmer unter Abtretung der Steuererstattungsanspr&uuml;che eine Nettolohnvereinbarung abgeschlossen hat, die Steuerberatungskosten f&uuml;r die Erstellung der Einkommensteuererkl&auml;rungen des Arbeitnehmers, wendet er damit keinen Arbeitslohn zu (Aufgabe des BFH-Urteils vom 21.01.2010 &#8211; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-28-17-uebernahme-von-steuerberatungskosten-bei-nettolohnvereinbarung-und-abtretung-der-steuererstattungsansprueche-kein-arbeitslohn\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;28\/17 &#8211; &Uuml;bernahme von Steuerberatungskosten bei Nettolohnvereinbarung und Abtretung der Steuererstattungsanspr&uuml;che kein Arbeitslohn<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71054","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71054","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71054"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71054\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71054"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71054"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71054"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}