{"id":71384,"date":"2019-11-01T11:38:06","date_gmt":"2019-11-01T09:38:06","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71384"},"modified":"2019-11-01T11:38:06","modified_gmt":"2019-11-01T09:38:06","slug":"vi-r-32-18-lohnsteuerpauschalierung-bei-zusaetzlich-zum-ohnehin-geschuldeten-arbeitslohn-erbrachten-leistungen-des-arbeitgebers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-32-18-lohnsteuerpauschalierung-bei-zusaetzlich-zum-ohnehin-geschuldeten-arbeitslohn-erbrachten-leistungen-des-arbeitgebers\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;32\/18 &#8211; Lohnsteuerpauschalierung bei zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachten Leistungen des Arbeitgebers"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.8.2019, VI R 32\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.010819.VIR32.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Lohnsteuerpauschalierung bei zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachten Leistungen des Arbeitgebers<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ohnehin geschuldeter Arbeitslohn i.S. der entsprechenden Vorschriften &#8211;wie beispielsweise &sect; 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 oder &sect; 40 Abs. 2 Satz 2 EStG&#8211; ist derjenige Lohn, den der Arbeitgeber verwendungsfrei und ohne eine bestimmte Zweckbindung (ohnehin) erbringt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Zus&auml;tzlicher Arbeitslohn liegt vor, wenn dieser verwendungs- bzw. zweckgebunden neben dem ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet wird. Es kommt nicht darauf an, ob der Arbeitnehmer auf den zus&auml;tzlichen Arbeitslohn einen arbeitsrechtlichen Anspruch hat (&Auml;nderung der Rechtsprechung).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers werden das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 24.05.2018 &#8211; 11 K 3448\/15 H (L), die Einspruchsentscheidung vom 09.10.2015 sowie der Lohnsteuernachforderungsbescheid vom 11.06.2014 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist Einzelunternehmer<em>.<\/em> Im Jahr 2011 traf er mit einigen Arbeitnehmern neue Vereinbarungen bez&uuml;glich der Entlohnung. In einem ersten Schritt wurde hierbei der bisherige Bruttolohn herabgesetzt. So hei&szlig;t es z.B. in der durch den Kl&auml;ger beispielhaft zu den Akten gereichten &quot;Erg&auml;nzende[n] Vereinbarung&quot; mit der Arbeitnehmerin &#8230;:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><em>&quot;I. Die Arbeitsvertragsparteien stellen fest, dass das Bruttogehalt ab dem 01.&nbsp;Juli 2011 nunmehr 2.285,04&nbsp;EUR betr&auml;gt, bei unver&auml;nderter Arbeitszeit. Dies entspricht einem Entgeltverzicht in H&ouml;he von 245,85&nbsp;EUR.<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><em>II. Als Bemessungsgrundlage f&uuml;r andere Anspr&uuml;che, wie zum Beispiel quotale, zuk&uuml;nftige Lohnerh&ouml;hungen, gesetzliche Abfindungsanspr&uuml;che, gegebenenfalls Urlaubs&#8211; oder Weihnachtsgeld und vergleichbare, bestehende Anspr&uuml;che gilt der bisherige Bruttobarlohn in H&ouml;he von 2.530,89 EUR als vereinbart (Schattenlohn). Diese Bemessungsgrundlage wird f&uuml;r die Zukunft fortgeschrieben.&quot;<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In einem weiteren Schritt vereinbarte der Kl&auml;ger mit seinen Arbeitnehmern unter III. der erg&auml;nzenden Vereinbarung die Zahlung eines Zuschusses f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte sowie mit einigen Arbeitnehmern einen pauschalen Zuschuss f&uuml;r die Internetnutzung. In den jeweiligen erg&auml;nzenden Vereinbarungen hei&szlig;t es hierzu, diese zus&auml;tzlichen Leistungen fielen nicht unter den Freiwilligkeitsvorbehalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahre 2014 schlossen der Kl&auml;ger und die einzelnen Arbeitnehmer bez&uuml;glich dieser seit dem Jahr 2011 geleisteten Lohnbestandteile eine Freiwilligkeitsvereinbarung, wonach die Zusch&uuml;sse ab dem 01.01.2014 rein freiwillig gew&auml;hrt w&uuml;rden und keinen Rechtsanspruch des Arbeitnehmers begr&uuml;ndeten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer beim Kl&auml;ger durchgef&uuml;hrten Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r den Zeitraum Januar 2010 bis April 2014 vertrat die Pr&uuml;ferin die Auffassung, eine Pauschalversteuerung der streitigen Zusatzleistungen sei nicht zul&auml;ssig, da sich die Neugestaltung der Arbeitsvertr&auml;ge als steuersch&auml;dliche Gehaltsumwandlung darstelle. Die gezahlten Zusch&uuml;sse seien daher nach &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) unter Anrechnung der bisher vorgenommenen Pauschalierung zu versteuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erlie&szlig; daraufhin einen Lohnsteuernachforderungsbescheid. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die im Anschluss erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2018, 1487 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab. Es war im Wesentlichen der Ansicht, f&uuml;r die Streitjahre 2011 bis 2013 fielen die Zusch&uuml;sse nicht unter den Freiwilligkeitsvorbehalt i.S. der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) bzw. seien eine nach Ansicht der Finanzverwaltung sch&auml;dliche Gehaltsumwandlung. Ab dem Jahr 2014 seien die Zusch&uuml;sse zwar freiwillig geleistet worden, insoweit liege aber ebenfalls eine sch&auml;dliche Gehaltsumwandlung von verbindlich zu zahlenden Lohnbestandteilen in freiwillige zweckgebundene Leistungen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er beantragt,<br \/>das FG-Urteil sowie den Lohnsteuernachforderungsbescheid vom 11.06.2014 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 09.10.2015 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des Kl&auml;gers ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Stattgabe der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Unrecht entschieden, dass der Kl&auml;ger die an seine Arbeitnehmer gezahlten Zusch&uuml;sse f&uuml;r die Internetnutzung sowie f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeits- bzw. erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte nicht pauschal versteuern durfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 EStG kann der Arbeitgeber abweichend von Abs.&nbsp;1 die Lohnsteuer mit einem Pauschsteuersatz von 25&nbsp;% erheben, soweit er den Arbeitnehmern zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn Zusch&uuml;sse zu den Aufwendungen f&uuml;r die Internetnutzung zahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. F&uuml;r zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistete Zusch&uuml;sse u.a. zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte (bis einschlie&szlig;lich des Veranlagungszeitraums 2013) bzw. erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte (ab dem Veranlagungszeitraum 2014) kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer nach &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG mit einem Pauschsteuersatz von 15&nbsp;% erheben, soweit diese Bez&uuml;ge den Betrag nicht &uuml;bersteigen, den der Arbeitnehmer nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 und Abs.&nbsp;2 EStG als Werbungskosten geltend machen k&ouml;nnte, wenn die Bez&uuml;ge nicht pauschal besteuert w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zwischen den Beteiligten ist unstreitig, dass die ma&szlig;geblichen Aufwendungen den Arbeitnehmern, die monatliche Zusch&uuml;sse vom Kl&auml;ger erhielten, tats&auml;chlich entstanden sind und dass die pers&ouml;nlichen und sachlichen Voraussetzungen f&uuml;r die Zusatzleistungen bei den Arbeitnehmern betreffend die Internetpauschale und die Wegekosten tats&auml;chlich vorlagen. Der Senat sieht deshalb insoweit von weiter gehenden Ausf&uuml;hrungen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Beteiligten streiten vielmehr allein dar&uuml;ber, ob das den genannten Vorschriften gemeinsame Tatbestandsmerkmal &quot;zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn&quot; vorliegend erf&uuml;llt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der bisherigen Rechtsprechung des BFH werden Zusch&uuml;sse des Arbeitgebers &quot;zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn&quot; geleistet, wenn sie zu den Lohnzahlungen hinzukommen, die entweder durch Vereinbarung, eine dauernde &Uuml;bung oder sonst arbeitsrechtlich geschuldet sind. Danach ist der &quot;ohnehin geschuldete Arbeitslohn&quot; der lohnsteuerrechtlich erhebliche Vorteil, der arbeitsrechtlich geschuldet ist; das ist der Arbeitslohn, auf den zumindest im Zeitpunkt der Zahlung ein verbindlicher Rechtsanspruch besteht (Senatsurteile vom 19.09.2012&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;54\/11, BFHE 239, 85, BStBl II 2013, 395, Rz&nbsp;10&nbsp;ff., und VI&nbsp;R&nbsp;55\/11, BFHE 239, 91, BStBl II 2013, 398, Rz&nbsp;11, sowie vom 01.10.2009&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;41\/07, BFHE 227, 40, BStBl II 2010, 487, Rz&nbsp;17&nbsp;ff., m.w.N.; kritisch Thomas, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2013, 233, und 2018, 1342; Obermair, DStR 2013, 1118; Plenker, Der Betrieb 2013, 1202; Steiner in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;251). Der zus&auml;tzlich hierzu geleistete Lohn ist danach derjenige, auf den der Arbeitnehmer arbeitsrechtlich keinen Anspruch hat, der folglich freiwillig vom Arbeitgeber erbracht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hieran h&auml;lt der erkennende Senat nach nochmaliger Pr&uuml;fung nicht l&auml;nger fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Er geht vielmehr davon aus, dass der zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn i.S. der entsprechenden Vorschriften &#8211;wie &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 oder &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG&#8211; der Arbeitslohn ist, den der Arbeitgeber nur verwendungs- bzw. zweckgebunden leistet. Der ohnehin geschuldete Arbeitslohn i.S. der entsprechenden Vorschriften ist mithin derjenige, den der Arbeitnehmer verwendungsfrei und ohne eine bestimmte Zweckbindung (ohnehin) erh&auml;lt. Im Allgemeinen unterliegt dieser Lohn der Regelbesteuerung. Demgegen&uuml;ber ist der hinzutretende verwendungsgebundene (zus&auml;tzliche) Lohn in den vorgenannten Vorschriften insofern beg&uuml;nstigt, als er vom Arbeitgeber mit einem Pauschsteuersatz besteuert oder &#8211;wie in anderen F&auml;llen (&sect;&nbsp;3 Nrn.&nbsp;15, 33, 34, 34a, 37 und 46 EStG)&#8211; steuerfrei erbracht werden kann, sofern die pers&ouml;nlichen und sachlichen Beg&uuml;nstigungsvoraussetzungen erf&uuml;llt sind und insbesondere der &#8211;gesetzlich angeordnete und arbeitsvertraglich vereinbarte&#8211; besondere Verwendungszweck gewahrt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auf die Frage, ob der Arbeitnehmer auf den fraglichen Lohnbestandteil arbeitsrechtlich einen Anspruch hat, kommt es daher nicht mehr an. Insbesondere zwingt der Wortlaut des Gesetzes nicht zu dem Verst&auml;ndnis, der zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn d&uuml;rfe seinerseits nicht geschuldet sein. Denn Freiwilligkeit und Zus&auml;tzlichkeit schlie&szlig;en einander nicht aus. Vielmehr kann auch zu einer Zahlung, auf die im Zeitpunkt der Zahlung ein verbindlicher Rechtsanspruch besteht, eine weitere ebenfalls arbeitsrechtlich geschuldete Leistung hinzutreten. Hiervon gehen auch die Finanzbeh&ouml;rden aus (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 22.05.2013&nbsp;&#8211; IV&nbsp;C&nbsp;5-S&nbsp;2388\/11\/10001-02, BStBl I 2013, 728).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Zudem sprechen Sinn und Zweck der Beg&uuml;nstigungsvorschriften daf&uuml;r, dass es nicht darauf ankommt, ob der fragliche Lohnbestandteil (wie beispielsweise Zusch&uuml;sse f&uuml;r die Internetnutzung oder f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeits- bzw. erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte) vom Arbeitgeber arbeitsrechtlich geschuldet ist. Denn die Vorschriften dienen der Verwaltungsvereinfachung und der F&ouml;rderung der verwendungsgebundenen Zwecke (z.B. BTDrucks 18\/5864, S.&nbsp;1; BTDrucks 16\/10189, S.&nbsp;47&nbsp;f.; BTDrucks 12\/1368, S.&nbsp;5&nbsp;f.; Wagner in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;40 EStG Rz&nbsp;3). Dass der Gesetzgeber seine F&ouml;rderung an fehlende rechtliche Anspr&uuml;che der Arbeitnehmer kn&uuml;pfen und nur freiwillige Finanzierungsbeitr&auml;ge des Arbeitgebers beg&uuml;nstigen wollte, ist nicht zu vermuten. Denn nicht durch die Freiwilligkeit der Arbeitgeberleistung, sondern durch die &#8211;gesetzlich angeordnete und arbeitsvertraglich vereinbarte&#8211; zweckgebundene Verausgabung des steuerbeg&uuml;nstigten Arbeitslohns werden die vom Gesetzgeber angestrebten Ziele erreicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Das Zus&auml;tzlichkeitserfordernis ist auf den Zeitpunkt der Lohnzahlung zu beziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dies folgt aus dem in &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 4 i.V.m. &sect;&nbsp;38a Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 EStG verankerten Zuflussprinzip als allgemeinem Grundsatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein arbeitsvertraglich vereinbarter Lohnformenwechsel ist deshalb nicht beg&uuml;nstigungssch&auml;dlich. Setzen Arbeitgeber und Arbeitnehmer den &quot;ohnehin geschuldeten Arbeitslohn&quot; f&uuml;r k&uuml;nftige Lohnzahlungszeitr&auml;ume arbeitsrechtlich wirksam herab, kann der Arbeitgeber diese Minderung durch verwendungsgebundene Zusatzleistungen steuerbeg&uuml;nstigt ausgleichen. Diese treten nunmehr zum Zahlungszeitpunkt zum ohnehin &#8211;nur noch in geminderter H&ouml;he&#8211; geschuldeten Lohn hinzu und werden somit &quot;zus&auml;tzlich&quot; zu diesem erbracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der entgegenstehenden Auffassung der Finanzbeh&ouml;rden (R&nbsp;3.33 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 der Lohnsteuer-Richtlinien; BMF-Schreiben in BStBl I 2013, 728) vermag der Senat nicht beizutreten. Denn sie beruht auf der Fiktion, dass (ohnehin) geschuldet ist, was seit jeher (ohnehin) geschuldet war (Thomas, DStR 2018, 1342, 1344). Arbeitgeberleistungen, die der Arbeitgeber fr&uuml;her einmal geschuldet hat, nunmehr aber nicht l&auml;nger schuldet, k&ouml;nnen daher zum ma&szlig;geblichen Zuflusszeitpunkt nicht (mehr) zum &quot;ohnehin geschuldeten Arbeitslohn&quot; z&auml;hlen. Denn das Recht ist auf den gegenw&auml;rtigen und nicht auf einen vergangenen oder fiktiven Sachverhalt anzuwenden (Senatsurteil in BFHE 227, 40, BStBl II 2010, 487; ebenso Thomas, DStR 2018, 1342, 1344). Deshalb ist insoweit nur auf das, was der Arbeitgeber gegenw&auml;rtig schuldet, nicht aber (vergleichend) darauf abzustellen, was er bisher, d.h. vor dem Lohnformenwechsel, geschuldet hat. Folglich sind die Arbeitsvertragsparteien, die ihre arbeitsrechtlichen Verpflichtungen im Rahmen der Vertragsfreiheit wirksam neu gestalten, an dem neu gestalteten Regelwerk und nicht an dem bisherigen zu messen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Sinn und Zweck der durch das Zusatzerfordernis verklammerten lohnsteuerrechtlichen Beg&uuml;nstigungsvorschriften verm&ouml;gen f&uuml;r die Sichtweise der Verwaltung ebenfalls nicht zu streiten. Denn diese sind &#8211;wie oben ausgef&uuml;hrt&#8211; in der Verfahrensvereinfachung sowie der F&ouml;rderung der verwendungsgebundenen Zwecke (z.B. BTDrucks 12\/1368, S.&nbsp;5&nbsp;f.; HHR\/Wagner, &sect;&nbsp;40 EStG Rz&nbsp;3) und nicht im vermeintlich richtigen Gestaltungszeitpunkt (Thomas, DStR 2018, 1342, 1345) oder gar in der Begrenzung der Privatautonomie von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu finden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch das Anliegen des Gesetzgebers, die Umwandlung von Arbeitslohn in beg&uuml;nstigte Zusatzleistungen zu verhindern (z.B. BTDrucks 12\/5016, S.&nbsp;85, und BTDrucks 12\/5764, S.&nbsp;22), verlangt keine Beg&uuml;nstigungssch&auml;dlichkeit eines Lohnformenwechsels. Einen solchen Wechsel hatte der Gesetzgeber mit der als beg&uuml;nstigungssch&auml;dlich angesehenen &quot;Gehaltsumwandlung&quot; nach Auffassung des Senats auch nicht im Blick. Es ist nichts daf&uuml;r ersichtlich, dass der Gesetzgeber bei der Auslegung des Zus&auml;tzlichkeitserfordernisses die in &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 4 i.V.m. &sect;&nbsp;38a Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 EStG angeordnete Ma&szlig;geblichkeit des Zuflusszeitpunkts f&uuml;r die steuerliche Beurteilung des Arbeitslohns au&szlig;er Kraft setzen wollte. Jedenfalls ergibt sich solches nicht aus dem Gesetz. Anderenfalls k&ouml;nnten die entsprechend ausgestalteten Beg&uuml;nstigungstatbest&auml;nde stets nur von Beginn des Arbeitsverh&auml;ltnisses an oder &#8211;insbesondere bei w&auml;hrend der Laufzeit des Arbeitsverh&auml;ltnisses neu geschaffenen lohnsteuerlichen Beg&uuml;nstigungstatbest&auml;nden, wie z.B. des mit Wirkung ab dem Veranlagungszeitraum 2019 eingef&uuml;hrten &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;37 EStG betreffend die Vorteile f&uuml;r die &Uuml;berlassung eines betrieblichen Fahrrads&#8211; im Rahmen von Gehaltserh&ouml;hungen in Anspruch genommen werden. Hierf&uuml;r ist jedoch nichts ersichtlich (Thomas, DStR 2018, 1342, 1344&nbsp;f.). Im Gegenteil zeigt gerade die Begr&uuml;ndung zum Entwurf eines Gesetzes zur steuerlichen F&ouml;rderung der Elektromobilit&auml;t (BTDrucks 18\/5864, S.&nbsp;1), dass die beabsichtigte Zielsetzung, mit steuerlichen Anreizen &#8211;wie durch &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;46 EStG&#8211; die Zahl der Elektroautos in der Bundesrepublik Deutschland signifikant zu erh&ouml;hen, nicht allein durch Vereinbarungen in neu geschlossenen Arbeitsvertr&auml;gen und &uuml;ber Gehaltserh&ouml;hungen erreicht werden kann. Entsprechendes gilt beispielsweise auch f&uuml;r den durch &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;34 EStG gef&ouml;rderten Zweck der &quot;Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes und der betrieblichen Gesundheitsf&ouml;rderung&quot; (z.B. BTDrucks 16\/10189, S.&nbsp;47&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die eigentliche Bedeutung des Zus&auml;tzlichkeitserfordernisses und des Ausschlusses sog. &quot;Gehaltsumwandlungen&quot; liegt demnach vielmehr in einem Anrechnungsverbot auf den unver&auml;ndert bestehenden Lohnanspruch. In diesem Sinne versteht der erkennende Senat die Gesetzesmaterialien, wenn es hei&szlig;t, dass durch das Tatbestandsmerkmal &quot;zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn&quot; erreicht werden solle, dass die Steuerbefreiungen allein ihrer Zweckbestimmung zugutekommen und Leistungen, die unter Anrechnung auf den vereinbarten Arbeitslohn oder durch Umwandlung (Umwidmung) des vereinbarten Arbeitslohns erbracht werden, nicht steuerfrei sein sollen (z.B. BTDrucks 16\/10189, S.&nbsp;47; BTDrucks 12\/5016, S.&nbsp;85, und BTDrucks 12\/5764, S.&nbsp;22). In Anrechnungs-\/Verrechnungsf&auml;llen wird nicht &quot;zus&auml;tzlich zum&quot;, sondern &quot;ersatzweise an Stelle von&quot; regelbesteuertem Arbeitslohn geleistet. Dem Arbeitgeber ist es damit verwehrt, einseitig, d.h. ohne Vertrags&auml;nderung, eine im Hinblick auf die vorhandenen Beg&uuml;nstigungstatbest&auml;nde optimierte Berechnung der Lohnsteuer zu bewirken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Best&auml;tigt sieht sich der Senat in seiner Auffassung durch die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG). Das BSG unterscheidet bei einem Lohnformenwechsel ebenfalls danach, ob die Leistungspflicht des Arbeitgebers f&uuml;r die Zukunft arbeitsvertraglich ge&auml;ndert (noviert) und durch die nunmehr vereinbarten Entgeltmodalit&auml;ten ersetzt wird. Wird f&uuml;r die Zukunft wirksam eine Vereinbarung &uuml;ber die Umwandlung des zun&auml;chst vereinbarten Barlohns in einen Sachbezug getroffen, sind f&uuml;r die Berechnung der Sozialversicherungsbeitr&auml;ge als Entgelt nur noch der verbliebene reduzierte Barlohn und der Wert des Sachbezuges zugrunde zu legen. Dies gilt selbst dann, wenn die Vereinbarung m&uuml;ndlich getroffen wurde (z.B. BSG-Urteil vom 02.03.2010&nbsp;&#8211; B&nbsp;12&nbsp;R&nbsp;5\/09&nbsp;R, Rz&nbsp;17&nbsp;ff., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Entgegenstehendes l&auml;sst sich auch der bisherigen Senatsrechtsprechung nicht entnehmen. So hat der Senat bei der Umwandlung von regelbesteuertem Weihnachtsgeld in erm&auml;&szlig;igt besteuerte Fahrtkostenzusch&uuml;sse die Beg&uuml;nstigung nicht verwehrt (Senatsurteil in BFHE 227, 40, BStBl II 2010, 487). Im Senatsurteil vom 15.05.1998&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;127\/97 (BFHE 186, 224, BStBl II 1998, 518) hat der Senat (lediglich) entschieden, dass der Arbeitgeber einen Zinszuschuss dann nicht zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn leistet, wenn er ihn mit einer Gratifikation (Jahresabschlusspr&auml;mie) verrechnet, auf deren Zahlung der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch hat. Ebenfalls ein Fall der Verrechnung\/Anrechnung und kein Lohnformenwechsel lag dem Senatsurteil vom 12.03.1993&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;71\/92 (BFHE 171, 67, BStBl II 1993, 521) zugrunde. In jenem Fall hat der Senat darauf erkannt, dass die an den dortigen Kl&auml;ger ausgezahlte Jubil&auml;umszuwendung nicht zus&auml;tzlich zu dem Gehalt geleistet wurde, auf das er ohne das Jubil&auml;um einen Rechtsanspruch gehabt h&auml;tte. Denn die Jubil&auml;umszuwendung wurde auf das tarifvertraglich allen Arbeitnehmern geschuldete Weihnachtsgeld angerechnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben hat das FG dem Kl&auml;ger die Pauschalierung der Lohnsteuer f&uuml;r die streitigen Zusch&uuml;sse zu den Aufwendungen f&uuml;r die Internetnutzung sowie den Fahrtkosten zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeits- bzw. erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte zu Unrecht versagt. Denn der Kl&auml;ger hat diese &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gew&auml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach den nicht mit Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen und den Senat deshalb bindenden (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) Feststellungen des FG, hatten der Kl&auml;ger und verschiedene Arbeitnehmer den Bruttolohn ab Juli 2011 arbeitsrechtlich wirksam herabgesetzt und im Gegenzug die Zahlung der streitgegenst&auml;ndlichen Zusch&uuml;sse f&uuml;r die Internetnutzung sowie f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeits- bzw. erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte vereinbart. Insofern liegt insbesondere keine beg&uuml;nstigungssch&auml;dliche Gehaltsumwandlung i.S. einer Anrechnung bzw. Verrechnung vor. In den erg&auml;nzenden Vereinbarungen ist zudem nicht vorgesehen, dass der Kl&auml;ger bei Wegfall einer Zusatzleistung den &quot;Lohnverzicht&quot; durch eine Gehaltserh&ouml;hung auszugleichen hatte. Unsch&auml;dlich ist auch, dass der Lohnverzicht f&uuml;r andere Anspr&uuml;che, wie z.B. zuk&uuml;nftige Lohnerh&ouml;hungen, gesetzliche Abfindungsanspr&uuml;che, ggf. Urlaubs&#8211; oder Weihnachtsgeld, nicht gilt, sondern diese mithilfe eines Schattenlohns auf Grundlage des bisherigen Bruttoarbeitslohns berechnet werden. Denn der Schattenlohn dient nur als Berechnungsgrundlage f&uuml;r weitere Lohnanspr&uuml;che.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Unerheblich ist nach den vorstehenden Ausf&uuml;hrungen, dass die zus&auml;tzlichen Leistungen zun&auml;chst vom Kl&auml;ger gegen&uuml;ber seinen Arbeitnehmern arbeitsvertraglich geschuldet waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Entgegen der Ansicht des FG ist der Lohnformenwechsel nicht willk&uuml;rlich. Diese Auffassung der Vorinstanz ber&uuml;cksichtigt zum einen die Vertragsfreiheit der Arbeitsvertragsparteien nicht hinreichend. Denn diese sind grunds&auml;tzlich frei, ihre arbeitsrechtlichen Beziehungen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben ihren W&uuml;nschen und Bed&uuml;rfnissen entsprechend zu gestalten. Zum anderen &uuml;bersieht das FG, dass der Gesetzgeber den Arbeitsvertragsparteien mit einem ausdifferenzierten Regelungswerk die lohnsteuer- und sozialversicherungsrechtliche &quot;Optimierung&quot; des Arbeitsverh&auml;ltnisses &#8211;auch im Interesse einer Verfahrensvereinfachung sowie zur F&ouml;rderung der verwendungsgebundenen Zwecke (z.B. BTDrucks 12\/1368, S.&nbsp;5&nbsp;f.; HHR\/Wagner, &sect;&nbsp;40 EStG Rz&nbsp;3)&#8211; an die Hand gegeben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Zudem ist die vorliegende Gestaltung auch nicht rechtsmissbr&auml;uchlich. Im Streitfall ist der Tatbestand des &sect;&nbsp;42 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) bereits deshalb nicht erf&uuml;llt, weil der Kl&auml;ger lediglich von der gesetzlich einger&auml;umten M&ouml;glichkeit Gebrauch gemacht hat, bestimmte beg&uuml;nstigte Lohnleistungen zu pauschalieren. Gegenteiliges wird vom FA im Revisionsverfahren auch nicht vorgebracht, so dass der Senat von weiteren Ausf&uuml;hrungen hierzu absieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.8.2019, VI R 32\/18ECLI:DE:BFH:2019:U.010819.VIR32.18.0 Lohnsteuerpauschalierung bei zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachten Leistungen des Arbeitgebers Leits&auml;tze 1. Ohnehin geschuldeter Arbeitslohn i.S. der entsprechenden Vorschriften &#8211;wie beispielsweise &sect; 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 oder &sect; 40 Abs. 2 Satz 2 EStG&#8211; ist derjenige Lohn, den der Arbeitgeber verwendungsfrei und ohne eine &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-32-18-lohnsteuerpauschalierung-bei-zusaetzlich-zum-ohnehin-geschuldeten-arbeitslohn-erbrachten-leistungen-des-arbeitgebers\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;32\/18 &#8211; Lohnsteuerpauschalierung bei zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachten Leistungen des Arbeitgebers<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71384","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71384","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71384"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71384\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71384"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71384"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71384"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}