{"id":71381,"date":"2019-11-01T11:38:15","date_gmt":"2019-11-01T09:38:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71381"},"modified":"2019-11-01T11:38:15","modified_gmt":"2019-11-01T09:38:15","slug":"ix-s-16-19-streitwert-bei-streit-ueber-die-hoehe-eines-gesondert-festgestellten-verlusts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-s-16-19-streitwert-bei-streit-ueber-die-hoehe-eines-gesondert-festgestellten-verlusts\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;S&nbsp;16\/19 &#8211; Streitwert bei Streit &uuml;ber die H&ouml;he eines gesondert festgestellten Verlusts"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.8.2019, IX S 16\/19<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.050819.IXS16.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Streitwert bei Streit &uuml;ber die H&ouml;he eines gesondert festgestellten Verlusts<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Der Beigeladene, dem das Gericht einen Kostenerstattungsanspruch dem Grunde nach zugesprochen hat, hat ein rechtliches Interesse an der gerichtlichen Festsetzung des Streitwerts, wenn er den vom Kostenbeamten im Kostenansatz zugrunde gelegten Streitwert f&uuml;r unzutreffend h&auml;lt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Ist bei der Klage gegen einen Feststellungsbescheid die H&ouml;he des festgestellten Gewinns oder Verlusts streitig, kommt es f&uuml;r den Streitwert auf den dem Kl&auml;ger zuzurechnenden Anteil am Gewinn oder Verlust und nicht auf die H&ouml;he des Gesamtgewinns an.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Begehrt der Kl&auml;ger hilfsweise eine abweichende Verteilung des Gewinns, handelt es sich dabei um einen selbst&auml;ndigen Streitgegenstand. Entscheidet das Gericht auch &uuml;ber den Hilfsantrag, wird dessen Wert gleichwohl dem Wert des Hauptantrags nicht hinzugerechnet, wenn der Kl&auml;ger mit dem Hilfsantrag nicht mehr erreichen kann als mit dem Hauptantrag.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Der Streitwert wird auf 37.671 EUR festgesetzt.<\/p>\n<\/p>\n<p>Dieser Beschluss ist unanfechtbar.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Entscheidung ergeht gerichtsgeb&uuml;hrenfrei.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antrag ist zul&auml;ssig. Der Senat hat dem Beigeladenen und Antragsteller (Antragsteller) im Beschluss vom 25.02.2019&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;83\/18 einen Anspruch auf Erstattung seiner Kosten zugebilligt. Der Antragsteller hat seinen Anspruch zur Festsetzung angemeldet. Er hat dabei einen Gegenstandswert von 66.176,68&nbsp;EUR zugrunde gelegt. Dem ist der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) entgegen getreten. Die Kostenstelle des Bundesfinanzhofs hat die Gerichtskosten f&uuml;r das Verfahren IX&nbsp;B&nbsp;83\/18 durch Schlusskostenrechnung vom 04.04.2019 gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger angesetzt und dabei einen Streitwert von 37.671&nbsp;EUR zugrunde gelegt. Diesen Ansatz h&auml;lt der Kl&auml;ger f&uuml;r zutreffend. Der Antragsteller h&auml;lt an seiner Auffassung fest. Der Antragsteller hat im Hinblick auf die umstrittene H&ouml;he seines Kostenerstattungsanspruchs ein berechtigtes rechtliches Interesse an der gerichtlichen Festsetzung des Streitwerts (&sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Gerichtskostengesetzes &#8211;GKG&#8211;). Dem steht nicht entgegen, dass der Kostenbeamte den Streitwert bereits dem Kostenansatz zugrunde gelegt hat. Zwischen den Beteiligten ist die Richtigkeit dieses Ansatzes im Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antrag ist jedoch nicht begr&uuml;ndet. Der Streitwert bestimmt sich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;1 GKG nach der sich aus dem Antrag des Kl&auml;gers&nbsp;&nbsp;f&uuml;r ihn&nbsp;&nbsp;&nbsp;ergebenden Bedeutung der Sache. Ist bei der Klage gegen einen Feststellungsbescheid die H&ouml;he des festgestellten Gewinns streitig, kommt es folglich auf den dem Kl&auml;ger zuzurechnenden Anteil am Gewinn und nicht auf die H&ouml;he des Gesamtgewinns an. Im Rechtsmittelverfahren hat der Kl&auml;ger begehrt, den ihm im angefochtenen Urteil zugewiesenen Verlustanteil von 57.930,46&nbsp;EUR auf 208.617,89&nbsp;EUR zu erh&ouml;hen. Die Bedeutung der Sache bestimmt sich nicht nach dem Inhalt der Feststellung, sondern letztlich nach den steuerlichen Auswirkungen. Da die steuerlichen Auswirkungen im Feststellungsverfahren nicht Gegenstand sind und auch im Kosteninteresse nicht ermittelt werden sollen, legt die Rechtsprechung typisierend einen Bruchteil des Differenzbetrags zugrunde. Im Regelfall sind bei Klagen gegen einen Feststellungsbescheid 25&nbsp;% der betragsm&auml;&szlig;igen Differenz als Streitwert anzusetzen. Etwas anderes ist im Streitfall weder dargetan noch ersichtlich. Der Streitwert betr&auml;gt deshalb 25&nbsp;% von 150.687&nbsp;EUR =&nbsp;37.671&nbsp;EUR. Dieser Streitwert ist als Gegenstandswert auch f&uuml;r die Berechnung des Erstattungsanspruchs des Beigeladenen ma&szlig;geblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Hilfsantrag erh&ouml;ht den Streitwert nicht. Zwar hat das Finanzgericht (FG) der Sache nach &uuml;ber den Hilfsantrag entschieden, denn es hat die Klage &quot;im &Uuml;brigen&quot;, also auch hinsichtlich des Hilfsantrags abgewiesen. Auch betrifft der Hilfsantrag einen selbst&auml;ndigen Streitgegenstand &uuml;ber den das FG gesondert entscheiden musste. Die Feststellung &uuml;ber die Verteilung des Gewinns ist ein selbst&auml;ndiger Regelungsgegenstand, der in Bestandskraft erw&auml;chst, wenn er nicht &#8211;wie hier&#8211; mit der Klage angefochten wird. Die Bedeutung der Sache f&uuml;r den Kl&auml;ger erh&ouml;ht sich durch den Hilfsantrag jedoch nicht, denn im Ergebnis kann er eine h&ouml;here als mit dem Hauptantrag beantragte Verlustzuweisung dadurch nicht erreichen. Dies rechtfertigt es, den an sich Streitwert erh&ouml;henden Hilfsantrag (&sect;&nbsp;45 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GKG) dem Streitwert nicht erh&ouml;hend hinzuzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Unanfechtbarkeit ergibt sich aus &sect;&nbsp;68 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 i.V.m. &sect;&nbsp;66 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 GKG. Gerichtskosten fallen nicht an. Die Festsetzung des Streitwerts geh&ouml;rt zum selben Rechtszug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.8.2019, IX S 16\/19ECLI:DE:BFH:2019:B.050819.IXS16.19.0 Streitwert bei Streit &uuml;ber die H&ouml;he eines gesondert festgestellten Verlusts Leits&auml;tze 1. 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