{"id":71447,"date":"2019-11-16T18:51:52","date_gmt":"2019-11-16T16:51:52","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71447"},"modified":"2019-11-16T18:51:52","modified_gmt":"2019-11-16T16:51:52","slug":"v-r-14-17-steuerfreie-leistungen-eines-dirigenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-14-17-steuerfreie-leistungen-eines-dirigenten\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;14\/17 &#8211; Steuerfreie Leistungen eines Dirigenten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.8.2019, V R 14\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.220819.VR14.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerfreie Leistungen eines Dirigenten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Leistungen eines Dirigenten, dem die zust&auml;ndige Landesbeh&ouml;rde bescheinigt, dass er die gleichen kulturellen Aufgaben erf&uuml;llt wie z.B. ein Orchester oder Kammermusikensemble, sind nach &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a Satz 2 UStG steuerfrei (&Auml;nderung der Rechtsprechung, BFH-Urteil vom 18.02.2010 &#8211; V R 28\/08, BFHE 228, 474, BStBl II 2010, 876).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der Dirigent, dessen Leistungen nach &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a Satz 2 UStG steuerfrei sind, kann die Vorsteuerbetr&auml;ge auf im Inland erbrachte Vermittlungsleistungen ausl&auml;ndischer Konzertagenturen auch dann nicht nach &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 UStG abziehen, wenn er sie f&uuml;r Leistungen bezieht, die er im Ausland erbringt und die dort steuerbar und steuerpflichtig sind.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 15.03.2017 &#8211; 2 K 1510\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war im Streitjahr (2011) als Dirigent selbst&auml;ndig t&auml;tig. Er &uuml;bt seine T&auml;tigkeit in Konzert-, Opern- und Theaterh&auml;usern im Inland und im Ausland aus. Die Landesdirektion Sachsen bescheinigte ihm ab dem 01.01.2011 unbefristet, die gleichen kulturellen Aufgaben wie die in &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes i.d.F. des Streitjahres (UStG) zu erf&uuml;llen. F&uuml;r die Vermittlung von Engagements in Spanien, Italien und in den Niederlanden stellten zwei im &uuml;brigen Gemeinschaftsgebiet (Gro&szlig;britannien und Italien) ans&auml;ssige K&uuml;nstleragenturen dem Kl&auml;ger im Streitjahr Provisionen in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR in Rechnung, die auch im Streitjahr bezahlt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gelangte im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung zu dem Ergebnis, dass die Agenturen als im Ausland ans&auml;ssige Unternehmer Vermittlungsleistungen an den Kl&auml;ger erbracht h&auml;tten, die nach &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 UStG im Inland steuerbar seien. Die entsprechenden Umsatzsteuerbetr&auml;ge schulde der Kl&auml;ger als Leistungsempf&auml;nger nach &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;5 UStG. Die Betr&auml;ge k&ouml;nnten aber nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 UStG als Vorsteuer abgezogen werden, weil sie zur Verwendung f&uuml;r Leistungen im Ausland bezogen worden seien, die im Inland steuerfrei w&auml;ren (&sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG). Dementsprechend setzte das FA mit Bescheid vom 30.01.2015 die Umsatzsteuer f&uuml;r das Streitjahr auf &#8230;&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Nach dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1220 ver&ouml;ffentlichten Urteil des Finanzgerichts (FG) sei der Vorsteuerabzug gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG ausgeschlossen. Die Vermittlungsleistungen st&uuml;nden im Zusammenhang mit Ums&auml;tzen im Ausland, die nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 UStG steuerfrei w&auml;ren, wenn sie im Inland ausgef&uuml;hrt worden w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich der Kl&auml;ger mit der Revision. Die Steuerfreiheit der Dirigentenums&auml;tze erg&auml;be sich nicht aus &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a UStG, denn der Kl&auml;ger sei keine einem &quot;Orchester&quot; vergleichbare Einrichtung. Er berufe sich auch nicht auf Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;n der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.11.2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL). &Uuml;berdies w&auml;re die Versagung des Vorsteuerabzugs nicht mit dem unionsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz zu vereinbaren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das Urteil des S&auml;chsischen FG vom 15.03.2017&nbsp;&#8211;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;1510\/16 aufzuheben und den Umsatzsteuerbescheid von 2011 vom 30.01.2015 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 04.10.2016 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer 2011 um einen Betrag in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR gemindert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des Kl&auml;gers ist als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der Vorsteuerabzug aus den Vermittlungsleistungen ist nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG ausgeschlossen, weil die vermittelten Dirigentenleistungen im Inland nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 UStG steuerfrei w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 UStG kann der Unternehmer die Steuer f&uuml;r Leistungen i.S. des &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 und 2 UStG, die &#8211;wie hier die Vermittlungsleistungen der im Ausland ans&auml;ssigen K&uuml;nstleragenturen&#8211; f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, abziehen. Dem Leistungsempf&auml;nger wird damit der Vorsteuerabzug f&uuml;r die Steuer er&ouml;ffnet, die er nach &sect;&nbsp;13b UStG schuldet. Der Vorsteuerabzug ist aber nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG ausgeschlossen f&uuml;r Ums&auml;tze im Ausland, die steuerfrei w&auml;ren, wenn sie im Inland ausgef&uuml;hrt w&uuml;rden. Unionsrechtliche Grundlage daf&uuml;r ist Art.&nbsp;169 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a MwStSystRL. Danach berechtigen im Ausland ausgef&uuml;hrte Ums&auml;tze nur insoweit zum Vorsteuerabzug, als f&uuml;r diese Auslandsums&auml;tze das Recht auf Vorsteuerabzug best&uuml;nde, wenn sie im Inland bewirkt worden w&auml;ren. Die Richtlinienregelung formuliert mithin in positiver Weise das, was die nationale Regelung als Ausschluss im Zusammenhang mit Auslandsums&auml;tzen regelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf dieser Grundlage h&auml;ngt nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; (Urteil Morgan Stanley &#038; Co. International vom 24.01.2019&nbsp;&#8211; C-165\/17, EU:C:2019:58, Rz&nbsp;32, unter Hinweis auf die Urteile Monte Dei Paschi Di Siena vom 13.07.2000&nbsp;&#8211; C-136\/99, EU:C:2000:408, Rz&nbsp;28, und RBS Deutschland Holdings vom 22.12.2010&nbsp;&#8211; C-277\/09, EU:C:2010:810, Rz&nbsp;31 und 32) das in Art.&nbsp;169 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a MwStSystRL vorgesehene Recht auf Vorsteuerabzug von zwei Voraussetzungen ab, n&auml;mlich zum einen davon, dass die Ums&auml;tze, die ein Steuerpflichtiger in einem anderen Mitgliedstaat als demjenigen bewirkt, in dem die Mehrwertsteuer f&uuml;r die zur Bewirkung dieser Ums&auml;tze verwendeten Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen geschuldet oder entrichtet wird, in diesem anderen Mitgliedstaat steuerpflichtig sind, und zum anderen davon, dass diese Ums&auml;tze auch steuerpflichtig w&auml;ren, wenn sie in dem Mitgliedstaat, in dem die Mehrwertsteuer geschuldet oder entrichtet wird, bewirkt worden w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. An dieser zweiten Voraussetzung fehlt es hier, so dass der Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG ausgeschlossen ist. Der Kl&auml;ger hat die Vermittlungsleistungen f&uuml;r die Ausf&uuml;hrung von kulturellen sonstigen Leistungen verwendet, die nach &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 UStG am Sitzort der unternehmerischen Auftraggeber in den anderen Mitgliedsl&auml;ndern ausgef&uuml;hrt und dort steuerbar sind, die aber &#8211;wenn sie im Inland erbracht worden w&auml;ren&#8211; unter die Befreiungsvorschrift des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 UStG fallen w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Leistungen des Kl&auml;gers als Dirigent w&auml;ren nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 UStG im Inland steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Danach sind steuerfrei solche Ums&auml;tze von &#8211;mit &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG gleichartigen&#8211; Einrichtungen anderer Unternehmer, wenn die zust&auml;ndige Landesbeh&ouml;rde bescheinigt, dass sie die gleichen kulturellen Aufgaben wie die in &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG bezeichneten Einrichtungen erf&uuml;llen. Diese Voraussetzungen liegen vor. Der Kl&auml;ger ist eine &quot;Einrichtung&quot; in diesem Sinne, die &#8211;im hier gegebenen Zusammenhang&#8211; einem Orchester oder einem Kammermusikensemble gleichsteht. Unionsrechtliche Grundlage f&uuml;r diese Steuerbefreiung ist Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;n MwStSystRL. Die Mitgliedstaaten befreien danach u.a. bestimmte kulturelle Dienstleistungen von der Steuer, die von durch den Mitgliedstaat anerkannten kulturellen Einrichtungen erbracht werden. Dieser Norm kommt zwar keine unmittelbare Wirkung zu, so dass Steuerpflichtige sich nicht darauf berufen k&ouml;nnen (EuGH-Urteil British Film Institute vom 15.02.2017&nbsp;&#8211; C-592\/15, EU:C:2017:117, Leitsatz, Rz&nbsp;24). Sie ist aber bei der Auslegung der nationalen Steuerbefreiungsvorschrift heranzuziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Danach gilt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Der Begriff der &quot;anerkannten Einrichtungen&quot; (Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;n MwStSystRL und demgem&auml;&szlig; auch der Ausdruck der gleichartigen Einrichtung (&sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 UStG) schlie&szlig;t Einzelk&uuml;nstler nicht aus (EuGH-Urteil Hoffmann vom 03.04.2003&nbsp;&#8211; C-144\/00, EU:C:2003:192, Rz&nbsp;30; in diesem Sinne auch EuGH-Urteil Gregg vom 07.09.1999&nbsp;&#8211; C-216\/97, EU:C:1999:390, Rz&nbsp;21; EuGH-Urteil Les Jardins de Jouvence vom 21.01.2016&nbsp;&#8211; C-335\/14, EU:C:2016:36, Rz&nbsp;39). Kann mithin der Kl&auml;ger als nat&uuml;rliche Person und als Dirigent eine Einrichtung sein, kommt es f&uuml;r die weitere Voraussetzung der Gleichartigkeit auf die Vergleichbarkeit mit den im &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG genannten Einrichtungen an. Diese Voraussetzung ist im Rahmen der Steuerfestsetzung grunds&auml;tzlich selbst&auml;ndig zu pr&uuml;fen (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19.10.2011&nbsp;&#8211; XI&nbsp;R&nbsp;40\/09, BFH\/NV 2012, 798). Denn die Bescheinigung nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 UStG bezieht sich auf die im konditionalen zweiten Halbsatz des Satzes&nbsp;2 nach dem Wort &quot;wenn&quot; aufgef&uuml;hrten Voraussetzungen. Nur insoweit tritt auch eine Bindungswirkung dieser Bescheinigung als Grundlagenbescheid i.S. des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 der Abgabenordnung (AO) ein. Die Bescheinigung entscheidet nach &sect;&nbsp;182 AO verbindlich dar&uuml;ber, ob die Einrichtung die gleichen kulturellen Aufgaben wie die in &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG bezeichneten Einrichtungen erf&uuml;llen (BFH-Urteile vom 18.02.2010&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;28\/08, BFHE 228, 474, BStBl II 2010, 876, und vom 20.08.2009&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;25\/08, BFHE 226, 479, BStBl II 2010, 15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Indes ist der Inhalt der Bescheinigung auch f&uuml;r den Begriff der Gleichartigkeit in &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG heranzuziehen. Wenn danach eine nat&uuml;rliche Person eine Einrichtung sein kann, so ist auch die Leistung eines Dirigenten der Leistung eines Orchesters oder Kammermusikensembles gleichartig, wenn &#8211;was sich aus der Bescheinigung ergibt&#8211; der Dirigent die gleichen kulturellen Aufgaben wie ein Orchester oder wie ein Kammermusikensemble erf&uuml;llt. Beide Einrichtungen, das Orchester ebenso wie der Dirigent, wirken bei der Erbringung der Leistung &#8211;z.B. bei einem Konzert&#8211; zusammen und erf&uuml;llen ihre kulturellen Aufgaben gemeinsam.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Mithin ist der Kl&auml;ger mit seinen Dirigentenleistungen eine gleichartige Einrichtung i.S. des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 UStG, dessen Ums&auml;tze wie die eines Orchesters steuerfrei sind. Das entspricht im Ergebnis der bisherigen Rechtsprechung des erkennenden Senats, der in seinem Urteil in BFHE 228, 474, BStBl II 2010, 876 die Leistungen eines Orchestermusikers gegen&uuml;ber seinem Orchester als steuerfrei angesehen hat. Allerdings hat der Senat das nicht aus &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 UStG hergeleitet, sondern direkt aus der Richtlinie abgeleitet. Dies entspricht aber nicht mehr der unional vorgegebenen Rechtslage, nachdem der EuGH in seinem Urteil British Film Institute (EU:C:2017:117, Leitsatz, Rz&nbsp;24) die unmittelbare Wirkung und deshalb auch die Berufbarkeit auf diese Steuerfreiheit in Abrede stellt (zutreffend Oelmeier in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Rz&nbsp;26). Die Ziele des Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;n MwStSystRL (Art.&nbsp;288 Abs.&nbsp;3 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union) m&uuml;ssen deshalb &uuml;ber eine richtlinienkonforme Auslegung im nationalen Recht bei der Interpretation des auf Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;n MwStSystRL gr&uuml;ndenden &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 UStG ber&uuml;cksichtigt werden, deren Rechtsgrundlage sich in Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Vertrags zu Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft (EU-Vertrag) findet (zur Methodik vgl. Kokott, Steuerrecht der EU, &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;255&nbsp;ff.; Heuermann, Steuer und Wirtschaft 2018, 123&nbsp;ff.). Das entspricht auch der &uuml;berwiegenden Auffassung im Schrifttum (vgl. z.B. W&auml;ger in Rei&szlig;\/ Kraeusel\/Langer, UStG &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Rz&nbsp;23; Oelmeier in S&ouml;lch\/Ringleb, a.a.O., &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Rz&nbsp;26; Heidner in Bunjes, UStG, 18.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Rz&nbsp;10 und Rz&nbsp;4). Der erkennende Senat h&auml;lt also im Ergebnis (so auch Abschn.&nbsp;4.20.2. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses i.d.F. des Streitjahres), nicht in der Begr&uuml;ndung an seiner Entscheidung in BFHE 228, 474, BStBl II 2010, 876 fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auch die &uuml;brigen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 UStG liegen vor. Die Landesdirektion Dresden als zust&auml;ndige Landesbeh&ouml;rde hat durch Bescheid vom 04.11.2014 r&uuml;ckwirkend (zur Zul&auml;ssigkeit BFH-Urteil in BFHE 228, 474, BStBl II 2010, 876, Rz&nbsp;26, m.w.N.) f&uuml;r das Streitjahr bescheinigt, dass der Kl&auml;ger die gleichen kulturellen Aufgaben wie die in &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 UStG genannten Einrichtungen als Dirigent erf&uuml;llt. An diese Bescheinigung sind die Finanzgerichte nach &sect;&nbsp;182 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Liegen die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG mithin vor, ist der Vorsteuerabzug des Kl&auml;gers gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 UStG ausgeschlossen. Eine einschr&auml;nkende Auslegung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;20 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;2 UStG im Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 UStG dergestalt, dass der Vorsteuerausschluss nicht zur Anwendung kommt, wenn die in einem anderen Mitgliedstaat aufgef&uuml;hrten Verwendungsums&auml;tze dort steuerpflichtig sind (so Lippross, Umsatzsteuer, 24.&nbsp;Aufl., S.&nbsp;1111), ist dem Gesetz nicht zu entnehmen und widerspricht Art.&nbsp;169 Buchst.&nbsp;a MwStSystRL.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die vom Kl&auml;ger angef&uuml;hrte einschr&auml;nkende Auslegung ist auch nicht durch den unionsrechtlichen Grundsatz der Gleichbehandlung geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der allgemeine Gleichbehandlungsgrundsatz (Art.&nbsp;20 der Charta der Grundrechte der Europ&auml;ischen Union &#8211;EUGrdRCH&#8211;) geh&ouml;rt zu den Grundprinzipien des Unionsrechts. Er verlangt, dass vergleichbare Sachverhalte nicht unterschiedlich und unterschiedliche Sachverhalte nicht gleich behandelt werden, es sei denn, dass eine solche Behandlung objektiv gerechtfertigt ist (EuGH-Urteile Ruckdeschel und Hansa-Lagerhaus Str&ouml;h vom 19.10.1977&nbsp;&#8211; 117\/76 und 16\/77, EU:C:1977:160, Slg. 1977, 1753, Rz&nbsp;7; Jetair und BTWE Travel4you vom 13.03.2014&nbsp;&#8211; C-599\/12, EU:C:2014:144, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2014, 466, Rz&nbsp;53; bpost vom 11.02.2015&nbsp;&#8211; C-340\/13, EU:C:2015:77, Rz&nbsp;27; BFH-Urteil vom 08.02.2018&nbsp;&#8211; V&nbsp;R&nbsp;42\/15, BFHE 260, 573, BStBl II 2018, 676).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der allgemeine Gleichbehandlungsgrundsatz, dessen besondere Auspr&auml;gung auf Ebene des abgeleiteten Unionsrechts und auf dem Spezialgebiet des Steuerrechts der Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t ist, setzt voraus, dass die verschiedenen Gruppen von Wirtschaftsteilnehmern, die sich in einer vergleichbaren Situation befinden, gleich behandelt werden, damit jede Verzerrung des Wettbewerbs im Binnenmarkt vermieden wird (EuGH-Urteile Kommission\/Deutschland vom 08.02.2018&nbsp;&#8211; C-380\/16, EU:C:2018:76, Rz&nbsp;57; NCC Construction Danmark vom 29.10.2009&nbsp;&#8211; C-174\/08, EU:C:2009:669, Rz&nbsp;44).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t ist keine Regel des Prim&auml;rrechts, die f&uuml;r die Geltung einer Ausnahme bestimmend sein k&ouml;nnte, sondern ein Auslegungsgrundsatz, der neben anderen Grunds&auml;tzen anzuwenden ist (EuGH-Urteile Kommission\/ Deutschland, EU:C:2018:76, Rz&nbsp;58; vgl. in diesem Sinne auch EuGH-Urteil Deutsche Bank vom 19.07.2012&nbsp;&#8211; C-44\/11, EU:C:2012:484, Rz&nbsp;45). Dieser Grundsatz kann nicht einer vom Gesetzgeber ausdr&uuml;cklich vorgesehenen Ausnahme entgegenstehen und deren praktische Wirksamkeit beeintr&auml;chtigen (EuGH-Urteil Kommission\/Deutschland, EU:C:2018:76, Rz&nbsp;58).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Der Ausschluss des Vorsteuerabzugs durch die Steuerbefreiung im Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz 1 Nr.&nbsp;2 UStG ist auch dann nicht gleichheitswidrig, wenn die in dem anderen Mitgliedstaat ausgef&uuml;hrten Ums&auml;tze dort steuerpflichtig sind. Indem der Kl&auml;ger in anderen Mitgliedstaaten steuerbare und steuerpflichtige Leistungen erbringt und dabei mit vorsteuerabzugsberechtigten Dirigenten mit Sitz in anderen Mitgliedstaaten konkurriert, w&auml;hrend er wegen der Steuerfreiheit seiner Ums&auml;tze im Inland vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen ist, kommt darin nur zum Ausdruck, dass es nach den Vorgaben des Art.&nbsp;169 Buchst.&nbsp;a MwStSystRL auf das Recht des Staates des Leistungsbezuges und nicht auf das Recht des Staates der Leistungserbringung ankommt (s. oben II.1.). Daraus ergibt sich, dass der Unionsgesetzgeber die Situationen beider Gruppen (hier die Situation des Kl&auml;gers mit steuerfreien Ums&auml;tzen im Inland und die Lage der in einem anderen Mitgliedstaat ans&auml;ssigen Dirigenten mit dort steuerpflichtigen Ums&auml;tzen) nicht als vergleichbar angesehen hat (vgl. dazu auch EuGH-Urteil Jetair und BTWE Travel4you, EU:C:2014:144, HFR 2014, 466, Rz&nbsp;55&nbsp;f.; grundlegend auch Kokott, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;14). Insofern ist die vom Kl&auml;ger ger&uuml;gte &quot;Ungleichbehandlung&quot; zu den Dirigenten, die in einem anderen Mitgliedstaat (z.B. Italien) ans&auml;ssig sind und dort bei gleicher Leistungst&auml;tigkeit am gleichen Ort die entsprechenden Vorsteuerbetr&auml;ge abziehen k&ouml;nnen, nur eine systeminh&auml;rente und evidente Folge des Unionsrechts. Ein Ersuchen an den EuGH zur Vorabentscheidung kommt deshalb nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.8.2019, V R 14\/17ECLI:DE:BFH:2019:U.220819.VR14.17.0 Steuerfreie Leistungen eines Dirigenten Leits&auml;tze 1. Die Leistungen eines Dirigenten, dem die zust&auml;ndige Landesbeh&ouml;rde bescheinigt, dass er die gleichen kulturellen Aufgaben erf&uuml;llt wie z.B. ein Orchester oder Kammermusikensemble, sind nach &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a Satz 2 UStG steuerfrei (&Auml;nderung der Rechtsprechung, BFH-Urteil vom 18.02.2010 &#8211; V &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-14-17-steuerfreie-leistungen-eines-dirigenten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;14\/17 &#8211; Steuerfreie Leistungen eines Dirigenten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71447","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71447","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71447"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71447\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71447"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71447"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71447"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}