{"id":71059,"date":"2019-08-22T18:06:11","date_gmt":"2019-08-22T16:06:11","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71059"},"modified":"2019-08-22T18:07:14","modified_gmt":"2019-08-22T16:07:14","slug":"vii-b-10-19-kein-einstweiliger-rechtsschutz-gegen-zwangsgeldandrohung-bei-bestandskraft-der-zwangsgeldfestsetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-10-19-kein-einstweiliger-rechtsschutz-gegen-zwangsgeldandrohung-bei-bestandskraft-der-zwangsgeldfestsetzung\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;10\/19 &#8211; Kein einstweiliger Rechtsschutz gegen Zwangsgeldandrohung bei Bestandskraft der Zwangsgeldfestsetzung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.5.2019, VII B 10\/19<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:BA.290519.VIIB10.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein einstweiliger Rechtsschutz gegen Zwangsgeldandrohung bei Bestandskraft der Zwangsgeldfestsetzung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Das Einspruchsverfahren ist durch einen &Auml;nderungsbescheid nur dann beendet, wenn dem Begehren des Steuerpflichtigen in vollem Umfang entsprochen wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Ein Rechtsschutzbed&uuml;rfnis f&uuml;r eine Klage gegen die Zwangsgeldandrohung besteht auch bei bestandskr&auml;ftiger Zwangsgeldfestsetzung, weil der Steuerpflichtige bei Aufhebung der Zwangsgeldandrohung einen Anspruch auf ermessensfehlerfreie Entscheidung des FA nach &sect; 130 AO hat.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Im einstweiligen Rechtsschutz fehlt allerdings das Rechtsschutzbed&uuml;rfnis, weil eine AdV der Zwangsgeldandrohung keine Auswirkungen auf die bestandskr&auml;ftige Zwangsgeldfestsetzung haben kann.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Beschwerde des Antragsgegners wird der Beschluss des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 11.12.2018 &#8211; 7 V 7186\/18 aufgehoben und der Antrag auf Aussetzung der Vollziehung abgelehnt.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Antragsteller zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller und Beschwerdegegner (Antragsteller) betreibt eine Pension und hatte im Dezember 2017 weder seine Steuererkl&auml;rungen ab 2011 noch die Umsatzsteuer-Voranmeldung f&uuml;r 2017 eingereicht. Daher drohte der Antragsgegner und Beschwerdef&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit Verf&uuml;gung vom 13.&nbsp;Dezember 2017 die Festsetzung von Zwangsgeldern in H&ouml;he von jeweils 1.000&nbsp;EUR je Erkl&auml;rung, Gewinnermittlung und Umsatzsteuer-Voranmeldung an, wenn der Antragsteller die Erkl&auml;rungen nicht bis 3.&nbsp;Januar 2018 elektronisch beim FA einreiche.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen legte der Antragsteller Einspruch ein und beantragte ausdr&uuml;cklich, den Bescheid unter angemessener Fristsetzung abzu&auml;ndern. Weil er nicht in der Lage sei, die offenen sieben Jahre innerhalb der Frist abzuarbeiten, schlug er gestaffelte Fristen mit Ablaufdaten zwischen dem 31.&nbsp;Januar 2018 und dem 30.&nbsp;Juni 2018 vor. Weiter wies er &quot;der Vollst&auml;ndigkeit halber&quot; darauf hin, dass die Androhung der Zwangsmittel f&uuml;r jede einzelne Verpflichtung mit gesondertem Verwaltungsakt erfolgen m&uuml;sse, woraus sich die Rechtswidrigkeit des Bescheides ergebe. Schlie&szlig;lich beantragte er die Aussetzung der Vollziehung (AdV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraufhin &auml;nderte das FA mit Schreiben vom 9.&nbsp;Januar 2018 die Androhung und &uuml;bernahm die vorgeschlagenen Fristen (unter Korrektur eines Schreibfehlers des Antragstellers). Damit sah es den Einspruch als erledigt an und wies vorsorglich darauf hin, dass die Androhung von Zwangsmitteln zwar getrennt erfolgen m&uuml;sse, aber in einem Schriftst&uuml;ck geschehen k&ouml;nne. Deshalb sei die Androhung rechtm&auml;&szlig;ig. Eine Rechtsmittelbelehrung enthielt das Schreiben nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weil der Antragsteller seinen Pflichten weiterhin nicht nachkam, setzte das FA mit mehreren Bescheiden Zwangsgelder fest. Diese Bescheide sind s&auml;mtlich bestandskr&auml;ftig geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem der Antragsteller das Einspruchsverfahren nicht als beendet ansah, erlie&szlig; das FA am 8.&nbsp;Juni 2018 eine Einspruchsentscheidung. Darin wies es den Einspruch gegen die Androhung als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck und lehnte die AdV ab. Hiergegen erhob der Antragsteller Klage und beantragte gerichtliche AdV. Das Finanzgericht (FG) gew&auml;hrte AdV, soweit nicht das Jahr 2013 betroffen war. Der Zul&auml;ssigkeit des Antrags stehe nicht entgegen, dass die Zwangsgeldfestsetzungen zwischenzeitlich in Bestandskraft erwachsen seien. Diese Festsetzungen stellten die Vollziehung der Androhung dar. Wie andere Vollziehungsma&szlig;nahmen m&uuml;ssten sie nach der Anordnung der AdV aufgehoben werden. Der Beschluss ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2019, 145 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit seiner Beschwerde. Der Antrag auf gerichtliche AdV sei mangels Beschwer unzul&auml;ssig. Durch die Bestandskraft der Zwangsgeldfestsetzungen h&auml;tten sich die Androhungen erledigt (unter Verweis auf das Urteil des FG Hamburg vom 29.&nbsp;Oktober 2009&nbsp;&#8211; 3&nbsp;K&nbsp;204\/09, EFG 2010, 612).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde des FA ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Beschlusses.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Zul&auml;ssigkeit des AdV-Antrags steht der &Auml;nderungsbescheid &uuml;ber die Zwangsgeldandrohungen vom 9.&nbsp;Januar 2018 nicht entgegen. Zwar k&ouml;nnte ein bereits bestandskr&auml;ftiger Bescheid nicht ausgesetzt werden, weil &sect;&nbsp;69 der Finanzgerichtsordnung (FGO) einen angefochtenen Verwaltungsakt voraussetzt (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 30.&nbsp;Juli 2003&nbsp;&#8211; I&nbsp;S&nbsp;4\/03, BFH\/NV 2003, 1445).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Einspruchsverfahren war jedoch durch den &Auml;nderungsbescheid nicht beendet, weil das FA dem Begehren des Antragstellers nicht in vollem Umfang entsprochen hat (&sect;&nbsp;367 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;). Das FA hat sich in dem &Auml;nderungsbescheid auch zu dem Einwand ge&auml;u&szlig;ert, die Androhung h&auml;tte f&uuml;r jede einzelne Verpflichtung in einem gesonderten Verwaltungsakt erfolgen m&uuml;ssen. Weil das FA insoweit jedoch ausdr&uuml;cklich nicht dem Begehren des Antragstellers gefolgt ist, h&auml;tte es nicht von einer Erledigung des Einspruchsverfahrens ausgehen d&uuml;rfen, sondern es h&auml;tte eine Einspruchsentscheidung erlassen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass das FA tats&auml;chlich von einem nicht abgeschlossenen Einspruchsverfahren ausging, belegt der Umstand, dass es nach einem entsprechenden Hinweis des Antragstellers eine Einspruchsentscheidung erlassen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat allerdings zu Unrecht die Zul&auml;ssigkeit des gerichtlichen Antrags auf AdV der Zwangsgeldandrohungen bejaht. Seiner Auffassung, die Bestandskraft der Zwangsgeldfestsetzungen stehe dem Rechtsschutzbed&uuml;rfnis nicht entgegen, kann f&uuml;r das vorliegende Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes nicht gefolgt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Grunds&auml;tzlich besteht ein Rechtsschutzbed&uuml;rfnis des Steuerpflichtigen, weil er ein berechtigtes Interesse an der &Uuml;berpr&uuml;fung der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Androhung hat (anderer Ansicht Horn in Schwarz\/Pahlke, AO, &sect;&nbsp;332 Rz&nbsp;15; Urteil des FG Hamburg in EFG 2010, 612). Fehlt n&auml;mlich eine wirksame (regelm&auml;&szlig;ig schriftliche) Androhung des Zwangsmittels gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;332 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO, so ist die Festsetzung der Zwangsmittel rechtswidrig. Auch bei formeller Bestandskraft der Festsetzung &#8211;wie im vorliegenden Fall&#8211; kann diese gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;130 AO zur&uuml;ckgenommen werden (f&uuml;r eine Pflicht zur R&uuml;cknahme: Neumann in Gosch, AO &sect;&nbsp;332 Rz&nbsp;24; Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;332 AO Rz&nbsp;22; Hohrmann in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;332 AO Rz&nbsp;28; Koenig\/Z&ouml;llner, Abgabenordnung, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;332 Rz&nbsp;14). Aus &sect;&nbsp;130 AO ergibt sich ein Anspruch auf eine ermessensfehlerfreie Entscheidung des FA (Wernsmann in HHSp, &sect;&nbsp;130 AO Rz&nbsp;35). Eine Ermessensreduktion auf Null kommt allerdings nur in Ausnahmef&auml;llen in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wie im Hauptsacheverfahren ist auch im Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes ein Rechtsschutzbed&uuml;rfnis des Antragstellers erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Hinblick darauf, dass die Einlegung eines au&szlig;ergerichtlichen Rechtsbehelfs &#8211;sowie die Erhebung der Klage&#8211; die Vollziehung eines Steuerverwaltungsakts grunds&auml;tzlich nicht hemmt (&sect;&nbsp;361 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO, &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO), verfolgen die Vorschriften des &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 und Abs.&nbsp;3 FGO den Zweck, dem Steuerpflichtigen vorl&auml;ufigen Rechtsschutz gegen&uuml;ber ihm m&ouml;glicherweise aus der Vollziehung erwachsenden und nicht mehr behebbaren Nachteilen zu gew&auml;hren (BFH-Beschluss vom 28.&nbsp;November 1974&nbsp;&#8211; V&nbsp;B&nbsp;44\/74, BFHE 114, 171, BStBl II 1975, 240, m.w.N.). Im Umkehrschluss muss der Antragsteller mittels des Aussetzungsverfahrens einen Vorteil erlangen k&ouml;nnen, woran es im vorliegenden Fall allerdings fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im vorliegenden Verfahren begehrt der Antragsteller die AdV der Androhung des Zwangsgeldes. Gegenstand des Verfahrens ist somit nicht die Festsetzung des Zwangsgeldes. Eine Einbeziehung der Zwangsgeldfestsetzung in das vorliegende Verfahren ist nicht m&ouml;glich (vgl. Senatsurteil vom 7.&nbsp;April 1964&nbsp;&#8211; VII&nbsp;152\/62&nbsp;U, BFHE 79, 237, BStBl II 1964, 317). H&auml;tte der AdV-Antrag des Antragstellers Erfolg, erg&auml;ben sich daraus noch keine Auswirkungen auf die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Zwangsgeldfestsetzung, weil der Zwangsgeldfestsetzung die rechtliche Grundlage nicht entzogen w&auml;re. Denn eine Ermessensentscheidung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;130 AO dar&uuml;ber, ob die Zwangsgeldfestsetzung zur&uuml;ckgenommen wird, ist erst dann zu treffen, wenn die Zwangsgeldandrohung aufgehoben worden ist (anderer Ansicht Beschluss des S&auml;chsischen FG vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2010&nbsp;&#8211; 8&nbsp;V&nbsp;2120\/09, ohne weitere Begr&uuml;ndung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Ansicht des FG kann eine AdV der Zwangsgeldandrohung nicht dazu f&uuml;hren, dass auch eine AdV der Zwangsgeldfestsetzung zu gew&auml;hren ist. Dem steht der klare Gesetzeswortlaut entgegen, weil &sect;&nbsp;69 FGO einen anfechtbaren Verwaltungsakt voraussetzt. Im Streitfall ist die Festsetzung jedoch bereits bestandskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Aus dem bereits zitierten Senatsurteil in BFHE 79, 237, BStBl II 1964, 317 l&auml;sst sich kein anderes Ergebnis herleiten. Zum einen erging diese Entscheidung nicht in einem Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes. Zum anderen trifft diese Entscheidung lediglich die Aussage, dass die nicht angefochtene, das Zwangsgeld festsetzende Verf&uuml;gung nicht in das die Androhung betreffende Rechtsmittelverfahren einbezogen werden kann. Davon ging auch das FG aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.5.2019, VII B 10\/19ECLI:DE:BFH:2019:BA.290519.VIIB10.19.0 Kein einstweiliger Rechtsschutz gegen Zwangsgeldandrohung bei Bestandskraft der Zwangsgeldfestsetzung Leits&auml;tze 1. NV: Das Einspruchsverfahren ist durch einen &Auml;nderungsbescheid nur dann beendet, wenn dem Begehren des Steuerpflichtigen in vollem Umfang entsprochen wird. 2. NV: Ein Rechtsschutzbed&uuml;rfnis f&uuml;r eine Klage gegen die Zwangsgeldandrohung besteht auch bei bestandskr&auml;ftiger Zwangsgeldfestsetzung, weil der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-10-19-kein-einstweiliger-rechtsschutz-gegen-zwangsgeldandrohung-bei-bestandskraft-der-zwangsgeldfestsetzung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;10\/19 &#8211; Kein einstweiliger Rechtsschutz gegen Zwangsgeldandrohung bei Bestandskraft der Zwangsgeldfestsetzung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71059","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71059","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71059"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71059\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71059"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71059"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71059"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}