{"id":71146,"date":"2019-09-12T16:51:27","date_gmt":"2019-09-12T14:51:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71146"},"modified":"2019-09-12T16:51:27","modified_gmt":"2019-09-12T14:51:27","slug":"xi-r-44-17-gezahlte-optionspraemie-als-teil-der-anschaffungskosten-der-nach-optionsausuebung-zum-basispreis-erworbenen-aktien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-44-17-gezahlte-optionspraemie-als-teil-der-anschaffungskosten-der-nach-optionsausuebung-zum-basispreis-erworbenen-aktien\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;44\/17 &#8211; Gezahlte Optionspr&auml;mie als Teil der Anschaffungskosten der nach Optionsaus&uuml;bung zum Basispreis erworbenen Aktien"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.5.2019, XI R 44\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.220519.XIR44.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Gezahlte Optionspr&auml;mie als Teil der Anschaffungskosten der nach Optionsaus&uuml;bung zum Basispreis erworbenen Aktien<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die f&uuml;r die Einr&auml;umung der Option urspr&uuml;nglich angefallenen Anschaffungskosten sind bei Optionsaus&uuml;bung als Anschaffungsnebenkosten Teil der Anschaffungskosten der zum vereinbarten Basispreis erworbenen Aktien.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 29.11.2016 &#8211; 6 K 4005\/14 K,F aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens tr&auml;gt die Kl&auml;gerin.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), ein Unternehmen der &#8230;-Gruppe (A) in der Rechtsform der GmbH, erwirbt und verwaltet Beteiligungen an deutschen Unternehmen f&uuml;r Gesellschaften der A. Alleinige Gesellschafterin der Kl&auml;gerin ist die im Vereinigten K&ouml;nigreich ans&auml;ssige B.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Seit 1980 war die Kl&auml;gerin mehrheitlich an der in der Bundesrepublik Deutschland ans&auml;ssigen C beteiligt. Die Beteiligung, die in ihren Bilanzen im Anlageverm&ouml;gen ausgewiesen ist, wuchs bis 2013 auf &#8230;&nbsp;% an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 9.&nbsp;Dezember 1986 erwarb die Kl&auml;gerin von C emittierte Optionsanleihen im Nominalwert von &#8230;&nbsp;DM. Die mit den erworbenen Anleihen verkn&uuml;pften Optionsscheine berechtigten den jeweiligen Inhaber zum Erwerb von insgesamt 210&nbsp;108 Aktien der C zum Preis von &#8230;&nbsp;DM je Aktie (Basispreis). Am 15.&nbsp;Dezember 1986 ver&auml;u&szlig;erte die Kl&auml;gerin die Anleihen ohne die Optionsscheine, die sie zur&uuml;ckbehielt und in ihrem Anlageverm&ouml;gen zum 31.&nbsp;Dezember 1986 mit den anteiligen Anschaffungskosten in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM erfasste. Die Optionsscheine schrieb sie zum 31.&nbsp;Dezember 1987 um &#8230;&nbsp;DM auf &#8230;&nbsp;DM ab. Nach einer Ver&auml;u&szlig;erung im Jahre 1990 verblieben bei ihr noch 210&nbsp;000 Optionsscheine zu einem Buchwert von &#8230;&nbsp;DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 1996 (Streitjahr) &uuml;bte die Kl&auml;gerin ihr Optionsrecht aus und erwarb 210&nbsp;000 Aktien der C zu dem in den Optionsbedingungen festgelegten Basispreis f&uuml;r insgesamt &#8230;&nbsp;DM. Sie aktivierte die Aktien im Anlageverm&ouml;gen zum 31.&nbsp;Dezember 1996 mit diesen Anschaffungskosten zuz&uuml;glich dem Buchwert der Optionsscheine.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte die Kl&auml;gerin f&uuml;r das Streitjahr zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung gelangte das FA zu der Auffassung, dass die erworbenen Aktien mit den Anschaffungskosten zuz&uuml;glich der urspr&uuml;nglichen Anschaffungskosten der Optionsscheine, insgesamt mit &#8230;&nbsp;DM, zu aktivieren seien. Die Differenz zwischen dem Buchwert der eingesetzten Optionsscheine und deren historischen Anschaffungskosten sei steuerpflichtiger Ertrag. Es ergingen &#8211;unter Aufhebung des Vorbehalts der Nachpr&uuml;fung&#8211; auf dieser Grundlage unter dem 28.&nbsp;August 2013 &Auml;nderungsbescheide zur K&ouml;rperschaftsteuer 1996, zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer auf den 31.&nbsp;Dezember 1996 und zur gesonderten Feststellung von Besteuerungsgrundlagen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) zum 31.&nbsp;Dezember 1996.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren gab das Finanzgericht D&uuml;sseldorf (FG) der Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 369 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 29.&nbsp;November 2016&nbsp;&#8211; 6&nbsp;K&nbsp;4005\/14&nbsp;K,F statt. Es f&uuml;hrte im Wesentlichen aus, mit der Optionsaus&uuml;bung entfalle das bislang aktivierte Wirtschaftsgut &quot;Option&quot;. F&uuml;r den Aktienerwerb entstehe ein zus&auml;tzlicher Aufwand in H&ouml;he des wegfallenden Bilanzpostens. Hierf&uuml;r k&ouml;nne nur der Wert ber&uuml;cksichtigt werden, der nicht bereits durch wirtschaftliche Abwertung substantiell verbraucht gewesen sei. F&uuml;r das Streitjahr sei keine Vorschrift ersichtlich, die &#8211;wie &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) i.d.F. des Steuerentlastungsgesetzes 1999\/2000\/2002 &#8211;StEntlG 1999\/2000\/ 2002&#8211; (BGBl I 1999, 402) mit Wirkung ab dem ersten nach dem 31.&nbsp;Dezember 1998 endenden Wirtschaftsjahr&#8211; eine Wertaufholung anordnen w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen und formellen Rechts. Es ist im Kern der Ansicht, dass die Vorentscheidung nicht dem handelsrechtlichen Anschaffungskostenbegriff i.S. von &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 des Handelsgesetzbuchs (HGB) entspreche, der auch f&uuml;r die steuerrechtliche Bewertung i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG gelte. Die urspr&uuml;nglich gezahlten Optionspr&auml;mien seien Anschaffungsnebenkosten. Diese st&uuml;nden in einem unmittelbaren rechtlichen und wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem Aktienerwerb. Jedenfalls sei nicht der Buchwert, sondern der &quot;aktuelle innere&quot; Wert des aktivierten Optionsrechts am 29.&nbsp;November 1996, dem Tag der Optionsaus&uuml;bung, zu ber&uuml;cksichtigen. Dieser dem Marktwert entsprechende Wert liege unstreitig &uuml;ber den historischen Anschaffungskosten, durch die er begrenzt sei. Au&szlig;erdem habe das FG sein Vorbringen, dass die Kl&auml;gerin bereits beim Optionserwerb beabsichtigt habe, nachfolgend Aktien zu erwerben, nicht ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie meint, die Aus&uuml;bung einer Option sei kein Tausch i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 EStG, der zur Aufdeckung stiller Reserven f&uuml;hre. Die vom FA vertretene Rechtsauffassung versto&szlig;e gegen das Prinzip der Erfolgsneutralit&auml;t von Anschaffungsvorg&auml;ngen und den Grundsatz der Abschnittsbesteuerung. Die Ber&uuml;cksichtigung der urspr&uuml;nglich gezahlten Optionspr&auml;mien widerspreche zudem dem Realisationsprinzip und der &quot;Zweivertragstheorie&quot;. Es bed&uuml;rfe einer gesetzlichen Grundlage, soweit eine vorangegangene Teilwertabschreibung durch Wertaufholung kompensiert werden solle; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 i.V.m. Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG komme im Streitfall jedoch nicht zur Anwendung. Erst eine sp&auml;tere Ver&auml;u&szlig;erung der erworbenen Aktien f&uuml;hre &uuml;ber einen h&ouml;heren Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn zur Realisierung der stillen Reserven des Optionsrechts. Beim Optionserwerb habe sie, die Kl&auml;gerin, noch keine grunds&auml;tzliche Entscheidung dar&uuml;ber getroffen, nachfolgend Aktien der C zu erwerben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das von der Kl&auml;gerin f&uuml;r den Erwerb der Kaufoption urspr&uuml;nglich gezahlte Entgelt geh&ouml;rt zu den Anschaffungsnebenkosten der im Streitjahr zum vereinbarten Basispreis erworbenen Aktien. Auf den aktuellen (teilwertberichtigten) Buchwert der Option, die als eigenst&auml;ndiger Verm&ouml;gensgegenstand zu aktivieren ist und bei Optionsaus&uuml;bung untergeht, ist dagegen &#8211;anders als das FG meint&#8211; nicht abzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Im Rahmen der Gewinnermittlung nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG Beteiligungen im Anlageverm&ouml;gen regelm&auml;&szlig;ig mit den Anschaffungskosten anzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Anschaffungskosten sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 HGB die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Verm&ouml;gensgegenstand zu erwerben und in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Verm&ouml;gensgegenstand einzeln zugeordnet werden k&ouml;nnen. Zu den Anschaffungskosten geh&ouml;ren neben den nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten als Folgekosten auch die Nebenkosten des Erwerbsvorgangs (&sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 HGB).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dieser handelsrechtliche Begriff der Anschaffungskosten ist in Ermangelung einer abweichenden Definition im EStG auch der steuerbilanziellen Beurteilung zugrunde zu legen (vgl. z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19.&nbsp;Dezember 2000&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;100\/97, BFHE 194, 182, BStBl II 2001, 345, unter II.1., Rz&nbsp;9, m.w.N.; vom 17.&nbsp;Oktober 2001&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;32\/00, BFHE 197, 58, BStBl II 2002, 349, unter II.3.a, Rz&nbsp;17; vom 26.&nbsp;April 2006&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;49, 50\/04, BFHE 213, 374, BStBl II 2006, 656, unter II.2., Rz&nbsp;15; vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2017&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;73\/15, BFHE 258, 38, BStBl II 2017, 1065, Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Annahme von Anschaffungskosten i.S. des &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 HGB setzt Aufwendungen des bilanzierenden Steuerpflichtigen voraus (vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 258, 38, BStBl II 2017, 1065, Rz&nbsp;10, m.w.N.). Erforderlich ist eine bilanzielle Belastung, etwa durch den Abgang oder die wertm&auml;&szlig;ige Verringerung eines Aktivpostens oder durch den Zugang eines Passivpostens (vgl. Krumm in Hachmeister\/Kahle\/Mock\/Sch&uuml;ppen, Bilanzrecht, &sect;&nbsp;255 HGB Rz&nbsp;2, 22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Begriff der Anschaffungskosten ist wegen der Einbeziehung von Nebenkosten und nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten grunds&auml;tzlich umfassend. Er enth&auml;lt &#8211;unter Ausschluss der Gemeinkosten&#8211; alle mit dem Anschaffungsvorgang verbundenen Kosten (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 14.&nbsp;Dezember 2011&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;108\/10, BFHE 236, 117, BStBl II 2012, 238, Rz&nbsp;29, m.w.N.), somit neben der Entrichtung des Kaufpreises alle sonstigen Aufwendungen des Erwerbers, die in einem unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang mit der Anschaffung stehen, insbesondere zwangsl&auml;ufig im Gefolge der Anschaffung anfallen (vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 236, 117, BStBl II 2012, 238, Rz&nbsp;29, m.w.N.). Nicht entscheidend ist, ob diese Kosten bereits im Zeitpunkt des Erwerbs oder erst im Anschluss hieran als Folgekosten des Erwerbsvorgangs entstehen (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 12.&nbsp;Juni 1978&nbsp;&#8211; GrS&nbsp;1\/77, BFHE 125, 516, BStBl II 1978, 620; BFH-Urteil in BFHE 236, 117, BStBl II 2012, 238, Rz&nbsp;29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts k&ouml;nnen nur solche Kosten sein, die nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten dessen Beschaffung tats&auml;chlich zuzuordnen sind. Hierzu ist ein blo&szlig;er kausaler oder zeitlicher Zusammenhang mit der Anschaffung nicht ausreichend. Vielmehr kommt es auf die Zweckbestimmung der Aufwendungen an (sog. finaler Begriff der Anschaffungskosten). Dieser Zweck muss &#8211;aus der Sicht des Bilanzierenden&#8211; auf die beabsichtigte Funktion und Eigenschaft (&quot;angestrebter Erfolg und betriebsbereiter Zustand&quot;) des angeschafften Wirtschaftsguts als Teil des Betriebsverm&ouml;gens gerichtet sein (vgl. BFH-Urteile vom 20.&nbsp;April 2011&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;2\/10, BFHE 233, 251, BStBl II 2011, 761, Rz&nbsp;15, m.w.N.; in BFHE 236, 117, BStBl II 2012, 238, Rz&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Gewinne sind nur zu ber&uuml;cksichtigen, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert sind (&sect;&nbsp;252 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Halbsatz&nbsp;2 HGB). Daraus folgt u.a., dass Anschaffungsvorg&auml;nge erfolgsneutral zu behandeln sind. Der Zugang von Wirtschaftsg&uuml;tern zum Betriebsverm&ouml;gen f&uuml;hrt zu einer blo&szlig;en Umschichtung in der Bilanz in H&ouml;he der Anschaffungskosten; ein unterschiedlicher Ansatz von Zu- und Abfluss ist ausgeschlossen. Eine Gewinnrealisierung kann nur aufgrund nachfolgender betrieblicher Umsatzakte erfolgen (vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 213, 374, BStBl II 2006, 656, unter II.2., Rz&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;gaben ist als Anschaffungskosten der erworbenen Aktien die Summe aus dem von der Kl&auml;gerin geleisteten Basispreis und &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; den Anschaffungskosten der Option (gezahlte Optionspr&auml;mie) anzusetzen. Dies hat im Streitfall eine Gewinnerh&ouml;hung zur Folge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bestandteil der Anschaffungskosten i.S. von &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 HGB ist &#8211;wie das FG zu Recht erkannt hat und zwischen den Beteiligten nicht im Streit steht&#8211; der von der Kl&auml;gerin f&uuml;r den Erwerb der in Rede stehenden Aktien geleistete Basispreis in H&ouml;he von insgesamt &#8230;&nbsp;DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu den Anschaffungskosten als Nebenkosten des Erwerbsvorgangs i.S. von &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 HGB geh&ouml;rt au&szlig;erdem das von der Kl&auml;gerin am 9.&nbsp;Dezember 1986 im Rahmen des Erwerbs der von C emittierten Optionsanleihe anteilig f&uuml;r die Option zum Erwerb von 210&nbsp;000 Aktien gezahlte Entgelt in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei dem Optionsrecht handelt es sich &#8211;wie das FG zu Recht erkannt hat und zwischen den Beteiligten nicht im Streit steht&#8211; um ein nicht abnutzbares immaterielles Wirtschaftsgut, f&uuml;r das eine Teilwertabschreibung i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG in Betracht kommt, wenn der B&ouml;rsenwert der Option bzw. bei nicht b&ouml;rsengehandelten Optionen der innere Wert gesunken ist. Als Anschaffungskosten dieses Verm&ouml;gensgegenstands gilt der Preis f&uuml;r den Erwerb der Option (vgl. z.B. Schmidt\/Kulosa, EStG, 38.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;6 Rz&nbsp;140 &quot;Optionen&quot;; Knop\/K&uuml;ting\/Knop in Handbuch der Rechnungslegung, &sect;&nbsp;255 HGB Rz&nbsp;121; Krumm, a.a.O., &sect;&nbsp;255 HGB Rz&nbsp;24; Bl&uuml;mich\/Krumm, &sect;&nbsp;5 EStG Rz&nbsp;740 &quot;Optionsrechte&quot; und Rz&nbsp;1101).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Die Kl&auml;gerin hatte mit der im Rahmen des Erwerbs der Optionsanleihe erlangten Option noch kein festes Recht auf den nachfolgenden Erwerb der Aktien. Mit dem Optionsrecht hatte sie zwar ein Instrument zur Bestimmung des weiteren Geschehensablaufs in der Hand. Dieses war aber zun&auml;chst nur auf den Abschluss eines weiteren Vertrags zum Bezug der neuen Anteile der C gerichtet (zur &quot;Zweivertragstheorie&quot;, wonach zwischen dem Erwerb des Optionsrechts als solchem und der Aus&uuml;bung der Option mit Abschluss des Hauptvertrags zu unterscheiden ist, vgl. z.B. BFH-Urteile vom 18.&nbsp;Dezember 2002&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;17\/02, BFHE 201, 234, BStBl II 2004, 126, unter II.3.b, Rz&nbsp;23; vom 19.&nbsp;Dezember 2007&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;14\/06, BFHE 220, 249, BStBl II 2008, 475, unter II.1.b, Rz&nbsp;26; jeweils m.w.N.). Die Verpflichtung der C stellt eine wirtschaftlich und rechtlich selbst&auml;ndige Leistung dar, die losgel&ouml;st von dem etwa nachfolgenden Effektengesch&auml;ft zu beurteilen ist. Es handelt sich nicht um eine Neben-, sondern um die eigentliche Hauptleistung aus der Optionsabrede, die inhaltlich spiegelbildlich dem Optionsrecht der Kl&auml;gerin entspricht. Das von C hierf&uuml;r (anteilig) bezogene Entgelt dient ihrer Entsch&auml;digung f&uuml;r die Bindung und die Risiken, die sie durch die Begebung des Optionsrechts eingeht (vgl. BFH-Urteil in BFHE 201, 234, BStBl II 2004, 126, unter II.2.a, Rz&nbsp;18, m.w.N.). Die &quot;Option&quot; war als eigenst&auml;ndiger Verm&ouml;gensgegenstand mit dem f&uuml;r die Optionseinr&auml;umung anteilig gezahlten Entgelt zu aktivieren. Dies ist vorliegend zum 31.&nbsp;Dezember 1986 geschehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die Kl&auml;gerin hatte die dergestalt aktivierte &quot;Option&quot; zum 31.&nbsp;Dezember 1987 um &#8230;&nbsp;DM auf &#8230;&nbsp;DM i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG teilwertberichtigt. Da f&uuml;r das Streitjahr unstreitig keine Vorschrift ersichtlich ist, die (wie &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG i.d.F. des StEntlG 1999\/2000\/2002 mit Wirkung ab dem ersten nach dem 31.&nbsp;Dezember 1998 endenden Wirtschaftsjahr) eine Teilwertaufholung anordnen w&uuml;rde, war der &quot;Option&quot; im Zeitpunkt ihrer Aus&uuml;bung der zuletzt von der Kl&auml;gerin ausgewiesene Buchwert beizumessen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zutreffend geht das FG auch davon aus, dass sich die Aus&uuml;bung eines Optionsrechts mit dem Erwerb des Wirtschaftsguts gegen die Hingabe des vereinbarten Basispreises &#8211;anders als die Aus&uuml;bung eines Bezugsrechts (vgl. dazu BFH-Urteil vom 21.&nbsp;September 2004&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;36\/01, BFHE 207, 543, BStBl II 2006, 12, unter II.1.c, Rz&nbsp;27)&#8211; nicht als partieller Tausch i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 EStG darstellt, der als Realisationsakt zur Aufdeckung stiller Reserven eines hingegebenen Wirtschaftsguts f&uuml;hrt; die Aus&uuml;bung des Optionsrechts bedingt mithin keine Realisation der im Rahmen der Option vollzogenen Wertentwicklung. Die Aus&uuml;bung einer Option ist weder Ver&auml;u&szlig;erung noch Tausch (vgl. z.B. Haisch in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;5 EStG Rz&nbsp;1072; H&auml;uselmann, Die Unternehmensbesteuerung &#8211;Ubg&#8211; 2008, 391; Johannemann\/Herr, Recht der Finanzinstrumente &#8211;RdF&#8211; 2011, 267, 270&nbsp;f.; a.A. Bogensch&uuml;tz, Festschrift f&uuml;r Harald Schaumburg, 2009, 209, 219; Dinkelbach, Der Betrieb, 2006, 1642, 1644&nbsp;f.; ders., RdF 2012, 270, 271; Schubert\/Gadek in Beck Bil-Komm., 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;255 HGB Rz&nbsp;74). Denn die Kaufoption wird bei ihrer Aus&uuml;bung nicht auf den Stillhalter &uuml;bertragen; sie geht unter (vgl. Krumm, a.a.O., &sect;&nbsp;255 HGB Rz&nbsp;24; Bl&uuml;mich\/Krumm, &sect;&nbsp;5 EStG Rz&nbsp;740 &quot;Optionsrechte&quot;; s.a. Urteil des Reichsfinanzhofs vom 24.&nbsp;August 1944&nbsp;&#8211; I&nbsp;21\/44, RFHE&nbsp;54, 128). Der Verm&ouml;gensgegenstand &quot;Option&quot; wird bei Abgabe der Optionserkl&auml;rung dahingehend verwendet, den Verpflichteten zu veranlassen, gegen Zahlung des vereinbarten Basispreises den vereinbarten Gegenstand &#8211;im Streitfall Aktien der C&#8211; zu liefern. Hierbei wird das Optionsrecht &quot;verbraucht&quot;. Mit der Aus&uuml;bung der Option entf&auml;llt mithin das bilanzierte Wirtschaftsgut, so dass ein Aufwand in H&ouml;he des entfallenden Buchwerts entsteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im Falle der Aus&uuml;bung der Option sind jedoch die von der Kl&auml;gerin f&uuml;r die Einr&auml;umung der Option gezahlten Betr&auml;ge als Anschaffungsnebenkosten der erworbenen Aktien zu erfassen (vgl. allgemein z.B. Krumm, a.a.O., &sect;&nbsp;255 HGB Rz&nbsp;24; Bl&uuml;mich\/Krumm, &sect;&nbsp;5 EStG Rz&nbsp;740 &quot;Optionsrechte&quot;; Knop\/K&uuml;ting\/Knop, a.a.O., &sect;&nbsp;255 HGB Rz&nbsp;121; Schmidt\/Weber-Grellet, a.a.O., &sect;&nbsp;5 Rz&nbsp;144; Hoffmann in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&sect;&nbsp;4, 5 Rz&nbsp;1323; a.A. [Buchwert] z.B. Haisch in HHR, &sect;&nbsp;5 EStG Rz&nbsp;1072; H&auml;uselmann, Ubg 2008, 391, 397; Schmidt\/Kulosa, a.a.O., &sect;&nbsp;6 Rz&nbsp;140 &quot;Optionen&quot;; Wackerbeck, EFG 2017, 371; Haisch, RdF 2017, 170; Stadler\/ Hartmann in Prinz\/Kanzler, Handbuch Bilanzsteuerrecht, 3.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;3714; Haisch\/ Helios in dies., Rechtshandbuch Finanzinstrumente, &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;109; H&auml;uselmann\/Wagner, Betriebs-Berater 2002, 2431, 2432; zum Meinungsstand s.a. die von der Vorentscheidung in Bezug genommenen Literaturnachweise in EFG 2017, 369, Rz&nbsp;27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Der Erwerb der Option bewirkt, dass bereits in H&ouml;he des hierf&uuml;r aufgewendeten Betrags Anschaffungsnebenkosten des nachfolgenden Erwerbs vorliegen, auch wenn diese spezifische Bedeutung nur dann zum Tragen kommt, wenn das Optionsrecht tats&auml;chlich ausge&uuml;bt wird und hierbei selbst untergeht. Diese Zuordnung (aufschiebend bedingt durch die nachfolgende Aus&uuml;bung des Optionsrechts) ist dadurch gerechtfertigt, dass mit dem Erwerb der Option Bedingungen des sp&auml;teren &quot;Hauptgesch&auml;fts&quot; fixiert werden. Dies (ablehnend wohl Schmid\/Renner, Deutsches Steuerrecht 2005, 815) wird durch die Qualifizierung der Option als eigenst&auml;ndiges Wirtschaftsgut nicht beeintr&auml;chtigt. Bis zum Zeitpunkt der Aus&uuml;bung des Optionsrechts erleidet sie grunds&auml;tzlich ein &quot;eigenes Schicksal&quot;. Wird das Recht an Dritte ver&auml;u&szlig;ert, findet eine Gewinnrealisierung statt, verbleibt es im Betriebsverm&ouml;gen, kann eine Teilwertabschreibung m&ouml;glich sein, wird es endg&uuml;ltig nicht genutzt, ist es erfolgswirksam auszubuchen. Insoweit ber&uuml;hren Werterh&ouml;hungen oder Wertminderungen, die w&auml;hrend der Haltezeit der zu aktivierenden Option im Betriebsverm&ouml;gen des Optionsinhabers m&ouml;glicherweise eingetreten sind, die Qualifizierung ausgehend vom Ursprungsbetrag (der H&ouml;he nach) nicht. Daher wirkt sich bei einer wertgeminderten Option die Differenz zu den historischen Anschaffungskosten dieses Rechts im Zeitpunkt der Aus&uuml;bung des Rechts gewinnerh&ouml;hend aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Auf dieser Grundlage kommt es auf die Frage, ob die Kl&auml;gerin &#8211;woran das FG im Hinblick auf die ungew&ouml;hnlich lange Haltezeit der Option und der mehrmalig ungenutzt verstrichenen Aus&uuml;bungsm&ouml;glichkeiten Zweifel hat&#8211; bereits bei Erwerb der Option die konkrete Absicht hatte, diese nachfolgend zum Erwerb der Aktien zu verwenden, nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Die Ber&uuml;cksichtigung der historischen Anschaffungskosten der Option widerspricht &#8211;anders als das FG und die Kl&auml;gerin meinen&#8211; nicht dem Prinzip der Erfolgsneutralit&auml;t von Anschaffungsvorg&auml;ngen, die eine blo&szlig;e Verm&ouml;gensumschichtung abbilden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Umfang und H&ouml;he der Anschaffungskosten werden durch tats&auml;chliche Gegebenheiten bestimmt. In dem Umfang und in der H&ouml;he, in denen sie tats&auml;chlich entstanden sind, gehen sie erfolgsneutral in die nachfolgende Bilanzierung ein; ihr Bewertungsansatz darf dabei weder &uuml;ber- noch unterschritten werden (vgl. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Dezember 2009&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;102\/08, BFHE 227, 478, BStBl II 2011, 566, Rz&nbsp;13). Beim Zugang von Wirtschaftsg&uuml;tern zum Betriebsverm&ouml;gen ist ein unterschiedlicher Ansatz von Zu- und Abgang daher ausgeschlossen. Die Kl&auml;gerin hat im Rahmen des Erwerbs der Optionsanleihen im Jahr 1986 anteilig an C einen Preis f&uuml;r das Optionsrecht und im Streitjahr den vereinbarten Basispreis f&uuml;r die Neuaktien gezahlt; dies ist in Summe der Betrag, der bei ihr f&uuml;r die Anschaffung insgesamt abgeflossen ist. Er ist in voller H&ouml;he auch beim Zugang der Aktien anzusetzen, damit sich der Anschaffungsvorgang erfolgsneutral vollziehen kann. Der zwischenzeitliche im Betriebsverm&ouml;gen der Kl&auml;gerin eingetretene Wertverlust des Optionsrechts ber&uuml;hrt diesen Erwerbsaufwand indes nicht (s. vorstehend unter II.2.b&nbsp;cc&nbsp;[1]). Entgegen der Vorentscheidung entspricht nur der Ansatz der historischen Anschaffungskosten f&uuml;r das Optionsrecht, nicht der seines Buchwerts dem Prinzip der Erfolgsneutralit&auml;t von Anschaffungsvorg&auml;ngen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Dieses Ergebnis verst&ouml;&szlig;t &#8211;anders als die Kl&auml;gerin meint&#8211; nicht gegen das Periodizit&auml;tsprinzip. Dieses Prinzip der Abschnittsbesteuerung erfordert eine Jahresbetrachtung (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Januar 2011&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;61\/09, BFHE 232, 5, BStBl II 2011, 479, Rz&nbsp;23). Dem entspricht es, wenn das aktivierte Optionsrecht im Streitfall zum 31.&nbsp;Dezember 1987 mit dem niedrigeren Teilwert angesetzt wurde und die Aktien im Streitjahr mit dem daf&uuml;r aufgewendeten Betrag aktiviert werden, auch wenn dadurch die Teilwertabschreibung aus 1987 im Ergebnis neutralisiert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zwar kann eine Teilwertabschreibung der erworbenen Aktien zum 31.&nbsp;Dezember des Streitjahres i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG in Betracht kommen, wenn der Teilwert voraussichtlich dauernd unter die Anschaffungskosten gesunken ist. Diese Voraussetzung ist jedoch nicht erf&uuml;llt. Denn der Marktwert der erworbenen Aktien lag zu diesem Zeitpunkt oberhalb des vereinbarten Basispreises und der gezahlten Optionspr&auml;mien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da schon die R&uuml;ge der Verletzung materiellen Rechts revisionsrechtlich Erfolg hat, kommt es auf die vom FA ebenfalls erhobene Verfahrensr&uuml;ge nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist &#8211;auch hinsichtlich der mit der Klage angefochtenen Feststellungsbescheide&#8211; spruchreif. Zur H&ouml;he des Basispreises der Aktien und der Anschaffungskosten der Option (Optionspr&auml;mie im Zeitpunkt der Anschaffung der Optionsanleihe) besteht zwischen den Beteiligten kein Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.5.2019, XI R 44\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.220519.XIR44.17.0 Gezahlte Optionspr&auml;mie als Teil der Anschaffungskosten der nach Optionsaus&uuml;bung zum Basispreis erworbenen Aktien Leits&auml;tze Die f&uuml;r die Einr&auml;umung der Option urspr&uuml;nglich angefallenen Anschaffungskosten sind bei Optionsaus&uuml;bung als Anschaffungsnebenkosten Teil der Anschaffungskosten der zum vereinbarten Basispreis erworbenen Aktien. Tenor Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-44-17-gezahlte-optionspraemie-als-teil-der-anschaffungskosten-der-nach-optionsausuebung-zum-basispreis-erworbenen-aktien\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;44\/17 &#8211; Gezahlte Optionspr&auml;mie als Teil der Anschaffungskosten der nach Optionsaus&uuml;bung zum Basispreis erworbenen Aktien<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71146","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71146","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71146"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71146\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71146"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71146"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71146"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}