{"id":71076,"date":"2019-08-22T18:09:00","date_gmt":"2019-08-22T16:09:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71076"},"modified":"2019-08-22T18:09:00","modified_gmt":"2019-08-22T16:09:00","slug":"v-b-28-19-anspruch-auf-erteilung-einer-steuernummer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-28-19-anspruch-auf-erteilung-einer-steuernummer\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;28\/19 &#8211; Anspruch auf Erteilung einer Steuernummer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.7.2019, V B 28\/19<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.170719.VB28.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Anspruch auf Erteilung einer Steuernummer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Unternehmern i.S. des &sect; 2 UStG steht ein &ouml;ffentlich-rechtlicher Anspruch auf Erteilung einer Steuernummer f&uuml;r umsatzsteuerliche Zwecke zu.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Die Versagung einer derartigen Steuernummer zur Verhinderung von Steuerhinterziehungen ist nur verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig, wenn sie auf ernsthaften Anzeichen beruht, nach denen objektiv davon auszugehen ist, dass es wahrscheinlich ist, dass die dem Steuerpflichtigen zugeteilte Steuernummer in betr&uuml;gerischer Weise verwendet werden wird. F&uuml;r die Versagung der Steuernummer reicht es daher nicht aus, dass der Unternehmer in der Vergangenheit steuerlich unzuverl&auml;ssig gewesen ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Beschwerde des Antragstellers wird der Beschluss des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 10.01.2019 &#8211; 7 V 7203\/18 aufgehoben und der Antragsgegner verpflichtet, die beantragte Steuernummer zu erteilen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Verfahrens hat der Antragsgegner zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) war als Softwareentwickler t&auml;tig, wobei er dieser T&auml;tigkeit zum Teil als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer von Handelsgesellschaften und zum Teil einzelunternehmerisch nachging. Der Antragsteller hatte f&uuml;r 2013 keine Umsatzsteuererkl&auml;rung abgegeben und die ihm gegen&uuml;ber gleichwohl festgesetzte Umsatzsteuer 2013 nicht beglichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 17.&nbsp;Februar 2015 meldete der Antragsteller unter der Adresse eines B&uuml;roservices in B beim Finanzamt C eine einzelunternehmerische T&auml;tigkeit &quot;Vertrieb von Software&quot; an und gegen&uuml;ber dem Antragsgegner und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) am 1.&nbsp;Juli 2017 zum 31.&nbsp;Juli 2016 wieder ab und gab an, j&auml;hrliche Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit in H&ouml;he von 9.000&nbsp;EUR zu erzielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da der Antragsteller der Finanzverwaltung Abgaben in H&ouml;he von ca. 36.000&nbsp;EUR schuldete, beantragte das FA am 14.&nbsp;Juli 2016 die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Antragstellers. Dieser Antrag wurde mangels Masse zur&uuml;ckgewiesen. Das dem FA &uuml;bersandte Insolvenzgutachten enthielt Hinweise auf die beruflichen T&auml;tigkeiten des Antragstellers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Umsatzsteuererkl&auml;rungen 2014 und 2016 reichte der Antragsteller am 19.&nbsp;M&auml;rz 2016 und 1.&nbsp;Juli 2017 beim FA ein, wobei er f&uuml;r 2014 nicht steuerbare Ums&auml;tze in H&ouml;he von 24.557&nbsp;EUR und f&uuml;r 2016 keine Ums&auml;tze sowie jeweils Vorsteuerbetr&auml;ge und Vorsteuerverg&uuml;tungen in H&ouml;he von 305,47&nbsp;EUR und 391,06&nbsp;EUR erkl&auml;rte. Die Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r 2013 und 2015 reichte der Antragsteller nicht ein, ebenso nicht die Umsatzsteuererkl&auml;rung 2015. In der am 31.&nbsp;Dezember 2017 eingereichten Einkommensteuererkl&auml;rung 2016 erkl&auml;rte der Antragsteller einen Gewinn aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von 49.352&nbsp;EUR, ohne eine Gewinnermittlung vorzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 13.&nbsp;November 2018 bestanden f&auml;llige Abgabenforderungen des FA gegen den Antragsteller in H&ouml;he von 52.731,66&nbsp;EUR, die sich aus Einkommensteuer, Ma&szlig;stabsteuern und Nebenleistungen zusammensetzten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 3.&nbsp;Juli 2018 reichte der Antragsteller einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung wegen der Aufnahme einer freiberuflichen T&auml;tigkeit beim FA ein. Darin erkl&auml;rte er, seit dem 1.&nbsp;M&auml;rz 2018 als Unternehmensberater die Unternehmen F und G zu beraten, wof&uuml;r er in 2018 Entgelte in H&ouml;he von 10.000&nbsp;EUR erwarte. Er beantragte auch eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf eine Sachstandsanfrage des Antragstellers &uuml;bersandte das FA dem Antragsteller am 5.&nbsp;Oktober 2018 einen Zusatzfragebogen. Dazu erkl&auml;rte der Antragsteller telefonisch, dass er nicht einsehe, warum er den Fragebogen ausf&uuml;llen solle und erinnerte an die Erteilung der Steuernummer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 31.&nbsp;Oktober 2018 versagte das FA dem Antragsteller die Steuernummer f&uuml;r umsatzsteuerliche Zwecke. Gegen diesen Bescheid legte der Antragsteller am 30.&nbsp;November 2018 Einspruch ein und beantwortete dabei die im Fragebogen gestellten Fragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 2.&nbsp;November 2018 stellte der Antragsteller einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung, mit dem er die Erteilung einer Steuernummer f&uuml;r Umsatzsteuerzwecke begehrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) lehnte diesen Antrag mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2019, 397 ver&ouml;ffentlichten Beschluss ab. Best&uuml;nden objektive Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass der Steuerpflichtige eine ihm zugeteilte Steuernummer f&uuml;r Umsatzsteuerzwecke in betr&uuml;gerischer Weise verwenden werde, k&ouml;nne ihm die Erteilung einer Steuernummer verwehrt werden. Die Versagung einer Steuernummer f&uuml;r Umsatzsteuerzwecke sei geeignet, steuerlich unzuverl&auml;ssigen Steuerpflichtigen den Marktzugang zu erschweren und damit die Verk&uuml;rzung von Umsatzsteuer zur&uuml;ckzudr&auml;ngen. Eine derart einschneidende Wirkung der Versagung einer Steuernummer f&uuml;r Umsatzsteuerzwecke sei bei einer erheblichen steuerlichen Unzuverl&auml;ssigkeit des Steuerpflichtigen verfassungsgem&auml;&szlig;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich der Antragsteller mit seiner Beschwerde. Die Steuerfestsetzungen der Vergangenheit beruhten auf einer rechtswidrigen Versagung des Vorsteuerabzugs. Kontenpf&auml;ndungen des FA h&auml;tten die Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit des Antragstellers zum Erliegen gebracht. F&uuml;r einen Missbrauch der Steuernummer l&auml;gen keine Anhaltspunkte vor. Die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) zur Versagung des Vorsteuerabzugs d&uuml;rfe nicht zu einem Berufsverbot f&uuml;hren. Es werde in Art.&nbsp;12 des Grundgesetzes (GG) eingegriffen. &Uuml;berlegungen zu einer praktischen Konkordanz und zur Gewerbeuntersagung seien hier nicht einschl&auml;gig. Der Anordnungsgrund ergebe sich daraus, dass ihm bereits mehrere Auftr&auml;ge entgangen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>den Beschluss des FG aufzuheben und den Antragsgegner im Wege der einstweiligen Anordnung zu verpflichten, dem Antragsteller eine Steuernummer f&uuml;r Umsatzsteuerzwecke zu erteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde des Antragstellers ist begr&uuml;ndet. Das FG hat zu Unrecht eine Verpflichtung des FA verneint, dem Antragsteller eine Steuernummer f&uuml;r umsatzsteuerliche Zwecke zuzuteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;114 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) kann das Gericht auf Antrag eine einstweilige Anordnung zur Regelung eines vorl&auml;ufigen Zustandes in Bezug auf ein streitiges Rechtsverh&auml;ltnis treffen, wenn die Regelung zur Abwendung wesentlicher Nachteile, zur Verhinderung drohender Gewalt oder aus anderen Gr&uuml;nden n&ouml;tig erscheint (sog. Regelungsanordnung). Voraussetzung f&uuml;r einen erfolgreichen Antrag ist, dass der Antragsteller einen Grund f&uuml;r die zu treffende Regelung (sog. Anordnungsgrund) und den Anspruch, aus dem er sein Begehren herleitet (sog. Anordnungsanspruch), schl&uuml;ssig dargelegt und deren tats&auml;chliche Voraussetzungen glaubhaft gemacht hat. Fehlt es an einer der beiden Voraussetzungen, kann die einstweilige Anordnung nicht ergehen (&sect;&nbsp;114 Abs.&nbsp;3 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;920 Abs.&nbsp;2 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;; Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 22.&nbsp;Dezember 2006&nbsp;&#8211; VII&nbsp;B&nbsp;121\/06, BFHE 216, 38, BStBl II 2009, 839).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Anordnungsgrund ist gegeben, wenn die wirtschaftliche oder pers&ouml;nliche Existenz des Betroffenen durch die Ablehnung der beantragten Ma&szlig;nahme unmittelbar bedroht ist. Die f&uuml;r den Erlass einer Anordnung geltend gemachten Gr&uuml;nde m&uuml;ssen jedenfalls &auml;hnlich gewichtig und bedeutsam sein, wie die im Gesetz ausdr&uuml;cklich genannten (&quot;wesentliche Nachteile&quot; und &quot;drohende Gewalt&quot;). Sie m&uuml;ssen so schwerwiegend sein, dass sie eine einstweilige Anordnung unabweisbar machen. Das gilt insbesondere, wenn nicht nur eine vorl&auml;ufige Ma&szlig;nahme begehrt wird, sondern die Vorwegnahme der Hauptsache. Ein solches Rechtsschutzbegehren ist nur im Hinblick auf das Gebot effektiven Rechtsschutzes (Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 GG) gestattet und nur dann, wenn ohne vorl&auml;ufigen Rechtsschutz schwere und unzumutbare, anders nicht abwendbare Nachteile entst&uuml;nden, zu deren nachtr&auml;glicher Beseitigung die Entscheidung der Hauptsache nicht mehr in der Lage w&auml;re (BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;Januar 1999&nbsp;&#8211; VII&nbsp;B&nbsp;170\/98, BFH\/NV 1999, 818). Die Entscheidung des Gerichts hat im summarischen Verfahren die Erfolgsaussichten des Hauptsacheverfahrens zu ber&uuml;cksichtigen und die Interessen des Antragstellers mit den Belangen der &Ouml;ffentlichkeit abzuw&auml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dem Antragsteller steht der geltend gemachte Anordnungsanspruch zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Unternehmern i.S. des &sect;&nbsp;2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG), zu denen &#8211;wie zwischen den Beteiligten unstreitig ist&#8211; auch der Antragsteller geh&ouml;rt, steht ein &ouml;ffentlich-rechtlicher Anspruch auf Erteilung einer Steuernummer f&uuml;r umsatzsteuerliche Zwecke zu. Dies ergibt sich aus &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG. Danach muss eine Rechnung insbesondere die dem leistenden Unternehmer vom Finanzamt erteilte Steuernummer oder die ihm vom Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern erteilte USt-IdNr. enthalten. In den in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG geregelten F&auml;llen ist der Unternehmer, der eine Lieferung oder eine sonstige Leistung nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG ausf&uuml;hrt, verpflichtet, innerhalb von sechs Monaten nach Ausf&uuml;hrung der Leistung eine Rechnung auszustellen. Dies ist der Fall, wenn der Unternehmer einen Umsatz an einen anderen Unternehmer f&uuml;r dessen Unternehmen oder an eine juristische Person ausf&uuml;hrt (&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG) oder wenn er eine steuerpflichtige Werklieferung (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 UStG) oder sonstige Leistung im Zusammenhang mit einem Grundst&uuml;ck ausf&uuml;hrt (&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG). Der Leistungsempf&auml;nger seinerseits kann das Recht auf Vorsteuerabzug gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG nur aus&uuml;ben, wenn er eine nach den &sect;&sect;&nbsp;14, 14a UStG ausgestellte Rechnung besitzt. Enth&auml;lt die Rechnung weder eine dem leistenden Unternehmer erteilte Steuernummer noch dessen USt-IdNr., kann der Vorsteuerabzug nicht ausge&uuml;bt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Steuernummer dient danach nicht nur der verwaltungstechnischen Erfassung von Steuerpflichtigen und der Durchf&uuml;hrung des Besteuerungsverfahrens. Sie ist vielmehr regelm&auml;&szlig;ig Voraussetzung f&uuml;r ein selbst&auml;ndiges gewerbliches oder berufliches T&auml;tigwerden, soweit nicht ausnahmsweise ausschlie&szlig;lich Ums&auml;tze ausgef&uuml;hrt werden sollen, f&uuml;r die die Ausstellung einer Rechnung nicht vorgeschrieben ist. Der Verpflichtung des Unternehmers zur Ausstellung von Rechnungen unter Angabe der Steuernummer steht demgem&auml;&szlig; ein &ouml;ffentlich-rechtlicher Anspruch des Unternehmers auf Erteilung einer Steuernummer gegen&uuml;ber (BFH-Urteil vom 23.&nbsp;September 2009&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;66\/07, BFHE 227, 212, BStBl II 2010, 712, und BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;Februar 2008&nbsp;&#8211; II&nbsp;B&nbsp;6\/08, BFH\/NV 2008, 1004).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Lehnt das FA die Erteilung einer Steuernummer an einen Unternehmer ab, der zur Ausstellung von Rechnungen verpflichtende Ums&auml;tze ausf&uuml;hren will, hat dies im &Uuml;brigen die Wirkung eines T&auml;tigkeitsverbots und greift somit unmittelbar in den Schutzbereich des Grundrechts auf Berufsfreiheit nach Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 GG ein. Das Grundrecht sch&uuml;tzt sowohl das Recht, einen Beruf frei zu w&auml;hlen, als auch die freie Berufsaus&uuml;bung. Unter Beruf ist dabei jede auf Erwerb gerichtete T&auml;tigkeit zu verstehen, die auf Dauer angelegt ist und der Schaffung und Aufrechterhaltung einer Lebensgrundlage dient (Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2006&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvR&nbsp;1054\/01, BVerfGE 115, 276, 300).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Hinblick auf den somit im Regelfall bestehenden Anspruch auf Erteilung einer Steuernummer f&uuml;r Umsatzsteuerzwecke kann ein hierauf gerichteter Antrag nur in besonders gelagerten Ausnahmef&auml;llen abgelehnt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine Ablehnung kann in offensichtlichen Missbrauchsf&auml;llen erfolgen. Der Missbrauch muss sich dabei auf die Umsatzsteuer beziehen und kann insbesondere in dem offenkundig verfolgten Ziel bestehen, den Vorsteuerabzug f&uuml;r zu privaten Zwecken bezogene Lieferungen oder Leistungen zu Unrecht in Anspruch nehmen zu k&ouml;nnen (BFH-Urteil in BFHE 227, 212, BStBl II 2010, 712). F&uuml;r einen derartigen Missbrauch ist nach den Verh&auml;ltnissen des Streitfalls nichts ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Senat muss nach den Verh&auml;ltnissen des Streitfalls und unter Ber&uuml;cksichtigung der Besonderheiten eines summarischen Verfahrens nicht abschlie&szlig;end entscheiden, ob eine vom Unternehmer begangene Steuerhinterziehung die erstmalige Nichterteilung &#8211;oder dem gleichzustellen&#8211; den Entzug einer Steuernummer rechtfertigt. Denn nach den Verh&auml;ltnissen des Streitfalls liegt bei summarischer Pr&uuml;fung eine derartige Fallgestaltung nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Unionsrechtlich ist dabei zu beachten, dass die Mitgliedstaaten nach Art.&nbsp;214 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) jedem Steuerpflichtigen eine Steuernummer zu erteilen haben. Der EuGH hat hierzu entschieden, dass die Versagung einer derartigen Steuernummer zur Verhinderung von Steuerhinterziehungen nur verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig ist, wenn sie auf ernsthaften Anzeichen beruht, nach denen objektiv davon auszugehen ist, dass es wahrscheinlich ist, dass die dem Steuerpflichtigen zugeteilte Steuernummer in betr&uuml;gerischer Weise verwendet werden wird (EuGH-Urteil Ablessio vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2013&nbsp;&#8211; C-527\/11, EU:C:2013:168, Rz&nbsp;34). Dabei ist zu beachten, dass die blo&szlig;e Nichtabf&uuml;hrung der Mehrwertsteuer keinen, die Annahme einer Steuerhinterziehung rechtfertigenden Betrug darstellt, soweit der Steuerpflichtige seinen Erkl&auml;rungspflichten auf dem Gebiet der Mehrwertsteuer nachgekommen ist (EuGH-Urteil Scialdone vom 2.&nbsp;Mai 2018&nbsp;&#8211; C-574\/15, EU:C:2018:295, Rz&nbsp;38&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Im Hinblick auf diese EuGH-Rechtsprechung reichte entgegen der Annahme des FG f&uuml;r die Versagung der Steuernummer nicht aus, dass der Unternehmer in der Vergangenheit steuerlich unzuverl&auml;ssig gewesen ist. Die Nichtentrichtung einer Steuer rechtfertigt f&uuml;r sich allein nicht die Verweigerung einer Steuernummer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit das FG seine Entscheidung dar&uuml;ber hinaus darauf gest&uuml;tzt hat, dass der Antragsteller in der Vergangenheit seinen Erkl&auml;rungspflichten nicht nachgekommen ist, sind seine Feststellungen widerspr&uuml;chlich. Denn das FG geht zum einen davon aus, dass der Antragsteller eine Jahreserkl&auml;rung nicht abgegeben habe, w&auml;hrend es zum anderen zu einer Klagestattgabe gekommen sei und das Finanzamt G zudem ein Gesch&auml;ftsmodell des Antragstellers in wesentlichen Z&uuml;gen falsch beurteilt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insoweit weist der Senat auch darauf hin, dass ein Fehlverhalten in der Vergangenheit m&ouml;glicherweise generell nicht geeignet ist, die Versagung einer Steuernummer zu rechtfertigen. Denn auch ohne Steuernummer kommt es zum Handeln eines Unternehmers, der in die Lage versetzt werden muss, seine Ums&auml;tze versteuern zu k&ouml;nnen, was ohne Steuernummer verwaltungstechnisch zumindest unzumutbare Schwierigkeiten bereitet. Sind die Leistungen des Unternehmers zudem steuerpflichtig, muss er seine Entgelte um die Umsatzsteuer erh&ouml;hen, was Unternehmer als Leistungsempf&auml;nger nur bei Vorliegen ordnungsgem&auml;&szlig;er Rechnungen akzeptieren werden (s. oben II.2.a). Vergangenes Verhalten kann daher nur Ber&uuml;cksichtigung finden, wenn hieraus auf die konkrete M&ouml;glichkeit einer geplanten Steuerhinterziehung zu schlie&szlig;en ist. Dies d&uuml;rfte im Allgemeinen nur in Betracht kommen, wenn der Unternehmer anders als im Streitfall bereits f&uuml;r die Vergangenheit wegen Steuerhinterziehung (&sect;&nbsp;370 der Abgabenordnung) verurteilt worden ist und es sich konkret abzeichnet, dass er eine derartige Tat erneut begeht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber kommt es auf die vom FG zitierte Rechtsprechung zur Versagung des Vorsteuerabzugs bei Betrugssachverhalten nicht an. Dies gilt insbesondere f&uuml;r das vom FG f&uuml;r seine Auffassung zitierte EuGH-Urteil Dobre vom 7.&nbsp;M&auml;rz 2018&nbsp;&#8211; C-159\/17 (EU:C:2018:161) nach dem einem Steuerpflichtigen das Recht auf Vorsteuerabzug versagt werden kann, wenn feststeht, dass die Steuerverwaltung aufgrund der dem Steuerpflichtigen vorgeworfenen Pflichtverletzungen nicht &uuml;ber die Angaben verf&uuml;gen konnte, die f&uuml;r die Feststellung erforderlich sind, dass die materiellen Anforderungen erf&uuml;llt sind, die ein Recht auf Abzug der von diesem Steuerpflichtigen entrichteten Mehrwertsteuer als Vorsteuer begr&uuml;nden. Denn &uuml;ber Vorsteuerabzug und Erteilung einer Steuernummer ist nach jeweils eigenst&auml;ndigen Ma&szlig;st&auml;ben zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte es zu Schwierigkeiten bei der Vollstreckung kommen, ist es Aufgabe des FA, die Umsatzsteuervoranmeldungen und Umsatzsteuererkl&auml;rungen (&sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 und 3 UStG) auf m&ouml;gliche Steuerverk&uuml;rzungen zu &uuml;berpr&uuml;fen. Das FA kann zudem von den M&ouml;glichkeiten Gebrauch machen, die &sect;&nbsp;18f UStG hinsichtlich einer Sicherheitsleistung vorsieht (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2008, 1004) oder zeitnahe Sonderpr&uuml;fungen durchf&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Anordnungsgrund ergibt sich daraus, dass der Antragsteller ohne die Erteilung der Steuernummer die geplante unternehmerische T&auml;tigkeit nicht aus&uuml;ben kann und die ihm dadurch entstehenden Nachteile nicht mehr r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden k&ouml;nnten, wenn er mit seinem Begehren erst im Hauptsacheverfahren Erfolg h&auml;tte. Bei diesen Nachteilen handelt es sich um wesentliche i.S. des &sect;&nbsp;114 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO, zumal sich die Ablehnung der Erteilung der Steuernummer als ein gewichtiger und nicht durch entsprechende Vorschriften begr&uuml;ndeter Eingriff in das Grundrecht des Antragstellers auf Berufsfreiheit darstellt (BFH-Beschluss in BFH\/ NV 2008, 1004).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Durch die vom Senat ausgesprochene Verpflichtung des FA, dem Antragsteller bis zum Abschluss des Hauptsacheverfahrens eine Steuernummer f&uuml;r umsatzsteuerliche Zwecke zu erteilen, wird die Hauptsache nicht vorweggenommen. Gew&auml;hrt wird vielmehr nur vorl&auml;ufiger Rechtsschutz mit den sich aus &sect;&nbsp;114 Abs.&nbsp;3 FGO ergebenden Folgen (BFH-Beschluss in BFH\/ NV 2008, 1004).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.7.2019, V B 28\/19ECLI:DE:BFH:2019:B.170719.VB28.19.0 Anspruch auf Erteilung einer Steuernummer Leits&auml;tze 1. NV: Unternehmern i.S. des &sect; 2 UStG steht ein &ouml;ffentlich-rechtlicher Anspruch auf Erteilung einer Steuernummer f&uuml;r umsatzsteuerliche Zwecke zu. 2. NV: Die Versagung einer derartigen Steuernummer zur Verhinderung von Steuerhinterziehungen ist nur verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig, wenn sie auf ernsthaften Anzeichen beruht, nach denen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-28-19-anspruch-auf-erteilung-einer-steuernummer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;B&nbsp;28\/19 &#8211; Anspruch auf Erteilung einer Steuernummer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71076","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71076","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71076"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71076\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71076"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71076"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71076"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}