{"id":71062,"date":"2019-08-22T18:05:26","date_gmt":"2019-08-22T16:05:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71062"},"modified":"2019-08-22T18:06:41","modified_gmt":"2019-08-22T16:06:41","slug":"iii-s-16-18-streitwertfestsetzung-in-kindergeldsachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-s-16-18-streitwertfestsetzung-in-kindergeldsachen\/","title":{"rendered":"III&nbsp;S&nbsp;16\/18 &#8211; Streitwertfestsetzung in Kindergeldsachen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.5.2019, III S 16\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.060519.IIIS16.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Streitwertfestsetzung in Kindergeldsachen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Der Streitwert f&uuml;r ein finanzgerichtliches Verfahren, in dem es um die Aufhebung eines Kindergeldbescheids &quot;ab&quot; einem bestimmten Monat geht, bestimmt sich &#8211;sofern die Aufhebung keine Auswirkungen auf k&uuml;nftige Kindergeldzahlungen hat&#8211; grunds&auml;tzlich nach der Anzahl der Monate des streitigen Zeitraums, der im Regelfall bis zum Monat der Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung reicht.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Ergibt sich aus der verfahrensrechtlichen Vorgeschichte und\/oder aus dem Inhalt des Aufhebungsbescheids ein k&uuml;rzerer Zeitraum, so ist dieser f&uuml;r den Streitwert ma&szlig;geblich. Bei verfahrensrechtlichen Unklarheiten kann ein Kl&auml;ger ein sch&uuml;tzenswertes Interesse daran haben, dass der Rechtsschein, der von einem unzureichend formulierten Tenor eines Aufhebungsbescheids ausgeht, beseitigt wird. F&uuml;r ein solches Klagebegehren ist der Auffangstreitwert von 5.000 EUR nach &sect; 52 Abs. 2 GKG ma&szlig;gebend.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Hat die Aufhebung der Kindergeldfestsetzung f&uuml;r einen in der Vergangenheit liegenden Zeitraum keine rechtlichen oder faktischen Auswirkungen auf nachfolgende Zeiten, ist &sect; 52 Abs. 3 Satz 3 GKG nicht anwendbar.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Der Streitwert f&uuml;r das Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren III B 173\/17 wird auf 10.082 EUR festgesetzt.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Entscheidung ergeht gerichtsgeb&uuml;hrenfrei.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdegegnerin (Kl&auml;gerin) bezog Kindergeld f&uuml;r ihre im Jahr 2000 geborene Tochter und f&uuml;r den im Jahr 2002 geborenen Sohn. Die Beklagte und Beschwerdef&uuml;hrerin (Familienkasse) erfuhr davon, dass die Kl&auml;gerin zusammen mit der Tochter in die T&uuml;rkei verzogen war. Sie erlie&szlig; im Verlauf des Verwaltungsverfahrens drei Aufhebungsbescheide, unter anderem einen Bescheid vom 21.&nbsp;August 2012, mit dem sie die Festsetzung des Kindergeldes &quot;ab August 2004&quot; aufhob. Gegen diesen Bescheid sowie gegen die dazu ergangene Einspruchsentscheidung vom 14.&nbsp;April 2016 wandte sich die Kl&auml;gerin mit einer Klage zum Finanzgericht (FG). Das FG gab der Klage durch Urteil vom 15.&nbsp;November 2017 statt. Es war der Ansicht, der Bescheid vom 21.&nbsp;August 2012 sei wegen mangelnder Bestimmtheit nichtig (&sect;&nbsp;125 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung). Aus ihm sei schon nicht zu ersehen, auf welches Kind er sich beziehe. Der nichtige Bescheid entfalte keine Rechtswirkungen, k&ouml;nne aber angefochten werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil des FG legte die Familienkasse Nichtzulassungsbeschwerde ein, die sie nicht begr&uuml;ndete. Durch Schreiben vom 19.&nbsp;Januar 2018 nahm sie die Beschwerde zur&uuml;ck. Daraufhin hat der Senat durch Beschluss vom 21.&nbsp;Februar 2018 III&nbsp;B&nbsp;173\/17 das Verfahren eingestellt und die Kosten des Verfahrens der Familienkasse auferlegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 29.&nbsp;Juni 2018 beantragt der Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerin (Antragsteller) im eigenen Namen, den Streitwert f&uuml;r das Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren festzusetzen. Er ermittelt einen Streitwert von 52.932&nbsp;EUR. Dabei ber&uuml;cksichtigte er den Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r die beiden Kinder der Kl&auml;gerin f&uuml;r die Zeit von August 2004 bis April 2016 mit einem Betrag von 48.372&nbsp;EUR und f&uuml;r die Zeit ab Mai 2016 &#8211;Monat der Klageerhebung&#8211; mit einem Jahresbetrag von 4.560&nbsp;EUR. Zur Begr&uuml;ndung tr&auml;gt er vor, dem Bescheid vom 21.&nbsp;August 2012 lasse sich zweifelsfrei entnehmen, dass die Festsetzung des Kindergeldes f&uuml;r beide Kinder ab August 2004 aufgehoben werden sollte. In der Begr&uuml;ndung dieses Bescheids finde sich kein Hinweis darauf, dass die Aufhebung f&uuml;r den Sohn nicht verf&uuml;gt werden sollte oder dass die Festsetzung f&uuml;r die Tochter nur f&uuml;r den Zeitraum August 2004 bis April 2007 geregelt werden sollte. Auch in der Einspruchsentscheidung sei von einer zeitlichen Begrenzung keine Rede. Keinesfalls belaufe sich der Streitwert auf weniger als 5.082&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Streitwert bel&auml;uft sich auf 10.082&nbsp;EUR. Er setzt sich zusammen aus einem Streitwert von 5.082&nbsp;EUR, der die Aufhebung der Kindergeldfestsetzung f&uuml;r den Zeitraum August 2004 bis April 2007 betrifft, sowie aus dem Auffangstreitwert von 5.000&nbsp;EUR, der f&uuml;r die Beseitigung des Rechtsscheins anzusetzen ist, der vom unzureichend formulierten Tenor des Aufhebungsbescheids ausgeht. Auch wenn der Aufhebungsbescheid wegen mangelnder Bestimmtheit nichtig w&auml;re, h&auml;tte dies nicht den alleinigen Ansatz des Auffangstreitwerts zur Folge, da auf den Antrag der Kl&auml;gerin und die sich f&uuml;r sie ergebende Bedeutung der Sache abzustellen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Gerichtskostengesetzes (GKG) setzt das Prozessgericht in der Finanzgerichtsbarkeit den Wert des Streitgegenstandes durch Beschluss fest, wenn ein Beteiligter oder die Staatskasse die Festsetzung beantragt oder das Gericht sie f&uuml;r angemessen erachtet. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Rechtsanwaltsverg&uuml;tungsgesetzes kann auch der Prozessbevollm&auml;chtigte eines Beteiligten den Antrag stellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) muss f&uuml;r den Antrag ein besonderes Rechtsschutzbed&uuml;rfnis bestehen. Dieses fehlt in der Regel, wenn sich die H&ouml;he des Streitwerts aus den Antr&auml;gen der Beteiligten und der bisherigen Rechtsprechung des BFH zur Bemessung des Streitwerts in gleichartigen F&auml;llen eindeutig ermitteln l&auml;sst (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;November 2011 IV&nbsp;S&nbsp;15\/10, BFHE 235, 122, BStBl II 2012, 246, m.w.N.). Das ist hier jedoch nicht der Fall, denn die finanziellen Auswirkungen des angefochtenen Aufhebungsbescheids sind nicht eindeutig bestimmbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;1 GKG ist in Verfahren vor den Finanzgerichten der Streitwert nach der sich aus dem Antrag des Kl&auml;gers f&uuml;r ihn ergebenden Bedeutung der Sache nach Ermessen zu bestimmen. Bietet der Sach- und Streitstand f&uuml;r die Bestimmung des Streitwerts keine gen&uuml;genden Anhaltspunkte, ist ein Streitwert von 5.000&nbsp;EUR anzunehmen (&sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 GKG). Betrifft der Antrag des Kl&auml;gers eine bezifferte Geldleistung oder einen hierauf bezogenen Verwaltungsakt, ist deren H&ouml;he ma&szlig;gebend (&sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 GKG). Hat der Antrag offensichtlich absehbare Auswirkungen auf k&uuml;nftige Geldleistungen oder auf darauf gerichtete noch zu erlassende Verwaltungsakte, so sind die k&uuml;nftigen Auswirkungen nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 GKG zu ber&uuml;cksichtigen. In Kindergeldsachen sind diese Auswirkungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;42 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;3 GKG mit dem einfachen Jahresbetrag des Kindergeldanspruchs zu bewerten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) F&uuml;r den Streitwert einer Nichtzulassungsbeschwerde ist der Wert des k&uuml;nftigen Revisionsbegehrens, und, falls dieser nicht erkennbar ist, der volle Streitwert des Verfahrens erster Instanz entscheidend (BFH-Beschl&uuml;sse vom 12.&nbsp;August 1994 V&nbsp;E&nbsp;1\/94, BFH\/NV 1995, 428, und vom 10.&nbsp;Dezember 2010 V&nbsp;E&nbsp;4\/10, BFH\/NV 2011, 617). Da die Familienkasse im Streitfall die von ihr eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde nicht begr&uuml;ndet hat, ist auf den Streitwert des finanzgerichtlichen Verfahrens abzustellen, in dem sich die Kl&auml;gerin gegen den Bescheid der Familienkasse vom 21.&nbsp;August 2012 sowie gegen die dazu ergangene Einspruchsentscheidung vom 14.&nbsp;April 2016 wandte. Ma&szlig;gebend ist der zuletzt im Klageverfahren gestellte Antrag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall beantragte die Kl&auml;gerin in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 15.&nbsp;November 2017, den Aufhebungsbescheid vom 21.&nbsp;August 2012 sowie die dazu ergangene Einspruchsentscheidung vom 14.&nbsp;April 2016 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der Rechtsprechung des BFH erstreckt sich der Regelungsinhalt eines Bescheids, durch den die Festsetzung von Kindergeld ab einem bestimmten Monat aufgehoben wird, in zeitlicher Hinsicht grunds&auml;tzlich bis zum Monat der Bekanntgabe des Bescheids, oder, falls sich ein Rechtsbehelfsverfahren anschlie&szlig;t, bis zum Monat der Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung (Senatsurteil vom 25.&nbsp;September 2014 III&nbsp;R&nbsp;36\/12, BFHE 247, 488, BStBl II 2015, 286, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Allerdings kann die Familienkasse eine Entscheidung f&uuml;r einen abweichenden Zeitraum treffen. Auch kann aus der verfahrensrechtlichen Vorgeschichte eines Bescheids, durch den Kindergeld festgesetzt oder die Festsetzung von Kindergeld abgelehnt oder aufgehoben wird, ein abweichender Regelungszeitraum herzuleiten sein (vgl. Senatsbeschluss vom 21.&nbsp;Juni 2010 III&nbsp;B&nbsp;133\/09, BFH\/NV 2010, 1812).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Im Streitfall erfuhr die Familienkasse davon, dass die Kl&auml;gerin im August 2004 zusammen mit ihrer Tochter in die T&uuml;rkei verzogen war und hob deshalb durch Bescheid vom 17.&nbsp;Januar 2007 die Festsetzung f&uuml;r die Zeit ab August 2004 auf. Da die Kl&auml;gerin im April 2007 mit der Tochter wieder in die Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) zur&uuml;ckkehrte, gew&auml;hrte die Familienkasse durch den Bescheid vom 15.&nbsp;Oktober 2007 ab Mai 2007 erneut Kindergeld f&uuml;r die Tochter. Im weiteren Verlauf des Verwaltungsverfahrens war ein inl&auml;ndischer Wohnsitz der Kl&auml;gerin und der Tochter nicht mehr streitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Familienkasse hatte somit keinen Anlass, eine Kindergeldfestsetzung f&uuml;r die Tochter f&uuml;r die Zeit ab Mai 2007 wegen eines fehlenden inl&auml;ndischen Wohnsitzes der Kl&auml;gerin aufzuheben. In der Einspruchsentscheidung der Familienkasse vom 14.&nbsp;April 2016 wird erw&auml;hnt, dass die Kl&auml;gerin im April 2007 wieder nach Deutschland eingereist sei, am Ende hei&szlig;t es, dass die Kl&auml;gerin von August 2004 bis April 2007 in der T&uuml;rkei gelebt habe. Der Anspruch der Kl&auml;gerin auf Kindergeld f&uuml;r die Tochter wird in der Einspruchsentscheidung unter Hinweis auf den fehlenden Wohnsitz oder gew&ouml;hnlichen Aufenthalt in Deutschland verneint. Diese Ausf&uuml;hrungen beziehen sich erkennbar nicht auf die Zeit nach der R&uuml;ckkehr der Kl&auml;gerin im April 2007, als sie unstreitig ihren Wohnsitz wieder in Deutschland hatte. Der Regelungsinhalt des Aufhebungsbescheids und der Einspruchsentscheidung war deshalb auch aus der Sicht der Kl&auml;gerin dahin zu verstehen, dass die Festsetzung von Kindergeld nur f&uuml;r die Zeit, in der kein inl&auml;ndischer Wohnsitz bestand, aufgehoben werden sollte und nicht etwa f&uuml;r nachfolgende Zeiten. Aus der Einspruchsentscheidung geht dar&uuml;ber hinaus hervor, dass die Aufhebung nur die Tochter betreffen sollte, auch wenn diese darin f&auml;lschlich als Sohn bezeichnet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Kl&auml;gerin machte im Klageverfahren geltend, die Familienkasse sei aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden gehindert gewesen, f&uuml;r den Zeitraum August 2004 bis April 2007 die Festsetzung aufzuheben. Das Klagebegehren der Kl&auml;gerin war in erster Linie auf das Kindergeld f&uuml;r die Tochter f&uuml;r diesen Zeitraum gerichtet, insoweit auf einen Betrag von 5.082&nbsp;EUR. Es handelt sich um die Aufhebung der Festsetzung von Kindergeld f&uuml;r einen in der Vergangenheit liegenden Zeitraum, die keine rechtlichen oder faktischen Auswirkungen auf k&uuml;nftige Zeitr&auml;ume hatte, so dass &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 GKG nicht anwendbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Dar&uuml;ber hinaus wandte sich die Kl&auml;gerin dagegen, dass durch den angegriffenen Bescheid vom 21.&nbsp;August 2012, den das FG als nichtig angesehen hat, die Aufhebung der Kindergeldfestsetzung nicht auf den Zeitraum August 2004 bis April 2007 begrenzt gewesen sei. Nach den vorstehenden Ausf&uuml;hrungen betraf der Regelungsinhalt dieses Bescheids jedoch nicht die Zeit nach April 2007. Dennoch hatte die Kl&auml;gerin angesichts der verfahrensrechtlichen Unklarheiten ein sch&uuml;tzenswertes Interesse daran, dass der Rechtsschein, der von dem unzureichend formulierten Tenor des Aufhebungsbescheids ausging, beseitigt wurde. Insoweit h&auml;lt der Senat den Ansatz des Auffangstreitwerts von 5.000&nbsp;EUR nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 GKG f&uuml;r angemessen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Gerichtsgeb&uuml;hren sind nicht entstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.5.2019, III S 16\/18ECLI:DE:BFH:2019:B.060519.IIIS16.18.0 Streitwertfestsetzung in Kindergeldsachen Leits&auml;tze 1. NV: Der Streitwert f&uuml;r ein finanzgerichtliches Verfahren, in dem es um die Aufhebung eines Kindergeldbescheids &quot;ab&quot; einem bestimmten Monat geht, bestimmt sich &#8211;sofern die Aufhebung keine Auswirkungen auf k&uuml;nftige Kindergeldzahlungen hat&#8211; grunds&auml;tzlich nach der Anzahl der Monate des streitigen Zeitraums, der im Regelfall &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-s-16-18-streitwertfestsetzung-in-kindergeldsachen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;S&nbsp;16\/18 &#8211; Streitwertfestsetzung in Kindergeldsachen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71062","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71062","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71062"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71062\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71062"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71062"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71062"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}