{"id":71151,"date":"2019-09-12T16:49:45","date_gmt":"2019-09-12T14:49:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71151"},"modified":"2019-09-12T16:49:45","modified_gmt":"2019-09-12T14:49:45","slug":"ii-r-22-17-wertfortschreibung-zur-beseitigung-eines-bewertungsfehlers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-22-17-wertfortschreibung-zur-beseitigung-eines-bewertungsfehlers\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;22\/17 &#8211; Wertfortschreibung zur Beseitigung eines Bewertungsfehlers"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.5.2019, II R 22\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.220519.IIR22.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Wertfortschreibung zur Beseitigung eines Bewertungsfehlers<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Ein Bewertungsfehler liegt vor, wenn die Finanzbeh&ouml;rde bei der Sch&auml;tzung der Jahresrohmiete &uuml;ber die tats&auml;chliche Ausstattung und Gestaltung des zu bewertenden Grundst&uuml;cks und damit &uuml;ber Sch&auml;tzungsgrundlagen im Irrtum war und die Jahresrohmiete unter Ber&uuml;cksichtigung der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse der H&ouml;he nach offensichtlich unzutreffend gesch&auml;tzt hat.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Eine wesentliche Ver&auml;nderung von R&auml;umen kann vorliegen, wenn durch Renovierungs- und Sanierungsma&szlig;nahmen ihre Beschaffenheit derart verbessert wurde, dass keine Vergleichbarkeit mehr mit dem Zustand des urspr&uuml;nglichen Baujahrs besteht, sondern sie einem sp&auml;teren Baujahr zuzuordnen sind. Die &uuml;bliche Miete richtet sich dann nach dem Entgelt f&uuml;r R&auml;ume des sp&auml;teren Baujahrs.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 09.11.2016 &#8211; 4 K 1098\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist seit 2010 Eigent&uuml;mer einer Wohnung auf dem Grundst&uuml;ck &#8230; (Grundst&uuml;ck).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Grundst&uuml;ck wurde 1870 mit einem dreist&ouml;ckigen Vorder- und einem zweist&ouml;ckigen R&uuml;ckgeb&auml;ude bebaut. Vorder- und R&uuml;ckgeb&auml;ude stehen unter Denkmalschutz. Im Erdgeschoss (EG) des teilunterkellerten R&uuml;ckgeb&auml;udes befand sich eine Werkstatt mit Lager. Im ersten Obergeschoss (1.&nbsp;OG) und im Dachgeschoss (DG) lagen je zwei Mietwohnungen. Die Mietwohnungen bestanden jeweils aus zwei Zimmern und hatten weder Bad noch Toilette. Eine Au&szlig;entoilette war im Treppenhaus auf jedem Stockwerk vorhanden. Die Wohnungen wurden &uuml;ber Einzel&ouml;fen beheizt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundeten Vertr&auml;gen jeweils vom 28.&nbsp;September 2007 erwarb die GbR das Grundst&uuml;ck; zudem wurde das Anwesen nach &sect;&nbsp;8 des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) in einen Miteigentumsanteil von 700\/1&nbsp;000 an dem Grundst&uuml;ck verbunden mit dem Sondereigentum an den R&auml;umen im Vordergeb&auml;ude (Einheit&nbsp;1) und einen Miteigentumsanteil von 300\/1&nbsp;000 an dem Grundst&uuml;ck verbunden mit dem Sondereigentum an den R&auml;umen im R&uuml;ckgeb&auml;ude (Einheit&nbsp;2) aufgeteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2008 bis 2010 wurden Vorder- und R&uuml;ckgeb&auml;ude saniert und renoviert. Das Anwesen wurde mit einer zentralen Gasheizungsanlage und neuen Versorgungsleitungen, die nunmehr unter Putz verlegt wurden, ausgestattet. Die DG von Vorder- und R&uuml;ckgeb&auml;ude wurden umgebaut und zu Wohnraum ausgebaut. Zu diesem Zweck wurden die Dachst&uuml;hle in wesentlichen Teilen statisch verst&auml;rkt sowie erneuert und ged&auml;mmt. Im R&uuml;ckgeb&auml;ude entstanden aus den bisher im EG, 1.&nbsp;OG sowie DG befindlichen vier Wohnungen und der Werkstatt nunmehr zwei Wohnungen, darunter die Wohnung Nr.&nbsp;10 mit 91,23&nbsp;qm &#8211;Wohneinheit&nbsp;10&#8211;. Sie umfasst den gesamten Keller des R&uuml;ckgeb&auml;udes, das vormals allgemeine Treppenhaus sowie EG, OG und DG der rechten Haush&auml;lfte. Durch Abriss von Zwischenw&auml;nden wurden in allen Geschossen der Wohneinheit&nbsp;10 R&auml;ume vergr&ouml;&szlig;ert. Die Au&szlig;entoiletten wurden abgebaut. Im EG der Wohneinheit&nbsp;10, in dem nunmehr neben einer Diele zwei Zimmer vorhanden sind, wurde ein Bad neu errichtet. Im 1.&nbsp;OG mit drei Zimmern wurde ein weiteres Bad eingerichtet sowie eine Terrasse geschaffen. Im umgebauten DG wurden drei weitere Zimmer und eine kleine Dachterrasse eingerichtet. In das neue Dach des R&uuml;ckgeb&auml;udes wurden Dachfenster sowie Gauben eingebaut und das Dach begr&uuml;nt. Das R&uuml;ckgeb&auml;ude erhielt ferner u.a. neue Isolierglasfenster und T&uuml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundeter Teilungserkl&auml;rung vom 29.&nbsp;Januar 2010 wurde das Geb&auml;ude nach dem WEG in zehn Wohnungs- bzw. Teileigentumseinheiten geteilt. Der Kl&auml;ger erwarb einen Miteigentumsanteil von 185,92\/1&nbsp;000 am Grundst&uuml;ck, verbunden mit dem Sondereigentum an der Wohneinheit&nbsp;10 (Wohnungseigentum&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 19.&nbsp;Oktober 2010 stellte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) im Wege der Nachfeststellung auf den 1.&nbsp;Januar 2011 f&uuml;r das Grundst&uuml;ck\/Wohnungseigentum&nbsp;10 einen Einheitswert in H&ouml;he von 5.675&nbsp;EUR fest. Der Berechnung der Jahresrohmiete legte er eine &uuml;bliche monatliche Miete in H&ouml;he von 1,95&nbsp;DM\/qm zugrunde. Diese entnahm er dem finanzamtseigenen Mietspiegel (Spalte f&uuml;r Altbauten mit Sammelheizung und Bad mit einem Baujahr vor dem 21.&nbsp;Juni 1948 der Gemarkung X).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem das FA im September 2012 von den an Vorder- und R&uuml;ckgeb&auml;ude vorgenommenen Bauma&szlig;nahmen Kenntnis erlangt hatte, stellte es im Wege der fehlerbeseitigenden Fortschreibung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;3 des Bewertungsgesetzes (BewG) mit Wert- und Artfortschreibungsbescheid (Wertfortschreibungsbescheid) vom 2.&nbsp;Oktober 2012 den Einheitswert f&uuml;r das Grundst&uuml;ck\/Wohnungseigentum&nbsp;10 auf den 1.&nbsp;Januar 2012 auf 8.334&nbsp;EUR fest. Die der Berechnung des Einheitswerts zugrunde gelegte &uuml;bliche monatliche Miete in H&ouml;he von 3&nbsp;DM\/qm sch&auml;tzte das FA nunmehr aufgrund einer anderen Spalte des finanzamtseigenen Mietspiegels f&uuml;r die Gemarkung&nbsp;X (Spalte f&uuml;r Mietwohnungen, Baujahr 1960 und sp&auml;ter, mittlere Ausstattung). Die Feststellung des Einheitswerts erging gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 der Abgabenordnung (AO) vorl&auml;ufig hinsichtlich der Frage, ob die Vorschriften &uuml;ber die Einheitsbewertung des Grundverm&ouml;gens verfassungsgem&auml;&szlig; sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben erfolglos. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1238 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht der Kl&auml;ger eine Verletzung von Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG), &sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 und &sect;&nbsp;79 Abs.&nbsp;2 BewG geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und den Wertfortschreibungsbescheid vom 2.&nbsp;Oktober 2012 und die Einspruchsentscheidung vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2013 dahingehend abzu&auml;ndern, dass der Einheitswert f&uuml;r das Grundst&uuml;ck\/Wohnungseigentum&nbsp;10 auf den 1.&nbsp;Januar 2012 auf 5.420&nbsp;EUR festgestellt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das Finanzgericht (FG) hat zu Recht entschieden, dass der Wertfortschreibungsbescheid auf den 1.&nbsp;Januar 2012 vom 2.&nbsp;Oktober 2012 rechtm&auml;&szlig;ig ist. Das FA konnte f&uuml;r die Sch&auml;tzung der &uuml;blichen Jahresrohmiete den f&uuml;r seinen &ouml;rtlichen Zust&auml;ndigkeitsbereich erarbeiteten Mietspiegelwert f&uuml;r Mietwohnungen Baujahr 1960 und sp&auml;ter heranziehen. Die Voraussetzungen einer fehlerbeseitigenden Wertfortschreibung lagen &uuml;berdies vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Bewertung von Wohnungseigentum und Teileigentum erfolgt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 BewG nach den allgemein geltenden Vorschriften der &sect;&sect;&nbsp;76 bis 91 BewG. F&uuml;r die Bestimmung der Grundst&uuml;cksart (&sect;&nbsp;75 BewG) ist die Nutzung des auf das Wohnungseigentum und Teileigentum entfallenden Geb&auml;udeteils ma&szlig;gebend (&sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 BewG). Nach &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 BewG ist das zu mehr als achtzig Prozent Wohnzwecken dienende Wohnungseigentum im Wege des Ertragswertverfahrens (&sect;&sect;&nbsp;78&nbsp;ff. BewG) nach den Vorschriften zu bewerten, die f&uuml;r Mietwohngrundst&uuml;cke ma&szlig;gebend sind. Das gilt auch, wenn das Wohnungseigentum der Grundst&uuml;cksart nach als Zweifamilienhaus anzusehen ist (G&uuml;rsching\/Stenger, BewG und VStG, &sect;&nbsp;93 BewG Rz&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die H&ouml;he des Einheitswerts basiert gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;78 Satz&nbsp;1 BewG im Ertragswertverfahren auf dem Grundst&uuml;ckswert. Der Grundst&uuml;ckswert ergibt sich nach &sect;&nbsp;78 Satz&nbsp;2 BewG durch Anwendung eines im Anhang zum BewG enthaltenen Vervielf&auml;ltigers (&sect;&nbsp;80 BewG) auf die Jahresrohmiete (&sect;&nbsp;79 BewG) unter Ber&uuml;cksichtigung gewisser pauschaler Erm&auml;&szlig;igungen und Erh&ouml;hungen (&sect;&sect;&nbsp;81 und 82 BewG). Durch diese Bewertungsmethode soll in einem vereinfachten, typisierten Verfahren der Bodenwert wie auch der Geb&auml;udewert in einem Rechenschritt ermittelt und so der gemeine Wert, also der Verkehrswert des jeweiligen Grundst&uuml;cks ann&auml;hernd abgebildet werden (Urteil des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211;vom 10.&nbsp;April 2018&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvL&nbsp;11\/14, BGBl I 2018, 531, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2018, 403, Rz&nbsp;11; Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19.&nbsp;September 2018&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;20\/15, BFH\/NV 2019, 193, Rz&nbsp;19).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die ma&szlig;gebliche Jahresrohmiete richtet sich bei Fortschreibungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;79 Abs.&nbsp;1 und 5 BewG nach der f&uuml;r das Grundst&uuml;ck aufgrund vertraglicher Vereinbarungen im Hauptfeststellungszeitpunkt gezahlten tats&auml;chlichen Miete. War das Grundst&uuml;ck im Hauptfeststellungszeitpunkt am 1.&nbsp;Januar 1964 nicht vermietet, bestimmt sich die Jahresrohmiete gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;79 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 BewG nach der &uuml;blichen Miete (vgl. BVerfG-Urteil in BGBl I 2018, 531, HFR 2018, 403, Rz&nbsp;112). Die &uuml;bliche Miete ist in Anlehnung an die Jahresrohmiete zu sch&auml;tzen, die f&uuml;r R&auml;ume gleicher oder &auml;hnlicher Art, Lage und Ausstattung regelm&auml;&szlig;ig gezahlt wird (&sect;&nbsp;79 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 BewG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zur Sch&auml;tzung (&sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO) der &uuml;blichen Miete ziehen die Finanzbeh&ouml;rden &uuml;berwiegend Mietspiegel heran, die regelm&auml;&szlig;ig nach Baujahren, mietpreisrechtlichen Gegebenheiten, Ausstattungsgruppen und Gemeindegr&ouml;&szlig;en gegliederte Quadratmeter-Mieten zum Stand vom 1.&nbsp;Januar 1964 ausweisen. Im Hinblick auf die Ausstattungsgruppen unterteilen die Mietspiegel meist in einfache, mittlere, gute und sehr gute Ausstattung und legen hierf&uuml;r Rahmens&auml;tze f&uuml;r die anzuwendenden Mietwerte fest (vgl. BVerfG-Urteil in BGBl I 2018, 531, HFR 2018, 403, Rz&nbsp;12, 113). Die Heranziehung dieser auf den Hauptfeststellungszeitpunkt 1.&nbsp;Januar 1964 aufgestellten Mietspiegel f&uuml;r die Sch&auml;tzung der &uuml;blichen Miete gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;79 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 BewG auf diesen Zeitpunkt ist zul&auml;ssig, wenn eine Sch&auml;tzung der &uuml;blichen Miete im unmittelbaren Vergleich daran scheitert, dass nach Art, Lage und Ausstattung vergleichbare vermietete Objekte am 1.&nbsp;Januar 1964 nicht oder nicht in hinreichender Zahl vorhanden waren und die Mietspiegel in ihren Aufgliederungen nach Mietpreisregelungen und den anderen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;79 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 BewG ma&szlig;gebenden Kriterien (insbesondere Baujahr und Ausstattung) den vom Gesetz gestellten Anforderungen f&uuml;r die Sch&auml;tzung der &uuml;blichen Miete entsprechen (BFH-Urteile vom 16.&nbsp;Mai 2018&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;37\/14, BFHE 261, 364, BStBl II 2018, 692, Rz&nbsp;17, m.w.N., und in BFH\/NV 2019, 193, Rz&nbsp;22). Bei Wohnungseigentum, das zu mehr als achtzig Prozent Wohnzwecken dient, sind die Vorgaben des finanzamtsinternen Mietspiegels f&uuml;r Mietwohnungen ebenfalls ma&szlig;gebend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die &uuml;bliche Miete i.S. des &sect;&nbsp;79 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 BewG wird auch bei Wertfortschreibungen (&sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;1 BewG) immer nach den Wertverh&auml;ltnissen im Hauptfeststellungszeitpunkt gesch&auml;tzt (&sect;&sect;&nbsp;27, 79 Abs.&nbsp;5 BewG; vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2019, 193, Rz&nbsp;20). Sie richtet sich nach der Jahresrohmiete, die zum 1.&nbsp;Januar 1964 regelm&auml;&szlig;ig f&uuml;r ein Jahr f&uuml;r die R&auml;ume in dem Zustand gezahlt w&uuml;rde, in dem sie sich zum jeweiligen Feststellungszeitpunkt befinden (&sect;&nbsp;79 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BewG). Hat sich durch bauliche Ma&szlig;nahmen am Geb&auml;ude der Zustand der R&auml;ume so wesentlich ver&auml;ndert, dass sie nicht mehr mit R&auml;umen des urspr&uuml;nglichen Baujahrs des Geb&auml;udes vergleichbar, sondern einem sp&auml;teren Baujahr zuzuordnen sind, richtet sich die &uuml;bliche Miete nach dem Entgelt f&uuml;r R&auml;ume des sp&auml;teren Baujahrs (vgl. BFH-Urteil vom 5.&nbsp;Mai 1999&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;54\/97, BFH\/NV 2000, 169, unter II.2.). Eine wesentliche Ver&auml;nderung kann vorliegen, wenn durch Renovierungs- und Sanierungsma&szlig;nahmen die Beschaffenheit der R&auml;ume derart verbessert wurde, dass keine Vergleichbarkeit mehr mit dem Zustand des urspr&uuml;nglichen Baujahrs besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Bei der Sch&auml;tzung der &uuml;blichen Miete i.S. des &sect;&nbsp;79 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 BewG sind alle Umst&auml;nde zu ber&uuml;cksichtigen, die f&uuml;r die Sch&auml;tzung von Bedeutung sind (&sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO). Den Zustand von Grundst&uuml;ck und Geb&auml;ude zum jeweiligen Feststellungszeitpunkt hat die Finanzbeh&ouml;rde im Rahmen der Ermittlung der Sch&auml;tzungsgrundlagen zu kl&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist ein Mietspiegel hinsichtlich der Belegenheit der Grundst&uuml;cke und der Ausstattungsvarianten der Geb&auml;ude hinreichend differenziert, gew&auml;hrleistet er einen geeigneten Sch&auml;tzungsrahmen. Die Sch&auml;tzung der &uuml;blichen Miete erweist sich erst dann als rechtswidrig, wenn sie den durch die Umst&auml;nde des Falles gezogenen Sch&auml;tzungsrahmen verl&auml;sst. Allein eine Abweichung von den tats&auml;chlichen Gegebenheiten reicht nicht aus (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2019, 193, Rz&nbsp;27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die durch die Finanzbeh&ouml;rde vorgenommene Sch&auml;tzung ist durch das FG voll &uuml;berpr&uuml;fbar, da sie keine Ermessensentscheidung darstellt (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2019, 193, Rz&nbsp;23&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach &sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 BewG in der f&uuml;r den streitigen Stichtag geltenden Fassung findet eine Wertfortschreibung (&sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;1 BewG) auch zur Beseitigung eines Fehlers der letzten Feststellung statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Unter einem Fehler i.S. des &sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 BewG ist jede objektive Unrichtigkeit zu verstehen (BFH-Urteil vom 31.&nbsp;Juli 1981&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;127\/79, BFHE 134, 164, BStBl II 1982, 6, unter 1.). Eine Wertfortschreibung kann auch erfolgen, wenn sich seit der letzten Einheitswertfeststellung die tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse nicht ge&auml;ndert haben, die damalige W&uuml;rdigung der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse jedoch zu einem klarliegenden, einwandfrei feststellbaren Bewertungsfehler gef&uuml;hrt hat (vgl. BFH-Urteil vom 7.&nbsp;Oktober 1955&nbsp;&#8211; III&nbsp;77\/54&nbsp;U, BFHE 61, 453, BStBl III 1955, 375, unter II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine ge&auml;nderte Sch&auml;tzung der &uuml;blichen Miete, die zu einem anderen Einheitswert f&uuml;hrt, stellt f&uuml;r sich regelm&auml;&szlig;ig keinen ausreichenden Grund dar, die anl&auml;sslich einer fr&uuml;heren Einheitswertfeststellung erfolgte sch&auml;tzweise Ermittlung der &uuml;blichen Miete als fehlerhaft zu behandeln. F&uuml;r einen klaren und eindeutig feststellbaren Bewertungsfehler reicht es aber aus, wenn die Finanzbeh&ouml;rde bei der Sch&auml;tzung der Jahresrohmiete &uuml;ber die tats&auml;chliche Ausstattung und Gestaltung des zu bewertenden Grundst&uuml;cks und damit &uuml;ber Sch&auml;tzungsgrundlagen im Irrtum war und die Jahresrohmiete unter Ber&uuml;cksichtigung der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse der H&ouml;he nach offensichtlich unzutreffend gesch&auml;tzt hat (vgl. BFH-Urteil in BFHE 134, 164, BStBl II 1982, 6, unter 2.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG zutreffend entschieden, dass der Wertfortschreibungsbescheid vom 2.&nbsp;Oktober 2012 rechtm&auml;&szlig;ig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Rechtswidrigkeit des Wertfortschreibungsbescheids wegen eines Verfassungsversto&szlig;es scheidet aus. Die im Streitfall anwendbaren Vorschriften &uuml;ber die Einheitsbewertung waren zwar jedenfalls seit dem 1.&nbsp;Januar 2002 nicht mehr verfassungsgem&auml;&szlig;. Sie d&uuml;rfen aber nach dem BVerfG-Urteil in BGBl I 2018, 531, HFR 2018, 403 im dargestellten Umfang auch im Streitfall weiter angewandt werden (BFH-Urteil in BFH\/NV 2019, 193, Rz&nbsp;16).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FA konnte nach den ma&szlig;geblichen Vorschriften den Einheitswert f&uuml;r das Wohnungseigentum&nbsp;10 auf den 1.&nbsp;Januar 2012 durch Bescheid vom 2.&nbsp;Oktober 2012 im Rahmen einer fehlerbeseitigenden Wertfortschreibung auf 8.334&nbsp;EUR feststellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Sch&auml;tzung der &uuml;blichen Miete nach &sect;&nbsp;79 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 BewG f&uuml;r das Wohnungseigentum&nbsp;10 war zul&auml;ssig, weil bezogen auf den Stichtag 1.&nbsp;Januar 1964 f&uuml;r das &#8211;erst durch Bauma&szlig;nahmen in den Jahren 2008 bis 2010 entstandene&#8211; Wohnungseigentum&nbsp;10 tats&auml;chlich gezahlte Mieten fehlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) F&uuml;r die Ermittlung der f&uuml;r das Wohnungseigentum&nbsp;10 &uuml;blichen Miete i.S. des &sect;&nbsp;79 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 BewG konnte das FA den f&uuml;r seinen &ouml;rtlichen Zust&auml;ndigkeitsbereich erarbeiteten Mietspiegel heranziehen. Nach den Feststellungen des FG enthielt der vom FA vorgelegte Mietspiegel eine ausreichende Differenzierung nach Grundst&uuml;cksart (u.a. Einfamilienh&auml;user, Zweifamilienh&auml;user, Eigentumswohnungen 1&nbsp;Zimmer, 2 und 3&nbsp;Zimmer, ab 4&nbsp;Zimmer, Mietwohnungen), Baujahr (vor 21.&nbsp;Juni 1948, 21.&nbsp;Juni 1948 bis 1959, 1960 und sp&auml;ter), Ausstattung (einfach, mittel, gut) und der Lage (Differenzierung nach Stadtteilen). Er gew&auml;hrleistete einen geeigneten Sch&auml;tzungsrahmen. Selbst wenn &#8211;wie der Kl&auml;ger meint&#8211; die dem Mietspiegel zugrunde liegenden Datenquellen nicht hinreichend dokumentiert w&auml;ren, ist dies f&uuml;r die Heranziehung als Sch&auml;tzungsgrundlage unerheblich. Der Mietspiegel mit einer gewissen Datenbreite soll nur einen Anhalt f&uuml;r die vorzunehmende Sch&auml;tzung bieten, so dass Fehler in einzelnen Datengrundlagen keinen unmittelbaren Einfluss auf die Besteuerung haben (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2019, 193, Rz&nbsp;28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Das FA hat bei der Sch&auml;tzung der &uuml;blichen Miete f&uuml;r das Wohnungseigentum&nbsp;10 den durch den finanzamtsinternen Mietspiegel gezogenen Sch&auml;tzungsrahmen nicht verlassen. Es hat der Ermittlung der Jahresrohmiete auf den Feststellungszeitpunkt 1.&nbsp;Januar 2012 zu Recht die Mietspiegelmiete in H&ouml;he von monatlich 3&nbsp;DM\/qm f&uuml;r Bauten 1960 und sp&auml;ter\/mit mittlerer Ausstattung\/Wohnungen zugrunde gelegt. Nach den bindenden Feststellungen des FG entstand das Wohnungseigentum&nbsp;10 neu aufgrund ausf&uuml;hrlicher Umbauma&szlig;nahmen in den Jahren 2008 bis 2010 durch Zusammenlegung der bisherigen in der rechten Haush&auml;lfte bestehenden Wohneinheiten sowie des Kellers und des vorherigen allgemeinen Treppenhauses zu einer Einheit. Es dient ausschlie&szlig;lich Wohnzwecken und verf&uuml;gt nunmehr &uuml;ber einen eigenen separaten Eingang und &#8211;anstatt von vor dem Umbau allen Wohneinheiten allgemein zug&auml;nglichen Au&szlig;entoiletten&#8211; &uuml;ber zwei nur zur dieser Wohnung geh&ouml;rende B&auml;der im EG und im 1.&nbsp;OG sowie eine neu errichtete Dachterrasse im extensiv begr&uuml;nten DG. Durch den Abriss von Zwischenw&auml;nden wurden in allen Geschossen R&auml;ume vergr&ouml;&szlig;ert. Das durch die Umbauma&szlig;nahmen neu erstellte Wohnungseigentum&nbsp;10 wird nicht mehr &#8211;wie die R&auml;ume im R&uuml;ckgeb&auml;ude bisher&#8211; mit Einzel&ouml;fen, sondern mittels Zentralheizung beheizt. Es wurde u.a. mit neuen Versorgungsleitungen sowie neuen Isolierglasfenstern und T&uuml;ren ausgestattet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch diese Bau-, Sanierungs- und Renovierungsma&szlig;nahmen wurde der Zustand der urspr&uuml;nglichen R&auml;ume aus dem Jahr 1870 wesentlich ver&auml;ndert. Die Ausstattung bei Bad, Heizung und Fenster wurde an moderne Standards angepasst. Da die qualitative und quantitative Beschaffenheit der R&auml;ume zum Fortschreibungszeitpunkt 1.&nbsp;Januar 2012 nicht mehr dem Zustand von 1870, sondern mindestens von 1960 und sp&auml;ter bei mittlerer Ausstattung entsprach, konnte das FA den dieser Kategorie des Mietspiegels entnommenen Quadratmeterpreis f&uuml;r die Sch&auml;tzung der &uuml;blichen Miete zugrunde legen. Unerheblich in der Gesamtw&uuml;rdigung der wesentlichen Ver&auml;nderungen des Geb&auml;udezustands ist &#8211;entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers&#8211;, dass die Mauern des Geb&auml;udes nach wie vor aus dem Jahr 1870 stammen. Denn die &Auml;nderungen des baulichen Zuschnitts der R&auml;ume und die umfassende Sanierung der innerhalb der Mauern liegenden Geb&auml;udesubstanzen waren so wesentlich, dass ihr renovierter Zustand nicht mehr dem urspr&uuml;nglichen Baujahr 1870 entsprach.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Verletzung von Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG i.S. der Steuergerechtigkeit durch die Heranziehung der Sparte &quot;Wohnungen, R&auml;ume Baujahr 1960 und &auml;lter, mittlerer Ausstattung&quot; liegt nicht vor. Die Sch&auml;tzung der &uuml;blichen Miete basierte nicht auf willk&uuml;rlichen Grundlagen. Das FA konnte vielmehr nach Kenntnis der aufgef&uuml;hrten Renovierungs- und Sanierungsarbeiten zutreffend zu dem Schluss kommen, der Zustand der R&auml;ume entspreche (mindestens) dem Baujahr 1960 und sp&auml;ter, mittlere Ausstattung, und daher den entsprechenden Quadratmeterpreis seiner Sch&auml;tzung zugrunde legen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Voraussetzungen f&uuml;r eine fehlerbeseitigende Wertfortschreibung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 BewG lagen vor. Das FA ging bei Erlass des Nachfeststellungsbescheids am 19.&nbsp;Oktober 2010 von unzutreffenden tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnissen und deshalb falschen Sch&auml;tzungsgrundlagen aus. Es legte bei der &uuml;blichen Miete f&uuml;r das Wohnungseigentum&nbsp;10 aus dem finanzamtsinternen Mietspiegel die Spalte f&uuml;r Altbauten mit Sammelheizung und Bad mit einem Baujahr vor dem 21.&nbsp;Juni 1948 zugrunde, obwohl das Geb&auml;ude durch umfangreiche Bauma&szlig;nahmen in den Jahren 2008 bis 2010 saniert und das Wohnungseigentum&nbsp;10 mit qualitativ und quantitativ zumindest guter Ausstattung geschaffen wurde. Diesen Fehler bei den Sch&auml;tzungsgrundlagen konnte das FA im Rahmen der Wertfortschreibung durch Bescheid vom 2.&nbsp;Oktober 2012 beseitigen und f&uuml;r die Sch&auml;tzung der &uuml;blichen Miete f&uuml;r das Wohnungseigentum&nbsp;10 den zutreffenden Mietspiegelwert ansetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.5.2019, II R 22\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.220519.IIR22.17.0 Wertfortschreibung zur Beseitigung eines Bewertungsfehlers Leits&auml;tze 1. NV: Ein Bewertungsfehler liegt vor, wenn die Finanzbeh&ouml;rde bei der Sch&auml;tzung der Jahresrohmiete &uuml;ber die tats&auml;chliche Ausstattung und Gestaltung des zu bewertenden Grundst&uuml;cks und damit &uuml;ber Sch&auml;tzungsgrundlagen im Irrtum war und die Jahresrohmiete unter Ber&uuml;cksichtigung der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse der H&ouml;he nach &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-22-17-wertfortschreibung-zur-beseitigung-eines-bewertungsfehlers\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;22\/17 &#8211; Wertfortschreibung zur Beseitigung eines Bewertungsfehlers<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71151","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71151","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71151"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71151\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71151"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71151"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71151"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}