{"id":71483,"date":"2019-11-28T19:17:15","date_gmt":"2019-11-28T17:17:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71483"},"modified":"2019-11-28T19:17:15","modified_gmt":"2019-11-28T17:17:15","slug":"v-b-57-18-verfahrensfehler-grundordnung-des-verfahrens-gewaehrung-rechtlichen-gehoers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-57-18-verfahrensfehler-grundordnung-des-verfahrens-gewaehrung-rechtlichen-gehoers\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;57\/18 &#8211; Verfahrensfehler, Grundordnung des Verfahrens, Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.8.2019, V B 57\/18<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.160819.VB57.18.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfahrensfehler, Grundordnung des Verfahrens, Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Das FG verst&ouml;&szlig;t nicht gegen die Grundordnung des Verfahrens, wenn es eine Klage abweist, obwohl das beklagte FA keinen (ausdr&uuml;cklichen) Antrag auf Klageabweisung gestellt hat.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Entscheidet das FG &uuml;ber einen kurz vor dem Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung gestellten Verlegungsantrag (hier: am Nachmittag des Vortags) nicht vor Beginn der am n&auml;chsten Vormittag terminierten m&uuml;ndlichen Verhandlung, liegt hierin keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 21.03.2018 &#8211; 4 K 770\/17 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist unbegr&uuml;ndet und daher durch Beschluss (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zur&uuml;ckzuweisen. Soweit die geltend gemachten Verfahrensm&auml;ngel (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) i.S. von &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO hinreichend dargelegt wurden, liegen sie jedenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Ohne Erfolg r&uuml;gt die Kl&auml;gerin als Versto&szlig; gegen die Grundordnung des Verfahrens (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;308 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;) , dass das Finanzgericht (FG) die Klage abwies, obwohl der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) in der m&uuml;ndlichen Verhandlung keinen Antrag auf Klageabweisung gestellt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;92 FGO regelt den Ablauf der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG. Nach Er&ouml;ffnung der m&uuml;ndlichen Verhandlung (Abs.&nbsp;1), dem Aufruf der Sache und dem Vortrag des wesentlichen Inhalts der Akten (Abs.&nbsp;2) erhalten die Beteiligten das Wort, &quot;um ihre Antr&auml;ge zu stellen und sie zu begr&uuml;nden&quot; (Abs.&nbsp;3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Diese Vorschrift hat indes nur verfahrensrechtliche Bedeutung. Denn sie bringt zum Ausdruck, dass den Beteiligten die <em>Gelegenheit der Antragstellung und Antragsbegr&uuml;ndung einger&auml;umt werden muss.<\/em> Daraus kann jedoch nicht abgeleitet werden, dass die Beteiligten Klageantr&auml;ge stellen m&uuml;ssen (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 26.11.1979&nbsp;&#8211; GrS&nbsp;1\/78, BFHE&nbsp;129, 117,&nbsp;BStBl II&nbsp;1980, 99, unter C.I.4.a, Rz&nbsp;38; Schallmoser in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;92 FGO, Anm.&nbsp;52).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der BFH hat daher im Urteil vom 17.07.2008&nbsp;&#8211; I&nbsp;R&nbsp;12\/08 &nbsp;BFHE&nbsp;222, 423,&nbsp;BStBl II&nbsp;2009, 160, unter II.3.) entschieden, dass eine unterbliebene Antragstellung des (im Revisionsverfahren) Beklagten einer Zur&uuml;ckweisung der Revision nicht entgegenstehe. Denn nach &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO, der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 FGO auch im Revisionsverfahren gilt, darf das Gericht zwar nicht &uuml;ber das Klagebegehren hinausgehen, es ist in diesem Sinne aber nur an den Antrag des Kl&auml;gers, nicht an denjenigen des Beklagten gebunden. Der Antrag des Beklagten ist in verfahrensrechtlicher Hinsicht nur eine Anregung an das Gericht, bei der Beurteilung der Rechtslage auf bestimmte Punkte besonders Wert zu legen (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 15.11.1971&nbsp;&#8211; GrS&nbsp;7\/70, BFHE 103, 456, 462, BStBl&nbsp;II 1972, 120, 123; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;96 FGO Anm.&nbsp;95). Ebenso wie der BFH in dem o.g. Revisionsverfahren konnte das FG daher ohne Verfahrensversto&szlig; die Klage der Kl&auml;gerin ohne Antrag des FA zur&uuml;ckweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit die Kl&auml;gerin zur Begr&uuml;ndung ihrer Beschwerde auf &sect;&nbsp;308 Abs.&nbsp;1 ZPO verweist, wonach das Gericht nicht befugt sei, einer Partei etwas zuzusprechen, was nicht beantragt wird, entspricht diese Vorschrift im Wesentlichen &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 FGO. Denn ebenso wie im finanzgerichtlichen Verfahren ist auch im Zivilprozessrecht anerkannt, dass der Regelungsbereich des &sect;&nbsp;308 Abs.&nbsp;1 ZPO nur den Sachantrag des Kl&auml;gers betrifft (vgl. Z&ouml;ller\/Feskorn, ZPO, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;308 ZPO Rz&nbsp;5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im &Uuml;brigen ist darauf hinzuweisen, dass das FG bei Nichterscheinen eines Beteiligten den &quot;Antrag&quot; auch im Wege der Auslegung des gesamten Vorbringens entnehmen kann (vgl. Wendl in Gosch, AO\/FGO, &sect;&nbsp;92 FGO, Rz&nbsp;75). Zu diesem Vorbringen geh&ouml;rt auch die mit den Steuerakten an das FG &uuml;bersandte Einspruchsentscheidung des FA. Im Streitfall erfolgte diese &Uuml;bersendung mit dem Schreiben des FA vom 20.09.2017 (Bl.&nbsp;32 FG-Akte). Soweit offensichtliche Anhaltspunkte fehlen, wird das FG im Allgemeinen davon ausgehen k&ouml;nnen, dass das FA sein Vorbringen aus der dem FG &uuml;bersandten Einspruchsentscheidung im Klageverfahren aufrechterhalten will und daher jedenfalls konkludent eine Klageabweisung begehrt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ohne Erfolg r&uuml;gt die Kl&auml;gerin in diesem Zusammenhang, das FG habe es zudem unterlassen, nach Feststellung des Verfahrensfehlers die Wiederer&ouml;ffnung der m&uuml;ndlichen Verhandlung anzuordnen (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;156 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp; 1 ZPO). Da es nach den Ausf&uuml;hrungen unter 1.a) bereits an einem Verfahrensfehler des FG fehlt, geht die Forderung der Kl&auml;gerin nach einer Wiederer&ouml;ffnung des Verfahrens ins Leere.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ein die Zulassung der Revision begr&uuml;ndender Verfahrensfehler des FG liegt auch nicht darin, dass das FG &uuml;ber den Antrag der Kl&auml;gerin auf Verlegung des Termins zur m&uuml;ndlichen Verhandlung vom Nachmittag des 20.3.2018 nicht vor Beginn der f&uuml;r den n&auml;chsten Vormittag terminierten m&uuml;ndlichen Verhandlung entschieden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;227 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 ZPO entscheidet der Vorsitzende &uuml;ber einen Antrag auf Aufhebung oder Verlegung eines Termins. Insofern besteht zwar ein Anspruch auf eine Entscheidung, die<em> grunds&auml;tzlich<\/em> auch vor dem anberaumten Termin ergehen muss. Die Nichtbeachtung dieses Anspruchs kann jedoch im Regelfall nicht mit der Nichtzulassungsbeschwerde geltend gemacht werden. Denn nach &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;2 FGO k&ouml;nnen weder Verf&uuml;gungen des Vorsitzenden noch Beschl&uuml;sse des Senats &uuml;ber eine beantragte Termins&auml;nderung mit der Beschwerde angefochten werden. Da dem Endurteil vorangegangene Entscheidungen, die nach der FGO unanfechtbar sind, nicht der Beurteilung der Revision unterliegen (&sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;2 FGO), kann auch eine Nichtzulassungsbeschwerde nicht auf eine blo&szlig; formell fehlerhafte Entscheidung des FG &uuml;ber einen Termins&auml;nderungsantrag gest&uuml;tzt werden (BFH-Beschluss vom 21.07.2011&nbsp;&#8211; IV&nbsp;B&nbsp;99\/10, BFH\/NV&nbsp;2011, 1904).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall kann der Senat offenlassen, ob ein Anspruch auf gesonderte Bescheidung eines Verlegungsantrags auch dann besteht, wenn der Antrag noch unmittelbar vor der m&uuml;ndlichen Verhandlung gestellt wird. Jedenfalls durfte die Kl&auml;gerin aus der unterbliebenen Mitteilung &uuml;ber die Behandlung ihres Aufhebungsantrags vern&uuml;nftigerweise nicht folgern, dass ihrem Antrag stattgegeben werde. Bereits in der Ladung vom 05.03.2018 war sie darauf hingewiesen worden, dass bei einem Ausbleiben auch ohne sie verhandelt und entschieden werden k&ouml;nne. Die Kl&auml;gerin musste davon ausgehen, dass die Ladung ungeachtet ihres Antrags auf Aufhebung des Termins wirksam blieb; sie h&auml;tte sich noch vor Sitzungsbeginn beim FG nach der Bescheidung ihres Aufhebungsantrags erkundigen m&uuml;ssen (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 29.06.2012&nbsp;&#8211; III&nbsp;B&nbsp;11\/12, BFH\/NV&nbsp;2012, 1627; vom 18.10.2000&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;57\/00, BFH\/NV 2001, 333, m.w.N., und vom 21.07.2003&nbsp;&#8211; VII&nbsp;B&nbsp;199\/02, BFH\/NV 2004, 199).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hat der Vorsitzende &#8211;wie im Streitfall&#8211; &uuml;ber einen Antrag auf Verlegung des Termins bis zum Termin nicht entschieden, k&ouml;nnen nur solche M&auml;ngel geltend gemacht werden, die als Folge der (verfahrensrechtlich fehlerhaften) Behandlung des Termins&auml;nderungsantrags dem angefochtenen Urteil selbst anhaften, weil z.B. einem Beteiligten dadurch die Teilnahme an dem Termin zu Unrecht versagt und damit sein Verfahrensgrundrecht auf rechtliches Geh&ouml;r (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes) verletzt worden ist (vgl. Beschl&uuml;sse des BFH vom 19.08.2010&nbsp;&#8211; VIII&nbsp;B&nbsp;20\/10, BFH\/NV&nbsp;2010, 2110, sowie vom 13.01.2003&nbsp;&#8211; III&nbsp;B&nbsp;51\/02, BFH\/NV 2003, 640, m.w.N.). Das ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH dann der Fall, wenn einem Antrag auf Verlegung der m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht stattgegeben wird, obwohl der Kl&auml;ger einen Antrag auf Terminsverlegung gestellt und daf&uuml;r erhebliche Gr&uuml;nde geltend gemacht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Grunds&auml;tze war es im Streitfall nicht ermessensfehlerhaft, dass das FG dem Antrag auf Verlegung des Termins nicht entsprochen hat. Die Kl&auml;gerin hat ihren Antrag auf Verlegung des Termins der m&uuml;ndlichen Verhandlung im Wesentlichen damit begr&uuml;ndet, dass ihr wegen einer vorrangig zu beantwortenden Verf&uuml;gung des Amtsgerichts (AG) vom 09.03.2018 sowie im Hinblick auf ggf. zu stellende Antr&auml;ge und Begr&uuml;ndungen in drei Verfahren wegen Nichtzulassungsbeschwerden nicht gen&uuml;gend Zeit f&uuml;r die Vorbereitung der m&uuml;ndlichen Verhandlung verbleibe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit diesem Vortrag hat die Kl&auml;gerin jedoch keine erheblichen Gr&uuml;nde i.S. von &sect;&nbsp;227 Abs.&nbsp;4 ZPO geltend gemacht. Wie das FG auf Seite&nbsp;11 bis 14 des Urteils zutreffend dargelegt hat, stand der Kl&auml;gerin seit Erhebung der Klage am 20.03.2017 bis zum Schreiben des AG K&ouml;ln am 09.03.2018 fast ein Jahr und damit hinreichend Zeit f&uuml;r die Klagebegr&uuml;ndung zur Verf&uuml;gung. Hinsichtlich der Antr&auml;ge und Begr&uuml;ndungen in den Beschwerdeverfahren hat das FG darauf abgestellt, dass diese die Kl&auml;gerin jedenfalls bis zur Ladung der m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht an einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Klagebegr&uuml;ndung hindern konnten. Mit ihrer Beschwerde hat die Kl&auml;gerin diese Begr&uuml;ndung des FG nicht angegriffen, sondern lediglich in pauschaler Weise vorgebracht, dass im Falle einer Terminsverlegung weitere Schrifts&auml;tze h&auml;tten eingereicht werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung und der Darstellung des Sachverhalts wird nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO abgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.8.2019, V B 57\/18ECLI:DE:BFH:2019:B.160819.VB57.18.0 Verfahrensfehler, Grundordnung des Verfahrens, Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs Leits&auml;tze 1. NV: Das FG verst&ouml;&szlig;t nicht gegen die Grundordnung des Verfahrens, wenn es eine Klage abweist, obwohl das beklagte FA keinen (ausdr&uuml;cklichen) Antrag auf Klageabweisung gestellt hat. 2. NV: Entscheidet das FG &uuml;ber einen kurz vor dem Termin zur m&uuml;ndlichen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-57-18-verfahrensfehler-grundordnung-des-verfahrens-gewaehrung-rechtlichen-gehoers\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;B&nbsp;57\/18 &#8211; Verfahrensfehler, Grundordnung des Verfahrens, Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71483","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71483","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71483"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71483\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71483"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71483"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71483"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}