{"id":71165,"date":"2019-09-12T16:49:57","date_gmt":"2019-09-12T14:49:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71165"},"modified":"2019-09-12T16:49:57","modified_gmt":"2019-09-12T14:49:57","slug":"xi-b-15-19-adv-umsaetze-eines-privaten-arbeitsvermittlers-keine-berichtigung-von-rechnungen-mit-gesondertem-ausweis-von-umsatzsteuer-nach-par-14c-abs-1-satz-2-ustg-wenn-sich-der-steuerpflichtige-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-15-19-adv-umsaetze-eines-privaten-arbeitsvermittlers-keine-berichtigung-von-rechnungen-mit-gesondertem-ausweis-von-umsatzsteuer-nach-par-14c-abs-1-satz-2-ustg-wenn-sich-der-steuerpflichtige-nicht\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;15\/19 &#8211; AdV; Ums&auml;tze eines privaten Arbeitsvermittlers; keine Berichtigung von Rechnungen mit gesondertem Ausweis von Umsatzsteuer nach &sect; 14c Abs. 1 Satz 2 UStG, wenn sich der Steuerpflichtige nicht auf die Steuerbefreiung des Art. 132 Abs. 1 Buchst. g MwStSystRL berufen hat"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 31.7.2019, XI B 15\/19<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:BA.310719.XIB15.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">AdV; Ums&auml;tze eines privaten Arbeitsvermittlers; keine Berichtigung von Rechnungen mit gesondertem Ausweis von Umsatzsteuer nach &sect; 14c Abs. 1 Satz 2 UStG, wenn sich der Steuerpflichtige nicht auf die Steuerbefreiung des Art. 132 Abs. 1 Buchst. g MwStSystRL berufen hat<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Es ist nicht ernstlich zweifelhaft, dass ein Steuerausweis in einer Rechnung nicht i.S. von &sect; 14c Abs. 1 Satz 1 UStG &quot;unrichtig&quot; ist, wenn der betreffende Umsatz zwar nach dem Unionsrecht steuerbefreit ist, der Steuerpflichtige sich jedoch nicht mit Erfolg darauf beruft.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Es ist nicht ernstlich zweifelhaft, dass ein Berufen auf die Steuerbefreiung nach dem Unionsrecht nicht mehr m&ouml;glich ist, wenn eine &Auml;nderung der betreffenden Steuerfestsetzung nach den &sect;&sect; 172 ff. AO ausscheidet.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Antragstellers gegen den Beschluss des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 28.01.2019 &#8211; 2 V 2264\/18 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Antragsteller zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) unterlag im Besteuerungszeitraum 2007 als Einzelunternehmer der Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten. Er erbrachte Leistungen als privater Arbeitsvermittler aufgrund von Vermittlungsgutscheinen nach &sect;&nbsp;421g des Dritten Buches Sozialgesetzbuch in der im Jahr 2007 geltenden Fassung (SGB&nbsp;III). F&uuml;r die Vermittlungsleistungen waren Bruttohonorare von jeweils 1.000&nbsp;EUR vereinbart, die er gegen&uuml;ber der Bundesanstalt f&uuml;r Arbeit und deren Untergliederungen sowie gegen&uuml;ber &Auml;mtern f&uuml;r Grundsicherung und Besch&auml;ftigung unter gesondertem Ausweis der Umsatzsteuer in Rechnung stellte. Im Besteuerungszeitraum 2007 vereinnahmte der Antragsteller f&uuml;r solche Vermittlungsleistungen &#8230;&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte der im Jahr 2009 abgegebenen Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2007, mit der der Antragsteller Ums&auml;tze in H&ouml;he von insgesamt &#8230;&nbsp;EUR &#8211;einschlie&szlig;lich der Vermittlungsleistungen von &#8230;&nbsp;EUR, worauf 19&nbsp;% Umsatzsteuer von &#8230;&nbsp;EUR entfielen&#8211; sowie Vorsteuern in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR anmeldete. Der Bescheid erwuchs in Bestandskraft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Ergehen des Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 29.&nbsp;Juli 2015&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;35\/13 (BFHE 251, 91, BStBl II 2016, 797), wonach eine private Arbeitsvermittlerin, die in den Jahren 2004 bis 2006 Vermittlungsleistungen an Arbeitsuchende mit einem Vermittlungsgutschein nach &sect;&nbsp;421g SGB&nbsp;III erbracht und ihr Honorar deshalb unmittelbar von der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit erhalten hatte, eine anerkannte Einrichtung mit sozialem Charakter i.S. von Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (nunmehr Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem &#8211;MwStSystRL&#8211;) ist und sich &#8211;mangels entsprechender Steuerbefreiung im Umsatzsteuergesetz (UStG)&#8211; f&uuml;r die von ihr erbrachten Arbeitsvermittlungsleistungen an Arbeitsuchende unmittelbar auf die in dieser Bestimmung vorgesehene Steuerbefreiung berufen kann, berichtigte der Antragsteller im Dezember 2017 seine f&uuml;r die privaten Arbeitsvermittlungsleistungen im Jahr 2007 mit gesondertem Ausweis der Umsatzsteuer gestellten Rechnungen und machte mit der Umsatzsteuer-Voranmeldung f&uuml;r das IV.&nbsp;Quartal 2017 den sich aus den Rechnungsberichtigungen ergebenden Erstattungsbetrag von &#8230;&nbsp;EUR steuermindernd geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Voranmeldung stimmte das FA, nachdem keine f&ouml;rmlichen M&auml;ngel zu den Rechnungsberichtigungen in Ansehung von &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG festgestellt wurden, am 25.&nbsp;Mai 2018 zu. Mit dem Umsatzsteuerbescheid des Jahres 2017 (Streitjahr) vom 26.&nbsp;Oktober 2018 gew&auml;hrte es jedoch keinen Erstattungsbetrag aus den Rechnungsberichtigungen und setzte die Steuer auf &#8230;&nbsp;EUR fest, woraus sich eine Nachforderung des FA in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR ergab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen legte der Antragsteller Einspruch ein und beantragte die Aussetzung der Vollziehung (AdV) des angefochtenen Bescheids, die vom FA abgelehnt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg lehnte die AdV mit Beschluss vom 28.&nbsp;Januar 2019&nbsp;&#8211; 2&nbsp;V&nbsp;2264\/18 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2019, 736) ab und lie&szlig; hiergegen die Beschwerde zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde gegen die Versagung der beantragten AdV r&uuml;gt der Antragsteller die fehlerhafte Rechtsanwendung des FG. Er habe im Besteuerungszeitraum 2007 zu Unrecht Umsatzsteuer ausgewiesen, da die abgerechneten Ums&auml;tze tats&auml;chlich gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g MwStSystRL steuerfrei gewesen seien, ohne dass es insoweit eines Antrags oder &Auml;hnlichem bed&uuml;rfe. Der Durchsetzbarkeit des unionsrechtlichen Korrekturanspruchs aus Art.&nbsp;203 MwStSystRL stehe die f&uuml;r den Besteuerungszeitraum 2007 eingetretene Festsetzungsverj&auml;hrung nicht entgegen, da es keiner &Auml;nderung der Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r das Jahr 2007 bed&uuml;rfe. Eine fehlerhaft ausgewiesene Steuer k&ouml;nne generell ohne Frist korrigiert werden. Ferner komme eine AdV auch im Hinblick auf einen Billigkeitserlass in Betracht, da er, der Antragsteller, hinsichtlich des Steuerausweises in gutem Glauben gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Vorentscheidung aufzuheben und die Vollziehung des Umsatzsteuerbescheids f&uuml;r 2017 vom 26.&nbsp;Oktober 2018 auszusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Beschwerde als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zul&auml;ssige Beschwerde des Antragstellers ist unbegr&uuml;ndet; sie ist daher durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;132 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO ist die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsakts ganz oder teilweise auszusetzen, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit dieses Verwaltungsakts bestehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ernstliche Zweifel i.S. von &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO liegen dann vor, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung des angefochtenen Bescheids neben f&uuml;r seine Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechenden Umst&auml;nden gewichtige Gr&uuml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung von Rechtsfragen oder Unklarheit in der Beurteilung entscheidungserheblicher Tatfragen bewirken (vgl. dazu z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 20.&nbsp;Januar 2015&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;112\/14, BFH\/NV 2015, 537, Rz&nbsp;15; vom 17.&nbsp;Dezember 2018&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;91\/18, BFH\/NV 2019, 306, Rz&nbsp;18; jeweils m.w.N.). Die Entscheidung hier&uuml;ber ergeht bei der im AdV-Verfahren gebotenen summarischen Pr&uuml;fung aufgrund des Sachverhalts, der sich aus dem Vortrag der Beteiligten und der Aktenlage ergibt (vgl. dazu BFH-Beschl&uuml;sse vom 26.&nbsp;September 2014&nbsp;&#8211; XI&nbsp;S&nbsp;14\/14, BFH\/NV 2015, 158, Rz&nbsp;33; in BFH\/NV 2015, 537, Rz&nbsp;15; jeweils m.w.N.). Zur Gew&auml;hrung der AdV ist es nicht erforderlich, dass die f&uuml;r die Rechtswidrigkeit sprechenden Gr&uuml;nde i.S. einer Erfolgswahrscheinlichkeit &uuml;berwiegen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. dazu z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 17.&nbsp;Dezember 2015&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;84\/15, BFHE 252, 181, BStBl II 2016, 192, Rz&nbsp;22; vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2016&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;13\/16, BFH\/NV 2016, 1187, Rz&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben bestehen im Streitfall keine ernstlichen Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Umsatzsteuerbescheids. Der Antragsteller kann nach Aktenlage aufgrund der &sect;&sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2, 17 Abs.&nbsp;1 UStG f&uuml;r das Streitjahr keine niedrigere Steuerfestsetzung beanspruchen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Hat der Unternehmer in einer Rechnung f&uuml;r eine Lieferung oder sonstige Leistung einen h&ouml;heren Steuerbetrag, als er nach diesem Gesetz f&uuml;r den Umsatz schuldet, gesondert ausgewiesen (unrichtiger Steuerausweis), schuldet er nach &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 UStG auch den Mehrbetrag; hiervon erfasst werden auch die F&auml;lle, in denen ein Unternehmer Umsatzsteuer f&uuml;r steuerfreie Ums&auml;tze gesondert ausgewiesen hat (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Mai 2018&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;28\/16, BFHE 261, 451, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2018, 678, Rz&nbsp;36). Diese Vorschrift beruht unionsrechtlich auf Art.&nbsp;203 MwStSystRL, wonach jede Person, die Mehrwertsteuer in einer Rechnung ausweist, die Mehrwertsteuer schuldet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Berichtigt in den F&auml;llen des &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 UStG der Rechnungsaussteller den Steuerbetrag gegen&uuml;ber dem Leistungsempf&auml;nger, ist &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 UStG entsprechend anzuwenden (&sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG). Eine Rechnung kann nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;6 Nr.&nbsp;5 UStG i.V.m. &sect;&nbsp;31 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung berichtigt werden, wenn Angaben in der Rechnung unzutreffend sind. Daran fehlt es nach Aktenlage im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Antragsteller hat in den betreffenden Rechnungen des Besteuerungszeitraums 2007 zu Recht Umsatzsteuer gesondert ausgewiesen. Denn weder waren seine Leistungen nach nationalem Recht von der Umsatzsteuer befreit noch hatte er sich auf die in Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g MwStSystRL vorgesehene Steuerbefreiung durch den Hinweis, ihm werde unionsrechtswidrig eine Steuerbefreiung durch den nationalen Gesetzgeber verwehrt, berufen (vgl. hierzu BFH-Urteil in BFHE 251, 91, BStBl II 2016, 797, Rz&nbsp;15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Anders als der Antragsteller meint, kommt die betreffende Richtlinienbestimmung nicht &quot;zwingend zur Anwendung&quot;. Erforderlich ist vielmehr, dass sich der Unternehmer auf die Steuerbefreiung nach dem Unionsrecht beruft (vgl. z.B. Urteile des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; K&uuml;gler vom 10.&nbsp;September 2002&nbsp;&#8211; C-141\/00, EU:C:2002:473, UR 2002, 513, Rz&nbsp;51; Zimmermann vom 15.&nbsp;November 2012&nbsp;&#8211; C-174\/11, EU:C:2012:716, UR 2013, 35, Rz&nbsp;32; BFH-Urteile vom 19.&nbsp;Oktober 2011&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;16\/09, BFHE 235, 532, BStBl II 2012, 371, Rz&nbsp;24&nbsp;f.; vom 16.&nbsp;Oktober 2013&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;19\/11, BFH\/NV 2014, 190, Rz&nbsp;21; vom 16.&nbsp;September 2015&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;27\/13, BFH\/NV 2016, 252, Rz&nbsp;37). Auf dieser Grundlage ist es etwa zugelassen, dass der Unternehmer hinsichtlich des einen Umsatzes die unmittelbare Wirkung der Richtlinienbestimmung und hinsichtlich des anderen Umsatzes &#8211;z.B. im Hinblick auf den Vorsteuerabzug&#8211; die Vorschriften des nationalen Rechts in Anspruch nimmt (vgl. z.B. EuGH-Urteil GMAC&nbsp;UK vom 3.&nbsp;September 2014&nbsp;&#8211; C-589\/12, EU:C:2014:2131, UR 2014, 895, Rz&nbsp;49; BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Dezember 2017&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;4\/16, BFHE 260, 557, UR 2018, 450, Rz&nbsp;55).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Hinsichtlich der Ums&auml;tze, die den betreffenden Rechnungen zugrunde liegen, kann sich der Antragsteller nicht mehr mit Erfolg auf die Steuerbefreiung des Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g MwStSystRL berufen; die Umsatzsteuer f&uuml;r 2007 ist bestandskr&auml;ftig festgesetzt, ferner ist f&uuml;r diesen Besteuerungszeitraum Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten (vgl. hierzu z.B. BFH-Urteile vom 23.&nbsp;November 2006&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;67\/05, BFHE 216, 357, BStBl II 2007, 436, Leitsatz&nbsp;1; vom 16.&nbsp;September 2010&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;57\/09, BFHE 230, 504, BStBl II 2011, 151, Leitsatz; vom 1.&nbsp;Dezember 2010&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;39\/09, BFH\/NV 2011, 411, Leitsatz).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das diesbez&uuml;gliche Vorbringen des Antragstellers, zur Durchsetzung seines Anspruchs bed&uuml;rfe es keiner &Auml;nderung der Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r den Besteuerungszeitraum 2007 (s. insoweit auch Pr&auml;tzler, juris PraxisReport Steuerrecht &#8211;jurisPR-SteuerR&#8211; 44\/2018, Anm.&nbsp;5, zu IV.), und ferner, dass nach dem BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Mai 1993&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;110\/88 (BFHE 172, 163, BStBl II 1993, 779, unter II.B.2.a, Rz&nbsp;26) eine Rechnung generell ohne Beachtung einer Frist berichtigt werden k&ouml;nne, kann keinen Erfolg haben. Denn es l&auml;sst unber&uuml;cksichtigt, dass der Antragsteller ohne ein erfolgreiches Berufen auf die Steuerbefreiung des Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g MwStSystRL die betreffende Steuer nicht nach &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG schuldet, sondern die Steuer auf der Grundlage nationalen Rechts nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b UStG entstanden ist, mithin kein zu berichtigender unrichtiger Steuerausweis in einer Rechnung vorliegt. Kommt aber eine Rechnungsberichtigung nicht in Betracht, weil der Tatbestand des &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG nicht erf&uuml;llt ist, stellt sich die Frage einer R&uuml;ckwirkung der Berichtigung nicht (so im Ergebnis auch FG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 5.&nbsp;Juli 2018&nbsp;&#8211; 7&nbsp;V&nbsp;7056\/18, EFG 2018, 1598; zustimmend Herbert, EFG 2018, 1599; wohl auch Pr&auml;tzler, jurisPR-SteuerR 44\/2018, Anm.&nbsp;5, zu IV.; B&uuml;chter-Hole, EFG 2019, 738).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. AdV wegen unbilliger, nicht durch &ouml;ffentliche Interessen gebotener H&auml;rte i.S. des &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO setzt voraus, dass dem Steuerpflichtigen durch die Zahlung Nachteile drohen, die &uuml;ber die eigentliche Zahlung hinausgehen und die nicht oder schwer wiedergutzumachen w&auml;ren, oder dass die wirtschaftliche Existenz durch die Zahlung gef&auml;hrdet w&uuml;rde (vgl. BFH-Beschluss vom 25.&nbsp;Februar 1993&nbsp;&#8211; V&nbsp;B&nbsp;84\/92, BFH\/NV 1994, 422, unter II.3.). Derartige Umst&auml;nde hat der Antragsteller nicht vorgetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. AdV gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 FGO kann nicht unter Hinweis auf eine gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;163, 227 der Abgabenordnung (AO) gebotene Billigkeitsma&szlig;nahme verlangt werden. Denn vorl&auml;ufiger Rechtsschutz kommt nur aus den Gr&uuml;nden in Betracht, auf die das Rechtsschutzbegehren in der Hauptsache gest&uuml;tzt werden kann. Im Verfahren wegen Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Umsatzsteuerfestsetzung kann jedoch nicht &uuml;ber Billigkeitsma&szlig;nahmen gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;163, 227 AO befunden werden (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 1994, 422, unter II.4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 31.7.2019, XI B 15\/19ECLI:DE:BFH:2019:BA.310719.XIB15.19.0 AdV; Ums&auml;tze eines privaten Arbeitsvermittlers; keine Berichtigung von Rechnungen mit gesondertem Ausweis von Umsatzsteuer nach &sect; 14c Abs. 1 Satz 2 UStG, wenn sich der Steuerpflichtige nicht auf die Steuerbefreiung des Art. 132 Abs. 1 Buchst. g MwStSystRL berufen hat Leits&auml;tze 1. NV: Es ist nicht ernstlich zweifelhaft, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-15-19-adv-umsaetze-eines-privaten-arbeitsvermittlers-keine-berichtigung-von-rechnungen-mit-gesondertem-ausweis-von-umsatzsteuer-nach-par-14c-abs-1-satz-2-ustg-wenn-sich-der-steuerpflichtige-nicht\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;B&nbsp;15\/19 &#8211; AdV; Ums&auml;tze eines privaten Arbeitsvermittlers; keine Berichtigung von Rechnungen mit gesondertem Ausweis von Umsatzsteuer nach &sect; 14c Abs. 1 Satz 2 UStG, wenn sich der Steuerpflichtige nicht auf die Steuerbefreiung des Art. 132 Abs. 1 Buchst. g MwStSystRL berufen hat<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71165","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71165","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71165"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71165\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71165"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71165"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71165"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}