{"id":71163,"date":"2019-09-12T16:50:03","date_gmt":"2019-09-12T14:50:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71163"},"modified":"2019-09-12T16:50:03","modified_gmt":"2019-09-12T14:50:03","slug":"ii-b-31-18-verstoss-gegen-den-grundsatz-der-bindung-an-das-klagebegehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-31-18-verstoss-gegen-den-grundsatz-der-bindung-an-das-klagebegehren\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;31\/18 &#8211; Versto&szlig; gegen den Grundsatz der Bindung an das Klagebegehren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.7.2019, II B 31\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.170719.IIB31.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Versto&szlig; gegen den Grundsatz der Bindung an das Klagebegehren<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision wird das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 24.10.2017 &#8211; 1 K 727\/16 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Hessische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Beschwerdeverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) lebte mehrere Jahre in ehe&auml;hnlicher Gemeinschaft mit dem am 15.&nbsp;November 2012 verstorbenen italienischen Staatsangeh&ouml;rigen X in der Schweiz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bis zum 19.&nbsp;Juni 2002 betrieb die Kl&auml;gerin in &#8230; ein Einzelunternehmen und wurde wegen ihres Wohnsitzes in der im Inland angemieteten Wohnung bis 2002 als unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig zur Einkommensteuer veranlagt. Unter der Wohnungsadresse war sie beim Einwohnermeldeamt der Stadt O bis Ende 2011 mit Hauptwohnsitz gemeldet. Mit notariell beurkundeter letztwilliger Verf&uuml;gung vom 12.&nbsp;Juli 2011 (Testament) setzte X die Kl&auml;gerin als Alleinerbin ein. Im Testament wird als Adresse der Kl&auml;gerin die inl&auml;ndische Wohnung angegeben. Seit 1.&nbsp;Januar 2012 ist die Kl&auml;gerin bei der Schweizer Meldebeh&ouml;rde angemeldet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die inl&auml;ndische Wohnung der Kl&auml;gerin wurde durch den Aufsichtsdienst S betreut. Nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) suchte S die Wohnung t&auml;glich auf, leerte regelm&auml;&szlig;ig den Briefkasten, stellte im Winter die Heizung an und f&uuml;hrte alle anstehenden Arbeiten (beispielsweise Reinigungsarbeiten) aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Einleitung eines Steuerstrafverfahrens gegen die Kl&auml;gerin u.a. wegen des Verdachts der Hinterziehung von Schenkungsteuer f&uuml;r den Zeitraum ab 2007 fand am 5.&nbsp;Februar 2014 eine Durchsuchung der inl&auml;ndischen Wohnung durch Beamte der Steuerfahndung in Anwesenheit der Mitarbeiter der S statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 19.&nbsp;M&auml;rz 2015 setzte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) unter der Steuernummer gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin Schenkungsteuer in H&ouml;he von 92.460&nbsp;EUR f&uuml;r die Zuwendungen im Jahr 2009 fest. Als steuerpflichtige Erwerbe wurden Zahlungen an die Kl&auml;gerin in H&ouml;he von insgesamt 323.015&nbsp;EUR (Zufl&uuml;sse auf ein Konto der Kl&auml;gerin bei der Bank&nbsp;A in H&ouml;he von insgesamt 18.994 EUR, &Uuml;berweisungen auf ein Konto der Kl&auml;gerin bei der Bank&nbsp;B in H&ouml;he von 269.687&nbsp;EUR und 33.710&nbsp;EUR sowie die &Uuml;bernahme von Arztrechnungen in H&ouml;he von 624&nbsp;EUR) angesetzt. Die Erwerbe unterl&auml;gen der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht. Die Kl&auml;gerin habe einen inl&auml;ndischen Wohnsitz gehabt, der vollst&auml;ndig mit Festnetztelefon, M&ouml;beln, Kleidung und Bad-Accessoires ausgestattet gewesen sei. Das nach den Ermittlungen der Steuerfahndung gefertigte Bewegungsprofil der Jahre 2004 bis 2013 zeige, dass die Kl&auml;gerin w&auml;hrend der ma&szlig;geblichen Zeitr&auml;ume sich l&auml;ngere Zeit im Inland aufgehalten und hier ihren Lebensmittelpunkt gehabt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Das FG verhandelte am 21.&nbsp;August 2017 und am 24.&nbsp;Oktober 2017 m&uuml;ndlich. Zu der Dauer und dem Umfang der Nutzung der inl&auml;ndischen Wohnung durch die Kl&auml;gerin h&ouml;rte es am 21.&nbsp;August 2017 u.a. den Zeugen E (Mitarbeiter der S). Zu den Feststellungen im Rahmen des Ermittlungsverfahrens und der Durchsuchung der inl&auml;ndischen Wohnung h&ouml;rte es als Zeugen u.a. die Beamten der Steuerfahndung Zeuge&nbsp;A, Zeuge&nbsp;B und Zeuge&nbsp;C. Am 24.&nbsp;Oktober 2017 verlas das FG zudem die schriftlichen Aussagen der Zeuginnen K (Schwester der Kl&auml;gerin) und I (Nichte der Kl&auml;gerin).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seiner Urteilsbegr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FG aus, bei den Zahlungen an die Kl&auml;gerin im Jahr 2008 auf das Konto der Kl&auml;gerin bei der Bank A und einer Bank&nbsp;C in H&ouml;he von insgesamt 38.982&nbsp;EUR und die Begleichung der Arztrechnungen in H&ouml;he von 969&nbsp;EUR durch X handle es sich um freigebige Zuwendungen nach &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG). Die Zuwendungen fielen zumindest unter die erweiterte unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b ErbStG, da die Kl&auml;gerin sich im Jahr 2007 noch nicht l&auml;nger als f&uuml;nf Jahre im Ausland aufgehalten habe, ohne einen inl&auml;ndischen Wohnsitz zu haben. Die Kl&auml;gerin habe zumindest im gesamten Jahr 2008 ihre zum dauerhaften Wohnen geeignete Mietwohnung regelm&auml;&szlig;ig in einem Umfang aufgesucht und genutzt, der einer Aufgabe des Wohnsitzes entgegenstehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision macht die Kl&auml;gerin geltend, die Rechtssache habe nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) grunds&auml;tzliche Bedeutung und die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erfordere nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative FGO eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH). Au&szlig;erdem r&uuml;gt die Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO diverse Verfahrensm&auml;ngel, auf denen das Urteil beruhen k&ouml;nne. Das FA tritt der Beschwerde entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. Das FG hat &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO verletzt, indem es &uuml;ber einen anderen Lebenssachverhalt entschieden hat als denjenigen, der dem angefochtenen Schenkungsteuerbescheid zugrunde lag und gegen den sich die Klage gerichtet hat (vgl. BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Februar 2009&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;49\/07, BFHE 225, 1, BStBl II 2009, 932, unter II.1.). Darin liegt ein Versto&szlig; gegen den Grundsatz der Bindung an das Klagebegehren. Der Versto&szlig; stellt einen Verfahrensfehler nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO dar. Deshalb ist das Urteil aufzuheben und die Sache nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO darf das Gericht &uuml;ber das Klagebegehren nicht hinausgehen, ist aber an die Fassung der Antr&auml;ge nicht gebunden. Das Gericht darf danach dem Kl&auml;ger nicht etwas zusprechen, das dieser nicht beantragt hat; es darf dar&uuml;ber hinaus auch nicht &uuml;ber etwas anderes (&quot;aliud&quot;) entscheiden, als der Kl&auml;ger durch seinen Antrag begehrt und zur Entscheidung gestellt hat. Ma&szlig;geblich ist in der Regel allein der in der m&uuml;ndlichen Verhandlung gestellte Antrag. Dieser Grundsatz geh&ouml;rt zur Grundordnung des Verfahrens. Ein Versto&szlig; dagegen ist auch ohne ausdr&uuml;ckliche R&uuml;ge zu beachten und zwingt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils, weil dadurch die Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit des ganzen weiteren Verfahrens betroffen ist (BFH-Beschluss vom 25.&nbsp;Oktober 2011&nbsp;&#8211; IV&nbsp;B&nbsp;59\/10, BFH\/NV 2012, 251, Rz&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall hat das FG nicht &uuml;ber Zahlungen im Jahr 2009 entschieden, die dem angefochtenen Schenkungsteuerbescheid mit der Steuernummer zugrunde lagen, sondern &uuml;ber Zahlungen im Jahr 2008, die Gegenstand eines anderen Schenkungsteuerbescheids mit der Steuernummer waren. Dadurch ist das FG vom Klagebegehren abgewichen. Die Kl&auml;gerin hat ausweislich der Klagebegr&uuml;ndung, der Sitzungsniederschrift und des Tatbestands des angefochtenen Urteils die Aufhebung des Schenkungsteuerbescheids mit der Steuernummer beantragt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da das FG bereits seine Pflicht aus &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO verletzt hat und hierdurch die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO erf&uuml;llt sind, war auf die weiteren R&uuml;gen der Kl&auml;gerin nicht mehr im Einzelnen einzugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. F&uuml;r das weitere Verfahren wird &#8211;ohne Bindungswirkung&#8211; auf Folgendes hingewiesen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte das FG im zweiten Rechtsgang wiederum zu der Auffassung gelangen, bei den dem angefochtenen Urteil zugrundeliegenden Zahlungen an die Kl&auml;gerin handle es sich um freigebige Zuwendungen, wird es zu pr&uuml;fen haben, ob die Kl&auml;gerin zum Zeitpunkt der Ausf&uuml;hrung der jeweiligen freigebigen Zuwendung unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a oder b ErbStG war. Das w&uuml;rde voraussetzen, dass die Kl&auml;gerin im Inland einen Wohnsitz oder einen gew&ouml;hnlichen Aufenthalt hatte (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a ErbStG) oder sich als deutsche Staatsangeh&ouml;rige noch nicht l&auml;nger als f&uuml;nf Jahre dauernd im Ausland aufgehalten hat, ohne im Inland einen Wohnsitz zu haben (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b ErbStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Frage, ob eine nat&uuml;rliche Person im Inland einen Wohnsitz hat, beurteilt sich nach &sect;&nbsp;8 der Abgabenordnung (AO). Danach kommt es darauf an, ob die betroffene Person im Inland eine Wohnung unter Umst&auml;nden innehat, die darauf schlie&szlig;en lassen, dass sie die Wohnung beibehalten und benutzen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Begibt sich ein Steuerpflichtiger ins Ausland, ist zu pr&uuml;fen, ob er seinen vorher im Inland begr&uuml;ndeten Wohnsitz w&auml;hrend seines Auslandsaufenthalts beibehalten oder aufgegeben hat. Der Wohnsitz wird erst dann aufgegeben, wenn die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;8 AO nicht mehr erf&uuml;llt sind. Ob dies der Fall ist, richtet sich ebenfalls nach objektiv erkennbaren Umst&auml;nden (BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Juli 2018&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;58\/16, BFH\/NV 2019, 104, Rz&nbsp;16&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Steuerpflichtiger kann gleichzeitig mehrere Wohnsitze haben und diese k&ouml;nnen im Inland und\/oder Ausland belegen sein. Demgem&auml;&szlig; ist es auch f&uuml;r das Vorliegen eines Wohnsitzes im Inland ohne Bedeutung, ob dieser den Mittelpunkt der Lebensinteressen der betreffenden Person bildet (BFH-Urteil vom 10.&nbsp;April 2013&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;50\/12, BFH\/NV 2013, 1909, Rz&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein inl&auml;ndischer Wohnsitz kann auch dann zur unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht eines Steuerpflichtigen f&uuml;hren, wenn der Mittelpunkt seiner Lebensinteressen sich im Ausland befindet (vgl. zur unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht nach &sect;&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Januar 2004&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;56\/02, BFH\/NV 2004, 917, unter II.3.d).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Wohnsitz nach &sect;&nbsp;8 AO setzt neben zum dauerhaften Wohnen geeigneten R&auml;umen das Innehaben der Wohnung in dem Sinn voraus, dass der Steuerpflichtige tats&auml;chlich &uuml;ber sie verf&uuml;gen kann und sie als Bleibe entweder st&auml;ndig benutzt oder sie doch mit einer gewissen Regelm&auml;&szlig;igkeit &#8211;wenn auch in gr&ouml;&szlig;eren Zeitabst&auml;nden&#8211; aufsucht. Der Wohnsitzbegriff setzt keinen Aufenthalt w&auml;hrend einer Mindestzeit voraus. Erforderlich ist aber eine Nutzung, die &uuml;ber blo&szlig;e Besuche, kurzfristige Ferienaufenthalte und das Aufsuchen der Wohnung zu Verwaltungszwecken hinausgeht (BFH-Urteil vom 25.&nbsp;September 2014&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;10\/14, BFHE 247, 239, BStBl II 2015, 655, Rz&nbsp;14&nbsp;f., m.w.N.). Auch unregelm&auml;&szlig;ige Aufenthalte in einer Wohnung k&ouml;nnen zur Aufrechterhaltung eines dortigen Wohnsitzes f&uuml;hren (BFH-Urteil in BFH\/NV 2004, 917, unter II.3.b). Ausreichend ist z.B. eine Nutzung der Wohnung zweimal j&auml;hrlich f&uuml;r mehrere Wochen (BFH-Urteil vom 23.&nbsp;November 1988&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;139\/87, BFHE 155, 29, BStBl II 1989, 182).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob diese Voraussetzungen erf&uuml;llt sind, ist nach h&ouml;chstrichterlicher Rechtsprechung ausschlie&szlig;lich nach tats&auml;chlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu beurteilen. Wegen dieser objektiven Betrachtungsweise ist es daher z.B. ohne Bedeutung, wo jemand polizeilich gemeldet ist (BFH-Urteile vom 27.&nbsp;April 1995&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;57\/93, BFH\/NV 1995, 967, unter 1., und vom 22.&nbsp;August 2007&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;89\/06, BFH\/NV 2008, 351, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beurteilung, ob die Umst&auml;nde auf eine Beibehaltung und Nutzung der Wohnung schlie&szlig;en lassen, liegt weitgehend auf tats&auml;chlichem Gebiet. Das FG hat die Tatsachen, die auf einen Wohnsitz schlie&szlig;en lassen, festzustellen und zu w&uuml;rdigen (BFH-Urteil in BFH\/NV 2019, 104, Rz&nbsp;11&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall hat das FG f&uuml;r die Annahme einer zumindest erweiterten unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b ErbStG festzustellen, ob objektive Umst&auml;nde den Schluss zulassen, dass die Kl&auml;gerin auch nach dem 19.&nbsp;Juni 2002 und bis zumindest November 2004 &#8211;die im Jahr 2009 letzte angenommene Zahlung an die Kl&auml;gerin erfolgte am 25.&nbsp;November 2009&#8211;, m&ouml;glicherweise aber auch bis zum Jahr 2009 ihren inl&auml;ndischen Wohnsitz beibehalten hat. Daf&uuml;r hat das FG festzustellen, ob und in welchen konkreten Zeitr&auml;umen die Kl&auml;gerin in der Zeit zwischen der Aufgabe ihres Einzelunternehmens in O (19.&nbsp;Juni 2002) und der letzten angenommenen Zahlung an die Kl&auml;gerin im Jahr 2009 (25.&nbsp;November 2009) die inl&auml;ndische Wohnung in einem Umfang nutzte, der &uuml;ber einen blo&szlig;en Besuchscharakter hinausgeht. Bis zur Aufgabe ihres Einzelunternehmens war die Kl&auml;gerin einkommensteuerrechtlich unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig. Es kann davon ausgegangen werden, dass sie zumindest bis dahin ihren Wohnsitz in der inl&auml;ndischen Wohnung hatte. Nachweise f&uuml;r eine Aufgabe des inl&auml;ndischen Wohnsitzes bereits im Jahr 2000 &#8211;wie die Kl&auml;gerin vortr&auml;gt&#8211; sind nicht erbracht worden. Eine &uuml;ber einen blo&szlig;en Besuchscharakter hinausgehende Nutzung der Wohnung in einem Zeitraum, der noch nicht l&auml;nger als f&uuml;nf Jahre vor der jeweiligen Zahlung liegt, ist ebenfalls ausreichend f&uuml;r &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b ErbStG. Nicht ausreichend im Hinblick auf Zahlungen im Jahr 2009 ist &#8211;wie das FG f&uuml;r eine unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b ErbStG ausf&uuml;hrt&#8211;, dass sich die Kl&auml;gerin als deutsche Staatsangeh&ouml;rige im Jahr 2007 noch nicht l&auml;nger als f&uuml;nf Jahre im Ausland befunden habe, ohne einen inl&auml;ndischen Wohnsitz zu haben. Ebenso wenig reicht die pauschale Angabe aus, die Kl&auml;gerin habe bis in das Jahr 2008 hinein die inl&auml;ndische Wohnung regelm&auml;&szlig;ig in einem nicht so unerheblichen Umfang genutzt, dass sie dort &#8211;neben ihrem Wohnsitz in der Schweiz&#8211; einen weiteren Wohnsitz gehabt habe. Erforderlich sind vielmehr Angaben zum Zeitpunkt (Bezeichnung des Monats\/der Monate) und der konkreten Dauer (Angabe der Tage\/Wochen), in denen das FG von einer Nutzung der inl&auml;ndischen Wohnung durch die Kl&auml;gerin ausgeht, die einen Wohnsitz i.S. des &sect;&nbsp;8 AO bedingt und entweder an diesem Zeitpunkt zu einer unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a ErbStG f&uuml;hrt oder in den folgenden f&uuml;nf Jahren die unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b ErbStG ausl&ouml;st.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Das FG wird ebenso zu pr&uuml;fen haben, ob der angefochtene Steuerbescheid den Anforderungen an die inhaltliche Bestimmtheit i.S. der &sect;&sect;&nbsp;119 Abs.&nbsp;1, 157 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO gen&uuml;gt (vgl. BFH-Urteil vom 30.&nbsp;August 2017&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;46\/15, BFHE 259, 370, BStBl II 2019, 38, Rz&nbsp;17, 18). In der Anlage zum Steuerbescheid werden zwar die einzelnen Zuwendungen gesondert angef&uuml;hrt. Es fehlt aber an einer gesonderten Steuerfestsetzung f&uuml;r jeden einzelnen Lebenssachverhalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.7.2019, II B 31\/18ECLI:DE:BFH:2019:B.170719.IIB31.18.0 Versto&szlig; gegen den Grundsatz der Bindung an das Klagebegehren Tenor Auf die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision wird das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 24.10.2017 &#8211; 1 K 727\/16 aufgehoben. Die Sache wird an das Hessische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen. Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-31-18-verstoss-gegen-den-grundsatz-der-bindung-an-das-klagebegehren\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;B&nbsp;31\/18 &#8211; Versto&szlig; gegen den Grundsatz der Bindung an das Klagebegehren<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71163","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71163","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71163"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71163\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71163"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71163"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71163"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}