{"id":71280,"date":"2019-10-11T17:44:34","date_gmt":"2019-10-11T15:44:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71280"},"modified":"2019-10-11T17:45:29","modified_gmt":"2019-10-11T15:45:29","slug":"v-r-9-19-v-r-29-15-anzahlung-auf-ein-blockheizkraftwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-9-19-v-r-29-15-anzahlung-auf-ein-blockheizkraftwerk\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;9\/19&nbsp;(V&nbsp;R&nbsp;29\/15) &#8211; Anzahlung auf ein Blockheizkraftwerk"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.7.2019, V R 9\/19 (V R 29\/15)<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.170719.VR9.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Anzahlung auf ein Blockheizkraftwerk<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. F&uuml;r den Vorsteuerabzug aus einer Anzahlung kommt es darauf an, dass der Gegenstand der sp&auml;teren Lieferung aus Sicht des Anzahlenden genau bestimmt ist und die Lieferung daher aus seiner Sicht sicher erscheint.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Es ist unionsrechtskonform, dass die Berichtigung des Vorsteuerabzugs gem&auml;&szlig; &sect; 17 Abs. 2 Nr. 2 und Abs. 1 Satz 2 UStG eine R&uuml;ckzahlung voraussetzt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 16.07.2015 &#8211; 14 K 277\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) bestellte am 10.04.2010 bei der G-GmbH (GmbH) die Lieferung eines Blockheizkraftwerks. Die GmbH best&auml;tigte den Auftrag am 12.04.2010 und erteilte f&uuml;r den Liefergegenstand eine Vorausrechnung &uuml;ber &#8230;&nbsp;EUR (netto) mit einem gesonderten Steuerausweis &uuml;ber &#8230;&nbsp;EUR. Der Kl&auml;ger meldete zeitgleich ein Gewerbe zur Erzeugung erneuerbarer Energien an und entrichtete die geforderte Anzahlung an die GmbH am 19.04.2010. Am 26.04.2010 schloss der Kl&auml;ger mit G2, einem Partnerunternehmen der GmbH, drei Vertr&auml;ge &uuml;ber Stellplatzmiete, Verwaltung (Pflichten in Bezug auf Aufstellung und Betrieb der Anlage) und &quot;Premiumservice&quot; (Aufrechterhaltung der Betriebsf&auml;higkeit und Betriebssicherheit der Anlage). Die GmbH erteilte eine zweite Anzahlungsrechnung am 15.07.2010, in der auf die Zahlung vom 19.04.2010 hingewiesen wurde. Der Lieferzeitpunkt stand noch nicht fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beabsichtigte zun&auml;chst einen Eigenbetrieb der Anlage durch entgeltliche Stromlieferungen. Hierf&uuml;r dienten die drei Vertr&auml;ge &uuml;ber Stellplatzmiete, Verwaltung und Premiumservice. Diese Vertr&auml;ge k&uuml;ndigte er am 19.10.2010 und verpachtete stattdessen die Anlage nunmehr an G2 f&uuml;r monatliche Pachtzahlungen von &#8230;&nbsp;EUR zuz&uuml;glich Umsatzsteuer. F&uuml;r November und Dezember 2010 erhielt der Kl&auml;ger Pachtzahlungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Lieferung der Anlage unterblieb. &Uuml;ber das Verm&ouml;gen der GmbH wurde das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet und mangels Masse eingestellt. Die f&uuml;r die GmbH handelnden Personen wurden wegen gewerbs- und bandenm&auml;&szlig;igen Betrugs in 88&nbsp;F&auml;llen und wegen vors&auml;tzlichen Bankrotts zu Lasten der K&auml;ufer der Blockheizkraftwerke, nicht aber wegen Steuerhinterziehung strafrechtlich verurteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger machte f&uuml;r das Streitjahr 2010 den Vorsteuerabzug aus seiner Anzahlung geltend. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) versagte den Vorsteuerabzug, wogegen der Kl&auml;ger erfolglos Einspruch einlegte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber hatte die Klage zum Finanzgericht (FG) Erfolg. In dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 1992 ver&ouml;ffentlichten Urteil ging das FG davon aus, dass der Kl&auml;ger aus der Anzahlung zum Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) berechtigt sei. Der Kl&auml;ger habe beabsichtigt, unternehmerisch t&auml;tig zu werden. Eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Anzahlungsrechnung liege vor. Die Absicht der GmbH, die Kunden &#8211;wie den Kl&auml;ger&#8211; zu betr&uuml;gen, stehe dem Vorsteuerabzug nicht entgegen. Nach dem zur Richtlinie des Rates vom 28.11.2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem 2006\/112\/EG (MwStSystRL) ergangenen Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) Firin vom 13.03.2014&nbsp;&#8211; C-107\/13 (EU:C:2014:151) liege kein unberechtigter Steuerausweis i.S. von &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 UStG vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG sah den Kl&auml;ger zudem nicht als zur Berichtigung des Vorsteuerabzugs nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 und Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG verpflichtet an. Nach den f&uuml;r den Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) bindenden Feststellungen des FG ist im Streitfall zwar davon auszugehen, dass der Kl&auml;ger bereits im Streitjahr erfahren hatte, dass das Blockheizkraftwerk nicht mehr an ihn geliefert werde. Der Kl&auml;ger habe aber keine R&uuml;ckzahlung von der insolventen GmbH erhalten. Daher sei er auch nicht zur Berichtigung des Vorsteuerabzugs verpflichtet, wie sich aus &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 UStG und der hierzu ergangenen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ergebe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit der Revision, mit der es geltend macht, dass der Kl&auml;ger nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sei, zumindest diesen aber zu berichtigen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er sei aus der Anzahlung zum Vorsteuerabzug berechtigt gewesen und m&uuml;sse diesen im Streitjahr auch nicht berichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Revisionsverfahren hat der erkennende Senat mit Beschluss vom 21.09.2016&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;29\/15 (BFHE 255, 315) den EuGH um Vorabentscheidung zur Kl&auml;rung folgender Fragen zur Auslegung der MwStSystRL ersucht:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;1. Sind die Anforderungen an die Sicherheit einer Leistungserbringung als Voraussetzung f&uuml;r den Vorsteuerabzug aus einer Anzahlung i.S. des EuGH-Urteils &quot;Firin&quot; C-107\/13 rein objektiv oder aus Sicht des Anzahlenden nach den f&uuml;r ihn erkennbaren Umst&auml;nden zu bestimmen?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Sind die Mitgliedstaaten unter Ber&uuml;cksichtigung der zeitgleichen Entstehung des Steueranspruchs und des Rechts auf Vorsteuerabzug gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;167 MwStSystRL und der ihnen nach Art.&nbsp;185 Abs.&nbsp;2 Unterabs.&nbsp;2 und nach Art.&nbsp;186 MwStSystRL zustehenden Regelungsbefugnisse berechtigt, die Berichtigung von Steuer und Vorsteuerabzug gleicherma&szlig;en von einer R&uuml;ckzahlung der Anzahlung abh&auml;ngig zu machen?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Muss das f&uuml;r den Anzahlenden zust&auml;ndige FA dem Anzahlenden die Umsatzsteuer erstatten, wenn er vom Anzahlungsempf&auml;nger die Anzahlung nicht zur&uuml;ckerhalten kann? Falls ja, muss dies im Festsetzungsverfahren erfolgen oder reicht hierf&uuml;r ein gesondertes Billigkeitsverfahren aus?&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Urteil Kollro&szlig; und Wirtl vom 31.05.2018&nbsp;&#8211; C-660\/16 und C-661\/16 (EU:C:2018:372) hat der EuGH hierauf wie folgt geantwortet:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;1. Die Art.&nbsp;65 und 167 der Richtlinie 2006\/112\/EG &#8230; sind dahin auszulegen, dass unter Umst&auml;nden wie denen der Ausgangsverfahren das Recht auf Vorsteuerabzug hinsichtlich der Leistung einer Anzahlung dem potenziellen Erwerber der betreffenden Gegenst&auml;nde nicht versagt werden darf, wenn diese Anzahlung geleistet und vereinnahmt wurde und zum Zeitpunkt dieser Leistung alle ma&szlig;geblichen Elemente der zuk&uuml;nftigen Lieferung als dem Erwerber bekannt angesehen werden konnten und die Lieferung dieser Gegenst&auml;nde daher sicher erschien. Dem Erwerber darf ein solches Recht jedoch versagt werden, wenn anhand objektiver Umst&auml;nde erwiesen ist, dass er zum Zeitpunkt der Leistung der Anzahlung wusste oder vern&uuml;nftigerweise h&auml;tte wissen m&uuml;ssen, dass die Bewirkung dieser Lieferung unsicher war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Art.&nbsp;185 und 186 der Richtlinie 2006\/112 sind dahin auszulegen, dass sie unter Umst&auml;nden wie denen der Ausgangsverfahren nationalen Rechtsvorschriften oder Gepflogenheiten nicht entgegenstehen, nach denen die Berichtigung des Vorsteuerabzugs hinsichtlich einer f&uuml;r die Lieferung eines Gegenstands geleisteten Anzahlung voraussetzt, dass diese Anzahlung vom Lieferer zur&uuml;ckgezahlt wird.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierzu weist das FA darauf hin, dass der EuGH von unzutreffenden Voraussetzungen ausgegangen sei. Entgegen seinem Urteil seien im Streitfall die ma&szlig;geblichen Elemente der k&uuml;nftigen Lieferung noch nicht genau bestimmt gewesen. Hierzu geh&ouml;re es, dass die wesentlichen Merkmale der versprochenen Lieferung zutreffend beschrieben worden seien. Hieran fehle es im Streitfall in Bezug auf die zugesagten Leistungswerte. Aus dem Betrieb der Anlage h&auml;tte sich ein Verlust ergeben. Weiter sei es unzutreffend, dass der Kl&auml;ger bereits Einnahmen aus dem Betrieb erlangt habe. Bei der nach dem EuGH-Urteil vorzunehmenden Pr&uuml;fung, ob eine Unsicherheit in Bezug auf die k&uuml;nftige Lieferung bestanden habe, sei nicht auf die strafrechtliche Verurteilung abzustellen. Entscheidend sei vielmehr, dass es sich nicht um ein seri&ouml;ses Angebot gehandelt habe. Dies sei sp&auml;testens seit Januar 2010 f&uuml;r jedermann deutlich erkennbar gewesen, wie Internetrecherchen zeigten. Hieraus ergebe sich, dass es sich um ein Schneeballsystem gehandelt habe. Andere Interessenten h&auml;tten vom Kauf Abstand genommen. Im Streitfall h&auml;tte der Kl&auml;ger im Rahmen des f&uuml;nfj&auml;hrigen Pachtvertrags das F&uuml;nffache des Kaufpreises erlangt. In Bezug auf die erste Pachtzahlung best&uuml;nden Unstimmigkeiten. Zudem liege ein Steuerausweis i.S. von &sect;&nbsp;14c UStG vor. Eine nicht geschuldete Steuer berechtigte nicht zum Vorsteuerabzug. Es bestehe kein Vertrauensschutz. Ein Blockheizkraftwerk mit der versprochenen Einspeiseleistung habe es am Markt nicht gegeben und sei auch nicht herstellbar gewesen. Die Lieferung eines derartigen Gegenstands k&ouml;nne nicht sicher sein. Dies habe sich auch aus dem Renditeversprechen von 30&nbsp;% ergeben, das auf ein Betrugsmodell hingedeutet habe. Ein vern&uuml;nftiger und gewissenhafter Unternehmer sei bei einer nicht unerheblichen Investitionsentscheidung zur Informationsbeschaffung verpflichtet. Es liege eine grob fahrl&auml;ssige Unkenntnis i.S. eines Kennenm&uuml;ssens in Bezug auf die konkreten Merkmale der Lieferung vor. Der vermeintliche Lieferer habe nicht objektiv seine Absicht kundgetan, alle mit der Lieferung verbundenen Folgen auf sich zu nehmen. Hieran fehle es wegen seiner vorgefassten Absicht, nicht zu liefern. Die Anzahlungsbesteuerung setze voraus, dass die sp&auml;tere Lieferung beabsichtigt sei. M&uuml;sse nach der Rechtsprechung des EuGH der Vorsteuerabzug aus angeblich erbrachten Lieferungen mangels ausgef&uuml;hrter Lieferung versagt werden, habe dies auch f&uuml;r den Vorsteuerabzug aus Anzahlungen zu gelten. Die Absicht der Leistungserbringung sei ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal. Es sei sicherzustellen, dass nur tats&auml;chlich erbrachte Leistungen zum Vorsteuerabzug berechtigten. Bei einer Lieferung gegen Vorkasse k&ouml;nne die Vorsteuer nur vorl&auml;ufig abgezogen werden. Erfolge die Lieferung wider Erwartung nicht, komme es zur Berichtigung. Die Steuerschuld nach &sect;&nbsp;14c UStG berechtigte demgegen&uuml;ber von vornherein nicht zum Vorsteuerabzug. Dieser Fall liege hier vor, da der vermeintliche Lieferer die Lieferung nicht beabsichtigt habe. Best&auml;tigt werde dies durch den Fall, dass der potentielle Kunde den Betrug nach Rechnungserteilung, aber vor der Zahlung, die dann unterbleibe, bemerke. Es liege dann eine Steuerschuld nach &sect;&nbsp;14c UStG vor. Dies zeige, dass bereits im Zeitpunkt der Rechnungserteilung die Steuerschuld nach &sect;&nbsp;14c UStG entstehen m&uuml;sse, da es sonst bei einem Ausbleiben der Zahlung weder zu einer Besteuerung des Betr&uuml;gers nach dieser Vorschrift noch nach der Anzahlungsbesteuerung komme. Eine Steuer m&uuml;sse aber auch dann festgesetzt werden. Im Fall der Zahlung k&ouml;nne dann neben der Steuerschuld nach &sect;&nbsp;14c UStG nicht auch noch die Anzahlungsbesteuerung treten. Zudem komme es nicht auf das Vorliegen einer Steuerhinterziehung an. Ein Vorsteuerabzug sei bei einer nur teilweisen Steuerhinterziehung mangels Zuordnung der nur teilweisen Versteuerung nicht durchf&uuml;hrbar. Es bestehe auch kein Durchgriffsanspruch. Dieser sei allenfalls in einem Billigkeitsverfahren zu ber&uuml;cksichtigen. Er bestehe zudem nicht bei Scheinlieferungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger weist darauf hin, dass das FA versuche, nachtr&auml;glich neuen Streitstoff in das Verfahren einzuf&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Der BFH hat bereits f&uuml;r einen Parallelfall den Vorsteuerabzug ohne Berichtigungsverpflichtung bejaht (Urteil vom 05.12.2018&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;44\/14, BFHE 263, 359, Leits&auml;tze&nbsp;1 und 2). Dem schlie&szlig;t sich der erkennende Senat an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Anzahlung berechtigte den Kl&auml;ger zum Vorsteuerabzug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG kann ein Unternehmer die gesetzlich geschuldete Umsatzsteuer f&uuml;r Lieferungen und sonstige Leistungen, die von einem anderen Unternehmer f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, als Vorsteuer abziehen. Die Aus&uuml;bung des Vorsteuerabzugs setzt voraus, dass der Unternehmer eine nach den &sect;&sect;&nbsp;14, 14a UStG ausgestellte Rechnung besitzt (&sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG). Soweit der gesondert ausgewiesene Steuerbetrag auf eine Zahlung vor Ausf&uuml;hrung dieser Ums&auml;tze entf&auml;llt, ist er bereits abziehbar, wenn die Rechnung vorliegt und die Zahlung geleistet worden ist (&sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 UStG beruht auf Art.&nbsp;167 und Art.&nbsp;168 Buchst.&nbsp;a i.V.m. Art.&nbsp;65 MwStSystRL. Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;167 MwStSystRL entsteht das Recht auf Vorsteuerabzug, wenn der Anspruch auf die abziehbare Steuer entsteht. Werden Anzahlungen geleistet, bevor die Lieferung von Gegenst&auml;nden bewirkt oder die Dienstleistung erbracht ist, ist das gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;65 MwStSystRL zum Zeitpunkt der Vereinnahmung des Entgelts der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die gesetzlichen Voraussetzungen f&uuml;r einen Vorsteuerabzug auf eine Zahlung vor Ausf&uuml;hrung der Ums&auml;tze gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 UStG sind erf&uuml;llt. Der Kl&auml;ger hat die geforderte Anzahlung f&uuml;r das bestellte Blockheizkraftwerk geleistet. Dar&uuml;ber hinaus lag dem Kl&auml;ger eine Rechnung &uuml;ber die (k&uuml;nftige) Lieferung eines Blockheizkraftwerks i.S. von &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 UStG vor, die den Anforderungen an die Rechnungsangaben nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 UStG gen&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch die sich aus der Rechtsprechung des EuGH ergebende Bedingung, dass der Eintritt des Steuertatbestands zum Zeitpunkt der Anzahlung &quot;sicher&quot; sein muss, liegt vor. Ma&szlig;geblich ist hierf&uuml;r, ob im Zeitpunkt der Anzahlung alle ma&szlig;geblichen Elemente des Steuertatbestands bereits bekannt sind, so dass der Gegenstand der Lieferung genau bestimmt ist (EuGH-Urteil Kollro&szlig; und Wirtl, EU:C:2018:372, Rz&nbsp;40&nbsp;ff., 51).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Im Streitfall waren ma&szlig;gebliche Elemente der k&uuml;nftigen Lieferung des Blockheizkraftwerks, wie etwa Kaufgegenstand und Kaufpreis, festgelegt (vgl. auch BFH-Urteil in BFHE 263, 359, Rz&nbsp;47).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Unerheblich ist, dass von Anfang an feststand, dass es nicht zur Lieferung des Blockheizkraftwerks kommen w&uuml;rde. Denn der Vorsteuerabzug aus einer (Voraus- oder) Anzahlungsrechnung h&auml;ngt nicht davon ab, ob der Zahlungsempf&auml;nger im Zahlungszeitpunkt die Leistung objektiv erbringen kann und ob er das will. Ma&szlig;geblich ist, ob anhand objektiver Umst&auml;nde erwiesen ist, dass der (Voraus- oder) Anzahlende zum Zeitpunkt der Zahlung wusste oder vern&uuml;nftigerweise h&auml;tte wissen m&uuml;ssen, dass die Bewirkung der Lieferung oder Erbringung der Dienstleistung ungewiss ist (EuGH-Urteil Kollro&szlig; und Wirtl, EU:C:2018:372, Rz&nbsp;50; vgl. auch BFH-Urteil in BFHE 263, 359, Rz&nbsp;48 und 54).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf einen nach au&szlig;en nicht offengelegten geheimen Vorbehalt (vgl. &sect;&nbsp;116 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs) des Anzahlungsempf&auml;ngers kommt es somit nicht an. Daher ist entgegen der Auffassung des FA nicht die innere Absicht zur Leistungserbringung, sondern die gegen&uuml;ber dem Anzahlenden nach au&szlig;en ge&auml;u&szlig;erte Absicht zur Leistungserbringung das entscheidende Merkmal f&uuml;r den Vorsteuerabzug (vgl. hierzu allgemein W&auml;ger, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2017, 41).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Diese Empf&auml;ngersicht ist entgegen Rei&szlig; (Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Mehrwertsteuerrecht &#8211;MwStR&#8211; 2019, 392&nbsp;ff., 394&nbsp;f.) auch f&uuml;r die Frage ma&szlig;geblich, ob der Anzahlungsempf&auml;nger als Unternehmer handelt. Daher handelt es sich entgegen der Auffassung des FA nicht um einen unberechtigten Steuerausweis i.S. von &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG, f&uuml;r den der Vorsteuerabzug mangels gesetzlicher Steuerschuld f&uuml;r eine Leistung nicht in Anspruch genommen werden kann. Denn ist eine Unsicherheit &uuml;ber die ausstehende Leistungserbringung aus Empf&auml;ngersicht zu verneinen, entsteht die Steuer aufgrund der Zahlung nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;4 UStG (Art.&nbsp;65 MwStSystRL) und berechtigt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 UStG (Art.&nbsp;167 MwStSystRL) zum Vorsteuerabzug (BFH-Urteil in BFHE 263, 359, Rz&nbsp;59).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Entgegen den Einwendungen des FA ist im Streitfall nicht anhand objektiver Umst&auml;nde erwiesen, dass der Kl&auml;ger bei der Anzahlung wusste oder vern&uuml;nftigerweise h&auml;tte wissen m&uuml;ssen, dass die Bewirkung der f&uuml;r die Anzahlung versprochenen Lieferung unsicher war. Insoweit ist vielmehr davon auszugehen, dass sich Unternehmer nicht wissentlich betr&uuml;gen lassen, indem sie f&uuml;r Leistungen, die dann nicht erbracht werden, Zahlungen leisten, und dass unrealistische Rentabilit&auml;tsberechnungen nichts dar&uuml;ber aussagen, ob bestellte Blockheizkraftwerke sp&auml;ter mit einem verminderten Leistungsgrund geliefert und genutzt werden, zumal auch wirtschaftlich unvern&uuml;nftige Entscheidungen immer wieder im Rahmen einer wirtschaftlichen T&auml;tigkeit getroffen werden (vgl. zutreffend Widmann, UR 2019, 264). Letzteres verkennt Mayer (MwStR 2019, 400&nbsp;ff., 403), die bei ihrer Kritik an dem BFH-Urteil in BFHE 263, 359 entgegen den Vorgaben des EuGH auf die Sicht des Leistenden und damit des Anzahlungsempf&auml;ngers abstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Schlie&szlig;lich kommt es auch nicht auf die &Uuml;berlegungen des FA zur Steuerhinterziehung durch den Anzahlungsempf&auml;nger an, da eine derartige Straftat nach den Feststellungen des FG nicht vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Kl&auml;ger hat den Vorsteuerabzug nicht nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 und Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG zu berichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 und Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG ist der Vorsteuerabzug zu berichtigen, wenn f&uuml;r eine vereinbarte Lieferung oder sonstige Leistung ein Entgelt entrichtet, die Lieferung oder sonstige Leistung jedoch nicht ausgef&uuml;hrt worden ist. Unionsrechtlich beruht dies auf Art.&nbsp;185 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL. Danach erfolgt die Berichtigung des Vorsteuerabzugs insbesondere, wenn sich die Faktoren, die bei der Bestimmung des Vorsteuerabzugsbetrags ber&uuml;cksichtigt werden, nach Abgabe der Mehrwertsteuererkl&auml;rung ge&auml;ndert haben, zum Beispiel bei r&uuml;ckg&auml;ngig gemachten K&auml;ufen oder erlangten Rabatten. Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;186 MwStSystRL legen die Mitgliedstaaten die Einzelheiten f&uuml;r die Anwendung dieser Bestimmung fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der erkennende Senat h&auml;lt an seiner Rechtsprechung fest, nach der die Berichtigung des Vorsteuerabzugs gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 und Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG eine R&uuml;ckzahlung voraussetzt (Urteile vom 02.09.2010&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;34\/09, BFHE 231, 321, BStBl II 2011, 991, Leitsatz&nbsp;1 und Rz&nbsp;21; vom 08.09.2011&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;43\/10, BFHE 235, 501, BStBl II 2014, 203, Rz&nbsp;27; vom 15.09.2011&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;36\/09, BFHE 235, 507, BStBl II 2012, 365, Leitsatz und Rz&nbsp;23).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dies ist mit dem Unionsrecht vereinbar, da es nationalen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten nicht entgegensteht, nach denen die Berichtigung des Vorsteuerabzugs f&uuml;r eine (Voraus- oder) Anzahlung beim Ausbleiben der Lieferung voraussetzt, dass diese vom Lieferer zur&uuml;ckgezahlt wird (EuGH-Urteil Kollro&szlig; und Wirtl, EU:C:2018:372, Rz&nbsp;69; vgl. hierzu BFH-Urteil in BFHE 263, 359, Rz&nbsp;71).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei handelt es sich zum einen bei &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1, 2 und 7 UStG um nationale Rechtsvorschriften, die anordnen, dass Steuer- und Vorsteuerberichtigung bedingungs- und zeitgleich vorzunehmen sind. Ergibt sich daher aus der EuGH-Rechtsprechung, dass die Steuerberichtigung erst mit der R&uuml;ckzahlung vorzunehmen ist (EuGH-Urteil Freemans vom 29.05.2001&nbsp;&#8211; C-86\/99, EU:C:2001:291, und hierauf bezugnehmend BFH-Urteile in BFHE 231, 321, BStBl II 2011, 991, und in BFHE 231, 321, BStBl II 2011, 991), folgt aus diesen Rechtsvorschriften, dass dies ebenso f&uuml;r die Vorsteuerberichtigung gilt. Dies ist dann auch im Rahmen der Steuer- und Vorsteuerberichtigung bei Anzahlungen nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 UStG zu beachten. Soweit sich Rei&szlig; (MwStR 2019, 392&nbsp;ff., 395&nbsp;ff.) gegen eine Vorsteuerberichtigung erst mit R&uuml;ckzahlung wendet und dabei das Fehlen einer gesetzlichen Grundlage beanstandet, &uuml;bersieht er seinerseits den vorstehend beschriebenen Gesetzeszusammenhang.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum anderen liegt auf der vorstehend beschriebenen Grundlage eine st&auml;ndige h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung (BFH-Urteile in BFHE 231, 321, BStBl II 2011, 991; in BFHE 235, 501, BStBl II 2014, 203, und in BFHE 235, 507, BStBl II 2012, 365, Leitsatz und Rz&nbsp;23) vor, der sich die Finanzverwaltung angeschlossen hatte (Abschn.&nbsp;17.1. Abs.&nbsp;7 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses), so dass auch eine Gepflogenheit i.S. der EuGH-Rechtsprechung zu bejahen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Liegen somit die Voraussetzungen f&uuml;r einen Vorsteuerberichtigungsanspruch nicht vor, kommt es auf die &Uuml;berlegungen des FA, die gegen das Bestehen eines sog. Durchgriffsanspruchs auf der Grundlage des EuGH-Urteils Reemtsma vom 15.03.2007&nbsp;&#8211; C-35\/05 (EU:C:2007:167) sprechen k&ouml;nnten, nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.7.2019, V R 9\/19 (V R 29\/15)ECLI:DE:BFH:2019:U.170719.VR9.19.0 Anzahlung auf ein Blockheizkraftwerk Leits&auml;tze 1. F&uuml;r den Vorsteuerabzug aus einer Anzahlung kommt es darauf an, dass der Gegenstand der sp&auml;teren Lieferung aus Sicht des Anzahlenden genau bestimmt ist und die Lieferung daher aus seiner Sicht sicher erscheint. 2. 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