{"id":71277,"date":"2019-10-11T17:44:31","date_gmt":"2019-10-11T15:44:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71277"},"modified":"2019-10-11T17:45:28","modified_gmt":"2019-10-11T15:45:28","slug":"v-r-27-17-steuerfreie-leistungen-eines-verfahrensbeistands","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-27-17-steuerfreie-leistungen-eines-verfahrensbeistands\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;27\/17 &#8211; Steuerfreie Leistungen eines Verfahrensbeistands"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.7.2019, V R 27\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.170719.VR27.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerfreie Leistungen eines Verfahrensbeistands<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ein nach &sect; 158 FamFG (Gesetz &uuml;ber das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit) gerichtlich bestellter Verfahrensbeistand kann sich auf die unionsrechtliche Steuerbefreiung nach Art. 132 Abs. 1 Buchst. g MwStSystRL berufen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin werden das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 17.05.2017 &#8211; 9 K 3140\/14 und der Umsatzsteuerbescheid 2013 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 29.09.2014 aufgehoben und die Umsatzsteuer auf 0 EUR festgesetzt.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob die Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) aus ihrer T&auml;tigkeit als Verfahrensbeistand steuerfrei sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin, eine Diplom-Psychologin, Heilpraktikerin f&uuml;r Psychotherapie, Mediatorin und Systemische Beraterin, betreibt seit 2003 eine eigene Praxis. Im Streitjahr (2013) erbrachte sie u.a. Leistungen als Verfahrensbeistand nach &sect;&nbsp;158 des Gesetzes &uuml;ber das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG). In ihrer Umsatzsteuer-Voranmeldung f&uuml;r das II.&nbsp;Quartal 2013 erkl&auml;rte sie zun&auml;chst Ausgangsums&auml;tze zum Regelsteuersatz von 15.966&nbsp;EUR, legte gegen diese Voranmeldung aber Einspruch ein und beantragte unter Berufung auf die Steuerfreiheit nach Unionsrecht die Herabsetzung der Umsatzsteuer auf 0&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) wies den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck (Einspruchsentscheidung vom 29.09.2014). Im Laufe des Klageverfahrens erlie&szlig; das FA einen Umsatzsteuer-Jahresbescheid 2013, in dem es hinsichtlich der streitgegenst&auml;ndlichen Leistungen von umsatzsteuerpflichtigen Ums&auml;tzen ausging. Die Klage vor dem Finanzgericht (FG) hatte keinen Erfolg. Nach dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1556 ver&ouml;ffentlichten Urteil sind die Leistungen der Kl&auml;gerin weder nach nationalem Umsatzsteuerrecht (&sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;25 des Umsatzsteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung &#8211;UStG&#8211;) noch nach Unionsrecht (Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g, h und i der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.11.2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem &#8211;MwStSystRL&#8211;) steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die T&auml;tigkeit als Verfahrensbeistand sei nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g MwStSystRL steuerfrei. Der Verfahrensbeistand werde in f&uuml;r das Kind existenziellen Verfahren t&auml;tig, die den Kernbereich der staatlichen Schutzpflicht aus Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Grundgesetzes (GG) sowie die v&ouml;lkerrechtliche Schutzverpflichtung aus Art.&nbsp;12 des &Uuml;bereinkommens der Vereinten Nationen &uuml;ber die Rechte des Kindes betr&auml;fen. Damit erf&uuml;lle der Verfahrensbeistand eine staatlich und v&ouml;lkerrechtlich begr&uuml;ndete Schutzverpflichtung f&uuml;r Kinder, seine T&auml;tigkeit sei mithin Ausfluss einer sozialen F&uuml;rsorgeverpflichtung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin sei auch eine vom Mitgliedstaat anerkannte Einrichtung, da der Verfahrensbeistand durch das Gericht ausgew&auml;hlt und bestellt werde. Der Verfahrensbeistand werde nach den in &sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;7 FamFG festgelegten &quot;Preisen&quot; verg&uuml;tet und unterliege daher ebenso strengen Kriterien der &quot;&ouml;ffentlichen Kontrolle&quot; wie die Einrichtung des betreuten Wohnens im Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) &quot;Les Jardins de Jouvence&quot; vom 21.01.2016&nbsp;&#8211; C-335\/14 (EU:C:2016:36).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das Urteil des FG und den Umsatzsteuerbescheid 2013 zuletzt ge&auml;ndert durch Bescheid vom 24.02.2016 und in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 29.09.2014 aufzuheben und die Umsatzsteuer auf 0&nbsp;EUR festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erbringe mit ihrer T&auml;tigkeit als Verfahrensbeistand keine eng mit der Sozialf&uuml;rsorge und der sozialen Sicherheit verbundenen Leistungen, da sie lediglich in Gerichtsverfahren auftrete und dort die Interessen der betroffenen Kinder zur Geltung bringe (Abschn.&nbsp;4.25.2 Abs.&nbsp;9 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses &#8211;UStAE&#8211;). Eine umfassende Personen- oder Verm&ouml;genssorge werde hingegen nicht wahrgenommen. Bei Kindern k&ouml;nne keine generelle Schutzbed&uuml;rftigkeit i.S. von Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g der MwStSystRL unterstellt werden, vielmehr sei f&uuml;r Leistungen gegen&uuml;ber Kindern die &#8211;im Streitfall nicht einschl&auml;gige&#8211; unionsrechtliche Steuerbefreiungsvorschrift des Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;h MwStSystRL zu pr&uuml;fen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;158 FamFG stelle keine &quot;spezifische&quot; Vorschrift i.S. der EuGH-Rechtsprechung dar, da eine gesetzliche Vorgabe hinsichtlich der fachlichen und pers&ouml;nlichen Anforderungen an einen geeigneten Verfahrensbeistand fehle und somit spezielle Anforderungen an die Person des Verfahrensbeistands nicht geregelt seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch der Gesetzgeber gehe von der Steuerpflicht der Leistungen eines Verfahrensbeistands aus. In &sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;2 und 4 FamFG sei f&uuml;r die F&auml;lle der berufsm&auml;&szlig;igen T&auml;tigkeit als Verfahrensbeistand ausdr&uuml;cklich eine Verg&uuml;tung &quot;incl. der auf die Verg&uuml;tung entfallenden Umsatzsteuer&quot; vorgesehen (BTDrucks 16\/9733, S.&nbsp;294 zur Neuregelung des &sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;7 FamFG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und der Klage stattzugeben (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Voraussetzungen der Steuerfreiheit nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g MwStSystRL zu eng ausgelegt und die Leistungen der Kl&auml;gerin als Verfahrensbeistand daher zu Unrecht nicht als steuerfrei behandelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Leistungen der Kl&auml;gerin sind allerdings &#8211;wie zwischen den Beteiligten zu Recht nicht umstritten ist&#8211; nicht nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;25 UStG steuerfrei. Sie erbringt weder Leistungen der Jugendhilfe nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 des Achten Buches Sozialgesetzbuch (SGB&nbsp;VIII) oder nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 i.V.m. &sect;&nbsp;50 SGB&nbsp;VIII (Mitwirkung in Verfahren vor den Familiengerichten) noch die in &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;25 Satz&nbsp;3 unter a bis c im Einzelnen bezeichneten Leistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat aber zu Unrecht eine Umsatzsteuerbefreiung nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g MwStSystRL ausgeschlossen. Entgegen dem Urteil des FG erbringt die Kl&auml;gerin steuerbeg&uuml;nstigte Leistungen und ist auch als Einrichtung mit sozialem Charakter anerkannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dieser Vorschrift befreien die Mitgliedstaaten &quot;eng mit der Sozialf&uuml;rsorge und der sozialen Sicherheit verbundene Dienstleistungen &#8230;, einschlie&szlig;lich derjenigen, die durch &#8230; Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts oder andere von dem betreffenden Mitgliedstaat als Einrichtungen mit sozialem Charakter anerkannte Einrichtungen bewirkt werden&quot;. Die Steuerbefreiung kn&uuml;pft an leistungs- und an personenbezogene Voraussetzungen an: Es muss sich um eng mit der Sozialf&uuml;rsorge oder der sozialen Sicherheit verbundene Leistungen handeln, die von Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts oder anderen Einrichtungen erbracht werden, die von dem betreffenden Mitgliedstaat als Einrichtungen mit im Wesentlichen sozialem Charakter anerkannt worden sind (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 18.08.2005&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;71\/03, BFHE 211, 543, BStBl II 2006, 143, Rz&nbsp;45 und 46, und vom 07.12.2016&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;57\/15, BFHE 256, 550, BFH\/NV 2017, 863; EuGH-Urteil Kingscrest Associates Ltd. und Montecello Ltd. vom 26.05.2005&nbsp;&#8211; C-498\/03, EU:C:2005:322, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2005, 453, Rz&nbsp;34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Leistungen der Kl&auml;gerin als Verfahrensbeistand sind &quot;eng mit der Sozialf&uuml;rsorge und der sozialen Sicherheit verbundene Dienstleistungen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Hierbei handelt es sich um einen eigenst&auml;ndigen Begriff des Unionsrechts, der eine unionsrechtliche Definition erfordert (vgl. EuGH-Urteil Kingscrest Associates Ltd. und Montecello Ltd., EU:C:2005:322, Rz&nbsp;22, m.w.N.). Gleichwohl hat der EuGH diesen Begriff in seiner bisherigen Rechtsprechung weder definiert noch n&auml;her umschrieben, sondern sich darauf beschr&auml;nkt, f&uuml;r die jeweils streitgegenst&auml;ndlichen T&auml;tigkeiten zu entscheiden, ob diese unter die Steuerbefreiung nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g MwStSystRL fallen. Zu den nach bisheriger EuGH-Rechtsprechung befreiten Ums&auml;tzen geh&ouml;ren die Kinderbetreuung einschlie&szlig;lich der Vermittlung von Tageseltern (EuGH-Urteile Kinderopvang Enschede vom 09.02.2006&nbsp;&#8211; C-415\/04, EU:C:2006:95, BFH\/NV 2006, Beilage&nbsp;3, 256, Rz&nbsp;27, der Betrieb von Heimen f&uuml;r betreutes Wohnen; Kingscrest Associates Ltd. und Montecello Ltd., EU:C:2005:322) sowie die Leistungen der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung f&uuml;r k&ouml;rperlich oder wirtschaftlich hilfsbed&uuml;rftige Personen (EuGH-Urteil Ambulanter Pflegedienst K&uuml;gler GmbH vom 10.09.2002&nbsp;&#8211; C-141\/00, EU:C:2002:473, BFH\/NV&nbsp;2003, Beilage&nbsp;1, 30, Rz&nbsp;44).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erbrachte zwar keine derartigen oder vergleichbaren Betreuungs- oder Pflegeleistungen. Bei der Pr&uuml;fung der leistungsbezogenen Voraussetzung der unionsrechtlichen Steuerbefreiung ist allerdings zu ber&uuml;cksichtigen, ob der Personenkreis der Leistungsempf&auml;nger im Hinblick auf dieser Bed&uuml;rftigkeit dem Personenkreis der Sachverhalte entspricht, bei denen die Rechtsprechung das Merkmal der mit der F&uuml;rsorge oder der sozialen Sicherheit eng verbundenen Leistungen bereits bejaht hat (BFH-Urteil vom 01.12.2010&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;46\/08, BFHE&nbsp;232, 232, Rz&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Aufgabe des Verfahrensbeistands besteht darin, das Interesse des Kindes festzustellen und im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens zur Geltung zu bringen. Dabei hat er das Kind &uuml;ber Gegenstand, Ablauf und m&ouml;glichen Ausgang des Verfahrens in geeigneter Weise zu informieren (&sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 und 2 FamFG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Kinder geh&ouml;ren nach der o.g. EuGH-Rechtsprechung zu dem beg&uuml;nstigten Personenkreis. Ihre Schutzbed&uuml;rftigkeit ergibt sich nicht nur aus der staatlichen Schutzpflicht (Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GG), sondern auch aus der Charta der Grundrechte der Europ&auml;ischen Union (EuGRCh). Nach Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 EuGRCh haben Kinder Anspruch auf den Schutz und die F&uuml;rsorge, die f&uuml;r ihr Wohlergehen notwendig sind, gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;2 EuGRCh muss das Wohl des Kindes bei allen Kinder betreffenden Ma&szlig;nahmen &ouml;ffentlicher Stellen oder privater Einrichtungen eine vorrangige Erw&auml;gung sein. Hinzu kommt, dass die Bundesrepublik Deutschland als Vertragsstaat der UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK) in der Pflicht steht, f&uuml;r Minderj&auml;hrige einen &quot;besonderen Schutz und Beistand&quot; sicherzustellen (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 UN-KRK).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Der erkennende Senat kann offen lassen, ob Kinder &quot;generell&quot; als schutzbed&uuml;rftig anzusehen sind und jegliche Leistungen ihnen gegen&uuml;ber als &quot;eng mit der Sozialf&uuml;rsorge und der sozialen Sicherheit verbundenen Dienstleistungen&quot; qualifiziert werden k&ouml;nnten. Denn ein Verfahrensbeistand ist nur zu bestellen, soweit dies zur Wahrnehmung der Interessen des Kindes &quot;erforderlich&quot; ist. Hierzu z&auml;hlt &sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;2 FamFG f&uuml;nf Regelbeispiele auf, in denen dies grunds&auml;tzlich zu bejahen ist und in denen daher von einer besonderen Schutzbed&uuml;rftigkeit des Kindes auszugehen ist. Eine Bestellung ist erforderlich, wenn das Interesse des Kindes zu dem seiner gesetzlichen Vertreter in erheblichem Gegensatz steht, also wenn die Eltern das Verfahren zur Wahrung ihrer eigenen Interessen f&uuml;hren und die eigenen Interessen vor die des Kindes stellen (&sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FamG), bei teilweiser oder vollst&auml;ndiger Entziehung der Personensorge wegen Gef&auml;hrdung des Kindeswohls (&sect; 158 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FamFG), bei einer Trennung des Kindes von der Obhutsperson (&sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FamFG)&nbsp;, bei einer Anordnung der Herausgabe oder Verbleibens des Kindes (&sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 FamFG) sowie beim Ausschluss oder einer wesentlichen Beschr&auml;nkung des Umgangsrechts (&sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;5 FamFG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Hinzu kommt, dass sich &#8211;wie das FG zu Recht festgestellt hat&#8211; die T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin als Verfahrensbeistand zwar von den Aufgaben der Jugendhilfe nach &sect;&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3, 50 SGB&nbsp;VIII unterscheidet. Zu den Aufgaben der Jugendhilfe geh&ouml;rt die Mitwirkung in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (z.B. Kindschaftssachen, Abstammungssachen, Adoptionssachen, Gewaltschutzsachen), w&auml;hrend der Verfahrensbeistand das Interesse des Kindes festzustellen und im gerichtlichen Verfahren zur Geltung zu bringen hat. Die T&auml;tigkeit des Verfahrensbeistands steht jedoch im Regelfall in unmittelbarem Zusammenhang mit der T&auml;tigkeit des Jugendamts in Jugendhilfesachen und ist daher als &quot;eng&quot; mit der Sozialf&uuml;rsorge verbundene Leistung zu qualifizieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem steht nicht entgegen, dass der Verfahrensbeistand als &quot;Anwalt des Kindes&quot; bezeichnet wird (vgl. Salgo, &quot;Der Anwalt des Kindes&quot;, K&ouml;ln 1996; Schlemm in Bahrenfuss, FamFG, 3.&nbsp;Aufl. 2017, &sect;&nbsp;158 Rz&nbsp;1) und die Bestellung eines Verfahrensbeistands unterbleiben oder aufgehoben werden soll, wenn die Interessen des Kindes von einem Rechtsanwalt angemessen vertreten werden (&sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;5 FamFG). Denn der Verfahrensbeistand wird mit dem Akt der Bestellung zum &quot;Beteiligten&quot; (&sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;7 FamFG) und hat damit die Aufgabe, die Rechte des Betroffenen wahrzunehmen, ohne an dessen Weisungen gebunden zu sein. Es handelt sich daher weder um ein rechtsanwaltliches Mandatsverh&auml;ltnis (Schruth in: Schlegel\/Voelzke, jurisPK-SGB&nbsp;VIII, 2.&nbsp;Aufl. 2018, &sect;&nbsp;50 SGB&nbsp;VIII Rz&nbsp;70) noch um eine anwaltsspezifische T&auml;tigkeit (Schumann in M&uuml;nchener Kommentar zur Zivilprozessordnung, Band&nbsp;4, Gesetz &uuml;ber das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit, &sect;&nbsp;158, Rz&nbsp;34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Ansicht des FG ist der Verfahrensbeistand auch als soziale Einrichtung anerkannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Einer Anerkennung als Einrichtung steht nicht entgegen, dass es sich bei der Kl&auml;gerin um eine nat&uuml;rliche Person handelt. Denn der Begriff &quot;Einrichtung&quot; ist weit genug, um auch nat&uuml;rliche Personen (vgl. EuGH-Urteil Gregg vom 07.09.1999&nbsp;&#8211; C-216\/97, EU:C:1999:390, UR 1999, 419, Rz&nbsp;21) und private Einheiten mit Gewinnerzielungsabsicht (vgl. dazu EuGH-Urteile Kingscrest Associates Ltd. und Montecello Ltd., EU:C:2005:322, Rz&nbsp;35 und 40; MDDP vom 28.11.2013&nbsp;&#8211; C-&nbsp;319\/12, EU:C:2013:778, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2014, 177, Rz&nbsp;28 und 31) zu erfassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des EuGH legt Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g MwStSystRL die Voraussetzungen und Modalit&auml;ten der Anerkennung nicht fest. Vielmehr ist es Sache des innerstaatlichen Rechts jedes Mitgliedstaats, die Regeln aufzustellen, nach denen Einrichtungen die erforderliche Anerkennung gew&auml;hrt werden kann. Dabei haben die nationalen Beh&ouml;rden im Einklang mit dem Unionsrecht und unter der Kontrolle der nationalen Gerichte die f&uuml;r die Anerkennung ma&szlig;geblichen Gesichtspunkte zu ber&uuml;cksichtigen. Zu diesen geh&ouml;ren<br \/>&#8211; das Bestehen spezifischer Vorschriften, bei denen es sich um nationale oder regionale Rechts- oder Verwaltungsvorschriften, Steuervorschriften oder Vorschriften im Bereich der sozialen Sicherheit handeln kann,<br \/>&#8211; das mit den T&auml;tigkeiten des betreffenden Steuerpflichtigen verbundene Gemeinwohlinteresse,<br \/>&#8211; die Tatsache, dass andere Steuerpflichtige mit den gleichen T&auml;tigkeiten bereits in den Genuss einer &auml;hnlichen Anerkennung kommen, und<br \/>&#8211; die &Uuml;bernahme der Kosten der fraglichen Leistungen zum gro&szlig;en Teil durch Krankenkassen oder durch andere Einrichtungen der sozialen Sicherheit (EuGH-Urteile K&uuml;gler vom 10.09.2002&nbsp;&#8211; C-141\/00, EU:C:2002:473, Rz&nbsp;54 und 58, und Zimmermann vom 15.&nbsp;November 2012 C-174\/11, EU:C:2012:716, Rz&nbsp;26).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im Streitfall folgt die Anerkennung der Kl&auml;gerin als soziale Einrichtung aus dem Bestehen einer spezifischen Vorschrift f&uuml;r Verfahrensbeist&auml;nde, deren T&auml;tigkeit im Gemeinwohlinteresse sowie dem Neutralit&auml;tsprinzip.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Die Anerkennung der Kl&auml;gerin ergibt sich insbesondere aus &sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;1 FamFG als einer spezifischen Vorschrift i.S. der EuGH-Rechtsprechung. Danach hat das Gericht dem minderj&auml;hrigen Kind einen &quot;<em>geeigneten<\/em>&quot; Verfahrensbeistand zu bestellen, soweit dies zur Wahrnehmung seiner Interessen erforderlich ist. Eine besondere fachliche Qualifikation ist zwar nicht gesetzlich geregelt, nach der Gesetzesbegr&uuml;ndung zu &sect;&nbsp;158 FamFG soll aber eine Person bestellt werden, die &quot;pers&ouml;nlich und fachlich geeignet ist, das Interesse des Kindes festzustellen und sachgerecht in das Verfahren einzubringen&quot; (BTDrucks&nbsp;16\/6308, S.&nbsp;238). Durch den Hinweis auf die &quot;Geeignetheit&quot; des Verfahrensbeistands wird klargestellt, dass bestimmte Mindestanforderungen im Hinblick auf Aus- und Vorbildung des Verfahrensbeistands und die von ihm bei der Arbeit zu beachtenden Standards einzuhalten sind (vgl. Kammergericht Berlin, Senat f&uuml;r Familiensachen, Beschluss vom 19.02.2014&nbsp;&#8211; 17&nbsp;UF&nbsp;5\/14, Zeitschrift f&uuml;r Kindschaftsrecht und Jugendhilfe 2014, 285, Rz&nbsp;24, m.w.N.). Diese Anforderungen umfassen Kenntnisse auf den Gebieten des Familien- und Kindschaftsrechts, des SGB&nbsp;VIII, des Familienverfahrensrechts und der Entwicklungspsychologie. Die Person soll &uuml;ber Techniken und Kompetenzen verf&uuml;gen, um Minderj&auml;hrige zu verstehen und mit ihnen kommunizieren zu k&ouml;nnen; sie muss ferner &uuml;ber Vermittlungskompetenzen verf&uuml;gen (Ahlert, Der Verfahrensbeistand nach &sect;&nbsp;158 FamFG, Marburg, 2010). Dem entspricht, dass der Verfahrensbeistand gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;6 FamFG entlassen werden kann, wenn er nachtr&auml;glich als nicht mehr geeignet erscheint (Hammer in Pr&uuml;tting\/Helms, Kommentar zum FamFG, 4.&nbsp;Aufl. 2018, &sect;&nbsp;158 Rz&nbsp;54; Oberlandesgericht &#8211;OLG&#8211; Karlsruhe, Beschluss vom 01.08.2013&nbsp;&#8211; 5&nbsp;UF&nbsp;62\/13, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Familienrecht &#8211;FamRZ&#8211; 2014, 1136, Rz&nbsp;7; OLG Hamburg vom 14.04.2016&nbsp;&#8211; 12&nbsp;UF&nbsp;140\/15, FamRZ 2016, 1694; OLG Hamm vom 16.07.2007&nbsp;&#8211; 4&nbsp;UF&nbsp;9\/07, FamRZ 2007, 2002).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Ansicht des FA steht einer Qualifikation als &quot;spezifische&quot; Vorschrift i.S. der EuGH-Rechtsprechung nicht entgegen, dass die Anforderungen an die Person des Verfahrensbeistands i.S. beruflicher Qualifikation nicht im Einzelnen gesetzlich geregelt sind (vgl. BFH-Urteil vom 25.04.2013&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;7\/11, BFHE 241, 475, BStBl II 2013, 976, unter II.2.c&nbsp;bb (1), Rz&nbsp;23 zur &quot;Eignung&quot; des Berufsbetreuers nach &sect;&nbsp;1897 Abs.&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs). Es gen&uuml;gt insoweit die gerichtliche Bestellung und &Uuml;berwachung der Qualifikation eines &quot;geeigneten&quot; Verfahrensbeistands.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) An der T&auml;tigkeit eines Verfahrensbeistands in Kindschaftssachen besteht ein besonderes Gemeinwohlinteresse. Die Pflege und Erziehung der Kinder und Jugendlichen obliegt zwar prim&auml;r den Eltern (Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GG). Verfolgen diese jedoch gegens&auml;tzliche Interessen, die mit denen ihrer Kinder in Konflikt geraten, muss den Kindern die M&ouml;glichkeit einger&auml;umt werden, ihr eigenes Interesse in einer den Anforderungen des rechtlichen Geh&ouml;rs (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 GG) entsprechenden Eigenst&auml;ndigkeit im Verfahren geltend zu machen. Wird ein solcher Beistand nicht bestellt, verletzt dies die Grundrechte der betreffenden Kinder aus Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 und Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 GG (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 29.10.1998&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;1206\/98, BVerfGE 99, 145, Rz&nbsp;78, zum Verfahrenspfleger nach &sect;&nbsp;50 des Gesetzes &uuml;ber die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit als Vorg&auml;nger des Verfahrensbeistands). Denn aus der verfassungsrechtlichen Verankerung des Kindeswohls in Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 und Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 GG i.V.m. dem Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 GG) ergibt sich die Pflicht, das Kindeswohl verfahrensrechtlich dadurch zu sichern, dass den Kindern bereits im familiengerichtlichen Verfahren ein Pfleger zur Wahrung ihrer Interessen zur Seite gestellt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Dar&uuml;ber hinaus w&auml;re ein Ausschluss der Kl&auml;gerin von der Steuerfreiheit im Hinblick auf die f&uuml;r Betreuungsvereine bestehende Steuerfreiheit nicht mit dem Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t zu vereinbaren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Neben freiberuflich t&auml;tigen Rechtsanw&auml;lten, P&auml;dagogen sowie Kinder- und Jugendpsychologen werden auch Mitarbeiter von Betreuungsvereinen vom Familiengericht zum Verfahrensbeistand in Kindschaftssachen bestellt (Hammer in Pr&uuml;tting\/Helms, FamFG, 4.&nbsp;Aufl. 2018, &sect;&nbsp;158 Rz&nbsp;27; Schumann in M&uuml;nchener Kommentar zur Zivilprozessordnung, &sect;&nbsp;158 FamFG Rz&nbsp;18). In diesem Fall steht der Verg&uuml;tungsanspruch in entsprechender Anwendung des &sect;&nbsp;277 Abs.&nbsp;4 FamFG dem Betreuungsverein zu (Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 27.11.2013&nbsp;&#8211; XII&nbsp;ZB&nbsp;682\/12, FamRZ 2014, 373). Soweit der Betreuungsverein &#8211;wie im Regelfall&#8211; einem anerkannten Verband der freien Wohlfahrtspflege (z.B. Caritasverband) angeschlossen ist, sind die von ihm erbrachten Leistungen steuerfrei (vgl. hierzu FG Niedersachsen, Urteil vom 14.01.2010&nbsp;&#8211; 5&nbsp;K&nbsp;162\/09, Betreuungsrechtliche Praxis 2010, 141; FamRZ 2010, 1477, Leitsatz).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Das FG ist zwar zu Recht davon ausgegangen, dass keine &Uuml;bernahme der Kosten durch Krankenkassen oder andere Einrichtungen der sozialen Sicherheit erfolgt, da die Kosten des Verfahrensbeistands lediglich Auslagen des Gerichts darstellen, die dem Kostenschuldner nach Ma&szlig;gabe von &sect;&sect;&nbsp;81, 83 FamFG aufzuerlegen sind; soweit &sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;5 FamFG regelt, dass der Aufwendungsersatz und die Verg&uuml;tung stets aus der Staatskasse zu zahlen sind, folgt daraus nur, dass die Beteiligten keine Vorsch&uuml;sse zu leisten haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die fehlende Kosten&uuml;bernahme steht &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; einer Steuerfreiheit aber nicht entgegen, da die Anerkennung als soziale Einrichtung im Rahmen einer Gesamtw&uuml;rdigung aus &sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;1 FamFG als einer spezifischen Vorschrift f&uuml;r Verfahrensbeist&auml;nde, deren T&auml;tigkeit im Gemeinwohlinteresse sowie dem Neutralit&auml;tsprinzip folgt. Es entspricht st&auml;ndiger Rechtsprechung, dass bei der Pr&uuml;fung der Anerkennung mehrere Gesichtspunkte zu ber&uuml;cksichtigen sind und die Anerkennung nicht voraussetzt, dass alle f&uuml;r die Anerkennung in Betracht kommenden Kriterien kumulativ vorliegen m&uuml;ssen (EuGH-Urteil Zimmermann, EU:C:2012:716, Rz&nbsp;31; BFH-Urteile in BFHE&nbsp;241, 475, BStBl II&nbsp;2013, 976, Rz&nbsp;28, sowie vom 08.06.2011- XI&nbsp;R&nbsp;22\/09, BFHE&nbsp;234, 448, BFH\/NV 2011, 1804).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Unerheblich ist insoweit auch, dass der EuGH im Urteil Ordre des barreaux francophones et germanophone u.a. vom 28.07.2016&nbsp;&#8211; C-543\/14 (EU:C:2016:605) die Berufsgruppe der Rechtsanw&auml;lte von der Befreiung nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g MwStSystRL ausgeschlossen hat, weil sie im Hinblick auf ihr Gesamtziel und die fehlende Dauerhaftigkeit eines etwaigen sozialen Engagements nicht als gemeinn&uuml;tzig angesehen werden kann (EuGH-Urteil Ordre des barreaux francophones et germanophone u.a., EU:C:2016:605, Leitsatz&nbsp;3 Satz&nbsp;3 sowie Rz&nbsp;62 bis 65). Dieses Urteil betrifft die fehlende Anerkennung von Anw&auml;lten f&uuml;r ihre T&auml;tigkeit in Prozesskostenhilfeverfahren. Die Kl&auml;gerin ist jedoch weder als Anw&auml;ltin t&auml;tig noch &uuml;bt sie eine anwaltsspezifische T&auml;tigkeit aus (vgl. Ausf&uuml;hrungen unter II.2.a&nbsp;bb (3)). Im &Uuml;brigen ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass der Gesetzgeber mit der Rechtsfigur des Verfahrensbeistands kein neues Berufsbild schaffen wollte (Schumann in M&uuml;nchener Kommentar zur Zivilprozessordnung, &sect;&nbsp;158 FamFG Rz&nbsp;18, m.w.N.). Gegen die Anerkennung eines Verfahrenspflegers als soziale Einrichtung kann daher nicht geltend gemacht werden, dass diese T&auml;tigkeit nur eines der Ziele einer weitergehenden freiberuflichen T&auml;tigkeit darstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Die Steuerfreiheit der Leistungen als Verfahrensbeistand scheitert nicht an Art.&nbsp;133 Buchst.&nbsp;c MwStSystRL.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten die Steuerbefreiung davon abh&auml;ngig machen, dass die von den Einrichtungen verlangten Preise von den zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden genehmigt sein m&uuml;ssen oder die genehmigten Preise nicht &uuml;bersteigen; bei Ums&auml;tzen, f&uuml;r die eine Preisgenehmigung nicht vorgesehen ist, m&uuml;ssen die verlangten Preise unter den Preisen liegen, die der Mehrwertsteuer unterliegende gewerbliche Unternehmen f&uuml;r entsprechende Ums&auml;tze fordern. Unabh&auml;ngig von der Frage, ob das UStG die durch Art.&nbsp;133 MwStSystRL einger&auml;umte Erm&auml;chtigung wirksam ausge&uuml;bt hat (vgl. hierzu BFH-Urteil in BFHE 241, 475, BStBl II 2013, 976, Rz&nbsp;33) liegen im Streitfall beh&ouml;rdlich genehmigte Preise vor. Die Festsetzung der Verg&uuml;tung (sog. Fallpauschalen) richtet sich aufgrund der Verweisung in &sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;6 nach &sect;&nbsp;168 Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;4 FamFG und erfolgt durch Anweisung der Zahlung durch den Kostenbeamten oder nach &sect;&nbsp;168 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 durch f&ouml;rmliche Festsetzung durch den Rechtspfleger (Hammer in Pr&uuml;tting\/Helms, FamFG, &sect;&nbsp;158 Rz&nbsp;63, m.w.N.). In beiden Varianten handelt das die Verg&uuml;tung festsetzende Familiengericht damit funktional als zust&auml;ndige Beh&ouml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Einer Steuerfreiheit nach Unionsrecht kann nicht entgegengehalten werden, dass der Gesetzgeber in &sect;&nbsp;158 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;4 FamFG von der Umsatzsteuerpflicht der Verg&uuml;tung des Verfahrensbeistands ausgeht. Die Gesetzesformulierung (&quot;&#8230; die auf die Verg&uuml;tung anfallende Umsatzsteuer &#8230;&quot;) ist dahingehend auslegbar, dass die Umsatzsteuer nur dann als Bestandteil der Verg&uuml;tung anzusehen ist, wenn sie nach geltendem Umsatzsteuerrecht geschuldet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das von anderen Grunds&auml;tzen ausgehende Urteil des FG verletzt Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g MwStSystRL und ist daher aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin &uuml;bt als Verfahrensbeistand eine eng mit der sozialen F&uuml;rsorge verbundene T&auml;tigkeit aus und ist aufgrund einer Gesamtw&uuml;rdigung der ma&szlig;geblichen Kriterien auch als soziale Einrichtung anerkannt. F&uuml;r die Steuerfreiheit ihrer Leistungen kann sich die Kl&auml;gerin mangels hinreichender Umsetzung in nationales Recht auf die f&uuml;r sie g&uuml;nstige Befreiungsnorm des Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g MwStSystRL unmittelbar berufen (BFH-Urteile vom 18.08.2015&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;13\/14, BFHE&nbsp;251, 282, Rz&nbsp;15, und in BFHE&nbsp;241, 475, BStBl&nbsp;II 2013, 796, Rz&nbsp;19&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit sich aus Abschn.&nbsp;4.25.2 UStAE ergeben sollte, dass f&uuml;r gerichtlich bestellte Verfahrensbeist&auml;nde auch die Berufung auf die Steuerbefreiung nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;g MwStSystRL ausgeschlossen wird, folgt der Senat dem nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist i.S. einer Klagestattgabe spruchreif. Sind die Leistungen der Kl&auml;gerin als Verfahrensbeistand steuerfrei, bleiben diese bei der Berechnung der Umsatzgrenze des &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 UStG au&szlig;er Betracht. Der Gesamtumsatz des Vorjahres &uuml;bersteigt dann nicht 17.500&nbsp;EUR und der des Streitjahres nicht 50.000&nbsp;EUR. Die Umsatzsteuer ist daher antragsgem&auml;&szlig; auf 0&nbsp;EUR herabzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.7.2019, V R 27\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.170719.VR27.17.0 Steuerfreie Leistungen eines Verfahrensbeistands Leits&auml;tze Ein nach &sect; 158 FamFG (Gesetz &uuml;ber das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit) gerichtlich bestellter Verfahrensbeistand kann sich auf die unionsrechtliche Steuerbefreiung nach Art. 132 Abs. 1 Buchst. g MwStSystRL berufen. Tenor Auf die Revision der Kl&auml;gerin werden &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-27-17-steuerfreie-leistungen-eines-verfahrensbeistands\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;27\/17 &#8211; Steuerfreie Leistungen eines Verfahrensbeistands<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71277","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71277","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71277"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71277\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71277"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71277"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71277"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}