{"id":71150,"date":"2019-09-12T16:51:25","date_gmt":"2019-09-12T14:51:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71150"},"modified":"2019-09-12T16:51:25","modified_gmt":"2019-09-12T14:51:25","slug":"viii-r-31-16-pauschale-ermittlung-von-investmentfondsertraegen-nach-par-6-abs-1-invstg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-31-16-pauschale-ermittlung-von-investmentfondsertraegen-nach-par-6-abs-1-invstg\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;31\/16 &#8211; Pauschale Ermittlung von Investmentfondsertr&auml;gen nach &sect; 6 Abs. 1 InvStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.5.2019, VIII R 31\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.140519.VIIIR31.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Pauschale Ermittlung von Investmentfondsertr&auml;gen nach &sect; 6 Abs. 1 InvStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die pauschale Ermittlung von Investmentfondsertr&auml;gen nach &sect; 6 Abs. 1 InvStG, die vom Steuerpflichtigen durch den Nachweis der tats&auml;chlichen Besteuerungsgrundlagen nach &sect; 6 Abs. 2 InvStG abgewendet werden kann, verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Unionsrecht und ist auch mit dem Grundgesetz vereinbar.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 03.11.2016 &#8211; 16 K 3383\/10 F wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist die Besteuerung von Eink&uuml;nften der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) aus sog. &quot;intransparenten&quot; ausl&auml;ndischen Investmentfonds nach &sect;&nbsp;6 des Investmentsteuergesetzes in der zum 31.&nbsp;Dezember 2017 geltenden Fassung (InvStG) in den Streitjahren (2004 bis 2008).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist Gesamtrechtsnachfolgerin ihres im August 2002 verstorbenen Ehemanns. In dessen Nachlass befanden sich u.a. Anteile an mehreren Investmentfonds, die der Ehemann bis zu seinem Tod in einem Depot bei der &#8230; Bank in Belgien gehalten hatte. Im Jahr 2003 &uuml;bertrug die Kl&auml;gerin das Depot zur H&auml;lfte auf den gemeinsamen Sohn, den Kl&auml;ger, nachdem dieser seinen Pflichtteilsanspruch geltend gemacht hatte. Die Ertr&auml;ge aus den Investmentfondsanteilen wurden ab 2003 gesondert und einheitlich festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die Investmentfonds die Besteuerungsgrundlagen nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 InvStG den Kl&auml;gern bekannt gegeben hatten, erkl&auml;rten diese ihre Ertr&auml;ge f&uuml;r das urspr&uuml;nglich auch betroffene Jahr 2003 und die Streitjahre 2004 bis 2006 in Bezug auf s&auml;mtliche Anteile sowie f&uuml;r die Streitjahre 2007 und 2008 in Bezug auf die Anteile an drei der sechs Investmentfonds im Wege der Sch&auml;tzung in H&ouml;he von jeweils 1,7&nbsp;%, 2&nbsp;% bzw. 3&nbsp;% der Depotwerte zum 31.&nbsp;Dezember eines jeden Jahres. F&uuml;r die Anteile an den &uuml;brigen drei Investmentfonds erfolgte hinsichtlich der Streitjahre 2007 und 2008 eine Ermittlung der Ertr&auml;ge &quot;lt. beiliegenden Listen&quot; bzw. &quot;lt. B&ouml;rsenzeitung&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte den Angaben der Kl&auml;ger nur in Bezug auf die erkl&auml;rten Ertr&auml;ge aus drei der sechs Investmentfonds f&uuml;r das Jahr 2008. Im &Uuml;brigen ermittelte das FA die Ertr&auml;ge unter Anwendung des &sect;&nbsp;6 InvStG, indem es 70&nbsp;% des Differenzbetrages zwischen dem ersten und dem letzten Marktpreis bzw. mindestens 6&nbsp;% des letzten Marktpreises der Fondsanteile in den Streitjahren zugrunde legte. Der Einspruch der Kl&auml;ger hiergegen blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Laufe des Klageverfahrens erlie&szlig; das FA am 8.&nbsp;Juni 2012 ge&auml;nderte Feststellungsbescheide, mit denen es die Besteuerungsgrundlagen den Kl&auml;gern h&auml;lftig zurechnete. Dar&uuml;ber hinaus setzte das FA in dem &Auml;nderungsbescheid f&uuml;r das Jahr 2007 die Ertr&auml;ge aus drei der sechs Fonds erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; herab. Nach teilweiser Erledigung des Rechtsstreits in der Hauptsache f&uuml;hrten die Kl&auml;ger das Klageverfahren f&uuml;r die Streitjahre fort und st&uuml;tzten sich zur Begr&uuml;ndung im Wesentlichen darauf, dass die Anwendung des &sect;&nbsp;6 InvStG gegen die Kapitalverkehrsfreiheit aus Art.&nbsp;63 des Vertrages &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union (AEUV) versto&szlig;e.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf ein vom Finanzgericht (FG) daraufhin eingeleitetes Vorabentscheidungsersuchen entschied der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) mit Urteil vom 9.&nbsp;Oktober 2014&nbsp;&#8211; C-326\/12 (EU:C:2014:2269, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2014, 1127), die Vorschrift des &sect;&nbsp;6 InvStG sei im Lichte von Art.&nbsp;63 AEUV dahin auszulegen, dass es dem Steuerpflichtigen auch bei sog. intransparenten Investmentfonds im EU-Ausland m&ouml;glich sein m&uuml;sse, Unterlagen und Informationen beizubringen, um abweichend von den Vorgaben des InvStG die tats&auml;chliche H&ouml;he seiner Eink&uuml;nfte auf andere Weise nachzuweisen. Allein der Umstand, dass ein ausl&auml;ndischer Investmentfonds die unterschiedslos f&uuml;r in- und ausl&auml;ndische Fonds geltenden Verpflichtungen zur Bekanntmachung und Ver&ouml;ffentlichung bestimmter Angaben gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 InvStG nicht erf&uuml;lle, sei nicht ausreichend, um die Ertr&auml;ge, die der Steuerpflichtige aus diesem Investmentfonds erzielt habe, pauschal nach &sect;&nbsp;6 InvStG zu ermitteln. Der Inhalt, die Form und das Ma&szlig; an Pr&auml;zision, denen die Angaben f&uuml;r einen anderweitigen Nachweis der Eink&uuml;nfte aus einem ausl&auml;ndischen Investmentfonds gen&uuml;gen m&uuml;ssten, seien jedoch von der Finanzverwaltung zu bestimmen, um dieser eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Besteuerung zu erm&ouml;glichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum Nachweis der tats&auml;chlich erzielten Ertr&auml;ge legten die Kl&auml;ger im Klageverfahren vor dem FG Jahresberichte und -abschl&uuml;sse der beiden wertm&auml;&szlig;ig bedeutendsten Fonds aus ihrem Depot, namentlich des &quot;&#8230; B&quot; und des &quot;&#8230; E&quot;, vor und beschr&auml;nkten ihr Klagebegehren auf den Ansatz der Ertr&auml;ge aus diesen beiden (thesaurierenden) Fonds. Sie errechneten die tats&auml;chlich erzielten Nettoertr&auml;ge bzw. Verluste pro Anteil, indem sie das &quot;Nettoergebnis der Anlagen&quot; zum 30.&nbsp;September des jeweiligen Streitjahres durch die Summe der begebenen Anlagen des jeweiligen Fonds teilten und sodann mit der Anzahl ihrer Anteile multiplizierten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2016, 2076 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts durch das FG. Sie sind der Auffassung, dass die anhand der Jahresberichte erstellte Ermittlung der tats&auml;chlich erzielten Nettoertr&auml;ge jedenfalls als Sch&auml;tzungsgrundlage f&uuml;r den Nachweis der Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;5 InvStG geeignet sei. Dar&uuml;ber hinaus r&uuml;gen die Kl&auml;ger eine Verletzung von Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 und Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>das Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die Bescheide &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r die Jahre 2004 bis 2008 vom 8.&nbsp;Juni 2012 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Kapitaleink&uuml;nfte aus den Fonds &quot;&#8230; B&quot; und &quot;&#8230; E&quot; wie folgt in die gesonderten und einheitlichen Feststellungen der Kapitaleink&uuml;nfte einflie&szlig;en:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8230; B<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">2004&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;+&nbsp;4.436,13 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">2005&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">+&nbsp;6.787,20 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">2006&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">+&nbsp;2.476,08 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">2007&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&#8211;&nbsp;676,94 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">2008&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&#8211;&nbsp;807,26 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8230; E<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">2004&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;+&nbsp;1.657,80 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">2005&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">+&nbsp;2.030,01 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">2006&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">+&nbsp;894,14 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">2007&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">+&nbsp;334,85 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">2008&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&#8211;&nbsp;360,19 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;4 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass die Eink&uuml;nfte der Kl&auml;ger aus den ausl&auml;ndischen Investmentfonds zutreffend festgestellt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat zutreffend erkannt, dass die von den Kl&auml;gern erzielten Ertr&auml;ge aus den streitbefangenen Investmentanteilen zu Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) i.V.m. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 InvStG (&sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 InvStG n.F.) gef&uuml;hrt haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 InvStG geh&ouml;ren die auf Investmentanteile ausgesch&uuml;tteten sowie die aussch&uuml;ttungsgleichen Ertr&auml;ge und der Zwischengewinn zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG, wenn sie nicht Betriebseinnahmen des Anlegers, Leistungen nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;aa EStG i.V.m. &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG oder Leistungen i.S. des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;5 EStG sind. Diese Regelung gilt f&uuml;r s&auml;mtliche Anleger von Investmentfonds und damit auch f&uuml;r die Kl&auml;ger als Privatanleger. Zwar sind nach dem Einleitungssatz in &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InvStG die &sect;&sect;&nbsp;2 und 4 InvStG nur anzuwenden, wenn der Fonds die in Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Vorschrift angef&uuml;hrten Bekanntmachungs- und Ver&ouml;ffentlichungspflichten erf&uuml;llt. Dies kann aber nicht so verstanden werden, als habe sich der Gesetzgeber bei Privatanlegern die erkennbar auch bei intransparenten Fonds gewollte Steuerbarkeit der nach &sect;&nbsp;6 InvStG ermittelten Kapitalertr&auml;ge durch ein Redaktionsversehen &quot;selbst aus der Hand geschlagen&quot;, wenn der Fonds die Verpflichtungen aus &sect;&nbsp;5 InvStG nicht erf&uuml;llt (Senatsurteil vom 17.&nbsp;November 2015&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;27\/12, BFHE 252, 112, BStBl II 2016, 539, Rz&nbsp;21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist weiter im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass die Ertr&auml;ge der Kl&auml;ger aus ihren Investmentanteilen anhand der Vorgaben gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 InvStG zu ermitteln sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 InvStG bekannt zu machenden Besteuerungsgrundlagen wurden von den Investmentfonds, an denen die Kl&auml;ger beteiligt waren, f&uuml;r die Streitjahre nicht ver&ouml;ffentlicht. Das ist zwischen den Beteiligten unstreitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;ger haben auch keinen anderweitigen Nachweis zu den Besteuerungsgrundlagen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 InvStG erbracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Entgegen der Auffassung des FG ergibt sich dies allerdings nicht bereits daraus, dass die Kl&auml;ger die im Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 23.&nbsp;Mai 2016 (BStBl I 2016, 504) unter 2.a als Mindestanforderungen aufgef&uuml;hrten Unterlagen nicht vorgelegt haben. Der Nachweis der notwendigen Besteuerungsgrundlagen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 InvStG bestimmt sich im Streitfall vielmehr nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 InvStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 InvStG wurde durch Art.&nbsp;2 des Investmentsteuerreformgesetzes vom 19.&nbsp;Juli 2016 (BGBl I 2016, 1730) eingef&uuml;gt. Die Vorschrift ist nach &sect;&nbsp;22a Abs.&nbsp;2 InvStG in allen F&auml;llen anzuwenden, in denen die Steuer noch nicht bestandskr&auml;ftig festgesetzt ist. Sie findet daher auch im Streitfall Anwendung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 InvStG sieht vor, dass abweichend von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 InvStG bei Ertr&auml;gen aus Investmentfonds &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 InvStG anzuwenden ist, wenn der Anleger bis zur Bestandskraft seiner Steuerfestsetzung die Besteuerungsgrundlagen i.S. des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 InvStG mit Ausnahme der Buchst.&nbsp;c und f erkl&auml;rt und die Richtigkeit der Angaben vollst&auml;ndig nachweist. Als Nachweis kann insbesondere eine Bescheinigung eines zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung befugten Berufstr&auml;gers i.S. des &sect;&nbsp;3 des Steuerberatungsgesetzes, einer beh&ouml;rdlich anerkannten Wirtschaftspr&uuml;fungsstelle oder einer vergleichbaren ausl&auml;ndischen Person oder Institution dienen, dass die Besteuerungsgrundlagen nach den Regeln des deutschen Steuerrechts ermittelt wurden (&sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 InvStG). Weist der Anleger auch die Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c und f InvStG nach, finden die &sect;&sect;&nbsp;2 und 4 InvStG Anwendung (&sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 InvStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 InvStG ist auch zugunsten von Anlegern thesaurierender Investmentfonds anzuwenden. Zwar setzt die Vorschrift nach ihrem Wortlaut voraus, dass die Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 InvStG mit Ausnahme der Buchst.&nbsp;c und f erkl&auml;rt und nachgewiesen werden; sie nimmt damit Bezug auf die f&uuml;r aussch&uuml;ttende Fonds geltenden Bekanntmachungs- und Ver&ouml;ffentlichungspflichten. Jedoch erfolgte die Einf&uuml;hrung von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 InvStG ausweislich der Gesetzesbegr&uuml;ndung (vgl. BTDrucks 18\/8045, S.&nbsp;129&nbsp;f.) vor dem Hintergrund der Entscheidung des EuGH (EU:C:2014:2269, HFR 2014, 1127), wonach Anlegern eines intransparenten EU-Investmentfonds ein anderweitiger Nachweis &uuml;ber die tats&auml;chliche H&ouml;he ihrer Eink&uuml;nfte m&ouml;glich sein muss. Diese M&ouml;glichkeit ist unabh&auml;ngig davon einzur&auml;umen, ob es sich um einen aussch&uuml;ttenden oder thesaurierenden Investmentfonds handelt. F&uuml;r diese Auslegung spricht auch, dass &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 InvStG hinsichtlich der Bekanntmachungspflichten bei thesaurierenden Fonds auf &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 InvStG (mit Ausnahme des Buchst.&nbsp;a) verweist. Die bei thesaurierenden Fonds erforderlichen Angaben sind deshalb &#8211;auch im Rahmen des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 InvStG&#8211; entsprechend den in Aussch&uuml;ttungsf&auml;llen geltenden Vorgaben zu machen und nachzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ausgehend hiervon ist es im Ergebnis revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, dass das FG zu dem Schluss gekommen ist, es k&ouml;nne anhand der eingereichten Jahresberichte der streitbefangenen Fonds die nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 InvStG erforderlichen Angaben zu den Besteuerungsgrundlagen nicht ermitteln. Denn die Kl&auml;ger haben keine Angaben zu den bei thesaurierenden Investmentfonds erforderlichen Besteuerungsgrundlagen, insbesondere zum Betrag der aussch&uuml;ttungsgleichen Ertr&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1, &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b i.V.m. Nr.&nbsp;2 InvStG gemacht, sondern lediglich das nach den Jahresberichten auf ihre jeweiligen Fondsanteile entfallende Nettoergebnis der Anlagen f&uuml;r die jeweiligen Streitjahre mitgeteilt. Soweit die Kl&auml;ger geltend machen, ihnen seien die erforderlichen Mindestangaben wegen fehlender Informationen durch die Investmentfonds nicht verf&uuml;gbar gewesen, f&uuml;hrt dies zu keinem anderen Ergebnis. Insbesondere verst&ouml;&szlig;t die Verpflichtung, die nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 InvStG erforderlichen Besteuerungsgrundlagen i.S. des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 InvStG zu erkl&auml;ren, entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger nicht gegen die Kapitalverkehrsfreiheit aus Art.&nbsp;63 AEUV. Wie der EuGH in seiner Entscheidung (EU:C:2014:2269, HFR 2014, 1127) festgestellt hat, ist es mit der Kapitalverkehrsfreiheit vereinbar, wenn Anleger ausl&auml;ndischer Investmentfonds verpflichtet sind, diejenigen Angaben zu den Besteuerungsgrundlagen zu machen, die inl&auml;ndische Investmentfonds machen m&uuml;ssen, um eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Besteuerung nach innerstaatlichem Recht zu gew&auml;hrleisten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Da es vorliegend bereits an den gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 InvStG erforderlichen Angaben zu den Besteuerungsgrundlagen fehlt, kann dahinstehen, ob es, wovon das FG ausgegangen ist, auch an einem hinreichenden Nachweis der kl&auml;gerischen Angaben zu den Besteuerungsgrundlagen i.S. der Vorschrift fehlt. Insbesondere kann der Senat offenlassen, ob f&uuml;r den von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 InvStG geforderten &quot;vollst&auml;ndigen Nachweis&quot; der Richtigkeit der erkl&auml;rten Besteuerungsgrundlagen statt der Berufstr&auml;gerbescheinigung nicht nur der zum jeweiligen Gesch&auml;ftsjahresende g&uuml;ltige Jahresbericht, sondern dar&uuml;ber hinaus der Verkaufsprospekt, eine Summen- und Saldenliste aus der Fondsbuchhaltung, eine &Uuml;berleitungsrechnung sowie eine Anlage f&uuml;r die Gewinn- und Verlustvortr&auml;ge bezogen auf die einzelnen Ertragsarten kumulativ vorzulegen sind (vgl. BTDrucks 18\/8045, S.&nbsp;130).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Das FG hat die M&ouml;glichkeit einer Sch&auml;tzung der Angaben zu den Besteuerungsgrundlagen auf der Grundlage der von den Kl&auml;gern vorgelegten Jahresberichte ebenfalls im Ergebnis zutreffend verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kommt ein Investmentfonds seinen Bekanntmachungs- und Ver&ouml;ffentlichungspflichten aus &sect;&nbsp;5 InvStG nicht nach und kann auch der Anleger keine Angaben zu diesen machen, sind die Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 InvStG pauschal zu ermitteln. Eine individuelle Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;162 der Abgabenordnung (AO) schlie&szlig;t &sect;&nbsp;6 InvStG aus. Vielmehr ordnet die Regelung in Abs.&nbsp;1 eine pauschale Ermittlung der Ertr&auml;ge an, die, soweit kein abweichender Nachweis nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 InvStG gef&uuml;hrt wird, keinen Raum f&uuml;r eine individuelle Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;162 AO l&auml;sst. Soweit der Senat in seiner Entscheidung in BFHE 252, 112, BStBl II 2016, 539 eine Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen des &sect;&nbsp;5 InvStG nach &sect;&nbsp;162 AO dem Grunde nach f&uuml;r m&ouml;glich gehalten hat, ergibt sich hieraus f&uuml;r den Streitfall nichts anderes. Zum einen betraf die Entscheidung die vor Inkrafttreten des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 InvStG geltende Rechtslage. Zum anderen hat der Senat die M&ouml;glichkeit einer Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen allenfalls in einem sehr engen Rahmen und lediglich zur Beseitigung von Unklarheiten geringen Umfangs bejaht (Senatsurteil in BFHE 252, 112, BStBl II 2016, 539, Rz&nbsp;51).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Ertr&auml;ge der Kl&auml;ger aus den Anteilen an den Investmentfonds hat das FA zutreffend nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 InvStG ermittelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 InvStG sind beim Anleger die Aussch&uuml;ttungen auf Investmentanteile, der Zwischengewinn sowie 70&nbsp;% des Mehrbetrags anzusetzen, der sich zwischen dem ersten im Kalenderjahr festgesetzten R&uuml;cknahme- oder Marktpreis und dem letzten im Kalenderjahr festgesetzten R&uuml;cknahme- oder Marktpreis eines Investmentanteils ergibt; mindestens sind 6&nbsp;% des letzten im Kalenderjahr festgesetzten R&uuml;cknahmepreises anzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Vorliegend sind vom FG keine Feststellungen zu Aussch&uuml;ttungen und zu einem Zwischengewinn getroffen worden. Das FA hat deshalb f&uuml;r die einzelnen Streitjahre zu Recht Eink&uuml;nfte in H&ouml;he von 70&nbsp;% des Mehrbetrags zwischen dem ersten und dem letzten im jeweiligen Kalenderjahr festgestellten Marktpreis bzw. mindestens in H&ouml;he von 6&nbsp;% des letzten im jeweiligen Kalenderjahr festgestellten Marktpreises angesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die pauschale Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 InvStG verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der allgemeine Gleichheitssatz gebietet dem Gesetzgeber, wesentlich Gleiches gleich und wesentlich Ungleiches ungleich zu behandeln. Er verbietet ungleiche Belastungen ebenso wie ungleiche Beg&uuml;nstigungen. Aus dem allgemeinen Gleichheitssatz ergeben sich je nach Regelungsgegenstand und Differenzierungsmerkmalen unterschiedliche Grenzen f&uuml;r den Gesetzgeber, die vom blo&szlig;en Willk&uuml;rverbot bis zu einer strengeren Bindung an Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitserfordernisse reichen. Das Willk&uuml;rverbot ist verletzt, wenn die ungleiche Behandlung zweier Personen oder Sachverhalte mit einer am Gerechtigkeitsgedanken orientierten Betrachtungsweise nicht mehr vereinbar ist, also bezogen auf den jeweils in Rede stehenden Sachbereich und seine Eigenart ein vern&uuml;nftiger, einleuchtender Grund f&uuml;r die gesetzliche Regelung fehlt. Die Anforderungen an Rechtfertigungsgr&uuml;nde f&uuml;r gesetzliche Differenzierungen steigen in dem Ma&szlig;e, in dem sich die Ungleichbehandlung von Personen oder Sachverhalten auf die Aus&uuml;bung grundrechtlich gesch&uuml;tzter Freiheiten auswirken kann und je weniger die Merkmale, an die die gesetzliche Differenzierung ankn&uuml;pft, f&uuml;r den Einzelnen verf&uuml;gbar sind bzw. je mehr sie sich denen des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;3 GG ann&auml;hern (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. etwa Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 15.&nbsp;Dezember 2015&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/12, BVerfGE 141, 1, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Bereich des Steuerrechts hat der Gesetzgeber bei der Auswahl des Steuergegenstandes und bei der Bestimmung des Steuersatzes einen weitreichenden Gestaltungsspielraum. Die grunds&auml;tzliche Freiheit des Gesetzgebers, diejenigen Sachverhalte zu bestimmen, an die das Gesetz dieselben Rechtsfolgen kn&uuml;pft und die es so als rechtlich gleich qualifiziert, wird insbesondere im Bereich des Einkommensteuerrechts durch das Gebot der Ausrichtung der Steuerlast am Prinzip der finanziellen Leistungsf&auml;higkeit und durch das Gebot der Folgerichtigkeit begrenzt. Bei der Ausgestaltung des steuerrechtlichen Ausgangstatbestandes muss die einmal getroffene Belastungsentscheidung folgerichtig im Sinne der Belastungsgleichheit umgesetzt werden. Ausnahmen von einer belastungsgleichen Ausgestaltung der mit der Wahl des Steuergegenstandes getroffenen gesetzgeberischen Entscheidung bed&uuml;rfen eines besonderen sachlichen Grundes, der die Ungleichbehandlung nach Art und Ausma&szlig; zu rechtfertigen vermag (vgl. BVerfG-Beschluss vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2017&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;6\/11, BVerfGE 145, 106, m.w.N.). Als besondere sachliche Gr&uuml;nde f&uuml;r Ausnahmen von einer folgerichtigen Umsetzung und Konkretisierung steuergesetzlicher Belastungsentscheidungen hat das BVerfG in seiner bisherigen Rechtsprechung vor allem au&szlig;erfiskalische F&ouml;rderungs- und Lenkungszwecke sowie Typisierungs- und Vereinfachungserfordernisse anerkannt, nicht jedoch den rein fiskalischen Zweck staatlicher Einnahmenerh&ouml;hung (BVerfG-Beschluss vom 6.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;13\/09, BVerfGE 126, 268, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die pauschale Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 InvStG f&uuml;hrt zwar zu einer Ungleichbehandlung und kann im Einzelfall einer Besteuerung nach Ma&szlig;gabe der finanziellen Leistungsf&auml;higkeit zuwiderlaufen; sie ist jedoch durch hinreichende, die Pauschalierung der Ertr&auml;ge rechtfertigende Gr&uuml;nde verfassungsrechtlich gerechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 InvStG behandelt Anleger von Investmentfonds hinsichtlich der Bestimmung ihrer steuerpflichtigen Eink&uuml;nfte unterschiedlich je nachdem, ob die Investmentfonds, an denen sie beteiligt sind, die Bekanntmachungs- und Ver&ouml;ffentlichungspflichten nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 InvStG erf&uuml;llen oder nicht. Denn w&auml;hrend Anleger solcher Investmentfonds, die die erforderlichen Angaben gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 InvStG machen, mit ihren tats&auml;chlichen Eink&uuml;nften besteuert werden, werden die Eink&uuml;nfte von Anlegern solcher Investmentfonds, die dies nicht tun, pauschal ermittelt, sofern kein Nachweis der Besteuerungsgrundlagen seitens der Anleger erfolgt. Dies f&uuml;hrt zu einem Versto&szlig; gegen den Grundsatz der Besteuerung nach der finanziellen Leistungsf&auml;higkeit, wenn die tats&auml;chlich erzielten ausgesch&uuml;tteten oder aussch&uuml;ttungsgleichen Ertr&auml;ge, die nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 InvStG zu versteuern w&auml;ren, einer im Vergleich zur pauschalen Ermittlung nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 InvStG niedrigeren Steuer unterliegen (vgl. auch EuGH-Urteil, EU:C:2014:2269, Rz&nbsp;28, HFR 2014, 1127).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Vereinbarkeit der pauschalen Ermittlung der Ertr&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 InvStG mit Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG ist angesichts der dem Steuerpflichtigen nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 InvStG er&ouml;ffneten M&ouml;glichkeit, die Besteuerungsgrundlagen nachzuweisen, sowie seiner Dispositionsfreiheit, keine Anteile an &quot;intransparenten&quot; Fonds erwerben zu m&uuml;ssen, am Ma&szlig;stab des Willk&uuml;rverbots zu pr&uuml;fen. Gemessen daran bewegt sich der Gesetzgeber mit der Norm noch innerhalb seines Gestaltungsspielraums, weil die pauschale Ermittlung der Kapitalertr&auml;ge bei Fehlen von Angaben zu den Besteuerungsgrundlagen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 InvStG dem Grunde und der H&ouml;he nach durch hinreichend sachliche Gr&uuml;nde gerechtfertigt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Mit der Regelung des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 InvStG beabsichtigt der Gesetzgeber zum einen,&nbsp;&nbsp;eine gleichm&auml;&szlig;ige Besteuerung f&uuml;r alle Arten von Investmentfonds sicherzustellen. Falls Angaben oder Nachweise zu den Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 InvStG ganz oder teilweise fehlen, soll die pauschale Ermittlung der Ertr&auml;ge nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 InvStG ungerechtfertigte Steuervorteile der Anleger verhindern. Dies will der Gesetzgeber insbesondere bei thesaurierenden ausl&auml;ndischen Investmentfonds, die keine Nachweise zur Verf&uuml;gung stellen, ausschlie&szlig;en (BTDrucks V\/3494, S.&nbsp;16&nbsp;f. sowie BTDrucks 15\/1553, S.&nbsp;121&nbsp;f.). Schlie&szlig;lich dient die pauschale Ermittlung der Kapitalertr&auml;ge des Anlegers der Vereinfachung der Eink&uuml;nfteermittlung. Es liegt auf der Hand, dass eine Pauschalierung der Ertr&auml;ge des Anlegers, die an einen im Regelfall ohne gr&ouml;&szlig;ere Schwierigkeiten festzustellenden R&uuml;cknahme- oder Marktpreis des Investmentanteils ankn&uuml;pft, Ermittlungen zur Zusammensetzung und H&ouml;he der Besteuerungsgrundlagen eines ausl&auml;ndischen Investmentfonds, der seinen Nachweispflichten nicht nachgekommen ist, entbehrlich macht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Auch mit der konkreten Ausgestaltung von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 InvStG bewegt sich der Gesetzgeber noch innerhalb seines Gestaltungsspielraums.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Der Gesetzgeber ist typisierend davon ausgegangen, dass die pauschale Ermittlung der Ertr&auml;ge des Anlegers im Regelfall dann eingreift, wenn es sich um einen Fonds handelt, dessen Anlagestrategie auf Thesaurierung der Ertr&auml;ge ausgerichtet ist. Zwar bilden sich im Laufe des Jahres erwirtschaftete, thesaurierte Ertr&auml;ge regelm&auml;&szlig;ig in einem Mehrwert des Anteilswertes zum Ende des Jahres ab, jedoch kann auch bei einer geringeren Wertsteigerung oder auch einer Wertminderung des Anteils, wie sie z.T. im Streitfall eingetreten ist, nicht davon ausgegangen werden, dass der jeweilige Fonds keine Ertr&auml;ge erwirtschaftet und thesauriert hat (vgl. Senatsurteil in BFHE 251, 162, BStBl II 2016, 447, zur Vorg&auml;ngervorschrift &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 des Gesetzes &uuml;ber den Vertrieb ausl&auml;ndischer Investmentanteile und &uuml;ber die Besteuerung der Ertr&auml;ge aus ausl&auml;ndischen Investmentanteilen &#8211;AuslInvestG&#8211;). Je nach Anlagestrategie des Fonds k&ouml;nnen sich Wertminderungen des Anteils auch aus Verlusten auf der Ebene des Fondsverm&ouml;gens ergeben, die einen Zufluss von laufenden Ertr&auml;gen in das Fondsverm&ouml;gen jedoch nicht verhindern. Daher durfte der Gesetzgeber zwar grob pauschalierend &#8211;aber noch zul&auml;ssig&#8211; davon ausgehen, dass in jedem Veranlagungszeitraum auf der Fondsebene Ertr&auml;ge erwirtschaftet werden. Dies rechtfertigt die Ankn&uuml;pfung an den R&uuml;cknahme- bzw. Marktpreis zum Jahresende im Rahmen der pauschalen Ermittlung der Ertr&auml;ge. Der Gesetzgeber legt der Pauschalierung damit keinen atypischen Fall zugrunde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Auch die H&ouml;he der pauschal ermittelten Ertr&auml;ge des Anlegers verletzt nicht Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2.1) Die von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InvStG vorgesehene anteilige Erfassung von Wertsteigerungen des Investmentanteils als Grundlage zur Ermittlung der Ertr&auml;ge des Anlegers neben den Aussch&uuml;ttungen und dem Zwischengewinn ist gerechtfertigt, weil sie bei thesaurierenden Investmentfonds eine Besteuerung sicherstellt, die dem Ergebnis bei der Besteuerung von &#8222;transparenten&#8220; Investmentfonds vergleichbar ist. Bei Investmentfonds, die den Bekanntmachungspflichten des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 InvStG nachkommen, werden auch aussch&uuml;ttungsgleiche Ertr&auml;ge erfasst. Die Besteuerung dieser Ertr&auml;ge soll nicht dadurch umgangen werden k&ouml;nnen, dass der Investmentfonds die Bekanntmachungspflichten nicht erf&uuml;llt. Dass der Gesetzgeber pauschal davon ausgeht, dass 70&nbsp;% der Wertsteigerung des Investmentanteils am Ende des Kalenderjahres zu aussch&uuml;ttungsgleichen Ertr&auml;gen beim Anleger f&uuml;hren, ist von seinem Gestaltungsspielraum gedeckt (vgl. Senatsurteil in BFHE 251, 162, BStBl II 2016, 447, zur Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit von 90&nbsp;% des Mehrbetrags nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 AuslInvestG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2.2) Die pauschale Ermittlung der Ertr&auml;ge des Anlegers in H&ouml;he von mindestens 6&nbsp;% des letzten im Kalenderjahr festgesetzten R&uuml;cknahme- bzw. Marktpreises des Anteils unterstellt zwar eine &uuml;berdurchschnittliche Fondsrendite. Da diese pauschale Ermittlung jedoch erst eingreift, wenn auch der Anleger den Nachweis der Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 InvStG nicht erbracht hat, ist die Pauschalierung unter Ber&uuml;cksichtigung des dem Gesetzgeber er&ouml;ffneten weiten Gestaltungsspielraums gerechtfertigt, zumal der Gesetzgeber mit der Herabsetzung der Mindestverzinsung von 10&nbsp;% auf 6&nbsp;% ab dem Veranlagungszeitraum 2004 die Wirkungen der pauschalen Ermittlung der Ertr&auml;ge wesentlich entsch&auml;rft und ihres teilweise beanstandeten Strafcharakters entkleidet hat (vgl. BTDrucks 15\/1553, S.&nbsp;121&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. &sect;&nbsp;6 InvStG f&uuml;hrt auch nicht zu einer nach Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 GG verfassungsrechtlich unzul&auml;ssigen &Uuml;berma&szlig;besteuerung. Zur Vermeidung von Wiederholungen nimmt der Senat insoweit auf die Ausf&uuml;hrungen im Senatsurteil in BFHE 251, 162, BStBl II 2016, 447, zu &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 AuslInvestG Bezug, weil insoweit dieselben Wertungen einschl&auml;gig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.5.2019, VIII R 31\/16ECLI:DE:BFH:2019:U.140519.VIIIR31.16.0 Pauschale Ermittlung von Investmentfondsertr&auml;gen nach &sect; 6 Abs. 1 InvStG Leits&auml;tze Die pauschale Ermittlung von Investmentfondsertr&auml;gen nach &sect; 6 Abs. 1 InvStG, die vom Steuerpflichtigen durch den Nachweis der tats&auml;chlichen Besteuerungsgrundlagen nach &sect; 6 Abs. 2 InvStG abgewendet werden kann, verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Unionsrecht und ist auch mit &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-31-16-pauschale-ermittlung-von-investmentfondsertraegen-nach-par-6-abs-1-invstg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;31\/16 &#8211; Pauschale Ermittlung von Investmentfondsertr&auml;gen nach &sect; 6 Abs. 1 InvStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71150","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71150","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71150"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71150\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71150"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71150"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71150"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}