{"id":71064,"date":"2019-08-22T18:08:41","date_gmt":"2019-08-22T16:08:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71064"},"modified":"2019-08-22T18:08:41","modified_gmt":"2019-08-22T16:08:41","slug":"v-r-64-17-nachtraegliche-entgelterhoehung-im-kundenbindungssystem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-64-17-nachtraegliche-entgelterhoehung-im-kundenbindungssystem\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;64\/17 &#8211; Nachtr&auml;gliche Entgelterh&ouml;hung im Kundenbindungssystem"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.6.2019, V R 64\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.260619.VR64.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Nachtr&auml;gliche Entgelterh&ouml;hung im Kundenbindungssystem<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Erbringt der Programmmanager eines Kundenbindungssystems entgeltliche Verwaltungsleistungen an Partnerunternehmen, an die er auch Pr&auml;mienpunkte verkauft, die die Partnerunternehmer an ihre Kunden zur Einl&ouml;sung beim Programmmanager ausgeben, f&uuml;hrt der verg&uuml;tungslose Verfall von Pr&auml;mienpunkten dazu, dass sich das Entgelt f&uuml;r die Verwaltungsleistungen des Programmmanagers an die Partnerunternehmen nachtr&auml;glich erh&ouml;ht.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 14.11.2017 &#8211; 15 K 281\/14 U wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) war im Streitjahr 2006 &#8211;wie auch zuvor&#8211; Organtr&auml;ger der S-GmbH (GmbH). Die GmbH bot bereits seit mehreren Jahren ein Kundenbindungssystem f&uuml;r den Internethandel an. Die GmbH schloss dabei mit Partnerunternehmen Vereinbarungen ab, nach denen die Partnerunternehmen ihren Kunden Pr&auml;mienpunkte beim Erwerb von Gegenst&auml;nden oder Dienstleistungen gew&auml;hren konnten. Die Kunden konnten die Pr&auml;mienpunkte nur bei der GmbH, nicht aber beim Partnerunternehmen zum Erwerb von Pr&auml;mien (Sach- und Dienstleistungen) einl&ouml;sen. Die GmbH war dabei auf eigene Rechnung t&auml;tig. Jedes Partnerunternehmen hatte an die GmbH eine Verg&uuml;tung zu zahlen, die sich aus einem gleichhohen Festbetrag als Einl&ouml;sewert der Pr&auml;mienpunkte und einer variablen, individuell mit jedem Partnerunternehmen vereinbarten Servicefee (Dienstleistungsgeb&uuml;hr) zusammensetzte. Der Einl&ouml;sewert entsprach dem Gegenwert, den der Kunde bei Einl&ouml;sung der Pr&auml;mienpunkte als Sach- oder Dienstleistungspr&auml;mie erhielt, w&auml;hrend die Servicefee die organisatorische Abwicklung des Kundenbindungssystems und somit Service- und Managementleistungen verg&uuml;tete. Im Jahr 2006 versteuerte die Kl&auml;gerin die an die Partnerunternehmen ausgegebenen Pr&auml;mienpunkte ebenso wie in den Vorjahren nur insoweit, als die Kunden die ihnen von den Partnerunternehmen gew&auml;hrten Pr&auml;mienpunkte einl&ouml;sten und die GmbH aufgrund der Einl&ouml;sung Sach- oder Dienstleistungspr&auml;mien an die Kunden ausgab. Den Einl&ouml;sewert der Pr&auml;mienpunkte versteuerte die Kl&auml;gerin nach dem durch die &uuml;bertragene Pr&auml;mie ausgel&ouml;sten Steuersatz. Die durch die Servicefee verg&uuml;tete Verwaltungsleistung versteuerte die Kl&auml;gerin, soweit die GmbH Servicefeeleistungen an inl&auml;ndische Unternehmer erbracht hatte. Als nach &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) nicht steuerbar behandelte die Kl&auml;gerin die im Streitjahr 2006 an ausl&auml;ndische Kunden erbrachten Servicefeeleistungen und ebenso die Innenums&auml;tze innerhalb des Organkreises.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den allgemeinen Gesch&auml;ftsbedingungen (AGB) der GmbH verfielen die Pr&auml;mienpunkte nach Ablauf von drei Jahren, so dass sie dann nicht mehr in Pr&auml;mien umgetauscht werden konnten. Aus dem Verfall ergab sich f&uuml;r das Partnerunternehmen, das diese Pr&auml;mienpunkte gegen Zahlung erworben hatte, kein Erstattungsanspruch. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ging davon aus, dass auch im Umfang des Verfalls von Pr&auml;mienpunkten ein Entgelt f&uuml;r eine steuerpflichtige Leistung vorliege. Es sei ein zus&auml;tzliches steuerpflichtiges Entgelt f&uuml;r die Service- und Managementleistung gegeben. Bereits die Ausgabe der Pr&auml;mienpunkte in den Vorjahren habe der GmbH die M&ouml;glichkeit eines in 2006 zus&auml;tzlich f&auml;llig werdenden Entgelts aufgrund des Verfalls nicht eingel&ouml;ster Pr&auml;mienpunkte er&ouml;ffnet. Die GmbH sei nicht verpflichtet gewesen, das f&uuml;r die &uuml;berlassenen Pr&auml;mienpunkte gezahlte Entgelt bei deren Nichteinl&ouml;sung durch den Kunden an das jeweilige Partnerunternehmen zur&uuml;ckzuzahlen. Bereits bei Ausgabe der Pr&auml;mienpunkte an die Partnerunternehmen seien die Beteiligten davon ausgegangen, dass die Kunden die ihnen vom Partnerunternehmen zugewendeten Pr&auml;mienpunkte nicht vollst&auml;ndig einl&ouml;sen w&uuml;rden. Die Einl&ouml;sequote betrage nur circa 65&nbsp;%. Der von der GmbH den Partnerunternehmen bei der Ausgabe der Pr&auml;mienpunkte berechnete Einl&ouml;sewert sei nur zutreffend, wenn die Punkte vollst&auml;ndig eingel&ouml;st w&uuml;rden oder die GmbH dem Partnerunternehmen den Einl&ouml;sewert erstatte. Das vom Partnerunternehmen f&uuml;r den Bezug der Pr&auml;mienpunkte gezahlte Entgelt habe mit dem Zufluss bei der GmbH noch nicht einer bestimmten Leistung der GmbH zugeordnet werden k&ouml;nnen, da die Einl&ouml;sequote der ausgegebenen Pr&auml;mienpunkte zu diesem Zeitpunkt noch nicht festgestanden habe. Die H&ouml;he des Entgelts f&uuml;r die Verwaltungsleistungen sei erst im Zeitpunkt des Verfalls der Pr&auml;mienpunkte genau bestimmbar. Das FA erlie&szlig; dementsprechend einen Umsatzsteuerbescheid 2006, in dem es die Umsatzsteuer f&uuml;r die verfallenen Pr&auml;mienpunkte um &#8230;&nbsp;EUR erh&ouml;hte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage zum Finanzgericht (FG) hatten keinen Erfolg. Nach dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2018, 316 ver&ouml;ffentlichten Urteil des FG stellen Leistungen, die der Anbieter eines Kundenbindungsprogramms durch Belieferung der Kunden der Partnerunternehmen mit Warenpr&auml;mien oder Dienstleistungspr&auml;mien erbringt, ebenso wie die im Zusammenhang mit dem Kundenbindungsprogramm an die Partner ausgef&uuml;hrten Managementleistungen steuerbare Ums&auml;tze i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG dar. Die blo&szlig;e Ausgabe der Pr&auml;mienpunkte sei zun&auml;chst nicht steuerbar. Die Partnerunternehmen h&auml;tten mit den Zahlungen f&uuml;r den Erwerb der Pr&auml;mienpunkte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 UStG vorsch&uuml;ssig ein Entgelt f&uuml;r die von ihnen bei der GmbH in Auftrag gegebene Belieferung der Kunden entrichtet. &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG sei auch auf den Fall der Erh&ouml;hung der Bemessungsgrundlage anwendbar. Daher erh&ouml;he der Verfall von Pr&auml;mienpunkten das Entgelt f&uuml;r die Verwaltungsleistung der GmbH an die Partnerunternehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des finanzgerichtlichen Verfahrens hob das FA den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung auf. Dieser gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;3 der Abgabenordnung einer Steuerfestsetzung unter Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gleichstehende Bescheid wurde gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des Klageverfahrens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit der Revision. Der Verfall von Pr&auml;mienpunkten, zu dem es nach den AGB der GmbH, die der Kunde zur Teilnahme an dem Pr&auml;mienprogramm habe akzeptieren m&uuml;ssen, drei Jahre nach ihrer Gew&auml;hrung gekommen sei, sei kein Entgelt f&uuml;r die steuerpflichtigen Verwaltungsleistungen, die die GmbH an die Partnerunternehmen erbracht habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gehe zudem zu Unrecht davon aus, dass die GmbH mit der Pr&auml;mienausgabe an die Kunden steuerpflichtige Leistungen an die Partnerunternehmen erbracht habe. Nach den den Leistungen zugrunde liegenden Rechtsbeziehungen h&auml;tten nicht die Partnerunternehmen, sondern die Kunden Anspr&uuml;che gegen die GmbH auf Einl&ouml;sung der Pr&auml;mienpunkte in Sachleistungspr&auml;mien gehabt. Nur dies entspreche der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH). Die Einl&ouml;sung f&uuml;hre daher nicht zu einer Lieferkette, bei der die GmbH die Sachpr&auml;mie an das Partnerunternehmen und dieses an den Kunden leiste. Dies ergebe sich schon daraus, dass die Kunden Pr&auml;mienpunkte, die sie beim Einkauf von verschiedenen Partnerunternehmen erworben h&auml;tten, f&uuml;r den Bezug nur einer Sachpr&auml;mie h&auml;tten verwenden k&ouml;nnen. Die Kunden h&auml;tten &uuml;ber die Pr&auml;mienpunkte frei verf&uuml;gen k&ouml;nnen. Die Partnerunternehmen h&auml;tten auf die Kundenentscheidung keinen Einfluss gehabt. Es habe zwischen der GmbH und den Partnerunternehmen keine Vereinbarungen &uuml;ber Ausfallquoten gegeben. Annahmen &uuml;ber das Kundenverhalten &auml;nderten hieran nichts. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) sei erst die Einl&ouml;sung von Mehrzweckgutscheinen steuerbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Erzielen eines Zusatzprofits durch die GmbH sei f&uuml;r die umsatzsteuerrechtliche Beurteilung ohne Bedeutung. Es k&ouml;nne kein &quot;atmendes Entgelt&quot; geben, das nach den Zuf&auml;lligkeiten der Kundenentscheidung der Gew&auml;hrung der Sachleistung an den Kunden oder die Verwaltungsleistung gegen&uuml;ber dem Partnerunternehmen verg&uuml;te. Die Entgelth&ouml;he f&uuml;r die Leistung k&ouml;nne nicht von Zuf&auml;llen abh&auml;ngen, wie die Rechtsprechung zur Teilnahme an Pferderennen und Pokerturnieren zeige. Die Partnerunternehmer h&auml;tten keinen Zuwendungswillen gehabt. Zu ber&uuml;cksichtigen seien der Fall einer vollst&auml;ndigen Punkteeinl&ouml;sung ebenso wie der eines vollst&auml;ndigen Ausbleibens einer Punkteeinl&ouml;sung. Die Einl&ouml;sungsquoten seien in Abh&auml;ngigkeit vom Kundenkreis des jeweiligen Partnerunternehmens sehr unterschiedlich gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>unter Aufhebung des FG-Urteils vom 14.&nbsp;November 2017 und der Einspruchsentscheidung vom 7.&nbsp;Januar 2014 den Umsatzsteuerbescheid 2006 i.d.F. des Bescheides vom 24.&nbsp;Januar 2017 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer um &#8230;&nbsp;EUR herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Pr&auml;mienpunkte seien durch die Partnerunternehmen gew&auml;hrt worden. Der Anspruch des Kunden auf Einl&ouml;sung der Pr&auml;mienpunkte habe sich gegen die GmbH gerichtet, den die GmbH auf eigene Rechnung erf&uuml;llt habe. Die GmbH habe Gesch&auml;ftsbesorgungsleistungen f&uuml;r die Partner erbracht und daher die Pr&auml;mien entsprechend dem FG-Urteil an diese geleistet. Die Registrierung der Kunden bei der GmbH habe nur der Verwaltung des Pr&auml;mienprogramms gedient. Zu einer Gesch&auml;ftsbeziehung zwischen der GmbH und den Kunden sei es erst beim Pr&auml;mienbezug gekommen. Mit dem Verfall von Pr&auml;mienpunkten habe sich der zus&auml;tzlich einkalkulierte Anteil der Managementleistung konkretisiert. Dem stehe die freie Verf&uuml;gbarkeit durch die Kunden nicht entgegen. Die Partnerunternehmen h&auml;tten durch den in den Vereinbarungen mit der GmbH vereinbarten Verzicht der GmbH die Erlangung zus&auml;tzlicher Verm&ouml;gensvorteile zugewendet. Der Verzicht auf die R&uuml;ckforderung f&uuml;hre zu einem zus&auml;tzlichen Entgelt. Best&auml;tigt werde dies durch die Vereinbarung zur Mindestabnahme von Pr&auml;mienpunkten durch die Partnerunternehmen. Verfallen seien auch die Pr&auml;mienpunkte, die ein Partnerunternehmen habe abnehmen m&uuml;ssen, ohne sie an Kunden ausgeben zu k&ouml;nnen. Die EuGH-Rechtsprechung betreffe abweichende Sachverhalte. Es liege ein vorsch&uuml;ssig gew&auml;hrtes Entgelt vor. Wie sich aus den Pr&uuml;fungsberichten der von der GmbH beauftragten Wirtschaftspr&uuml;fer ergebe, habe die GmbH pr&auml;zise R&uuml;ckstellungen nach Ma&szlig;gabe des jeweils erwarteten Einl&ouml;sungsverhaltens von z.B. 65&nbsp;% oder 59&nbsp;% gebildet. Dies belege, dass die GmbH die Pr&auml;mieneinl&ouml;sungsquote bei ihrer Preisgestaltung ber&uuml;cksichtigt habe. Anders als bei Mehrzweckgutscheinen liege ein einheitliches Entgelt vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Erbringt der Programmmanager eines Kundenbindungssystems entgeltliche Verwaltungsleistungen an Partnerunternehmen, an die er auch Pr&auml;mienpunkte verkauft, die die Partnerunternehmer an ihre Kunden zur Einl&ouml;sung beim Programmmanager ausgeben, f&uuml;hrt der verg&uuml;tungslose Verfall von Pr&auml;mienpunkten dazu, dass sich das Entgelt f&uuml;r die Verwaltungsleistungen des Programmmanagers an die Partnerunternehmen nachtr&auml;glich erh&ouml;ht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die von der Kl&auml;gerin den Partnerunternehmen einger&auml;umten und sp&auml;ter verfallenen Pr&auml;mienpunkte sind kein Entgelt f&uuml;r eine bei ihrer Einr&auml;umung erbrachte Leistung, wie das FG zutreffend entschieden hat, und wovon auch Kl&auml;gerin und FA ausgehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei einem Kundenbindungsprogramm mit drei beteiligten Personen, dem Programmmanager, dem Sponsor (Einzelh&auml;ndler, der als Partnerunternehmen den Kunden die Pr&auml;mienpunkte gew&auml;hrt) und dem Lieferer (Unternehmer, bei dem die Kunden die Pr&auml;mienpunkte in Pr&auml;mien einl&ouml;sen k&ouml;nnen) sind Zahlungen des Programmmanagers an den Lieferer Gegenleistung eines Dritten f&uuml;r die den Kunden von den Lieferern erbrachten Sachleistungen (EuGH-Urteil Loyalty Management UK und Baxi Group vom 7.&nbsp;Oktober 2010&nbsp;&#8211; C-53\/09 und C-55\/09, EU:C:2010:590, Leitsatz).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Danach f&uuml;hrte der Verkauf der Pr&auml;mienpunkte durch die GmbH an die Partnerunternehmen auch im Streitfall noch nicht zu einer steuerbaren Leistung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erst mit der Pr&auml;miengew&auml;hrung kommt es zu steuerbaren und dann auch steuerpflichtigen Leistungen durch die GmbH an die Kunden, die durch die Zahlungen der Partnerunternehmen beim Erwerb der Pr&auml;mienpunkte an die GmbH als Drittentgelt nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 UStG verg&uuml;tet wurden. Hierf&uuml;r spricht neben dem EuGH-Urteil Loyalty Management UK und Baxi Group (EU:C:2010:590), dass, wie die Kl&auml;gerin zutreffend vortr&auml;gt, die Kunden Pr&auml;mienpunkte von unterschiedlichen Partnerunternehmen erlangen und diese f&uuml;r den Bezug nur einer Sachpr&auml;mie verwenden konnten. Es entspricht nicht der wirtschaftlichen Realit&auml;t, dann von einer Lieferung an mehrere Partnerunternehmen auszugehen. Unzutreffend ist auch die Annahme einer Kettenlieferung &uuml;ber die Partnerunternehmen an die Kunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Verfallen demgegen&uuml;ber die Pr&auml;mienpunkte mangels rechtzeitiger Einl&ouml;sung, fehlt es zun&auml;chst an einer steuerbaren Leistung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ebenso hat das FG zutreffend entschieden, dass sich durch den Verfall von Pr&auml;mienpunkten das Entgelt f&uuml;r die steuerpflichtige Verwaltungsleistung der GmbH an die Partnerunternehmen erh&ouml;ht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &Auml;ndert sich die Bemessungsgrundlage f&uuml;r einen steuerpflichtigen Umsatz, hat der Unternehmer, der den Umsatz ausgef&uuml;hrt hat, gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG den daf&uuml;r geschuldeten Steuerbetrag zu berichtigen. Bei der Bemessungsgrundlage, deren &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG zur Berichtigung f&uuml;hrt, handelt es sich um das Entgelt i.S. von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 UStG (BFH-Urteile vom 28.&nbsp;Mai 2009&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;2\/08, BFHE 226, 166, BStBl II 2009, 870, unter II.3.a; vom 17.&nbsp;Dezember 2009&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;1\/09, BFH\/NV 2010, 1869, unter II.1.; vom 11.&nbsp;Februar 2010&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;2\/09, BFHE 228, 467, BStBl II 2010, 765, unter II.1., und vom 3.&nbsp;Juli 2014&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;3\/12, BFHE 246, 258, BStBl II 2015, 307, unter II.2.a). Entgelt ist alles, was der Leistungsempf&auml;nger aufwendet, um die Leistung zu erhalten, jedoch abz&uuml;glich der Umsatzsteuer (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG). Zum Entgelt geh&ouml;rt auch, was ein anderer als der Leistungsempf&auml;nger dem Unternehmer f&uuml;r die Leistung gew&auml;hrt (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 UStG). Aufgrund der Ma&szlig;geblichkeit des Entgeltsbegriffs kann sich die Bemessungsgrundlage auch erh&ouml;hen und damit zu einem h&ouml;heren Steuerbetrag f&uuml;hren (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Juni 2002&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;59\/00, BFHE 199, 45, BStBl II 2003, 214).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unionsrechtliche Grundlage f&uuml;r &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG ist Art.&nbsp;90 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL). Danach wird im Falle der Annullierung, der R&uuml;ckg&auml;ngigmachung, der Aufl&ouml;sung, der vollst&auml;ndigen oder teilweisen Nichtbezahlung oder des Preisnachlasses nach der Bewirkung des Umsatzes die Besteuerungsgrundlage (Steuerbemessungsgrundlage) unter von den Mitgliedstaaten festgelegten Bedingungen entsprechend vermindert. &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG beruht unionsrechtlich auf Art.&nbsp;73 MwStSystRL. Danach umfasst die Steuerbemessungsgrundlage bei der Lieferung von Gegenst&auml;nden und Dienstleistungen alles, was den Wert der Gegenleistung bildet, die der Lieferer oder Dienstleistende f&uuml;r diese Ums&auml;tze vom Abnehmer (Erwerber) oder Dienstleistungsempf&auml;nger oder von einem Dritten erh&auml;lt oder erhalten soll, einschlie&szlig;lich der unmittelbar mit dem Preis dieser Ums&auml;tze zusammenh&auml;ngenden Subventionen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wie zwischen den Beteiligten zu Recht unstreitig ist, hat die GmbH an die Partnerunternehmen steuerpflichtige Leistungen zur Verwaltung des Kundenbindungssystems erbracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn bei einem Kundenbindungsprogramm, bei dem der Sponsor (das Partnerunternehmen) den Kunden die Pr&auml;mienpunkte gew&auml;hrt und bei dem der Programmmanager die Sachpr&auml;mien liefert, sind die Zahlungen des Sponsors an den Programmmanager teils Gegenleistung eines Dritten f&uuml;r die den Kunden vom Programmmanager erbrachte Lieferung und teils Gegenleistung f&uuml;r die vom Programmmanager dem Sponsor erbrachten Dienstleistungen (EuGH-Urteil Loyalty Management UK und Baxi Group, EU:C:2010:590, Leitsatz).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit Pr&auml;mienpunkte verfielen, erh&ouml;hte sich durch die hierf&uuml;r insoweit geleisteten Zahlungen der Partnerunternehmen das Entgelt f&uuml;r die von der GmbH an die Partnerunternehmen erbrachten Leistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach den vertraglichen Vereinbarungen war die GmbH nicht verpflichtet, den Wert verfallener Pr&auml;mienpunkte an die Partnerunternehmen zu erstatten. Die W&uuml;rdigung des FG, allen Zahlungen der Partnerunternehmen an die GmbH komme Entgeltcharakter zu, ist revisionsrechtlich auch im Hinblick auf das Erfordernis eines unmittelbaren Zusammenhangs zwischen Leistung und Entgelt entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierf&uuml;r konnte das FG darauf abstellen, dass zwischen der GmbH und den Partnerunternehmen Einvernehmen dar&uuml;ber bestand, dass die Kunden die ihnen von den Partnerunternehmen zugewendeten Pr&auml;mienpunkte nicht in vollem Umfang einl&ouml;sen w&uuml;rden, und dass die hierauf entfallenden Preisanteile dann als zus&auml;tzliches Entgelt die Verwaltungsleistungen der GmbH an das jeweilige Partnerunternehmen abgelten sollten. Dabei konnte das FG auch davon ausgehen, dass es auf den Grund des Punkteverfalls &#8211;keine Ausgabe durch das Partnerunternehmen trotz Mindestabnahmeverpflichtung oder keine Inanspruchnahme durch den Kunden&#8211; nicht ankam. Im Hinblick auf den von der GmbH wie auch den Partnerunternehmen als sicher angesehenen Fall eines teilweisen Pr&auml;mienpunkteverfalls musste sich das FG &#8211;entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin&#8211; nicht an der Rechtsprechung zu ungewissen Siegpr&auml;mien bei Pferderennen oder ungewissen Gewinn bei Pokerturnieren (EuGH-Urteil Bastova vom 10.&nbsp;November 2016&nbsp;&#8211; C-432\/15, EU:C:2016:855; Senatsurteil vom 2.&nbsp;August 2018&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;21\/16, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2019, 41; BFH-Urteil vom 30.&nbsp;August 2017&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;37\/14, BFHE 259, 175, BStBl II 2019, 336) orientieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem steht entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin das EuGH-Urteil Marcandi vom 5.&nbsp;Juli 2018&nbsp;&#8211; C-544\/16 (EU:C:2018:540) nicht entgegen. Zwar kann danach das Entgelt f&uuml;r einen Umsatz nicht auch noch Entgelt f&uuml;r einen weiteren Umsatz sein. An diesem ersten Umsatz fehlt es aber vorliegend beim Verfall von Pr&auml;mienpunkten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Best&auml;tigt wird dies dadurch, dass der EuGH in seiner Rechtsprechung zu Kundenbindungsprogrammen &quot;die Ber&uuml;cksichtigung der wirtschaftlichen Realit&auml;t ein grundlegendes Kriterium f&uuml;r die Anwendung des gemeinsamen Mehrwertsteuersystems&quot; (EuGH-Urteil Loyalty Management UK und Baxi Group, EU:C:2010:590, Rz&nbsp;39 und 42) betont. Dass die Kl&auml;gerin und die Partnerunternehmen keine einhundertprozentige Einl&ouml;sequote vereinbart hatten, ist daher unerheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch die weiteren hiergegen gerichteten Einwendungen der Kl&auml;gerin f&uuml;hren zu keiner anderen Beurteilung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Die &Uuml;berlegung der Kl&auml;gerin zu der den Kunden mit der &Uuml;berlassung der Pr&auml;mienpunkte &uuml;bertragenen Verf&uuml;gungsmacht greifen nicht durch. Denn &uuml;ben die Kunden die ihnen durch die Partnerunternehmen einger&auml;umte Verf&uuml;gungsmacht nicht aus, so dass die Pr&auml;mienpunkte verfallen, l&auml;sst sich hieraus nicht ableiten, dass die Partnerunternehmen der GmbH etwas zuwenden wollten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Kern macht die Kl&auml;gerin damit geltend, dass die Zahlungen der Partnerunternehmen beim Erwerb der Pr&auml;mienpunkte f&uuml;r die Leistungsbez&uuml;ge der Kunden &quot;gewidmet&quot; gewesen seien, so dass diese Widmung einer &quot;Umwidmung&quot; als Entgelt f&uuml;r die Verwaltungsleistung entgegenstehe. Bei einer derartigen Betrachtung wird aber nicht hinreichend ber&uuml;cksichtigt, dass die Zahlungen f&uuml;r den Pr&auml;mienerwerb umsatzsteuerrechtlich zun&auml;chst in dem Sinne neutral waren, als dass es im Zeitpunkt des Punkteerwerbs an einer steuerbaren Leistung noch fehlte. Entgeltcharakter erlangten die Zahlungen f&uuml;r den Punkteerwerb erst durch den Pr&auml;mienerwerb durch die Kunden (s.oben II.1.b). Erst damit lag eine Widmung der Zahlung des Partnerunternehmens als Entgelt vor. Unterblieb der Pr&auml;mienerwerb, kam es daher nicht zu einer Umwidmung, sondern zu einer anderweitigen Erstwidmung der Zahlung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Nicht entscheidungserheblich ist, wie zu entscheiden w&auml;re, wenn die T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin auf zwei eigenst&auml;ndige Unternehmen aufgeteilt gewesen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Auf eine erh&ouml;hte Rechnungserteilung in Form einer Rechnungsberichtigung zur Erm&ouml;glichung eines entsprechend erh&ouml;hten Vorsteuerabzugs bei den Partnerunternehmen kommt es im Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;17 UStG nicht an (Abschn.&nbsp;17.1 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses). Dies gilt auch f&uuml;r die Berichtigung des Vorsteuerabzugs nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG, ohne dass dabei zwischen einer Minderung oder Erh&ouml;hung des Vorsteuerabzugs durch die Berichtigung zu unterscheiden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Die &Uuml;berlegungen der Kl&auml;gerin zu Mehrzweckgutscheinen greifen nicht durch, da es dort an der Besonderheit der gesonderten Verwaltungsleistung fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im Hinblick auf das EuGH-Urteil Loyalty Management UK und Baxi Group (EU:C:2010:590) bestehen f&uuml;r den erkennenden Senat keine Zweifel an der zutreffenden Auslegung des Unionsrechts, die zu einer Vorlage an den EuGH veranlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.6.2019, V R 64\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.260619.VR64.17.0 Nachtr&auml;gliche Entgelterh&ouml;hung im Kundenbindungssystem Leits&auml;tze Erbringt der Programmmanager eines Kundenbindungssystems entgeltliche Verwaltungsleistungen an Partnerunternehmen, an die er auch Pr&auml;mienpunkte verkauft, die die Partnerunternehmer an ihre Kunden zur Einl&ouml;sung beim Programmmanager ausgeben, f&uuml;hrt der verg&uuml;tungslose Verfall von Pr&auml;mienpunkten dazu, dass sich das Entgelt f&uuml;r die Verwaltungsleistungen des Programmmanagers an &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-64-17-nachtraegliche-entgelterhoehung-im-kundenbindungssystem\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;64\/17 &#8211; Nachtr&auml;gliche Entgelterh&ouml;hung im Kundenbindungssystem<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71064","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71064","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71064"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71064\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71064"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71064"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71064"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}