{"id":71385,"date":"2019-11-01T11:38:09","date_gmt":"2019-11-01T09:38:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71385"},"modified":"2019-11-01T11:38:09","modified_gmt":"2019-11-01T09:38:09","slug":"vi-r-21-17-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-01082019-vi-r-32-18-lohnsteuerpauschalierung-bei-zusaetzlich-zum-ohnehin-geschuldeten-arbeitslohn-erbrachten-leistungen-des-arbeitgebers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-21-17-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-01082019-vi-r-32-18-lohnsteuerpauschalierung-bei-zusaetzlich-zum-ohnehin-geschuldeten-arbeitslohn-erbrachten-leistungen-des-arbeitgebers\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;21\/17 &#8211; Im Wesentlichen Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 01.08.2019&nbsp;&nbsp;VI R 32\/18 &#8211; Lohnsteuerpauschalierung bei zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachten Leistungen des Arbeitgebers"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.8.2019, VI R 21\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.010819.VIR21.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Im Wesentlichen Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 01.08.2019&nbsp;&nbsp;VI R 32\/18 &#8211; Lohnsteuerpauschalierung bei zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachten Leistungen des Arbeitgebers<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Ohnehin geschuldeter Arbeitslohn i.S. der entsprechenden Vorschriften &#8211;wie beispielsweise &sect; 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 oder &sect; 40 Abs. 2 Satz 2 EStG&#8211; ist derjenige Lohn, den der Arbeitgeber verwendungsfrei und ohne eine bestimmte Zweckbindung (ohnehin) erbringt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Zus&auml;tzlicher Arbeitslohn liegt vor, wenn dieser verwendungs- bzw. zweckgebunden neben dem ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet wird. Es kommt nicht darauf an, ob der Arbeitnehmer auf den zus&auml;tzlichen Arbeitslohn einen arbeitsrechtlichen Anspruch hat (&Auml;nderung der Rechtsprechung).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin werden das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 23.11.2016 &#8211; 2 K 1180\/16 sowie die Einspruchsentscheidung vom 22.01.2016 aufgehoben und der Haftungsbescheid des Beklagten &uuml;ber Lohnsteuer und sonstige Lohnabzugsbetr&auml;ge f&uuml;r die Zeit von Dezember 2009 bis Dezember 2014 vom 18.09.2015 dahingehend ge&auml;ndert, dass die Haftungsschuld, soweit sie auf die Zusch&uuml;sse zur Internetnutzung und zu den Wegekosten entf&auml;llt, herabgesetzt wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Berechnung der Haftungsschuld wird dem Beklagten &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte, die Kosten des finanzgerichtlichen Verfahrens haben die Beteiligten je zur H&auml;lfte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine Soziet&auml;t mehrerer Steuer- und Rechtsberatung leistender Personen mit im streitigen Zeitraum zwischen &#8230; und &#8230;&nbsp;Arbeitnehmern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin &auml;nderte mit Wirkung ab dem 01.06.2013 die bis dahin bestehenden Arbeitsvertr&auml;ge mit &#8230; namentlich bekannten Mitarbeitern dahin, dass die monatliche regelversteuerte Grundverg&uuml;tung in jeweils unterschiedlicher H&ouml;he einvernehmlich reduziert wurde. Gleichzeitig wurden in entsprechender H&ouml;he (ggf. in &#8211;je nach Arbeitnehmer&#8211; wechselnder Zusammensetzung) verschiedene (im Revisionsverfahren nicht mehr in Streit stehende) Zusatzleistungen gew&auml;hrt sowie aufgrund gesonderter Zusagen &quot;freiwillig und ohne Begr&uuml;ndung einer Rechtspflicht auf weitere Zahlungen&quot; eine Internetpauschale sowie ein Zuschuss f&uuml;r Wege zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte einger&auml;umt. Den Zuschuss f&uuml;r die Internetnutzung versteuerte die Kl&auml;gerin pauschal mit 25&nbsp;%, den Wegekostenzuschuss mit 15&nbsp;%.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine f&uuml;r Dezember 2009 bis Dezember 2014 durchgef&uuml;hrte Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung vertrat der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Auffassung, eine Pauschalierung der streitigen Internetpauschale und des Wegekostenzuschusses gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 und Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) sei nicht zul&auml;ssig, da sich die Neugestaltung der Arbeitsvertr&auml;ge insoweit als eine steuersch&auml;dliche Gehaltsumwandlung darstelle, und erlie&szlig; einen entsprechenden Lohnsteuer-Haftungsbescheid gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Vorverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2017, 1102 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt,<br \/>das Urteil des FG Rheinland-Pfalz vom 23.11.2016&nbsp;&#8211; 2&nbsp;K&nbsp;1180\/16 sowie die Einspruchsentscheidung vom 22.01.2016 aufzuheben und den Haftungsbescheid des FA &uuml;ber Lohnsteuer und sonstige Lohnabzugsbetr&auml;ge f&uuml;r die Zeit von Dezember 2009 bis Dezember 2014 vom 18.09.2015 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Haftungsschuld, soweit sie auf die Zusch&uuml;sse zur Internetnutzung und zu den Wegekosten entf&auml;llt, herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Ur-teils und im beantragten Umfang zur Stattgabe der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Unrecht entschieden, dass die Kl&auml;gerin die an ihre Arbeitnehmer gezahlten Zusch&uuml;sse f&uuml;r die Internetnutzung sowie f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeits- bzw. erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte nicht pauschal versteuern durfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 EStG kann der Arbeitgeber abweichend von Abs.&nbsp;1 die Lohnsteuer mit einem Pauschsteuersatz von 25&nbsp;% erheben, soweit er den Arbeitnehmern zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn Zusch&uuml;sse zu den Aufwendungen f&uuml;r die Internetnutzung zahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. F&uuml;r zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistete Zusch&uuml;sse u.a. zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte (bis einschlie&szlig;lich des Veranlagungszeitraums 2013) bzw. erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte (ab dem Veranlagungszeitraum 2014) kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer nach &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG mit einem Pauschsteuersatz von 15&nbsp;% erheben, soweit diese Bez&uuml;ge den Betrag nicht &uuml;bersteigen, den der Arbeitnehmer nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 und Abs.&nbsp;2 EStG als Werbungskosten geltend machen k&ouml;nnte, wenn die Bez&uuml;ge nicht pauschal besteuert w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zwischen den Beteiligten ist unstreitig, dass die ma&szlig;geblichen Aufwendungen den Arbeitnehmern, die monatliche Zusch&uuml;sse von der Kl&auml;gerin erhielten, tats&auml;chlich entstanden sind und dass die pers&ouml;nlichen und sachlichen Voraussetzungen f&uuml;r die Zusatzleistungen bei den Arbeitnehmern betreffend die Internetpauschale und die Wegekosten tats&auml;chlich vorlagen. Der Senat sieht deshalb insoweit von weiter gehenden Ausf&uuml;hrungen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Beteiligten streiten vielmehr allein dar&uuml;ber, ob das den genannten Vorschriften gemeinsame Tatbestandsmerkmal &quot;zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn&quot; vorliegend erf&uuml;llt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der bisherigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs werden Zusch&uuml;sse des Arbeitgebers &quot;zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn&quot; geleistet, wenn sie zu den Lohnzahlungen hinzukommen, die entweder durch Vereinbarung, eine dauernde &Uuml;bung oder sonst arbeitsrechtlich geschuldet sind. Danach ist der &quot;ohnehin geschuldete Arbeitslohn&quot; der lohnsteuerrechtlich erhebliche Vorteil, der arbeitsrechtlich geschuldet ist; das ist der Arbeitslohn, auf den zumindest im Zeitpunkt der Zahlung ein verbindlicher Rechtsanspruch besteht (Senatsurteile vom 19.09.2012&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;54\/11, BFHE 239, 85, BStBl II 2013, 395, Rz&nbsp;10&nbsp;ff., und VI&nbsp;R&nbsp;55\/11, BFHE 239, 91, BStBl II 2013, 398, Rz&nbsp;11, sowie vom 01.10.2009&nbsp;&#8211; VI&nbsp;R&nbsp;41\/07, BFHE 227, 40, BStBl II 2010, 487, Rz&nbsp;17&nbsp;ff., m.w.N.; kritisch Thomas, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2013, 233, und 2018, 1342; Obermair, DStR 2013, 1118; Plenker, Der Betrieb 2013, 1202; Steiner in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;251). Der zus&auml;tzlich hierzu geleistete Lohn ist danach derjenige, auf den der Arbeitnehmer arbeitsrechtlich keinen Anspruch hat, der folglich freiwillig vom Arbeitgeber erbracht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hieran h&auml;lt der erkennende Senat nach nochmaliger Pr&uuml;fung nicht l&auml;nger fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er geht vielmehr davon aus, dass der zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn i.S. der entsprechenden Vorschriften &#8211;wie &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 oder &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG&#8211; der Arbeitslohn ist, den der Arbeitgeber nur verwendungs- bzw. zweckgebunden leistet. Der ohnehin geschuldete Arbeitslohn i.S. der entsprechenden Vorschriften ist mithin derjenige, den der Arbeitnehmer verwendungsfrei und ohne eine bestimmte Zweckbindung (ohnehin) erh&auml;lt. Im Allgemeinen unterliegt dieser Lohn der Regelbesteuerung. Demgegen&uuml;ber ist der hinzutretende verwendungsgebundene (zus&auml;tzliche) Lohn in den vorgenannten Vorschriften insofern beg&uuml;nstigt, als er vom Arbeitgeber mit einem Pauschsteuersatz besteuert oder &#8211;wie in anderen F&auml;llen (&sect;&nbsp;3 Nrn.&nbsp;15, 33, 34, 34a, 37 und 46 EStG)&#8211; steuerfrei erbracht werden kann, sofern die pers&ouml;nlichen und sachlichen Beg&uuml;nstigungsvoraussetzungen erf&uuml;llt sind und insbesondere der &#8211;gesetzlich angeordnete und arbeitsvertraglich vereinbarte&#8211; besondere Verwendungszweck gewahrt wird. Zur weiteren Begr&uuml;ndung nimmt der Senat auf sein Urteil in Sachen VI&nbsp;R&nbsp;32\/18 vom heutigen Tage, das zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt ist, Bezug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Das Zus&auml;tzlichkeitserfordernis ist auf den Zeitpunkt der Lohnzahlung zu beziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dies folgt aus dem in &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 4 i.V.m. &sect;&nbsp;38a Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 EStG verankerten Zuflussprinzip als allgemeinem Grundsatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein arbeitsvertraglich vereinbarter Lohnformenwechsel ist deshalb nicht beg&uuml;nstigungssch&auml;dlich. Setzen Arbeitgeber und Arbeitnehmer den &quot;ohnehin geschuldeten Arbeitslohn&quot; f&uuml;r k&uuml;nftige Lohnzahlungszeitr&auml;ume arbeitsrechtlich wirksam herab, kann der Arbeitgeber diese Minderung durch verwendungsgebundene Zusatzleistungen steuerbeg&uuml;nstigt ausgleichen. Diese treten nunmehr zum Zahlungszeitpunkt zum ohnehin &#8211;nur noch in geminderter H&ouml;he&#8211; geschuldeten Lohn hinzu und werden somit &quot;zus&auml;tzlich&quot; zu diesem erbracht. Auch insoweit verweist der Senat zur weiteren Begr&uuml;ndung auf sein Urteil in Sachen VI&nbsp;R&nbsp;32\/18.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben hat das FG der Kl&auml;gerin die Pauschalierung der Lohnsteuer f&uuml;r die streitigen Zusch&uuml;sse zu den Aufwendungen f&uuml;r die Internetnutzung sowie den Fahrtkosten zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeits- bzw. erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte zu Unrecht versagt. Denn die Kl&auml;gerin hat diese &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gew&auml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach den nicht mit Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen und den Senat deshalb bindenden (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) Feststellungen hatten die Kl&auml;gerin und verschiedene Arbeitnehmer den Bruttolohn ab Juni 2013 arbeitsrechtlich wirksam herabgesetzt und im Gegenzug die Zahlung der streitgegenst&auml;ndlichen Zusch&uuml;sse f&uuml;r die Internetnutzung sowie f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeits- bzw. erster T&auml;tigkeitsst&auml;tte vereinbart. Insofern liegt insbesondere keine beg&uuml;nstigungssch&auml;dliche Gehaltsumwandlung i.S. einer Anrechnung bzw. Verrechnung vor. In den erg&auml;nzenden Vereinbarungen ist zudem nicht vorgesehen, dass die Kl&auml;gerin bei Wegfall einer Zusatzleistung den &quot;Lohnverzicht&quot; durch eine Gehaltserh&ouml;hung auszugleichen hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Ansicht des FG ist der Lohnformenwechsel nicht willk&uuml;rlich. Diese Auffassung der Vorinstanz ber&uuml;cksichtigt zum einen die Vertragsfreiheit der Arbeitsvertragsparteien nicht hinreichend. Denn diese sind grunds&auml;tzlich frei, ihre arbeitsrechtlichen Beziehungen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben ihren W&uuml;nschen und Bed&uuml;rfnissen entsprechend zu gestalten. Zum anderen &uuml;bersieht das FG, dass der Gesetzgeber den Arbeitsvertragsparteien mit einem ausdifferenzierten Regelungswerk die lohnsteuer- und sozialversicherungsrechtliche &quot;Optimierung&quot; des Arbeitsverh&auml;ltnisses &#8211;auch im Interesse einer Verfahrensvereinfachung sowie zur F&ouml;rderung der verwendungsgebundenen Zwecke (z.B. BTDrucks 12\/1368, S.&nbsp;5&nbsp;f.; Wagner in Hermann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;40 EStG Rz&nbsp;3)&#8211; an die Hand gegeben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zudem ist die vorliegende Gestaltung auch nicht rechtsmissbr&auml;uchlich. Im Streitfall ist der Tatbestand des &sect;&nbsp;42 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) bereits deshalb nicht erf&uuml;llt, weil die Kl&auml;gerin lediglich von der gesetzlich einger&auml;umten M&ouml;glichkeit Gebrauch gemacht hat, bestimmte beg&uuml;nstigte Lohnleistungen zu pauschalieren. Gegenteiliges wird vom FA im Revisionsverfahren auch nicht vorgebracht, so dass der Senat von weiteren Ausf&uuml;hrungen hierzu absieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die Berechnung der festzusetzenden Steuern wird nach &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO dem FA &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>8. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.8.2019, VI R 21\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.010819.VIR21.17.0 Im Wesentlichen Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 01.08.2019&nbsp;&nbsp;VI R 32\/18 &#8211; Lohnsteuerpauschalierung bei zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachten Leistungen des Arbeitgebers Leits&auml;tze 1. NV: Ohnehin geschuldeter Arbeitslohn i.S. der entsprechenden Vorschriften &#8211;wie beispielsweise &sect; 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 oder &sect; 40 Abs. 2 Satz 2 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-21-17-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-01082019-vi-r-32-18-lohnsteuerpauschalierung-bei-zusaetzlich-zum-ohnehin-geschuldeten-arbeitslohn-erbrachten-leistungen-des-arbeitgebers\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;21\/17 &#8211; Im Wesentlichen Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 01.08.2019&nbsp;&nbsp;VI R 32\/18 &#8211; Lohnsteuerpauschalierung bei zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachten Leistungen des Arbeitgebers<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71385","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71385","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71385"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71385\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71385"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71385"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71385"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}