{"id":71171,"date":"2019-09-12T16:49:17","date_gmt":"2019-09-12T14:49:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71171"},"modified":"2019-09-12T16:49:17","modified_gmt":"2019-09-12T14:49:17","slug":"x-b-117-18-richtsatzschaetzung-bei-fehlerhafter-elektronischer-registrierkasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-117-18-richtsatzschaetzung-bei-fehlerhafter-elektronischer-registrierkasse\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;117\/18 &#8211; Richtsatzsch&auml;tzung bei fehlerhafter elektronischer Registrierkasse"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.8.2019, X B 117\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.080819.XB117.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Richtsatzsch&auml;tzung bei fehlerhafter elektronischer Registrierkasse<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Werden Bareinnahmen mit einer elektronischen Registrierkasse erfasst, erfordert dies auch im Fall der Gewinnermittlung durch Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung die t&auml;gliche Erstellung eines Z-Bons.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Weisen die Z-Bons technisch bedingt keine Stornierungen aus, liegt ein schwerer formeller Fehler der Kassenaufzeichnungen vor, der die Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen n&ouml;tig macht.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Die Richtsatzsch&auml;tzung ist eine anerkannte Sch&auml;tzungsmethode. Soweit die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Gewichtung der Richtsatzsch&auml;tzung in einem Revisionsverfahren &uuml;berpr&uuml;ft werden soll, bedarf es daher im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren auch der (umfassenden) Darlegung kritischer Literaturansichten.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Beschwerde der Beschwerdef&uuml;hrerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 03.07.2018 &#8211; 4 K 4024\/16 wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 03.07.2018 &#8211; 4 K 4024\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben der Kl&auml;ger und die Beschwerdef&uuml;hrerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist im Streitjahr 2012 mit der Beschwerdef&uuml;hrerin verheiratet gewesen, jedoch einzeln zur Einkommensteuer veranlagt worden. Er erzielte aus dem Betrieb einer Gastst&auml;tte Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. Seinen Gewinn ermittelte er durch Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Er erkl&auml;rte im Streitjahr einen Umsatz von 247.598,34&nbsp;EUR bei einem Wareneinsatz von 95.863,83&nbsp;EUR. Zur Aufzeichnung seiner Kasseneinnahmen nutzte der Kl&auml;ger eine elektronische Registrierkasse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer u.a. das Streitjahr betreffenden steuerlichen Au&szlig;enpr&uuml;fung stellte der Pr&uuml;fer des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) fest, dass die elektronische Registrierkasse so eingestellt worden war, dass die Tageseinnahmen durch Retouren gemindert werden konnten, ohne dass dies auf dem Tagesendsummenbon (Z-Bon) ausgewiesen wurde. Auch legte der Kl&auml;ger, obwohl sein Betrieb im Streitjahr t&auml;glich ge&ouml;ffnet gewesen war, nur 149 Z-Bons vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA verneinte deshalb die formelle Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit der Aufzeichnungen und sch&auml;tzte unter Ber&uuml;cksichtigung der amtlichen Richtsatzsammlung und der betrieblichen Verh&auml;ltnisse einen Betrag von 50.000&nbsp;EUR hinzu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage ab. Der Kl&auml;ger habe, da er eine elektronische Registrierkasse gef&uuml;hrt habe, f&uuml;r eine hinreichende Gewissheit &uuml;ber die Vollst&auml;ndigkeit der in den Z-Bons aufgezeichneten Einnahmen Sorge tragen m&uuml;ssen. Dies sei, da die Retouren und Stornierungen nicht gesondert ausgewiesen worden seien, nicht gegeben. Hinzu trete, dass der Kl&auml;ger trotz der t&auml;glichen &Ouml;ffnung seiner Gastst&auml;tte nur 149 Z-Bons im Streitjahr gezogen habe. Die M&auml;ngel der Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit der &quot;Buchf&uuml;hrung&quot; (gemeint: Aufzeichnungen) seien nicht als geringf&uuml;gig anzusehen, so dass eine Sch&auml;tzungsbefugnis bestehe. Die sich im Streitjahr am unteren Rand der amtlichen Richts&auml;tze f&uuml;r Gast-, Speise- und Schankwirtschaften orientierende Hinzusch&auml;tzung sei wirtschaftlich vern&uuml;nftig und m&ouml;glich gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und die Beschwerdef&uuml;hrerin begehren die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung, zur Fortbildung des Rechts, wegen Divergenz und wegen Verfahrensm&auml;ngeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA tritt der Beschwerde entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde der Beschwerdef&uuml;hrerin ist unzul&auml;ssig, die Beschwerde des Kl&auml;gers unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Soweit die Beschwerdef&uuml;hrerin die Zulassung der Revision begehrt, fehlt es bereits an der insoweit n&ouml;tigen formellen Beschwer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die formelle Beschwer geh&ouml;rt zu den Zul&auml;ssigkeitsvoraussetzungen des Rechtsmittels der Nichtzulassungsbeschwerde. Sie ist nur gegeben, soweit das FG dem Klagebegehren nicht voll entsprochen hat (vgl. nur Senatsbeschluss vom 14.&nbsp;Mai 2013&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;123-125\/12, BFH\/NV 2013, 1253, Rz&nbsp;13, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vorliegend hat das FG, da lediglich der einzelveranlagte Kl&auml;ger gegen seine Einkommensteuerfestsetzung Klage erhoben hatte, nicht &uuml;ber ein entsprechendes Klagebegehren der Beschwerdef&uuml;hrerin f&uuml;r das Streitjahr entschieden. Da die Beschwerdef&uuml;hrerin somit weder durch das FG-Urteil beschwert wird, noch Beteiligte des Klageverfahrens des Kl&auml;gers gewesen ist, ist ihre Beschwerde als unzul&auml;ssig zu verwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Beschwerde des Kl&auml;gers ist teils unzul&auml;ssig, teils unbegr&uuml;ndet und deshalb insgesamt als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Macht ein Beschwerdef&uuml;hrer die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO geltend, so hat er zun&auml;chst eine bestimmte f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls erhebliche abstrakte Rechtsfrage herauszustellen. Daf&uuml;r ist erforderlich, dass er die entscheidungserhebliche Rechtsfrage hinreichend konkretisiert; nicht ausreichend ist eine Fragestellung, deren Beantwortung von den Umst&auml;nden des Einzelfalls abh&auml;ngt. Des Weiteren muss die Beschwerdebegr&uuml;ndung schl&uuml;ssig und substantiiert unter Auseinandersetzung mit den zur aufgeworfenen Rechtsfrage in Rechtsprechung und Schrifttum vertretenen Auffassungen darlegen, weshalb die f&uuml;r bedeutsam gehaltene Rechtsfrage im Allgemeininteresse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im Streitfall kl&auml;rbar ist. Dazu muss ausgef&uuml;hrt werden, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchem Grunde die Beantwortung der Frage zweifelhaft und streitig ist (Senatsbeschluss vom 24.&nbsp;Juni 2014&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;216\/13, BFH\/NV 2014, 1888, Rz&nbsp;12).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im vorliegenden Fall formuliert der Kl&auml;ger die Rechtsfrage, welche Schwere ein formeller &quot;Buchf&uuml;hrungsfehler&quot; eines Steuerpflichtigen mit Gewinnermittlung nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG haben m&uuml;sse, damit er eine &auml;u&szlig;erst grobe und f&uuml;r ihn &auml;u&szlig;erst nachteilige Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen mittels eines &auml;u&szlig;eren Betriebsvergleichs rechtfertige.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Erkennbar ist die vom Kl&auml;ger dargelegte Rechtsfrage zum einen auf seinen konkreten Einzelfall hin formuliert worden. Sie ist zum anderen auch nicht allgemein im Rahmen eines Revisionsverfahrens kl&auml;rbar, da der Kl&auml;ger die Sch&auml;tzungsbefugnis mit einer von mehreren denkbaren Sch&auml;tzungsmethoden verkn&uuml;pft hat und sowohl die Bewertung der Schwere der formellen M&auml;ngel wie auch dann die Wahl der Sch&auml;tzungsmethode (nur) dem FG als Tatsacheninstanz im Rahmen seiner W&uuml;rdigung obliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211; (i.V.m. &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) ist insbesondere dann zu sch&auml;tzen, wenn der Steuerpflichtige B&uuml;cher oder Aufzeichnungen, die er nach den Steuergesetzen zu f&uuml;hren hat, nicht vorlegen kann, wenn die Buchf&uuml;hrung oder die Aufzeichnungen der Besteuerung nicht nach &sect;&nbsp;158 AO zugrunde gelegt werden oder wenn tats&auml;chliche Anhaltspunkte f&uuml;r die Unrichtigkeit oder Unvollst&auml;ndigkeit der vom Steuerpflichtigen gemachten Angaben zu steuerpflichtigen Einnahmen oder Betriebsverm&ouml;gensmehrungen bestehen. Dabei ist zum einen die umsatzsteuerrechtliche Verpflichtung zur Aufzeichnung der Betriebseinnahmen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 des Umsatzsteuergesetzes (UStG), &sect;&sect;&nbsp;63 bis 68 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (UStDV) zu beachten, da sie auch unmittelbar f&uuml;r das EStG wirkt (vgl. insoweit nur Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 12.&nbsp;Dezember 2017&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;5\/14, BFH\/NV 2018, 602, Rz&nbsp;34, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum anderen ist im Hinblick auf die Kassenbuchf&uuml;hrung die Kassensturzf&auml;higkeit zu beachten. Denn gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung in der f&uuml;r das Streitjahr ma&szlig;geblichen Fassung (AO a.F.) &quot;sollen&quot; Kasseneinnahmen und Kassenausgaben t&auml;glich festgehalten werden. Hierdurch wird versucht, im sensiblen Bereich der Abwicklung von Vorg&auml;ngen, die Bewegungen von Bargeld einschlie&szlig;en, besonders hohe Dokumentationspflichten einzurichten. Die Anforderungen an diese Dokumentationspflichten sind dabei an die Art und Weise der Kassenf&uuml;hrung anzupassen. Im Streitjahr 2012 bestand keine gesetzliche Vorgabe, wie (Kassen-)Aufzeichnungen zu f&uuml;hren sind. Der Steuerpflichtige ist in der Wahl des Aufzeichnungsmittels frei und kann entscheiden, ob er seine Warenverk&auml;ufe manuell oder unter Zuhilfenahme technischer Hilfsmittel &#8211;wie einer elektronischen Registrier- oder PC-Kasse&#8211; erfasst. Dabei bestimmt die Kasseneigenschaft die Art der Aufzeichnung (vgl. insoweit insbesondere Senatsurteil vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2017&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;11\/16, BFHE 258, 272, BStBl II 2017, 992, Rz&nbsp;37&nbsp;ff., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Werden die Bareinnahmen mit einer elektronischen Registrierkasse erfasst, so erfordert dies den Ausdruck des Tagesendsummenbons als des t&auml;glich erstellten Z-Bons. Fehlen Z-Bons, ist dies &#8211;ebenso wie im Fall des Fehlens t&auml;glicher Protokolle &uuml;ber das Ausz&auml;hlen einer offenen Ladenkasse&#8211; ein formeller Mangel. Dieser formelle Mangel l&auml;sst zwar keinen sicheren Schluss auf die Verk&uuml;rzung von Einnahmen zu. Gleichwohl gibt es systembedingt keine Gew&auml;hr mehr f&uuml;r die Vollst&auml;ndigkeit der Erfassung der Bareinnahmen, ohne dass eine nachtr&auml;gliche Erg&auml;nzung der Dokumentation bzw. eine anderweitige Heilung des Mangels m&ouml;glich w&auml;re (so auch schon Senatsurteil vom 25.&nbsp;M&auml;rz 2015&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;20\/13, BFHE 249, 390, BStBl II 2015, 743, Rz&nbsp;27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Hinzusch&auml;tzung ist somit dann zul&auml;ssig und geboten, wenn die Verletzung der formellen Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit der Kassenf&uuml;hrung dazu f&uuml;hrt, dass keine Gew&auml;hr mehr f&uuml;r die Vollst&auml;ndigkeit der Erfassung der Bareinnahmen geboten wird. Dies ist &#8211;wie das FG zu Recht erkannt hat&#8211; bei Stornierungen der Fall, wenn sie in Z-Bons nicht ausgewiesen werden, sondern allein die verbleibende Differenz aus ihnen hervorgeht. Infolge der fehlenden Stornobuchungen l&auml;sst sich nicht mehr feststellen, ob lediglich Fehlbuchungen oder auch Einnahmebuchungen gel&ouml;scht worden sind. Die erforderliche Vollst&auml;ndigkeit der Buchungen ist infolge dieser Ver&auml;nderungen nicht gew&auml;hrleistet und diese Unvollst&auml;ndigkeit ergreift die gesamte Buchf&uuml;hrung (so zu Recht schon BFH-Beschluss vom 14.&nbsp;August 2018&nbsp;&#8211; XI&nbsp;B&nbsp;2\/18, BFH\/NV 2019, 1, Rz&nbsp;10, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Sollte die vom Kl&auml;ger formulierte Rechtsfrage auch so zu verstehen sein, dass er eine grunds&auml;tzliche Bedeutung in der Kl&auml;rung der Gewichtung der Richtsatzsch&auml;tzung sieht, so fehlt es nicht nur an der entsprechenden Darlegung der insoweit vertretenen Ansichten in Rechtsprechung und Literatur.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch ist diese Frage dar&uuml;ber hinaus bereits durch die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung entschieden. Zwar hat der angerufene Senat einen Vorrang der die individuellen Verh&auml;ltnisse des jeweiligen Steuerpflichtigen ber&uuml;cksichtigenden Sch&auml;tzungsmethoden, zu denen er die Verm&ouml;genszuwachs- oder Geldverkehrsrechnung und die Aufschlagskalkulation z&auml;hlt, in Relation zum Zeitreihenvergleich ausgesprochen, und zwar in den F&auml;llen, in denen die Buchf&uuml;hrung des Steuerpflichtigen formell nicht ordnungsgem&auml;&szlig; ist, materielle Unrichtigkeiten aber nicht konkret nachgewiesen werden konnten. Der Senat hat jedoch in seinem Urteil in BFHE 249, 390, BStBl II 2015, 743 (unter Rz&nbsp;61) ausdr&uuml;cklich darauf hingewiesen, dass er nicht von der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung abweicht, wonach der Steuerpflichtige grunds&auml;tzlich keinen Anspruch auf die Anwendung einer bestimmten Sch&auml;tzungsmethode hat. Weder das FA noch das FG sind deshalb grunds&auml;tzlich verpflichtet, das aufgrund einer Sch&auml;tzungsmethode (hier Richtsatzsch&auml;tzung im Vergleich zu den vom Kl&auml;ger selbst genannten Rohgewinnaufschl&auml;gen) gewonnene Ergebnis noch durch die Anwendung einer weiteren Sch&auml;tzungsmethode zu &uuml;berpr&uuml;fen oder zu untermauern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist Sache der Tatsacheninstanz, zu entscheiden, welcher Sch&auml;tzungsmethode sie sich bedienen will, wenn diese geeignet ist, ein vern&uuml;nftiges und der Wirklichkeit entsprechendes Ergebnis zu erzielen. Insoweit ist jedoch auch zu beachten, inwieweit &#8211;wie vorliegend&#8211; die fehlende materielle Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit der Kassenaufzeichnungen aufgrund der Gesamtumst&auml;nde (l&uuml;ckenhafte Speicherung von Stornierungen und Reklamationen durch die eingesetzte Registrierkasse) einen inneren Betriebsvergleich noch m&ouml;glich macht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Soweit der Kl&auml;ger die grunds&auml;tzliche Brauchbarkeit der Richtsatzsch&auml;tzung als Sch&auml;tzungsmethode anzweifelt, fehlt es bereits an der Darlegung substantiierter Kritik (vgl. etwa Beyer, Neue Wirtschaftsbriefe f&uuml;r Steuer- und Wirtschaftsrecht 2018, 3232), so dass auch insoweit eine Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung nicht zugelassen werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Der Kl&auml;ger k&ouml;nnte dar&uuml;ber hinaus so verstanden werden, dass er es f&uuml;r grunds&auml;tzlich bedeutsam h&auml;lt, die Aufzeichnungspflichten eines Steuerpflichtigen, der seinen Gewinn mittels Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG ermittelt, vom BFH (deutlicher) zu umrei&szlig;en. Da aber auch insoweit bereits die Rechtslage h&ouml;chstrichterlich gekl&auml;rt ist, scheidet eine Revisionszulassung wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO aus. Denn hiernach steht fest, dass neben den f&uuml;r die Kassenbuchf&uuml;hrung nach &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO a.F. geltenden Aufzeichnungs- und daran ankn&uuml;pfenden Aufbewahrungspflichten (&sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;5, &sect;&nbsp;147 AO a.F.) die umsatzsteuerrechtliche Verpflichtung zur Aufzeichnung der Betriebseinnahmen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;22 UStG, &sect;&sect;&nbsp;63 bis 68 UStDV auch f&uuml;r das EStG unmittelbar relevant ist (vgl. nur BFH-Urteil in BFH\/NV 2018, 602, Rz&nbsp;34, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zur Rechtsfortbildung ist die Revision nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO zuzulassen, wenn der Streitfall Veranlassung gibt, Leits&auml;tze zur Auslegung von Gesetzesbestimmungen des materiellen Rechts oder des Verfahrensrechts aufzustellen, Gesetzesl&uuml;cken rechtssch&ouml;pferisch auszuf&uuml;llen oder wenn gegen eine bestehende h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung Argumente vorgetragen werden, die der BFH noch nicht erwogen hat. F&uuml;r diesen Zulassungsgrund gilt ebenso wie f&uuml;r den der grunds&auml;tzlichen Bedeutung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO, dass die Rechtsfortbildung &uuml;ber den Einzelfall hinaus im allgemeinen Interesse liegen und eine kl&auml;rungsbed&uuml;rftige und kl&auml;rbare Rechtsfrage betreffen muss (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung, vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 8.&nbsp;Juni 2018&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;112\/17, BFH\/NV 2018, 1086, Rz&nbsp;14, m.w.N.). Auch insoweit fehlt es hier an der schl&uuml;ssigen Darlegung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung wegen Divergenz (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO) ist nicht erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revisionszulassung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO setzt voraus, dass das FG bei gleichem oder vergleichbarem Sachverhalt in einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage eine andere Auffassung vertritt als der BFH, das Bundesverfassungsgericht, der Gemeinsame Senat der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes, ein anderes oberstes Bundesgericht oder ein anderes FG. Das FG muss seiner Entscheidung einen tragenden abstrakten Rechtssatz zugrunde gelegt haben, der mit den ebenfalls tragenden Rechtsausf&uuml;hrungen in der Divergenzentscheidung des anderen Gerichts nicht &uuml;bereinstimmt. Zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer Divergenzr&uuml;ge nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO geh&ouml;rt u.a. eine hinreichend genaue Bezeichnung der vermeintlichen Divergenzentscheidung sowie die Gegen&uuml;berstellung tragender, abstrakter Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil des FG einerseits und aus den behaupteten Divergenzentscheidungen andererseits, um eine Abweichung deutlich erkennbar zu machen (vgl. nur Senatsbeschluss vom 6.&nbsp;August 2018&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;22\/18, BFH\/NV 2018, 1237, Rz&nbsp;11, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da der Kl&auml;ger bereits keine abweichenden abstrakten Rechtss&auml;tze formuliert hat, fehlt es an einer schl&uuml;ssigen Darlegung der Divergenzr&uuml;ge. Der Hinweis, dass &quot;bereits innerhalb des FG&quot; die Rechtsprechung &quot;uneinheitlich&quot; sei, ersetzt diese Anforderung nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Das dargestellte Vorbringen des Kl&auml;gers richtet sich letztlich allein gegen die Richtigkeit der Sch&auml;tzung des FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die R&uuml;ge der falschen Rechtsanwendung und tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung des Streitfalls durch das FG im Rahmen einer Sch&auml;tzung ist im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren grunds&auml;tzlich unbeachtlich. Dies gilt insbesondere f&uuml;r Einwendungen gegen die Richtigkeit von Steuersch&auml;tzungen (Verst&ouml;&szlig;e gegen anerkannte Sch&auml;tzungsgrunds&auml;tze, Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze sowie materielle Rechtsfehler, vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 21.&nbsp;Januar 2009&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;125\/08, BFH\/NV 2009, 951).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein zur Zulassung der Revision berechtigender erheblicher Rechtsfehler aufgrund objektiver Willk&uuml;r kann allenfalls in F&auml;llen bejaht werden, in denen das Sch&auml;tzungsergebnis des FG wirtschaftlich unm&ouml;glich und damit schlechthin unvertretbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Ein Versto&szlig; gegen Denkgesetze f&uuml;hrt bei Sch&auml;tzungen erst zur Zulassung der Revision wegen willk&uuml;rlich falscher Rechtsanwendung, wenn sich das Ergebnis als offensichtlich realit&auml;tsfremd darstellt (Senatsbeschluss in BFH\/NV 2009, 951).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Dies ist vorliegend nicht gegeben. Das FG hat nicht nur zu Recht eine Sch&auml;tzungsbefugnis bejaht, sondern auch vertretbar die Sch&auml;tzungsh&ouml;he begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Werden Einzelaufzeichnungen, wie vorliegend, nicht gef&uuml;hrt, so ist jedenfalls ein Abgleich von Soll- und Ist-Bestand der Kasse &quot;in gewissen Abst&auml;nden&quot; vorzunehmen. Dies ist hier, unabh&auml;ngig von der fehlenden Aufzeichnung der Stornobuchungen, nicht erkennbar. Insbesondere erschlie&szlig;t sich dem Senat nicht, warum der Kl&auml;ger nur f&uuml;r einen Bruchteil der &Ouml;ffnungstage Z-Bons vorgelegt hat und wie er dennoch die Vollst&auml;ndigkeit der Einnahmen nachweisen will. In einem solchen Fall die Richtsatzsch&auml;tzung als Sch&auml;tzungsmethode zu w&auml;hlen, kann nicht objektiv willk&uuml;rlich sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Willk&uuml;rsch&auml;tzung scheidet dar&uuml;ber hinaus auch deshalb aus, weil das FG nicht nur die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung anwendet, sondern insbesondere seine Sch&auml;tzung auf S.&nbsp;6&nbsp;f. umfassend und vertretbar begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Die vom Kl&auml;ger geltend gemachten Verfahrensm&auml;ngel i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit der Kl&auml;ger der Ansicht ist, der Senat h&auml;tte statt der Anwendung der amtlichen Richtsatzsammlung eine &quot;eigene Sch&auml;tzung&quot; vornehmen m&uuml;ssen, verkennt er zum einen, dass die Anwendung der amtlichen Richtsatzsammlung eine anerkannte Sch&auml;tzungsmethode ist, die sich das FG zu eigen gemacht hat (so bereits auch BFH-Beschluss in BFH\/NV 2019, 1, Rz&nbsp;20). Rechtsfehler des FG sind nicht erkennbar. Zum anderen kann das FG &#8211;wie hier&#8211; seine Verpflichtung zur eigenen Sch&auml;tzung auch dadurch erf&uuml;llen, dass es die Sch&auml;tzung der Finanzbeh&ouml;rde pr&uuml;ft und als eigene &uuml;bernimmt und sich dann darauf beschr&auml;nkt, substantiierten Einwendungen gegen die Sch&auml;tzung des FA nachzugehen (vgl. Senatsurteil vom 28.&nbsp;Oktober 2015&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;47\/13, BFH\/NV 2016, 171, Rz&nbsp;19, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dar&uuml;ber hinaus r&uuml;gt der Kl&auml;ger, das FG habe eine &Uuml;berraschungsentscheidung getroffen. So habe der Berichterstatter im Er&ouml;rterungstermin die H&ouml;he der Sch&auml;tzung infrage gestellt und statt der vom FA angesetzten 50.000&nbsp;EUR nur noch 20.000&nbsp;EUR f&uuml;r angemessen gehalten. Im Urteil werde aber nicht erl&auml;utert, weshalb das FG letztlich doch von der Auffassung des Berichterstatters abgewichen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insoweit ist darauf hinzuweisen, dass der behauptete rechtliche Hinweis des Berichterstatters aus dem &#8211;immerhin dreiseitigen&#8211; Protokoll des Er&ouml;rterungstermins nicht hervorgeht. Selbst wenn man aber unterstellen w&uuml;rde, dass dieser Hinweis nicht protokolliert worden ist und das Vorbringen des Kl&auml;gers zu den Ausf&uuml;hrungen des Berichterstatters im Er&ouml;rterungstermin zutrifft, hat der Kl&auml;ger selbst vorgetragen, der Berichterstatter habe darauf hingewiesen, dass diese Frage letztlich vom Senat zu entscheiden sei. Damit konnte von vornherein kein sicheres Vertrauen auf die &#8211;m&ouml;glicherweise&#8211; ge&auml;u&szlig;erte vorl&auml;ufige Rechtsauffassung eines von f&uuml;nf Senatsmitgliedern entstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von einer weiteren Darstellung des Tatbestands und einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.8.2019, X B 117\/18ECLI:DE:BFH:2019:B.080819.XB117.18.0 Richtsatzsch&auml;tzung bei fehlerhafter elektronischer Registrierkasse Leits&auml;tze 1. NV: Werden Bareinnahmen mit einer elektronischen Registrierkasse erfasst, erfordert dies auch im Fall der Gewinnermittlung durch Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung die t&auml;gliche Erstellung eines Z-Bons. 2. NV: Weisen die Z-Bons technisch bedingt keine Stornierungen aus, liegt ein schwerer formeller Fehler der Kassenaufzeichnungen vor, der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-117-18-richtsatzschaetzung-bei-fehlerhafter-elektronischer-registrierkasse\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;117\/18 &#8211; Richtsatzsch&auml;tzung bei fehlerhafter elektronischer Registrierkasse<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71171","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71171","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71171"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71171\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71171"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71171"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71171"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}