{"id":71379,"date":"2019-11-01T11:38:24","date_gmt":"2019-11-01T09:38:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71379"},"modified":"2019-11-01T11:38:24","modified_gmt":"2019-11-01T09:38:24","slug":"v-r-21-18-anfechtbarkeit-von-verwaltungsakten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-21-18-anfechtbarkeit-von-verwaltungsakten\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;21\/18 &#8211; Anfechtbarkeit von Verwaltungsakten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.8.2019, V R 21\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.220819.VR21.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Anfechtbarkeit von Verwaltungsakten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Teilt das FA dem Drittschuldner (Bautr&auml;ger) mit, dass es im Wege der zivilrechtlichen Abtretung eine Forderung gegen ihn erworben hat, liegt kein vom Bautr&auml;ger anfechtbarer Verwaltungsakt i.S. von &sect; 118 AO vor.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Zulassung der Abtretung nach &sect; 27 Abs. 19 Satz 3 UStG ist mangels eigener Beschwer (&sect; 40 Abs. 2 FGO) kein vom Drittschuldner (hier: Bautr&auml;ger) anfechtbarer Verwaltungsakt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts vom 21.02.2018 &#8211; 3 K 282\/17 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Jahren 2012 und 2013 erbrachte die Firma A (A) f&uuml;r die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) Bauleistungen, f&uuml;r die A eine Verg&uuml;tung in H&ouml;he von 429.630,46&nbsp;EUR zustand. Die Beteiligten sahen zun&auml;chst die Kl&auml;gerin als Leistungsempf&auml;ngerin als Steuerschuldnerin nach &sect;&nbsp;13b des Umsatzsteuergesetzes (UStG) an. Nach Ver&ouml;ffentlichung des Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 22.08.2013&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;37\/10 (BFHE 243, 20, BStBl&nbsp;II 2014, 228) gab die Kl&auml;gerin f&uuml;r das Jahr 2012 und das erste Quartal 2013 berichtigte Umsatzsteuererkl&auml;rungen ab. Mit Schreiben vom 16.02.2015 an den Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) machte die Kl&auml;gerin geltend, dass insbesondere wegen der detaillierten Geltendmachung von Gew&auml;hrleistungsrechten durch den Bautr&auml;ger eine abtretbare Forderung i.S. des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 UStG im Streitfall nicht bestehe. Nach Inkrafttreten von &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 UStG nahm das FA den leistenden Unternehmer A durch einen am 22.04.2015 nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheid 2012 als Steuerschuldner in Anspruch und nahm am 07.05.2015 nach den Regelungen der &sect;&sect;&nbsp;398&nbsp;ff. des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) dessen Angebot auf Abtretung des ihm gegen die Kl&auml;gerin zustehenden &quot;Anspruchs auf Zahlung der gesetzlich entstandenen Umsatzsteuer&quot; an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 07.05.2015 informierte das FA die Kl&auml;gerin, dass es die von A angezeigte Abtretung angenommen habe und dass Zahlungen betreffend die Umsatzsteuer durch die Kl&auml;gerin an die A nicht mehr m&ouml;glich seien. Es werde eine Aufrechnung angestrebt. Hiergegen legte die Kl&auml;gerin mit Schreiben vom 09.06.2015 Einspruch ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Annahme der Abtretung forderte das FA die Kl&auml;gerin mit Bescheid vom 11.11.2015 zur Zahlung von 67.059,60&nbsp;EUR auf. Im Rahmen ihres gegen die Annahme des Abtretungsangebots durch das FA gerichteten Einspruchs trug die Kl&auml;gerin vor, sie habe bereits 357.424&nbsp;EUR gezahlt. Ein dar&uuml;ber hinausgehender Verg&uuml;tungsanspruch bestehe nicht, weil Baum&auml;ngel vorl&auml;gen. Somit sei die Forderung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;362 BGB erloschen und habe deswegen nicht abgetreten werden k&ouml;nnen. Der Antrag auf Zulassung der Abtretung habe demnach abgelehnt werden m&uuml;ssen. Die Entscheidung sei auch ermessensfehlerhaft gewesen, weil Bauvertragsrisiken in das Finanzverwaltungsverfahren verlagert w&uuml;rden. Nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhob die Kl&auml;gerin Klage zum Finanzgericht (FG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2018, 1409 ver&ouml;ffentlichten Urteil gab das FG der Klage statt. Die Klage sei zul&auml;ssig. Zwar handele es sich bei der Annahme der Abtretung der Forderung selbst um eine zivilrechtliche Willenserkl&auml;rung und damit nicht um einen Verwaltungsakt i.S. von &sect;&nbsp;118 der Abgabenordnung (AO). Die Entscheidung des FA, die durch A angebotene Abtretung der Forderung gegen die Kl&auml;gerin anzunehmen, sei aber ein Verwaltungsakt. Diese Annahme setze voraus, dass das FA pr&uuml;fe, ob ein Anspruch auf Annahme der Abtretung gegeben ist. Das FA entscheide somit &uuml;ber einen m&ouml;glichen Anspruch des Steuerpflichtigen. Wenn es ihn verneine, greife es in die Au&szlig;enbeziehung zum Steuerpflichtigen ein und regele damit einen Einzelfall i.S. von &sect;&nbsp;118 AO. Dasselbe gelte, wenn es dem Anspruch stattgebe. Dieser Verwaltungsakt ergehe zwar gegen&uuml;ber dem Steuerpflichtigen (Zedenten). Die Regelungswirkung betreffe aber auch die Kl&auml;gerin als Schuldnerin der abgetretenen Forderung. Denn sie habe dadurch einen neuen Gl&auml;ubiger, das FA. Die Klage sei auch begr&uuml;ndet. Der leistungsempfangende Bautr&auml;ger k&ouml;nne sich gegen die Annahme der Abtretung wenden, wenn das FA bereits vor Erlass der nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG ge&auml;nderten Steuerfestsetzung gegen&uuml;ber dem leistenden Unternehmer Kenntnis davon gehabt habe, dass der Bautr&auml;ger Gew&auml;hrungsleistungsrechte aufgrund von Baum&auml;ngeln geltend gemacht habe. Es k&ouml;nne dahinstehen, ob der Umfang der allgemeinen Mitwirkungspflicht des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;3 UStG sich erweitere, wenn das FA unter Ausf&uuml;hrung sachlicher Gr&uuml;nde den leistenden Unternehmer auffordere, weitere Handlungen vorzunehmen. Die zivilrechtliche Pr&uuml;fung, ob ein abtretbarer Anspruch des Leistenden gegen den Leistungsempf&auml;nger besteht, habe im Rahmen der Ermessensentscheidung nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;3 UStG ggf. auch wiederholend bzw. unter Verweis auf eine bereits durchgef&uuml;hrte Pr&uuml;fung im Rahmen von &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG zu erfolgen und sei nicht auf ein gesondertes zivilrechtliches Verfahren ausgelagert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit der Revision. Das FG habe rechtsfehlerhaft zur Ermessensaus&uuml;bung nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;3 UStG entschieden. Entgegen dem FG-Urteil habe das FA sein Ermessen unter Ber&uuml;cksichtigung der im ma&szlig;geblichen Zeitpunkt bekannten Rechtsprechung ausge&uuml;bt. F&uuml;r das Bestehen und die Abtretbarkeit von Anspr&uuml;chen komme es auf Gew&auml;hrleistungsanspr&uuml;che oder andere Einwendungen nicht an. Daher sei eine Kenntnis von Baum&auml;ngeln unerheblich. Ein schutzw&uuml;rdiges Interesse des leistenden Unternehmers werde durch die Abtretung nicht verletzt. Es fehle f&uuml;r die Klage auch an einer Beschwer. &Uuml;blicherweise werde durch Abrechnungsbescheid entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ihre Klagebefugnis ergebe sich daraus, dass sie aufgrund der Abtretung einen neuen Gl&auml;ubiger erhalte. Sie sei zudem Adressat eines belastenden Verwaltungsakts. Mit der Abtretung greife das FA in das schuldrechtliche Verh&auml;ltnis zwischen Zedent und Kl&auml;gerin ein. Sie m&uuml;sse eine M&ouml;glichkeit haben, sich gegen die Abtretung zur Wehr zu setzen. Ihr sei rechtliches Geh&ouml;r zu gew&auml;hren. Zu beachten sei die Schutzbed&uuml;rftigkeit des leistenden Unternehmers. Die Abtretung sei schlie&szlig;lich auch schuldrechtlich unwirksam. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Teilabtretung l&auml;gen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt unter Aufhebung des FG-Urteils zur Verwerfung der Klage als unzul&auml;ssig (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Unrecht ein Sachurteil erlassen, anstatt die Klage mangels von der Kl&auml;gerin anfechtbaren Verwaltungsakts als unzul&auml;ssig zu verwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Teilt das FA dem Drittschuldner mit, dass es im Wege der zivilrechtlichen Abtretung eine Forderung gegen ihn erworben hat, liegt kein durch Klage anfechtbarer Verwaltungsakt i.S. von &sect;&nbsp;118 AO vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Durch Anfechtungsklage kann gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 FGO insbesondere die Aufhebung eines Verwaltungsakts begehrt werden. Ob ein Verwaltungsakt vorliegt, bestimmt sich nach &sect;&nbsp;118 Satz&nbsp;1 AO. Verwaltungsakt ist danach jede Verf&uuml;gung, Entscheidung oder andere hoheitliche Ma&szlig;nahme, die eine Beh&ouml;rde zur Regelung eines Einzelfalls auf dem Gebiet des &ouml;ffentlichen Rechts trifft und die auf unmittelbare Rechtswirkung nach au&szlig;en gerichtet ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat zu Unrecht in der Mitteilung &uuml;ber den zivilrechtlichen Forderungserwerb des FA durch Abtretung einen Verwaltungsakt gesehen. Denn nach der Rechtsprechung des BFH sind beh&ouml;rdliche Schreiben, die nur die rechtliche W&uuml;rdigung eines gleichzeitig mitgeteilten Sachverhalts vermitteln, mangels Regelung kein Verwaltungsakt (BFH-Urteil vom 18.06.1975&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;92\/73, BFHE&nbsp;116, 261, BStBl&nbsp;II 1975, 779, unter 1.). Danach ist auch die Mitteilung des FA, dass es wie im Streitfall eine zivilrechtliche Forderung erworben habe, kein Verwaltungsakt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das von der Kl&auml;gerin und vom FG unzutreffend als Verwaltungsakt angesehene Schreiben des FA vom 07.05.2015 diente ersichtlich dazu, die Rechtswirksamkeit von Rechtshandlungen gegen&uuml;ber dem bisherigen Gl&auml;ubiger i.S. von &sect;&nbsp;407 BGB zu verhindern, indem der Schuldner, hier die Kl&auml;gerin, von der Abtretung in Kenntnis gesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ein von der Kl&auml;gerin anfechtbarer Verwaltungsakt liegt auch nicht auf anderweitiger Grundlage vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Weder bei der Abtretung eines zivilrechtlichen Forderungsanspruchs nach &sect;&nbsp;398 BGB durch Angebot und Annahme noch bei der Mitwirkung des FA durch eine Angebotsannahme wie im Streitfall handelt es sich um Verwaltungsakte i.S. von &sect;&nbsp;118 Satz&nbsp;1 AO. Sowohl f&uuml;r die zivilrechtlich erfolgende Abtretung wie auch bei der ebenso dem Zivilrecht unterliegenden Mitwirkungshandlung des FA ergibt sich dies bereits daraus, dass es an einer hoheitlichen Ma&szlig;nahme fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ebenso ist die Zulassung der Abtretung nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;3 UStG mangels eigener Beschwer (&sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 FGO) kein vom Drittschuldner anfechtbarer Verwaltungsakt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist, ist die Klage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 FGO nur zul&auml;ssig, wenn der Kl&auml;ger geltend macht, durch den Verwaltungsakt oder durch die Ablehnung oder Unterlassung eines Verwaltungsakts oder einer anderen Leistung in seinen Rechten verletzt zu sein. F&uuml;hlt sich der Nichtadressat eines Verwaltungsakts in seinen Rechten verletzt, kommt eine Klagebefugnis f&uuml;r ihn nur in Betracht, wenn er geltend machen kann, in seinen eigenen Rechten verletzt zu sein (Braun in H&uuml;bschmann\/ Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;40 FGO Rz&nbsp;219&nbsp;f.; vgl. auch Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;40 FGO Rz&nbsp;71: rechtliche Betroffenheit als Dritter). Dies ist nur dann zu bejahen, wenn eine Vorschrift den Individualinteressen des Kl&auml;gers zu dienen bestimmt ist (von Beckerath in Gosch, FGO &sect;&nbsp;40 Rz&nbsp;164).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das Erfordernis der Zulassung hat keine drittsch&uuml;tzende Wirkung zugunsten von Drittschuldnern wie der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;3 UStG kann das f&uuml;r den leistenden Unternehmer zust&auml;ndige FA auf Antrag zulassen, dass der leistende Unternehmer dem FA den ihm gegen den Leistungsempf&auml;nger zustehenden Anspruch auf Zahlung der gesetzlich entstandenen Umsatzsteuer abtritt, wenn die Annahme der Steuerschuld des Leistungsempf&auml;ngers im Vertrauen auf eine Verwaltungsanweisung beruhte und der leistende Unternehmer bei der Durchsetzung des abgetretenen Anspruchs mitwirkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die Zulassung der Abtretung nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;3 UStG steht in einem engen Zusammenhang mit der Korrekturvorschrift des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG und des dabei durch &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;2 UStG angeordneten Ausschlusses des Vertrauensschutzes nach &sect;&nbsp;176 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie der erkennende Senat bereits entschieden hat, kann eine Umsatzsteuerfestsetzung nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG gegen&uuml;ber dem leistenden Unternehmer nur ge&auml;ndert werden, wenn ihm ein abtretbarer Anspruch auf Zahlung der gesetzlich entstandenen Umsatzsteuer gegen den Leistungsempf&auml;nger zusteht. Der erkennende Senat hat dies damit begr&uuml;ndet, dass der durch &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;2 UStG angeordnete Ausschluss des abgabenrechtlichen Vertrauensschutzes unionsrechtlich nur zu rechtfertigen ist, wenn das Bestehen und die Abtretbarkeit einer Forderung nicht erst im Anschluss an die &Auml;nderung des Umsatzsteuerbescheids, sondern bereits im Festsetzungsverfahren gekl&auml;rt werden. Daher muss das FA nicht erst im Erhebungsverfahren bei einer Entscheidung &uuml;ber die Abtretung, sondern bereits im Festsetzungsverfahren bei der Pr&uuml;fung der &Auml;nderungsbefugnis nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG feststellen, ob ein abtretbarer Anspruch des Leistenden gegen den Leistungsempf&auml;nger besteht (BFH-Urteil vom 23.02.2017&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;16, 24\/16, BFHE 257, 177, BStBl&nbsp;II 2017, 760, Rz&nbsp;38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Diese Rechtsprechung verwirklicht den f&uuml;r den leistenden Bauunternehmer erforderlichen Schutz bei der Korrektur einer Fehlbeurteilung durch die Finanzverwaltung, dient aber nicht dem Schutz des Schuldners der abgetretenen Forderung wie hier der Kl&auml;gerin. Der erkennende Senat ber&uuml;cksichtigt dabei auch, dass nach den Wertungen der &sect;&sect;&nbsp;398&nbsp;ff. BGB der Schuldner stets mit einem Gl&auml;ubigerwechsel zu rechnen hat, sofern kein Abtretungsverbot vereinbart wurde, und dass der Schuldner im Hinblick auf den Fortbestand seiner Einwendungen gegen&uuml;ber dem Neugl&auml;ubiger gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;404 BGB auch nicht schutzbed&uuml;rftig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Daher ist es entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin ohne Bedeutung, ob Einwendungen oder Einreden des Schuldners gegen die abgetretene Forderung bestehen. Das FA kann sich dann f&uuml;r oder gegen eine Abtretung mit Bescheid&auml;nderung gegen den leistenden Unternehmer entscheiden (vgl. BFH-Urteil in BFHE&nbsp;257, 177, BStBl&nbsp;II 2017, 760, Rz&nbsp;59).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kommt es zu einer Abtretung, kann &uuml;ber Einwendungen oder Einreden des Schuldners wie hier der Kl&auml;gerin in Bezug auf behauptete Baum&auml;ngel im Fall einer Aufrechnung durch das FA im Rahmen eines gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;218 Abs.&nbsp;2 AO zu erlassenden Abrechnungsbescheids oder, wenn das FA den durch Abtretung erworbenen Anspruch zivilrechtlich durchsetzt, im Zivilprozess entschieden werden. Eine Schutzbed&uuml;rftigkeit des Schuldners der abgetretenen Forderung, hier der Kl&auml;gerin, besteht nicht, da sich die Abtretung unter Bedingungen des Zivilrechts vollzieht und daher ohne gesondertes Abtretungsverbot stets mit einem Gl&auml;ubigerwechsel gerechnet werden muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Danach ist das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen. Da es an einem f&uuml;r die Kl&auml;gerin anfechtbaren Verwaltungsakt i.S. von &sect;&nbsp;118 Satz&nbsp;1 AO fehlt, ist die Anfechtungsklage unzul&auml;ssig (BFH-Urteile in BFHE&nbsp;116, 261, BStBl&nbsp;II 1975, 779, und vom 10.11.1998&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;3\/98, BFHE&nbsp;187, 386, BStBl&nbsp;II 1999, 199; ebenso von Beckerath in Gosch, FGO &sect;&nbsp;40 Rz&nbsp;59; Braun in HHSp, a.a.O., &sect;&nbsp;40 Rz&nbsp;45 und Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;40 FGO Rz&nbsp;8). Eine Umdeutung in eine Feststellungsklage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;41 FGO kommt nicht in Betracht. Es fehlt bereits am besonderen Feststellungsinteresse aus den oben unter 2.b)&nbsp;bb) dargelegten Gr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist die Klage unzul&auml;ssig, kommt auch keine isolierte Aufhebung der Einspruchsentscheidung in Betracht. Diese scheitert zudem daran, dass es auch insoweit an einer Beschwer fehlt. Diese l&auml;ge z.B. dann vor, wenn das FA einen Einspruch zu Unrecht als unzul&auml;ssig verwirft und daher nicht die Begr&uuml;ndetheit des Einspruchs pr&uuml;ft (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 08.03.2017&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;47\/15, BFH\/NV 2017, 1044, Rz&nbsp;28&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber w&auml;re im Streitfall der als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesene Einspruch bereits nach &sect;&nbsp;358 Satz 2 AO als unzul&auml;ssig zu verwerfen gewesen. Dies begr&uuml;ndet keine Beschwer (vgl. Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;358 AO Rz&nbsp;8 und Bartone in Gosch, AO &sect;&nbsp;358 Rz&nbsp;12). Denn hat das FA einen unzul&auml;ssigen Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen, hat die Klage gleichwohl keinen Erfolg (BFH-Beschluss vom 11.11.2008&nbsp;&#8211; V&nbsp;B&nbsp;2\/08, BFH\/NV 2009, 401, unter&nbsp;II.1.). Die Unzul&auml;ssigkeit der Beh&ouml;rdenentscheidung ist daher f&uuml;r die Verwerfung der Klage als unzul&auml;ssig ohne Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.8.2019, V R 21\/18ECLI:DE:BFH:2019:U.220819.VR21.18.0 Anfechtbarkeit von Verwaltungsakten Leits&auml;tze 1. Teilt das FA dem Drittschuldner (Bautr&auml;ger) mit, dass es im Wege der zivilrechtlichen Abtretung eine Forderung gegen ihn erworben hat, liegt kein vom Bautr&auml;ger anfechtbarer Verwaltungsakt i.S. von &sect; 118 AO vor. 2. 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