{"id":71221,"date":"2019-09-28T17:49:54","date_gmt":"2019-09-28T15:49:54","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71221"},"modified":"2019-09-28T17:49:54","modified_gmt":"2019-09-28T15:49:54","slug":"ix-r-6-18-nutzung-zu-eigenen-wohnzwecken-is-des-par-23-abs-1-satz-1-nr-1-satz-3-estg-privates-veraeusserungsgeschaeft-bei-verkauf-zur-vermeidung-der-geplanten-anordnung-eines-rueckbaugebots","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-6-18-nutzung-zu-eigenen-wohnzwecken-is-des-par-23-abs-1-satz-1-nr-1-satz-3-estg-privates-veraeusserungsgeschaeft-bei-verkauf-zur-vermeidung-der-geplanten-anordnung-eines-rueckbaugebots\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;6\/18 &#8211; Nutzung zu eigenen Wohnzwecken i.S. des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG; privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft bei Verkauf zur Vermeidung der geplanten Anordnung eines R&uuml;ckbaugebots"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.5.2019, IX R 6\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.210519.IXR6.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Nutzung zu eigenen Wohnzwecken i.S. des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG; privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft bei Verkauf zur Vermeidung der geplanten Anordnung eines R&uuml;ckbaugebots<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Eine &quot;Nutzung zu eigenen Wohnzwecken&quot; i.S. des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG liegt nicht vor, wenn der Steuerpflichtige die einem Angeh&ouml;rigen unentgeltlich &uuml;berlassene Wohnung zeitweilig f&uuml;r wenige N&auml;chte im Jahr als Zufluchtsm&ouml;glichkeit (mit-)nutzt, um einer wegen der Alkoholerkrankung des Ehepartners in der gemeinsamen Ehewohnung unertr&auml;glich gewordenen Situation zu entfliehen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Eine unter Zwang zustande gekommene Verm&ouml;gensmehrung liegt nicht vor, wenn im Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung (&sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 1 EStG) die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde zwar beabsichtigte, dem betroffenen Steuerpflichtigen ein R&uuml;ckbaugebot aufzuerlegen, eine dahingehende Anordnung jedoch noch nicht unmittelbar bevorstand.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg vom 30.01.2018 &#8211; 11 K 133\/17 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) im Streitjahr (2015) den Tatbestand eines nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) steuerpflichtigen privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts erf&uuml;llt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin wurde im Streitjahr mit ihrem Ehemann nach &sect;&nbsp;26b EStG zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Die Eheleute sind Eltern zweier erwachsener T&ouml;chter (A und B).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2006 erwarb die Kl&auml;gerin eine etwa 100&nbsp;qm gro&szlig;e 3-Zimmer-Wohnung in der X-Stra&szlig;e in Z zum Kaufpreis von 45.000&nbsp;EUR zu Alleineigentum. Die Kl&auml;gerin &uuml;berlie&szlig; das Objekt ihrer Tochter A, nachdem ihr Ehemann sich geweigert hatte, mit der Kl&auml;gerin die als gemeinsame Familienwohnung vorgesehene Immobilie zu beziehen. A, die der Kl&auml;gerin f&uuml;r den Erwerb der Wohnung ein Darlehen in H&ouml;he von 20.000&nbsp;EUR gew&auml;hrt hatte, hatte lediglich die Nebenkosten der Wohnung zu tragen; eine Mietzinsvereinbarung bestand nicht. Das gew&auml;hrte Darlehen wurde im Jahr 2017 von der Kl&auml;gerin getilgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2007 erwarb die Kl&auml;gerin eine weitere Wohnung in der Y-Stra&szlig;e in Z zum Kaufpreis von 78.000&nbsp;EUR zu Alleineigentum, welche die Eheleute gemeinsam bezogen. Die Kl&auml;gerin war im Streitjahr unter der Adresse Y-Stra&szlig;e mit Hauptwohnsitz gemeldet; die von A bewohnte Wohnung in der X-Stra&szlig;e nutzte die Kl&auml;gerin allerdings zeitweise als Zufluchtsm&ouml;glichkeit, wenn die Situation mit ihrem alkoholkranken Ehemann eskalierte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 12.&nbsp;Dezember 2014 ver&auml;u&szlig;erte die Kl&auml;gerin die Wohnung in der X-Stra&szlig;e in Z an die Stadt Z zum Kaufpreis von 90.000&nbsp;EUR zuz&uuml;glich einer Umzugskostenpauschale in H&ouml;he von 3.000&nbsp;EUR sowie einer Pauschale f&uuml;r Vertragsnebenkosten f&uuml;r den sp&auml;teren Erwerb einer Ersatzwohnung in H&ouml;he von 7.000&nbsp;EUR. Der Kaufpreis einschlie&szlig;lich der weiteren Gegenleistungen waren am 2.&nbsp;Januar 2015 zur Zahlung f&auml;llig, die &Uuml;bergabe der Wohnung einschlie&szlig;lich des &Uuml;bergangs von Nutzen und Lasten zum 31.&nbsp;Juli 2015 vereinbart. Anlass des Immobilienerwerbs durch die Stadt Z war, dass das Hausgrundst&uuml;ck in einem f&ouml;rmlich festgelegten Sanierungsgebiet lag und die Stadt plante, nach dem Erwerb s&auml;mtlicher in der Immobilie belegenen Wohnungen das Geb&auml;ude wegen nicht behebbarer M&auml;ngel abzubrechen. Nachdem Verhandlungen mit der Kl&auml;gerin &uuml;ber einen freih&auml;ndigen Erwerb der Wohnung zun&auml;chst gescheitert waren, lud die Stadt die Kl&auml;gerin im November 2014 zu einem Er&ouml;rterungstermin, in dem die geplante Anordnung eines R&uuml;ckbaugebotes (&sect;&sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;2, 179 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Baugesetzbuches) besprochen werden sollte. Aufgrund dieser Ma&szlig;nahme entschloss sich die Kl&auml;gerin zur Ver&auml;u&szlig;erung der Wohnung. Der Verkehrswert der Wohnung X-Stra&szlig;e wurde 2012 gutachterlich mit 52.500&nbsp;EUR festgesetzt<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 7.&nbsp;April 2016 erwarb die Kl&auml;gerin eine 102,79&nbsp;qm gro&szlig;e 4-Zimmer-Wohnung in der P-Stra&szlig;e in Z zum Kaufpreis von 130.000&nbsp;EUR zu Alleineigentum. Seit diesem Zeitpunkt bewohnt die Kl&auml;gerin dieses Objekt zusammen mit ihrer Tochter B und deren Sohn. Der Ehemann der Kl&auml;gerin bewohnt nunmehr die Wohnung in der Y-Stra&szlig;e alleine. Die Kl&auml;gerin ist allerdings noch immer mit Hauptwohnsitz in der Y-Stra&szlig;e gemeldet, w&auml;hrend die Adresse in der P-Stra&szlig;e offiziell lediglich als Nebenwohnsitz dient.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ging in dem unter dem 11.&nbsp;Juli 2016 ergangenen Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr davon aus, dass die Kl&auml;gerin durch den Verkauf der Wohnung in der X-Stra&szlig;e den Tatbestand eines privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts verwirklicht und dabei einen steuerpflichtigen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von (100.000&nbsp;EUR [Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s] .\/.&nbsp;45.000&nbsp;EUR [Anschaffungskosten] .\/.&nbsp;1.575&nbsp;EUR [Grunderwerbsteuer]&nbsp;=) 53.425&nbsp;EUR erzielt habe und setzte die Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr auf &#8230;&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den hiergegen gerichteten Einspruch der Kl&auml;gerin wies das FA wegen Vers&auml;umung der Einspruchsfrist als unzul&auml;ssig zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) entschied im angefochtenen Urteil vom 30.&nbsp;Januar 2018&nbsp;&#8211; 11&nbsp;K&nbsp;133\/17, dass der Einspruch der Kl&auml;gerin entgegen der Auffassung des FA rechtzeitig eingelegt worden sei; dies ist zwischen den Beteiligten im Revisionsverfahren auch nicht mehr streitig. Im &Uuml;brigen ging das FG davon aus, dass das FA weitere Anschaffungsnebenkosten der Kl&auml;gerin beim Erwerb des Objekts X-Stra&szlig;e zu Unrecht nicht ber&uuml;cksichtigt und mithin die H&ouml;he des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns unzutreffend ermittelt habe; die Festsetzung eines privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns sei indes dem Grunde nach zu Recht erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit der Revision, mit der sie die Verletzung von &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG r&uuml;gt. Sie vertritt die Auffassung, dass eine Nutzung der Wohnung X-Stra&szlig;e zu eigenen Wohnzwecken im Streitfall schon deshalb anzunehmen sei, weil sie, die Kl&auml;gerin, &uuml;ber einen Schl&uuml;ssel f&uuml;r das Objekt verf&uuml;gt habe und dieses jederzeit &#8211;ohne ihre Tochter A um Erlaubnis bitten zu m&uuml;ssen&#8211; h&auml;tte aufsuchen k&ouml;nnen. Zwar habe in der Wohnung X-Stra&szlig;e kein eigenes Zimmer f&uuml;r die Kl&auml;gerin bereit gestanden, jedoch habe sie dort jederzeit ein Schlafsofa nutzen k&ouml;nnen. Diese Nutzung sei unbeschadet der Tatsache, dass die Kl&auml;gerin ihren Haushalt in der Wohnung in der Y-Stra&szlig;e gef&uuml;hrt und dort ihre W&auml;sche gewaschen habe, auf Dauer angelegt gewesen. Im &Uuml;brigen habe sie, die Kl&auml;gerin, sich bei der Ver&auml;u&szlig;erung des Objekts in der X-Stra&szlig;e in einer Zwangssituation befunden. Obwohl die Anordnung des R&uuml;ckbaugebotes noch nicht von der Stadt Z beschlossen gewesen sei, habe sie, die Kl&auml;gerin, sich von der Stadtverwaltung derma&szlig;en unter Druck gesetzt gef&uuml;hlt, dass sie die ma&szlig;gebliche Wohnung schlie&szlig;lich ver&auml;u&szlig;ert habe. Im &Uuml;brigen bestehe ein zeitlicher Zusammenhang mit dem Erwerb der Wohnung P-Stra&szlig;e als &quot;Ersatzwirtschaftsgut&quot;, da der &Uuml;bergang von Besitz, Nutzen und Lasten am Objekt X-Stra&szlig;e vertraglich auf den 31.&nbsp;Juli 2015 festgelegt gewesen sei und die Anschaffung der Ersatzwohnung im April 2016 mithin innerhalb eines Jahrs erfolgt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG vom 30.&nbsp;Januar 2018&nbsp;&#8211; 11&nbsp;K&nbsp;133\/17 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid vom 11.&nbsp;Juli 2016 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 15.&nbsp;Dezember 2016 mit der Ma&szlig;gabe zu &auml;ndern, dass kein Gewinn aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften angesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es geht zusammenfassend davon aus, dass das angefochtene Urteil des FG frei von Rechtsfehlern und die ma&szlig;gebliche Vorschrift des &sect;&nbsp;23 EStG zutreffend ausgelegt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass die Kl&auml;gerin im Streitjahr den Tatbestand eines steuerpflichtigen privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts verwirklicht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2 EStG sind sonstige Eink&uuml;nfte (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG) auch Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften i.S. des &sect;&nbsp;23 EStG. Dazu geh&ouml;ren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG u.a. Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte bei Grundst&uuml;cken, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Ver&auml;u&szlig;erung nicht mehr als zehn Jahre betr&auml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ausgenommen von der Besteuerung sind nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG Wirtschaftsg&uuml;ter, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Ver&auml;u&szlig;erung ausschlie&szlig;lich zu eigenen Wohnzwecken (1.&nbsp;Alternative) oder im Jahr der Ver&auml;u&szlig;erung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken (2.&nbsp;Alternative) genutzt wurden. Eine &quot;Nutzung zu eigenen Wohnzwecken&quot; setzt in beiden Alternativen voraus, dass eine Immobilie zum Bewohnen geeignet ist und vom Steuerpflichtigen bewohnt wird. Der Steuerpflichtige muss das Geb&auml;ude zumindest &quot;auch&quot; selbst nutzen; unsch&auml;dlich ist, wenn er es gemeinsam mit seinen Familienangeh&ouml;rigen oder einem Dritten bewohnt. Eine Nutzung zu &quot;eigenen Wohnzwecken&quot; liegt hingegen nicht vor, wenn der Steuerpflichtige die Wohnung entgeltlich oder unentgeltlich an einen Dritten &uuml;berl&auml;sst, ohne sie zugleich selbst zu bewohnen (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 27.&nbsp;Juni 2017&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;37\/16, BFHE 258, 490, BStBl II 2017, 1192, mit zahlreichen weiteren Nachweisen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Wohnung wird auch dann zu eigenen Wohnzwecken genutzt, wenn sie der Steuerpflichtige nur zeitweilig bewohnt, sofern sie ihm in der &uuml;brigen Zeit zur Verf&uuml;gung steht. Denn eine Nutzung zu &quot;eigenen Wohnzwecken&quot; setzt weder die Nutzung als Hauptwohnung voraus noch muss sich dort der Schwerpunkt der pers&ouml;nlichen und famili&auml;ren Lebensverh&auml;ltnisse befinden. Ein Steuerpflichtiger kann deshalb mehrere Geb&auml;ude gleichzeitig zu eigenen Wohnzwecken nutzen. Erfasst sind daher auch Zweitwohnungen, nicht zur Vermietung bestimmte Ferienwohnungen und Wohnungen, die im Rahmen einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung genutzt werden. Ist deren Nutzung auf Dauer angelegt, kommt es nicht darauf an, ob der Steuerpflichtige noch eine (oder mehrere) weitere Wohnung(en) hat und wie oft er sich darin aufh&auml;lt (BFH-Urteil in BFHE 258, 490, BStBl II 2017, 1192, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine &quot;Nutzung zu eigenen Wohnzwecken&quot; ist im Rahmen des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG so zu verstehen wie in &sect;&nbsp;10e EStG und in &sect;&nbsp;4 des Eigenheimzulagengesetzes (BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Januar 2006&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;18\/03, BFH\/NV 2006, 936). Danach liegt eine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken auch vor, wenn der Steuerpflichtige Teile einer zu eigenen Wohnzwecken genutzten Wohnung oder die Wohnung insgesamt einem einkommensteuerlich zu ber&uuml;cksichtigenden Kind (&sect;&nbsp;32 EStG) unentgeltlich zur teilweisen oder alleinigen Nutzung &uuml;berl&auml;sst. Die Nutzung der Wohnung durch das Kind ist dem Eigent&uuml;mer in diesem Fall als eigene zuzurechnen, weil es ihm im Rahmen seiner unterhaltsrechtlichen Verpflichtung obliegt, f&uuml;r die Unterbringung des Kindes zu sorgen (BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Januar 2011&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;13\/10, BFH\/NV 2011, 974, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Alternative EStG setzt voraus, dass die Wohnung im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Ver&auml;u&szlig;erung ausschlie&szlig;lich zu eigenen Wohnzwecken genutzt worden ist. &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative EStG verlangt demgegen&uuml;ber eine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken im Jahr der Ver&auml;u&szlig;erung und in den beiden vorangegangenen Jahren. Im Jahr der Ver&auml;u&szlig;erung und im zweiten Jahr vor der Ver&auml;u&szlig;erung muss die Nutzung zu eigenen Wohnzwecken nicht w&auml;hrend des gesamten Kalenderjahrs vorgelegen haben. Es gen&uuml;gt ein zusammenh&auml;ngender Zeitraum der Nutzung zu eigenen Wohnzwecken, der sich &uuml;ber drei Kalenderjahre erstreckt, ohne sie &#8211;mit Ausnahme des mittleren Kalenderjahrs&#8211; voll auszuf&uuml;llen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 258, 490, BStBl II 2017, 1192, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Liegen die tatbestandlichen Voraussetzungen eines privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG vor, kommt es nach dem Gesetzeswortlaut auf den Grund des T&auml;tigwerdens des Steuerpflichtigen grunds&auml;tzlich nicht an (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 9.&nbsp;Juli 1969&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvL&nbsp;20\/65, BVerfGE 26, 302, BStBl II 1970, 156; BFH-Urteil vom 8.&nbsp;April 2003&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;1\/01, BFH\/NV 2003, 1171, m.w.N.). Vor diesem Hintergrund wird die dem privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft zugrunde liegende Ver&auml;u&szlig;erungsmotivation erst dann relevant, wenn die Ver&auml;u&szlig;erung und die Anlage des Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;ses in einem Ersatzgut, das wirtschaftlich dieselbe oder eine entsprechende Aufgabe erf&uuml;llt wie der ausgeschiedene Gegenstand, in sachlichem Zusammenhang bewirkt werden (s. etwa BFH-Urteile vom 29.&nbsp;Juni 1962&nbsp;&#8211; VI&nbsp;82\/61&nbsp;U, BFHE 75, 330, BStBl III 1962, 387; vom 16.&nbsp;Januar 1973&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;96\/70, BFHE 108, 502, BStBl II 1973, 445, m.w.N.). Die Annahme eines privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts entf&auml;llt mithin, wenn Ver&auml;u&szlig;erung und Wiederanlage des Erl&ouml;ses der freien Entschlie&szlig;ung des Steuerpflichtigen entzogen sind und sich als Auswechslung von Wirtschaftsg&uuml;tern &#8211;ohne wesentliche Besser- oder Schlechterstellung des Steuerpflichtigen&#8211; darstellen. Dies kann etwa der Fall sein, wenn die Ver&auml;u&szlig;erung eines Immobilienobjekts dem Steuerpflichtigen durch Hoheitsakt aufgezwungen wird, insbesondere durch den Zwang bevorstehender Enteignung, und der Steuerpflichtige in sachlichem Zusammenhang hiermit ein Ersatzobjekt anschafft. F&uuml;r die Annahme eines solchen Zwangs hat die Rechtsprechung stets einen strengen Beurteilungsma&szlig;stab angesetzt (BFH-Urteil in BFHE 108, 502, BStBl II 1973, 445, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen hat das FG zu Recht entschieden, dass die Kl&auml;gerin im Streitfall den Tatbestand eines privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts verwirklicht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin hat das unter dem 26.&nbsp;Oktober 2006 angeschaffte Immobilienobjekt X-Stra&szlig;e mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 12.&nbsp;Dezember 2014 und mithin innerhalb der ma&szlig;geblichen Frist des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG ver&auml;u&szlig;ert. Die Tatbestandsvoraussetzungen eines privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts sind dadurch erf&uuml;llt, was zwischen den Beteiligten auch nicht streitig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin hat die Wohnung X-Stra&szlig;e nicht deshalb &quot;zu eigenen Wohnzwecken&quot; genutzt, weil sie das Objekt ihrer Tochter A unentgeltlich zur Nutzung &uuml;berlie&szlig;. Denn die Tochter A war im Streitjahr nicht mehr gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 EStG einkommensteuerrechtlich bei der Kl&auml;gerin zu ber&uuml;cksichtigen. Auch dies ist zwischen den Beteiligten nicht streitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine &quot;Nutzung zu eigenen Wohnzwecken&quot; lag im Streitfall nach zutreffender Auffassung des FG auch nicht deshalb vor, weil die Kl&auml;gerin die Wohnung X-Stra&szlig;e gelegentlich als Zufluchtsm&ouml;glichkeit genutzt hat, wenn die Situation mit ihrem alkoholkranken Ehemann in der gemeinsamen Wohnung Y-Stra&szlig;e &quot;eskalierte&quot;. Das FG hat die von der Kl&auml;gerin und von der Zeugin A bekundeten Sachverhaltsumst&auml;nde, welche zu den gelegentlichen &Uuml;bernachtungen der Kl&auml;gerin in der ihr geh&ouml;renden, ihrer Tochter A zur Nutzung &uuml;berlassenen Wohnung X-Stra&szlig;e f&uuml;hrten, eingehend ermittelt und in nachvollziehbarer und ausf&uuml;hrlich begr&uuml;ndeter Weise in seine Gesamtw&uuml;rdigung einbezogen. Dabei hat das FG nicht nur die von der Kl&auml;gerin und der Zeugin A bekundeten Tatsachen, sondern auch das Aussageverhalten einer eingehenden W&uuml;rdigung unterzogen. Soweit das FG danach zu dem Schluss gekommen ist, dass die Kl&auml;gerin diese Wohnung nicht &quot;zu eigenen Wohnzwecken&quot; genutzt hat, ist dies revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Der Senat ist mithin an die Gesamtw&uuml;rdigung seitens des FG nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Zutreffend hat das FG auch die rechtliche Bedeutung einer Zwangslage bei der Ver&auml;u&szlig;erung von Grundst&uuml;cken erkannt und ist im Einklang mit der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung davon ausgegangen, dass eine unter Zwang zustande gekommene Verm&ouml;gensmehrung zwar bei einer Enteignung oder einem Verkauf zur Abwendung einer unmittelbar bevorstehenden, nicht aber bei einer lediglich &quot;k&uuml;nftig drohenden&quot; Enteignung zu bejahen ist. Die Frage, ob ein vom Steuerpflichtigen tatbestandlich verwirklichtes privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft in diesem Sinne unter Zwang abgeschlossen wurde, ist im Wesentlichen Tatfrage. Die tats&auml;chlichen Feststellungen des FG sind vom Revisionsgericht nur daraufhin zu pr&uuml;fen, ob das FG im Rahmen der Gesamtw&uuml;rdigung von zutreffenden Kriterien ausgegangen ist, alle ma&szlig;geblichen Beweisanzeichen in seine Beurteilung einbezogen und dabei nicht gegen Denkgesetze oder Erfahrungss&auml;tze versto&szlig;en hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall ist das FG im Rahmen seiner Gesamtw&uuml;rdigung davon ausgegangen, dass sich die Kl&auml;gerin schon bei der Ver&auml;u&szlig;erung des Objekts X-Stra&szlig;e nicht in einer die Annahme eines privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts ausschlie&szlig;enden Zwangslage befunden hatte. Dabei hat es ber&uuml;cksichtigt, dass die Kl&auml;gerin w&auml;hrend der langwierigen Verkaufsverhandlungen mit der Stadt Z fr&uuml;hzeitig hatte erkennen lassen, dass sie zu einer Ver&auml;u&szlig;erung der Wohnung bereit sei, sofern man ihre Kaufpreisvorstellung erf&uuml;llte. Im weiteren Zuge der Verhandlungen hat die Kl&auml;gerin auch in der Tat die Stadt Z zu einer wiederholten Nachbesserung des Kaufangebots veranlasst. &Uuml;berdies hat das FG ber&uuml;cksichtigt, dass die Stadt Z im Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung der Wohnung X-Stra&szlig;e durch die Kl&auml;gerin zwar beabsichtigt habe, den betroffenen Wohnungseigent&uuml;mern ein R&uuml;ckbaugebot aufzuerlegen, eine dahingehende Anordnung jedoch noch nicht unmittelbar bevorstand. Diese Gesamtw&uuml;rdigung h&auml;lt revisionsrechtlicher &Uuml;berpr&uuml;fung stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Nicht zu beanstanden ist ferner, wenn das FG im Rahmen seiner W&uuml;rdigung davon ausgeht, dass auch die Anschaffung der Wohnung P-Stra&szlig;e nicht auf einer unmittelbaren Zwangslage beruht habe, da der Kl&auml;gerin zum Zeitpunkt der Anschaffung dieser (&quot;Ersatz&quot;-)Wohnung weiterhin die Wohnung in der Y-Stra&szlig;e zur Verf&uuml;gung gestanden habe, in der sie &uuml;berdies mit Hauptwohnsitz gemeldet war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Nach alledem konnte das FG die Frage, ob die Anschaffung der Wohnung P-Stra&szlig;e in zeitlichem und sachlichem Zusammenhang mit der Ver&auml;u&szlig;erung der Wohnung X-Stra&szlig;e erfolgte, offenlassen. Da das FG zutreffend bereits eine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken verneint hat, brauchte es &uuml;berdies nicht zu den nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;und 2.&nbsp;Alternative EStG erforderlichen Selbstnutzungszeiten Stellung nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist spruchreif. &Uuml;ber die H&ouml;he des von der Kl&auml;gerin aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Wohnung X-Stra&szlig;e erzielten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG besteht zwischen den Beteiligten kein Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.5.2019, IX R 6\/18ECLI:DE:BFH:2019:U.210519.IXR6.18.0 Nutzung zu eigenen Wohnzwecken i.S. des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG; privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft bei Verkauf zur Vermeidung der geplanten Anordnung eines R&uuml;ckbaugebots Leits&auml;tze 1. NV: Eine &quot;Nutzung zu eigenen Wohnzwecken&quot; i.S. des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-6-18-nutzung-zu-eigenen-wohnzwecken-is-des-par-23-abs-1-satz-1-nr-1-satz-3-estg-privates-veraeusserungsgeschaeft-bei-verkauf-zur-vermeidung-der-geplanten-anordnung-eines-rueckbaugebots\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;6\/18 &#8211; Nutzung zu eigenen Wohnzwecken i.S. des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG; privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft bei Verkauf zur Vermeidung der geplanten Anordnung eines R&uuml;ckbaugebots<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71221","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71221","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71221"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71221\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71221"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71221"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71221"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}