{"id":71374,"date":"2019-11-01T11:37:58","date_gmt":"2019-11-01T09:37:58","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71374"},"modified":"2019-11-01T11:37:58","modified_gmt":"2019-11-01T09:37:58","slug":"iii-r-24-16-gewerbesteuer-hinzurechnung-von-zinsen-bei-durchlaufenden-krediten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-24-16-gewerbesteuer-hinzurechnung-von-zinsen-bei-durchlaufenden-krediten\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;24\/16 &#8211; Gewerbesteuer; Hinzurechnung von Zinsen bei durchlaufenden Krediten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.7.2019, III R 24\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.170719.IIIR24.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Gewerbesteuer; Hinzurechnung von Zinsen bei durchlaufenden Krediten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Besteht der Gesch&auml;ftszweck eines Unternehmens darin, Darlehen aufzunehmen und an eine Tochtergesellschaft weiterzureichen, handelt es sich auch dann nicht um durchlaufende Kredite, wenn die Kredite ohne Gewinnaufschlag an die Tochtergesellschaft weitergegeben werden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 15.04.2016 &#8211; 3 K 145\/15 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist die gewerbesteuerrechtliche Hinzurechnung von Zinsen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine im Jahr 2011 gegr&uuml;ndete Holding Limited mit Sitz in Liberia. Anteilseignerin ist zu 100&nbsp;% eine Reederei. Der Ort der Gesch&auml;ftsleitung ist im Inland. Die wirtschaftliche T&auml;tigkeit besteht nach der Darstellung im Bericht &uuml;ber die Pr&uuml;fung des Jahresabschlusses zum 31.12.2012 in der Aufnahme von Darlehen bei der X-Bank (Bank) und der Weiterreichung an eine ebenfalls in Liberia ans&auml;ssige 100&nbsp;%-ige Tochtergesellschaft der Kl&auml;gerin (Tochtergesellschaft) zur Erm&ouml;glichung des Kaufs und Betriebs eines bestimmten Schiffes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Vertrag vom 13.01.2012 kaufte die Tochtergesellschaft der Kl&auml;gerin das betreffende Schiff. Die Bank hatte zu diesem Zeitpunkt gegen&uuml;ber der Verk&auml;uferin eine mit einem Schiffshypothekendarlehen gesicherte Darlehensforderung aus der Finanzierung des Ankaufs des Schiffes in H&ouml;he von USD&nbsp;&#8230; (im Folgenden: USD-Darlehen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 23.01.2012 &uuml;bernahm die Tochtergesellschaft das Schiff von der Verk&auml;uferin in der Weise, dass alle Aktiva und Passiva der Verk&auml;uferin zu Buchwerten auf die Tochtergesellschaft &uuml;bertragen wurden. Der Buchwert des Schiffes betrug bei &Uuml;bernahme USD&nbsp;&#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das USD-Darlehen wurde nicht unmittelbar von der Verk&auml;uferin auf die Tochtergesellschaft &uuml;bertragen, sondern die Kl&auml;gerin wurde als Kreditnehmerin eingeschaltet. Mit Darlehensvertrag vom 23.01.2012 wurde die Kl&auml;gerin Schuldnerin des USD-Darlehens in H&ouml;he von USD&nbsp;&#8230; (&#8230;&nbsp;EUR bei einem Umrechnungskurs von USD&nbsp;1,00&nbsp;= 0,768226&nbsp;EUR), dar&uuml;ber hinaus nahm sie einen Betriebsmittelkredit &uuml;ber &#8230;&nbsp;EUR auf. Dabei wurde in der Pr&auml;ambel des Vertrags festgehalten, dass das USD-Darlehen durch die Kl&auml;gerin als Kreditnehmerin f&uuml;r die Tochtergesellschaft zur Finanzierung des Schiffes aufgenommen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenfalls mit Vertrag vom 23.01.2012 reichte die Kl&auml;gerin das USD-Darlehen und den Betriebsmittelkredit an die Tochtergesellschaft weiter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daneben erhielt die Kl&auml;gerin von der Reederei ein Darlehen (&quot;Cash Deposit&quot;) in H&ouml;he von 600.000&nbsp;EUR, das sie ebenfalls an die Tochtergesellschaft weiterreichte. F&uuml;r dieses Darlehen wurden keine Zinsen berechnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das USD-Darlehen war mit dem LIBOR-Satz zzgl. 3,5&nbsp;% p. a. zu verzinsen. Die Zinsen f&uuml;r das USD-Darlehen machte die Bank direkt gegen&uuml;ber der Tochtergesellschaft geltend. F&uuml;r den Betriebsmittelkredit wurden die Zinsen von der Bank ebenfalls direkt der Tochtergesellschaft belastet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Bilanz zum 31.12.2012 wies die Kl&auml;gerin Ausleihungen an verbundene Unternehmen in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR aus (davon &#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r das USD-Darlehen, &#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r den Betriebsmittelkredit und &#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r das &quot;Cash Deposit&quot;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r 2012 ermittelte die Kl&auml;gerin einen Jahresfehlbetrag in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR. Dabei erfasste sie bei der Erstellung ihres Jahresabschlusses die von der Bank ihrer Tochtergesellschaft belasteten Zinsen f&uuml;r das USD-Darlehen und den Betriebsmittelkredit in H&ouml;he von insgesamt &#8230;&nbsp;EUR (davon &#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r das USD-Darlehen, &#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r den Betriebsmittelkredit und &#8230;&nbsp;EUR Bereitstellungszinsen sowie &#8230;&nbsp;EUR Verzugszinsen) als Zinsaufwand und stellte diesem einen entsprechenden Zinsertrag gegen&uuml;ber. Daneben erzielte die Kl&auml;gerin sonstige betriebliche Ertr&auml;ge in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR und trug sonstige betriebliche Aufwendungen in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR (im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten sowie Abschluss- und Pr&uuml;fungskosten).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer K&ouml;rperschaft- und Gewerbesteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2012 erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin dementsprechend ein zu versteuerndes Einkommen und einen Gewerbeertrag in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) rechnete die Zinsaufwendungen in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR als Entgelte f&uuml;r Schulden unter Abzug eines Freibetrags in H&ouml;he von 100.000&nbsp;EUR zu 1\/4 &#8211;also in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR&#8211; dem Gewerbeertrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) hinzu und setzte mit Bescheid vom 04.12.2014 den Gewerbesteuermessbetrag f&uuml;r 2012 sowie f&uuml;r Zwecke der Vorauszahlung ab 2015 in H&ouml;he von jeweils &#8230;&nbsp;EUR fest. Ebenfalls mit Bescheiden vom 04.12.2014 setzte das FA die Gewerbesteuermessbetr&auml;ge f&uuml;r Zwecke der nachtr&auml;glichen Vorauszahlungen f&uuml;r 2013 und 2014 (Messbetrag jeweils &#8230;&nbsp;EUR) sowie die K&ouml;rperschaftsteuer f&uuml;r 2012 auf &#8230;&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den gegen diese Bescheide gerichteten Einspruch wies das FA mit Einspruchsentscheidung vom 07.05.2015 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 12.06.2015 setzte das FA den Gewerbesteuermessbetrag f&uuml;r 2013 auf &#8230;&nbsp;EUR fest. Mit Bescheid vom 02.02.2016 setzte das FA den Gewerbesteuermessbetrag f&uuml;r 2014 auf &#8230;&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die gegen die Gewerbesteuermessbetragsbescheide 2012 bis 2014 gerichtete Klage als unbegr&uuml;ndet ab und lie&szlig; die Revision zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der hiergegen gerichteten Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend der Revisionsfrist setzte das FA mit &Auml;nderungsbescheid vom 10.06.2016 den Gewerbesteuermessbetrag 2012 auf &#8230;&nbsp;EUR fest. Im anschlie&szlig;enden Revisionsverfahren wurde mit &Auml;nderungsbescheiden &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag 2012, 2013 und 2014 vom 14.06.2019 jeweils der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung aufgehoben. Der Gegenstand des Rechtsstreits blieb durch die &Auml;nderungsbescheide unber&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und den Gewerbesteuermessbetrag 2012, 2013 und 2014 jeweils auf 0&nbsp;EUR festzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Klageabweisung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision der Kl&auml;gerin f&uuml;hrt schon aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden zur Aufhebung der Vorentscheidung, da sich w&auml;hrend des Revisionsverfahrens der Verfahrensgegenstand, &uuml;ber dessen Rechtm&auml;&szlig;igkeit das FG zu entscheiden hatte, ge&auml;ndert hat (&sect;&nbsp;127 FGO). Denn Gegenstand des finanzgerichtlichen Verfahrens waren der Bescheid vom 04.12.2014 &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag f&uuml;r 2012, der Bescheid vom 12.06.2015 &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag f&uuml;r 2013 und der Bescheid vom 22.02.2016 &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag f&uuml;r 2014. An deren Stellen traten w&auml;hrend des Revisionsverfahrens die nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung ge&auml;nderten Bescheide vom 14.06.2019, die verfahrensrechtlich neue Verwaltungsakte darstellen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20.03.2001&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;44\/99, BFH\/NV 2001, 1133, unter 2.a&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &Auml;nderungsbescheide vom 14.06.2019 sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO Gegenstand des Revisionsverfahrens geworden. Soweit einem FG-Urteil ein nicht mehr existierender Bescheid zugrunde liegt, kann es keinen Bestand haben (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 03.08.2005&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;94\/03, BFHE&nbsp;210, 398, BStBl&nbsp;II 2006, 20, m.w.N.). Das Urteil ist daher gegenstandslos geworden und aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dennoch bedarf es keiner Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;127 FGO. Durch die Bescheid&auml;nderungen haben sich hinsichtlich des Streitpunktes keine &Auml;nderungen ergeben. Das finanzgerichtliche Verfahren leidet auch an keinem Verfahrensmangel. Die vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen sind nicht entfallen. Sie bilden unver&auml;ndert die Grundlage f&uuml;r die Entscheidung des erkennenden Senats (dazu z.B. BFH-Urteil in BFHE&nbsp;210, 398, BStBl&nbsp;II 2006, 20). Diese kann in der Sache selbst ergehen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass die von der Kl&auml;gerin gewinnmindernd ber&uuml;cksichtigten Zinsaufwendungen als Entgelte f&uuml;r Schulden der gewerbesteuerrechtlichen Hinzurechnung unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei kann der Senat insoweit dahinstehen lassen, ob die Grunds&auml;tze &uuml;ber die Nichtber&uuml;cksichtigung von durchlaufenden Krediten bei der gewerbesteuerrechtlichen Hinzurechnung von Zinsen auch unter Geltung des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a GewStG i.d.F. des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 vom 14.08.2007 (BGBl&nbsp;I 2007, 1912, BStBl&nbsp;I 2007, 630) zu ber&uuml;cksichtigen sind. Denn im Streitfall lagen keine solchen durchlaufenden Kredite vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 GewStG in der im Streitzeitraum ma&szlig;geblichen Fassung wird dem Gewinn aus Gewerbebetrieb ein Viertel der Summe aus Entgelten f&uuml;r Schulden wieder hinzugerechnet, soweit sie bei der Ermittlung des Gewinns abgesetzt worden sind und soweit die Summe der nach &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG vorzunehmenden Hinzurechnungen den Betrag von 100.000&nbsp;EUR &uuml;bersteigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der noch zur Vorg&auml;ngerfassung des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 GewStG ergangenen Rechtsprechung sind von der Hinzurechnung jedoch Zinsen f&uuml;r durchlaufende Kredite auszunehmen, da es sich insoweit um keine Dauerschulden i.S. dieser Vorschrift handelt (BFH-Urteile vom 16.10.1991&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;88\/89, BFHE&nbsp;166, 297, BStBl&nbsp;II 1992, 257, unter&nbsp;II.B.3.; vom 24.01.1996&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;160\/94, BFHE&nbsp;180, 160, BStBlII 1996, 328, unter&nbsp;II.1.; vom 07.07.2004&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;65\/03, BFHE&nbsp;207, 340, BStBl&nbsp;II 2005, 102, unter&nbsp;II.1.a; vom 15.05.2008&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;77\/05, BFHE&nbsp;221, 248, BStBl&nbsp;II 2008, 767, unter&nbsp;II.a; vom 16.12.2008&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;82\/07, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2009, 901, unter&nbsp;II.2.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Rechtsprechung hat die Annahme eines solchen durchlaufenden Kredits von mehreren Voraussetzungen abh&auml;ngig gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach muss der aufgenommene Kredit nach dem Willen der Vertragschlie&szlig;enden zu einem au&szlig;erhalb des Betriebs des Darlehensnehmers liegenden Zweck verwendet werden (BFH-Urteil vom 02.08.1966&nbsp;&#8211; I 66\/63, BFHE&nbsp;86, 768, BStBl&nbsp;III 1967, 27, unter&nbsp;1.; vom 26.08.1992&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;11\/92, juris, unter II.1.). Der Steuerpflichtige muss demnach den Kredit nicht im eigenen, sondern im fremden Interesse aufgenommen haben (BFH-Urteile vom 27.05.1981&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;6\/78, juris, unter b; in BFHE&nbsp;207, 340, BStBl&nbsp;II 2005, 102, unter&nbsp;II.1.a; in BFHE&nbsp;221, 248, BStBl&nbsp;II 2008, 767, unter II.a). F&uuml;r eine solche Kreditaufnahme im fremden Interesse spricht z.B., wenn gegen&uuml;ber dem Darlehensgeber offengelegt wird, dass die Darlehensaufnahme f&uuml;r Rechnung eines Dritten erfolgt (BFH-Urteil in HFR&nbsp;2009, 901, 1143, unter II.2.a). Gegen eine Kreditaufnahme im fremden Interesse spricht hingegen, wenn der Darlehensnehmer die Kredite bilanziert und die entsprechenden Zinsen selbst als Aufwand verbucht (BFH-Urteile in BFHE&nbsp;207, 340, BStBl&nbsp;II 2005, 102, unter II.1.b; in HFR 2009, 901, unter II.2.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Darlehensnehmer muss auf eine ihm genau vorgeschriebene Weitervermittlung des Kredits und auf dessen Verwaltung beschr&auml;nkt bleiben (BFH-Urteil in BFHE&nbsp;86, 768, BStBl&nbsp;III 1967, 27, unter&nbsp;3.). Weiter darf dem Darlehensnehmer aus dem Vorgang kein &uuml;ber die blo&szlig;en Verwaltungskosten hinausgehender Nutzen erwachsen (BFH-Urteile in BFHE&nbsp;86, 768, BStBl&nbsp;III 1967, 27, unter&nbsp;3.; vom 27.05.1981&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;6\/78, juris, unter&nbsp;a; in BFHE&nbsp;207, 340, BStBl&nbsp;II 2005, 102, unter&nbsp;II.1.a; in BFHE 221, 248, BStBl&nbsp;II 2008, 767, unter&nbsp;II.a). Dabei sind auch mittelbar mit der Darlehensaufnahme in Zusammenhang stehende Vorteile sch&auml;dlich (BFH-Urteil in BFHE&nbsp;221, 248, BStBl&nbsp;II 2008, 767, unter&nbsp;II.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein durchlaufender Kredit liegt danach nicht vor, wenn eine Organgesellschaft einen Kredit aufnimmt und die Kreditmittel an einen anderen zum Organkreis geh&ouml;renden Betrieb weiterleitet. In einem solchen Fall ist es (auch) Zweck des Betriebs des Kreditnehmers, ein anderes zum Organkreis geh&ouml;rendes Unternehmen zu finanzieren; die Weiterleitung der Kreditmittel entspricht in diesem Fall dem betrieblichen Zweck des die Kreditmittel weiterleitenden Unternehmens (BFH-Urteile in BFHE&nbsp;180, 160, BStBl&nbsp;II 1996, 328, unter&nbsp;II.4.; in BFHE&nbsp;207, 340, BStBl&nbsp;II 2005, 102, unter&nbsp;II.1.a). Gleiches gilt, wenn ein Besitzunternehmen im Rahmen einer Betriebsaufspaltung Kredite an das Betriebsunternehmen mit dem Zweck weiterreicht, das Betriebsunternehmen zu finanzieren (BFH-Urteil in BFHE&nbsp;207, 340, BStBl&nbsp;II 2005, 102, unter II.1.b). Ein eigener Zweck des das Darlehen weiterreichenden Unternehmens wird auch dann verfolgt, wenn sich die Anteile des Unternehmens, an das das Darlehen weitergereicht wird, im Betriebsverm&ouml;gen des ersteren Unternehmens befinden und sich der Wert der Anteile durch die zweckentsprechende Verwendung des Darlehens erh&ouml;ht (BFH-Urteil in BFHE&nbsp;207, 340, BStBl&nbsp;II 2005, 102, unter&nbsp;II.1.b). Schlie&szlig;lich wird ein eigener Zweck des Darlehensnehmers auch bereits dann verfolgt, wenn es seinen Gesch&auml;ftszweck bildet, bestimmte Fremdinteressen zu f&ouml;rdern (BFH-Urteil vom 18.12.1986&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;293\/82, BFHE&nbsp;149, 64, BStBl&nbsp;II 1987, 446, unter&nbsp;3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bei Anwendung dieser Rechtsgrunds&auml;tze lagen im Streitfall keine durchlaufenden Kredite vor. Denn auch wenn die Kl&auml;gerin nach den Feststellungen des FG die Darlehensaufnahme f&uuml;r ihre Tochtergesellschaft offengelegt hat, erfolgte die Kreditaufnahme zumindest auch im eigenen Interesse der Kl&auml;gerin. Sie hat u.a. das USD-Darlehen und den Betriebsmittelkredit in ihrer Bilanz ausgewiesen und die f&uuml;r die Darlehen aufgewendeten Zinsen in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR als eigenen Zinsaufwand geltend gemacht. Ferner bestand der betriebliche Zweck der Kl&auml;gerin gerade darin, das USD-Darlehen und den Betriebsmittelkredit aufzunehmen und an ihre Tochtergesellschaft weiterzureichen. Mit der Weiterreichung der Darlehen verfolgte die Kl&auml;gerin damit nicht nur ein fremdes Interesse, sondern erf&uuml;llte zugleich ihren eigenen Gesch&auml;ftszweck. Zudem hielt die Kl&auml;gerin 100&nbsp;% der Anteile an ihrer Tochtergesellschaft, so dass mit der zweckentsprechenden Verwendung des Darlehens, d.h. dem fremdfinanzierten Erwerb des Schiffes, nicht nur das Betriebsverm&ouml;gen der Tochtergesellschaft gemehrt, sondern auch der Wert der von der Kl&auml;gerin an der Tochtergesellschaft gehaltenen Anteile erh&ouml;ht wurde. Diese Wertung wird auch durch den eigenen Vortrag der Kl&auml;gerin best&auml;tigt. Denn danach erfolgte die Zwischenschaltung der Kl&auml;gerin auf Verlangen des Kreditinstituts und beruhte auf kredittechnischen Gr&uuml;nden. Danach verfolgte die Kl&auml;gerin zudem auch den eigenen Zweck, durch ihre Zwischenschaltung eine Kreditfinanzierung des Schiffes &uuml;berhaupt erst zu erm&ouml;glichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zu Recht ist das FG auch davon ausgegangen, dass eine Saldierung der Zinsaufwendungen der Kl&auml;gerin mit den von der Tochtergesellschaft erhaltenen Zinsertr&auml;gen ausscheidet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei der Pr&uuml;fung, ob die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 GewStG vorliegen, muss grunds&auml;tzlich jedes Schuldverh&auml;ltnis f&uuml;r sich betrachtet werden. Die Zusammenfassung mehrerer Schuldverh&auml;ltnisse ist grunds&auml;tzlich nicht m&ouml;glich (Saldierungsverbot: BFH-Urteile vom 19.02.1991&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;422\/83, BFHE&nbsp;164, 374, BStBl&nbsp;II 1991, 765, unter&nbsp;5.&nbsp;ff.; vom 21.07.2010&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;2\/08, BFH\/NV 2011, 44, Rz&nbsp;23; vom 15.09.2011&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;51\/10, BFH\/NV 2012, 446, Rz&nbsp;19; vom 11.10.2018&nbsp;&#8211; III&nbsp;R&nbsp;37\/17, BFHE&nbsp;263, 252, BStBl&nbsp;II 2019, 275, Rz&nbsp;16). Dies gilt entsprechend f&uuml;r die Entgelte f&uuml;r Schulden, n&auml;mlich f&uuml;r die Gegenleistungen f&uuml;r die Zurverf&uuml;gungstellung von Fremdkapital. Dazu z&auml;hlen in erster Linie die laufenden Zinsen i.S. des b&uuml;rgerlichen Rechts (Senatsurteil in BFHE&nbsp;263, 252, BStBl&nbsp;II 2019, 275, Rz&nbsp;16, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach ist grunds&auml;tzlich auch eine Saldierung von Schuld- und Habenzinsen ausgeschlossen; dies gilt selbst dann, wenn ein Guthaben- und ein Darlehenskonto in einem wirtschaftlichen Zusammenhang stehen, ohne einander nicht denkbar sind und die Darlehensmittel nur zweckgebunden verwendet werden d&uuml;rfen. Die wirtschaftliche Betrachtungsweise tritt hinter die von den Vertragsparteien gew&auml;hlte b&uuml;rgerlich-rechtliche Gestaltung zur&uuml;ck. Es kommt nicht darauf an, wie die Parteien ihre Beziehungen h&auml;tten gestalten k&ouml;nnen, entscheidend ist, wie sie sie gestaltet haben (BFH-Urteil vom 10.11.1976&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;133\/75, BFHE&nbsp;120, 545, BStBl&nbsp;II 1977, 165, unter Bezugnahme auf das BFH-Urteil vom 06.06.1973&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;257\/70, BFHE&nbsp;109, 465, BStBl&nbsp;II 1973, 670, unter&nbsp;3.; Senatsurteil in BFHE&nbsp;263, 252, BStBl&nbsp;II 2019, 275, Rz&nbsp;17; K&ouml;ster in Lenski\/Steinberg, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Rz&nbsp;65).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ausnahmen von diesem Saldierungsverbot hat die Rechtsprechung nur hinsichtlich mehrerer bei einem Kreditgeber unterhaltener Konten und bei wechselseitig zwischen zwei Personen gegebenen Darlehen anerkannt, wenn die Darlehensverh&auml;ltnisse gleichartig sind, derselben Zweckbestimmung dienen und regelm&auml;&szlig;ig tats&auml;chlich miteinander verrechnet werden (Senatsurteil in BFHE&nbsp;263, 252, BStBl&nbsp;II 2019, 275, Rz&nbsp;19, m.w.N.). Handelt es sich hingegen um Darlehensverh&auml;ltnisse zwischen verschiedenen Vertragsparteien kommt eine Verrechnung der Zinsaufwendungen nur in Betracht, wenn mit der empfangenen Leistung eine unmittelbare Verringerung der Zinslast beabsichtigt ist (BFH-Urteile vom 04.05.1965&nbsp;&#8211; I&nbsp;134\/63&nbsp;U, BFHE&nbsp;82, 468, BStBl&nbsp;III 1965, 417, und in BFHE&nbsp;207, 340, BStBl&nbsp;II 2005, 102, unter&nbsp;II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall lag keiner dieser Ausnahmef&auml;lle vor. Weder handelte es sich um mehrere bei einem Kreditgeber unterhaltene Konten noch um wechselseitig zwischen zwei Personen gegebene Darlehen. Es lag auch keine dem BFH-Urteil in BFHE&nbsp;82, 468, BStBl&nbsp;III 1965, 417 vergleichbare Sachverhaltskonstellation vor. Die von der Tochtergesellschaft gezahlten Zinsen dienten nicht &#8211;wie ein Zinszuschuss der &ouml;ffentlichen Hand&#8211; der Verminderung der Zinslast der Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber der kreditgew&auml;hrenden Bank. Vielmehr resultierte die Zinszahlung daraus, dass die Kl&auml;gerin der Tochtergesellschaft den Erwerb des Schiffes und damit ihren Gesch&auml;ftsbetrieb erm&ouml;glichte. Die Zinsen waren deshalb das Entgelt f&uuml;r das der Tochtergesellschaft zur Verf&uuml;gung gestellte Kapital (s. dazu BFH-Urteil in BFHE&nbsp;207, 340, BStBl&nbsp;II 2005, 102, unter II.2.). Die Zinszahlungspflicht der Kl&auml;gerin war auch nicht urs&auml;chlich f&uuml;r die Zinszahlungspflicht der Tochtergesellschaft. Vielmehr h&auml;tte die Tochtergesellschaft auch dann Zinsen zahlen m&uuml;ssen, wenn ihr die Kl&auml;gerin das f&uuml;r den Schiffserwerb erforderliche Kapital nicht aus Fremd- sondern aus Eigenmitteln zur Verf&uuml;gung gestellt h&auml;tte. Insofern w&uuml;rde die Anerkennung einer Saldierung auch dem Zweck des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 GewStG zuwiderlaufen, der darin liegt, den Ertrag des im Betrieb arbeitenden Kapitals in vollem Umfang der Besteuerung nach dem Gewerbeertrag zu unterwerfen (&quot;objektive Wirtschaftskraft des Gewerbebetriebs&quot;) und im Wesentlichen eine Gleichstellung von Ertr&auml;gen aus eigen- und fremdfinanziertem Kapital herbeizuf&uuml;hren (vgl. Senatsurteil in BFHE&nbsp;263, 252, BStBl&nbsp;II 2019, 275, Rz&nbsp;18, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.7.2019, III R 24\/16ECLI:DE:BFH:2019:U.170719.IIIR24.16.0 Gewerbesteuer; Hinzurechnung von Zinsen bei durchlaufenden Krediten Leits&auml;tze Besteht der Gesch&auml;ftszweck eines Unternehmens darin, Darlehen aufzunehmen und an eine Tochtergesellschaft weiterzureichen, handelt es sich auch dann nicht um durchlaufende Kredite, wenn die Kredite ohne Gewinnaufschlag an die Tochtergesellschaft weitergegeben werden. Tenor Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-24-16-gewerbesteuer-hinzurechnung-von-zinsen-bei-durchlaufenden-krediten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;24\/16 &#8211; Gewerbesteuer; Hinzurechnung von Zinsen bei durchlaufenden Krediten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71374","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71374","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71374"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71374\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71374"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71374"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71374"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}