{"id":71382,"date":"2019-11-01T11:38:17","date_gmt":"2019-11-01T09:38:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71382"},"modified":"2019-11-01T11:38:17","modified_gmt":"2019-11-01T09:38:17","slug":"v-b-7-18-aussenpruefung-bei-kirchlichen-organisationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-7-18-aussenpruefung-bei-kirchlichen-organisationen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;7\/18 &#8211; Au&szlig;enpr&uuml;fung bei kirchlichen Organisationen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.8.2019, V B 7\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.070819.VB7.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Au&szlig;enpr&uuml;fung bei kirchlichen Organisationen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Der Erlass einer auf &sect; 193 Abs. 1 AO gest&uuml;tzten Pr&uuml;fungsanordnung verletzt nicht das kirchliche Selbstbestimmungsrecht gem&auml;&szlig; Art. 140 GG i.V.m. Art. 137 Abs. 3 WRV, das den Kirchen die Freiheit garantiert, ihre Angelegenheiten innerhalb der Schranken des f&uuml;r alle geltenden Gesetzes selbst&auml;ndig zu ordnen und zu verwalten.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 20.11.2017 &#8211; 6 K 603\/16 AO wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde, mit der sich die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine kirchliche Organisation in der Rechtsform einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts, dagegen wendet, dass das Finanzgericht ihre Klage gegen eine nach &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) zur Umsatzsteuer ergangene Pr&uuml;fungsanordnung ohne Revisionszulassung abgewiesen hat, ist unbegr&uuml;ndet. Die Revision ist aus keinem der in &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) genannten Gr&uuml;nde zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die geltend gemachte grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) liegt mangels Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin, deren Beschwerde keine ausdr&uuml;cklich als kl&auml;rungsbed&uuml;rftig formulierte Rechtsfrage enth&auml;lt, sieht es nach ihrem Vortrag als kl&auml;rungsbed&uuml;rftig an, ob es zul&auml;ssig ist, gegen&uuml;ber einer &quot;Religionsgemeinschaft in der Form einer K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts &#8230; &#8211;&nbsp;hier f&uuml;r Zwecke der Umsatzsteuer&nbsp;&#8211; eine de facto pauschale Pr&uuml;fungsanordnung nach &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO zu erlassen&quot; oder ob die Pr&uuml;fungsanordnung einzugrenzen gewesen w&auml;re auf den von ihr unstreitig unterhaltenen Betrieb gewerblicher Art Reiseb&uuml;ro. Sie macht geltend, dass bei Religionsgemeinschaften in der Rechtsform von K&ouml;rperschaften des &ouml;ffentlichen Rechts die Pr&uuml;fungsanordnung nicht auf &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO, sondern nur auf &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AO gest&uuml;tzt werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit dem Vortrag der Kl&auml;gerin &uuml;berhaupt eine abstrakt formulierte Rechtsfrage zu entnehmen ist, ergibt sich hieraus jedenfalls nicht die erforderliche Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Es ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, ob der Erlass einer auf &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO gest&uuml;tzten Pr&uuml;fungsanordnung das kirchliche Selbstbestimmungsrecht gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;140 des Grundgesetzes (GG) i.V.m. Art.&nbsp;137 Abs.&nbsp;3 der Weimarer Reichsverfassung (WRV) verletzt, das den Kirchen die Freiheit garantiert, ihre Angelegenheiten innerhalb der Schranken des f&uuml;r alle geltenden Gesetzes selbst&auml;ndig zu ordnen und zu verwalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Auch wenn dieses Recht den Kirchen gew&auml;hrleistet, alle eigenen Angelegenheiten gem&auml;&szlig; den spezifischen kirchlichen Ordnungsgesichtspunkten rechtlich zu gestalten, geh&ouml;ren die Regelungen des materiellen Steuerrechts, wie hier der &sect;&sect;&nbsp;1&nbsp;ff. des Umsatzsteuergesetzes (UStG) wie auch das sich aus &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO ergebende Pr&uuml;fungsrecht jedenfalls zu dem f&uuml;r alle geltenden Gesetz, das daher auch die Kirchen als juristische Personen des &ouml;ffentlichen Rechts zu beachten haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Dabei ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass der nach &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO der Pr&uuml;fung unterliegende Steuertatbestand der Leistung gegen Entgelt i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG eine Leistungserbringung gegen&uuml;ber einer anderen Person voraussetzt, die von dieser Person oder einem Dritten verg&uuml;tet wird (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 15.04.2010&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;10\/08, BFHE 229, 406, BStBl II 2010, 879). Dementsprechend geh&ouml;rt es nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) nicht zu dem von Art.&nbsp;140 GG i.V.m. Art.&nbsp;137 Abs.&nbsp;3 WRV garantierten Selbstbestimmungsrecht der Religionsgesellschaften bei Leistungen an andere von einer Belastung mit Umsatzsteuer verschont zu werden (vgl. BVerfG-Beschluss vom 04.10.1965&nbsp;&#8211; 1&nbsp;BvR&nbsp;498\/62, BVerfGE 19, 129, unter III.4., und BFH-Urteil vom 17.05.2017&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;52\/15, BFHE 258, 124, BStBl II 2018, 218, Rz&nbsp;30). Im Streitfall liegen somit keine &quot;rein inneren kirchlichen Angelegenheiten&quot; vor, f&uuml;r die ein staatliches Gesetz f&uuml;r die Kirche &uuml;berhaupt keine Schranke ihres Handelns bilden kann (BVerfG-Beschluss vom 17.10.2007&nbsp;&#8211; 2&nbsp;BvR&nbsp;1095\/05, DVBl 2007, 1555, unter B.II.4.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Dies ist auch bei der Bestimmung des verfahrensrechtlichen Pr&uuml;fungsrechts nach &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO zu beachten. Denn das BVerfG sieht es im vorliegenden Zusammenhang auch als zul&auml;ssig an, dass der Gesetzgeber verwaltungsrechtliche Pflichten und verwaltungsbeh&ouml;rdliche Anordnungen bestimmt und mit Strafen oder Geldbu&szlig;en bewehrt (BVerfG-Beschluss in DVBl 2007, 1555, unter B.II.5.a). Ein Kl&auml;rungsbed&uuml;rfnis ergibt sich daher auch nicht daraus, dass sich der BFH aus Sicht der Kl&auml;gerin in Bezug auf Art.&nbsp;140 GG i.V.m. Art.&nbsp;137 Abs.&nbsp;3 WRV bislang nur mit Regelungen des materiellen Steuerrechts besch&auml;ftigt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im &Uuml;brigen liegen der Beschwerde der Kl&auml;gerin unzutreffende Vorstellungen zu der f&uuml;r sie bestehenden Umsatzsteuerpflicht zugrunde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Bei ihrer Beschwerde geht die Kl&auml;gerin von der k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Definition des Betriebs gewerblicher Art aus, l&auml;sst dabei die umsatzsteuerrechtlichen Besonderheiten au&szlig;er Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gestattet z.B. eine Universit&auml;t als juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts durch privatrechtlichen Vertrag das Aufstellen von Automaten gegen Entgelt, erbringt sie unter Beachtung der unionsrechtlichen Vorgaben gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 UStG i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes als Unternehmer steuerbare und steuerpflichtige Leistungen. Der Begriff der &quot;Verm&ouml;gensverwaltung&quot; ist umsatzsteuerrechtlich f&uuml;r die Unternehmerstellung einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts durch einen &quot;Betrieb gewerblicher Art&quot; unbeachtlich (BFH-Urteil vom 15.04.2010&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;10\/09, BFHE 229, 416, BStBl II 2017, 863, Leits&auml;tze&nbsp;2 und 1). Nach dieser Rechtsprechung kommt es f&uuml;r die Unternehmereigenschaft und die sich hieraus ergebende Umsatzt&auml;tigkeit, auf die sich die Pr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO bezieht, auf die rein k&ouml;rperschaftsteuerrechtliche Definition des Betriebs gewerblicher Art nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;gerin daher geltend macht, dass kein staatliches Besteuerungsrecht eingreift, soweit kein (k&ouml;rperschaftsteuerrechtlicher) Betrieb gewerblicher Art vorliegt und ihr Eigenverwaltungsrecht verletzt wird, wenn die Finanzverwaltung pr&uuml;ft, obwohl feststeht, dass kein (k&ouml;rperschaftsteuerrechtlicher) Betrieb gewerblicher Art vorliegt, verkennt sie, dass nach der vorstehenden Senatsrechtsprechung bereits das privatrechtliche Handeln gegen Entgelt durch eine K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts der Umsatzsteuer unterliegen kann und ebenso dies von der Finanzverwaltung zu pr&uuml;fen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Zudem hat eine K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts &#8211;eventuell abweichend von k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Grunds&auml;tzen&#8211; nur ein Unternehmen f&uuml;r Zwecke der Umsatzsteuer, so dass f&uuml;r dieses pro Veranlagungszeitraum auch nur ein einheitlicher Umsatzsteuerbescheid ergehen kann. Eine gesonderte Bescheiderteilung f&uuml;r einzelne Betriebe gewerblicher Art ist nicht m&ouml;glich (BFH-Urteil vom 18.08.1988&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;194\/83, BFHE 154, 274, BStBl II 1988, 932, Leitsatz&nbsp;2 und unter II.2.). Dementsprechend k&ouml;nnen entgegen dem Vortrag der Kl&auml;gerin f&uuml;r Zwecke der Umsatzsteuer nach &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO auch keine gesonderten Pr&uuml;fungsanordnungen f&uuml;r einzelne Betriebe gewerblicher Art erlassen werden und ist auf der Grundlage der einen Pr&uuml;fungsanordnung zu ermitteln, welche umsatzsteuerrechtlichen Tatbest&auml;nde von der juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts insgesamt verwirklicht wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Somit kommt eine Eingrenzung der angefochtenen Pr&uuml;fungsanordnung auf den Betrieb gewerblicher Art &quot;Reiseb&uuml;ro&quot; von vornherein nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zur Frage, ob die tatbestandlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO nach ihrem Wortlaut eine auf die Umsatzsteuer bezogene Pr&uuml;fungsanordnung f&uuml;r juristische Personen des &ouml;ffentlichen Rechts&nbsp;&nbsp;oder f&uuml;r gemeinn&uuml;tzige K&ouml;rperschaften erm&ouml;glicht, verweist die Kl&auml;gerin nur auf eine &Auml;u&szlig;erung im Schrifttum (Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;193 AO, Rz&nbsp;17), die sich dabei aber nicht zu den Besonderheiten der Umsatzbesteuerung &auml;u&szlig;ert. Insoweit entspricht die Beschwerde nicht den Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO. Es fehlen die erforderlichen substantiierten Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer hinreichend bestimmten abstrakt beantwortbaren Rechtsfrage. Hierf&uuml;r sind Ausf&uuml;hrungen erforderlich, aus denen sich ergibt, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und umstritten ist (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 27.03.2019&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;117\/18, BFH\/NV 2019, 708).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Es kommt auch keine Revisionszulassung nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO in Betracht, zumal die Kl&auml;gerin insoweit lediglich auf ihre Ausf&uuml;hrungen zur grunds&auml;tzlichen Bedeutung verweist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Es ist auch kein Verfahrensfehler gegeben (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO), den die Kl&auml;gerin ohne Erfolg in Form der Nichtber&uuml;cksichtigung ihrer Aussagen als Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten und Verletzung von &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 FGO r&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO entscheidet das Gericht nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung. Zum Gesamtergebnis des Verfahrens geh&ouml;rt auch die Auswertung des Inhalts der dem Gericht vorliegenden Akten. Ein Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten und damit eine Verletzung des &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz 1 FGO ist insbesondere gegeben, wenn das FG eine nach Aktenlage feststehende Tatsache, die richtigerweise in die Beweisw&uuml;rdigung h&auml;tte einflie&szlig;en m&uuml;ssen, unber&uuml;cksichtigt l&auml;sst oder seiner Entscheidung einen Sachverhalt zugrunde legt, der dem protokollierten Vorbringen der Beteiligten nicht entspricht (BFH-Beschl&uuml;sse vom 15.02.2012&nbsp;&#8211; IV&nbsp;B&nbsp;126\/10, BFH\/NV 2012, 774, und vom 22.03.2011&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;151\/10, BFH\/NV 2011, 1165).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dass das FG den Akteninhalt nicht entsprechend den kl&auml;gerischen Vorstellungen gew&uuml;rdigt hat oder die W&uuml;rdigung aus der Sicht des Kl&auml;gers fehlerhaft erscheint, begr&uuml;ndet keinen Versto&szlig; gegen &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO. Mit ihren Einwendungen gegen die tats&auml;chliche W&uuml;rdigung durch das FG wendet sich die Kl&auml;gerin in erster Linie gegen die inhaltliche Richtigkeit der angefochtenen Entscheidung. Damit kann aber die Zulassung der Revision nicht erreicht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin verkennt insoweit zudem, dass im Rahmen ihrer Besteuerung nach &sect;&sect;&nbsp;1&nbsp;ff. UStG auch zu pr&uuml;fen ist, inwieweit z.B. die Finanzzusch&uuml;sse, die sie als Dachorganisation von 480 Gemeinden erhalten hat, als Entgelt f&uuml;r eine von ihr gegen&uuml;ber den Gemeinden erbrachte Leistung anzusehen sein kann (zur Parallelfrage der Umsatzsteuerpflicht von Leistungen zwischen zwei Kommunen vgl. BFH-Urteil vom 10.11.2011&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;41\/10, BFHE 235, 554, BStBl II 2017, 869). Welche Bedeutung dabei Art.&nbsp;140 GG i.V.m. Art.&nbsp;137 Abs.&nbsp;3 WRV im Einzelfall zukommen kann, betrifft die materiell-rechtliche Besteuerung und kann die abstrakte Unzul&auml;ssigkeit einer Pr&uuml;fungsanordnung nicht begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.8.2019, V B 7\/18ECLI:DE:BFH:2019:B.070819.VB7.18.0 Au&szlig;enpr&uuml;fung bei kirchlichen Organisationen Leits&auml;tze NV: Der Erlass einer auf &sect; 193 Abs. 1 AO gest&uuml;tzten Pr&uuml;fungsanordnung verletzt nicht das kirchliche Selbstbestimmungsrecht gem&auml;&szlig; Art. 140 GG i.V.m. 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