{"id":71265,"date":"2019-10-11T17:46:37","date_gmt":"2019-10-11T15:46:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71265"},"modified":"2019-10-11T17:46:37","modified_gmt":"2019-10-11T15:46:37","slug":"iii-r-3-18-mehraktige-ausbildung-im-kindergeldrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-3-18-mehraktige-ausbildung-im-kindergeldrecht\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;3\/18 &#8211; Mehraktige Ausbildung im Kindergeldrecht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.5.2019, III R 3\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.220519.IIIR3.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Mehraktige Ausbildung im Kindergeldrecht<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Die praktische Berufst&auml;tigkeit im bereits erlernten Beruf ohne im Vordergrund stehende Ausbildungsma&szlig;nahmen stellt selbst dann keine Berufsausbildung dar, wenn das Berufsziel des Kindes noch nicht erreicht ist, der weitere Ausbildungsabschnitt aber zun&auml;chst eine Berufst&auml;tigkeit voraussetzt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 06.12.2017 &#8211; 2 K 1605\/17 Kg wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist der Kindergeldanspruch f&uuml;r den Zeitraum Februar 2014 bis Februar 2016.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist der Vater der am 04.02.1991 geborenen Tochter T, f&uuml;r die er bis einschlie&szlig;lich Januar 2014 Kindergeld erhielt. T bestand im Januar 2014 die Pr&uuml;fung zur Steuerfachangestellten. Vom 20.01.2014 bis zum 31.12.2016 war sie bei einer Steuerberatungsgesellschaft t&auml;tig (40&nbsp;Stunden\/ Woche). Seit dem 01.01.2017 arbeitete sie als Angestellte in einer Steuerberaterkanzlei in Vollzeit (39&nbsp;Stunden\/Woche). Im Fr&uuml;hjahr 2016 meldete sie sich beim Steuerberaterverband zum Steuerfachwirt-Lehrgang (Pr&uuml;fung 2017\/18) an. Nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 der Pr&uuml;fungsordnung der Steuerberaterkammer setzt die Zulassung zur Pr&uuml;fung als Steuerfachwirt(in) die erfolgreiche Ablegung der Pr&uuml;fung als Steuerfachangestellte(r) sowie eine hauptberufliche praktische T&auml;tigkeit auf dem Gebiet des Steuer- und Rechnungswesens von mindestens drei Jahren bei einem Steuerberater etc. voraus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 24.03.2017 beantragte der Kl&auml;ger beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Familienkasse), ihm f&uuml;r T ab Februar 2014 bis Februar 2016 (Vollendung des 25.&nbsp;Lebensjahres) Kindergeld zu gew&auml;hren. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte er aus, dass sich T seit August 2011 in einer mehraktigen Berufsausbildung zur Steuerfachwirtin befinde. Der enge sachliche sowie zeitliche Zusammenhang der Ausbildungsabschnitte sei klar erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse lehnte den Antrag mit Bescheid vom 18.04.2017 ab. Einspruch und Klage blieben erfolglos. Das Finanzgericht (FG) vertrat die Ansicht, dass die f&uuml;r die weitere Ausbildung erforderliche Berufst&auml;tigkeit den engen Zusammenhang zwischen den einzelnen Ausbildungsabschnitten entfallen lasse. Zudem k&ouml;nne die &Uuml;bergangszeit bis zum Beginn des Lehrgangs auch nicht als Wartezeit nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c des Einkommensteuergesetzes (EStG) gewertet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der hiergegen gerichteten Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Familienkasse unter Aufhebung des angegriffenen Urteils, des Ablehnungsbescheids vom 18.04.2017 und der Einspruchsentscheidung vom 24.05.2017 zu verpflichten, Kindergeld f&uuml;r den Zeitraum Februar 2014 bis Februar 2016 festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat zu Recht entschieden, dass dem Kl&auml;ger f&uuml;r die Monate Februar 2014 bis Februar 2016 kein Kindergeld zusteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. F&uuml;r ein &uuml;ber 18&nbsp;Jahre altes Kind, das &#8211;wie T im Streitzeitraum&#8211; das 25.&nbsp;Lebensjahr noch nicht vollendet hat, besteht nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG ein Anspruch auf Kindergeld u.a. dann, wenn das Kind f&uuml;r einen Beruf ausgebildet wird (&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG), sich in einer der in &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG genannten &Uuml;bergangszeiten von h&ouml;chstens vier Monaten befindet oder eine Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen kann (&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG). Nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums wird ein Kind in den F&auml;llen des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG nur ber&uuml;cksichtigt, wenn es keiner Erwerbst&auml;tigkeit nachgeht. Eine Erwerbst&auml;tigkeit mit bis zu 20&nbsp;Stunden regelm&auml;&szlig;iger w&ouml;chentlicher Arbeitszeit, ein Ausbildungsdienstverh&auml;ltnis oder ein geringf&uuml;giges Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis i.S. der &sect;&sect;&nbsp;8 und 8a des Vierten Buches Sozialgesetzbuch sind unsch&auml;dlich (&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine kindergeldrechtliche Ber&uuml;cksichtigung der Tochter des Kl&auml;gers liegen schon deshalb nicht vor, weil weder die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a, Buchst.&nbsp;b EStG noch die des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG vorliegen. Auf die Frage, ob eine einheitliche mehraktige Erstausbildung vorliegt (vgl. Senatsurteil vom 11.12.2018&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;26\/18, BFHE 263, 209), kommt es deshalb nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die kindergeldrechtliche Ber&uuml;cksichtigung nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG f&uuml;r eine innerhalb eines Arbeits- oder Dienstverh&auml;ltnisses stattfindende Ausbildung setzt voraus, dass der Ausbildungscharakter und nicht die Erbringung bezahlter Arbeitsleistungen, d.h. der Erwerbscharakter, im Vordergrund steht (Senatsurteil vom 16.09.2015&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;6\/15, BFHE 251, 31, BStBl II 2016, 281, Rz&nbsp;12, m.w.N.). Die praktische Berufst&auml;tigkeit im bereits erlernten Beruf ohne im Vordergrund stehende Ausbildungsma&szlig;nahmen wird auch dann nicht zu einer Berufsausbildung, wenn das Kind sein Berufsziel noch nicht erreicht hat, der weitere Ausbildungsabschnitt aber zun&auml;chst eine Berufst&auml;tigkeit voraussetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitzeitraum hat T nach dem Abschluss ihrer Pr&uuml;fung zur Steuerfachangestellten in einer Steuerberaterkanzlei in Vollzeit gearbeitet. Konkrete Ausbildungsma&szlig;nahmen hat weder das FG festgestellt noch hat der Kl&auml;ger solche vorgetragen. Das FG hat vielmehr zu Recht ausgef&uuml;hrt, dass allein eine praktische Berufst&auml;tigkeit weder begrifflich noch nach dem Sinn und Zweck des Kindergeldrechts als &quot;Berufsausbildung&quot; beurteilt werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine kindergeldrechtliche Ber&uuml;cksichtigung im Streitzeitraum wegen einer &Uuml;bergangszeit i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG scheidet ebenfalls aus. Zwar handelt es sich insoweit um einen Zeitraum, der zwischen zwei Ausbildungsabschnitten liegt, da die Ausbildung zur Steuerfachangestellten im Januar 2014 endete und der Steuerfachwirt-Lehrgang erst im Jahr 2016\/2017 begann. Jedoch &uuml;berschreitet dieser Zeitraum die in &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG genannte H&ouml;chstdauer von vier Monaten. Nach dem klaren Wortlaut der Vorschrift kommt bei einem &Uuml;berschreiten der &Uuml;bergangszeit eine Beg&uuml;nstigung auch nicht f&uuml;r die ersten vier Monate in Betracht (Senatsurteil vom 11.04.2018&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;18\/17, BFHE 261, 151, BStBl II 2018, 548, Rz&nbsp;16, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Es kommt auch keine Ber&uuml;cksichtigung des Kindes nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dieser Vorschrift wird ein Kind ber&uuml;cksichtigt, wenn es eine Berufsausbildung mangels eines Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen kann. Dieser Tatbestand liegt zum einen vor, wenn das Kind trotz ernsthaften Bem&uuml;hens noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, oder zum anderen, wenn ihm ein Ausbildungsplatz bereits zugesagt wurde, es diesen aber aus schul-, studien- oder betriebsorganisatorischen Gr&uuml;nden erst zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt antreten kann (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 28.05.2013&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;38\/11, BFH\/NV 2013, 1774, Rz&nbsp;20, m.w.N.). Sind diese Voraussetzungen erf&uuml;llt, wird der Tatbestand des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG nicht durch eine Vollzeitt&auml;tigkeit des Kindes ausgeschlossen (Senatsurteil vom 22.12.2011&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;65\/10, BFH\/NV 2012, 929).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Hinblick auf den Zweck der Vorschrift &#8211;n&auml;mlich die Gleichstellung von Kindern, die (erfolglos) einen Ausbildungsplatz suchen, mit denen, die bereits einen gefunden haben&#8211; darf der Beginn oder die Fortsetzung der Ausbildung nicht an anderen Umst&auml;nden als dem Mangel des Ausbildungsplatzes scheitern (Senatsurteil vom 07.04.2011&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;24\/08, BFHE 233, 44, BStBl II 2012, 210, Rz&nbsp;27). Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c EStG liegen demnach nicht vor, wenn das Kind &#8211;die Verf&uuml;gbarkeit des Ausbildungsplatzes unterstellt&#8211; diesen ohnehin nicht antreten k&ouml;nnte, weil es die objektiven Anforderungen nicht erf&uuml;llt oder es aus anderen Gr&uuml;nden am Antritt gehindert w&auml;re (BFH-Urteil vom 15.07.2003&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;79\/99, BFHE 203, 94, BStBl II 2003, 843, Rz&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So liegt es im Streitfall. T hat sich erst im Fr&uuml;hjahr 2016, zwei Jahre nach Abschluss ihrer ersten Ausbildung, zum Steuerfachwirt-Lehrgang (Pr&uuml;fung 2017\/2018) angemeldet, da die Zulassung zur Pr&uuml;fung eine dreij&auml;hrige Berufst&auml;tigkeit voraussetzt. Diese Disposition der T und nicht der Mangel eines Lehrgangsplatzes war der Grund daf&uuml;r, dass T ihre Ausbildung zun&auml;chst nicht fortgesetzt hat. Die Gr&uuml;nde, aus denen das Kind einen weiteren Ausbildungsplatz nicht antritt &#8211;beispielsweise, weil die Aufnahme oder die Pr&uuml;fung der weiteren Ausbildung eine hauptberufliche praktische T&auml;tigkeit voraussetzt&#8211;, sind insoweit unerheblich (vgl. Senatsurteil in BFHE 233, 44, BStBl II 2012, 210, Rz&nbsp;27, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.5.2019, III R 3\/18ECLI:DE:BFH:2019:U.220519.IIIR3.18.0 Mehraktige Ausbildung im Kindergeldrecht Leits&auml;tze NV: Die praktische Berufst&auml;tigkeit im bereits erlernten Beruf ohne im Vordergrund stehende Ausbildungsma&szlig;nahmen stellt selbst dann keine Berufsausbildung dar, wenn das Berufsziel des Kindes noch nicht erreicht ist, der weitere Ausbildungsabschnitt aber zun&auml;chst eine Berufst&auml;tigkeit voraussetzt. Tenor Die Revision des Kl&auml;gers gegen das &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-3-18-mehraktige-ausbildung-im-kindergeldrecht\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;3\/18 &#8211; Mehraktige Ausbildung im Kindergeldrecht<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71265","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71265","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71265"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71265\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71265"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71265"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71265"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}