{"id":71133,"date":"2019-09-12T16:51:56","date_gmt":"2019-09-12T14:51:56","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71133"},"modified":"2019-09-12T16:51:56","modified_gmt":"2019-09-12T14:51:56","slug":"x-r-13-17-rueckgaengigmachung-eines-investitionsabzugsbetrags","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-13-17-rueckgaengigmachung-eines-investitionsabzugsbetrags\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;13\/17 &#8211; R&uuml;ckg&auml;ngigmachung eines Investitionsabzugsbetrags"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.3.2019, X R 13\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.200319.XR13.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">R&uuml;ckg&auml;ngigmachung eines Investitionsabzugsbetrags<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Wurde der vom Steuerpflichtigen geltend gemachte Investitionsabzugsbetrag vom FA versagt, hat das FG nicht nur die Voraussetzungen f&uuml;r dessen Inanspruchnahme nach &sect; 7g Abs. 1 EStG zu pr&uuml;fen. Gleichzeitig muss es auch kl&auml;ren, ob einem gewinnmindernden Abzug die in &sect; 7g Abs. 3 Satz 1 EStG angeordnete R&uuml;ckg&auml;ngigmachung des Investitionsabzugsbetrags entgegensteht, wenn zum Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG der dreij&auml;hrige Investitionszeitraum &#8211;m&ouml;glicherweise ohne Anschaffung des beg&uuml;nstigten Wirtschaftsgutes&#8211; bereits abgelaufen war.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 6. Juni 2016&nbsp;&nbsp;11 K 2876\/13 insoweit aufgehoben, als das Finanzgericht M&uuml;nchen der Klage bez&uuml;glich der Einkommensteuer 2009 stattgegeben hat.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird insoweit an das Finanzgericht M&uuml;nchen zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Verfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die f&uuml;r das Streitjahr (2009) zur Einkommensteuer zusammenveranlagt werden. Der Kl&auml;ger erzielt als Wirtschaftsinformatiker gewerbliche Eink&uuml;nfte; seinen Gewinn ermittelt er durch Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung. Im Rahmen seiner Gewinnermittlung f&uuml;r das Streitjahr machte er einen Investitionsabzugsbetrag (IAB) in H&ouml;he von insgesamt 70.000&nbsp;EUR geltend. Die beg&uuml;nstigten Wirtschaftsg&uuml;ter bezeichnete der Kl&auml;ger wie folgt: &quot;Beleuchtungsanlagen neue B&uuml;ror&auml;ume&quot;, &quot;Elektroinstallation Schulungsraum&quot;, &quot;Klimager&auml;t f&uuml;r EDV-Anlagen&quot;, &quot;Konferenztisch mit St&uuml;hlen f&uuml;r Besprechungs-\/Schulungsraum&quot;, &quot;Mobiliar Empfangsbereich neue B&uuml;ror&auml;ume, Photovoltaikanlage&quot;, &quot;Trennw&auml;nde Schulungsraum&quot;, &quot;Tresor- und Alarmanlage&quot;. Die H&ouml;he der voraussichtlichen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten dieser Wirtschaftsg&uuml;ter bezifferte er mit 175.000&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung beim Einzelunternehmen des Kl&auml;gers &auml;nderte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den urspr&uuml;nglichen Einkommensteuerbescheid 2009 zum Nachteil der Kl&auml;ger ab. Im Rahmen des nachfolgenden Einspruchsverfahrens setzte das FA nach entsprechendem Verb&ouml;serungshinweis die Einkommensteuer f&uuml;r 2009 u.a. deshalb h&ouml;her fest, weil der bei der Veranlagung gew&auml;hrte IAB mangels Nachweises der beabsichtigten Investitionen zu versagen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer u.a. gegen die Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r 2009 gerichteten Klage machten die Kl&auml;ger geltend, der IAB sei zu Recht in Anspruch genommen worden. Der Kl&auml;ger habe den IAB in seiner Gewinnermittlung f&uuml;r das Jahr 2009 deklariert und seine Investitionsabsicht dargelegt. Zudem seien die angegebenen Wirtschaftsg&uuml;ter in den Folgejahren zum Teil tats&auml;chlich angeschafft worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem Finanzgericht (FG) am 6.&nbsp;Juni 2016 erkl&auml;rte das FA, eine tats&auml;chliche Anschaffung derjenigen Wirtschaftsg&uuml;ter, f&uuml;r die der IAB gebildet worden sei, sei nicht nachgewiesen worden. Der Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;ger gab an, lediglich die Wirtschaftsg&uuml;ter &#8222;Beleuchtungsanlagen f&uuml;r neue B&uuml;ror&auml;ume&quot;, &quot;Elektroinstallation im Schulungsraum&quot;, &quot;Konferenztisch mit St&uuml;hlen f&uuml;r den Besprechungs-\/Schulungsraum&quot; sowie die &quot;Photovoltaikanlage&quot; seien angeschafft worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gab der Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1430 ver&ouml;ffentlichten Urteil hinsichtlich des Streitjahres statt. Der Kl&auml;ger k&ouml;nne einen IAB in H&ouml;he von 70.000&nbsp;EUR ansetzen. F&uuml;r die Bildung eines IAB werde nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (EStG) nicht vorausgesetzt, dass die geplante Investition sp&auml;ter tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrt werde. Die Nichtdurchf&uuml;hrung der Investition innerhalb des Investitionszeitraums f&uuml;hre nur dazu, dass der Abzug nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden m&uuml;sse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA, das FG habe einen IAB zugesprochen, obwohl im Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung bereits die Voraussetzungen f&uuml;r eine R&uuml;ckg&auml;ngigmachung nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG vorgelegen h&auml;tten. So sei der dreij&auml;hrige Investitionszeitraum (2010 bis 2012) abgelaufen gewesen, ohne dass der Kl&auml;ger die beabsichtigten Investitionen &#8211;auch nach eigenem Bekunden&#8211; in dem von ihm geltend gemachten Umfang durchgef&uuml;hrt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben, soweit darin der Klage bez&uuml;glich des Einkommensteuerbescheids 2009 stattgegeben wurde, und die Klage insoweit abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils, soweit das FG der Klage bez&uuml;glich der Einkommensteuer 2009 stattgegeben hat, und zur Zur&uuml;ckverweisung der nicht spruchreifen Sache an das FG zur erneuten Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar ist es revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, dass das FG das Vorliegen der Voraussetzungen des &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 EStG bez&uuml;glich der vom Kl&auml;ger angegebenen Wirtschaftsg&uuml;ter &#8211;mit Ausnahme der Photovoltaikanlage&#8211; bejaht hat (unten&nbsp;1.). Das Urteil ist dennoch aufzuheben, soweit darin der Klage bez&uuml;glich des Einkommensteuerbescheids 2009 stattgegeben wurde. Das FG hat rechtsfehlerhaft nicht gepr&uuml;ft, ob bzw. in welcher H&ouml;he einem gewinnmindernden Abzug die in &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG angeordnete R&uuml;ckg&auml;ngigmachung des IAB entgegensteht, da zum Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG der dreij&auml;hrige Investitionszeitraum m&ouml;glicherweise ohne Anschaffung der beg&uuml;nstigten Wirtschaftsg&uuml;ter bereits abgelaufen war (unten&nbsp;2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise angenommen, dass die Voraussetzungen f&uuml;r die Inanspruchnahme des IAB nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 EStG &#8211;mit Ausnahme des auf die Photovoltaikanlage entfallenden IAB&#8211; im Streitjahr grunds&auml;tzlich vorlagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>An die tats&auml;chlichen Feststellungen des FG, die vom FA nicht mit Verfahrensr&uuml;gen angegriffen wurden, ist der Bundesfinanzhof (BFH) als Revisionsgericht nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen der Zur&uuml;ckverweisung, die jedenfalls wegen des zur Aufhebung f&uuml;hrenden Rechtsfehlers geboten ist (unter&nbsp;II.2. der Gr&uuml;nde), wird das FG im zweiten Rechtsgang in tats&auml;chlicher Hinsicht aber noch zu ermitteln haben, ob es sich bei der Photovoltaikanlage &#8211;falls diese tats&auml;chlich angeschafft wurde&#8211; &uuml;berhaupt um ein bewegliches und damit beg&uuml;nstigtes Wirtschaftsgut i.S. des &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG handelt (vgl. hierzu Schmidt\/Kulosa, EStG, 38.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;7g Rz&nbsp;7). Dar&uuml;ber hinaus bedarf es wegen der Zuordnung des auf die Photovoltaikanlage entfallenden IAB der Kl&auml;rung, ob die gewerbliche T&auml;tigkeit als Wirtschaftsinformatiker einerseits und der Betrieb der Photovoltaikanlage andererseits nach dem Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse einen einheitlichen Gewerbebetrieb bilden oder ob nicht vielmehr ungleichartige, sich nicht erg&auml;nzende T&auml;tigkeiten und damit zwei selbst&auml;ndige Betriebe vorliegen (vgl. hierzu Senatsurteil vom 24.&nbsp;Oktober 2012 X&nbsp;R&nbsp;36\/10, BFH\/NV 2013, 252, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das Urteil ist aufzuheben, soweit darin der Klage bez&uuml;glich des Einkommensteuerbescheids 2009 stattgegeben wurde. Das FG hat rechtsfehlerhaft nicht gepr&uuml;ft, ob bzw. in welcher H&ouml;he einem gewinnmindernden Abzug die in &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG angeordnete R&uuml;ckg&auml;ngigmachung des IAB entgegensteht, da zum Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG der dreij&auml;hrige Investitionszeitraum m&ouml;glicherweise ohne Anschaffung der benannten Wirtschaftsg&uuml;ter bereits abgelaufen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die gewinnerh&ouml;hende Hinzurechnung des f&uuml;r das beg&uuml;nstigte Wirtschaftsgut in Anspruch genommenen IAB ist nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG im Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung dieses Wirtschaftsguts vorzunehmen. Die Vorschrift betrifft den &quot;Regelfall&quot;, dass der Steuerpflichtige den Abzugsbetrag ordnungsgem&auml;&szlig; in Anspruch genommen hat und sp&auml;ter das beg&uuml;nstigte Wirtschaftsgut anschafft oder herstellt (vgl. Pfirrmann in Kirchhof, EStG, 18.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;7g Rz&nbsp;29&nbsp;f.). Nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG ist der Abzug nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 EStG hingegen r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen, soweit der IAB nicht bis zum Ende des dritten auf das Wirtschaftsjahr des Abzugs folgenden Wirtschaftsjahres nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;2 EStG hinzugerechnet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG ist zwingend anzuwenden, soweit eine beg&uuml;nstigungsf&auml;hige Investition unterblieben ist (vgl. BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Januar 2012 VIII&nbsp;R&nbsp;48\/10, BFHE 236, 341, BStBl II 2013, 952, Rz&nbsp;12; Schmidt\/Kulosa, a.a.O., &sect;&nbsp;7g Rz&nbsp;60; Pfirrmann in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;7g Rz&nbsp;35).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben h&auml;tte das FG zum Zeitpunkt seiner Entscheidung am 6.&nbsp;Juni 2016 im Hinblick auf &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG feststellen m&uuml;ssen, ob die f&uuml;r die Bildung des IAB benannten Wirtschaftsg&uuml;ter tats&auml;chlich bis zum Ende des dritten auf das Wirtschaftsjahr des Abzugs folgenden Wirtschaftsjahres (hier: 2012) angeschafft wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit eine Anschaffung &#8211;wie der Kl&auml;ger f&uuml;r einen Teil der in Rede stehenden Wirtschaftsg&uuml;ter behauptet&#8211; innerhalb des Investitionszeitraumes (2010 bis 2012) erfolgt sein sollte, h&auml;tte der Kl&auml;ger jeweils den f&uuml;r das beg&uuml;nstigte Wirtschaftsgut in Anspruch genommenen IAB im Jahr der Anschaffung gewinnerh&ouml;hend hinzurechnen m&uuml;ssen. Dies ist &#8211;soweit ersichtlich&#8211; nicht erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die beg&uuml;nstigten Wirtschaftsg&uuml;ter allerdings nicht innerhalb des Investitionszeitraums angeschafft worden sein sollten, w&auml;re der f&uuml;r das Streitjahr grunds&auml;tzlich anzuerkennende IAB wegen &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG wieder r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Durch die vorliegend gegebene Besonderheit einer zeitgleichen Pr&uuml;fung gegenl&auml;ufiger Vorschriften (&sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 EStG einerseits und &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG andererseits) zum Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung des FG kommt im Streitfall eine vollst&auml;ndige, zumindest aber teilweise Neutralisierung des IAB in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiernach wegen der m&ouml;glichen Gewinnauswirkung f&uuml;r das Streitjahr erforderliche Pr&uuml;fung des &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG hat das FG unterlassen, obwohl der Prozessbevollm&auml;chtigte des Kl&auml;gers in der m&uuml;ndlichen Verhandlung selbst vorgetragen hatte, es seien nicht alle beg&uuml;nstigten Wirtschaftsg&uuml;ter angeschafft worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der erkennende Senat kann selbst nicht abschlie&szlig;end beurteilen, inwieweit im Streitfall die Voraussetzungen f&uuml;r eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG gegeben sind, da das FG hierzu &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; nicht die erforderlichen Feststellungen getroffen hat. Im &Uuml;brigen ergibt sich aus den vom Kl&auml;ger vorgelegten Unterlagen nicht eindeutig, dass die angeblich angeschafften Wirtschaftsg&uuml;ter (&quot;Beleuchtungsanlagen f&uuml;r neue B&uuml;ror&auml;ume&quot;, &quot;Elektroinstallation im Schulungsraum&quot;, &quot;Konferenztisch mit St&uuml;hlen f&uuml;r den Besprechungs-\/Schulungsraum&quot; sowie die &quot;Photovoltaikanlage&quot;) tats&auml;chlich Bestandteil seines Anlageverm&ouml;gens wurden. Kaufvertragsunterlagen oder sonstige Nachweise hat der Kl&auml;ger hierf&uuml;r nicht beigebracht. Die Sache ist deshalb zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an die Vorinstanz zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.3.2019, X R 13\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.200319.XR13.17.0 R&uuml;ckg&auml;ngigmachung eines Investitionsabzugsbetrags Leits&auml;tze NV: Wurde der vom Steuerpflichtigen geltend gemachte Investitionsabzugsbetrag vom FA versagt, hat das FG nicht nur die Voraussetzungen f&uuml;r dessen Inanspruchnahme nach &sect; 7g Abs. 1 EStG zu pr&uuml;fen. 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