{"id":71449,"date":"2019-11-16T18:52:00","date_gmt":"2019-11-16T16:52:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71449"},"modified":"2019-11-16T18:52:00","modified_gmt":"2019-11-16T16:52:00","slug":"viii-r-18-16-steuerliche-beruecksichtigung-des-forderungsverzichts-eines-gesellschafters-einer-kapitalgesellschaft-nach-einfuehrung-der-abgeltungsteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-18-16-steuerliche-beruecksichtigung-des-forderungsverzichts-eines-gesellschafters-einer-kapitalgesellschaft-nach-einfuehrung-der-abgeltungsteuer\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;18\/16 &#8211; Steuerliche Ber&uuml;cksichtigung des Forderungsverzichts eines Gesellschafters einer Kapitalgesellschaft nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.8.2019, VIII R 18\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:U.060819.VIIIR18.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerliche Ber&uuml;cksichtigung des Forderungsverzichts eines Gesellschafters einer Kapitalgesellschaft nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasster, unbedingter Verzicht eines Gesellschafters auf einen Teil der ihm gegen die Kapitalgesellschaft zustehenden Darlehensforderung f&uuml;hrt zu einer Einlage i.S. des &sect; 20 Abs. 2 Satz 2 EStG, soweit der Gesellschafter auf den werthaltigen Teil der Forderung verzichtet (Anschluss an Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 09.06.1997 &#8211; GrS 1\/94, BFHE 183, 187, BStBl II 1998, 307, unter C.II.4.). Dies setzt voraus, dass der Verzichtsbetrag den Nennwert des nicht werthaltigen Teils der Forderung &uuml;bersteigt. Stehen dem durch die Einlage bewirkten Zufluss Anschaffungskosten in gleicher H&ouml;he gegen&uuml;ber, f&auml;llt kein Gewinn i.S. des &sect; 20 Abs. 4 EStG an.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der Verzicht des Gesellschafters auf den nicht werthaltigen Teil seiner Forderung gegen die Kapitalgesellschaft steht einer Abtretung gleich und f&uuml;hrt nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer zu einem gem&auml;&szlig; &sect; 20 Abs. 2 Satz 2 EStG steuerlich zu ber&uuml;cksichtigenden Forderungsausfall. Steuerliche Auswirkungen hat der Forderungsverzicht jedoch nur, wenn der Steuerpflichtige f&uuml;r den nicht werthaltigen Teil der Forderung Anschaffungskosten getragen hat.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 20.01.2016 &#8211; 14 K 14040\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die im Streitjahr (2010) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden. Der Kl&auml;ger war im Streitjahr mit 48,15&nbsp;% an der &#8230; GmbH (GmbH) beteiligt. Bis zum 31.12.2009 waren die &#8230; AG (AG) und die &#8230; Beteiligungsgesellschaft mbH (B-GmbH), die ebenfalls Anteilseigner der GmbH waren, als typisch stille Gesellschafter beteiligt. Bei Beendigung der typisch stillen Beteiligungen war die GmbH nicht in der Lage, die geleisteten Einlagen nebst Zinsen an die ausscheidenden stillen Gesellschafter auszuzahlen. Zum 31.12.2009 wies die GmbH einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von 1.477.819,07&nbsp;EUR auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariellen Vertr&auml;gen vom 04.06.2010 und 26.03.2010 traten die AG und die B-GmbH ihre Forderungen gegen die GmbH an den Kl&auml;ger sowie den weiteren Gesellschafter C ab. Der Kl&auml;ger erwarb Forderungen im Nennwert von 801.768,78&nbsp;EUR. Der hierf&uuml;r zu zahlende Kaufpreis betrug 364.154,60&nbsp;EUR. Ein Teilbetrag in H&ouml;he von 145.000&nbsp;EUR war sofort zu entrichten, der Restbetrag war &uuml;ber zehn Jahre, abh&auml;ngig von der wirtschaftlichen Entwicklung der GmbH, gestundet. Zur Finanzierung des sofort f&auml;lligen Kaufpreisanteils nahm der Kl&auml;ger ein Darlehen in H&ouml;he von 80.000&nbsp;EUR auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der abgetretenen Forderungen schloss der Kl&auml;ger am 08.07.2010 mit der GmbH einen Darlehensvertrag &uuml;ber 801.768&nbsp;EUR mit einer Verzinsung von 7% p.a. Der Zinsanspruch sollte erst entstehen, wenn in der Bilanz der GmbH erstmals kein &quot;nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag&quot; mehr ausgewiesen wurde. Die Laufzeit des Darlehens sollte am 31.12.2015 enden. Der Kl&auml;ger verzichtete in der Vereinbarung auf einen Teilbetrag seiner Darlehensforderung in H&ouml;he von 275.000&nbsp;EUR, ohne dass ein Rangr&uuml;cktritt vereinbart wurde. Gleichzeitig wurde in derselben H&ouml;he eine Zuf&uuml;hrung in die Kapitalr&uuml;cklage der GmbH beschlossen. In der Bilanz der GmbH zum 31.12.2010 wurde das verbleibende Gesellschafterdarlehen des Kl&auml;gers ausgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr erkl&auml;rte der Kl&auml;ger in der Anlage KAP lediglich Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit der Finanzierung des Kaufpreises f&uuml;r den Forderungserwerb in H&ouml;he von 3.470&nbsp;EUR. Er beantragte die G&uuml;nstigerpr&uuml;fung f&uuml;r s&auml;mtliche Kapitalertr&auml;ge, die &Uuml;berpr&uuml;fung des Steuereinbehalts f&uuml;r bestimmte Kapitalertr&auml;ge und die Anwendung der tariflichen Einkommensteuer (&sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung &#8211;EStG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr erkannte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Finanzierungskosten zun&auml;chst nur teilweise an. Die Kl&auml;ger legten u.a. wegen dieser nicht anerkannten Werbungskosten Einspruch ein. Im Einspruchsverfahren erlie&szlig; das FA einen Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid, in dem es die Finanzierungskosten in voller H&ouml;he steuermindernd ber&uuml;cksichtigte. Im &Uuml;brigen blieb der Einspruch ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger erhoben wegen weiterer &#8211;vorliegend nicht mehr streitgegenst&auml;ndlicher&#8211; Aufwendungen, die das FA zun&auml;chst steuerlich nicht ber&uuml;cksichtigt hatte, Klage. Sie machten erstmals im Klageverfahren geltend, dass dem Kl&auml;ger aufgrund des Teilverzichts auf seine Forderung aus dem Gesellschafterdarlehen ein Ver&auml;u&szlig;erungsverlust in H&ouml;he von 119.625&nbsp;EUR entstanden sei. Er habe die Darlehensforderungen gegen die GmbH teilentgeltlich erworben (43,5&nbsp;%) und im Zusammenhang mit dem Darlehensverzicht im Nennbetrag von 275.000&nbsp;EUR Anschaffungskosten in H&ouml;he von 119.625&nbsp;EUR aufgewandt (43,5&nbsp;% von 275.000&nbsp;EUR). Dieser Verlust aus dem Forderungsverzicht sei als negative Kapitaleink&uuml;nfte zu ber&uuml;cksichtigen und mit tariflich zu besteuernden Eink&uuml;nften zu verrechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die Klage mit Urteil vom 20.01.2016&nbsp;&#8211; 14&nbsp;K&nbsp;14040\/13 mit der Begr&uuml;ndung abgewiesen, dass der von den Kl&auml;gern geltend gemachte Verlust aus dem Forderungsverzicht weder gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 EStG noch gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 EStG steuerlich zu ber&uuml;cksichtigen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der hiergegen gerichteten Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung formellen und materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene FG-Urteil aufzuheben und den Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid vom 20.11.2013 dahin zu &auml;ndern, dass bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen des Kl&auml;gers ein mit den tarifbesteuerten Eink&uuml;nften verrechenbarer Ver&auml;u&szlig;erungsverlust in H&ouml;he von 119.625&nbsp;EUR in Ansatz gebracht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen .<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG ist im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass der Kl&auml;ger mit dem teilweisen Verzicht auf die Darlehensforderung keinen nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7, Satz&nbsp;2, Abs.&nbsp;4 EStG steuerlich zu ber&uuml;cksichtigenden Verlust erzielt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar kann &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; der Forderungsverzicht eines Gesellschafters gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7, Satz&nbsp;2 EStG zu negativen Eink&uuml;nften f&uuml;hren, die unter den Voraussetzungen des &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStG mit positiven Eink&uuml;nften anderer Einkunftsarten zu verrechnen sind (&sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG). Im vorliegenden Fall f&uuml;hrt der Forderungsverzicht nach den Grunds&auml;tzen der Entscheidung des Gro&szlig;en Senats des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 09.06.1997&nbsp;&#8211; GrS&nbsp;1\/94 (BFHE 183, 187, BStBl II 1998, 307) nicht zu einer (verdeckten) Einlage, die nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer unter &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG f&auml;llt, da der Kl&auml;ger nicht auf den werthaltigen Teil seiner Forderung verzichtet hat. Nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer kann aber der Verzicht auf den nicht werthaltigen Teil der Forderung zu negativen Kapitaleink&uuml;nften f&uuml;hren, da der Verzicht einer Abtretung der Forderung nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG gleich steht. Jedoch hat der Kl&auml;ger hinsichtlich des nicht werthaltigen&nbsp;&nbsp;Teils seiner Forderung keine Aufwendungen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;4 EStG getragen, so dass kein steuerlich zu ber&uuml;cksichtigender Verlust vorliegt. Der von den Kl&auml;gern ger&uuml;gte Versto&szlig; gegen &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 FGO liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Dem Kl&auml;ger stand gegen die GmbH eine Darlehensforderung im Nennbetrag von 801.768&nbsp;EUR und damit eine Kapitalforderung i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG zu. Der urspr&uuml;nglich gegen die GmbH gerichtete Auseinandersetzungsanspruch der AG sowie der B-GmbH ist mit Vertrag vom 08.07.2010 in ein Vereinbarungsdarlehen umgewandelt worden. Der Verzicht auf ein Gesellschafterdarlehen kann unter den Voraussetzungen des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7, Satz&nbsp;2 EStG zu negativen Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen f&uuml;hren. Das Verlustverrechnungsverbot des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;6 EStG steht einer Verrechnung solcher negativer Kapitaleink&uuml;nfte mit positiven Eink&uuml;nften aus anderen Einkunftsarten nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG nicht entgegen, wenn eine der Voraussetzungen des &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG erf&uuml;llt ist. Dies ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStG vorliegend der Fall, da der Kl&auml;ger zu mehr als 10&nbsp;% an der GmbH beteiligt war, der er ein Darlehen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG gew&auml;hrt hat. Er hat jedoch aufgrund des Forderungsverzichts keine negativen Kapitaleink&uuml;nfte erzielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Verzicht eines Gesellschafters auf eine Forderung gegen&uuml;ber seiner Kapitalgesellschaft f&uuml;hrt nach der Entscheidung des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 183, 187, BStBl II 1998, 307 (unter C.II.4.) zu einer Einlage der Forderung i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG. Ist die erlassene Forderung nicht mehr vollwertig, so beschr&auml;nkt sich die Einlage auf den werthaltigen Teil. In H&ouml;he des nicht werthaltigen Teils der Forderung liegt beim endg&uuml;ltigen Verzicht ein Forderungsausfall vor, der &#8211;anders als nach der Rechtslage zum Zeitpunkt der Entscheidung des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 183, 187, BStBl II 1998, 307&#8211; nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG steuerlich zu ber&uuml;cksichtigen ist (s. hierzu unter 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der Entscheidung des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 183, 187, BStBl II 1998, 307 f&uuml;hrt ein auf dem Gesellschaftsverh&auml;ltnis beruhender Verzicht eines Gesellschafters auf seine nicht mehr vollwertige Forderung gegen&uuml;ber seiner Kapitalgesellschaft zu einer Einlage, soweit der Kl&auml;ger auf den werthaltigen Teil der Forderung verzichtet. Daraus schlie&szlig;t der Senat, dass der Verzicht auf eine Teilforderung erst dann zu einer Einlage f&uuml;hrt, wenn der Verzichtsbetrag den Nennwert des nicht werthaltigen Teils der Forderung &uuml;bersteigt. Soweit dies der Fall ist, liegt eine Einlage vor, die nach der Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz 2 EStG zu besteuern ist. Stehen der Einlage (werthaltiger Teil der Forderung) Anschaffungskosten in gleicher H&ouml;he gegen&uuml;ber, entsteht durch die Einlage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;4 EStG kein Gewinn (vgl. Bl&uuml;mich\/Ratschow, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;391).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Vorliegend f&uuml;hrt der teilweise Verzicht des Kl&auml;gers auf seine entgeltlich erworbene Forderung nicht zu einer Einlage i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG. Der Kl&auml;ger hat im Streitjahr eine Forderung gegen die Gesellschaft im Nennwert von 801.768,78&nbsp;EUR f&uuml;r einen Kaufpreis von 364.154,60&nbsp;EUR erworben. Wenige Monate sp&auml;ter hat er auf einen Teilbetrag von 275.000&nbsp;EUR verzichtet. Der Senat geht aufgrund der kurzen Zeitspanne zwischen dem Erwerb der Forderung und dem Verzicht davon aus, dass die Forderung im Nennwert von 801.768&nbsp;EUR zum Zeitpunkt des Verzichts einen Teilwert in H&ouml;he des Kaufpreises von 364.154&nbsp;EUR hatte. Der Kl&auml;ger hat danach nicht auf den werthaltigen Teil der Forderung verzichtet. Hierf&uuml;r w&auml;re erforderlich gewesen, dass er auf einen Nennbetrag der Forderung verzichtet, der den nicht werthaltigen Teil der Forderung in H&ouml;he von rund 437.000&nbsp;EUR (801.768&nbsp;EUR&nbsp;.\/. 364.154&nbsp;EUR) &uuml;bersteigt. Mit dem Teilverzicht in H&ouml;he von 275.000&nbsp;EUR, der unter diesem Betrag liegt, hat der Kl&auml;ger somit lediglich auf den nicht werthaltigen Teil der Forderung verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dem steht nicht entgegen, dass nach den Feststellungen des FG im Zusammenhang mit dem Darlehensteilverzicht eine Zuf&uuml;hrung zur Kapitalr&uuml;cklage der GmbH beschlossen wurde. Der verzichtende Gesellschafter hat insoweit im Rahmen von &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 EStG keine Dispositionsbefugnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Verzicht auf den nicht werthaltigen Teil der Forderung f&auml;llt &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; unter den Realisationstatbestand des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG. Zu Unrecht geht das FA davon aus, dass sich die Rechtslage nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer nicht ge&auml;ndert habe und beim Verzicht auf den nicht werthaltigen Teil der Forderung ein steuerlich nicht zu ber&uuml;cksichtigender Forderungsausfall auf der privaten Verm&ouml;gensebene vorliege (so Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 18.01.2016&nbsp;&#8211; IV&nbsp;C&nbsp;1-S&nbsp;2252\/08\/10004:017, 2015\/0468306, BStBl I 2016, 85, Rz&nbsp;61&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG geh&ouml;rt zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung von sonstigen Kapitalforderungen jeder Art i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG. Als Ver&auml;u&szlig;erung in diesem Sinne gelten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;1 EStG auch die Einl&ouml;sung, R&uuml;ckzahlung, Abtretung oder verdeckte Einlage in eine Kapitalgesellschaft. Der Ver&auml;u&szlig;erung werden danach Ersatztatbest&auml;nde gleichgestellt, um alle Wertver&auml;nderungen im Zusammenhang mit Kapitalanlagen zu erfassen (BTDrucks 16\/4841, S.&nbsp;56). Die Ersatztatbest&auml;nde unterliegen daher im Rahmen der Gewinnermittlung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;4 EStG den gleichen Grunds&auml;tzen (vgl. Senatsurteile vom 24.10.2017&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;13\/15, BFHE 259, 535, zur Gleichstellung von Ver&auml;u&szlig;erung und R&uuml;ckzahlung; vom 20.11.2018&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;37\/15, BFHE 263, 169, zur Gleichstellung von Ver&auml;u&szlig;erung und Einl&ouml;sung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit die Forderung nicht mehr werthaltig ist, bewirkt der Forderungsverzicht einen Forderungsausfall und steht so dem ausdr&uuml;cklich vom Gesetz erfassten Realisationsvorgang einer Abtretung i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG gleich (so i.E. auch Stenert\/ Selle, Die Unternehmensbesteuerung 2018, 181&nbsp;f.; a.A. Schmidt\/Levedag, EStG, 38.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;150, 255: insgesamt verdeckte Einlage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2, Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG). Wirtschaftlich betrachtet macht es keinen Unterschied, ob der Gesellschafter eine Forderung an den Schuldner (die Gesellschaft) abtritt oder auf sie verzichtet (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 183, 187, BStBl II 1998, 307, 311; vgl. auch Jachmann-Michel, Betriebs-Berater 2018, 854, 861).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Anerkennung eines entsprechenden Verlustes steht die Freiwilligkeit des Verzichtes nicht entgegen (a.A. FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 12.07.2016&nbsp;&#8211; 3&nbsp;K&nbsp;1133\/14, Entscheidungen der Finanzgerichte 2016, 2073). &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 EStG differenziert nicht danach, ob Verluste zwangsl&auml;ufig eintreten oder willentlich herbeigef&uuml;hrt werden. Soweit das Steuergesetz an freie wirtschaftliche Dispositionen ankn&uuml;pft, liegt es in der Natur der Sache, dass der Steuerpflichtige den Zeitpunkt bzw. Zeitraum der Besteuerung bestimmen kann. Es steht grunds&auml;tzlich in seinem Belieben, ob, wann und mit welchem Ertrag er z.B. Wertpapiere erwirbt und wieder ver&auml;u&szlig;ert. Der Steuerpflichtige macht insoweit lediglich von gesetzlich vorgesehenen Gestaltungsm&ouml;glichkeiten Gebrauch, missbraucht diese aber nicht (vgl. auch Senatsurteil vom 12.06.2018&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;R&nbsp;32\/16, BFHE 262, 74, BStBl II 2019, 221).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Steuerliche Auswirkungen hat der Forderungsverzicht i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;4 EStG, wenn der Steuerpflichtige f&uuml;r den nicht werthaltigen Teil der Forderung Anschaffungskosten getragen hat. Dies ist vorliegend nicht der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der Regelung des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;4 EStG ist ein Gewinn bzw. Verlust im Sinne des Absatzes&nbsp;2 des &sect;&nbsp;20 EStG der Unterschied zwischen den Einnahmen aus der Ver&auml;u&szlig;erung nach Abzug der Aufwendungen, die im unmittelbaren sachlichen Zusammenhang mit dem Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft stehen, und den Anschaffungskosten. Danach kann ein Abtretungsverlust aus dem Verzicht auf eine Forderung als Realisationstatbestand (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG) nur entstehen, wenn dem nicht werthaltigen Teil abzugsf&auml;hige Anschaffungskosten zuzuordnen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hat der Gesellschafter seiner Gesellschaft ein Darlehen gew&auml;hrt, belaufen sich seine Anschaffungskosten regelm&auml;&szlig;ig auf den Nennbetrag der ausgereichten Mittel. Hat der Gesellschafter die Forderung &#8211;wie im Streitfall der Kl&auml;ger&#8211; von einem Dritten erworben, belaufen sich die Anschaffungskosten f&uuml;r die Forderung in der Regel auf den Kaufpreis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da im Streitfall die vom Kl&auml;ger getragenen Anschaffungskosten dem werthaltigen Teil der Forderung zuzuordnen sind, entfallen keine abzugsf&auml;higen Anschaffungskosten auf den nicht werthaltigen Teil (Forderungsausfall). Insoweit ist im Rahmen von &sect; 20 Abs.&nbsp;4 EStG davon auszugehen, dass der Erwerber der Forderung nur Aufwendungen f&uuml;r den zum Zeitpunkt des Erwerbs werthaltigen Teil der Forderung hat, auch wenn der Nennwert der Forderung h&ouml;her ist und mit deren Erwerb die Erwartung verbunden ist, dass die Forderung wieder werthaltig werden k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach diesen Grunds&auml;tzen hat der Kl&auml;ger keine Anschaffungskosten in Bezug auf den nicht werthaltigen Teil der Forderung getragen, auf den er verzichtet hat. Er hat die Forderung im Nennwert von 801.768&nbsp;EUR zum Kaufpreis von 364.154&nbsp;EUR erworben. Der Kaufpreis wurde bei wirtschaftlicher Betrachtung f&uuml;r den werthaltigen Teil der Forderung aufgewandt. Der Verzicht in H&ouml;he von 275.000&nbsp;EUR bezog sich aber, wie unter II.2. ausgef&uuml;hrt, auf den nicht werthaltigen Teil der Forderung, f&uuml;r den dem Kl&auml;ger keine Anschaffungskosten entstanden sind. Seine Leistungsf&auml;higkeit wurde durch den Verzicht auf den nicht werthaltigen Teil der Forderung folglich nicht gemindert, so dass kein steuerlich zu ber&uuml;cksichtigender Verlust vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Schlie&szlig;lich liegt auch der von den Kl&auml;gern ger&uuml;gte Versto&szlig; gegen &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 FGO nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein Urteil ist i.S. des &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 FGO nicht mit Gr&uuml;nden versehen und deshalb verfahrensfehlerhaft, wenn den Beteiligten die M&ouml;glichkeit entzogen ist, die getroffene Entscheidung auf ihre Rechtm&auml;&szlig;igkeit hin zu &uuml;berpr&uuml;fen. Dies ist dann der Fall, wenn die Begr&uuml;ndung des Urteilsspruchs &uuml;berhaupt oder im Hinblick auf einen selbst&auml;ndigen prozessualen Anspruch oder ein selbst&auml;ndiges Angriffs- oder Verteidigungsmittel fehlt oder wenn die Entscheidungsgr&uuml;nde nur aus inhaltsleeren Floskeln bestehen oder missverst&auml;ndlich und verworren sind (BFH-Beschl&uuml;sse vom 15.12.2005&nbsp;&#8211; IX&nbsp;B&nbsp;98\/05, BFH\/NV 2006, 768; vom 26.02.2010&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;17\/08, BFH\/NV 2010, 1083, und vom 01.02.2012&nbsp;&#8211; VI&nbsp;B&nbsp;71\/11, BFH\/NV 2012, 767).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dies ist vorliegend nicht der Fall, auch wenn das FG zur Begr&uuml;ndung seiner Entscheidung (teilweise) auf die Ausf&uuml;hrungen des FG D&uuml;sseldorf (Urteil vom 11.03.2015&nbsp;&#8211; 7&nbsp;K&nbsp;3661\/14&nbsp;E, betreffend Forderungsausfall, aufgehoben durch Senatsurteil in BFHE 259, 535) zur&uuml;ckgegriffen hat. F&uuml;r die Kl&auml;ger bestand die M&ouml;glichkeit, die vom FG getroffene Entscheidung auf ihre Rechtm&auml;&szlig;igkeit hin zu &uuml;berpr&uuml;fen. Dass die Begr&uuml;ndung des FG die Kl&auml;ger nicht &uuml;berzeugt und nicht ihren Erwartungen entspricht oder (m&ouml;glicherweise) l&uuml;ckenhaft bzw. in dem dargelegten Sinne teilweise rechtsfehlerhaft ist, stellt keinen Begr&uuml;ndungsmangel i.S. des &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 FGO dar (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2010, 1083).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.8.2019, VIII R 18\/16ECLI:DE:BFH:2019:U.060819.VIIIR18.16.0 Steuerliche Ber&uuml;cksichtigung des Forderungsverzichts eines Gesellschafters einer Kapitalgesellschaft nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer Leits&auml;tze 1. Ein durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasster, unbedingter Verzicht eines Gesellschafters auf einen Teil der ihm gegen die Kapitalgesellschaft zustehenden Darlehensforderung f&uuml;hrt zu einer Einlage i.S. des &sect; 20 Abs. 2 Satz 2 EStG, soweit der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-18-16-steuerliche-beruecksichtigung-des-forderungsverzichts-eines-gesellschafters-einer-kapitalgesellschaft-nach-einfuehrung-der-abgeltungsteuer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;18\/16 &#8211; Steuerliche Ber&uuml;cksichtigung des Forderungsverzichts eines Gesellschafters einer Kapitalgesellschaft nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71449","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71449","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71449"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71449\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71449"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71449"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71449"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}