{"id":71375,"date":"2019-11-01T11:38:27","date_gmt":"2019-11-01T09:38:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71375"},"modified":"2019-11-01T11:38:27","modified_gmt":"2019-11-01T09:38:27","slug":"vi-r-49-16-abgrenzung-zwischen-gewerblicher-und-landwirtschaftlicher-tierhaltung-bei-einer-tierhaltungsgemeinschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-49-16-abgrenzung-zwischen-gewerblicher-und-landwirtschaftlicher-tierhaltung-bei-einer-tierhaltungsgemeinschaft\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;49\/16 &#8211; Abgrenzung zwischen gewerblicher und landwirtschaftlicher Tierhaltung bei einer Tierhaltungsgemeinschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.7.2019, VI R 49\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.030719.VIR49.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Abgrenzung zwischen gewerblicher und landwirtschaftlicher Tierhaltung bei einer Tierhaltungsgemeinschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein laufend zu f&uuml;hrendes Verzeichnis i.S. des &sect; 51a Abs. 1 Satz 2 BewG muss nicht zeitnah, sondern lediglich fortlaufend erstellt werden. Auch ein im Rahmen der Au&szlig;enpr&uuml;fung nachtr&auml;glich erstelltes Verzeichnis kann daher den gesetzlichen Anforderungen gen&uuml;gen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der Finanzverwaltung steht es angesichts des klaren Wortlauts der Anlage 1 zum BewG in der in den Streitjahren 2010 und 2011 geltenden Fassung (a.F.) wegen der Gesetzesbindung (Art. 20 Abs. 3 GG, &sect; 85 Satz 1 AO) nicht zu, hiervon abweichende, gesetzes&auml;ndernde Umrechnungsschl&uuml;ssel in R 13.2 Abs. 1 Satz 5 Nr. 2 EStR 2008 zu bestimmen. Eine Umrechnung von erzeugten oder gehaltenen Tieren in Vieheinheiten nach Ma&szlig;gabe der Umrechnungsschl&uuml;ssel in R 13.2 Abs. 1 Satz 5 Nr. 2 EStR 2008 kommt auch dann nicht in Betracht, wenn sich dies gegen&uuml;ber der Anwendung der Anlage 1 zum BewG a.F. zugunsten des Steuerpflichtigen auswirkt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 11.05.2016 &#8211; 4 K 122\/15 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Nieders&auml;chsische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Verfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) betreibt in der Rechtsform einer GbR die Aufzucht von Ferkeln. In den Streitjahren (2010 und 2011) erwarb sie kleine Ferkel mit einem Lebendgewicht von ca. 6&nbsp;kg und zog diese auf, bis sie ein Lebendgewicht von etwa 30&nbsp;kg erreicht hatten. Abnehmer der von der Kl&auml;gerin aufgezogenen Tiere waren zum Teil Unternehmen, mit denen die Kl&auml;gerin gesellschaftsrechtlich verbunden ist, zum Teil fremde Dritte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gesellschafter der Kl&auml;gerin waren zun&auml;chst A, B und C. Zum 01.07.2008 traten D sowie die aus diesem und A bestehende &#8230; Kommanditgesellschaft (KG) in den Gesellschafterkreis ein. Zum 01.07.2011 schieden D und die KG wieder aus der Gesellschaft aus. An ihrer Stelle trat E in den Gesellschafterkreis ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Alle Gesellschafter der Kl&auml;gerin waren Landwirte, die die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a bis c des Bewertungsgesetzes (BewG) erf&uuml;llten. Sie hatten die sich nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1a BewG f&uuml;r sie ergebende M&ouml;glichkeit zur landwirtschaftlichen Tiererzeugung oder Tierhaltung in Vieheinheiten ganz oder teilweise auf die Kl&auml;gerin &uuml;bertragen (&sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d BewG). A und D sowie die KG waren dar&uuml;ber hinaus noch an weiteren Tierhaltungsgemeinschaften i.S. des &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BewG beteiligt, auf die sie ebenfalls Vieheinheiten &uuml;bertragen hatten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die aus der Ferkelaufzucht erzielten Eink&uuml;nfte wurden von der Kl&auml;gerin als solche aus Land- und Forstwirtschaft erkl&auml;rt und f&uuml;r das landwirtschaftliche Normalwirtschaftsjahr (&sect;&nbsp;4a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG ermittelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrte Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r die Jahre 2007 bis 2010 vertrat die Pr&uuml;ferin die Ansicht, die von der Kl&auml;gerin erzielten Eink&uuml;nfte seien ab 01.07.2010 nicht mehr als solche aus Land- und Forstwirtschaft, sondern als solche aus gewerblicher Tierhaltung zu qualifizieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Zahl der von der Kl&auml;gerin in den Wirtschaftsjahren 2007\/2008 bis 2010\/2011 erzeugten Vieheinheiten habe zwar nicht die Grenze nach &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a BewG, wohl aber diejenige nach &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b BewG &uuml;berschritten. Seien Landwirte an mehreren Tierhaltungsgemeinschaften beteiligt, seien gem&auml;&szlig; der Verf&uuml;gung der Oberfinanzdirektion Niedersachsen vom 10.10.2013&nbsp;&#8211; S&nbsp;3121-8-St&nbsp;286 (Bewertungskartei Niedersachsen &sect;&nbsp;51a BewG Karte&nbsp;1) die von ihnen regelm&auml;&szlig;ig landwirtschaftlich genutzten Fl&auml;chen bei den einzelnen Gemeinschaften jeweils nur in dem Umfang zu ber&uuml;cksichtigen, der dem Verh&auml;ltnis der auf die Gemeinschaft &uuml;bertragenen Vieheinheiten zur Gesamtzahl der sich aus den regelm&auml;&szlig;ig landwirtschaftlich genutzten Fl&auml;chen ergebenden M&ouml;glichkeiten zur landwirtschaftlichen Tiererzeugung oder Tierhaltung entspreche.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Ermittlung der erzeugten Vieheinheiten bewertete die Pr&uuml;ferin die ver&auml;u&szlig;erten Tiere entsprechend der Regelung in R&nbsp;13.2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 der Einkommensteuer-Richtlinien (EStR) 2008 als schwere Ferkel mit 0,04&nbsp;VE, soweit sie weniger als 30&nbsp;kg wogen, und als L&auml;ufer mit 0,06&nbsp;VE, soweit sie diese Gewichtsgrenze &uuml;berschritten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unabh&auml;ngig davon, dass die Grenzen der landwirtschaftlichen Tiererzeugung &uuml;berschritten seien, erf&uuml;lle die Kl&auml;gerin die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;51a BewG auch deshalb nicht, weil die fortlaufende und zeitgerechte F&uuml;hrung des nach &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 BewG vorgeschriebenen Verzeichnisses nicht nachgewiesen sei. Das von der Kl&auml;gerin zu Beginn der Pr&uuml;fung vorgelegte Verzeichnis sei als nicht ordnungsgem&auml;&szlig; verworfen worden, weil darin Angaben zur tats&auml;chlichen Erzeugung zum Ende der einzelnen Wirtschaftsjahre und zu anderweitig vergebenen Vieheinheiten gefehlt h&auml;tten. Das w&auml;hrend der Au&szlig;enpr&uuml;fung vorgelegte Verzeichnis sei von der jetzigen Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin erst w&auml;hrend der Pr&uuml;fung erstellt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte den Pr&uuml;fungsfeststellungen und erlie&szlig; entsprechend ge&auml;nderte Bescheide &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung der Besteuerungsgrundlagen 2010 und 2011 sowie erstmalige Gewerbesteuermessbescheide 2010 und 2011. Die hiergegen eingelegten Einspr&uuml;che der Kl&auml;gerin blieben erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der im Anschluss erhobenen Klage aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2016, 1885 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>das angefochtene FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der erkennende Senat hat mit Schreiben vom 04.09.2018 angeregt, das Bundesministerium der Finanzen (BMF) m&ouml;ge dem Verfahren beitreten. Ein Beitritt des BMF ist nicht erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschluss vom 27.09.2018 hat der erkennende Senat D sowie die KG gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1, 123 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Verfahren beigeladen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO). Der Senat kann aufgrund der vom FG getroffenen Feststellungen nicht beurteilen, ob die Vorinstanz im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen ist, dass die von der Kl&auml;gerin aus gemeinschaftlicher Tiererzeugung erzielten Eink&uuml;nfte in den Streitjahren solche aus Land- und Forstwirtschaft waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zu Recht ist das FG (stillschweigend) davon ausgegangen, dass die Kl&auml;gerin sowohl durch die Feststellungsbescheide als auch durch die &uuml;ber 0&nbsp;EUR lautenden Gewerbesteuermessbescheide beschwert ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin ist durch die ge&auml;nderten gesonderten und einheitlichen Feststellungsbescheide 2010 und 2011 beschwert, weil die Feststellung einer unzutreffenden Einkunftsart eine Rechtsverletzung i.S. des &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 FGO darstellt (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24.04.1991&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;84\/88, BFHE 164, 385, BStBl II 1991, 713; vom 15.04.2004&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;54\/02, BFHE 206, 90, BStBl II 2004, 868, und vom 04.07.2007&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;77\/05, BFH\/NV 2008, 53). Dabei ist nicht zu ermitteln, wie sich die Einkommensteuer der &#8211;ehemaligen&#8211; Gesellschafter der GbR durch die von ihnen begehrte &Auml;nderung der Einkunftsart gestalten w&uuml;rde (BFH-Urteile vom 24.01.1985&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;249\/82, BFHE 143, 75, BStBl II 1985, 676, m.w.N., und in BFH\/NV 2008, 53).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zwar gilt der Grundsatz, dass ein auf Null lautender Steuerbescheid keine Beschwer enth&auml;lt, auch f&uuml;r einen Bescheid &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag, so dass ein Rechtsschutzbed&uuml;rfnis f&uuml;r die Anfechtung eines solchen Bescheids nur ausnahmsweise zu bejahen ist. Ein solcher Ausnahmefall ist im Streitfall allerdings gegeben, da die Kl&auml;gerin ihre Gewerbesteuerpflicht schlechthin bestreitet und deshalb die ersatzlose Aufhebung des angegriffenen Bescheids erstrebt (BFH-Urteile vom 25.09.2008&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;80\/05, BFHE 223, 86, BStBl II 2009, 266, und vom 09.09.2010&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;38\/08).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">2. Zu den Eink&uuml;nften aus Land- und Forstwirtschaft geh&ouml;ren auch die Eink&uuml;nfte aus Tierzucht und Tierhaltung (&sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG). Voraussetzung ist, dass die Tierbest&auml;nde die in &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG geregelte Anzahl der Vieheinheiten bezogen auf die vom Inhaber des Betriebs regelm&auml;&szlig;ig landwirtschaftlich genutzten Fl&auml;chen nicht &uuml;berschreiten. Die Eink&uuml;nfte aus Tierzucht und Tierhaltung einer Gesellschaft (Mitunternehmerschaft) geh&ouml;ren nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 BewG auch dann zu den Eink&uuml;nften aus Land- und Forstwirtschaft, wenn u.a. &#8211;neben hier weiteren unstreitigen Voraussetzungen&#8211; in sachlicher Hinsicht nach &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 BewG die Anzahl der von der Gesellschaft im Wirtschaftsjahr erzeugten oder gehaltenen Vieheinheiten keine der nachfolgenden Grenzen nachhaltig &uuml;berschreitet:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">a)&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">die Summe der ihr nach &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d BewG von den Gesellschaftern oder Mitgliedern &uuml;bertragenen Vieheinheiten und<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">b)&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">die Summe der Vieheinheiten, die sich nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1a BewG auf der Grundlage der Summe der von den Gesellschaftern oder Mitgliedern regelm&auml;&szlig;ig landwirtschaftlich genutzten Fl&auml;chen ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;d BewG und des &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 BewG sind durch besondere, laufend zu f&uuml;hrende Verzeichnisse nachzuweisen (&sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 BewG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG ist zun&auml;chst in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise davon ausgegangen, dass die Kl&auml;gerin die formellen Nachweisanforderungen des &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 BewG in den Streitjahren erf&uuml;llt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei ist zwischen den Beteiligten unstreitig, dass die im Rahmen der Au&szlig;enpr&uuml;fung nachtr&auml;glich vorgelegten Verzeichnisse die gesetzlichen Anforderungen inhaltlich erf&uuml;llen. Entgegen der Ansicht des FA ist deren nachtr&auml;gliche Erstellung nicht sch&auml;dlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Verzeichnisse dienen der Feststellung, ob die &Uuml;bertragung der Tierbest&auml;nde an die Gemeinschaft mit den gesetzlichen Bestimmungen im Einklang steht und ob die nach &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 BewG vorgeschriebenen H&ouml;chstgrenzen eingehalten wurden (Sommerfeldt, Deutsche Steuer-Zeitung 1980, 100, 103). Insoweit m&uuml;ssen die Verzeichnisse das tats&auml;chliche Geschehen zutreffend wiedergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zu &sect;&nbsp;7a Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 EStG 1975 (jetzt &sect;&nbsp;7a Abs.&nbsp;8 EStG) hat der BFH entschieden, aus der Formulierung, ein Verzeichnis sei &quot;laufend&quot; zu f&uuml;hren, ergebe sich nicht, dass die erforderlichen Aufzeichnungen auch zeitnah erfolgen m&uuml;ssten. Vielmehr ist danach unter der &quot;laufenden Aufzeichnung&quot; nur die Aufzeichnung der in Frage kommenden Vorg&auml;nge in ihrer zeitlichen Reihenfolge zu verstehen, so dass in diesem Sinne Aufzeichnungen auch laufend vorgenommen werden k&ouml;nnen, wenn sie nicht in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit dem Entstehen der aufzuzeichnenden Vorg&auml;nge, sondern erst sp&auml;ter erfolgen (BFH-Urteil vom 09.08.1984&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;151\/81, BFHE 142, 47, BStBl II 1985, 47).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der erkennende Senat schlie&szlig;t sich dieser Sichtweise f&uuml;r &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 BewG an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Innerhalb desselben Gesetzes ist eine einheitliche Auslegung von Grundbegriffen des Einkommensteuerrechts geboten, soweit nicht zwingende Gr&uuml;nde eine unterschiedliche Auslegung erfordern (z.B. Senatsbeschluss vom 26.03.2013&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;22\/11, BFHE 240, 400, BStBl II 2013, 631, Rz&nbsp;11, m.w.N., und Senatsurteil vom 18.06.2015&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;66\/13, Rz&nbsp;9). Nach Auffassung des Senats ist aus Gr&uuml;nden der Rechtsklarheit und damit der Rechtssicherheit aber auch eine in verschiedenen Gesetzen gleichlautend verwendete Formulierung (wie die des besonderen, laufend zu f&uuml;hrenden Verzeichnisses in &sect;&nbsp;7a Abs.&nbsp;8 Satz&nbsp;1 EStG und &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 BewG) nach M&ouml;glichkeit einheitlich auszulegen. Dementsprechend geht der Senat f&uuml;r &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 BewG, der insoweit wortgleich ist wie &sect;&nbsp;7a Abs.&nbsp;8 Satz&nbsp;1 EStG, davon aus, dass &quot;laufend&quot; nicht &quot;zeitnah&quot; bedeutet (ebenso Paul in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;13 EStG Rz&nbsp;80).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Die Zielsetzung der Aufzeichnungspflicht steht dem nicht entgegen. Denn die hiermit bezweckte Verfolgbarkeit der &Uuml;bertragung der Tierbest&auml;nde an die Gemeinschaft im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen sowie der Einhaltung der vorgeschriebenen H&ouml;chstgrenzen bleibt gewahrt. So muss sich insbesondere die &Uuml;bertragung der Vieheinheiten ohnehin aus dem Gesellschaftsvertrag, einem Beschluss der Gesellschafter oder einer sonstigen Vereinbarung ergeben (Leing&auml;rtner\/Stalbold, Besteuerung der Landwirte, Kap.&nbsp;7, Rz&nbsp;16). Dies gilt auch im Hinblick auf &sect;&nbsp;51a BewG, der die F&ouml;rderung der b&auml;uerlichen Veredelungswirtschaft durch landwirtschaftliche Tierhaltungsgemeinschaften bezweckt (S.&nbsp;2 des Berichts des Finanzausschusses zu BTDrucks VI\/2334; Bruschke in G&uuml;rsching\/Stenger, Bewertungsrecht, &sect;&nbsp;51a BewG Rz&nbsp;6). Die Anforderungen an den formellen Nachweis d&uuml;rfen daher nicht &uuml;berspannt werden. Eine nachtr&auml;gliche Erstellung mindert allenfalls den Beweiswert der Aufzeichnung in Bezug auf die Frage, ob diese das tats&auml;chliche Geschehen zutreffend wiedergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Etwas anderes folgt entgegen der Ansicht des FA auch nicht aus &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO). Nach dieser &#8211;grunds&auml;tzlich f&uuml;r alle aus steuerlichen Gr&uuml;nden erforderlichen Aufzeichnungen geltenden&#8211; Regelung sind die Buchungen und die sonst erforderlichen Aufzeichnungen vollst&auml;ndig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorzunehmen. Die Frage, ob Aufzeichnungen zeitgerecht i.S. des &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;1 AO sind, ist indes nicht f&uuml;r alle Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle gleich zu beantworten; vielmehr ist hierbei entscheidend auf die Art des Gesch&auml;ftsvorfalls abzustellen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 142, 47, BStBl II 1985, 47).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da es nach den vorgenannten Ausf&uuml;hrungen um die Verfolgbarkeit der Voraussetzungen der &Uuml;bertragung der Tierbest&auml;nde an die Gemeinschaft im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen sowie der Einhaltung der vorgeschriebenen H&ouml;chstgrenzen geht, kann auch eine sp&auml;tere Zusammenstellung der aus der Buchf&uuml;hrung einschlie&szlig;lich sonstiger Unterlagen ersichtlichen Angaben gen&uuml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG ist indes zu Unrecht davon ausgegangen, dass die von der Kl&auml;gerin in den Streitjahren erzeugten Tiere nach den sich aus R&nbsp;13.2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 EStR 2008 ergebenden Schl&uuml;sseln umzurechnen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Umrechnung in Vieheinheiten ist vielmehr die Anlage&nbsp;1 zum BewG in der in den Streitjahren geltenden Fassung ma&szlig;gebend. Der Finanzverwaltung steht es wegen der Gesetzesbindung (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;) nicht zu, f&uuml;r die Tiere &#8211;hier die Schweine&#8211; durch Verwaltungsvorschriften davon abweichende Umrechnungsschl&uuml;ssel vorzugeben. Dies gilt unabh&auml;ngig davon, ob sich die Umrechnung nach Anlage&nbsp;1 zum BewG zugunsten oder zulasten des Steuerpflichtigen auswirkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG bindet die vollziehende Gewalt an Gesetz und Recht. Hieraus abgeleitet &#8211;zum Teil auch mit dem Grundsatz der Gesetzm&auml;&szlig;igkeit der Verwaltung synonym gebraucht&#8211; wird das Prinzip des Vorrangs des Gesetzes, dem zufolge das Gesetzesrecht Vorrang hat gegen&uuml;ber von der Exekutive gesetzten Normen und anderen Verwaltungsentscheidungen (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 28.11.2016&nbsp;&#8211; GrS&nbsp;1\/15, BFHE 255, 482, BStBl II 2017, 393, Rz&nbsp;90). Ein Versto&szlig; gegen dieses aus Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG folgende Verfassungsprinzip kommt danach in Betracht, wenn eine der Verwaltungsma&szlig;nahme entgegenstehende gesetzliche Vorschrift existiert (vgl. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 28.10.1975&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;883\/73, 2&nbsp;BvR&nbsp;379\/74, 2&nbsp;BvR&nbsp;497\/74, 2&nbsp;BvR&nbsp;526\/74, BVerfGE 40, 237, 247, und Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 255, 482, BStBl II 2017, 393, Rz&nbsp;90).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Abgabenrecht hat der vorgenannte Verfassungsgrundsatz seinen Niederschlag in &sect;&nbsp;85 Satz&nbsp;1 AO gefunden. Nach dieser Vorschrift sind die Finanzbeh&ouml;rden verpflichtet, die Steuern nach Ma&szlig;gabe der Gesetze gleichm&auml;&szlig;ig festzusetzen und zu erheben. Dieser f&uuml;r das gesamte Verfahren geltende Grundsatz der Gesetzm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung ist der f&uuml;r das Steuerrecht einfachrechtlich formulierte Grundsatz der Gesetzm&auml;&szlig;igkeit der Verwaltung i.S. des Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG. &sect;&nbsp;85 Satz&nbsp;1 AO enth&auml;lt das im Steuerrecht geltende Legalit&auml;tsprinzip (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 255, 482, BStBl II 2017, 393, Rz&nbsp;91).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Anders als R&nbsp;13.2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 EStR 2008 unterschied die Anlage 1 zum BewG in der in den Streitjahren geltenden Fassung lediglich zwischen Ferkeln (0,02&nbsp;VE) und L&auml;ufern (0,06&nbsp;VE) sowie Zucht- und Mastschweinen (0,33 bzw. 0,16&nbsp;VE). Da die von der Kl&auml;gerin erzeugten Tiere das Gewicht von 20&nbsp;kg und damit das Ferkelstadium &uuml;berschritten (s. dazu BFH-Urteil vom 28.07.1999&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;83\/96, BFHE 189, 529, BStBl II 1999, 815) und, was zwischen den Beteiligten unstreitig ist, nicht als Zucht- oder Mastschwein einzugruppieren waren, waren diese unter Ber&uuml;cksichtigung der Vieheinheiten f&uuml;r die zugekauften Ferkel (hierzu BFH-Urteile in BFHE 189, 529, BStBl II 1999, 815, und vom 16.12.2009&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;45\/07, BFHE 227, 498, BStBl II 2011, 808) bei Anwendung der Anlage&nbsp;1 zum BewG durchg&auml;ngig mit 0,04&nbsp;Vieheinheiten zu bewerten. Die Verwaltung kann auch bei einer &Auml;nderung der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse (wie hier dem Wandel der Landwirtschaft zu aufgespaltenen Produktionsstrukturen) nicht gesetzes&auml;ndernd davon abweichende Umrechnungsschl&uuml;ssel bestimmen. Dies ist vielmehr Aufgabe des Gesetzgebers, der er mittlerweile mit Wirkung zum 01.01.2012 durch Anpassung der Umrechnungsschl&uuml;ssel in der Anlage&nbsp;1 zum BewG auch nachgekommen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Angesichts der klaren gesetzlichen Vorgaben in der Anlage 1 zum BewG kann R&nbsp;13.2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 EStR 2008 keine &#8211;die Gerichte ohnehin nicht bindenden (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 255, 482, BStBl II 2017, 393, Rz&nbsp;107)&#8211; norminterpretierenden Vorgaben f&uuml;r die Finanz&auml;mter enthalten. Erst recht handelt es sich nicht um eine ermessensleitende Verwaltungsvorschrift.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Soweit der BFH in seinen Urteilen in BFHE 227, 498, BStBl II 2011, 808, in BFHE 189, 529, BStBl II 1999, 815, und vom 13.07.1989&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;110-112\/84 (BFHE 158, 157, BStBl II 1989, 1036) ausgef&uuml;hrt hat, die Finanzverwaltung k&ouml;nne trotz der Gesetzesbindung (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG, &sect;&nbsp;85 AO) von Gesetzen abweichen, falls sich dies zu Gunsten des Steuerpflichtigen auswirke, sind diese Entscheidungen durch den Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 255, 482, BStBl II 2017, 393 &uuml;berholt. Ein Vertrauensschutz der Kl&auml;gerin auf Anwendung der Richtlinie zu ihren Gunsten besteht danach auch unter dem Gesichtspunkt der Selbstbindung der Verwaltung nicht (vgl. BFH-Beschluss vom 11.05.2007&nbsp;&#8211; IV&nbsp;B&nbsp;28\/06).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG ist teilweise von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. Seine Entscheidung kann daher keinen Bestand haben. Der Senat kann aufgrund der vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen auch nicht in der Sache selbst entscheiden. Das FG wird im zweiten Rechtsgang vielmehr nach den unter II.2.b&nbsp;bb dargestellten Ma&szlig;st&auml;ben zun&auml;chst die von der Kl&auml;gerin in den Streitjahren erzeugten Vieheinheiten festzustellen und sodann auf dieser Grundlage zu pr&uuml;fen haben, ob die von der Kl&auml;gerin erzeugten Vieheinheiten die Grenzen des &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a und b BewG in den Streitjahren nicht nachhaltig &uuml;berschritten haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.7.2019, VI R 49\/16ECLI:DE:BFH:2019:U.030719.VIR49.16.0 Abgrenzung zwischen gewerblicher und landwirtschaftlicher Tierhaltung bei einer Tierhaltungsgemeinschaft Leits&auml;tze 1. Ein laufend zu f&uuml;hrendes Verzeichnis i.S. des &sect; 51a Abs. 1 Satz 2 BewG muss nicht zeitnah, sondern lediglich fortlaufend erstellt werden. 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