{"id":71139,"date":"2019-09-12T16:51:39","date_gmt":"2019-09-12T14:51:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71139"},"modified":"2019-09-12T16:51:39","modified_gmt":"2019-09-12T14:51:39","slug":"i-r-15-16-einlagenrueckgewaehr-durch-eine-drittstaatengesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-15-16-einlagenrueckgewaehr-durch-eine-drittstaatengesellschaft\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;15\/16 &#8211; Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr durch eine Drittstaatengesellschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.4.2019, I R 15\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.100419.IR15.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr durch eine Drittstaatengesellschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Auch nach der ab 2006 geltenden Rechtslage k&ouml;nnen Leistungen aus dem Verm&ouml;gen von in einem Drittstaat ans&auml;ssigen Gesellschaften, f&uuml;r die kein steuerliches Einlagekonto i.S. des &sect; 27 KStG gef&uuml;hrt wird, als Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr zu qualifizieren sein (Best&auml;tigung des BFH-Urteils vom 13. Juli 2016 &#8211; VIII R 47\/13, BFHE 254, 390).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Zwar ist die H&ouml;he des aussch&uuml;ttbaren Gewinns einer Drittstaatengesellschaft nach dem jeweiligen ausl&auml;ndischen Handels- und Gesellschaftsrecht zu ermitteln (Best&auml;tigung der Rechtsprechung; Senatsurteil vom 20. Oktober 2010 &#8211; I R 117\/08, BFHE 232, 15; BFH-Urteil vom 13. Juli 2016 &#8211; VIII R 73\/13, BFHE 254, 404); seine Verwendung und damit auch die (nachrangige) R&uuml;ckgew&auml;hr von Einlagen unterliegt jedoch der gesetzlichen Verwendungsfiktion des &sect; 27 Abs. 1 Satz 3 und 5 KStG (insoweit Fortentwicklung der Rechtsprechung).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten wird mit der Ma&szlig;gabe als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen, dass das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 19. November 2015 &#8211; 9 K 1900\/12 K aufgehoben und der K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2008 dahingehend abge&auml;ndert wird, dass das zu versteuernde Einkommen um &#8230; EUR herabgesetzt wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten &uuml;ber den Ansatz von nicht abziehbaren Betriebsausgaben gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr (2008) geltenden Fassung (KStG) im Zusammenhang mit der R&uuml;ckzahlung von nicht in das Nennkapital geleisteten Einlagen durch eine US-amerikanische Kapitalgesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine unbeschr&auml;nkt steuerpflichtige Kapitalgesellschaft, war im Streitjahr zu 100&nbsp;% an der in den USA ans&auml;ssigen B&nbsp;Inc. beteiligt. Bis 2004 leistete die Kl&auml;gerin Einlagen in H&ouml;he von insgesamt &#8230;&nbsp;US-$ in die B&nbsp;Inc.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr erhielt die Kl&auml;gerin von der B&nbsp;Inc. Leistungen in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;US-$ (&#8230;&nbsp;EUR). Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nahm diese Bez&uuml;ge gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG von der Bemessungsgrundlage aus, setzte jedoch im K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2008 nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 KStG steuererh&ouml;hend 5&nbsp;% &#8211;und somit &#8230;&nbsp;EUR&#8211; als nicht abziehbare Betriebsausgaben an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der &Auml;nderungsantrag sowie der Einspruch der Kl&auml;gerin blieben ohne Erfolg. Nach Ansicht des FA k&ouml;nnen in einem Drittstaat ans&auml;ssige Kapitalgesellschaften an ihre inl&auml;ndischen Gesellschafter keine steuerneutralen Leistungen erbringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen erhobene Klage hatte Erfolg (Finanzgericht &#8211;FG&#8211; M&uuml;nster, Urteil vom 19.&nbsp;November 2015&nbsp;&#8211; 9&nbsp;K&nbsp;1900\/12&nbsp;K, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2016, 756). Bei der Leistung der B&nbsp;Inc. in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;US-$ (&#8230;&nbsp;EUR) habe es sich, so das FG, um die R&uuml;ckzahlung nicht in das Nennkapital geleisteter Einlagen und nicht um eine Aussch&uuml;ttung laufender oder thesaurierter Gewinne gehandelt, weil die B&nbsp;Inc. in den Jahren 2007 und 2008 &uuml;ber keine aussch&uuml;ttungsf&auml;higen Gewinne, Gewinnvortr&auml;ge oder aus Gewinnen gebildete Kapitalr&uuml;cklagen verf&uuml;gt habe. Dar&uuml;ber hinaus hat die Vorinstanz ein von der Kl&auml;gerin vorgelegtes Gutachten ber&uuml;cksichtigt, wonach im US-amerikanischen Recht nur dann von einer Gewinnaussch&uuml;ttung ausgegangen werde, wenn das Unternehmen &uuml;ber Eink&uuml;nfte oder Profite verf&uuml;ge. Schlie&szlig;lich spr&auml;chen auch die von der B&nbsp;Inc. in den USA abgegebenen und unbeanstandet gebliebenen Steuererkl&auml;rungen, in denen die Leistung der B&nbsp;Inc. als &quot;Return of capital&quot; und zu 100&nbsp;% &quot;Nontaxable&quot; bezeichnet wurden, f&uuml;r eine Kapitalr&uuml;ckzahlung. Demgem&auml;&szlig; gebiete die Kapitalverkehrsfreiheit eine geltungserhaltende Reduktion des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) i.V.m. &sect;&nbsp;27 KStG dahingehend, dass die Kapitalr&uuml;ckzahlungen der B&nbsp;Inc. erfolgsneutral mit dem Buchwert der Beteiligung zu verrechnen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil des FG richtet sich die Revision des FA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Revisionsverfahrens hat das FA am 14.&nbsp;Juni 2016 sowie am 3.&nbsp;Februar 2017 ge&auml;nderte K&ouml;rperschaftsteuerbescheide f&uuml;r 2008 erlassen, ohne jedoch mit R&uuml;cksicht auf die strittige Behandlung der Einlagenr&uuml;ckzahlung abzuhelfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt die Verletzung materiellen Rechts und beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und den K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2008 vom 3.&nbsp;Februar 2017 dahingehend abzu&auml;ndern, dass das zu versteuernde Einkommen um &#8230;&nbsp;EUR herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen ist dem Verfahren beigetreten (&sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Es unterst&uuml;tzt, ohne einen eigenen Antrag zu stellen, das Revisionsbegehren des FA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das angefochtene Urteil ist aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben, weil der nach Ergehen des FG-Urteils erlassene Bescheid &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer 2008 vom 3.&nbsp;Februar 2017 an die Stelle des urspr&uuml;nglich angefochtenen Bescheids getreten ist. Dem FG-Urteil liegt infolgedessen ein nicht mehr existierender Bescheid zu Grunde und das angefochtene Urteil kann deswegen keinen Bestand mehr haben. Da die vom FG festgestellten tats&auml;chlichen Grundlagen des Streitstoffs durch die &Auml;nderung des angefochtenen Bescheids unber&uuml;hrt geblieben sind, bedarf es keiner Zur&uuml;ckverweisung der Sache gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;127 FGO (z.B. Senatsurteil vom 26.&nbsp;Februar 2014&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;56\/12, BFHE 245, 143, BStBl II 2014, 703). Das finanzgerichtliche Verfahren leidet nicht an einem Verfahrensmangel, so dass die vom FG insoweit getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen durch die Aufhebung des Urteils nicht weggefallen sind; sie bilden daher nach wie vor die Grundlage f&uuml;r die Entscheidung des Senats.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die sonach gegen den &Auml;nderungsbescheid vom 3.&nbsp;Februar 2017 gerichtete Klage ist begr&uuml;ndet. Das FA hat zu Unrecht bei der Kl&auml;gerin &#8230;&nbsp;EUR gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 KStG als nicht abziehbare Betriebsausgaben angesetzt. Die Leistung der B&nbsp;Inc. ist als steuerneutrale Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr zu qualifizieren, auf die &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;1 und 5 KStG nicht anwendbar sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG bleiben Bez&uuml;ge i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, 2, 9 und 10 Buchst.&nbsp;a EStG bei der Ermittlung des Einkommens einer K&ouml;rperschaft au&szlig;er Ansatz mit der Folge, dass gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 KStG 5&nbsp;% dieser Bez&uuml;ge als Ausgaben gelten, die nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden k&ouml;nnen (pauschales Betriebsausgaben-Abzugsverbot) und die deshalb dem Gewinn au&szlig;erbilanziell hinzuzurechnen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zu den nach den vorstehenden Ma&szlig;gaben steuerfreien, aber dem pauschalen Betriebsausgaben-Abzugsverbot unterliegenden Bez&uuml;gen geh&ouml;ren u.a. Gewinnanteile (Dividenden) und sonstige Bez&uuml;ge aus Aktien (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG), nicht jedoch solche Bez&uuml;ge, die nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG vom Begriff der Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen ausgenommen sind, weil sie aus Aussch&uuml;ttungen einer K&ouml;rperschaft stammen, f&uuml;r die Betr&auml;ge aus dem steuerlichen Einlagekonto i.S. des &sect;&nbsp;27 KStG als verwendet gelten. Folge hiervon ist zugleich, dass die Hinzurechnung fiktiver Betriebsausgaben gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 KStG unterbleibt. Dabei bedarf es &#8211;mangels Entscheidungserheblichkeit&#8211; keiner Stellungnahme dazu, ob die R&uuml;ckgew&auml;hr von Einlagen bis zur Grenze des Beteiligungsbuchwerts vom Begriff der Bez&uuml;ge i.S. von &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;1 KStG auszunehmen ist (Senatsurteil vom 28.&nbsp;Oktober 2009&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;116\/08, BFHE 227, 397, BStBl II 2011, 898) oder ob im Umfang der nicht steuerbaren Verrechnung mit dem Anteilsbuchwert das pauschale Betriebsausgaben-Abzugsverbot des &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 KStG auf der Grundlage einer teleologischen Reduktion nicht zum Tragen kommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 KStG hat die unbeschr&auml;nkt steuerpflichtige Kapitalgesellschaft die nicht in das Nennkapital geleisteten Einlagen am Schluss jedes Wirtschaftsjahrs auf einem besonderen Konto (steuerliches Einlagekonto) auszuweisen (Satz&nbsp;1) und ausgehend von dem Bestand am Ende des vorangegangenen Wirtschaftsjahrs um die jeweiligen Zu- und Abg&auml;nge des Wirtschaftsjahrs fortzuschreiben (Satz&nbsp;2). Nach der Verwendungsfiktion des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 KStG mindern Leistungen der Kapitalgesellschaft mit Ausnahme der R&uuml;ckzahlung von Nennkapital das steuerliche Einlagekonto unabh&auml;ngig von ihrer handelsrechtlichen Einordnung nur, soweit sie den auf den Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahrs ermittelten aussch&uuml;ttbaren Gewinn &uuml;bersteigen (Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr). Der unter Ber&uuml;cksichtigung der Zu- und Abg&auml;nge des Wirtschaftsjahrs ermittelte Bestand des steuerlichen Einlagekontos wird gesondert festgestellt (&sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 KStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die mit dem Gesetz &uuml;ber steuerliche Begleitma&szlig;nahmen zur Einf&uuml;hrung der Europ&auml;ischen Gesellschaft und zur &Auml;nderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften (SEStEG) vom 7.&nbsp;Dezember 2006 (BGBl I 2006, 2782, ber. BGBl I 2007, 68, BStBl I 2007, 4) eingef&uuml;gte Vorschrift des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;8 KStG bestimmt, dass die Regelungen zur Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr auch auf K&ouml;rperschaften oder Personenvereinigungen anwendbar sind, die in einem anderen Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union (EU) der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht unterliegen, wenn sie Leistungen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 oder Nr.&nbsp;9 EStG gew&auml;hren k&ouml;nnen (Satz&nbsp;1). Die Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr ist in entsprechender Anwendung des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 bis 6 und &sect;&sect;&nbsp;28 und 29 KStG &#8211;mithin auch unter Ber&uuml;cksichtigung der Verwendungsfiktion des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 KStG&#8211; zu ermitteln (Satz&nbsp;2). Der als Leistung i.S. des Satzes&nbsp;1 zu ber&uuml;cksichtigende Betrag wird auf Antrag der K&ouml;rperschaft oder Personenvereinigung f&uuml;r den jeweiligen Veranlagungszeitraum gesondert festgestellt (Satz&nbsp;3). Soweit Leistungen nach Satz&nbsp;1 nicht gesondert festgestellt worden sind, gelten sie als Gewinnaussch&uuml;ttung, die beim Anteilseigner zu Einnahmen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 oder Nr.&nbsp;9 EStG f&uuml;hren (Satz&nbsp;9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Bei einer am Wortlaut orientierten Anwendung der zuvor beschriebenen Vorschriften w&uuml;rden die im Streitfall in Rede stehenden Leistungen der B&nbsp;Inc. an die Kl&auml;gerin dem Regime des &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;1 und 5 KStG unterfallen. Die Einschr&auml;nkung des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG w&auml;re nicht anwendbar, weil es sich bei der B&nbsp;Inc. nicht um eine unbeschr&auml;nkt steuerpflichtige Gesellschaft handelt, die nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;27 KStG ein steuerliches Einlagekonto zu f&uuml;hren hat. Und eine Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr i.S. von &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;8 KStG liegt nicht vor, weil die B&nbsp;Inc. eine US-amerikanische Gesellschaft ist, die in keinem anderen EU-Mitgliedstaat der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Jedoch ist &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG dahin auszulegen, dass die (materiellen) Grunds&auml;tze zur Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr auch f&uuml;r Leistungen einer in einem Drittstaat ans&auml;ssigen Gesellschaft, f&uuml;r die kein steuerliches Einlagenkonto i.S. des &sect;&nbsp;27 KStG gef&uuml;hrt wird, zum Tragen kommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zur Rechtslage vor dem Systemwechsel vom k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Anrechnungs- zum Halb- bzw. Teileink&uuml;nfteverfahren hat der erkennende Senat entschieden, dass &uuml;ber den Wortlaut des seinerzeitigen &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG hinaus bei ausl&auml;ndischen Kapitalgesellschaften auch Kapitalr&uuml;ckzahlungen au&szlig;erhalb der Herabsetzung von Nennkapital nicht zu besteuern sind, sofern unter Heranziehung des ausl&auml;ndischen Handels- und Gesellschaftsrechts von einer R&uuml;ckzahlung aus einer Kapitalr&uuml;cklage auszugehen ist (Senatsurteil in BFHE 232, 15; ebenso Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13.&nbsp;Juli 2016&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;73\/13, BFHE 254, 404; s.a. Senatsurteil vom 27.&nbsp;April 2000&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;58\/99, BFHE 192, 428, BStBl II 2001, 168).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der VIII.&nbsp;Senat des BFH hat sich mit Urteil vom 13.&nbsp;Juli 2016&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;47\/13 (BFHE 254, 390) daf&uuml;r ausgesprochen, dass dieses Normverst&auml;ndnis auch f&uuml;r die Rechtslage nach dem k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Systemwechsel zu beachten ist und es auch nach Einf&uuml;gung des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;8 KStG f&uuml;r Bez&uuml;ge von Drittstaatengesellschaften weiterhin Anwendung findet. Der erkennende Senat schlie&szlig;t sich dem nach Ma&szlig;gabe der folgenden Erw&auml;gungen an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Gesetzesmaterialien lassen keinen eindeutigen Schluss darauf zu, ob der Gesetzgeber des SEStEG mit Schaffung des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;8 KStG eine nicht steuerbare Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr durch eine in einem Drittstaat ans&auml;ssige Kapitalgesellschaft hat ausschlie&szlig;en wollen. W&auml;hrend die Empfehlungen des Finanz- und des Wirtschaftsausschusses vorsahen, dass &quot;f&uuml;r Einlagenr&uuml;ckzahlungen ausl&auml;ndischer K&ouml;rperschaften vergleichbare Regeln greifen, die &uuml;berwiegend auf Richterrecht beruhen&quot; und &quot;bei Einlagenr&uuml;ckzahlungen von K&ouml;rperschaften aus Drittstaaten au&szlig;erhalb der Europ&auml;ischen Union die Rechtsprechungsregeln ohnehin weiter angewendet werden sollen&quot; (BRDrucks 542\/1\/06, S.&nbsp;2&nbsp;f.), hat die Bundesregierung diese Empfehlungen nicht in ihrer Begr&uuml;ndung zum Entwurf des SEStEG aufgegriffen; hiernach soll bei Leistungen nicht unbeschr&auml;nkt steuerpflichtiger K&ouml;rperschaften (lediglich) &quot;f&uuml;r den Bereich der Europ&auml;ischen Union die M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet (werden), nachzuweisen, dass eine Zahlung an den Anteilseigner nach den Grunds&auml;tzen der Differenzrechnung als Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr zu qualifizieren ist&quot; (BTDrucks 16\/2710, S.&nbsp;32; vgl. zum Streitstand: Benecke\/Staats, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2016, 893, 895; D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/ Pung\/M&ouml;hlenbrock, Die K&ouml;rperschaftsteuer, &sect;&nbsp;27 KStG, Rz&nbsp;295, 300; H&auml;berer, Deutsche Steuer-Zeitung 2010, 840, 846; Mayer-Theobald\/S&uuml;&szlig;, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2017, 137, 138; Peschke\/Herrmann, IStR 2014, 371, 373; R&ouml;dder\/Schumacher, DStR 2006, 1481, 1490; Sch&ouml;nfeld, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2015, 156, 158; Sedemund\/ Fischenich, Betriebs-Berater 2008, 1656, 1660; Spilker\/Peschke, DStR 2011, 385, 390; Stimpel in R&ouml;dder\/Herlinghaus\/Neumann, KStG, &sect;&nbsp;27 Rz&nbsp;220; Werra\/Teiche, Der Betrieb 2006, 1455, 1458).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Indes gebietet die Kapitalverkehrsfreiheit gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;56 des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft i.d.F. des Vertrags von Nizza zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union,&nbsp;&nbsp;der Vertr&auml;ge zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaften sowie einiger damit zusammenh&auml;ngender Rechtsakte &#8211;EG&#8211; (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften 2002, Nr.&nbsp;C&nbsp;325, 1), jetzt Art.&nbsp;63 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union i.d.F. des Vertrags von Lissabon zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union und des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft &#8211;AEUV&#8211; (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union 2008, Nr.&nbsp;C&nbsp;115, 47) eine Auslegung des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;27 KStG dahingehend, dass auch Drittstaaten-K&ouml;rperschaften die M&ouml;glichkeit einzur&auml;umen ist, den Nachweis &uuml;ber die R&uuml;ckgew&auml;hr nicht in das Nennkapital geleisteter Einlagen zu erbringen (ebenso BFH-Urteil in BFHE 254, 390).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Der Schutzbereich der auch auf Drittstaaten-Kapitalgesellschaften anzuwendenden Kapitalverkehrsfreiheit des Art.&nbsp;56 EG (jetzt Art.&nbsp;63 AEUV) ist er&ouml;ffnet (BFH-Urteil in BFHE 254, 390, Rz&nbsp;20). &sect;&nbsp;8b KStG i.V.m. &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG sowie &sect;&nbsp;27 KStG regeln die Abgrenzung von Gewinnaussch&uuml;ttungen und Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr, ohne dass die Normen an eine bestimmte Beteiligungsh&ouml;he ankn&uuml;pfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Sollten Drittstaaten-K&ouml;rperschaften aus dem Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;27 KStG ausgeschlossen sein, w&uuml;rde dies die Kapitalverkehrsfreiheit gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;56 EG (jetzt Art.&nbsp;63 AEUV) beschr&auml;nken (so auch BFH-Urteil in BFHE 254, 390). Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;fr&uuml;her: Europ&auml;ischer Gerichtshof&#8211; (EuGH) geh&ouml;ren zu den beschr&auml;nkenden Ma&szlig;nahmen i.S. des Art.&nbsp;56 EG (jetzt Art.&nbsp;63 AEUV) solche, die geeignet sind, Gebietsfremde von Investitionen in einem Mitgliedstaat oder die in diesem Mitgliedstaat Ans&auml;ssigen von Investitionen in anderen Staaten abzuhalten (EuGH-Urteil EV vom 20.&nbsp;September 2018&nbsp;&#8211; C-685\/16, EU:C:2018:743, Rz&nbsp;55, BStBl II 2019, 111). Dies w&auml;re vorliegend auf der Grundlage eines w&ouml;rtlichen Verst&auml;ndnisses des &sect;&nbsp;27 KStG der Fall. Die Nichtanwendung der Grunds&auml;tze &uuml;ber die Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr bei Drittstaatengesellschaften w&uuml;rden solche Gesellschaften und deren Gesellschafter im Vergleich zu inl&auml;ndischen oder EU-ausl&auml;ndischen Sachverhalten benachteiligen (BFH-Urteil in BFHE 254, 390, Rz&nbsp;25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Ein Rechtfertigungsgrund daf&uuml;r, dem inl&auml;ndischen Gesellschafter einer Drittstaatengesellschaft von vornherein jede M&ouml;glichkeit des Nachweises einer Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr zu verweigern, besteht nicht (vgl. BFH-Urteil in BFHE 254, 390, Rz&nbsp;26&nbsp;f.). Das gilt im Hinblick auf in den USA ans&auml;ssige Kapitalgesellschaften insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass in Art.&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverk&uuml;rzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen und einiger anderer Steuern vom 29.&nbsp;August 1989 i.d.F. der Neubekanntmachung vom 4.&nbsp;Juni 2008 (BGBl II 2008, 612, BStBl I 2008, 784) die sog. &quot;gro&szlig;e&quot; Auskunftsklausel vereinbart worden ist, die einen umfassenden Informationsaustausch zwischen den Verwaltungsbeh&ouml;rden der Vertragsstaaten erm&ouml;glicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ddd) Eine solche Beschr&auml;nkung w&auml;re auch nicht gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;57 Abs.&nbsp;1 EG (jetzt Art.&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 AEUV) zul&auml;ssig. Danach ber&uuml;hrt Art.&nbsp;56 EG (jetzt Art.&nbsp;63 AEUV) nicht die Anwendung derjenigen Beschr&auml;nkungen auf dritte L&auml;nder, die am 31.&nbsp;Dezember 1993 auf Grund einzelstaatlicher Rechtsvorschriften oder auf Grund von Rechtsvorschriften der Union f&uuml;r den Kapitalverkehr mit dritten L&auml;ndern im Zusammenhang mit Direktinvestitionen einschlie&szlig;lich Anlagen in Immobilien, mit der Niederlassung, der Erbringung von Finanzdienstleistungen oder der Zulassung von Wertpapieren zu den Kapitalm&auml;rkten bestanden. Dabei obliegt es dem nationalen Gericht, den Inhalt einer solchen beschr&auml;nkenden Regelung zu bestimmen (EuGH-Urteil EV, EU:C:2018:743, Rz&nbsp;73, BStBl II 2019, 111). Auf der Grundlage der BFH-Rechtsprechung (Urteile in BFHE 254, 390; und in BFHE 254, 404) hat zum Stichtag 31.&nbsp;Dezember 1993 eine solche Beschr&auml;nkung bez&uuml;glich der Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr durch eine in einem Drittstaat ans&auml;ssige Kapitalgesellschaft jedoch, wie erl&auml;utert, nicht bestanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Hiervon ausgehend ist zwar die H&ouml;he des aussch&uuml;ttbaren Gewinns einer Drittstaatengesellschaft auf der Grundlage des jeweiligen ausl&auml;ndischen Handels- und Gesellschaftsrechts zu ermitteln (Senatsurteil in BFHE 232, 15; BFH-Urteile in BFHE 254, 390, und in BFHE 254, 404). Da die rechtliche Herleitung der M&ouml;glichkeit der Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr f&uuml;r Drittstaatengesellschaften auf der Vermeidung einer ansonsten gegebenen Diskriminierung der Anteilseigner ausl&auml;ndischer Kapitalgesellschaftsanteile beruht, bestimmt sich sodann die Verwendungsreihenfolge der ausgesch&uuml;tteten Betr&auml;ge &#8211;in Fortentwicklung der bisherigen Rechtsprechung&#8211; nach den Grunds&auml;tzen der Verwendungsfiktion des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 und 5 KStG. Nur dieses Rechtsverst&auml;ndnis stellt sicher, dass die Gesellschafter von Drittstaatengesellschaften nicht schlechter, aber auch nicht besser behandelt werden als die Gesellschafter von inl&auml;ndischen oder von EU-ausl&auml;ndischen Gesellschaften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>8. Nicht auf die Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr von Drittstaatengesellschaften &uuml;bertragen werden kann indessen der verfahrensrechtliche Aspekt der vorgeschalteten gesonderten Feststellung des Bestands des steuerlichen Einlagekontos (&sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 KStG) bzw. der Leistungen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 oder Nr.&nbsp;9 EStG (&sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;8 Satz&nbsp;3 KStG). Da das Gesetz f&uuml;r die Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr von Drittstaatengesellschaften kein gesondertes Feststellungsverfahren zur Verf&uuml;gung stellt (vgl. zum Gesetzesvorbehalt Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 11.&nbsp;April 2005&nbsp;&#8211; GrS-2\/02, BFHE 209, 399, BStBl II 2005, 679), k&ouml;nnen die damit zusammenh&auml;ngenden Fragen nur im Rahmen der jeweiligen Festsetzungsverfahren der Gesellschafter gekl&auml;rt werden (Bl&uuml;mich\/Oellerich, &sect;&nbsp;27 KStG Rz&nbsp;81).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>9. Aus der bindenden Feststellung des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) ergibt sich, dass die B&nbsp;Inc. &uuml;ber keine aussch&uuml;ttungsf&auml;higen Gewinne, keine Gewinnvortr&auml;ge oder keine aus Gewinnen gebildete Kapitalr&uuml;cklagen verf&uuml;gte. Unter Ber&uuml;cksichtigung des Beteiligungsbuchwerts konnte die Aussch&uuml;ttung im Streitjahr demnach nur zu einer &#8211;steuerneutralen&#8211; Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>10. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.4.2019, I R 15\/16ECLI:DE:BFH:2019:U.100419.IR15.16.0 Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr durch eine Drittstaatengesellschaft Leits&auml;tze 1. Auch nach der ab 2006 geltenden Rechtslage k&ouml;nnen Leistungen aus dem Verm&ouml;gen von in einem Drittstaat ans&auml;ssigen Gesellschaften, f&uuml;r die kein steuerliches Einlagekonto i.S. des &sect; 27 KStG gef&uuml;hrt wird, als Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr zu qualifizieren sein (Best&auml;tigung des BFH-Urteils vom 13. 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