{"id":71329,"date":"2019-10-20T17:29:18","date_gmt":"2019-10-20T15:29:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71329"},"modified":"2019-10-20T17:29:18","modified_gmt":"2019-10-20T15:29:18","slug":"iii-r-13-15-gewinnrealisierung-durch-beendigung-von-betriebsaufspaltung-oder-betriebsverpachtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-13-15-gewinnrealisierung-durch-beendigung-von-betriebsaufspaltung-oder-betriebsverpachtung\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;13\/15 &#8211; Gewinnrealisierung durch Beendigung von Betriebsaufspaltung oder Betriebsverpachtung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2018, III R 13\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.131218.IIIR13.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Gewinnrealisierung durch Beendigung von Betriebsaufspaltung oder Betriebsverpachtung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Eine personelle Verflechtung liegt nicht vor, wenn das Betriebsgrundst&uuml;ck im h&auml;lftigen Miteigentum von zwei GmbH-Gesellschaftern steht, von denen einer jedoch aufgrund einer Stimmrechtsbindung aller &uuml;brigen Gesellschafter die GmbH allein beherrscht.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Zum Verh&auml;ltnis von Betriebsaufspaltung und Betriebsverpachtung.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Zur Entgeltlichkeit der &Uuml;bertragung eines Miteigentumsanteils an einem Betriebsgrundst&uuml;ck im Rahmen einer Vereinbarung &uuml;ber den Zugewinnausgleich.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 22. Oktober 2013 3 K 12341\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an den zust&auml;ndigen Vollsenat des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) hatte ein Einzelunternehmen betrieben, das aufgrund eines Betriebs&uuml;berlassungs- und Pachtvertrags seit Januar 1984 von der von ihm gegr&uuml;ndeten T-GmbH gef&uuml;hrt wurde. Der Kl&auml;ger verpachtete seitdem als Einzelunternehmer im Rahmen einer Betriebsaufspaltung das Betriebsgrundst&uuml;ck mit aufstehenden Geb&auml;uden, s&auml;mtlichen Maschinen, Kraftfahrzeugen sowie Betriebs-, Lager- und B&uuml;roeinrichtungen und Werkzeugen sowie allen immateriellen Werten wie z.B. dem Kundenstamm an die T-GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 1994 traten die Ehefrau des Kl&auml;gers und sein damals minderj&auml;hriger Sohn als Gesellschafter in die T-GmbH ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat dazu festgestellt, dass der Kl&auml;ger, seine Ehefrau und der nach der Vertragsurkunde durch einen Erg&auml;nzungspfleger vertretene Sohn &quot;nach eigenen Angaben&quot; eine auf den 3.&nbsp;Juli 1994 datierte Vereinbarung &uuml;ber die Stimmrechtsaus&uuml;bung geschlossen h&auml;tten, wonach die neuen Gesellschafter ihr Stimmrecht i.S. des Kl&auml;gers auszu&uuml;ben hatten. Bei einem Versto&szlig; gegen diese Verpflichtung schuldeten sie pauschalierten Schadensersatz, der sich nach dem Verkehrswert der Gesellschaftsanteile des gegen die Vereinbarung versto&szlig;enden Gesellschafters abz&uuml;glich seiner Stammeinlage bema&szlig;. Der Versto&szlig; sollte zudem die Einziehung der Stammeinlage rechtfertigen. Dieser Vertrag wurde vom Kl&auml;ger, seiner Ehefrau, dem minderj&auml;hrigen Sohn und dem Erg&auml;nzungspfleger unterzeichnet, der vom Vormundschaftsgericht durch Beschluss vom 14.&nbsp;Juni 1994 f&uuml;r den minderj&auml;hrigen Sohn mit dem Wirkungskreis &quot;Vertretung des Minderj&auml;hrigen bei der Beteiligung als Gesellschafter an der &#8230; (T-GmbH)&quot; bestellt worden war. Die Vereinbarung war nicht k&uuml;ndbar, sollte erst mit Ausscheiden des Kl&auml;gers, sp&auml;testens jedoch mit dem &Uuml;bergang der von der T-GmbH genutzten Grundst&uuml;cke auf den Sohn enden und wurde dem Vormundschaftsgericht nicht vorgelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Kapital der T-GmbH wurde durch notarielle Urkunde am 4.&nbsp;Juli 1994 von 50.000&nbsp;DM auf 100.000&nbsp;DM erh&ouml;ht. Davon &uuml;bernahm die Ehefrau einen Anteil von 25.000&nbsp;DM und der Sohn einen Anteil von 20.000&nbsp;DM; der Kl&auml;ger war nach der Kapitalerh&ouml;hung mit 55.000&nbsp;DM beteiligt. Mit derselben Urkunde wurde der Gesellschaftsvertrag der GmbH neu gefasst. Der Sohn war dabei anwesend und wurde zugleich durch den Erg&auml;nzungspfleger vertreten. Dieser Vertrag wurde vom Vormundschaftsgericht genehmigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Fast zehn Jahre sp&auml;ter &#8211;am 4.&nbsp;Dezember 2003&#8211; wurde das Stammkapital der T-GmbH auf 100.000&nbsp;EUR erh&ouml;ht. Der &#8211;nun vollj&auml;hrige&#8211; Sohn des Kl&auml;gers &uuml;bernahm die Mehrheit der Gesellschaftsanteile und war sodann mit 59&nbsp;%, der Kl&auml;ger mit 28,2&nbsp;% und seine Ehefrau mit 12,8&nbsp;% beteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Zuge einer Vereinbarung &uuml;ber den Zugewinnausgleich &uuml;bertrug der Kl&auml;ger mit Vertrag vom 25.&nbsp;April 2005 einen h&auml;lftigen Miteigentumsanteil am Betriebsgrundst&uuml;ck auf seine Ehefrau; das FG hat nicht festgestellt, ob dies entgeltlich oder unentgeltlich erfolgte. Am 10.&nbsp;November 2005 &uuml;bertrugen der Kl&auml;ger und seine Ehefrau sodann ihre h&auml;lftigen Miteigentumsanteile am Betriebsgrundst&uuml;ck im Wege vorweggenommener Erbfolge unentgeltlich auf den Sohn.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung die Auffassung, mit der &Auml;nderung der Beteiligungsverh&auml;ltnisse an der T-GmbH am 4.&nbsp;Dezember 2003 sei die personelle Verflechtung zwischen dem Kl&auml;ger und der T-GmbH entfallen. Da dem Kl&auml;ger nach Beendigung der Betriebsaufspaltung das Verp&auml;chterwahlrecht zugestanden habe, sei der Betrieb mangels Aufgabeerkl&auml;rung zun&auml;chst als ruhender Gewerbebetrieb fortgef&uuml;hrt worden. Diese M&ouml;glichkeit sei jedoch durch die &Uuml;bertragung des h&auml;lftigen Grundst&uuml;cks an seine Ehefrau am 25.&nbsp;April 2005 entfallen. Die stillen Reserven des Betriebs &#8211;des Betriebsgrundst&uuml;cks und des GmbH-Gesch&auml;ftsanteils&#8211; seien daher im Streitjahr aufzudecken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erlie&szlig; einen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung dementsprechend ge&auml;nderten Gewinnfeststellungsbescheid f&uuml;r 2005. Die aufgrund des Einspruchs des Kl&auml;gers ergangene Einspruchsentscheidung ging ihm nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die deshalb erhobene Unt&auml;tigkeitsklage wurde als unbegr&uuml;ndet abgewiesen. Das FG entschied, die Betriebsaufspaltung habe im Dezember 2003 geendet. Die Vereinbarung &uuml;ber die Stimmrechtsaus&uuml;bung h&auml;tte dem Kl&auml;ger &#8211;falls sie tats&auml;chlich am 3.&nbsp;Juli 1994 abgeschlossen worden sei&#8211; keine die T-GmbH beherrschende Stellung einger&auml;umt, denn die Vereinbarung sei dem Vormundschaftsgericht nicht zur Genehmigung vorgelegt worden. Sie sei, was sich aus dem Beschluss des Bayerischen Obersten Landesgerichts vom 5.&nbsp;M&auml;rz 1997&nbsp;&nbsp;1Z&nbsp;BR&nbsp;210\/96 ergebe, auch nicht genehmigungsf&auml;hig gewesen, da sie den seinerzeit f&uuml;nfzehnj&auml;hrigen Sohn bis zu einem allein ins Belieben des Kl&auml;gers gestellten Zeitpunkt einer Betriebs&uuml;bergabe seiner Mitwirkungsrechte vollst&auml;ndig beraubt h&auml;tte. Die vom Kl&auml;ger behauptete Genehmigung des Vertrags durch den Sohn nach Eintritt der Vollj&auml;hrigkeit (&sect;&nbsp;1829 Abs.&nbsp;3 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;) w&auml;re wegen sittenwidriger Knebelung nichtig gewesen. Ob die Vereinbarung tats&auml;chlich im Jahr 1994 abgeschlossen und wie sie gehandhabt worden sei, brauche daher nicht ermittelt zu werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu einer Gewinnrealisierung sei es durch die Beendigung der Betriebsaufspaltung nicht gekommen, da dem Kl&auml;ger das Verp&auml;chterwahlrecht zugestanden habe und er nicht die Betriebsaufgabe erkl&auml;rt habe. Nach dem April 2005 habe dem Kl&auml;ger das Verp&auml;chterwahlrecht nicht mehr zugestanden, da das Betriebsgrundst&uuml;ck zu diesem Zeitpunkt als einziges verpachtetes Wirtschaftsgut verblieben sei und die ideelle H&auml;lfte des Betriebsgrundst&uuml;cks ohne Zustimmung der Ehefrau nicht gen&uuml;gt h&auml;tte, um dem Kl&auml;ger oder einem unentgeltlichen Rechtsnachfolger eine identit&auml;tswahrende Fortf&uuml;hrung des Betriebs zu erm&ouml;glichen. Mit Beendigung der Betriebsverpachtung seien die stillen Reserven aufzudecken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger r&uuml;gt die Verletzung materiellen Bundesrechts. Er tr&auml;gt vor, das FG sei zu Unrecht von einer Unwirksamkeit des Stimmbindungsvertrags ausgegangen. Selbst ohne Stimmrechtsbindung w&auml;re wegen gleich gelagerter Interessen von einer Betriebsaufspaltung auszugehen, denn sein Sohn h&auml;tte auch ohne Bindung nicht gegen ihn gestimmt, weil er dadurch seine Aussichten auf die schenkweise &Uuml;bertragung der Betriebsgrundlagen gef&auml;hrdet h&auml;tte. Die Betriebsaufspaltung sei daher weder im Jahre 2003 noch danach entfallen. Auch das Verp&auml;chterwahlrecht habe weiterbestanden (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;April 2016 X&nbsp;R&nbsp;52\/13, BFHE 253, 359, BStBl II 2016, 710), denn die &Uuml;bertragung des h&auml;lftigen Miteigentums an die Ehefrau sei unentgeltlich erfolgt. Ein Zusammenhang mit dem Zugewinnausgleich habe nur insoweit bestanden, als die Ehefrau sich die &Uuml;berlassung auf einen k&uuml;nftigen Zugewinnausgleichsanspruch anrechnen lassen m&uuml;sse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und den Gewinnfeststellungsbescheid f&uuml;r 2005 vom 27.&nbsp;Mai 2011 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 4.&nbsp;September 2012 dahin zu &auml;ndern, dass der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn von 491.444&nbsp;EUR entf&auml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA ist der Revision entgegengetreten, hat aber keinen Antrag gestellt. Es hat au&szlig;erdem einen Untersuchungsbericht vorgelegt, wonach die Unterschrift des Erg&auml;nzungspflegers auf der Vereinbarung &uuml;ber die Stimmrechtsaus&uuml;bung vom 3.&nbsp;Juli 1994 fr&uuml;hestens im Jahr 2000 geleistet worden sein k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der nicht spruchreifen Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung durch den Vollsenat. Die vom FG getroffenen Feststellungen tragen nicht die ausgesprochene Rechtsfolge, dass der Kl&auml;ger im Streitjahr 2005 einen Entnahmegewinn erzielt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zwischen dem Kl&auml;ger und der T-GmbH bestand seit 1984 eine Betriebsaufspaltung. Denn der Kl&auml;ger war einziger Gesellschafter der T-GmbH und Alleineigent&uuml;mer des an die T-GmbH verpachteten Betriebsgrundst&uuml;cks (personelle Verflechtung), welches eine wesentliche Betriebsgrundlage der GmbH war (sachliche Verflechtung, vgl. z.B. Senatsurteil vom 13.&nbsp;September 2017 III&nbsp;R&nbsp;16\/15, BFH\/NV 2018, 235, Rz&nbsp;13; Schmidt\/Wacker, EStG, 37.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;808). Die GmbH-Anteile geh&ouml;rten mithin zum Betriebsverm&ouml;gen des Besitzunternehmens, mit dem der Kl&auml;ger Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb erzielte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Betriebsaufspaltung wurde &#8211;ohne dass es auf das Zustandekommen und die Wirksamkeit des auf den 3.&nbsp;Juli 1994 datierten Stimmbindungsvertrags ank&auml;me&#8211; durch den Eintritt der Ehefrau und des Sohnes als Gesellschafter in die T-GmbH im Jahr 1994 nicht beendet, da der Kl&auml;ger Alleineigent&uuml;mer des Betriebsgrundst&uuml;cks &#8211;Besitzunternehmen&#8211; blieb sowie mit 55&nbsp;% und somit mehrheitlich an der T-GmbH &#8211;Betriebsgesellschaft&#8211; beteiligt war, so dass er auch in der Betriebsgesellschaft seinen Willen durchsetzen konnte (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 8.&nbsp;November 1971 GrS&nbsp;2\/71, BFHE 103, 440, BStBl II 1972, 63).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kam der Stimmbindungsvertrag vom 3.&nbsp;Juli 1994 nicht zustande oder war er nicht wirksam, so endete die Betriebsaufspaltung am 4.&nbsp;Dezember 2003 dadurch, dass der Kl&auml;ger nicht mehr &uuml;ber die Mehrheit der GmbH-Anteile verf&uuml;gte und das Betriebsunternehmen damit nicht mehr beherrschte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>War der Stimmrechtsbindungsvertrag hingegen im Ergebnis wirksam, dann endete die Betriebsaufspaltung durch die &Uuml;bertragung des h&auml;lftigen Miteigentumsanteils auf die Ehefrau durch den Vertrag vom 25.&nbsp;April 2005. In diesem Fall beherrschte (allein) der Kl&auml;ger die Betriebs-GmbH, er beherrschte jedoch nicht mehr das Besitzunternehmen. Der Kl&auml;ger und seine Ehefrau bildeten danach keine sowohl die GmbH als auch das Besitzunternehmen &#8211;das Betriebsgrundst&uuml;ck&#8211; beherrschende Personengruppe (vgl. Schmidt\/Wacker, a.a.O., &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;827): Der Kl&auml;ger beherrschte die GmbH aufgrund der Stimmrechtsbindung allein, w&auml;hrend seiner Ehefrau kein &quot;eigenes&quot; Stimmrecht zustand. In der Grundst&uuml;cksgemeinschaft konnte sich der Kl&auml;ger hingegen nicht durchsetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die entscheidungserhebliche Frage, ob der Kl&auml;ger im Streitjahr einen Aufgabegewinn realisierte, l&auml;sst sich indessen auf Grundlage der bisher getroffenen Feststellungen des FG nicht beurteilen. Denn selbst bei Beendigung der Betriebsaufspaltung im Streitjahr 2005 gestatten die Feststellungen noch keine Entscheidung der Frage, ob eine Gewinnrealisierung angesichts einer m&ouml;glichen Betriebsverpachtung im Ganzen vermieden wurde. Das FG wird die entsprechenden Feststellungen nach Ma&szlig;gabe der Entscheidungsgr&uuml;nde nachzuholen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Eine Gewinnrealisierung im Streitjahr durch den Kl&auml;ger h&auml;ngt davon ab, ob die Betriebsaufspaltung durch eine Betriebsverpachtung abgel&ouml;st wurde. Dabei wird zu pr&uuml;fen sein, ob die &Uuml;bertragung des h&auml;lftigen Miteigentums am Grundst&uuml;ck auf die Ehefrau entgeltlich oder unentgeltlich erfolgte. Beides kann der Senat nach den Feststellungen des FG-Urteils nicht beurteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der in Bezug genommenen Vereinbarung &uuml;ber den Zugewinnausgleich sollte die &Uuml;bertragung unentgeltlich erfolgen. Der Zugewinnausgleichsanspruch richtet sich jedoch auf Geld (&sect;&nbsp;1378 Abs.&nbsp;1 BGB). Werden stattdessen oder als Gegenleistung f&uuml;r den Verzicht auf den Zugewinnausgleichsanspruch Wirtschaftsg&uuml;ter an Erf&uuml;llungs statt &uuml;bertragen, handelt es sich um entgeltliche Vorg&auml;nge (z.B. BFH-Urteil vom 31.&nbsp;Juli 2002 X&nbsp;R&nbsp;48\/99, BFHE 200, 504, BStBl II 2003, 282, betreffend Betriebs&uuml;bertragung; BFH-Beschluss vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2011 IX&nbsp;B&nbsp;114\/10, BFH\/NV 2011, 1323, betreffend wesentliche Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft; BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Juni 1981 VIII&nbsp;R&nbsp;41\/79, BFHE 134, 104, BStBl II 1982, 18, betreffend Betriebsgrundst&uuml;ck). Soll dagegen bei fortbestehender Zugewinngemeinschaft nur der sich bis dahin ergebende Zugewinn ausgeglichen werden, handelt es sich um einen unentgeltlichen Vorgang (BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Juni 2007 II&nbsp;R&nbsp;12\/06, BFHE 217, 260, BStBl II 2007, 785).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Erfolgte die &Uuml;bertragung unentgeltlich, w&auml;re eine Gewinnrealisierung unterblieben, wenn der Betrieb verpachtet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Wird ein ganzer Gewerbebetrieb verpachtet, kann der Unternehmer erkl&auml;ren, dass er den Betrieb aufgebe. Gibt er keine derartige Erkl&auml;rung ab, so gilt er in einkommensteuerrechtlicher Hinsicht als fortbestehend (Schmidt\/Wacker, a.a.O., &sect;&nbsp;16 Rz&nbsp;690). Da das bisherige Betriebsverm&ouml;gen auch dann Betriebsverm&ouml;gen bleibt, wenn es nicht mitverpachtet wird (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;April 2016 X&nbsp;R&nbsp;52\/13, BFHE 253, 359, BStBl II 2016, 710), w&uuml;rde auch hinsichtlich des GmbH-Gesch&auml;ftsanteils des Kl&auml;gers kein Gewinn realisiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das Wahlrecht setzt voraus, dass alle wesentlichen Grundlagen des Betriebs verpachtet werden, so dass der P&auml;chter den Betrieb im Wesentlichen fortsetzen und der Verp&auml;chter den Betrieb &#8211;bezogen auf den Betriebszustand vor Einstellung der werbenden T&auml;tigkeit&#8211; identit&auml;tswahrend wieder aufnehmen k&ouml;nnte (Schmidt\/Wacker, a.a.O., &sect;&nbsp;16 Rz&nbsp;696&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Das FG hat dazu ausgef&uuml;hrt, dass im Jahr 2003 nur noch das Betriebsgrundst&uuml;ck Gegenstand der Verpachtung gewesen sei. Ob dies f&uuml;r eine Betriebsverpachtung ausreicht, weil das Betriebsgrundst&uuml;ck bei funktionaler Betrachtungsweise die alleinige wesentliche Betriebsgrundlage war, vermag der Senat nicht zu beurteilen (vgl. dazu Schmidt\/Wacker, a.a.O., &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;865 und &sect;&nbsp;16 Rz&nbsp;697; Bl&uuml;mich\/Schallmoser, &sect;&nbsp;16 EStG Rz&nbsp;480, und Bl&uuml;mich\/Bode, &sect;&nbsp;15 EStG Rz&nbsp;133). Bei Handwerksbetrieben kann dies davon abh&auml;ngen, ob das bewegliche Anlageverm&ouml;gen des Betriebs gegen&uuml;ber Lage und Zustand des Betriebsgrundst&uuml;cks von untergeordneter Bedeutung ist oder leicht und kurzfristig wieder beschafft werden kann (z.B. BFH-Urteil vom 18.&nbsp;August 2009 X&nbsp;R&nbsp;20\/06, BFHE 226, 224, BStBl II 2010, 222). Auf diesen Gesichtspunkt w&uuml;rde es jedoch nicht ankommen, wenn das Ausscheiden von betrieblichen Wirtschaftsg&uuml;tern wie z.B. Maschinen im Laufe der Pachtzeit einer Umgestaltung des Pachtgegenstandes nicht entgegenst&uuml;nde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Wird ein Verpachtungsbetrieb unentgeltlich &#8211;z.B. durch Schenkung&#8211; auf einen Dritten &uuml;bertragen, tritt dieser in die Rechtsstellung des bisherigen Verp&auml;chters ein (Schmidt\/Wacker, a.a.O., &sect;&nbsp;16 Rz&nbsp;716; Bl&uuml;mich\/Bode, &sect;&nbsp;15 EStG Rz&nbsp;127). Dies gilt auch bei teilentgeltlicher &Uuml;bertragung (BFH-Urteil in BFHE 253, 359, BStBl II 2016, 710) oder wenn nicht der gesamte Verpachtungsbetrieb &uuml;bertragen, sondern eine nat&uuml;rliche Person gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;3 EStG unentgeltlich in ein Einzelunternehmen aufgenommen wird (dazu Schmidt\/Kulosa, a.a.O., &sect;&nbsp;6 Rz&nbsp;643).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch die entgeltliche &Uuml;bertragung eines Verpachtungsbetriebs erlischt hingegen das Verp&auml;chterwahlrecht (BFH-Urteil in BFHE 253, 359, BStBl II 2016, 710).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Der Senat verweist f&uuml;r den zweiten Rechtsgang erg&auml;nzend und ohne die Bindungswirkung des &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;5 FGO auf folgende Punkte:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Falle einer schenkweisen &Uuml;bertragung einer Beteiligung an einer bereits bestehenden GmbH k&ouml;nnen die daraus folgenden Mitwirkungsrechte durch eine Stimmrechtsbindungsvereinbarung beschr&auml;nkt werden. Auf Kapitalgesellschaften bezogene Stimmrechtsbindungsvertr&auml;ge k&ouml;nnen formlos geschlossen werden; ihre Wirksamkeit richtet sich nach personengesellschaftsrechtlichen Grunds&auml;tzen und verst&ouml;&szlig;t nicht gegen zwingende Vorschriften des Kapitalgesellschaftsrechts (Bundesgerichtshof &#8211;BGH&#8211;, Urteil vom 24.&nbsp;November 2008 II&nbsp;ZR&nbsp;116\/08, BGHZ 179, 13). Sie unterliegen daher auch dann nicht der f&uuml;r Gesellschaftsvertr&auml;ge von Kapitalgesellschaften geltenden notariellen Form (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung, &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Aktiengesetzes), wenn sie mit &Auml;nderungen des Gesellschaftsvertrags &#8211;hier der am n&auml;chsten Tag vorgenommenen Kapitalerh&ouml;hung und der Begr&uuml;ndung einer Gesellschafterstellung der Ehefrau und des Sohnes&#8211; in Zusammenhang stehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat vermag nicht zu erkennen, dass die auf den 3.&nbsp;Juli 1994 datierte Vereinbarung &uuml;ber die Stimmrechtsbindung wegen sittenwidriger Knebelung urspr&uuml;nglich sittenwidrig war. Daher konnte sie &#8211;wenn sie zustande gekommen ist&#8211; entgegen der Ansicht des FG auch vom Sohn nach Eintritt seiner Vollj&auml;hrigkeit &#8211;im November 1996&#8211; genehmigt werden (&sect;&nbsp;1829 Abs.&nbsp;3 BGB). Denn ein Rechtsgesch&auml;ft ist nach &sect;&nbsp;138 Abs.&nbsp;1 BGB nichtig, wenn es nach seinem aus Inhalt, Beweggrund und Zweck zu entnehmenden Gesamtcharakter mit den guten Sitten nicht zu vereinbaren ist (z.B. BGH-Urteil vom 28.&nbsp;Februar 1989 IX&nbsp;ZR&nbsp;130\/88, BGHZ 107, 92, 97). Zu ber&uuml;cksichtigen sind dabei nicht nur der objektive Inhalt des Gesch&auml;fts, sondern auch die Umst&auml;nde, die zu seiner Vornahme gef&uuml;hrt haben, und die von den Parteien verfolgten Absichten und Beweggr&uuml;nde. Das Bewusstsein der Sittenwidrigkeit und eine Sch&auml;digungsabsicht ist nicht erforderlich (BGH-Urteil vom 7.&nbsp;Januar 1993 IX&nbsp;ZR&nbsp;199\/91, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1993, 1587, 1588); es gen&uuml;gt, wenn der Handelnde die Tatsachen kennt, aus denen sich die Sittenwidrigkeit ergibt (BGH-Urteil vom 27.&nbsp;Januar 1988 VIII&nbsp;ZR&nbsp;155\/87, NJW 1988, 1373, 1374). Auch unentgeltliche Gesch&auml;fte k&ouml;nnen im Einzelfall sittenwidrig und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;138 Abs.&nbsp;1 BGB ohne rechtliche Wirkung sein (Oberlandesgericht Frankfurt, Beschluss vom 2.&nbsp;April 2007&nbsp;&nbsp;14&nbsp;U&nbsp;10\/07, juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter dem Aspekt der Knebelung sind insbesondere Vertr&auml;ge nichtig, die die wirtschaftliche Freiheit des Vertragspartners so beschr&auml;nken, dass er seine Eigenst&auml;ndigkeit und wirtschaftliche Entschlie&szlig;ungsfreiheit ganz oder im Wesentlichen einb&uuml;&szlig;t und praktisch zum Werkzeug des anderen Teils wird (Schmidt-R&auml;ntsch in: Erman, BGB, 15. Aufl., &sect;&nbsp;138, Rz&nbsp;120, m.w.N.). Daher sind in &Uuml;bergabevertr&auml;gen zur vorweggenommenen Erbfolge vereinbarte Unterlassungspflichten nichtig, die dem &Uuml;bernehmer Verf&uuml;gungen &uuml;ber das Verm&ouml;gen eines &uuml;bergebenen Betriebs insgesamt oder &uuml;ber dessen Grundverm&ouml;gen untersagen, wenn der &Uuml;bernehmer von dem &Uuml;bergeber nicht die Zustimmung zu einer mit den Grunds&auml;tzen ordnungsgem&auml;&szlig;er Wirtschaft zu vereinbarenden und den Zweck des Verf&uuml;gungsverbots nicht wesentlich gef&auml;hrdenden Verf&uuml;gung (Ver&auml;u&szlig;erung oder Belastung) verlangen kann, weil sie die wirtschaftliche Existenz des &Uuml;bernehmers gef&auml;hrden k&ouml;nnen (BGH-Urteil vom 6.&nbsp;Juli 2012 V&nbsp;ZR&nbsp;122\/11, NJW 2012, 3162, Rz&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einschr&auml;nkung der Mitgliedschaftsrechte des Sohnes beschr&auml;nkte indessen weder dessen wirtschaftliche Entschlie&szlig;ungsfreiheit noch gef&auml;hrdete es dessen Existenz, da er nicht f&uuml;r die Schulden der GmbH haftete; im schlimmsten Falle drohte ein Verlust der Beteiligung. Die Anteils&uuml;bertragung stellte ihn trotz Stimmrechtsbindung besser als eine Verm&ouml;gens&uuml;bertragung unter Nie&szlig;brauchsvorbehalt, die allgemein als rechtlich unbedenklich angesehen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Der Senat verweist den nicht entscheidungsreifen, vom FG dem Einzelrichter &uuml;bertragenen Rechtsstreit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO unter Aufhebung des Beschlusses betreffend die &Uuml;bertragung des Streitfalls auf den Einzelrichter an den Vollsenat zur&uuml;ck (vgl. BFH-Urteile vom 30.&nbsp;November 2010 VIII&nbsp;R&nbsp;19\/07, BFH\/NV 2011, 449, Rz&nbsp;26; vom 12.&nbsp;Februar 2015 IV&nbsp;R&nbsp;48\/11, BFH\/NV 2015, 1075; BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;Juli 2016 V&nbsp;B&nbsp;66\/15, BFH\/NV 2016, 1574).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2018, III R 13\/15ECLI:DE:BFH:2018:U.131218.IIIR13.15.0 Gewinnrealisierung durch Beendigung von Betriebsaufspaltung oder Betriebsverpachtung Leits&auml;tze 1. NV: Eine personelle Verflechtung liegt nicht vor, wenn das Betriebsgrundst&uuml;ck im h&auml;lftigen Miteigentum von zwei GmbH-Gesellschaftern steht, von denen einer jedoch aufgrund einer Stimmrechtsbindung aller &uuml;brigen Gesellschafter die GmbH allein beherrscht. 2. NV: Zum Verh&auml;ltnis von Betriebsaufspaltung und Betriebsverpachtung. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-13-15-gewinnrealisierung-durch-beendigung-von-betriebsaufspaltung-oder-betriebsverpachtung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;13\/15 &#8211; Gewinnrealisierung durch Beendigung von Betriebsaufspaltung oder Betriebsverpachtung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71329","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71329","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71329"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71329\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71329"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71329"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71329"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}