{"id":71149,"date":"2019-09-12T16:49:48","date_gmt":"2019-09-12T14:49:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71149"},"modified":"2019-09-12T16:49:48","modified_gmt":"2019-09-12T14:49:48","slug":"xi-r-1-18-steuerabzug-von-drittlands-unternehmern-auch-im-allgemeinen-besteuerungsverfahren-nur-bei-gegenseitigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-1-18-steuerabzug-von-drittlands-unternehmern-auch-im-allgemeinen-besteuerungsverfahren-nur-bei-gegenseitigkeit\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;1\/18 &#8211; Steuerabzug von Drittlands-Unternehmern auch im allgemeinen Besteuerungsverfahren nur bei Gegenseitigkeit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.5.2019, XI R 1\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.220519.XIR1.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerabzug von Drittlands-Unternehmern auch im allgemeinen Besteuerungsverfahren nur bei Gegenseitigkeit<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die im Vorsteuer-Verg&uuml;tungsverfahren geltende Einschr&auml;nkung des &sect; 18 Abs. 9 Satz 6 UStG (jetzt: &sect; 18 Abs. 9 Satz 4 UStG) zur Gegenseitigkeit findet gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 4b UStG unter den dort genannten Voraussetzungen auch im allgemeinen Besteuerungsverfahren Anwendung. Fehlt es in den dort genannten F&auml;llen an der f&uuml;r eine Vorsteuer-Verg&uuml;tung erforderlichen Gegenseitigkeit, ist auch im allgemeinen Besteuerungsverfahren der Vorsteuerabzug des nicht im Gemeinschaftsgebiet ans&auml;ssigen Unternehmers f&uuml;r s&auml;mtliche Eingangsleistungen ausgeschlossen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. &sect; 18 Abs. 9 Satz 6 UStG (jetzt: &sect; 18 Abs. 9 Satz 4 UStG) und &sect; 15 Abs. 4b UStG versto&szlig;en weder gegen Verfassungsrecht noch gegen Unionsrecht.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 06.07.2017 &#8211; 5 K 5270\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist in X, einem Drittland, ans&auml;ssig und betreibt Hotels und Resorts auf Y, einem &Uuml;bersee-D&eacute;partement der Franz&ouml;sischen Republik (Frankreich), in X und Z sowie in V und W (Drittl&auml;nder).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In A, Bundesrepublik Deutschland (Deutschland), unterhielt sie im Streitjahr (2007) in angemieteten, 56&nbsp;qm gro&szlig;en R&auml;umlichkeiten ein Verbindungsb&uuml;ro, in dem durchschnittlich ca. f&uuml;nf Mitarbeiter t&auml;tig waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu den Aufgaben des Verbindungsb&uuml;ros geh&ouml;rten j&auml;hrliche Vertragsverhandlungen mit Reiseveranstaltern &uuml;ber die &Uuml;berlassung von Zimmerkontingenten, die Kontrolle von Reiseveranstaltungsvertr&auml;gen sowie der Darstellung der Hotels in den jeweiligen Reisekatalogen, die Erstellung und Kontrolle des Jahresbudgets f&uuml;r Sales und Marketing, die t&auml;gliche Pr&uuml;fung der Auslastung der Hotels, der generierten Ums&auml;tze sowie der gesetzten Verkaufsziele, die Betreuung von deutschen Reiseveranstaltern, Reiseb&uuml;ros, Veranstaltungsagenturen, Fluglinien und Tourismuszentralen, die &Uuml;berpr&uuml;fung der Internetseiten der Reiseveranstalter, die Durchf&uuml;hrung von Vertriebsaktionen in Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern, Reiseb&uuml;ros, Fluglinien und Flugh&auml;fen sowie die Teilnahme an Reisemessen, Roadshows, Workshops, Programmvorstellungen und Studienreisen in Deutschland.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &Uuml;berlassung der Hotelzimmer und Resorts an die Kunden erfolgte durch die Kl&auml;gerin selbst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr erhielt die Kl&auml;gerin f&uuml;r von dem Verbindungsb&uuml;ro in A beauftragte, verwertete bzw. bezogene Leistungen Rechnungen mit ausgewiesener deutscher Umsatzsteuer in H&ouml;he von 30.722,22&nbsp;EUR sowie acht Netto-Rechnungen ausl&auml;ndischer Dienstleister, mit denen diese Werbeleistungen abrechneten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin reichte zun&auml;chst auch keine Steuererkl&auml;rung im allgemeinen Besteuerungsverfahren ein. Am 26.&nbsp;Oktober 2009 erlie&szlig; der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin einen Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr, mit dem die Umsatzsteuer auf 0&nbsp;EUR festgesetzt wurde. Mit Bescheid vom 3.&nbsp;November 2014 hob das FA den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein und begehrte den Vorsteuerabzug. Das FA wies den Einspruch mit Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;November 2015 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Klageverfahrens hat die Kl&auml;gerin am 10.&nbsp;Juni 2016 ihre Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr eingereicht (festzusetzende Umsatzsteuer: .\/.&nbsp;30.722,22&nbsp;EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Klage hat die Kl&auml;gerin geltend gemacht, dass sie einen Anspruch auf Ber&uuml;cksichtigung der Vorsteuer im allgemeinen Besteuerungsverfahren habe. Streitig sei allein die Frage, ob sie im Inland ans&auml;ssig sei und die Umsatzsteuer f&uuml;r Werbeleistungen von ihr im Inland geschuldet werde. Die &uuml;brigen Voraussetzungen f&uuml;r den Vorsteuerabzug l&auml;gen unstreitig vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (UStG) werde eine sonstige Leistung, die an einen Unternehmer f&uuml;r dessen Unternehmen ausgef&uuml;hrt werde, zwar grunds&auml;tzlich an dem Ort ausgef&uuml;hrt, von dem aus der Empf&auml;nger sein Unternehmen betreibe. Dies sei im vorliegenden Fall&nbsp;X (Drittlandsgebiet), weil sich dort ihr Sitz befinde. Dies gelte nach &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG aber dann nicht, wenn &#8211;wie im vorliegenden Fall&#8211; die sonstige Leistung an eine Betriebsst&auml;tte eines Unternehmens ausgef&uuml;hrt werde. In diesem Fall sei der Ort der Betriebsst&auml;tte ma&szlig;geblich. Diese befinde sich in A im Inland.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Verbindungsb&uuml;ro in A sei als Betriebsst&auml;tte anzusehen. Art.&nbsp;11 der Durchf&uuml;hrungsverordnung (EU) Nr.&nbsp;282\/2011 des Rates vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2011 zur Festlegung von Durchf&uuml;hrungsvorschriften zur Richtlinie 2006\/112\/EG &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (VO&nbsp;Nr.&nbsp;282\/2011) definiere die passive feste Niederlassung als jede Niederlassung mit Ausnahme des Sitzes der wirtschaftlichen T&auml;tigkeit nach Art.&nbsp;10 der VO&nbsp;Nr.&nbsp;282\/2011, die einen hinreichenden Grad an Best&auml;ndigkeit sowie eine Struktur aufweise, die es ihr von der personellen und technischen Ausstattung her erlaube, Dienstleistungen, die f&uuml;r den eigenen Bedarf dieser Niederlassung erbracht w&uuml;rden, zu empfangen und dort zu verwenden. Dies entspreche im Wesentlichen auch der von der Finanzverwaltung verwendeten Definition.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Verbindungsb&uuml;ro in A erf&uuml;lle diese Voraussetzungen. Es befinde sich in fest angemieteten R&auml;umen mit eingerichteten B&uuml;roarbeitspl&auml;tzen und Personal.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass das Verbindungsb&uuml;ro keine Ausgangsums&auml;tze erbringe, sei unerheblich. Dies sei nur f&uuml;r eine aktive Betriebsst&auml;tte erforderlich, nicht hingegen f&uuml;r eine (durch das Verbindungsb&uuml;ro betriebene und zur Bestimmung des Ortes der sonstigen Leistung ausreichende) passive Betriebsst&auml;tte i.S. von &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG bzw. eine passive feste Niederlassung i.S. von Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 der VO Nr.&nbsp;282\/2011, die sich dadurch auszeichne, dass sie lediglich Leistungen von anderen Unternehmern empfange. Da die in A unterhaltene Betriebsst&auml;tte\/feste Niederlassung mit dem von ihr, der Kl&auml;gerin, betriebenen Unternehmen eine Einheit bilde, komme es nur darauf an, dass sie, die Kl&auml;gerin, Ausgangsums&auml;tze erziele, da das Verbindungsb&uuml;ro kein Unternehmer sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da es sich bei den vorsteuerbehafteten Leistungen vorwiegend um Werbeleistungen auf dem deutschsprachigen Markt handele, stehe auch au&szlig;er Frage, dass diese dem deutschen Verbindungsb&uuml;ro zuzuordnen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des FA sei sie, die Kl&auml;gerin, berechtigt, die Vorsteuer im allgemeinen Besteuerungsverfahren geltend zu machen. Es treffe zwar zu, dass sie mit dem von ihr betriebenen Unternehmen grunds&auml;tzlich in Deutschland keine steuerbaren Ums&auml;tze erzielen k&ouml;nne, weil die &Uuml;berlassung von &Uuml;bernachtungsm&ouml;glichkeiten sowie die Abgabe von Speisen und Getr&auml;nken dort steuerbar und steuerpflichtig seien, wo sie, die Kl&auml;gerin, die Leistungen tats&auml;chlich erbringe. Dies sei jedenfalls nicht im Inland der Fall. Gleichwohl f&uuml;hre nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) die Verpflichtung eines Unternehmers, im Inland Steuererkl&auml;rungen im Besteuerungsverfahren abzugeben, dazu, dass er s&auml;mtliche Vorsteuerbetr&auml;ge dieses Jahres geltend machen k&ouml;nne. Eine solche Verpflichtung zur Abgabe von Steuererkl&auml;rungen k&ouml;nne sich dabei aus dem Empfang von Eingangsleistungen ergeben, bei denen das Reverse-Charge-Verfahren nach &sect;&nbsp;13b UStG anwendbar sei. Da sie, die Kl&auml;gerin, im Jahr 2007 acht Netto-Rechnungen von ausl&auml;ndischen Dienstleistern empfangen habe, f&uuml;r welche sie die Umsatzsteuer nach &sect;&nbsp;13b UStG schulde, sei ein Besteuerungsverfahren durchzuf&uuml;hren, bei dem die geltend gemachte Vorsteuer zu ber&uuml;cksichtigen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem f&uuml;hrte das FA A bei der Kl&auml;gerin eine Umsatzsteuer-Nachschau und das FA f&uuml;r die Jahre 2009 bis 2011 eine Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung durch. Die Pr&uuml;fer hielten in ihren Berichten u.a. fest, dass dem Verbindungsb&uuml;ro in A ein Budget f&uuml;r Werbeaktionen und Messeveranstaltungen zur Verf&uuml;gung stand, dessen Nutzung vom Stammhaus in X genehmigt werden musste.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg wies die Klage mit seinem in Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst (DStRE) 2018, 1140 abgedruckten Urteil vom 6.&nbsp;Juli 2017&nbsp;&#8211; 5&nbsp;K&nbsp;5270\/15 ab. Es f&uuml;hrte aus, dass die Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;59 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung in der im Streitjahr geltenden Fassung (UStDV) vom allgemeinen Besteuerungsverfahren ausgeschlossen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem stehe nicht entgegen, dass die Kl&auml;gerin nach ihrer Auffassung f&uuml;r im Inland ausgef&uuml;hrte Ums&auml;tze nach &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;2 und 5 UStG die Umsatzsteuer schulde. Zwar gehe der BFH in seiner st&auml;ndigen Rechtsprechung davon aus, dass eine aus &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;2 UStG resultierende Steuerschuld dazu f&uuml;hrt, dass der Steuerpflichtige berechtigt ist, im Rahmen der nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 UStG abzugebenden Steuererkl&auml;rung alle in dem Kalenderjahr entstandenen Vorsteuerbetr&auml;ge geltend zu machen. Nach Auffassung des FG schulde die Kl&auml;gerin im Streitjahr allerdings f&uuml;r keine Ums&auml;tze nach &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;2 UStG die Umsatzsteuer. Die bezogenen Werbeleistungen seien nicht im Inland steuerbar. Der Ort der Werbeleistungen liege in X. Selbst wenn man mit der Kl&auml;gerin davon ausgehe, dass die Werbeleistungen dem Verbindungsb&uuml;ro zuzuordnen seien, w&uuml;rde man gleichwohl zu keinem anderen Ergebnis gelangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts (&sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG) sowie die Nichtber&uuml;cksichtigung des Art.&nbsp;11 der &#8211;im Streitjahr noch nicht geltenden&#8211; VO Nr.&nbsp;282\/2011.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie bringt vor, nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) sei Art.&nbsp;11 der VO Nr.&nbsp;282\/2011 bereits vor seinem Inkrafttreten (und daher auch im Streitjahr) zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weiter macht sie geltend, der Ort der bezogenen Werbeleistungen liege gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG im Inland. Sie, die Kl&auml;gerin, habe im Streitjahr eine passive feste Niederlassung im Inland unterhalten. F&uuml;r die von ihr bezogenen Werbeleistungen ausl&auml;ndischer Unternehmer schulde sie daher die Umsatzsteuer nach &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 und 4 UStG. Sie, die Kl&auml;gerin, sei daher befugt, f&uuml;r alle bezogenen Eingangsleistungen den Vorsteuerabzug im allgemeinen Besteuerungsverfahren vorzunehmen. Die Werbeleistungen habe die feste Niederlassung f&uuml;r ihre eigenen Zwecke (Werbung in Deutschland f&uuml;r die wirtschaftliche T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin im Sitzstaat und weiteren Drittl&auml;ndern) bestellt, bezahlt und verwendet, auch wenn sie keine eigenen Ausgangsums&auml;tze ausgef&uuml;hrt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Vorentscheidung und die Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;November 2015 sowie den Bescheid vom 3.&nbsp;November 2014 aufzuheben und den Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r das Jahr 2007 vom 26.&nbsp;Oktober 2009 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer auf .\/.&nbsp;30.722,22&nbsp;EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es bringt vor, unionsrechtlich habe sich im Streitjahr der Ort der bezogenen Werbeleistungen nach Art.&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b (und nicht Art.&nbsp;44) der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (Richtlinie 2006\/112\/EG &#8211;sog. MwStSystRL&#8211;) bestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist im Ergebnis unbegr&uuml;ndet; die Vorentscheidung stellt sich jedenfalls aus anderen Gr&uuml;nden als richtig dar (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 und 4 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der Vorsteuerabzug der Kl&auml;gerin ist auch im allgemeinen Besteuerungsverfahren &#8211;seine Anwendbarkeit zugunsten der Kl&auml;gerin unterstellt&#8211; ausgeschlossen. Dies ergibt sich aus &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4b UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zutreffend hat das FG angenommen, dass die Kl&auml;gerin eine nicht im Gemeinschaftsgebiet ans&auml;ssige Unternehmerin i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;6 UStG (jetzt: Satz&nbsp;4) ist, so dass das allgemeine Besteuerungsverfahren nur dann anzuwenden ist, wenn die Kl&auml;gerin Umsatzsteuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13b UStG schuldet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 Satz 1 UStG, mit dem der deutsche Gesetzgeber von der M&ouml;glichkeit des Art.&nbsp;261 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Richtlinie 2006\/112\/EG, eine Jahreserkl&auml;rung vorzusehen, Gebrauch gemacht hat, hat der Unternehmer f&uuml;r das Kalenderjahr (oder f&uuml;r den k&uuml;rzeren Besteuerungszeitraum) eine Steuererkl&auml;rung nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfern&uuml;bertragung zu &uuml;bermitteln, in der er die zu entrichtende Steuer oder den &Uuml;berschuss, der sich zu seinen Gunsten ergibt, nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 bis 4 und &sect;&nbsp;17 UStG selbst zu berechnen hat (Steueranmeldung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Daneben hat der deutsche Gesetzgeber in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 UStG zur Umsetzung der Art.&nbsp;170&nbsp;ff. der Richtlinie 2006\/112\/EG geregelt, dass zur Vereinfachung des Besteuerungsverfahrens das Bundesministerium der Finanzen (BMF) mit Zustimmung des Bundesrates durch Rechtsverordnung die Verg&uuml;tung der Vorsteuerbetr&auml;ge (&sect;&nbsp;15 UStG) an im Ausland ans&auml;ssige Unternehmer abweichend von &sect;&nbsp;16 UStG und von &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 bis 4 UStG in einem besonderen Verfahren regeln kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Einem Unternehmer, der nicht im Gemeinschaftsgebiet ans&auml;ssig ist, wird danach die Vorsteuer nur verg&uuml;tet, wenn in dem Land, in dem der Unternehmer seinen Sitz hat, keine Umsatzsteuer oder &auml;hnliche Steuer erhoben oder im Fall der Erhebung im Inland ans&auml;ssigen Unternehmern verg&uuml;tet wird (sog. Gegenseitigkeit, &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;6 UStG, jetzt &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;4 UStG, i.V.m. Art.&nbsp;171 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 2006\/112\/EG, Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 der Dreizehnten Richtlinie 86\/560\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;November 1986 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern &#8211; Verfahren der Erstattung der Mehrwertsteuer an nicht im Gebiet der Gemeinschaft ans&auml;ssige Steuerpflichtige &#8211;Richtlinie 86\/560\/EWG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) In &sect;&nbsp;59 UStDV war in Ausf&uuml;hrung dieser Verordnungserm&auml;chtigung bestimmt, dass die Verg&uuml;tung der abziehbaren Vorsteuerbetr&auml;ge (&sect;&nbsp;15 UStG) an im Ausland ans&auml;ssige Unternehmer (&sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;4 UStG) abweichend von &sect;&nbsp;16 und &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 bis 4 UStG nach den &sect;&sect;&nbsp;60 und 61 UStDV durchzuf&uuml;hren ist, wenn der Unternehmer im Verg&uuml;tungszeitraum<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;1. im Inland keine Ums&auml;tze im Sinne des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und 5 des Gesetzes oder nur steuerfreie Ums&auml;tze im Sinne des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;3 des Gesetzes ausgef&uuml;hrt hat,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>2. nur Ums&auml;tze ausgef&uuml;hrt hat, f&uuml;r die der Leistungsempf&auml;nger die Steuer schuldet (&sect;&nbsp;13b des Gesetzes) oder die der Bef&ouml;rderungseinzelbesteuerung (&sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;5 und &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;5 des Gesetzes) unterlegen haben,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>3. im Inland nur innergemeinschaftliche Erwerbe und daran anschlie&szlig;ende Lieferungen im Sinne des &sect;&nbsp;25b Abs.&nbsp;2 des Gesetzes ausgef&uuml;hrt hat, oder<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>4. im Inland als Steuerschuldner nur Ums&auml;tze im Sinne des &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;3a des Gesetzes erbracht hat und von dem Wahlrecht nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;4c des Gesetzes Gebrauch gemacht hat oder diese Ums&auml;tze in einem anderen Mitgliedstaat erkl&auml;rt sowie die darauf entfallende Steuer entrichtet hat&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ein im Ausland ans&auml;ssiger Unternehmer war im Streitjahr gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 UStG (jetzt &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 UStG) ein Unternehmer, der weder im Inland noch auf der Insel Helgoland oder in einem der in &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 UStG bezeichneten Gebiete einen Wohnsitz, seinen Sitz, seine Gesch&auml;ftsleitung oder eine Zweigniederlassung hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenso gilt nach Art.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Richtlinie 86\/560\/EWG i.S. dieser Richtlinie als &quot;nicht im Gebiet der Gemeinschaft ans&auml;ssiger Steuerpflichtiger&quot; derjenige Steuerpflichtige, der im Verg&uuml;tungszeitraum in diesem Gebiet weder den Sitz seiner wirtschaftlichen T&auml;tigkeit noch eine feste Niederlassung, von wo aus die Ums&auml;tze bewirkt worden sind, gehabt hat, und der in dem gleichen Zeitraum in dem in Art.&nbsp;2 der Richtlinie 86\/560\/EWG genannten Mitgliedstaat keine Gegenst&auml;nde geliefert oder Dienstleistungen erbracht hat mit Ausnahme (u.a.) von Dienstleistungen, bei denen die Steuer lediglich vom Empf&auml;nger geschuldet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Ausgehend davon hat das FG zu Recht angenommen, dass die Kl&auml;gerin eine nicht im Gemeinschaftsgebiet ans&auml;ssige Unternehmerin und daher an sich vom allgemeinen Besteuerungsverfahren ausgeschlossen ist, obwohl das nationale Recht im Streitjahr eine dem &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;3 UStG n.F. entsprechende Vorschrift noch nicht enthielt. Denn auch nach altem Recht war &sect;&nbsp;59 UStDV richtlinienkonform dahingehend auszulegen, dass der Unternehmer nur dann nicht im Ausland ans&auml;ssig i.S. des &sect;&nbsp;59 UStDV war, wenn von einer ggf. vorhandenen inl&auml;ndischen &quot;Zweigniederlassung&quot; oder &quot;Betriebsst&auml;tte&quot; aus &quot;Ums&auml;tze&quot; bewirkt wurden (vgl. BFH-Urteil vom 5.&nbsp;Juni 2014&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;50\/13, BFHE 245, 439, BStBl II 2014, 813; zum Unionsrecht s. EuGH-Urteil Daimler und Widex vom 25.&nbsp;Oktober 2012&nbsp;&#8211; C-318\/11 und C-319\/11, EU:C:2012:666, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2012, 1306, Rz&nbsp;32, 35, 38&nbsp;ff.). Da die Leistungen des Verbindungsb&uuml;ros an den Sitz der wirtschaftlichen T&auml;tigkeit in X nicht steuerbar sind, weil das Stammhaus und das unselbst&auml;ndige Verbindungsb&uuml;ro Teile desselben Unternehmens sind (vgl. EuGH-Urteile FCE Bank vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2006&nbsp;&#8211; C-210\/04, EU:C:2006:196, HFR 2006, 624, Rz&nbsp;35, 38; TGE Gas Engineering vom 7.&nbsp;August 2018&nbsp;&#8211; C-16\/17, EU:C:2018:647, HFR 2018, 846, Rz&nbsp;41), ist die Kl&auml;gerin ungeachtet ihres Verbindungsb&uuml;ros im Inland &#8211;i.S. des &sect;&nbsp;59 Nr.&nbsp;1 UStDV, &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 UStG&#8211; ein im Ausland ans&auml;ssiger Unternehmer. Da X ein Drittland ist, ist die Kl&auml;gerin nicht im Gemeinschaftsgebiet ans&auml;ssig. Sie ist deshalb an sich vom allgemeinen Besteuerungsverfahren ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ebenso zutreffend hat das FG allerdings erkannt, dass das allgemeine Besteuerungsverfahren anzuwenden ist, falls die Kl&auml;gerin Umsatzsteuer i.S. des &sect;&nbsp;13b UStG schuldet (vgl. allgemein BFH-Urteile vom 14.&nbsp;April 2011&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;14\/10, BFHE 233, 360, BStBl II 2011, 834, Rz&nbsp;22; vom 7.&nbsp;M&auml;rz 2013&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;12\/12, BFH\/NV 2013, 1133, Rz&nbsp;10; vom 28.&nbsp;August 2013&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;5\/11, BFHE 243, 51, BStBl II 2014, 497, Rz&nbsp;19; vom 19.&nbsp;November 2014&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;41\/13, BFHE 248, 406, BFH\/NV 2015, 634, Rz&nbsp;16). Nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;4a UStG haben u.a. eine Steuererkl&auml;rung (&sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 und 4 UStG) auch die Unternehmer und juristischen Personen abzugeben, die ausschlie&szlig;lich Steuer f&uuml;r Ums&auml;tze nach &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;2 UStG (jetzt: Abs.&nbsp;5) zu entrichten haben. Dies f&uuml;hrt ggf. dazu, dass von der berechneten Steuer die in den Besteuerungszeitraum fallenden, nach &sect;&nbsp;15 UStG abziehbaren Vorsteuerbetr&auml;ge abzusetzen sind (&sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG). Besteuerungszeitraum w&auml;re vorliegend das Kalenderjahr (&sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Allerdings ist &#8211;was die Beteiligten und das FG nicht ber&uuml;cksichtigt haben&#8211; selbst dann, wenn das allgemeine Besteuerungsverfahren anzuwenden w&auml;re, der Vorsteuerabzug der Kl&auml;gerin ausgeschlossen, was aus &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4b UStG folgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4b UStG gelten f&uuml;r Unternehmer, die nicht im Gemeinschaftsgebiet ans&auml;ssig sind und die nur Steuer nach &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;2 UStG schulden, die Einschr&auml;nkungen des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 S&auml;tze&nbsp;6 und 7 UStG (jetzt: S&auml;tze&nbsp;4 und 5) entsprechend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Vorschrift stellt sicher, dass die im Vorsteuer-Verg&uuml;tungsverfahren geltenden Einschr&auml;nkungen des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 UStG, z.B. zur Gegenseitigkeit, wie bisher auch im allgemeinen Besteuerungsverfahren Anwendung finden (BTDrucks 14\/6877, S.&nbsp;37; Abschn.&nbsp;13b.15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses &#8211;UStAE&#8211;; Birkenfeld in Birkenfeld\/W&auml;ger, Umsatzsteuer-Handbuch, &sect;&nbsp;186 Rz&nbsp;4, 33 und 82; Henseler, Umsatzsteuer- und Verkehrsteuer-Recht 2006, 237, 245; Kraeusel in Rei&szlig;\/ Kraeusel\/Langer, UStG &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;711; Monfort, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2002, 245, 246; Nieskens, UR 2002, 53, 59; Oelmaier in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;945; Raudszus, Der Umsatz-Steuer-Berater 2002, 258, 260; Stadie in Rau\/ D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;1935&nbsp;ff.; ders., UStG, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;506&nbsp;f.; Widmann, Der Betrieb 2002, 166, 172). Dies f&uuml;hrt zu einer Gleichstellung der Drittlands-Unternehmer, die wegen der Verpflichtung zur Abf&uuml;hrung der nach &sect;&nbsp;13b UStG geschuldeten Steuer in Deutschland umsatzsteuerrechtlich erfasst sind, mit Drittlands-Unternehmern, die nicht in Deutschland erfasst sind und ihre Vorsteuerbetr&auml;ge im Verg&uuml;tungsverfahren geltend machen m&uuml;ssen (Kraeusel in Rei&szlig;\/Kraeusel\/Langer, a.a.O., &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;712). Fehlt es an der Gegenseitigkeit, ist der Vorsteuerabzug f&uuml;r s&auml;mtliche Eingangsleistungen ausgeschlossen (vgl. Birkenfeld in Birkenfeld\/W&auml;ger, a.a.O., &sect;&nbsp;186 Rz&nbsp;94).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Gemessen daran w&auml;re selbst dann, wenn man zugunsten der Kl&auml;gerin unterstellt, dass sie Umsatzsteuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UStG schuldete, weil der Ort der bezogenen Werbeleistungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3a UStG im Inland l&auml;ge, der Vorsteuerabzug f&uuml;r s&auml;mtliche Ums&auml;tze &#8211;gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4b UStG, &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;6 UStG&#8211; ausgeschlossen. Mit X bestand und besteht keine Gegenseitigkeit (vgl. BMF-Schreiben vom 21.&nbsp;Juli 2005&nbsp;&#8211; IV&nbsp;A&nbsp;6-S&nbsp;7359-108\/05, BStBl I 2005, 832, Anlage&nbsp;2; vom 17.&nbsp;Oktober 2014&nbsp;&#8211; IV&nbsp;D&nbsp;3-S&nbsp;7359\/07\/10009, BStBl I 2014, 1369, Anlage&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Das in &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4b i.V.m. &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;6 UStG enthaltene Erfordernis der Gegenseitigkeit verst&ouml;&szlig;t weder gegen Verfassungsrecht noch gegen Unionsrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der BFH (vgl. Urteil vom 10.&nbsp;April 2003&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;35\/01, BFHE 202, 187, BStBl II 2003, 782) hat zum nationalen Verfassungsrecht entschieden, dass das Erfordernis der Gegenseitigkeit in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;6 UStG im Einklang mit dem aus dem Rechtsstaatsprinzip abgeleiteten Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit steht. Die Benachteiligung von im Drittlandsgebiet ans&auml;ssigen Unternehmern ist in Bezug auf Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) gerechtfertigt, weil Unternehmer, die dem Verg&uuml;tungsverfahren unterliegen, im Inland keine steuerpflichtigen Ums&auml;tze erzielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das gilt in den F&auml;llen des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4b UStG in gleicher Weise: Er stellt die Gleichbehandlung von im Drittlandsgebiet ans&auml;ssigen Unternehmern, die im Inland keine Ausgangsums&auml;tze bewirken, sicher, indem er die Einschr&auml;nkung des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;6 UStG f&uuml;r diese Fallgruppe wirkungsgleich ins allgemeine Besteuerungsverfahren &uuml;bertr&auml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der EuGH hat zum Unionsrecht bereits entschieden, dass Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 86\/560\/EWG nicht ungeachtet seines klaren und genauen Wortlauts in einer Weise ausgelegt werden kann, die auf seine Berichtigung abzielt (vgl. EuGH-Urteil Kommission\/ Vereinigtes K&ouml;nigreich vom 15.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&#8211; C-582\/08, EU:C:2010:429, HFR 2010, 995, Rz&nbsp;51). Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 86\/560\/EWG ist auch nicht dahingehend auszulegen, dass er auf Drittl&auml;nder beschr&auml;nkt ist, die sich nicht auf die Meistbeg&uuml;nstigungsklausel nach Art.&nbsp;II Abs.&nbsp;1 des General Agreement on Trade in Services (GATS; BGBl II 1994, 1643) berufen k&ouml;nnen (vgl. EuGH-Urteil Rizeni Letoveho Provozu vom 7.&nbsp;Juni 2007&nbsp;&#8211; C-335\/05, EU:C:2007:321, BFH\/NV 2007, Beilage&nbsp;4, 386). Der EuGH h&auml;lt danach das Prinzip der Gegenseitigkeit ebenfalls f&uuml;r unionsrechtlich zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Aus Art.&nbsp;20 der Charta der Grundrechte der Europ&auml;ischen Union (EuGrdRCh) ergibt sich &#8211;entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin&#8211; vor diesem Hintergrund nichts anderes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Nach Art.&nbsp;20 EuGrdRCh sind alle Personen vor dem Gesetz gleich; der Wortlaut entspricht dem des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Der Senat geht zugunsten der Kl&auml;gerin davon aus, dass die EuGrdRCh im Bereich der Mehrwertsteuer anwendbar sein kann (vgl. EuGH-Urteile Akerberg Fransson vom 26.&nbsp;Mai 2013&nbsp;&#8211; C-617\/10, EU:C:2013:105, HFR&nbsp;2013, 464, Rz&nbsp;25&nbsp;ff.; Ordre des barreaux francophones et germanophone u.a. vom 28.&nbsp;Juli 2016&nbsp;&#8211; C-543\/14, EU:C:2016:605, UR 2016, 634, Rz&nbsp;22&nbsp;ff.; RPO vom 7.&nbsp;M&auml;rz 2017&nbsp;&#8211; C-390\/15, EU:C:2017:174, DStRE 2017, 1183, Rz&nbsp;38; im Verfahren der Erstattung von Mehrwertsteuer offen geblieben im EuGH-Urteil Volkswagen vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2018&nbsp;&#8211; C-533\/16, EU:C:2018:204, UR 2018, 359, Rz&nbsp;32, 52).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Der in Art.&nbsp;20 EuGrdRCh zum Ausdruck kommende Grundsatz der Gleichbehandlung besagt, dass vergleichbare Sachverhalte nicht unterschiedlich und unterschiedliche Sachverhalte nicht gleich behandelt werden d&uuml;rfen, es sei denn, dass eine solche Behandlung objektiv gerechtfertigt ist (vgl. EuGH-Urteile RPO, EU:C:2017:174, DStRE 2017, 1183, Rz&nbsp;41 und 42; BB&nbsp;construct vom 26.&nbsp;Oktober 2017&nbsp;&#8211; C-534\/16, EU:C:2017:820, UR 2017, 980, Rz&nbsp;43). Die Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes durch eine unterschiedliche Behandlung setzt u.a. voraus, dass die betreffenden Sachverhalte im Hinblick auf alle Merkmale, die sie kennzeichnen, vergleichbar sind (vgl. EuGH-Urteile Arcelor Atlantique et Lorraine u.a. vom 16.&nbsp;Dezember 2008&nbsp;&#8211; C-127\/07, EU:C:2008:728, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht 2009, 382, Rz&nbsp;25; Compass Contract Service vom 14.&nbsp;Juni 2017&nbsp;&#8211; C-38\/16, EU:C:2017:454, DStRE&nbsp;2017, 1516, Rz&nbsp;25). Eine Ungleichbehandlung ist gerechtfertigt, wenn sie im Zusammenhang mit einem rechtlich zul&auml;ssigen Ziel steht, das mit der Ma&szlig;nahme, die zu einer solchen unterschiedlichen Behandlung f&uuml;hrt, verfolgt wird, und wenn die unterschiedliche Behandlung in angemessenem Verh&auml;ltnis zu diesem Ziel steht; dem Unionsgesetzgeber ist in diesem Rahmen ein weites Ermessen zuzuerkennen, so dass sich die gerichtliche Kontrolle auf offensichtliche Fehler beschr&auml;nken muss (EuGH-Urteil RPO, EU:C:2017:174, DStRE 2017, 1183, Rz&nbsp;53 und 54, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ddd) Gemessen daran liegt kein Versto&szlig; vor, weil die von &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4b UStG angeordnete Ungleichbehandlung in Art.&nbsp;171 der Richtlinie 2006\/112\/EG i.V.m. Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 86\/560\/EWG zugelassen ist und &#8211;ebenso wie im Bereich des Art.&nbsp;3 GG&#8211; zur Durchsetzung des v&ouml;lkerrechtlich anerkannten Prinzips der Gegenseitigkeit dient (s. dazu die Ausf&uuml;hrungen unter II.2.d&nbsp;aa). F&uuml;r Art.&nbsp;20 EuGrdRCh gilt insoweit nichts anderes als f&uuml;r die wortgleiche Vorschrift des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Ein etwaiger Versto&szlig; der &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;6 UStG (jetzt &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;4 UStG), &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4b UStG gegen das GATS f&uuml;hrt nicht zur Unanwendbarkeit dieser Normen; denn dieses Abkommen gew&auml;hrt dem Einzelnen keine subjektiven Rechte. Etwaige Verst&ouml;&szlig;e sind nur im Rahmen eines von den Mitgliedstaaten einzuleitenden Verfahrens zu &uuml;berpr&uuml;fen (vgl. BFH-Urteile vom 8.&nbsp;August 2013&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;3\/11, BFHE 242, 535, BStBl II 2014, 46, Rz&nbsp;36; vom 19.&nbsp;November 2014&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;39\/13, BFHE 248, 399, BStBl II 2015, 352, Rz&nbsp;23, m.w.N.; FG K&ouml;ln, Urteil vom 16.&nbsp;Oktober 2008&nbsp;&#8211; 2&nbsp;K&nbsp;3126\/04, Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 222, Rz&nbsp;28; Stadie in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, a.a.O., &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;662&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat kann deshalb offen lassen, ob die Kl&auml;gerin Umsatzsteuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13b UStG schuldet, was entscheidend davon abh&auml;ngt, ob &#8211;wie das FG angenommen hat&#8211; eine feste Niederlassung steuerbare Ums&auml;tze ausf&uuml;hren muss (vgl. zu der Problematik Schlussantr&auml;ge der Generalanw&auml;ltin Kokott vom 15.&nbsp;Mai 2014 in der Rechtssache Welmory C-605\/12, EU:C:2014:340, Rz&nbsp;40&nbsp;ff.; Abschn.&nbsp;3a.2 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 und Abschn.&nbsp;3a.1 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 UStAE; Haller, Mehrwertsteuerrecht 2015, 7&nbsp;ff.; Heinrichshofen, Der EU-Umsatz-Steuer-Berater 2014, 70; Monfort, Deutsches Steuerrecht 2014, 2173, sowie UR 2012, 341 und 936; Scheller\/Baier\/G&ouml;cke, Die Steuerberatung 2014, 256, 262; Damaschke, Steuerberater Woche 2014, 1000, 1002; Scholz, UR 2015, 500). Eine Verb&ouml;serung der Steuerfestsetzung zu Lasten der Kl&auml;gerin ist aufgrund des Verbots der reformatio in peius im Finanzprozess (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2016&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;198\/15, BFH\/NV 2016, 1042, Rz&nbsp;8, m.w.N.) nicht m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.5.2019, XI R 1\/18ECLI:DE:BFH:2019:U.220519.XIR1.18.0 Steuerabzug von Drittlands-Unternehmern auch im allgemeinen Besteuerungsverfahren nur bei Gegenseitigkeit Leits&auml;tze 1. Die im Vorsteuer-Verg&uuml;tungsverfahren geltende Einschr&auml;nkung des &sect; 18 Abs. 9 Satz 6 UStG (jetzt: &sect; 18 Abs. 9 Satz 4 UStG) zur Gegenseitigkeit findet gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 4b UStG unter den dort genannten Voraussetzungen auch &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-1-18-steuerabzug-von-drittlands-unternehmern-auch-im-allgemeinen-besteuerungsverfahren-nur-bei-gegenseitigkeit\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;1\/18 &#8211; Steuerabzug von Drittlands-Unternehmern auch im allgemeinen Besteuerungsverfahren nur bei Gegenseitigkeit<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71149","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71149","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71149"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71149\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71149"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71149"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71149"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}