{"id":71070,"date":"2019-08-22T18:08:47","date_gmt":"2019-08-22T16:08:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71070"},"modified":"2019-08-22T18:08:47","modified_gmt":"2019-08-22T16:08:47","slug":"v-r-8-19-v-r-51-16-steuerentstehung-bei-ratenweise-vergueteten-vermittlungsleistungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-8-19-v-r-51-16-steuerentstehung-bei-ratenweise-vergueteten-vermittlungsleistungen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;8\/19&nbsp;(V&nbsp;R&nbsp;51\/16) &#8211; Steuerentstehung bei ratenweise verg&uuml;teten Vermittlungsleistungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.6.2019, V R 8\/19 (V R 51\/16)<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.260619.VR8.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerentstehung bei ratenweise verg&uuml;teten Vermittlungsleistungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Unternehmer k&ouml;nnen sich bei ratenweise verg&uuml;teten Vermittlungsleistungen auf eine unmittelbare Anwendung von Art. 64 Abs. 1 MwStSystRL berufen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 18.08.2016 &#8211; 5 K 288\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) war im Streitjahr 2012 als Spielervermittlerin im bezahlten Fu&szlig;ball t&auml;tig. Sie versteuerte ihre Ums&auml;tze nach vereinbarten Entgelten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a des Umsatzsteuergesetzes (UStG). Im Rahmen ihrer T&auml;tigkeit erhielt sie bei erfolgreicher Vermittlung von Profifu&szlig;ballspielern (Spieler) Provisionszahlungen von den aufnehmenden Fu&szlig;ballvereinen. Der Verg&uuml;tungsanspruch f&uuml;r die Vermittlung setzte dem Grunde nach voraus, dass der Spieler beim neuen Verein einen Arbeitsvertrag unterschrieb und die DFL-GmbH als Lizenzgeber dem Spieler eine Spielerlaubnis erteilte. Die Provisionszahlungen waren in Raten verteilt auf die Laufzeit des Arbeitsvertrages zu leisten, wobei die F&auml;lligkeit und das Bestehen der einzelnen Ratenanspr&uuml;che unter der Bedingung des Bestehens des Arbeitsvertrages zwischen Verein und Spieler standen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der von der Kl&auml;gerin f&uuml;r den Spieler&nbsp;A vermittelte Arbeitsvertrag hatte eine Laufzeit von drei Jahren &uuml;ber drei Spielzeiten (2012\/2013, 2013\/2014 und 2014\/2015) bis zum 30.&nbsp;Juni 2015. F&uuml;r jede Spielzeit war ein &quot;festes Honorar&quot; zu zwei Terminen, jeweils zum 1.&nbsp;September und zum 1.&nbsp;M&auml;rz einer Spielzeit zu zahlen. Voraussetzung f&uuml;r den Verg&uuml;tungsanspruch war, dass zum jeweiligen Zeitpunkt der Lizenzspielervertrag unver&auml;ndert fortbestand. &Auml;hnliche Verg&uuml;tungsbedingungen bestanden in Bezug auf die Vermittlung der Spieler B und C.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung ging der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) davon aus, dass die Kl&auml;gerin ihre im Streitjahr erbrachten Vermittlungsleistungen auch insoweit bereits im Streitjahr zu versteuern habe, als sie Entgeltbestandteile f&uuml;r diese Vermittlungen vertragsgem&auml;&szlig; erst im Jahr 2015 beanspruchen konnte. Das FA erlie&szlig; am 15.&nbsp;Juli 2015 einen nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr 2012, in dem es die anteiligen Provisionsforderungen aus der Vermittlung der Spieler A&nbsp;(31.500&nbsp;EUR), B&nbsp;(12.500&nbsp;EUR) und C&nbsp;(13.500&nbsp;EUR), die erst im Jahr 2015 f&auml;llig waren, bereits im Streitjahr der Umsatzsteuer unterwarf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch hatte keinen Erfolg. Der Klage gab das Finanzgericht (FG) statt. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1925 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit der Revision, mit der es geltend macht, die Entgelte seien nach der Sollbesteuerung vollst&auml;ndig im Streitjahr zu versteuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Revisionsverfahren hat der erkennende Senat mit Beschluss vom 21.&nbsp;Juni 2017&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;51\/16 (BFHE 258, 505) den Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) um Vorabentscheidung zur Kl&auml;rung folgender Fragen zur Auslegung der Richtlinie des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem 2006\/112\/EG (MwStSystRL) ersucht:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;1. Ist Artikel&nbsp;63 MwStSystRL unter Ber&uuml;cksichtigung der dem Steuerpflichtigen zukommenden Aufgabe als Steuereinnehmer f&uuml;r den Fiskus einschr&auml;nkend dahingehend auszulegen, dass der f&uuml;r die Leistung zu vereinnahmende Betrag<br \/>a) f&auml;llig ist oder<br \/>b) zumindest unbedingt geschuldet wird?<br \/>2. Bei Verneinung der ersten Frage: Ist der Steuerpflichtige verpflichtet, die f&uuml;r die Leistung geschuldete Steuer f&uuml;r einen Zeitraum von zwei Jahren vorzufinanzieren, wenn er die Verg&uuml;tung f&uuml;r seine Leistung (teilweise) erst zwei Jahre nach Entstehung des Steuertatbestands erhalten kann?<br \/>3. Bei Bejahung der zweiten Frage: Sind die Mitgliedstaaten unter Ber&uuml;cksichtigung der ihnen nach Artikel&nbsp;90 Absatz&nbsp;2 MwStSystRL zustehenden Befugnisse berechtigt, bereits f&uuml;r den Besteuerungszeitraum der Steuerentstehung von einer Berichtigung nach Artikel&nbsp;90 Absatz&nbsp;1 MwStSystRL auszugehen, wenn der Steuerpflichtige den zu vereinnahmenden Betrag mangels F&auml;lligkeit erst zwei Jahre nach Eintritt des Steuertatbestands vereinnahmen kann?&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierauf hat der EuGH mit Urteil baumgarten sports &#038; more vom 29.&nbsp;November 2018&nbsp;&#8211; C-548\/17 (EU:C:2018:970) wie folgt geantwortet:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Art.&nbsp;63 in Verbindung mit Art.&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 2006\/112\/EG &#8230; ist dahin auszulegen, dass er der Annahme entgegensteht, dass der Steuertatbestand und der Steueranspruch bez&uuml;glich einer von einem Vermittler erbrachten Dienstleistung der Vermittlung von Profifu&szlig;ballspielern wie die im Ausgangsverfahren in Rede stehende, die Gegenstand von unter einer Bedingung stehenden Ratenzahlungen &uuml;ber mehrere Jahre nach der Vermittlung ist, im Zeitpunkt der Vermittlung eintreten.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA weist hierzu darauf hin, dass die Kl&auml;gerin die Vermittlungsleistungen bereits im Streitjahr vollst&auml;ndig erbracht habe, so dass sie auch im vollen Umfang im Streitjahr zu versteuern seien. Eine Ausnahme bestehe nach dem nationalen Recht nur f&uuml;r Teilleistungen, deren Voraussetzungen aber nicht vorl&auml;gen. Die Vermittlungsleistungen der Kl&auml;gerin erforderten nur ein einmaliges T&auml;tigwerden und seien zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses und dem Erhalt der Spiellizenz beendet. Auch unionsrechtlich liege keine Dauerleistung vor. Der EuGH habe seine Entscheidung unter ausdr&uuml;cklicher Bezugnahme auf sein fr&uuml;heres Urteil Asparuhovo Lake Investment Company vom 3.&nbsp;September 2015, C-463\/14, (EU:C:2015:542, Rz&nbsp;50) begr&uuml;ndet. Hieraus ergebe sich, dass eine Dauerleistung vorliegen m&uuml;sse. Zudem sei zwischen aufschiebenden und aufl&ouml;senden Bedingungen zu unterscheiden. Der Bundesfinanzhof (BFH) m&uuml;sse dem ihm erteilten Pr&uuml;fauftrag nachkommen. Die Abgrenzung zu &sect;&nbsp;17 UStG sei zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Auffassung der Kl&auml;gerin ist zu ihren Gunsten Art.&nbsp;64 MwStSystRL anzuwenden. Der Steueranspruch entstehe erst mit Ablauf der Zeitr&auml;ume, f&uuml;r die die jeweilige Zahlung vereinbart worden sei. Ma&szlig;geblich sei der Zeitraum, f&uuml;r den die Leistung und die Zahlung vereinbart worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 und Abs.&nbsp;4 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Wie das FG im Ergebnis zutreffend entschieden hat, muss die Kl&auml;gerin die Entgelte, die sie erst nach Ablauf des Streitjahres f&uuml;r die im Streitjahr erbrachten Vermittlungsleistungen vereinnahmt hat, nicht bereits im Streitjahr, sondern erst mit der Vereinnahmung versteuern. Sie kann sich auf eine unmittelbare Anwendung von Art.&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL berufen, &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;3 UStG ist insoweit nicht unionsrechtskonform.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG entsteht die Steuer f&uuml;r Lieferungen und sonstige Leistungen bei der Berechnung der Steuer nach vereinbarten Entgelten (Sollbesteuerung) mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Leistungen ausgef&uuml;hrt worden sind. Unionsrechtlich beruht dies auf Art.&nbsp;63 MwStSystRL, wonach Steuertatbestand und Steueranspruch zu dem Zeitpunkt eintreten, zu dem die Lieferung von Gegenst&auml;nden bewirkt oder die Dienstleistung erbracht wird. Zudem ordnet &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 UStG die Steuerentstehung mit Leistungsausf&uuml;hrung auch f&uuml;r Teilleistungen an. Teilleistungen liegen nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;3 UStG vor, wenn f&uuml;r bestimmte Teile einer wirtschaftlich teilbaren Leistung das Entgelt gesondert vereinbart wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nationale Regelung f&uuml;r Teilleistungen beruht auf Art.&nbsp;64 MwStSystRL. Geben Lieferungen von Gegenst&auml;nden, die nicht die Vermietung eines Gegenstands oder den Ratenverkauf eines Gegenstands i.S. des Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b MwStSystRL betreffen, und Dienstleistungen zu aufeinander folgenden Abrechnungen oder Zahlungen Anlass, gelten sie jeweils als mit Ablauf des Zeitraums bewirkt, auf den sich diese Abrechnungen oder Zahlungen beziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;gerin kann sich zu ihren Gunsten auf eine unmittelbare Anwendung von Art.&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL berufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In seinem Urteil baumgarten sports &#038; more (EU:C:2018:970, Rz&nbsp;30&nbsp;f.) hat der EuGH ausdr&uuml;cklich darauf hingewiesen, dass es &quot;bei einer Leistung wie der im Ausgangsverfahren in Rede stehenden, die in der Vermittlung eines Spielers an einen Verein f&uuml;r eine bestimmte Anzahl von Spielzeiten besteht und durch unter einer Bedingung stehende Ratenzahlungen &uuml;ber mehrere Jahre nach der Vermittlung verg&uuml;tet wird, der Fall zu sein scheint&quot;, dass die Leistung i.S. von Art.&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL zu aufeinander folgenden Abrechnungen oder Zahlungen Anlass gibt und dass &quot;vorbehaltlich der dem vorlegenden Gericht obliegenden Pr&uuml;fungen davon auszugehen ist, dass der Steuertatbestand und der Steueranspruch bez&uuml;glich einer Leistung wie der im Ausgangsverfahren in Rede stehenden nicht zum Zeitpunkt der Vermittlung, sondern mit Ablauf des Zeitraums eintreten, auf den sich die vom Verein geleisteten Zahlungen beziehen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mithin kommt es f&uuml;r die zahlungs- und damit vereinnahmungsbezogene Steuerentstehung nach Art.&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL anders als bei Teilleistungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a S&auml;tze&nbsp;2 und 3 UStG nicht auf eine wirtschaftlich teilbare Leistung an (vgl. hierzu z.B. BFH-Urteile vom 9.&nbsp;September 1993&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;42\/91, BFHE 173, 231, BStBl II 1994, 269; vom 21.&nbsp;April 1994&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;59\/92, BFH\/NV 1995, 367, und vom 28.&nbsp;Mai 2009&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;11\/08, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2010, 156).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ausreichend ist es nach Art.&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL vielmehr, dass Dienstleistungen zu aufeinander folgenden Abrechnungen oder Zahlungen Anlass geben. Diese Voraussetzung liegt im Streitfall vor. Entgegen der Auffassung des FA ist dabei nicht erforderlich, dass &#8211;wie bei einer Nutzungs&uuml;berlassung&#8211; eine zeitraumbezogene Leistungshandlung vorliegt. Auch Vermittlungsleistungen, die sich nach der Leistungshandlung auf die Vermittlung des Eintritts eines bestimmten Ereignisses beschr&auml;nken, fallen &#8211;wie der EuGH in Kenntnis aller Umst&auml;nde darlegt&#8211; unter Art.&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL. F&uuml;r die Anwendung dieser Bestimmung gen&uuml;gt, dass eine Vermittlungsleistung nach der Dauerhaftigkeit des vermittelten Erfolges (hier: Verbleib des Spielers beim aufnehmenden Verein &uuml;ber die vereinbarte Vertragslaufzeit) verg&uuml;tet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegenteiliges folgt entgegen der Auffassung des FA nicht aus der Bezugnahme des EuGH auf sein fr&uuml;heres Urteil Asparuhovo Lake Investment Company (EU:C:2015:542). Denn der EuGH hat in voller Kenntnis aller den Streitfall betreffenden Sachverhaltsmerkmale die Anwendung von Art.&nbsp;64 MwStSystRL als m&ouml;glich erachtet, obwohl hier mit der Vermittlung &#8211;anders als in dem in Bezug genommenen Urteil&#8211; keine Dauerleistung vorliegt, sondern mit dem Eintritt des vermittelten Erfolgs von einer einmaligen Leistungshandlung auszugehen ist. Der dem erkennenden Senat insoweit erteilte Pr&uuml;fauftrag entspricht der Kompetenzverteilung zwischen EuGH und nationalen Gerichten, nach der der EuGH f&uuml;r die Auslegung des Unionsrechts und die nationalen Gerichte f&uuml;r die Entscheidung der Einzelf&auml;lle zust&auml;ndig sind. Zudem kommt unter Ber&uuml;cksichtigung der unionsrechtlichen Erfordernisse eine Differenzierung zwischen aufschiebenden und aufl&ouml;senden Bedingungen nicht in Betracht. Schlie&szlig;lich bestehen auch keine Abgrenzungsschwierigkeiten zu &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 UStG, da diese Vorschrift f&uuml;r die Berichtigung von Steuerbetr&auml;gen eine vorherige Steuerentstehung voraussetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;3 UStG, der in dieser Form bereits seit dem UStG 1967 und damit vor der unionsrechtlichen Harmonisierung besteht und der darauf abstellt, dass f&uuml;r bestimmte Teile einer wirtschaftlich teilbaren Leistung das Entgelt gesondert vereinbart wird, ist nicht entsprechend Art.&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL richtlinienkonform auslegbar (zutreffend Hartmann, Deutsches Steuerrecht 2019, 595&nbsp;ff. 598; Klenk, HFR 2019, 61, 62; a.M. Nieskens in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, UStG, &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;23; Leipold in S&ouml;lch\/Ringleb, &sect;&nbsp;13 UStG Rz&nbsp;34a, und Stadie Umsatzsteuer-Rundschau 2019, 72). Denn nach dem ausdr&uuml;cklichen Wortlaut dieser Vorschrift bezieht sich das Erfordernis der Teilbarkeit auf die Leistung und nicht auf das Entgelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r den Streitfall ist dies unerheblich, da die Voraussetzungen f&uuml;r eine unmittelbare Anwendung von Art.&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL erf&uuml;llt sind. Diese Bestimmung ist sowohl inhaltlich unbedingt als auch hinreichend bestimmt (vgl. hierzu allgemein BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Dezember 2017 XI&nbsp;R&nbsp;4\/16, BFHE 260, 557).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.6.2019, V R 8\/19 (V R 51\/16)ECLI:DE:BFH:2019:U.260619.VR8.19.0 Steuerentstehung bei ratenweise verg&uuml;teten Vermittlungsleistungen Leits&auml;tze Unternehmer k&ouml;nnen sich bei ratenweise verg&uuml;teten Vermittlungsleistungen auf eine unmittelbare Anwendung von Art. 64 Abs. 1 MwStSystRL berufen. Tenor Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 18.08.2016 &#8211; 5 K 288\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-8-19-v-r-51-16-steuerentstehung-bei-ratenweise-vergueteten-vermittlungsleistungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;8\/19&nbsp;(V&nbsp;R&nbsp;51\/16) &#8211; Steuerentstehung bei ratenweise verg&uuml;teten Vermittlungsleistungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71070","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71070","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71070"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71070\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71070"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71070"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71070"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}