{"id":71130,"date":"2019-09-12T16:51:50","date_gmt":"2019-09-12T14:51:50","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71130"},"modified":"2019-09-12T16:51:50","modified_gmt":"2019-09-12T14:51:50","slug":"i-r-81-17-einkuenftekorrektur-nach-par-1-abs-1-astg-bei-teilwertabschreibungen-auf-im-konzern-begebenen-darlehensforderungen-und-bei-rueckstellungsbildung-wegen-der-inanspruchnahme-aus-einer-buergscha","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-81-17-einkuenftekorrektur-nach-par-1-abs-1-astg-bei-teilwertabschreibungen-auf-im-konzern-begebenen-darlehensforderungen-und-bei-rueckstellungsbildung-wegen-der-inanspruchnahme-aus-einer-buergscha\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;81\/17 &#8211; Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect; 1 Abs. 1 AStG bei Teilwertabschreibungen auf im Konzern begebenen Darlehensforderungen und bei R&uuml;ckstellungsbildung wegen der Inanspruchnahme aus einer B&uuml;rgschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.2.2019, I R 81\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.270219.IR81.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect; 1 Abs. 1 AStG bei Teilwertabschreibungen auf im Konzern begebenen Darlehensforderungen und bei R&uuml;ckstellungsbildung wegen der Inanspruchnahme aus einer B&uuml;rgschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die nicht ausreichende Besicherung eines Darlehens oder eines Regressanspruchs aus der Inanspruchnahme einer B&uuml;rgschaft geh&ouml;ren grunds&auml;tzlich zu den nicht fremd&uuml;blichen &quot;Bedingungen&quot; i.S. des &sect; 1 Abs. 1 AStG. Gleiches gilt f&uuml;r Art. 9 Abs. 1 OECD-MustAbk (hier: Art. 9 Abs. 1 DBA-&Ouml;sterreich 2000).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Art. 9 Abs. 1 OECD-MustAbk (hier: Art. 9 Abs. 1 DBA-&Ouml;sterreich 2000) beschr&auml;nkt den Korrekturbereich des &sect; 1 Abs. 1 AStG nicht auf sog. Preisberichtigungen, sondern erm&ouml;glicht auch die Neutralisierung der gewinnmindernden Ausbuchung einer Darlehensforderung oder einer Teilwertabschreibung hierauf (entgegen Senatsurteile vom 24. Juni 2015 &#8211; I R 29\/14, BFHE 250, 386, BStBl II 2016, 258, und vom 17. Dezember 2014 &#8211; I R 23\/13, BFHE 248, 170, BStBl II 2016, 261).<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Ob einer Korrektur nach &sect; 1 Abs. 1 AStG der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz des Unionsrechts entgegensteht, bestimmt sich nach einer Gesamtw&uuml;rdigung der Umst&auml;nde des jeweiligen Einzelfalls. Bei der Korrektur von Gesellschafterforderungen aus Darlehen oder B&uuml;rgschaften sind das wirtschaftliche Eigeninteresse und die Finanzierungsverantwortung auf der einen Seite sowie die strukturelle N&auml;he zur Eigenkapitalausstattung und die &Auml;nderung des Verm&ouml;gens- und Liquidit&auml;tsstatus des Darlehensgebers bzw. B&uuml;rgen auf der anderen Seite zu ber&uuml;cksichtigen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, vom 23. November 2017 &#8211; 3 K 2804\/15 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Verfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect;&nbsp;1 des Gesetzes &uuml;ber die Besteuerung bei Auslandsbeziehungen (Au&szlig;ensteuergesetz) i.d.F. des Gesetzes zum Abbau von Steuerverg&uuml;nstigungen und Ausnahmeregelungen (Steuerverg&uuml;nstigungsabbaugesetz) vom 16.&nbsp;Mai 2003 (BGBl I 2003, 660, BStBl I 2003, 321) &#8211;AStG&#8211;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine inl&auml;ndische GmbH, war seit Mai 2001 in H&ouml;he von 50&nbsp;% an der in &Ouml;sterreich ans&auml;ssigen A&nbsp;GmbH beteiligt. Die &uuml;brigen 50&nbsp;% wurden von nat&uuml;rlichen, der Kl&auml;gerin nicht nahestehenden Personen gehalten, die zugleich gesch&auml;ftsf&uuml;hrend f&uuml;r die A&nbsp;GmbH t&auml;tig waren. Die Kl&auml;gerin gew&auml;hrte der A&nbsp;GmbH insgesamt f&uuml;nf Darlehen mit einer Laufzeit zwischen neun und 362&nbsp;Tagen &uuml;ber einen Betrag in H&ouml;he von insgesamt &#8230;&nbsp;EUR. Die Darlehen waren jeweils mit 5,5&nbsp;% p.a. verzinst. Zur Sicherheit wurden jeweils unterschiedliche Maschinen &uuml;bereignet. Dar&uuml;ber hinaus &uuml;bernahm die Kl&auml;gerin mit Vertrag vom 9.&nbsp;April 2003 eine B&uuml;rgschaft &uuml;ber &#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r ein Darlehen der B&nbsp;Bank in &Ouml;sterreich an die A&nbsp;GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die A&nbsp;GmbH zahlte am 22.&nbsp;Januar 2002 einen Teilbetrag in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR und am 16.&nbsp;Juni 2002 einen weiteren Teilbetrag in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR an die Kl&auml;gerin zur&uuml;ck. Aufgrund negativer Gesch&auml;ftsentwicklung der A&nbsp;GmbH nahm die Kl&auml;gerin am 31.&nbsp;Dezember 2003 eine Teilwertabschreibung auf die Darlehen in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR vor. Nachdem &uuml;ber das Verm&ouml;gen der A&nbsp;GmbH am 7.&nbsp;Dezember 2004 das Konkursverfahren er&ouml;ffnet worden war, wurde die Kl&auml;gerin von der B&nbsp;Bank mit Schreiben vom 17.&nbsp;Dezember 2004 aus dem B&uuml;rgschaftsvertrag in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR in Anspruch genommen. Insoweit bildete die Kl&auml;gerin zum 31.&nbsp;Dezember 2004 eine R&uuml;ckstellung f&uuml;r Verbindlichkeiten. Dar&uuml;ber hinaus hat sie den Restwert der Darlehen an die A&nbsp;GmbH in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR abgeschrieben. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) neutralisierte die durch die Teilwertabschreibungen und die R&uuml;ckstellung bewirkten Gewinnminderungen nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG durch au&szlig;erbilanzielle Hinzurechnungen und erh&ouml;hte das zu versteuernde Einkommen um &#8230;&nbsp;EUR (2003) und &#8230;&nbsp;EUR (2004).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte Erfolg (Urteil des Finanzgerichts &#8211;FG&#8211; Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, vom 23.&nbsp;November 2017&nbsp;&#8211; 3&nbsp;K&nbsp;2804\/15, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2018, 269).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt mit der Revision die Verletzung materiellen Rechts und beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen ist dem Verfahren beigetreten (&sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Es unterst&uuml;tzt, ohne einen eigenen Antrag zu stellen, das Revisionsbegehren des FA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die tatrichterlichen Feststellungen der Vorinstanz reichen nicht aus, um beurteilen zu k&ouml;nnen, ob die Gewinnminderungen, die auf den Teilwertabschreibungen und der R&uuml;ckstellung beruhen, gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 AStG au&szlig;erbilanziell zu korrigieren sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Werden Eink&uuml;nfte eines Steuerpflichtigen aus Gesch&auml;ftsbeziehungen mit einer ihm nahestehenden Person dadurch gemindert, dass er im Rahmen solcher Gesch&auml;ftsbeziehungen zum Ausland Bedingungen vereinbart, die von denen abweichen, die voneinander unabh&auml;ngige Dritte unter gleichen oder &auml;hnlichen Verh&auml;ltnissen vereinbart h&auml;tten, so sind seine Eink&uuml;nfte unbeschadet anderer Vorschriften gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG so anzusetzen, wie sie unter den zwischen unabh&auml;ngigen Dritten vereinbarten Bedingungen angefallen w&auml;ren. Gesch&auml;ftsbeziehung in diesem Sinne ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;4 AStG jede den Eink&uuml;nften zugrunde liegende schuldrechtliche Beziehung, die keine gesellschaftsvertragliche Vereinbarung ist und entweder beim Steuerpflichtigen oder bei der nahestehenden Person Teil einer T&auml;tigkeit ist, auf die die &sect;&sect;&nbsp;13, 15, 18 oder 21 des Einkommensteuergesetzes anzuwenden sind oder im Fall eines ausl&auml;ndischen Nahestehenden anzuwenden w&auml;ren, wenn die T&auml;tigkeit im Inland vorgenommen w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Danach kommt eine au&szlig;erbilanzielle Hinzurechnung der im Streitfall in Rede stehenden Gewinnminderungen nach &sect;&nbsp;1 AStG in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das Darlehensverh&auml;ltnis und das der B&uuml;rgschaft zugrunde liegende Auftrags- bzw. unentgeltliche Gesch&auml;ftsbesorgungsverh&auml;ltnis zwischen der Kl&auml;gerin und der A&nbsp;GmbH sind solche Gesch&auml;ftsbeziehungen, zu deren Bedingungen die (Nicht-)Besicherung der Anspr&uuml;che geh&ouml;rt (noch offen gelassen im Senatsurteil vom 17.&nbsp;Dezember 2014&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;23\/13, BFHE 248, 170, BStBl II 2016, 261, Rz&nbsp;15). Der Begriff der Bedingung ist zwar gesetzlich nicht definiert, im gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsverkehr sind hierzu jedoch &#8211;neben Vereinbarungen &uuml;ber die Laufzeit, Art und Weise der R&uuml;ckzahlung sowie H&ouml;he und Zahlungszeitpunkt der Zinsen&#8211; &uuml;blicherweise auch Vereinbarungen &uuml;ber die zu stellenden Sicherheiten zu rechnen. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf die Ausf&uuml;hrungen in dem Senatsurteil zum Parallelverfahren (vom 27.&nbsp;Februar 2019&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;73\/16, BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394, Rz&nbsp;21) Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu der Frage, ob die Besicherung der R&uuml;ckzahlungsforderungen aus den Darlehen mit den sicherungs&uuml;bereigneten Maschinen und die fehlende Besicherung der B&uuml;rgen-Regressforderung &#8211;auch unter Ber&uuml;cksichtigung des &ouml;sterreichischen Rechts&#8211; dem entsprechen, was ein fremder, nicht durch ein Gesellschaftsverh&auml;ltnis mit der A&nbsp;GmbH verbundener Darlehensgeber bzw. B&uuml;rge (ex ante) vereinbart h&auml;tte, hat das FG keine Feststellungen getroffen. Es hat sich &#8211;aus seiner Sicht konsequent&#8211; mit der Fremdvergleichsproblematik nicht n&auml;her befasst, weil es der bisherigen Senatsrechtsprechung (Urteile in BFHE 248, 170, BStBl II 2016, 261, und vom 24.&nbsp;Juni 2015&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;29\/14, BFHE 250, 386, BStBl II 2016, 258) gefolgt ist. Dieser Rechtsprechung zufolge sollte unter der Geltung der Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 des Musterabkommens der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD-Musterabkommen &#8211;OECD-MustAbk&#8211;) nachgebildeten Bestimmungen, zu denen auch der im Streitfall einschl&auml;gige Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik &Ouml;sterreich zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen vom 24.&nbsp;August 2000 (BGBl II 2002, 735, BStBl I 2002, 585) &#8211;DBA-&Ouml;sterreich 2000&#8211; geh&ouml;rt, eine Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG nur dann m&ouml;glich sein, wenn der zwischen den verbundenen Unternehmen vereinbarte Preis seiner H&ouml;he (seiner Angemessenheit) nach dem Fremdvergleichsma&szlig;stab nicht standhalte. An dieser Rechtsprechung h&auml;lt der Senat indessen nicht fest. Vielmehr erm&ouml;glicht der Korrekturbereich des Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 OECD-MustAbk auch die Neutralisierung der gewinnmindernden Ausbuchung einer Darlehensforderung oder einer Teilwertabschreibung hierauf. Zur Begr&uuml;ndung wird wiederum auf das Senatsurteil in BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394 (Rz&nbsp;24&nbsp;ff.) Bezug genommen. F&uuml;r Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 DBA-&Ouml;sterreich 2000 ergibt sich insoweit kein abweichendes Ergebnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Vornahme eines Fremdvergleichs im Rahmen des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG ist nicht aus anderen Gr&uuml;nden entbehrlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) W&auml;re ein fremder Dritter als Darlehensgeber bzw. B&uuml;rge in der Situation der Kl&auml;gerin nicht bereit gewesen, die mit den sicherungs&uuml;bereigneten Maschinen besicherten Darlehen an die A&nbsp;GmbH auszureichen bzw. die B&uuml;rgschaft gegen&uuml;ber der B&nbsp;Bank ohne werthaltige Besicherung der Regressforderung zu &uuml;bernehmen, w&uuml;rde der sog. R&uuml;ckhalt im Konzern die Tatbestandsm&auml;&szlig;igkeit nach &sect;&nbsp;1 AStG nicht hindern. Zum einen verf&uuml;gte die Kl&auml;gerin mit ihrem 50&nbsp;%-Anteil nicht &uuml;ber eine Mehrheitsbeteiligung an der A&nbsp;GmbH, sodass bereits das Vorliegen eines Konzernverh&auml;ltnisses zweifelhaft ist. Zum anderen beschreibt der Topos des sog. Konzernr&uuml;ckhalts lediglich den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmen der Unternehmensverflechtung und bringt die &Uuml;blichkeit zum Ausdruck, innerhalb eines Konzerns Kreditanspr&uuml;che nicht wie unter Fremden abzusichern. Eine fremd&uuml;bliche (werthaltige) Besicherung des R&uuml;ckzahlungsanspruchs im Sinne einer aktiven Einstandsverpflichtung kann allein in den Einflussnahmem&ouml;glichkeiten des beherrschenden Gesellschafters auf den Darlehensnehmer jedoch nicht gesehen werden. Auch insoweit wird auf das Senatsurteil in der Parallelsache (BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394, Rz&nbsp;13, 18) Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Eink&uuml;nfteminderung w&auml;re i.S. von &sect;&nbsp;1 AStG durch (&quot;dadurch&quot;) die fehlende bzw. nicht ausreichende Besicherung eingetreten (noch offen gelassen in Senatsurteilen in BFHE 250, 386, BStBl II 2016, 258, Rz&nbsp;16, und in BFHE 248, 170, BStBl II 2016, 261, Rz&nbsp;15). Ma&szlig;geblich hierf&uuml;r ist &#8211;im Sinne des Veranlassungsprinzips (dazu Senatsurteil vom 18.&nbsp;April 2018&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;37\/16, BFHE 261, 166, BStBl II 2019, 73, Rz&nbsp;23)&#8211; das die gewinnmindernde Forderungsausbuchung bzw. R&uuml;ckstellungsbildung &quot;ausl&ouml;sende Moment&quot;. Bei der hierf&uuml;r gebotenen wertenden Betrachtung ist nicht auf die Zahlungsunf&auml;higkeit der A&nbsp;GmbH, sondern deshalb vorrangig auf die nicht ausreichende Besicherung abzustellen, weil die Kl&auml;gerin hierdurch ihren Darlehensr&uuml;ckzahlungs- bzw. Regressanspruch an die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Tochtergesellschaft gekn&uuml;pft hat und eine solche &quot;Vermischung der Verm&ouml;gensrisiken&quot; im Falle der Einr&auml;umung werthaltiger Sicherungsrechte nicht eingetreten w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Schlie&szlig;lich widerstreitet auch das Unionsrecht nicht einer Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;fr&uuml;her: Europ&auml;ischer Gerichtshof&#8211; (EuGH) stellt eine Regelung wie diejenige des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 AStG eine zur Wahrung der ausgewogenen Aufteilung der Besteuerungsbefugnis zwischen den Mitgliedstaaten gerechtfertigte Beschr&auml;nkung der Niederlassungsfreiheit (Art.&nbsp;43 des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft i.d.F. des Vertrags von Nizza zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union, der Vertr&auml;ge zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaften sowie einiger damit zusammenh&auml;ngender Rechtsakte, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften 2002, Nr.&nbsp;C&nbsp;325, 1) dar (jetzt Art.&nbsp;49 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union i.d.F. des Vertrags von Lissabon zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union und des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union 2008, Nr.&nbsp;C&nbsp;115, 47; EuGH-Urteil Hornbach-Baumarkt vom 31.&nbsp;Mai 2018&nbsp;&#8211; C-382\/16, EU:C:2018:366, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2018, 580).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Soweit der EuGH mit seiner Entscheidung f&uuml;r die unentgeltliche &Uuml;bernahme von Garantie- und Patronatszusagen im Rahmen seiner Erw&auml;gungen zur Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit erkannt hat, dass das wirtschaftliche Eigeninteresse der Konzernobergesellschaft an ihren Beteiligungsgesellschaften sowie die gewisse Verantwortung als Gesellschafterin bei der Finanzierung dieser Gesellschaften Gesch&auml;ftsabschl&uuml;sse unter nicht fremd&uuml;blichen Bedingungen rechtfertigen (&quot;erkl&auml;ren&quot;) und damit einer Berichtigung nach &sect;&nbsp;1 AStG entgegenstehen k&ouml;nnen, kommt diese Einschr&auml;nkung vorliegend nicht zum Tragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat in dem Urteil zur Parallelsache (BFHE 263, 525, BStBl II 2019, 394, Rz&nbsp;13, 18) ausgef&uuml;hrt, dass dann, wenn die Ausreichung von Fremdkapital durch einen Gesellschafter eine unzureichende Ausstattung der Gesellschaft mit Eigenkapital ausgleicht und diese Finanzierung die Voraussetzung daf&uuml;r ist, dass die darlehensempfangende Gesellschaft die ihr zugedachte wirtschaftliche Funktion (weiter) erf&uuml;llen kann, eine unterschiedliche Behandlung von Einlage und Darlehensausfall mit R&uuml;cksicht auf den auch unionsrechtlich anerkannten Geltungsanspruch der Gewinnabgrenzung nach Ma&szlig;gabe fremd&uuml;blicher Bedingungen ausgeschlossen ist. Entsprechendes w&uuml;rde f&uuml;r den Streitfall gelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das angefochtene Urteil beruht auf einer anderen rechtlichen Beurteilung. Es ist daher aufzuheben. Die Sache ist an das FG zur&uuml;ckzuverweisen, um diesem die Nachholung der erforderlichen Feststellungen zum Fremdvergleich zu erm&ouml;glichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.2.2019, I R 81\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.270219.IR81.17.0 Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect; 1 Abs. 1 AStG bei Teilwertabschreibungen auf im Konzern begebenen Darlehensforderungen und bei R&uuml;ckstellungsbildung wegen der Inanspruchnahme aus einer B&uuml;rgschaft Leits&auml;tze 1. Die nicht ausreichende Besicherung eines Darlehens oder eines Regressanspruchs aus der Inanspruchnahme einer B&uuml;rgschaft geh&ouml;ren grunds&auml;tzlich zu den nicht fremd&uuml;blichen &quot;Bedingungen&quot; i.S. des &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-81-17-einkuenftekorrektur-nach-par-1-abs-1-astg-bei-teilwertabschreibungen-auf-im-konzern-begebenen-darlehensforderungen-und-bei-rueckstellungsbildung-wegen-der-inanspruchnahme-aus-einer-buergscha\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;81\/17 &#8211; Eink&uuml;nftekorrektur nach &sect; 1 Abs. 1 AStG bei Teilwertabschreibungen auf im Konzern begebenen Darlehensforderungen und bei R&uuml;ckstellungsbildung wegen der Inanspruchnahme aus einer B&uuml;rgschaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71130","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71130","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71130"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71130\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71130"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71130"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}