{"id":71330,"date":"2019-10-20T17:29:22","date_gmt":"2019-10-20T15:29:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71330"},"modified":"2019-10-20T17:29:22","modified_gmt":"2019-10-20T15:29:22","slug":"iv-r-2-16-klagebefugnis-bei-klage-gegen-gesonderte-und-einheitliche-feststellung-verrechenbarer-verluste-nach-par-15b-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-2-16-klagebefugnis-bei-klage-gegen-gesonderte-und-einheitliche-feststellung-verrechenbarer-verluste-nach-par-15b-estg\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;2\/16 &#8211; Klagebefugnis bei Klage gegen gesonderte und einheitliche Feststellung verrechenbarer Verluste nach &sect; 15b EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.12.2018, IV R 2\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.201218.IVR2.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Klagebefugnis bei Klage gegen gesonderte und einheitliche Feststellung verrechenbarer Verluste nach &sect; 15b EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Werden verrechenbare Verluste nach &sect; 15b Abs. 4 Satz 5 EStG gesondert und einheitlich festgestellt, gelten f&uuml;r die Klagebefugnis dieselben Grunds&auml;tze wie f&uuml;r die Anfechtung einer gesonderten und einheitlichen Feststellung der Eink&uuml;nfte.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 8. Dezember 2015&nbsp;&nbsp;6 K 6215\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen; au&szlig;ergerichtliche Kosten der Beigeladenen werden nicht erstattet.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist die X-GmbH &#038; Co.&nbsp;KG. &Uuml;ber ihr Verm&ouml;gen und &uuml;ber das ihrer Komplement&auml;r-GmbH, der M-GmbH, wurde im Juni 2013 das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet. Die Kl&auml;gerin ist aufgrund Verschmelzungsvertrags vom &#8230;2011 Rechtsnachfolgerin der Z-GmbH &#038; Co.&nbsp;KG (Z-KG) geworden. Die Z-KG war im Dezember 2005 gegr&uuml;ndet worden. Sie sollte als &#8230;-Fonds t&auml;tig werden und auf Grundlage eines aufgelegten Prospekts zur Kapitalaufbringung weitere Kommanditisten aufnehmen. Der Prospekt wies zur Erl&auml;uterung der steuerlichen Grundlagen f&uuml;r eine Beteiligung als Kommanditist darauf hin, dass die Tatbestandsvoraussetzungen eines Steuerstundungsmodells i.S. des &sect;&nbsp;15b des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r den Streitzeitraum ma&szlig;geblichen Fassung (EStG) vorl&auml;gen, da die Gesellschafter sich an einem vorgefertigten Fondskonzept beteiligten und die prognostizierten Anfangsverluste 10&nbsp;% der Kommanditeinlagen &uuml;berstiegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2007 wurden 286 Kommanditisten der Z-KG in das Handelsregister eingetragen. Darunter befanden sich auch die beiden Beigeladenen. Diese ver&auml;u&szlig;erten im Streitjahr 2008 ihre Kommanditanteile an der Z-KG wieder. Der Beigeladene zu&nbsp;1. ver&auml;u&szlig;erte seinen Anteil zu einem Preis unterhalb seiner Anschaffungskosten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stellte die Eink&uuml;nfte f&uuml;r die Z-KG betreffend das Streitjahr 2008 zun&auml;chst auf Grundlage des von ihr erkl&auml;rten Verlustes unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gesondert und einheitlich fest (Gewinnfeststellung). Nach Durchf&uuml;hrung einer Au&szlig;enpr&uuml;fung bei der Z-KG kamen die Pr&uuml;fer jedoch zu dem Schluss, dass die f&uuml;r die Beigeladenen ermittelten Verluste nicht ausgleichsf&auml;hig, sondern lediglich verrechenbar nach &sect;&nbsp;15b EStG seien. Das FA folgte dieser Auffassung und stellte in ge&auml;nderten Feststellungsbescheiden vom 21.&nbsp;September 2011 verrechenbare Verluste nach &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;4 EStG f&uuml;r das Jahr 2008 fest. F&uuml;r den Beigeladenen zu&nbsp;1. wurden dabei 8.531,68&nbsp;EUR festgestellt. Das hiergegen durchgef&uuml;hrte Einspruchsverfahren blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das von der Kl&auml;gerin angerufene Finanzgericht Berlin-Brandenburg (FG) beschloss die Beiladung der beiden ausgeschiedenen Gesellschafter und gab der Klage mit Urteil vom 8.&nbsp;Dezember 2015 insoweit statt, als die Feststellung verrechenbarer Verluste nach &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;4 EStG f&uuml;r den Beigeladenen zu&nbsp;1. betreffend die Z-KG auf den 31.&nbsp;Dezember 2008 um 8.500&nbsp;EUR vermindert wurde. Im &Uuml;brigen wurde die Klage abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA eine Verletzung von &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>das Urteil des FG vom 8.&nbsp;Dezember 2015&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;6215\/12 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Das Revisionsverfahren ist weder wegen Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Kl&auml;gerin noch wegen der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen ihrer Komplement&auml;rin gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect;&nbsp;240 der Zivilprozessordnung (ZPO) unterbrochen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. F&uuml;r den Gewinnfeststellungsbescheid ist entschieden, dass die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen einer Personengesellschaft das Gewinnfeststellungs-, Rechtsbehelfs-, Klage- und Revisionsverfahren unber&uuml;hrt l&auml;sst, da die (steuerrechtlichen) Folgen des Gewinnfeststellungsbescheids nur die Gesellschafter pers&ouml;nlich und nicht den nach Insolvenzrecht abzuwickelnden Verm&ouml;gensbereich der Personengesellschaft selbst betreffen (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13.&nbsp;Juli 1967 IV&nbsp;191\/63, BFHE 90, 87, BStBl&nbsp;III 1967, 790; vom 11.&nbsp;Oktober 2007 IV&nbsp;R&nbsp;52\/04, BFHE 219, 129, BStBl II 2009, 705, unter II.B.; vom 20.&nbsp;Mai 2010 IV&nbsp;R&nbsp;74\/07, BFHE 229, 71, BStBl&nbsp;II 2010, 1104, Rz&nbsp;17, und vom 7.&nbsp;Juni 2018 IV&nbsp;R&nbsp;11\/16, Rz&nbsp;29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die im Zusammenhang mit der gesonderten und einheitlichen Eink&uuml;nftefeststellung getroffenen Feststellungen &uuml;ber die fehlende Ausgleichsf&auml;higkeit und eingeschr&auml;nkte Verrechenbarkeit von Verlusten im Zusammenhang mit Steuerstundungsmodellen nach &sect;&nbsp;15b EStG betreffen lediglich die Eink&uuml;nfte der hieran beteiligten Gesellschafter, nicht den Verm&ouml;gensbereich der Personengesellschaft selbst. Im Falle der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen einer Personengesellschaft erstreckt sich der &Uuml;bergang der Befugnisse zur Verm&ouml;gensverwaltung nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 der Insolvenzordnung (InsO) deshalb, ebenso wie bei der der Gewinnfeststellung selbst, nicht auf die Feststellungen nach &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;4 EStG. Das Besteuerungsverfahren, das finanzgerichtliche Verfahren wie auch ein Revisionsverfahren bleiben deshalb von einem solchen Insolvenzverfahren unber&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall hat dar&uuml;ber hinaus auch die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen der M-GmbH, der Komplement&auml;r-GmbH der Kl&auml;gerin, keine Auswirkungen auf das vorliegende Verfahren. Denn die M-GmbH ist vom Ausgang des Klageverfahrens unter keinem denkbaren Gesichtspunkt steuerrechtlich betroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Die Revision ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und Abweisung der Klage als unzul&auml;ssig (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat zu Recht die Klage als von der Kl&auml;gerin erhoben angesehen. Zwar ist im Rubrum der Klage die Z-KG genannt. Aus der sp&auml;ter vorgelegten Vollmacht ist aber zu entnehmen, dass f&uuml;r die Kl&auml;gerin Klage erhoben werden sollte. So hat auch das FA die Klage verstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Klagebefugnis in Bezug auf Bescheide &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen richtet sich nach &sect;&nbsp;48 FGO. Diese Vorschrift betrifft ihrem eindeutigen Wortlaut nach alle Bescheide &uuml;ber gesonderte und einheitliche Feststellungen, mithin auch die gesonderte und einheitliche Feststellung verrechenbarer Verluste nach &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 EStG. Nach &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO ist die Personengesellschaft befugt, in Prozessstandschaft f&uuml;r ihre Gesellschafter Klage gegen den Feststellungsbescheid zu erheben. Tritt ein Gesamtrechtsnachfolger an die Stelle der klagebefugten Gesellschaft, geht die Klagebefugnis nach &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO &#8211;anders als die Klagebefugnis betreffend einen an die Gesellschaft als Steuerschuldner gerichteten Bescheid&#8211; nicht auf den Gesamtrechtsnachfolger &uuml;ber. Vielmehr lebt die durch &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO &uuml;berlagerte Klagebefugnis der einzelnen Gesellschafter wieder auf (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteil vom 10.&nbsp;September 2015 IV&nbsp;R&nbsp;8\/13, BFHE 251, 25, BStBl II 2015, 1046).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im Streitfall ist danach die urspr&uuml;nglich bestehende Befugnis der Z-KG zur Erhebung eines Rechtsbehelfs gegen die Feststellung verrechenbarer Verluste im Zusammenhang mit der Feststellung ihrer Eink&uuml;nfte durch deren liquidationslose Vollbeendigung infolge ihrer Verschmelzung auf die Kl&auml;gerin bereits w&auml;hrend des Einspruchsverfahrens erloschen. Klagebefugt w&auml;ren nur die Beigeladenen als die einzigen von der beanstandeten Feststellung verrechenbarer Verluste betroffenen ehemaligen Gesellschafter der Z-KG gewesen, nicht aber die Kl&auml;gerin als Rechtsnachfolgerin der Z-KG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Klage kann nicht in eine solche der ehemaligen Gesellschafter der Z-KG umgedeutet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar kann im Wege rechtsschutzgew&auml;hrender Auslegung eine namens der vollbeendeten Personengesellschaft erhobene Klage als eine solche der ehemaligen Gesellschafter anzusehen sein, wenn das Rubrum der Klage spiegelbildlich dem insoweit unzutreffenden Rubrum der Einspruchsentscheidung entspricht und dem FA die Vollbeendigung der Personengesellschaft bei Erlass der Einspruchsentscheidung bereits bekannt war (BFH-Urteile vom 22.&nbsp;Januar 2015 IV&nbsp;R&nbsp;62\/11, Rz&nbsp;18, und in BFHE 251, 25, BStBl II 2015, 1046, Rz&nbsp;8, m.w.N.). Dies setzt aber voraus, dass der die Klage einreichende Bevollm&auml;chtigte auch von diesen Gesellschaftern bevollm&auml;chtigt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall kommt eine solche Umdeutung danach nicht in Betracht. Die Einspruchsentscheidung ist zwar gegen&uuml;ber der im Zeitpunkt der Bekanntgabe vollbeendeten Z-KG ergangen. Allerdings waren die Beigeladenen als zum Einspruchsverfahren Hinzugezogene und nicht von einem Bevollm&auml;chtigten vertretene Gesellschafter ebenfalls Adressaten der Einspruchsentscheidung. Nach den eigenen Angaben der Bevollm&auml;chtigen gegen&uuml;ber dem FG war sie allein von der Kl&auml;gerin, nicht aber von den Beigeladenen als ehemalige Kommanditisten der Z-KG bevollm&auml;chtigt worden. Danach kann auch bei Anlegung eines gro&szlig;z&uuml;gigen Ma&szlig;stabs nicht angenommen werden, dass die ausdr&uuml;cklich nur namens der Kl&auml;gerin erhobene Klage f&uuml;r die Beigeladenen als ehemalige Gesellschafter erhoben worden sein sollte. Ob dem FA bei Erlass der Einspruchsentscheidung die Vollbeendigung der Z-KG bekannt war, kann insoweit dahinstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Das Urteil des FG ist aufzuheben und, da Spruchreife gegeben ist, die Klage mangels Zul&auml;ssigkeit abzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;4 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.12.2018, IV R 2\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.201218.IVR2.16.0 Klagebefugnis bei Klage gegen gesonderte und einheitliche Feststellung verrechenbarer Verluste nach &sect; 15b EStG Leits&auml;tze Werden verrechenbare Verluste nach &sect; 15b Abs. 4 Satz 5 EStG gesondert und einheitlich festgestellt, gelten f&uuml;r die Klagebefugnis dieselben Grunds&auml;tze wie f&uuml;r die Anfechtung einer gesonderten und einheitlichen Feststellung der Eink&uuml;nfte. 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