{"id":71234,"date":"2019-09-28T17:50:05","date_gmt":"2019-09-28T15:50:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71234"},"modified":"2019-09-28T17:50:05","modified_gmt":"2019-09-28T15:50:05","slug":"vii-b-65-19-rechtsstreit-gegen-einen-duldungsbescheid-des-fa-nach-eroeffnung-des-insolvenzverfahrens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-65-19-rechtsstreit-gegen-einen-duldungsbescheid-des-fa-nach-eroeffnung-des-insolvenzverfahrens\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;65\/19 &#8211; Rechtsstreit gegen einen Duldungsbescheid des FA nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.7.2019, VII B 65\/19<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.240719.VIIB65.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Rechtsstreit gegen einen Duldungsbescheid des FA nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Mit Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens geht die Anfechtungskompetenz aus &sect;&sect; 4, 11 AnfG auf den Insolvenzverwalter &uuml;ber.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Wenn der Rechtsstreit gegen den Duldungsbescheid des FA nicht mehr anh&auml;ngig ist, kann der Insolvenzverwalter das Verfahren nicht mehr aufnehmen (Abgrenzung zu Senatsurteil vom 18. September 2012 &#8211; VII R 14\/11, BFHE 238, 505, BStBl II 2013, 128).<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Hat das FG die Anfechtungsklage gegen den Duldungsbescheid als unbegr&uuml;ndet abgewiesen, kommt die Erteilung einer vollstreckbaren Ausfertigung f&uuml;r den Insolvenzverwalter nach &sect; 727 ZPO nicht in Betracht.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Das FA kann den Anfechtungsanspruch gegen den Anfechtungsgegner w&auml;hrend des Insolvenzverfahrens auch mit Zustimmung des Insolvenzverwalters nicht selbst weiterverfolgen (Fortf&uuml;hrung Senatsurteil vom 29. M&auml;rz 1994 &#8211; VII R 120\/92, BFHE 174, 295, BStBl II 1995, 225).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Antragstellers gegen den Beschluss des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts vom 7. Mai 2019 &#8211; 3 K 56\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Antragsteller zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) hat als Anfechtungsgl&auml;ubiger einen Duldungsbescheid gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;191 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;1, 2, 3 Abs.&nbsp;2, 4 und 11 des Anfechtungsgesetzes (AnfG) erlassen und die Duldung der Vollstreckung in den dem Ehemann der Kl&auml;gerin urspr&uuml;nglich geh&ouml;renden Anteil an einer Partnerschaftsgesellschaft begrenzt. Die Kl&auml;gerin hat die Bescheide angefochten. Die Klage ist mit Urteil des Finanzgerichts (FG) vom 22.&nbsp;M&auml;rz 2017&nbsp;&#8211; 3&nbsp;K&nbsp;56\/15 abgewiesen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von der Kl&auml;gerin beim Bundesfinanzhof (BFH) eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde ist mit Beschluss vom 4.&nbsp;Mai 2018&nbsp;&#8211; VII&nbsp;B&nbsp;61\/17 als unzul&auml;ssig verworfen worden. &Uuml;ber das Verm&ouml;gen des Ehemannes der Kl&auml;gerin war zwischenzeitlich mit Beschluss des Amtsgerichts vom &#8230;&nbsp;November 2017 das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 24.&nbsp;Juli 2018 beantragte der Insolvenzverwalter (Antragsteller) unter Hinweis auf &sect;&nbsp;727 der Zivilprozessordnung (ZPO) die Erteilung einer vollstreckbaren Ausfertigung des Urteils vom 22.&nbsp;M&auml;rz 2017 in dem Verfahren 3&nbsp;K&nbsp;56\/15 mit folgendem Inhalt: &quot;Die Kl&auml;gerin (&#8230;) ist dazu verurteilt, an Herrn &#8230; als Insolvenzverwalter &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Herrn (&#8230;) abzutreten: Ihren (&#8230;) Anteil an der Partnerschaft (&#8230;) einschlie&szlig;lich ihres (&#8230;) etwaigen Anspruchs auf Zahlung einer Abfindung bei Ausscheiden aus der vorgenannten Partnerschaft&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er sei in Bezug auf den streitgegenst&auml;ndlichen Anfechtungsanspruch Rechtsnachfolger des FA. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AnfG sei ausschlie&szlig;lich der Insolvenzverwalter berechtigt, die von den Insolvenzgl&auml;ubigern erhobenen materiell-rechtlichen Anfechtungsanspr&uuml;che zu verfolgen. Ein bei Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens noch laufendes Klageverfahren des Einzelgl&auml;ubigers k&ouml;nne er aufnehmen. Den vormaligen Klageantrag k&ouml;nne er nach Ma&szlig;gabe der &sect;&sect;&nbsp;143, 144 und 146 der Insolvenzordnung (InsO) erweitern. Das gelte auch bei Vorliegen eines Duldungsbescheids. Die Anfechtungsklage werde zur Leistungsklage des Insolvenzverwalters. Wenn das Klageverfahren des Insolvenzgl&auml;ubigers bereits abgeschlossen worden sei und aus Sicht des Gl&auml;ubigers Erfolg gehabt habe, k&ouml;nne die Vollstreckungsklausel auf den Insolvenzverwalter gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;727 ZPO als Rechtsnachfolger umgeschrieben werden. Dem ge&auml;nderten Anspruchsinhalt sei nach &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 InsO Rechnung zu tragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG lehnte den Antrag mit Beschluss vom 7.&nbsp;Mai 2019&nbsp;&#8211; 3&nbsp;K&nbsp;56\/15 als unbegr&uuml;ndet ab. &sect;&nbsp;727 ZPO sei nicht anwendbar. Das FA vollstrecke nicht aus dem klageabweisenden Urteil, sondern aus dem Verwaltungsakt. Aus Verwaltungsakten k&ouml;nnten nur Hoheitstr&auml;ger vollstrecken, der Antragsteller k&ouml;nne deshalb auch nicht Rechtsnachfolger eines Hoheitstr&auml;gers werden. Die Durchsetzung eines Anfechtungsanspruchs durch Duldungsbescheid nach &sect;&nbsp;191 AO sei als hoheitliche Ma&szlig;nahme dem FA vorbehalten. Der Insolvenzverwalter m&uuml;sse im Wege der Leistungsklage einen vollstreckbaren Titel gegen den Anfechtungsschuldner erwirken. Vollstreckungstitel sei dann das erwirkte Leistungsurteil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Verfahren sei durch den BFH-Beschluss vom 4.&nbsp;Mai 2018&nbsp;&#8211; VII&nbsp;B&nbsp;61\/17 rechtskr&auml;ftig beendet worden. Der Insolvenzverwalter k&ouml;nne deshalb nicht mehr nach &sect;&nbsp;17 AnfG in das Verfahren eintreten. Zwischen der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens und der Rechtskraft des FG-Urteils vom 22.&nbsp;M&auml;rz 2017&nbsp;&#8211; 3&nbsp;K&nbsp;56\/15 habe f&uuml;r den Insolvenzverwalter keine M&ouml;glichkeit mehr bestanden, in den Rechtsstreit einzutreten und die Anfechtungsklage in eine Leistungsklage zu wandeln. Das Begehren des Antragstellers w&uuml;rde zu einer gesetzlich nicht vorgesehenen Umschreibung des Urteils f&uuml;hren. Die Wandlung einer Anfechtungsklage in eine Leistungsklage sei allein in einem laufenden finanzgerichtlichen Verfahren m&ouml;glich. Dem Antragsteller stehe es frei, die Vollstreckung aus dem Duldungsbescheid gegen&uuml;ber dem FA freizugeben und die Auszahlung des Erlangten anzuordnen (&sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 AnfG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Beschwerde des Antragstellers, mit welcher er an seinem Antrag vom 24.&nbsp;Juli 2018 festh&auml;lt. Das FG sei fehlerhaft davon ausgegangen, dass &sect;&nbsp;727 ZPO nicht anwendbar sei. Es handele sich nicht um einen Fall der Vollstreckung von Verwaltungsakten zugunsten des Bundes, eines Landes o.&auml;., sondern um die Vollstreckung zugunsten s&auml;mtlicher Gl&auml;ubiger im Insolvenzverfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zutreffend angenommen, dass der Antragsteller nicht aus dem Duldungsbescheid vollstrecken kann. Denn die Durchsetzung eines Anfechtungsanspruchs durch Duldungsbescheid nach &sect;&nbsp;191 AO ist als hoheitliche Ma&szlig;nahme dem FA vorbehalten (Senatsurteil vom 18.&nbsp;September 2012&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;14\/11, BFHE 238, 505, BStBl II 2013, 128), weshalb der Antragsteller selbst einen Vollstreckungstitel erstreiten muss (Boeker in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;191 AO Rz&nbsp;197).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist das Verfahren noch anh&auml;ngig, regelt &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 AnfG den Fortgang eines Verfahrens &uuml;ber den Anfechtungsanspruch. Nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AnfG wird das Verfahren unterbrochen und der Insolvenzverwalter ist nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AnfG zur Aufnahme dieses Verfahrens berechtigt. Die Vorschrift gilt &#8211;jedenfalls entsprechend&#8211; auch f&uuml;r den Rechtsstreit &uuml;ber die Anfechtungsklage gegen einen Duldungsbescheid (Senatsurteil in BFHE 238, 505, BStBl II 2013, 128; anderer Ansicht Nieders&auml;chsisches FG, Beschluss vom 20.&nbsp;September 1994&nbsp;&#8211; XV&nbsp;377\/91, Entscheidungen der Finanzgerichte 1994, 1066, und M&uuml;nchKommAnfG\/Kirchhof, 1.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;17 Rz&nbsp;10). Mit Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens ist der Einzelgl&auml;ubigeranfechtungsanspruch aus &sect;&nbsp;11 AnfG erloschen, der Anfechtungsanspruch geh&ouml;rt nunmehr zur Insolvenzmasse. Der Insolvenzverwalter ist nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AnfG berechtigt, die von den Insolvenzgl&auml;ubigern erhobenen Anfechtungsanspr&uuml;che zu verfolgen, wenn &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Schuldners das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet wird (vgl. Senatsbeschluss vom 30.&nbsp;August 2010&nbsp;&#8211; VII&nbsp;B&nbsp;83\/10, BFH\/NV 2010, 2298, zum Verbraucherinsolvenzverfahren; Senatsurteil vom 29.&nbsp;M&auml;rz 1994&nbsp;&#8211; VII&nbsp;R&nbsp;120\/92, BFHE 174, 295, BStBl II 1995, 225).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im finanzgerichtlichen Verfahren werden die Beteiligten ausgewechselt. Der Insolvenzverwalter kann n&auml;mlich nicht die Beteiligtenstellung des FA erlangen. Vielmehr muss er den Klageantrag umstellen, weil sich sein Anspruch auf Herausgabe des betroffenen Gegenstandes an die Insolvenzmasse richtet (M&uuml;nchKommAnfG\/Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;16 Rz&nbsp;14; Boeker in HHSp, &sect;&nbsp;191 AO Rz&nbsp;197; Senatsurteil in BFHE 238, 505, BStBl II 2013, 128).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im vorliegenden Fall gelten diese Grunds&auml;tze jedoch nicht, weil das Verfahren vor dem FG bei Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens nicht mehr anh&auml;ngig war. Der Antragsteller konnte mithin das Verfahren nicht mehr aufnehmen und den Klageantrag nicht mehr umstellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem Urteil des FG selbst kann der Antragsteller nicht vollstrecken, weil der Tenor keinen vollstreckungsf&auml;higen Inhalt hat. Deshalb begehrt der Antragsteller, wenn er eine vollstreckbare Ausfertigung des Urteils beantragt, im Ergebnis eine Umschreibung des Tenors &#8211;&nbsp;ohne dass ihm die Umstellung des Klageantrags noch m&ouml;glich ist. Eine solche nachtr&auml;gliche Umschreibung des rechtskr&auml;ftigen Urteils sieht die Finanzgerichtsordnung (FGO) nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>An diesem Ergebnis vermag der allgemeine Verweis in &sect;&nbsp;155 FGO auf die Vorschriften der ZPO nichts zu &auml;ndern. Denn auch die vom Antragsteller benannte Vorschrift des &sect;&nbsp;727 ZPO gestattet keine Umschreibung des vorliegenden Tenors. Soweit ein Titel mangels eines vollstreckbaren Inhalts (wie hier) nicht klauself&auml;hig ist, kann &sect;&nbsp;727 ZPO keine Anwendung finden (M&uuml;nchKommZPO\/Wolfsteiner, 5.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;727 Rz&nbsp;5). Denn nur wenn ein Urteil einen vollstreckbaren Inhalt hat, kann es mit einer Vollstreckungsklausel versehen werden (M&uuml;nchKommZPO\/Wolfsteiner, a.a.O., &sect;&nbsp;724 Rz&nbsp;37). Daran fehlt es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der vom FG aufgezeigte Weg, dem FA die Vollstreckung aus dem Duldungsbescheid zu gestatten und damit die M&ouml;glichkeit der Anordnung der Auszahlung des Erlangten zu er&ouml;ffnen, ist nicht gangbar. Die Vorschriften des AnfG lassen nicht zu, dass der Insolvenzverwalter den R&uuml;ckgew&auml;hranspruch &quot;freigibt&quot; mit der Folge, dass der Anspruch vor Beendigung des Insolvenzverfahrens weiterverfolgt werden kann (Senatsurteil in BFHE 174, 295, BStBl II 1995, 225, unter Geltung der Konkursordnung zu &sect;&nbsp;13 AnfG a.F.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.7.2019, VII B 65\/19ECLI:DE:BFH:2019:B.240719.VIIB65.19.0 Rechtsstreit gegen einen Duldungsbescheid des FA nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens Leits&auml;tze 1. Mit Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens geht die Anfechtungskompetenz aus &sect;&sect; 4, 11 AnfG auf den Insolvenzverwalter &uuml;ber. 2. Wenn der Rechtsstreit gegen den Duldungsbescheid des FA nicht mehr anh&auml;ngig ist, kann der Insolvenzverwalter das Verfahren nicht mehr &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-65-19-rechtsstreit-gegen-einen-duldungsbescheid-des-fa-nach-eroeffnung-des-insolvenzverfahrens\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;65\/19 &#8211; Rechtsstreit gegen einen Duldungsbescheid des FA nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71234","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71234","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71234"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71234\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71234"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71234"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71234"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}