{"id":71484,"date":"2019-11-28T19:16:51","date_gmt":"2019-11-28T17:16:51","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=71484"},"modified":"2019-11-28T19:16:51","modified_gmt":"2019-11-28T17:16:51","slug":"x-s-6-19-kein-akteneinsichtsrecht-nach-datenschutzgrundverordnung-bei-unzulaessiger-anhoerungsruege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-s-6-19-kein-akteneinsichtsrecht-nach-datenschutzgrundverordnung-bei-unzulaessiger-anhoerungsruege\/","title":{"rendered":"X&nbsp;S&nbsp;6\/19 &#8211; Kein Akteneinsichtsrecht nach Datenschutzgrundverordnung bei unzul&auml;ssiger Anh&ouml;rungsr&uuml;ge"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.8.2019, X S 6\/19<br \/>ECLI:DE:BFH:2019:B.290819.XS6.19.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Akteneinsichtsrecht nach Datenschutzgrundverordnung bei unzul&auml;ssiger Anh&ouml;rungsr&uuml;ge<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Eine Akteneinsicht nach &sect; 78 FGO scheidet bei einer unzul&auml;ssigen Anh&ouml;rungsr&uuml;ge aus.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Besondere, &uuml;ber &sect; 78 FGO hinausgehende Rechte, insbesondere auf Akteneinsicht, k&ouml;nnen im gerichtlichen Verfahren nicht aus Art. 15 DSGVO hergeleitet werden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge der Kl&auml;ger gegen den Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 21.12.2018 &#8211; X B 157\/17 wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge des Kl&auml;gers gegen den Beschluss vom 21.12.2018 &#8211; X S 10\/18 wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten der Verfahren mit Ausnahme der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge gegen den Beschluss vom 21.12.2018 &#8211; X S 10\/18 haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge gegen den Beschluss vom 21.12.2018 &#8211; X S 10\/18 hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschluss vom 21.12.2018&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;157\/17 hat der Senat die Beschwerde der Kl&auml;ger, Beschwerdef&uuml;hrer und R&uuml;gef&uuml;hrer (R&uuml;gef&uuml;hrer) gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts (FG) vom 27.10.2017&nbsp;&#8211; 4&nbsp;K&nbsp;1939\/12 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Ebenfalls am gleichen Tag hat der Senat den Antrag des R&uuml;gef&uuml;hrers wegen Aussetzung der Vollziehung (AdV) der Einkommensteuer, des Gewerbesteuermessbetrags und der Umsatzsteuer f&uuml;r die Jahre 2000 bis 2002 durch den Beschluss X&nbsp;S&nbsp;10\/18 abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schriftsatz vom 11.02.2019 haben die R&uuml;gef&uuml;hrer Anh&ouml;rungsr&uuml;gen gegen beide Beschl&uuml;sse erhoben und beantragen die einstweilige AdV dieser Entscheidungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die R&uuml;gef&uuml;hrer machen die Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;133a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtordnung (FGO) geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie tragen vor, dass der Senat ihre schl&uuml;ssig und substantiiert dargelegten Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Steuerbescheide nicht ber&uuml;cksichtigt habe. Insbesondere habe der Senat ihren Vortrag zur Sch&auml;tzungsbefugnis, die aufgrund der Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit der Buchf&uuml;hrung nicht gegeben sei, sowie zur fehlerhaften Sch&auml;tzung der H&ouml;he nicht zur Kenntnis genommen. Auch seien die Ermittlungen und Berechnungen in Bezug auf die fehlerbehaftete Nachkalkulation nicht vorgelegt worden. Indem der Senat sich auf eine vermeintliche Umkehr der Feststellungslast beschr&auml;nke, habe er den Vortrag der R&uuml;gef&uuml;hrer in Bezug auf die Beweisw&uuml;rdigung des FG und die Nichtanforderung bzw. Nichtbeiziehung der Akten der Betriebspr&uuml;fung nicht beachtet. Vielmehr habe der Senat seine W&uuml;rdigung auf eine vermeintlich ausf&uuml;hrliche und nachvollziehbare Sch&auml;tzung des FG anhand der Richtsatzsammlung beschr&auml;nkt und den Vortrag der R&uuml;gef&uuml;hrer &uuml;ber 14&nbsp;Seiten seiner Beschwerdeschrift nicht beachtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Obwohl die R&uuml;gef&uuml;hrer dezidiert die Verfahrensfehler des Beklagten, Beschwerdegegners und Antragsgegners (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) und des FG dargelegt h&auml;tten, h&auml;tten sie aufgrund der Geh&ouml;rsverletzung (durch den Senat) auch nicht zum Vorwurf des nur pauschal gehaltenen Vortrags weiter vortragen k&ouml;nnen. Denn h&auml;tte der Senat in ausreichender Art und Weise rechtliches Geh&ouml;r gew&auml;hrt, h&auml;tten die R&uuml;gef&uuml;hrer darlegen k&ouml;nnen, dass ihnen ohne Vorlage der vollst&auml;ndigen Berechnungs- und Kalkulationsunterlagen eine Pr&uuml;fung des Rechenwerks der Betriebspr&uuml;fung nicht m&ouml;glich gewesen sei, was sie mehrfach und explizit ger&uuml;gt h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch verletze die Nichtgew&auml;hrung der Akteneinsicht und die fehlende &Uuml;bersendung von Fotokopien hieraus das rechtliche Geh&ouml;r der R&uuml;gef&uuml;hrer. Insoweit begn&uuml;ge sich der Senat allein mit der Darstellung des Vorbringens des FA sowie der Darlegung der Sinnhaftigkeit der Akteneinsicht. Es k&ouml;nne indes nicht ausgeschlossen werden, dass sich aus den nicht vorgelegten Akten der Betriebspr&uuml;fung weitere Erkenntnisse erg&auml;ben. Schon die fehlende Anforderung dieser Akten durch das FG verletze das Gebot der Waffengleichheit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von den R&uuml;gef&uuml;hrern geltend gemachten Verfahrensr&uuml;gen beachte der Senat nicht bzw. ziehe sie ersichtlich nicht in seine Erw&auml;gungen ein. So lege er nicht dar, inwieweit er den Vortrag der R&uuml;gef&uuml;hrer zur Geh&ouml;rsverletzung lediglich als ein fehlendes &quot;Erh&ouml;ren&quot; ansehe. Auch habe sich der Senat mit dem Vortrag zu den einzelnen Verfahrensfehlern erkennbar nicht auseinandergesetzt. Seine Entscheidung beruhe auf rechtsfehlerhafter Feststellung und W&uuml;rdigung vermeintlicher Tatsachenbehauptungen des FA unter Vorwegnahme des Ergebnisses der Beweisaufnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die R&uuml;gef&uuml;hrer beantragen Akteneinsicht nach &sect;&nbsp;78 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO sowie nach Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2, Abs.&nbsp;2 der Verordnung (EU) 2016\/679 (Datenschutzgrundverordnung &#8211;DSGVO&#8211;) in alle verarbeiteten, personenbezogenen Daten zu s&auml;mtlichen Steuerarten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;133a FGO statthaften Anh&ouml;rungsr&uuml;gen sind als unzul&auml;ssig zu verwerfen (&sect;&nbsp;133a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 FGO), da ihre Begr&uuml;ndung nicht den Anforderungen des &sect;&nbsp;133a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;5 FGO entspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Auch die Darlegung der Geh&ouml;rsverletzung im Rahmen der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge verlangt eine schl&uuml;ssige, substantiierte und nachvollziehbare Darlegung, zu welchen Sach- oder Rechtsfragen der R&uuml;gef&uuml;hrer sich im rechtskr&auml;ftig abgeschlossenen Verfahren nicht habe &auml;u&szlig;ern k&ouml;nnen, welches entscheidungserhebliche Vorbringen des R&uuml;gef&uuml;hrers das Gericht &#8211;gemeint ist dabei der Bundesfinanzhof (BFH) und nicht etwa das FG&#8211; nicht zur Kenntnis genommen oder in Erw&auml;gung gezogen habe und woraus der R&uuml;gef&uuml;hrer dies meint folgern zu k&ouml;nnen. Die Anforderungen an die Darlegung nach &sect;&nbsp;133a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;5 FGO entsprechen denjenigen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO bei einer Nichtzulassungsbeschwerde (vgl. weiterf&uuml;hrend Senatsbeschluss vom 03.11.2010&nbsp;&#8211; X&nbsp;S&nbsp;28\/10, BFH\/NV 2011, 203, Rz&nbsp;6, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schl&uuml;ssig ist ein solcher Vortrag, wenn die angegebenen Tatsachen, ihre Richtigkeit unterstellt, den behaupteten Geh&ouml;rsversto&szlig; ergeben (so zu Recht Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 9.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;133a Rz&nbsp;13). Ungeeignet ist ein Vortrag, der nur vordergr&uuml;ndig eine Geh&ouml;rsverletzung r&uuml;gt, sich aber erkennbar gegen die Richtigkeit der rechtlichen W&uuml;rdigung des Gerichts wendet. Denn die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge dient nicht dem Zweck, die angefochtene Entscheidung in der Sache in vollem Umfang nochmals zu &uuml;berpr&uuml;fen (vgl. insoweit auch BFH-Beschluss vom 29.10.2012&nbsp;&#8211; I&nbsp;S&nbsp;11\/12, BFH\/NV 2013, 394, Rz&nbsp;18, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Den Darlegungsanforderungen an eine Geh&ouml;rsr&uuml;ge werden die Anh&ouml;rungsr&uuml;gen der R&uuml;gef&uuml;hrer nicht gerecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit die R&uuml;gef&uuml;hrer vortragen, dass der Senat ihren Vortrag zur Sch&auml;tzungsbefugnis, insbesondere auch zur Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit der Buchf&uuml;hrung wie zur H&ouml;he der Sch&auml;tzung nicht zur Kenntnis genommen hat, r&uuml;gen sie nur vordergr&uuml;ndig eine Geh&ouml;rsverletzung. Erkennbar, dies zeigt insbesondere die Wiederholung ihres Vortrags aus der Beschwerdebegr&uuml;ndung, wenden sie sich allein gegen die Richtigkeit der rechtlichen W&uuml;rdigung des Senats. Ein solcher Vortrag ist jedoch schon nicht geeignet, eine Anh&ouml;rungsr&uuml;ge zu begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das Gleiche gilt in Bezug auf das Vorbringen der R&uuml;gef&uuml;hrer, der Senat habe sich auf eine vermeintliche Umkehr der Feststellungslast beschr&auml;nkt und deshalb den Vortrag der R&uuml;gef&uuml;hrer zur Beweislastumkehr nicht beachtet. Dar&uuml;ber hinaus ist dieser Vortrag auch unschl&uuml;ssig. Selbst wenn die Ausf&uuml;hrungen der R&uuml;gef&uuml;hrer zutr&auml;fen, h&auml;tten sie schon nicht die behauptete Verletzung ihres rechtlichen Geh&ouml;rs durch den Senat zur Folge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Weiterhin verkennen die R&uuml;gef&uuml;hrer offensichtlich, dass sie sich im Beschwerdeverfahren allein mit der vom FG angewandten Richtsatzsch&auml;tzung auseinanderzusetzen hatten. Soweit sie dagegen auf den vom FA durchgef&uuml;hrten inneren Betriebsvergleich in Form eines Zeitreihenvergleichs und damit auch auf die angeblich noch vorhandenen, dem FG und dem BFH aber nicht &uuml;bersandten weiteren Akten der Betriebspr&uuml;fung verweisen, ist ihr Vortrag deshalb schon nicht (mehr) entscheidungserheblich. Eines besonderen Hinweises des Senats an die steuerlich beratenen R&uuml;gef&uuml;hrer bedurfte es insoweit nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Unsubstantiiert bleibt dar&uuml;ber hinaus der Vorwurf der R&uuml;gef&uuml;hrer, der Senat habe sich mit ihren geltend gemachten Verfahrensr&uuml;gen nicht bzw. nicht ausreichend auseinandergesetzt. Insoweit bedurfte es zum einen einer ausf&uuml;hrlichen Darlegung der R&uuml;gef&uuml;hrer, welche ihrer Verfahrensr&uuml;gen entscheidungserheblich in Bezug auf die Richtsatzsch&auml;tzung des FG sei und was sie insoweit im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren noch vorgetragen h&auml;tten. Die nur pauschal gehaltenen Ausf&uuml;hrungen der R&uuml;gef&uuml;hrer reichen nicht aus. Denn wie bereits auf Seite&nbsp;11 des Beschlusses vom 21.12.2018&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;157\/17 vom Senat dargelegt, erl&auml;utern die R&uuml;gef&uuml;hrer nicht, inwieweit die Akten der Betriebspr&uuml;fung, deren Beiziehung sie verlangen, f&uuml;r die Richtsatzsch&auml;tzung des FG von Belang sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Letztlich legen die R&uuml;gef&uuml;hrer, wenn auch sehr umfangreich, dar, warum der Senat ihren einzelnen Rechtsansichten im Beschwerdeverfahren nicht gefolgt ist. Eine Geh&ouml;rsverletzung stellt dies nicht dar. Vielmehr wenden sich die R&uuml;gef&uuml;hrer (wiederum) allein dagegen, dass der Senat sie nicht &quot;erh&ouml;rt&quot; hat, sich also ihren Ansichten nicht angeschlossen hat (vgl. insoweit auch Senatsbeschluss vom 07.09.2017&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;52\/17, BFH\/NV 2018, 221, Rz&nbsp;22, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ff) Soweit die R&uuml;gef&uuml;hrer im Rahmen ihrer Anh&ouml;rungsr&uuml;gen die fehlende Akteneinsicht und &Uuml;bersendung von Fotokopien als Versto&szlig; gegen die Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs ansehen, wird zur Vermeidung von Wiederholungen auf den Senatsbeschluss vom 30.08.2018&nbsp;&#8211; X&nbsp;B&nbsp;157\/17 verwiesen. Im Rahmen des sich hieran anschlie&szlig;enden Anh&ouml;rungsr&uuml;geverfahrens war eine solche Akteneinsicht schon aufgrund deren Unzul&auml;ssigkeit nicht zu gew&auml;hren (vgl. auch Senatsbeschluss vom 17.10.2018&nbsp;&#8211; X&nbsp;S&nbsp;37\/18, unter II.2., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge der R&uuml;gef&uuml;hrerin gegen den Senatsbeschluss vom 21.12.2018&nbsp;&#8211; X&nbsp;S&nbsp;10\/18 im Verfahren wegen der AdV der Einkommensteuer, des Gewerbesteuermessbetrags und der Umsatzsteuer 2000 bis 2002 ist dar&uuml;ber hinaus unzul&auml;ssig, weil die R&uuml;gef&uuml;hrerin in diesem Verfahren nicht beteiligt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die beantragte Akteneinsicht nach &sect;&nbsp;78 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO wie auch die Akteneinsicht nebst &Uuml;bermittlung von Aktenkopien der personenbezogenen Daten nach Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2, Abs.&nbsp;2 DSGVO sind nicht zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Akteneinsicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;78 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO, die im vorliegenden Fall lediglich die Gerichtsakten im Beschwerdeverfahren X&nbsp;B&nbsp;157\/17 wie diejenigen im Aussetzungsverfahren X&nbsp;S&nbsp;10\/18 betreffen kann, scheidet bereits aufgrund der Unzul&auml;ssigkeit der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge aus (weiterf&uuml;hrend vgl. Senatsbeschluss vom 17.10.2018<strong>&nbsp;<\/strong>&#8211; X&nbsp;S&nbsp;37\/18, unter II.2., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Besondere, &uuml;ber &sect;&nbsp;78 FGO hinausgehende Rechte, k&ouml;nnen auch nicht aus Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2, Abs.&nbsp;2 DSGVO im hier vorliegenden gerichtlichen Verfahren hergeleitet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Art.&nbsp;15 DSGVO hat eine Person zwar ein Recht auf Auskunft &uuml;ber die ihn betreffenden verarbeiteten personenbezogenen Daten. Als besondere Form der Auskunftserteilung kann hierzu auch das Akteneinsichtsrecht geh&ouml;ren (vgl. nur Krumm, Der Betrieb 2017, 2182 (2193), m.w.N.). Anders als &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;5 der Abgabenordnung normiert die FGO jedoch keine Anwendung des Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 DSGVO im Finanzgerichtsverfahren. Dieser Ausschluss der Anwendung der DSGVO entspricht der Regelung des Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f DSGVO zum Schutz der Unabh&auml;ngigkeit der Justiz und zum Schutz von Gerichtsverfahren (vgl. insoweit auch Bieresborn\/Giesberts-Kaminski, Die Sozialgerichtsbarkeit 2018, 530 (535); a.A. anscheinend Bareither\/Gro&szlig;mann\/Uterhark, Betriebsberater 2019, 1111, die ohne Begr&uuml;ndung auch im Bereich der Klageverfahren ein weites Akteneinsichtsrecht nach Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 DSGVO annehmen). Denn Prozessordnungen wie die FGO gehen auch weiterhin dem Datenschutzrecht und damit auch dem Auskunftsrecht aus Art.&nbsp;15 DSGVO vor (vgl. dazu die Stellungnahme der Bundesregierung in ihrer Gegen&auml;u&szlig;erung zur Bundesratsstellungnahme vom 23.03.2017 zu Nr.&nbsp;6, BTDrucks 18\/11655, 27, unter Bezugnahme auf &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 des Bundesdatenschutzgesetzes 2003).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Antr&auml;ge, die Vollziehung einstweilen auszusetzen, sind schon deswegen abzulehnen, weil die Anh&ouml;rungsr&uuml;gen ohne Erfolg sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO. Nach Nr.&nbsp;6400 der Anlage&nbsp;1 zu &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 des Gerichtskostengesetzes f&auml;llt eine Festgeb&uuml;hr f&uuml;r jede Anh&ouml;rungsr&uuml;ge von 60&nbsp;EUR an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.8.2019, X S 6\/19ECLI:DE:BFH:2019:B.290819.XS6.19.0 Kein Akteneinsichtsrecht nach Datenschutzgrundverordnung bei unzul&auml;ssiger Anh&ouml;rungsr&uuml;ge Leits&auml;tze 1. NV: Eine Akteneinsicht nach &sect; 78 FGO scheidet bei einer unzul&auml;ssigen Anh&ouml;rungsr&uuml;ge aus. 2. NV: Besondere, &uuml;ber &sect; 78 FGO hinausgehende Rechte, insbesondere auf Akteneinsicht, k&ouml;nnen im gerichtlichen Verfahren nicht aus Art. 15 DSGVO hergeleitet werden. Tenor Die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-s-6-19-kein-akteneinsichtsrecht-nach-datenschutzgrundverordnung-bei-unzulaessiger-anhoerungsruege\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;S&nbsp;6\/19 &#8211; Kein Akteneinsichtsrecht nach Datenschutzgrundverordnung bei unzul&auml;ssiger Anh&ouml;rungsr&uuml;ge<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-71484","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71484","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71484"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71484\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71484"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71484"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71484"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}