{"id":71442,"date":"2019-11-16T18:52:10","date_gmt":"2019-11-16T16:52:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71442"},"modified":"2019-11-16T18:52:10","modified_gmt":"2019-11-16T16:52:10","slug":"ix-r-25-18-verzinsung-aufgrund-eines-rechtswidrigen-aber-bestandskraeftigen-aenderungsbescheids","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-25-18-verzinsung-aufgrund-eines-rechtswidrigen-aber-bestandskraeftigen-aenderungsbescheids\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;25\/18 &#8211; Verzinsung aufgrund eines rechtswidrigen, aber bestandskr&auml;ftigen &Auml;nderungsbescheids"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.7.2019, IX R 25\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.230719.IXR25.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Verzinsung aufgrund eines rechtswidrigen, aber bestandskr&auml;ftigen &Auml;nderungsbescheids<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Ein fehlerhaft auf das Vorliegen eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses gest&uuml;tzter, aber bestandskr&auml;ftiger &Auml;nderungsbescheid l&ouml;st die Verzinsung nach &sect; 233a Abs. 2 AO und nicht nach &sect; 233a Abs. 2a AO aus.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 29.08.2018 &#8211; 3 K 3206\/17 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten um die Festsetzung von Erstattungszinsen nach &sect;&nbsp;233a der Abgabenordnung (AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) wurde im streitigen Veranlagungszeitraum 2006 zusammen mit seiner damaligen Ehefrau zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger war Alleingesellschafter der A-GmbH, der B-GmbH sowie der C-GmbH. Im Mai 2006 gr&uuml;ndete der Kl&auml;ger zudem als Alleingesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer die K-GmbH. Vom 15. bis zum 23.&nbsp;Mai&nbsp;2006 &uuml;bertrug er die Gesch&auml;ftsanteile an den drei vorgenannten GmbHs zum Nennwert an die neu gegr&uuml;ndete K-GmbH. Mit notariellem Vertrag vom 23.&nbsp;Mai&nbsp;2006 ver&auml;u&szlig;erte die K-GmbH jeweils 49&nbsp;% ihrer Anteile an den drei GmbHs f&uuml;r insgesamt 1.175.000&nbsp;EUR an die L-AG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im (erstmaligen) Einkommensteuerbescheid 2006 vom 29.04.2008 setzte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Einkommensteuer auf 550.990&nbsp;EUR fest. Dabei behandelte es die &Uuml;bertragung der Anteile an der A-GmbH, der B-GmbH und der C-GmbH auf die K-GmbH als verdeckte Einlage und besteuerte den Vorgang nach &sect;&nbsp;17 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Zugrunde gelegt wurde ein Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von 2.319.000&nbsp;EUR. Dieser wurde nach Ma&szlig;gabe des Halbeink&uuml;nfteverfahrens mit 1.159.500&nbsp;EUR in die Besteuerung einbezogen. Den gemeinen Wert der Einlage i.S. des &sect;&nbsp;17&nbsp;Abs.&nbsp;1&nbsp;Satz&nbsp;2&nbsp;EStG in H&ouml;he von 2.395.000&nbsp;EUR ermittelte das FA unter Ber&uuml;cksichtigung der von der K-GmbH am 23.05.2006 erzielten Kaufpreise f&uuml;r die 49&nbsp;%ige Beteiligung. Dieser Kaufpreis wurde auf 100&nbsp;% hochgerechnet. Die H&ouml;he der gleichzeitig festgesetzten Nachzahlungszinsen belief sich auf 2.570&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger legte gegen den Einkommensteuerbescheid 2006 vom 29.04.2008 Einspruch ein. Er wandte sich u.a. gegen die H&ouml;he des angesetzten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns. Die Beteiligung an der C-GmbH und der B-GmbH k&ouml;nne jeweils maximal mit den Anschaffungskosten angesetzt werden, da die Gr&uuml;ndung der Gesellschaften weniger als drei Jahre zur&uuml;ckliege. Nur bei der A-GmbH k&ouml;nne keine Ableitung von Werten aus der Vergangenheit erfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Einkommensteuerbescheid 2006 vom 13.05.2009 setzte das FA die Einkommensteuer wegen nicht mehr streitiger Punkte auf 550.184&nbsp;EUR fest. Es wurden Nachzahlungszinsen in H&ouml;he von 2.566&nbsp;EUR festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einem Verb&ouml;serungshinweis wegen weiterer, nunmehr ebenfalls nicht mehr streitiger Punkte setzte das FA mit der Einspruchsentscheidung vom 01.11.2011 die Einkommensteuer auf 555.070&nbsp;EUR fest. Zugleich wurde der Einspruch im &Uuml;brigen als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Hinsichtlich des wesentlichen Streitpunkts der steuerlichen Behandlung der Einlage der Anteile an den drei GmbHs in die K-GmbH blieb das FA bei der Auffassung, der Kl&auml;ger habe einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von 1.159.500&nbsp;EUR erzielt. Zudem wurden am 01.11.2011 Nachzahlungszinsen zur Einkommensteuer in H&ouml;he von 3.608&nbsp;EUR festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Folgezeit &uuml;berwies der Kl&auml;ger gr&ouml;&szlig;tenteils die f&auml;lligen Steuerbetr&auml;ge. Im August 2012 war die Steuerschuld im Wesentlichen beglichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erhob gegen die Einspruchsentscheidung unter dem Az. 3&nbsp;K&nbsp;3295\/11 eine Klage vor dem Finanzgericht Berlin-Brandenburg (FG). Das Verfahren wurde am 21.09.2012 nach einer Klager&uuml;cknahme eingestellt. Die Einspruchsentscheidung vom 01.11.2011 wurde damit bestandskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 11.05.2016 beantragte der Kl&auml;ger beim FA, den bisher bei der Einkommensteuerveranlagung 2006 ber&uuml;cksichtigten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn nach &sect;&nbsp;17&nbsp;EStG in H&ouml;he von 1.159.500&nbsp;EUR auf 0&nbsp;EUR herabzusetzen. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte er aus, dass er infolge eines rechtskr&auml;ftigen Urteils des Landgerichts (LG) &#8230; vom XX.XX.2016 zusammen mit der K-GmbH als Gesamtschuldner verpflichtet sei, an die L-AG den im Jahr 2006 erzielten Kaufpreis Zug-um-Zug gegen R&uuml;ck&uuml;bertragung der Anteile an der A-GmbH, der B-GmbH sowie der C-GmbH zur&uuml;ckzuerstatten. Darin liege ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis, so dass der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn auf 0&nbsp;EUR zu berichtigen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA schloss sich dieser Auffassung an. Es erlie&szlig; am 08.03.2017 einen ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2006. In diesem wurde kein Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn ber&uuml;cksichtigt. Die Einkommensteuer wurde auf 68.080&nbsp;EUR festgesetzt. Dies hatte eine Einkommensteuererstattung in H&ouml;he von 486.990&nbsp;EUR zur Folge. Die bisherige Zinsfestsetzung blieb bestehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraufhin beantragte der Kl&auml;ger mit Schreiben vom 10.03.2017 unter Hinweis auf &sect;&nbsp;233a&nbsp;Abs.&nbsp;2a AO die Festsetzung von Erstattungszinsen. Dies lehnte das FA mit Schreiben vom 16.03.2017 ab. Der vom Kl&auml;ger dagegen eingelegte Einspruch blieb mit Einspruchsentscheidung vom 06.11.2017 ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gab der vom Kl&auml;ger erhobenen Klage statt. Es liege kein r&uuml;ckwirkendes Ereignis vor, das das FA zur &Auml;nderung der bestandskr&auml;ftigen Einkommensteuerfestsetzung 2006 berechtigt h&auml;tte. Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;175&nbsp;Abs.&nbsp;1&nbsp;Satz&nbsp;1&nbsp;Nr.&nbsp;2 AO seien nicht erf&uuml;llt gewesen. Bei der nachtr&auml;glichen Korrektur des Ver&auml;u&szlig;erungsvorgangs des Jahres 2006 durch das im Jahr 2017 rechtskr&auml;ftig gewordene Urteil des LG &#8230; vom XX.XX.2016 handele es sich dem Grunde nach um ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis. Allerdings betreffe dieses nicht den im Veranlagungszeitraum 2006 vom FA nach &sect;&nbsp;17&nbsp;EStG besteuerten Vorgang der verdeckten Einlage der Anteile des Kl&auml;gers an den drei Kapitalgesellschaften in die von ihm neu gegr&uuml;ndete K-GmbH. Vielmehr betreffe das r&uuml;ckwirkende Ereignis den Anteils&uuml;bertragungsvertrag, den die K-GmbH mit der Erwerberin L-AG &uuml;ber jeweils 49&nbsp;% der Anteile an den Kapitalgesellschaften geschlossen habe. Dieser habe auf die einkommensteuerliche Sph&auml;re des Kl&auml;gers keinen Einfluss gehabt. Der beim Kl&auml;ger erfolgte Vorgang der verdeckten Einlage sei nicht wieder r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht worden. Der Umstand, dass sich nachtr&auml;glich f&uuml;r die Bemessung der Einlage ein niedrigerer Wert der Anteile an den drei Kapitalgesellschaften herausgestellt habe, sei f&uuml;r die Bemessung der Einlage eine wertaufhellende Tatsache, aber kein r&uuml;ckwirkendes Ereignis. Diese wertaufhellende Tatsache h&auml;tte im Jahr 2017 nicht mehr in einem &Auml;nderungsbescheid zur Einkommensteuer 2006 umgesetzt werden d&uuml;rfen. Denn hierf&uuml;r habe keine &Auml;nderungsvorschrift bestanden. Eine &Auml;nderung wegen einer neuen Tatsache nach &sect;&nbsp;173&nbsp;Abs.&nbsp;1 AO sei wegen Eintritts der Festsetzungsverj&auml;hrung nicht m&ouml;glich gewesen. Daher sei die &Auml;nderung der Einkommensteuerfestsetzung 2006 mit dem Bescheid vom 08.03.2017 rechtswidrig, weil keine &Auml;nderungsvorschrift vorgelegen habe. Weil tats&auml;chlich kein r&uuml;ckwirkendes Ereignis vorgelegen habe, richte sich die Verzinsung nach der Grundregel des &sect;&nbsp;233a&nbsp;Abs.&nbsp;1&nbsp;Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;2&nbsp;Satz&nbsp;1 und Abs.&nbsp;3 AO. Die Ausnahme des &sect;&nbsp;233a&nbsp;Abs.&nbsp;2a AO, wonach der Zinslauf erst 15&nbsp;Monate nach Ablauf des Kalenderjahrs beginnt, in dem das r&uuml;ckwirkende Ereignis eingetreten ist, greife daher nicht. F&uuml;r die Frage, ob und wie eine Steuererstattung zu verzinsen sei, komme es nicht darauf an, welche &Auml;nderungsnorm im Bescheid genannt sei. Dies sei lediglich Teil der Begr&uuml;ndung des Verwaltungsakts. Entscheidend sei f&uuml;r die Frage der Verzinsung allein, ob die formellen oder materiellen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO vorgelegen h&auml;tten oder nicht. Daher sei die Frage, ob eine Steuerfestsetzung f&uuml;r Zwecke der Verzinsung i.S. des &sect;&nbsp;233a AO auf einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis beruhe, im Rahmen der Pr&uuml;fung des &sect;&nbsp;233a&nbsp;AO vom Gericht eigenst&auml;ndig zu pr&uuml;fen. Hier seien die Voraussetzungen f&uuml;r die Annahme eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses nicht erf&uuml;llt gewesen. Zwar bestehe im Streitfall die Besonderheit, dass der &Auml;nderungsbescheid zur Einkommensteuer 2006 vom 08.03.2017 mangels Vorliegens der Voraussetzungen einer &Auml;nderungsnorm nicht h&auml;tte ergehen d&uuml;rfen. Dies habe aber nicht zur Folge, dass der Kl&auml;ger keinen Anspruch auf Zinsen nach &sect;&nbsp;233a AO habe. Denn der Bescheid sei in Bestandskraft erwachsen und sei damit rechtsg&uuml;ltig. Auch eine rechtswidrige, aber bestandskr&auml;ftige Einkommensteuerfestsetzung sei zu verzinsen. Mangels Eingreifens der Ausnahmeregelung des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO komme hier der Grundtatbestand des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO zur Anwendung. Daher sei der Unterschiedsbetrag der festgesetzten Einkommensteuer mit einem Beginn des Zinslaufs&nbsp;15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die Steuer entstanden sei, zu verzinsen. Die vom FA ge&auml;u&szlig;erte Ansicht, dem Kl&auml;ger stehe im Fall der rechtswidrigen &Auml;nderung eines rechtswidrigen Einkommensteuerbescheids nach dem Rechtsgedanken des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO kein Verzinsungsanspruch zu, sei unzutreffend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision bringt das FA vor: Das FG sei f&auml;lschlicherweise von der Anwendbarkeit des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO ausgegangen. Durch eine rechtswidrige Ber&uuml;cksichtigung eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses werde der Zinslauf des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO nicht ausgel&ouml;st. Dies entspreche dem Zweck der Vorschrift. Bis zum Eintritt des r&uuml;ckwirkenden Ereignisses k&ouml;nnten weder Steuerpflichtiger noch Finanzverwaltung Liquidit&auml;tsvorteile ziehen. Schlie&szlig;lich sei auch zu ber&uuml;cksichtigen, dass die &Auml;nderung im Einvernehmen zwischen allen Beteiligten vorgenommen worden sei. Dies erfordere eine &quot;wertneutrale&quot; Auslegung des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO. Selbst wenn man davon ausgehe, dass &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO nicht auf rechtswidrige Bescheide anzuwenden sei, sei &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO anwendbar. Hier sei aufgrund der irrigen Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts &#8211;der Unterstellung eines falschen Werts der Anteile an den Kapitalgesellschaften bei verdeckter Einlage in die K-GmbH&#8211; der Steuerbescheid vom 29.04.2008 ergangen. Dieser sei dann auf Antrag des Kl&auml;gers mit &Auml;nderungsbescheid vom 08.03.2017 zugunsten des Steuerpflichtigen &#8211;Reduktion der festgesetzten Steuer und Zahllast&#8211; abge&auml;ndert worden. Dass dieser &Auml;nderungsbescheid rechtswidrig gewesen sei, sei unsch&auml;dlich. Daher h&auml;tten aus dem Sachverhalt durch Erlass eines weiteren Steuerbescheids die richtigen steuerlichen Folgen gezogen werden k&ouml;nnen. Ein Steuerbescheid i.S. des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO k&ouml;nne auch ein Zinsbescheid sein. Hier sei nach Sinn und Zweck der Vorschrift des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO eine angemessene L&ouml;sung zu finden, zumal der Kl&auml;ger nicht schutzw&uuml;rdig sei. Der Kl&auml;ger habe durch den rechtswidrigen &Auml;nderungsbescheid, der f&auml;lschlicherweise ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis zugrunde gelegt habe, eine erhebliche Verringerung der Steuer erreicht. Konsequenterweise m&uuml;sse er jetzt auch eine geringere Zinssumme hinnehmen. Anderenfalls profitiere der Kl&auml;ger doppelt von der rechtswidrigen Ber&uuml;cksichtigung des r&uuml;ckwirkenden Ereignisses.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG vom 29.08.2018&nbsp;&#8211; 3&nbsp;K&nbsp;3206\/17 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zutreffend das FA verpflichtet, den aus dem Einkommensteuerbescheid 2006 vom 08.03.2017 folgenden Erstattungsbetrag nach &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1, Abs.&nbsp;3, &sect;&nbsp;238 Abs.&nbsp;1 und 2 AO zu verzinsen. Es hat zu Recht eine Anwendung des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO abgelehnt (dazu unter 1.) und eine Verzinsung nach &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2 und 3&nbsp;AO angenommen (dazu unter 2.). Die vom FA angef&uuml;hrte &Auml;nderungsnorm des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO ist vom FG zutreffend weder unmittelbar noch nach ihrem Rechtsgedanken angewendet worden (dazu unter 3.). Auf die Frage, ob das Zinsniveau des &sect;&nbsp;238&nbsp;Abs.&nbsp;1&nbsp;AO mit dem Grundgesetz (GG) vereinbar ist, braucht in diesem Verfahren nicht eingegangen werden (dazu unter 4.). Die Sache ist spruchreif (dazu unter 5.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat zun&auml;chst zutreffend eine Anwendung des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO abgelehnt, weil es an den Voraussetzungen f&uuml;r die Annahme eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses i.S. des &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO sind Zinsen u.a. dann festzusetzen, wenn die Festsetzung der Einkommensteuer zu einem Unterschiedsbetrag i.S. des Abs.&nbsp;3 der Vorschrift f&uuml;hrt. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO gilt: Soweit die Steuerfestsetzung auf der Ber&uuml;cksichtigung eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses (&sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 und Abs.&nbsp;2 AO) oder auf einem Verlustabzug nach &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;1 EStG beruht, beginnt der Zinslauf abweichend von &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 und 2&nbsp;AO 15&nbsp;Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem das r&uuml;ckwirkende Ereignis eingetreten oder der Verlust entstanden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Mit dem FG war im Streitfall kein Teil-Unterschiedsbetrag nach &sect;&nbsp;233a&nbsp;Abs.&nbsp;2a&nbsp;i.V.m. Abs.&nbsp;7&nbsp;Satz&nbsp;1&nbsp;AO f&uuml;r die Herabsetzung der Einkommensteuer zu berechnen, die aufgrund des ge&auml;nderten Ansatzes des Einlagewerts der Anteile der A-GmbH, der B-GmbH und C-GmbH festzusetzen war. Denn der ge&auml;nderte Ansatz des Einlagewerts im ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid 2006 vom 08.03.2017 stellt kein r&uuml;ckwirkendes Ereignis i.S. des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a i.V.m. &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Frage, ob der nachtr&auml;glichen &Auml;nderung des Sachverhalts r&uuml;ckwirkende steuerliche Bedeutung zukommt, bestimmt sich in &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO &#8211;nicht anders als in &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO (vgl. Bundesfinanzhof &#8211;BFH&#8211;, Urteil vom 12.07.2017&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;86\/15, BFHE 259, 200, BStBl II 2018, 138, Rz&nbsp;15 unter Hinweis auf den Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 19.07.1993&nbsp;&#8211; GrS&nbsp;2\/92, BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897) allein nach dem jeweils einschl&auml;gigen materiellen Recht. Ma&szlig;geblich ist der materielle Grund, nicht die verfahrensm&auml;&szlig;ige Umsetzung. F&uuml;r das Vorliegen eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses kommt es im Streitfall sonach auf die zugrunde liegende einkommensteuerliche Rechtslage an (vgl. BFH-Urteile vom 18.05.1999&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;60\/98, BFHE 188,&nbsp;542, BStBl II 1999, 634, unter II.2.a&nbsp;aa, Rz&nbsp;14, und vom 17.02.2010&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;52\/09, BFHE 229, 1, BStBl II 2011, 340, Rz&nbsp;12; Heuermann in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;233a&nbsp;AO Rz&nbsp;33a; K&ouml;gel in Gosch, AO &sect;&nbsp;233a Rz&nbsp;94&nbsp;f.; Tz.&nbsp;10.2 des Anwendungserlasses zur Abgabenordnung &#8211;AEAO&#8211; zu &sect;&nbsp;233a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Bezugnahme auf &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 und Abs.&nbsp;2 AO in dem in &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a&nbsp; AO enthaltenen Klammerzusatz beschr&auml;nkt sich insoweit auf die Voraussetzung des r&uuml;ckwirkenden Ereignisses; sie bedeutet nicht, dass auch die verfahrensrechtlichen Erfordernisse dieser Vorschriften erf&uuml;llt sein m&uuml;ssten (vgl. BFH-Urteile in BFHE&nbsp;259,&nbsp;200, BStBl II 2018, 138, Rz&nbsp;16, und in BFHE 188, 542, BStBl II 1999, 634, unter II.2.a&nbsp;cc, Rz&nbsp;16). Ma&szlig;geblich ist der materielle Grund, nicht die verfahrensrechtliche Umsetzung (vgl. BFH-Urteil in BFHE 229, 1, BStBl II 2011, 340, Rz&nbsp;12; Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung\/Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;233a&nbsp;AO Rz&nbsp;64). Daf&uuml;r spricht nicht nur der Wortlaut, der von der &quot;Ber&uuml;cksichtigung&quot; des r&uuml;ckwirkenden Ereignisses spricht und nicht auf die Anwendung einer bestimmten Korrekturvorschrift abstellt. F&uuml;r die angesprochene Auslegung spricht auch der Sinn und Zweck des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO. Der unterschiedliche Beginn des Zinslaufs in &sect;&nbsp;233a&nbsp;Abs.&nbsp;2&nbsp;AO einerseits und in &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO andererseits beruht auf dem Gedanken, dass ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis zu Gunsten wie zu Lasten des Steuerpflichtigen bei der urspr&uuml;nglichen Steuerfestsetzung noch nicht ber&uuml;cksichtigt werden konnte und daher weder der Steuerpflichtige noch das FA vor Eintritt des r&uuml;ckwirkenden Ereignisses einen Liquidit&auml;tsvor- oder -nachteil erlitten haben, den zu kompensieren das Ziel des &sect;&nbsp;233a AO ist (vgl. BFH-Urteile in BFHE 188, 542, BStBl II 1999, 634, unter 2.b&nbsp;bb, Rz&nbsp;19; in BFHE 229, 1, BStBl II 2011, 340, Rz&nbsp;14, und in BFHE 259, 200, BStBl II 2018, 138, Rz&nbsp;16; so auch die einhellige Kommentarliteratur, vgl. Heuermann in HHSp, &sect;&nbsp;233a AO Rz&nbsp;32).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Begriff &quot;r&uuml;ckwirkendes Ereignis&quot; umfasst alle rechtlich bedeutsamen Vorg&auml;nge; dazu rechnen nicht nur solche mit ausschlie&szlig;lich rechtlichem Bezug, sondern auch tats&auml;chliche Lebensvorg&auml;nge (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897, unter C.II.1.a, Rz&nbsp;57). Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO liegen nicht vor, wenn das FA &#8211;wie im Fall des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 AO&#8211; lediglich nachtr&auml;glich Kenntnis von einem bereits gegebenen Sachverhalt erlangt (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897, unter C.II.1.a, Rz&nbsp;58, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist in dem ge&auml;nderten Ansatz des Einlagewerts der Anteile an der A-GmbH, der B-GmbH und C-GmbH kein r&uuml;ckwirkendes Ereignis zu sehen. Zwar liegt insoweit ein rechtlich bedeutsamer Lebensvorgang vor, weil der Einlagewert nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG als Ver&auml;u&szlig;erungspreis gilt und damit als Besteuerungsmerkmal unmittelbar auf den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn i.S. des &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 EStG Einfluss hat. Dieser Einlagewert hat sich aber nicht r&uuml;ckwirkend ge&auml;ndert, sondern war von Beginn an mit dem Nennwert der eingelegten Anteile anzusetzen. Der zun&auml;chst angesetzte Einlagewert, der unter Ber&uuml;cksichtigung der sp&auml;teren Ver&auml;u&szlig;erung seitens der K-GmbH an die L-AG vom 23.05.2006 ermittelt worden war, war fehlerhaft und zu hoch angesetzt. Dies hat sich in der Folge des Rechtsstreits vor dem LG &#8230; mit dem in 2017 rechtskr&auml;ftig gewordenen Urteil vom XX.XX.2016 herausgestellt. Insoweit handelt es sich &#8211;was zwischen den Beteiligten auch nicht streitig ist&#8211; um eine neue (steuermindernde) Tatsache und nicht um eine r&uuml;ckwirkende Ver&auml;nderung und damit nicht um ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis. Der nachtr&auml;glich bekannt gewordene zutreffende Einlagewert schaffte mithin keine neue Sachverhaltslage. Vielmehr erf&uuml;llte der unver&auml;nderte Lebenssachverhalt (Einlage der Anteile der A-GmbH, der B-GmbH und C-GmbH in die K-GmbH) weiterhin den Tatbestand des &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG, nur mit der von vornherein zutreffenden Bemessungsgrundlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar ist &#8211;auch dies ist zwischen den Beteiligten unstreitig&#8211; auf der Grundlage der Entscheidung des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897, unter C.II.1.a, Rz&nbsp;57 die nachtr&auml;gliche &Auml;nderung einer Kaufpreisforderung bezogen auf den punktuellen Ansatz eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 EStG ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis. Dieses r&uuml;ckwirkende Ereignis bezieht sich aber auf den Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang der K-GmbH, nicht die Besteuerung der verdeckten Einlage seitens des Kl&auml;gers. Dieser Einlagevorgang wird von dem Rechtsstreit vor dem LG &#8230; weder ber&uuml;hrt noch wurde dieser Einlagevorgang ge&auml;ndert oder r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat ohne Rechtsfehler eine Verzinsung nach &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2 und 3&nbsp;AO mit einem Zinslauf beginnend ab dem 01.04.2008 angenommen. Das FA war nach &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG verpflichtet, die bisherige Zinsfestsetzung zu &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO beginnt der Zinslauf grunds&auml;tzlich 15&nbsp;Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist (Karenzzeit). Der Zinslauf endet mit Ablauf des Tages, an dem die ge&auml;nderte Steuerfestsetzung wirksam wird (&sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3, &sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO). Ma&szlig;gebend f&uuml;r die Zinsfestsetzung nach &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 AO ist der Unterschiedsbetrag, der sich aus der festgesetzten Steuer vermindert um die anzurechnenden Steuerabzugsbetr&auml;ge, die anzurechnende K&ouml;rperschaftsteuer und die bis zum Beginn des Zinslaufs festgesetzten Vorauszahlungen ergibt (Unterschiedsbetrag). Ein Unterschiedsbetrag zugunsten des Steuerpflichtigen ist nur bis zur H&ouml;he des zu erstattenden Betrags zu verzinsen; die Verzinsung beginnt fr&uuml;hestens mit dem Tag der Zahlung (&sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird eine Steuerfestsetzung aufgehoben, ge&auml;ndert oder nach &sect;&nbsp;129&nbsp;AO berichtigt, ist eine bisherige Zinsfestsetzung zu &auml;ndern (&sect;&nbsp;233a&nbsp;Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Halbsatz AO). Steuerbescheid und Zinsbescheid stehen im Verh&auml;ltnis von Grundlagen- und Folgebescheid zueinander (Klein\/R&uuml;sken, AO, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;233a Rz&nbsp;41; K&ouml;gel in Gosch, AO &sect;&nbsp;233a Rz&nbsp;158). Ma&szlig;gebend f&uuml;r die Zinsberechnung ist der Unterschiedsbetrag zwischen der festgesetzten Steuer (Soll) und der vorher festgesetzten Steuer (Vorsoll), jeweils vermindert um die anzurechnenden Steuerabzugsbetr&auml;ge und um die anzurechnende K&ouml;rperschaftsteuer (&sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 AO). Dem sich hiernach ergebenden Zinsbetrag sind bisher festzusetzende Zinsen hinzuzurechnen; bei einem Unterschiedsbetrag zugunsten des Steuerpflichtigen entfallen hierauf festgesetzte Zinsen (&sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Voraussetzungen beginnt der Zinslauf hier am 01.04.2008 f&uuml;r die nach &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;1 EStG mit Ablauf des Veranlagungszeitraums 2006 entstandene Einkommensteuer. Ma&szlig;gebend f&uuml;r den Erstattungsbetrag und damit die daraus folgende Zinsfestsetzung ist &#8211;wie das FG zutreffend ausgef&uuml;hrt hat&#8211; die mit ge&auml;ndertem Einkommensteuerbescheid vom 08.03.2017 ausgel&ouml;ste niedrigere Steuerfestsetzung in H&ouml;he von 68.080&nbsp;EUR. Die zuvor ergangene Steuerfestsetzung zur Einkommensteuer 2006 in der Einspruchsentscheidung vom 01.11.2011 hatte eine Einkommensteuerfestsetzung in H&ouml;he von 555.070&nbsp;EUR zum Inhalt. Der unter Ber&uuml;cksichtigung von anzurechnenden Steuerabzugsbetr&auml;gen und Vorauszahlungen sowie der im Hinblick auf den Zeitpunkt der Zahlungen ggf. noch zu berichtigende ma&szlig;gebliche Unterschiedsbetrag bel&auml;uft sich daher auf 486.990&nbsp;EUR. Die bereits festgesetzten und bislang nicht erstatteten Nachzahlungszinsen sind nach Ma&szlig;gabe des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 und 3 AO aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da der ge&auml;nderte Einkommensteuerbescheid vom 08.03.2017 bestandskr&auml;ftig ist, spielt es f&uuml;r die Steuerfestsetzung keine Rolle, dass f&uuml;r eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO die tatbestandlichen Voraussetzungen nicht vorlagen und f&uuml;r eine (materiell-rechtlich) zutreffende &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO wegen einer neuen steuermindernden Tatsache die Regelungen der Festsetzungsverj&auml;hrung entgegenstanden. F&uuml;r die Festsetzung von Zinsen wegen einer &Auml;nderung der Steuerfestsetzung nach &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2, Abs.&nbsp;5 AO ist es ohne Belang, auf welcher Rechtsgrundlage die &Auml;nderung besteht (Loose in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;233a AO Rz&nbsp;50; Klein\/R&uuml;sken, a.a.O., &sect;&nbsp;233a Rz&nbsp;41). Bestandskr&auml;ftige &Auml;nderungsbescheide, die nicht unter die Regelung des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO fallen, l&ouml;sen die Verzinsungspflicht nach &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 AO aus. Nur so kann dem Grundsatz der Vollverzinsung Rechnung getragen werden, die Zinsvorteile und -nachteile auszugleichen, die mit der Zahlung der Steuer an das FA zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstehen (vgl. Loose in Tipke\/Kruse, a.a.O, &sect;&nbsp;233 AO Rz&nbsp;1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die vom FA angef&uuml;hrte Vorschrift des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO ist nicht anwendbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ist aufgrund irriger Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts ein Steuerbescheid ergangen, der aufgrund eines Rechtsbehelfs oder sonst auf Antrag des Steuerpflichtigen durch die Finanzbeh&ouml;rde zu seinen Gunsten aufgehoben oder ge&auml;ndert wird, so k&ouml;nnen nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO aus dem Sachverhalt nachtr&auml;glich durch Erlass oder &Auml;nderung eines Steuerbescheids die richtigen steuerlichen Folgerungen gezogen werden. Durch die Vorschrift soll die M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet werden, dass Folgerungen aus einem bestimmten Sachverhalt, die zun&auml;chst nicht im &quot;richtigen&quot; Bescheid, sondern in einem anderen Verfahren gezogen wurden, durch &Auml;nderung des &quot;richtigen&quot; Bescheids oder durch erstmaligen Erlass eines solchen noch gezogen werden k&ouml;nnen (vgl. BFH-Urteil vom 08.07.1992&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;54\/89, BFHE 168, 231, BStBl II 1992, 867, unter 2., Rz&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Irrige Beurteilung eines Sachverhalts bedeutet, dass sich die Beurteilung eines &quot;bestimmten Sachverhalts&quot; nachtr&auml;glich als unrichtig erweist. Sachverhalt i.S. des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO ist der einzelne Lebensvorgang, an den das Gesetz steuerliche Folgen kn&uuml;pft (vgl. BFH-Urteile vom 14.01.2010&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;33\/07, BFHE&nbsp;228, 122, BStBl II 2010, 586, Rz&nbsp;23; vom 10.05.2012&nbsp;&#8211; IV&nbsp;R&nbsp;34\/09, BFHE 239, 485, BStBl II 2013, 471, Rz&nbsp;26, m.w.N.; vom 24.04.2013&nbsp;&#8211; II&nbsp;R&nbsp;53\/10, BFHE 241, 63, BStBl II 2013, 755, Rz&nbsp;21; vom 19.08.2015&nbsp;&#8211; X&nbsp;R&nbsp;50\/13, BFHE 251, 389, BStBl II 2017, 15, Rz&nbsp;20). Die Vorschrift l&auml;sst jedoch weder eine uneingeschr&auml;nkte Fehlerkorrektur zu (vgl. Loose in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;174&nbsp;AO Rz&nbsp;39, m.w.N.; von&nbsp;Groll in HHSp, &sect;&nbsp;174&nbsp;AO Rz&nbsp;277), noch enth&auml;lt sie eine &quot;Fernwirkung&quot;, die es erm&ouml;glicht, bei einer &Auml;nderung zugunsten des Steuerpflichtigen nicht nur die steuerlichen Folgen aus dem betroffenen Sachverhalt, sondern erg&auml;nzende Rechtsfolgen f&uuml;r die gesamte Steuerveranlagung mitsamt Zinsfestsetzung richtig zu stellen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 168, 231, BStBl II 1992, 867, am Ende der Entscheidungsgr&uuml;nde, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen stellt die Vorschrift keine Grundlage dar, die beantragte Zinsfestsetzung zu verweigern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der (irrigen) Annahme eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses und den f&uuml;r die Verzinsung nach &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2 AO erforderlichen Tatsachen handelt es sich nicht um ein und denselben Sachverhalt, sondern um unterschiedliche Sachverhalte, die nicht einer Korrektur nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO zug&auml;nglich sind. Die irrige Annahme eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses kn&uuml;pfte an die R&uuml;ckg&auml;ngigmachung der Ver&auml;u&szlig;erung der Anteile von der K-GmbH an die L-AG an. Der Verzinsung in Erstattungsf&auml;llen liegt die &Auml;nderung von steuerlichen Sollstellungen aus den Bescheiden vom 01.11.2011 und vom 08.03.2017 sowie im Hinblick auf die Ist-Verzinsung die geleisteten Zahlungen zu Grunde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Regelung enth&auml;lt nach ihrem Wortlaut die Befugnis zum &quot;Erlass oder &Auml;nderung eines Steuerbescheids&quot; (vgl. BFH-Urteil vom 11.05.2010&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;25\/09, BFHE 230, 203, BStBl II 2010, 953, Rz&nbsp;12). Zwar kann Steuerbescheid auch ein Zinsbescheid sein, da auf Zinsbescheide die f&uuml;r Steuern geltenden Vorschriften anzuwenden sind (&sect;&nbsp;239 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO, vgl. auch Tz.&nbsp;1 AEAO zu &sect;&nbsp;239). Die Vorschrift stellt aber keine Befugnis dar, einen nach den Regelungen der AO eindeutig bestehenden Verzinsungsanspruch zu versagen, sondern befugt nur zur &Auml;nderung oder zum Erlass eines Bescheids.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch der fehlerhafte Erlass eines &Auml;nderungsbescheids am 08.03.2017 rechtfertigt keine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;174&nbsp;Abs.&nbsp;4&nbsp;AO. Zwar lag dem ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid vom 08.03.2017, der nunmehr den zutreffenden Einlagewert zu Grunde legt, die materiell-rechtlich fehlerhafte und irrige Beurteilung zu Grunde, es liege ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis vor. Diese Steuerfestsetzung ist aber nicht auf Grund eines Rechtsbehelfs oder auf Antrag des Kl&auml;gers ge&auml;ndert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Streitfrage, ob das Zinsniveau des &sect;&nbsp;238&nbsp;Abs.&nbsp;1 AO mit Art.&nbsp;3&nbsp;Abs.&nbsp;1 GG vereinbar ist, braucht nicht entschieden zu werden (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 25.04.2018&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;21\/18, BFHE 260, 431, BStBl II 2018, 415, und vom 03.09.2018&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;15\/18, BFH\/NV 2018,&nbsp;1279). Das FA kann auf der Grundlage des Schreibens des Bundesministeriums der Finanzen vom 02.05.2019 (BStBl I 2019, 448) die Zinsfestsetzung nach &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 AO vorl&auml;ufig vornehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Sache ist spruchreif (&sect;&nbsp;101&nbsp;Satz&nbsp;1&nbsp;FGO). Nach den vorstehenden Ausf&uuml;hrungen war das FA zu verpflichten, die Zinsen unter Ber&uuml;cksichtigung der geleisteten Zahlungen und des Erstattungsbetrags neu festzusetzen. Eine Festsetzung durch den Senat nach &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO kommt nicht in Betracht, weil diese Vorschrift auf reine Anfechtungsbegehren beschr&auml;nkt ist. Die Klage auf Erlass eines (ge&auml;nderten) Zinsbescheids f&auml;llt aber als Verpflichtungsklage in den Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;101 Satz&nbsp;1 FGO, der den Erlass des begehrten Verwaltungsakts durch das Gericht nicht zul&auml;sst (vgl. BFH-Urteile vom 29.03.2007&nbsp;&#8211; IX&nbsp;R&nbsp;9\/05, BFH\/NV 2007, 1617, unter II.1.a, Rz&nbsp;15, und IX&nbsp;R&nbsp;21\/05, BFH\/NV 2007, 2077, unter 3., Rz&nbsp;17; Gr&auml;ber\/Stapperfend, Finanzgerichtsordnung, 9.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;101 Rz&nbsp;8; Brandis in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;101&nbsp;FGO Rz&nbsp;1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135&nbsp;Abs.&nbsp;2&nbsp;FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.7.2019, IX R 25\/18ECLI:DE:BFH:2019:U.230719.IXR25.18.0 Verzinsung aufgrund eines rechtswidrigen, aber bestandskr&auml;ftigen &Auml;nderungsbescheids Leits&auml;tze NV: Ein fehlerhaft auf das Vorliegen eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses gest&uuml;tzter, aber bestandskr&auml;ftiger &Auml;nderungsbescheid l&ouml;st die Verzinsung nach &sect; 233a Abs. 2 AO und nicht nach &sect; 233a Abs. 2a AO aus. Tenor Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-25-18-verzinsung-aufgrund-eines-rechtswidrigen-aber-bestandskraeftigen-aenderungsbescheids\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;25\/18 &#8211; Verzinsung aufgrund eines rechtswidrigen, aber bestandskr&auml;ftigen &Auml;nderungsbescheids<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71442","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71442","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71442"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71442\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71442"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71442"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71442"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}