{"id":71063,"date":"2019-08-22T18:06:04","date_gmt":"2019-08-22T16:06:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71063"},"modified":"2019-08-22T18:07:10","modified_gmt":"2019-08-22T16:07:10","slug":"ii-b-97-18-wuerdigung-einer-steuerklausel-rechtliches-gehoer-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-97-18-wuerdigung-einer-steuerklausel-rechtliches-gehoer-4\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;97\/18 &#8211; W&uuml;rdigung einer Steuerklausel (rechtliches Geh&ouml;r)"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.5.2019, II B 97\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.230519.IIB97.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">W&uuml;rdigung einer Steuerklausel (rechtliches Geh&ouml;r)<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Ist eine Schenkung im Wege der Bedingung an eine Steuerklausel gekn&uuml;pft, ist diese Klausel zu w&uuml;rdigen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Gesellschaftsvertr&auml;ge und hierauf bezogene Rechtsakte sind nach dem Personalstatut der Gesellschaft auszulegen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 26. September 2018&nbsp;&nbsp;3 K 7\/18 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Nieders&auml;chsische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Beschwerdeverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) sowie seine Mutter (M) hatten 1992 in den Niederlanden eine GbR gegr&uuml;ndet und Landwirtschaft betrieben. In einer Urkunde eines niederl&auml;ndischen Notars vom 27.&nbsp;August 2008 wurde festgestellt, dass sie die GbR zum 1.&nbsp;M&auml;rz 2000 in eine Kommanditgesellschaft niederl&auml;ndischen Rechts (KG) umgewandelt (in der &Uuml;bersetzung: &quot;umgesetzt&quot;) und ihren Betrieb in die Bundesrepublik Deutschland verlegt h&auml;tten. Das Verm&ouml;gen der GbR sei dem Kl&auml;ger als gesch&auml;ftsf&uuml;hrendem Kommanditisten zugeteilt worden, w&auml;hrend M geldverleihende Kommanditistin mit einem eingelegten Kapital von A&nbsp;EUR geworden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Urkunde des niederl&auml;ndischen Notars vom 19.&nbsp;Dezember 2013 l&ouml;sten sie mit Wirkung auf den 1.&nbsp;April 2012 die KG auf. Der Kl&auml;ger f&uuml;hrte den Betrieb fort. Die Verm&ouml;genseinlage der M zum Aufl&ouml;sungsdatum wurde mit B&nbsp;EUR beziffert. Dieses Kapital wurde dem Kl&auml;ger unter Schuldanerkenntnis zugeteilt. Unter der &Uuml;berschrift &quot;Finanzielle Abwicklung&quot; best&auml;tigte der Kl&auml;ger zun&auml;chst, diesen Betrag zu schulden. Es folgte (im laufenden Text) eine Aufrechnung &uuml;ber C&nbsp;EUR; insoweit habe der Kl&auml;ger eine Schuld der M beglichen. Die verbleibende Schuld von D (B-C)&nbsp;EUR werde in ein Darlehen umgewandelt. Unter der Zwischen&uuml;berschrift &quot;Bedingte Erlassung&quot; schenkte M dem Kl&auml;ger die Schuld unter Bedingungen. Die Parteien gingen in dem Vertrag ausdr&uuml;cklich davon aus, dass die Schenkung aufgrund der Betriebsnachfolgeregelung nach &sect;&sect;&nbsp;35b&nbsp;ff. des Erbschaftsteuergesetzes 1956 schenkungsteuerfrei sei. Die Erlassung gelte nicht f&uuml;r den Teil des erlassenen Betrags, der schenkungsteuerpflichtig ist. Das gelte, wenn der Kl&auml;ger und die Steuerbeh&ouml;rden in gegenseitiger Beratung feststellen, dass es sich um eine steuerpflichtige Schenkung handelt oder wenn der Richter entscheidet, dass es sich um eine steuerpflichtige Schenkung handelt und gegen die Entscheidung keine Berufung zul&auml;ssig ist. In diesem Fall bestehe eine Darlehensschuld des Kl&auml;gers gegen&uuml;ber der M zu n&auml;her beschriebenen Bedingungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Beide Vertr&auml;ge haben dem Finanzgericht (FG) in deutscher &Uuml;bersetzung vorgelegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die niederl&auml;ndische Finanzverwaltung hat den Vorgang unter der Voraussetzung von der Schenkungsteuer befreit, dass das Unternehmen f&uuml;nf Jahre weitergef&uuml;hrt werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte mit Bescheid vom 18.&nbsp;August 2017 bei einer Bemessungsgrundlage von D&nbsp;EUR Schenkungsteuer von E&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage, mit denen sich der Kl&auml;ger auf die Verschonungsregelungen der &sect;&sect;&nbsp;13a, 13b des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) berief, blieben erfolglos. Das FG sah den Erlass des Darlehens durch M als Geldschenkung &uuml;ber D&nbsp;EUR an. Die Parteien m&uuml;ssten sich an der gew&auml;hlten vertraglichen Gestaltung festhalten lassen. In einem ersten Schritt sei M gegen Abfindung aus der KG ausgeschieden. In einem zweiten Schritt habe man die F&auml;lligkeit des Abfindungsanspruchs hinausgeschoben. In einem dritten Schritt habe M ein Darlehen in gleicher H&ouml;he gew&auml;hrt, um im vierten Schritt auf die R&uuml;ckzahlung der Schuld unter bestimmten Bedingungen zu verzichten. Letzteres sei eine Schenkung gewesen. Damit habe M das ggf. beg&uuml;nstigte Verm&ouml;gen dem Kl&auml;ger entgeltlich &uuml;bertragen, w&auml;hrend Gegenstand der unentgeltlichen Zuwendung nur noch der schuldrechtliche Anspruch auf Auskehrung des errechneten Betrags gewesen sei. Die Gestaltung sei offenbar bewusst gew&auml;hlt worden, um den Auszahlungsbetrag mit Bedingungen (Steuerklausel) versehen zu k&ouml;nnen, ohne dadurch an der &Uuml;bernahme des Betriebs etwas zu &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger einen Verfahrensfehler nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) in Gestalt einer Nichtbeachtung des klaren Inhalts der Akten. Zum einen habe das FG die Urkunde vom 27.&nbsp;August 2008 vollst&auml;ndig au&szlig;er Acht gelassen und so verkannt, dass das Gesamtkonstrukt eine &Uuml;bertragung eines Anteils an einer Land- und Forstwirtschaft betreibenden Gesellschaft war. Zum anderen habe es in der Urkunde vom 19.&nbsp;Dezember 2013 den Abschnitt betreffend &quot;Bedingte Erlassung&quot; nicht gew&uuml;rdigt. Dort sei geregelt, dass die Unentgeltlichkeit entfalle, wenn es sich herausstelle, dass es sich um eine steuerpflichtige Schenkung handele. Dies habe das FG v&ouml;llig au&szlig;er Acht gelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA tritt der Beschwerde entgegen. Das FG habe die in dem Vertrag 2008 dokumentierte Gr&uuml;ndung der KG erw&auml;hnt und die Urkunde 2013 eingehend gew&uuml;rdigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Hinsichtlich der unter &quot;Bedingte Erlassung&quot; getroffenen Vereinbarungen liegt ein Verfahrensfehler nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO in Gestalt einer Verletzung der Beachtungspflicht des &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 FGO sowie nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;3 FGO des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r aus Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 FGO entscheidet das Gericht nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung. Zum Gesamtergebnis des Verfahrens geh&ouml;rt auch die Auswertung des Inhalts der dem Gericht vorliegenden Akten. Ein Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten liegt insbesondere dann vor, wenn das FG eine nach Aktenlage feststehende Tatsache, die richtigerweise in die Beweisw&uuml;rdigung h&auml;tte einflie&szlig;en m&uuml;ssen, unber&uuml;cksichtigt l&auml;sst oder seiner Entscheidung einen Sachverhalt zugrunde legt, der dem protokollierten Vorbringen der Beteiligten nicht entspricht (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 31.&nbsp;Januar 2019 V&nbsp;B&nbsp;99\/16, BFH\/NV 2019, 409, Rz&nbsp;24).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG ist verpflichtet, die Ausf&uuml;hrungen der Prozessbeteiligten zur Kenntnis zu nehmen und in Erw&auml;gung zu ziehen. Aus der Begr&uuml;ndung des Urteils muss erkennbar sein, dass eine Auseinandersetzung mit dem wesentlichen Vorbringen der Verfahrensbeteiligten stattgefunden hat. Diese richterliche Pflicht geht nicht so weit, dass sich das Gericht mit jedem Vorbringen in den Entscheidungsgr&uuml;nden ausdr&uuml;cklich befassen m&uuml;sste, da davon auszugehen ist, dass das Gericht das Vorbringen der Beteiligten auch zur Kenntnis genommen hat. Es darf Vorbringen au&szlig;er Acht lassen, das nach seiner Auffassung unerheblich oder unsubstantiiert ist (vgl. BFH-Beschluss vom 25.&nbsp;September 2018 III&nbsp;B&nbsp;160\/17, BFH\/NV 2019, 40, Rz&nbsp;29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Es liegt ein Versto&szlig; gegen diese Verfahrensregeln vor. Das FG hat den bedingten Erlass der Darlehensschuld nicht in ausreichender Weise ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat zun&auml;chst festgehalten, dass M unter bestimmten Bedingungen auf die R&uuml;ckzahlung der Schuld verzichtet habe (Abs.&nbsp;4 der Entscheidungsgr&uuml;nde, S.&nbsp;4). Es hat sodann ausgef&uuml;hrt, dass die Gestaltung dazu gedient habe, den Auszahlungsbetrag mit einer Bedingung (Steuerklausel) zu versehen, die aber an der &Uuml;bernahme des Betriebs durch den Kl&auml;ger nichts ge&auml;ndert habe (Abs.&nbsp;5 der Entscheidungsgr&uuml;nde, S.&nbsp;5 oben).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Es ist nicht streitig, dass die Steuerklausel an der &Uuml;bernahme des Betriebs durch den Kl&auml;ger nichts ge&auml;ndert hat. Die &Uuml;bernahme des Betriebs durch &Uuml;bernahme des Kommanditanteils der M entsprach dem Plan der Vertragsbeteiligten, unabh&auml;ngig davon, wie dies nach niederl&auml;ndischem Gesellschaftsrecht durchgef&uuml;hrt wird, und auch unabh&auml;ngig davon, ob daf&uuml;r ein Entgelt zu leisten war. Die Auffassung des FG, die Steuerklausel habe darauf keinen Einfluss, ist daher zutreffend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) F&uuml;r die Frage, ob die &Uuml;bernahme des Kommanditanteils entgeltlich oder unentgeltlich erfolgt ist, kann die Steuerklausel jedoch von Bedeutung sein. Dies h&auml;ngt davon ab, ob die Regeln unter dem Abschnitt &quot;Finanzielle Abwicklung&quot; des Aufl&ouml;sungsvertrags so, wie das FG es getan hat, in gedanklich aufeinanderfolgende Schritte zerlegt, oder ob sie so, wie der Kl&auml;ger es begehrt, als zusammenh&auml;ngende Regelung &uuml;ber die Gegenleistung verstanden werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollten die Steuerklauseln wirksam und so zu verstehen sein wie der Kl&auml;ger es geltend macht, w&auml;re zu pr&uuml;fen, ob eine gerichtliche Entscheidung zur Schenkungsteuerpflicht zu einer entgeltlichen Gesellschaftsanteils&uuml;bertragung f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;re hingegen der Abschnitt &quot;Finanzielle Abwicklung&quot; mit dem FG in Einzelschritte zu zerlegen, w&auml;re die &Uuml;bernahme des Gesellschaftsanteils entgeltlich und damit nicht schenkungsteuerbar, ohne dass es daf&uuml;r der Steuerklausel bed&uuml;rfte. Bei dieser Pr&auml;misse war stattdessen zu pr&uuml;fen, ob in einem dieser Einzelschritte, hier in dem Verzicht auf R&uuml;ckzahlung der Darlehensschuld, ein schenkungsteuerpflichtiger Vorgang nach &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG lag. Das FG hat hierzu ausgef&uuml;hrt, in dem Verzicht unter bestimmten Bedingungen liege eine freigebige Zuwendung. Es hat sich aber nicht damit auseinandergesetzt, ob die Bedingungen eingetreten sind. Zumindest nach deutschem Rechtsverst&auml;ndnis w&auml;re der Bedingungseintritt aber Voraussetzung f&uuml;r die Wirksamkeit des Verzichts (vgl. &sect;&nbsp;158 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs). An dieser Stelle war die Beachtung und Er&ouml;rterung der Steuerklausel erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auf die weitere &#8211;wohl eher gegen die W&uuml;rdigung durch das FG gerichtete&#8211; R&uuml;ge des Kl&auml;gers, das FG habe das Gesamtkonstrukt, gerichtet auf &Uuml;bertragung eines Anteils an einer Land- und Forstwirtschaft betreibenden Gesellschaft, nicht gesehen, kommt es vor diesem Hintergrund im Beschwerdeverfahren nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. F&uuml;r das weitere Verfahren weist der Senat auf Folgendes hin:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Frage, ob die &Uuml;bertragung des Kommanditanteils und die finanzielle Abwicklung mit dem Kl&auml;ger als Gesamtkonstrukt zu betrachten oder die finanzielle Abwicklung in einzelne Elemente aufzuspalten ist, ist grunds&auml;tzlich Gegenstand der tatrichterlichen W&uuml;rdigung. Dabei w&auml;re zu ber&uuml;cksichtigen, dass sich die Auslegung des Aufl&ouml;sungsvertrags wie die Auslegung des Gesellschaftsvertrags nach dem Personalstatut der Gesellschaft richtet, das f&uuml;r die Rechtsverh&auml;ltnisse der juristischen Person ma&szlig;geblich ist (vgl. im Einzelnen Palandt\/Thorn, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 78.&nbsp;Aufl., (IPR) Anh zu EGBGB 12, Rz&nbsp;1&nbsp;ff., insbesondere Rz&nbsp;19, 20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dasselbe gilt f&uuml;r das Verst&auml;ndnis der Steuerklausel. Es ist die Wirksamkeit der Bedingung und ihre Bedeutung f&uuml;r den Vertragsinhalt zu pr&uuml;fen. Dazu geh&ouml;rt auch die Frage, wie in einem gerichtlichen Verfahren eine Bedingung zu w&uuml;rdigen ist, die vor Abschluss des Verfahrens nicht eingetreten sein kann, weil sie in der Entscheidung des Richters unter Ausschluss der Berufung liegt. Ferner wird zu er&ouml;rtern sein, ob die Steuerklausel sich &uuml;berhaupt auf das deutsche Steuerrecht erstreckt oder nur die Schenkungsteuerfreiheit nach niederl&auml;ndischem Recht meint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Zur Beschleunigung des Verfahrens verweist der Senat den Rechtsstreit nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO bereits im Beschwerdeverfahren an das FG zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.5.2019, II B 97\/18ECLI:DE:BFH:2019:B.230519.IIB97.18.0 W&uuml;rdigung einer Steuerklausel (rechtliches Geh&ouml;r) Leits&auml;tze 1. NV: Ist eine Schenkung im Wege der Bedingung an eine Steuerklausel gekn&uuml;pft, ist diese Klausel zu w&uuml;rdigen. 2. NV: Gesellschaftsvertr&auml;ge und hierauf bezogene Rechtsakte sind nach dem Personalstatut der Gesellschaft auszulegen. Tenor Auf die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-97-18-wuerdigung-einer-steuerklausel-rechtliches-gehoer-4\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;B&nbsp;97\/18 &#8211; W&uuml;rdigung einer Steuerklausel (rechtliches Geh&ouml;r)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71063","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71063","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71063"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71063\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71063"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71063"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71063"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}